Zur Domina gemacht 3 Teil 10 ENDE

Liebe Leser, 

bevor ich etwas Neues hier einstelle, einen kleinen Hinweis: 

Ich möchte euch für die Unterstützung beim Schreiben, euren Anregungen und Kritiken danken. Auch für das Kaufen meiner Bücher und die damit verbundenen Rezensionen. Habt ihr Anregungen für neue Geschichten, Wünsche oder Fragen, könnt ihr mir diese gerne per PN stellen. Natürlich würde ich mich aber auch über euren weiteren Support freuen.

Unter meinem Autorenpseudonym (Link in der nächsten Zeile) findet ihr meine bisher veröffentlichten Werke. 

Madame Mala Amazon

Für eure Treue, Unterstützung, Zuspruch, Feedback und Freundschaft noch einmal vielen Dank

Drücke euch alle

Eure Sena

 

20.  Wieder daheim

Anna war erleichtert, als auch ihr Nachmittagstermin das Studio verlassen hatte. Einer ihrer Masos, primitiv in seinem Verlangen ihr gegenüber. Sie sollte ihm einfach wehtun, wie und auf welche Weise, das war ihm dabei egal. Schläge, Tritte, Strom, Klemmen, Nadeln, er konsumierte sein Leid, als handelte es sich dabei um Pralinen aus der Konditorschachtel. Er wollte auch Spuren auf seiner Haut tragen, er hatte ihr erzählt, dass er sich einen auf sie herunterholte, wenn er vor dem Spiegel in seinem Bad stand. 

Anna seufzte, wenn sie an den Mann zurückdachte. Schwer ihn als Mensch und Kunden zu respektieren. Spuren hatte er auf jeden Fall für die nächsten Wochen genug, so dass er lange etwas von seinem Besuch bei ihr haben würde, woran er sich aufgeilen konnte. Ein Tag würde vergehen und sein Leib würde neben blutigen Kratzern auf Po, Rücken, Brust und Schenkel auch noch jede Menge blaugrüner Camouflage tragen. Es war schon bemerkenswert, dass der Typ ihr zum Schluss ein Gnadengesuch gestellt hatte. 

Wie anders dagegen der Termin mit Linus gewesen war. Kurios, der Junge hatte ihr mit seinem Schicksal wahrscheinlich mehr geholfen, als es umgekehrt der Fall war. Es gab schlimmere Vergangenheiten als ihre, das war ihr heute in aller Prägnanz verdeutlicht worden. Schuld war eine extreme Bürde, gerade wenn auch Liebe und Sehnsucht damit verknüpft waren. Für einen Moment verharrte sie auf der Stelle, dann öffnete sie den Reißverschluss ihres Catsuits. Erst einmal raus aus ihren Klamotten. Wieder der Blick auf die Uhr, sie hatte noch eine halbe Stunde Zeit, bis Katrin den Jungen brachte. 

Sie zog sich schon im Wohnzimmer ihrer Wohnung aus, warf die Szenewäsche ungeachtet auf den Boden und würde sie später nach dem Duschen in den Sack werfen, den sie später mit rüber ins Studio nehmen würde. Gülen kam zwar morgen, doch ein wenig musste sie dort aufräumen und saubermachen. Zu sehr hatte sie sich am letzten Kunden verausgabt. 

So stand sie nackt im Gang, als es an der Haustür klingelte. Anna fühlte sich sofort unwohl. Wie sonst auch, wenn sie niemanden erwartete. Sofort war es das Bild ihres Vaters, der vor ihrer Tür stand, dass sie vor das innere Auge geführt bekam. Einen Moment lang zögerte sie, dann eilte sie zur Türsprechanlage. Auf dem Monitor wurde ein junger Mann abgebildet, der neugierig durch die verglaste Haustür ins Innere des Gebäudes blickte. Er trug einen Mantel, hatte wenig Haare auf seinem Kopf und eine Brille, welche aus seinem seitlichen Gesichtsprofil herausragte. 

„Bitte?“

Sofort richtete der Mann sein Gesicht auf das Objektiv der kleinen Kamera. Anna wusste, dass in diesem Moment deren Randbeleuchtung ansprang, damit der Besucher auf sie aufmerksam gemacht wurde. 

„Jugendamt. Gerlach mein Name. Freut mich, Frau Pelzig. Hätten sie ein wenig Zeit für mich?“

Anna schrak zusammen. Scheiße! 

„Geben sie mir fünf Minuten bitte, ich komme gerade aus der Dusche.“

„Kein Problem, Frau Pelzig. Geduscht wird bei mir oft.“

Anna hatte keine Zeit mit Zorn zu reagieren, wollte sich aber auch keiner Lüge bezichtigen lassen. So öffnete sie dem Mann die Haustür, eilte ins Bad und stellte sich unter die Brause. Hastig seifte sie sich ein, nässte ihre Haare und massierte sich das Shampoo ein. Fünf Minuten. Wie schnell sie jetzt verstrichen. Schnell abtrocknen, den Bademantel übergeworfen, das Gesicht noch einmal im Spiegel prüfen ..., Reste von Schminke waren noch zu sehen. Anna entfernte sie eilig, dann hastete sie durch das Schlafzimmer hindurch ins Wohnzimmer und von dort aus weiter zur Tür. 

Der Mann stand indessen an einem der Fenster und hatte den Überblick über die Stadt genossen. Seine braune Aktentasche lag auf einer der beiden Sitzbänke, während er einen hellen Mantel über seinen Arm trug. Kein attraktiver Kerl, eher der typische Funktionär. 

Er wandte sich zu Annas Wohnungstür um, kam ihr entgegen und begrüßte sie herzlich. 

„Freut mich sehr, Frau Pelzig. Entschuldigen sie mein unangemeldetes Aufschlagen, aber es ist Vorschrift.“

Anna gab ihm ihre Hand, antwortete aber nicht, sondern deutete nur auf die Garderobe. 

„Danke.“ Der junge Mann, vielleicht zwischen 25 und 30 Jahre alt, blickte sich neugierig um. Auch Anna wurde einer näheren Betrachtung unterzogen, die in diesem Moment, in Bademantel und Frotteehandtuch um ihren Kopf geschlungen, sicherlich nicht den gewohnten Eindruck auf den Mann hinterließ. 

„Eine ungewöhnliche Wohnung für eine Frau ihres Alters. Und wenn ich an die Wohnsituation ihres Vaters denke ...“

Anna wurde sofort hellhörig, ging aber auf seine Worte nicht näher ein. Bevor sie etwas Falsches sagte, nahm sie sich vor, lieber zu schweigen. 

„Sie haben in der Schule angegeben, dass sie als Masseurin arbeiten. Sie scheinen nicht schlecht zu verdienen, wenn sie sich solch eine Bleibe leisten können. Wir haben ihren Besitzstand geprüft, es ist alles so, wie sie es angegeben haben. Beeindruckend.“

„Ich arbeite als Domina. Vor der Schule bin ich nicht ins Detail gegangen, um meinen Bruder zu schützen. Er weiß nicht genau, womit ich unser Geld verdiene.“

„Ihr Vater hat mir schon ausführlich berichtet. Er scheint sehr negativ auf sie eingestellt zu sein. Er meinte, dass sie ihren Bruder regelrecht gekidnappt haben?“

Der junge Mann deutete auf die Garderobe. 

„Würde es ihnen etwas ausmachen, wenn ich ablege?“

Anna schüttelte ihren Kopf. 

„Wenn ich mir kurz etwas anziehen darf?“

Der Mann vom Amt zeigte sich bestürzt. 

„Aber sicher! Es tut mir leid. Dass jemand einmal wirklich aus der Dusche gestiegen kommt, hat mich dann doch ein wenig überrascht. Sehen sie es mir bitte nach.“

Anna bot ihm einen Sitzplatz am Esstisch an. Sie wollte nicht, dass er es sich in der Sitzecke bequem machte, sollte er doch möglichst schnell wieder verschwinden. Wenigstens benahm er sich und schien kein großes Interesse an ihrem Äußeren zu zeigen. 

Sie trat an den Schrank heran, stieg in ein Höschen, legte einen BH an und zog wahllos ein Oberteil aus dem Schrank. Eine Leggins dazu, dass würde reichen müssen. Wenn man unangemeldet kam, durfte man von ihr in puncto Aussehen auch keinerlei Förmlichkeiten erwarten. 

„So, da bin ich wieder. Einen Kaffee oder Tee für sie?“

Anna ließ ihre Stimme neutral klingen. Sie hatte nichts zu verstecken, würde offen sein und auch nichts beschönigen wollen. 

„Für einen schwarzen Tee wäre ich ihnen sehr verbunden, Frau Pelzig.“

Anna ging in den Küchenbereich, während der Mann vom Jugendamt am Esstisch Platz nahm und Unterlagen auf den Tisch ausbreitete. Sie hörte ihn eine Melodie summen, während sie den Kocher mit Wasser befüllte und Tassen bereitstellte. Gebäck oder Kuchen hatte sie nicht, sie sah auch nicht ein, warum sie sich gegenüber dem Mann devot oder betont gastfreundlich zeigen sollte. 

Welche Richtung konnte das Gespräch nehmen? Welche Gefahren lauerten im Hintergrund für Ralf und sie? Hatte Laval wirklich aufgegeben? Sie wollte nicht daran glauben. Zuviel hatte er mit ihr verloren und seine masochistischen Bedürfnisse standen für ihn an oberster Stelle, gerade jetzt, wo sie von Katrin wusste, dass er unter starken Stress stand. Er würde auf irgendeine Weise reagieren, denn er war die einzige Option an Hilfe, die ihr Vater noch hatte, wenn dieser Mann dort am Tisch nicht einen Grund fand, warum Ralf nicht bei ihr bleiben konnte. 

„Ich habe nicht nur mit ihrem Vater gesprochen, sondern auch mit Ralfs ehemaligen Erzieherinnen im Kindergarten,  seiner Klassenlehrerin und der Rektorin in der Schule. Letztere haben ja auch Sorge dafür getragen, dass wir auf ihren Fall aufmerksam geworden sind.“

Er machte eine Pause, nahm die Tasse entgegen und murmelte ein Danke. Anna setzte sich ihm gegenüber, wirkte aber sehr steif und beherrscht dabei. Sie beobachtete jede Bewegung des Mannes, der in in seinen Unterlagen und Notizen blätterte und nur ab und an nach der Teetasse griff. 

„Die Sorge werden sie vorerst weiter für ihren Bruder tragen. Sowohl die Lehrerinnen als auch die Erzieherinnen im Kindergarten haben ihnen ein hohes Engagement bescheinigt im Umgang mit ihrem Bruder. Seine Leistungen sind mittelmäßig bis unterer Durchschnitt, was aber anscheinend in seiner Persönlichkeit begründet liegt und nicht in ihrer Erziehung. Sie haben mit ihm die medizinische Vorsorge geleistet, er hinterlässt einen wohlernährten und ordentlich gekleideten Eindruck und scheint in seinen Äußerungen und Verhalten unbeschwert zu sein. 

Die Kindergartenerzieherinnen hatten mir berichtet, dass das am Anfang anders war. Und sich Ralf erst in dieser Richtung hat entwickeln müssen. Dazu kommt ein sehr zwiegespaltenes Bild von ihrem Vater, dass er heute Morgen bei mir hinterlassen hat. Nur möchte ich ihnen auch keine unklaren Verhältnisse vermitteln. Wir können nur eine Empfehlung schreiben und eine einstweilige Verfügung veranlassen, dass der Junge fürs erste in ihrer Obhut verbleibt. Entscheiden wird aber das Gericht und die lassen sich damit erfahrungsgemäß viel Zeit. 

„Könnte es passieren, dass mein Vater das Sorgerecht behält?“

Zu ihrer Bestürzung nickte der Mann. 

„Ich möchte keine falschen Illusionen bei ihnen wecken, Frau Pelzig. So wie ihnen habe ich auch ihrem Vater seine Situation verdeutlicht. Sollte er seine sozialen Verhältnisse stabilisieren können und wir bescheinigen ihm, dass er ihren Bruder ein gesichertes Umfeld bieten kann, so wird ihm die Sorge wieder übertragen. Außerdem hat er ein Umgangsrecht. Er wird sich diesbezüglich bei ihnen melden.“

Anna wurde bleich.

„Er will Ralf sehen?“

Gerlach nickte. 

„Ja. Er wird sich mit ihnen diesbezüglich in Verbindung setzen und ein Mitarbeiter unserer Seite bei den ersten Treffen zugegen sein. Seien sie ohne Sorge. Wenn ihr Vater keine ernsthaften Absichten verfolgt, wird er den Prüfungszeitraum nicht durchhalten.“

Anna glaubte selbst nicht daran. Dass es diese Möglichkeit aber gab, reichte schon aus, um ihr ein prägnantes Unwohlsein zu bescheren. 

Annas Besuch nahm einen weiteren Schluck aus seiner Tasse und blickte sich neugierig um.

„Währen sie so gütig und zeigen mir Ralfs Zimmer? Ich müsste auch einmal auf die Toilette, wenn ihnen das nichts ausmacht.“

Anna war einverstanden. Ralfs Zimmer war zwar nicht aufgeräumt, würde aber einer näheren Betrachtung standhalten. 

„Er hat am Morgen gespielt. Es kann also sein, dass ein paar Spielsachen herumliegen.“

„Sorgen sie sich nicht, Frau Pelzig. Ich werfe nur einen kurzen Blick rein. Nett, dass sie sich einverstanden zeigen.“

Anna ging voraus, öffnete das Zimmer und gab den Blick darauf frei, in dem sie es betrat. Gerlach folgte ihr sofort nach und blickte sich suchend um. Das Bett war noch nicht gemacht, Spielsachen lagen auf den Boden herum und auch die Malsachen hatte Ralf auf seinem Schreibtisch verteilt. Schmutz fand sie keinen, aber vielleicht hatte Gerlach ein geschulteres Auge?

„Gut. Dann würde ich noch mal schnell auf die Toilette huschen und dann bin ich auch schon wieder weg.“

Anna nickte und geleitete ihn wieder hinaus in den kurzen Flur, dabei hinter sich die Zimmertür schließend. Sie zeigte ihm den Sanitärraum und ging zurück ins Wohnzimmer. Das ihr Vater wieder Kontrolle über Ralfs Leben und damit auch dem ihrigen bekommen könnte, kam einer Horrorvorstellung für sie gleich. Ihre Gedanken konnten sich nur noch mit dieser einen Möglichkeit beschäftigen und fanden an nichts anderes mehr Halt. Vergessen war der Junge am Morgen, der Maso von vorhin oder Alex, Gülen oder Benny. Selbst Laval ließ sie für einen Moment in Ruhe. 

„Da bin ich wieder und auch schon fast weg.“ Gerlach ordnete seine Papiere, machte aus dem Stehen heraus ein paar Einträge und schob seine Akten zurück in seine Dokumententasche.

„Danke, dass sie in allem so offen waren, Frau Pelzig. Das ist keine Selbstverständlichkeit.“

„Melden sie sich bei mir? Oder kann ich sie anrufen, wenn ich Fragen haben sollte?“

Der junge Mann lächelte und schob seine Brille zurecht, die etwas über seinen Nasenrücken heruntergerutscht war. 

„Natürlich können sie das. Ich gebe ihnen meine Karte. Aber natürlich ist auch Herr Marxdorfer für Fragen offen. Sie haben seine Nummer?“

Anna erinnerte sich. Er hatte sie zwar angerufen, aber seine Nummer war noch nicht in den Kontakten gespeichert. 

„Ja. Danke!“

„Gut. Wir bekommen ihren Ralf schon groß, Frau Pelzig. Im Grunde geht es nur darum, stimmts?“

Die junge Frau mit dem strengen Gesicht nickte und geleitete ihn zur Tür. 

„Auf Wiedersehen! Ich halte sie auf den Laufenden.“ Meinte Gerlach noch und reichte ihr seine Hand. 

Anna erwiderte den Gruß, nickte dem Mann noch einmal zu und schloss hinter ihm die Wohnungstür. In ihren Gedanken versunken lehnte sie sich gegen die Wand und ging die Möglichkeiten durch, von denen sie glaubte, dass sie für ihren Vater infrage kamen. Nein. Keine traute sie ihm wirklich zu. Ralf würde bei ihr bleiben, so oder so. 

Etwas vergessen

Anna hatte gerade erst wieder die Wohnung betreten, den kurzen Mantel abgelegt und Ralfs Tornister von seinem Rücken gehoben. Draußen war es ähnlich kalt geworden, wie zuvor am See, an dessen Ufer sie den behinderten Jungen getroffen hatte. 

„Hast du alle Hausaufgaben geschafft?“ Fragte sie Ralf, der in Gedanken schon wieder ganz woanders war. 

„Ja, habe ich.“

Anna lächelte. 

„Gut, dann zeig mir dein Hausaufgabenheft und danach spielst du ein wenig, ja? Ich mach uns was zu Essen inzwischen.“

„Ich habe nicht alles von Rechnen geschafft.“ Gestand der Junge kleinmütig. 

Anna schloss ihre Augen und kämpfte in diesem Moment gegen ihre aufsteigende Wut an. Ralf kannte diesen Gesichtsausdruck seiner Schwester und blickte besorgt zu ihr auf. 

„Ich habe es vergessen, wirklich.“

Er log. Anna spürte das deutlich. In solchen Momenten kostete es sie viel Kraft, ihre Beherrschung zu bewahren. Es setzte einen zu, wenn man von einem Menschen, den man über alles liebt, belogen wurde. 

„Zieh deine Jacke aus, setz dich an den Tisch und fange an! Kommst du nicht weiter, bittest du mich um Hilfe. Je schneller du fertig wirst, desto mehr Zeit hast du noch zum spielen.“

Ralf ahnte wohl, dass sie geladen war, griff in den Henkel seines Ranzens und schleifte ihn, betont lustlos, hinter sich her. Anna folgte ihm, sah ihm dabei zu, wie er sich an den Tisch setzte, seine Sachen auspackte und auch das Heft aufschlug, in welchem er üben sollte. Ein letzter Blick, dann ging sie in die Küche, um das Gemüse zu schneiden. Immer wieder warf sie mal einen Blick auf den Jungen am Tisch, hing weiter ihren Gedanken nach und wartete darauf, dass die Mikrowelle das Fleisch aufgetaut hatte. 

„Wie weit bist du?“ Fragte sie schließlich, nachdem sie sich von hinten spielerisch an den Jungen herangeschlichen hatte. Sie wollte sich einen Spaß machen, versteckte ein Schokoladenei hinter ihrem Rücken und wollte ihn dafür belohnen, dass er trotz seiner Unlust die Hausaufgaben erledigt hatte. 

Sie wurde blass, als sie die Figuren und Kreise sah, die der Bruder in den Rand des Heftes hineingezeichnet hatte. Ralf war faul, da gab es nichts zu beschönigen. 

Annas Stimme wurde jetzt leise, nicht laut. 

„Fang jetzt sofort an.“

„Ich bin müde, Anna.“ Wollte sich der Junge rechtfertigen. 

„Gut. Dann gehst du jetzt ins Bett, wenn du müde bist.“

Ralf kamen die Tränen. Es war erst Nachmittag, für ihn die wertvollste Zeit des Tages. 

„Aber ich habe den ganzen Tag gelernt.“

Anna war nur noch müde in diesem Moment. Eine Zeit der Lockerheit wollte ihr anscheinend niemand gönnen. 

„Du hast den ganzen Nachmittag mit deinen Freunden gespielt. Sonst würdest du die Aufgaben jetzt nicht erledigen müssen. Lüge mich heute noch einmal an und der Fernseher bleibt einen Monat lang aus.“

Geschockt blickte der Junge zu ihr auf. 

„Zeig mir die Aufgaben!“

Ralf ließ seine Finger über das Papier des Arbeitsheftes gleiten. 

„Hier. Fünf und Sieben.“

Sie glich es mit den Einträgen im Hausaufgabenheft ab. Wenigstens jetzt, wo sie ihm nichts durchgehen ließ, blieb er bei der Wahrheit. 

„Ich werde dir jetzt was sagen Ralf. Lügst du mich heute noch einmal an, und wenn es nur die kleinste Lüge auf der Welt ist, dann darfst du einen Monat lang nichts von mir erwarten. Das verspreche ich dir. Hast du verstanden?“

Ihr Gesicht wurde in diesem Moment zu Stein. Der Junge kannte es aus der gemeinsamen Vergangenheit mit seiner Schwester. Ab diesem Moment musste er alles daran setzen, um sie wieder gütlich zu stimmen. 

„Ja.“ Seine Augen wurden wieder feucht, Anna aber ging zurück in die Küche. Würde er sie jetzt wieder enttäuschen, musste sie ihre Worte wahr werden lassen. 

Eine viertel Stunde später war das Essen fertig. Sie stellte es zum Warmhalten auf den Tisch, wusch sich die Hände und kehrte an den Tisch zurück, wo ihr Bruder hoffentlich inzwischen fertig geworden war. Tatsächlich hatte es jetzt geklappt, auch wenn Ralf nicht sonderlich gewissenhaft gerechnet hatte. Vier Fehler fand Anna, in gerade mal zwölf Rechenaufgaben. 

„Pack das Zeug zusammen, trag es ins Kinderzimmer, Hände waschen und dann komm.“

Kein Bitte, kein Danke. Ralf würde es in diesem Moment als Schwäche deuten, wenn sie ihm gegenüber höflich blieb. Sie ärgerte sich selbst darüber, dass sie sich in diesen Punkt so viel Gedanken machen musste. 

Es klingelte an der Tür. Gerade in dem Moment, in welchem sie das Essen aufgetragen hatte und Ralf aus seinem Zimmer herangeschlurft kam. 

„Ich gehe ran!“ Rief der Junge freudig und stürmte auf den Flur hinaus. 

Anna blickte ihm besorgt nach. Sofort war es das Bild ihres Vaters, welches sich wieder in ihrem Kopf breitmachte. 

„Wer ist es, Ralf?“

„Kenn ich nicht. Soll ich aufmachen?“

„Nein! Lass mich erst nachsehen.“

Anna kam nun ebenfalls, blickte auf den Monitor und erkannte den Mann vom Jugendamt. Was konnte er von ihr noch wollen?

„Herr Gerlach? Haben sie etwas vergessen?“

Der Mann blickte zur Kamera hinauf. 

„Tatsächlich Frau Pelzig. Ich muss bei ihnen mein Notizbuch vergessen haben.“

Anna drückte den Öffner und sparte sich eine Antwort. Sie sah noch den Mann eintreten, dann hörte sie seine Schritte auf der Haustreppe. 

„Es tut mir aufrichtig leid, dass ich sie und ihren Bruder noch einmal stören muss. Dürfte ich auf der Toilette einmal nachsehen? Dort hatte ich es, glaube ich, zum letzten Mal in der Hand gehabt. Unangenehmer Gedanke, ich weiß.“

„Wer bist du?“ Fragte Ralf ganz ungeniert. 

„Ich bin vom Jugendamt.“ Erklärte sich ihm Herr Gerlach. 

Der Junge blickte erschrocken zu dem Mann auf. Er schien etwas mit dem Begriff anfangen zu können. Sehr zum Staunen von Anna. 

„Nimmst du mich jetzt mit?“ Fragte der Kleine mit brüchiger Stimme. 

„Ralf. Natürlich nicht. Herr Gerlach hat nur mit mir etwas zu bereden gehabt. Komm! Setz dich jetzt an den Tisch.“

Anna wandte sich an den Mann, der den Kleinen mit seinem Blick verfolgte. Sie konnte sich schon vorstellen, in welcher Richtung er jetzt dachte. 

„Falls sie jetzt glauben, ich hätte ihm diesen Mist in den Kopf gesetzt ...“

Gerlach wandte sich zu ihr um und betrachtete die Frau genau. Doch die zeigte keinerlei Unsicherheit, eher so etwas wie Streitlust. Vielleicht hatte auch sie einen harten Tag gehabt? Er suchte sich für einen Moment vorzustellen, wie ein harter Tag einer Domina aussehen könnte, scheiterte aber daran. 

„Darf ich es schnell holen, Frau Pelzig?“ Der Mann deutete auf den Flur, der auf der linken Seite des riesigen Wohnzimmers abging. 

„Tun sie sich keinen Zwang an.“

Der Mann verschwand, während Anna sich zu ihrem Bruder an den Tisch setzte. Sie tat ihm von dem noch heißen Pfannengericht auf, nahm sich selbst und forderte Ralf auf, noch ein wenig zu warten, damit er sich nicht verbrannte. 

Gerlach schien nicht fündig zu werden, doch nach einiger Zeit hörte Anna die Spülung und so war es klar, dass der Mann auch noch mal die Toilette benutzt hatte.

„Danke Frau Pelzig. Sie hören dann von mir. Schönen Abend noch.“

Die junge Frau nickte ihm zu, unterließ es aber, ihn zur Tür zu geleiten. Höflichkeit hin oder her, sie wollte ihm nicht den Eindruck vermitteln, dass sie sich ihm ergab. 

 

21.  Ruhige Tage

Die folgenden Tage verliefen für Anna immer gleich. Katrin holte ihren Bruder ab und nahm ihn mit zur Schule. Sie selbst trainierte unterdessen, frühstückte und bereitete sich auf ihren ersten Kunden vor. Mittags hatte sie dann zweieinhalb Stunden für sich, kochte sich etwas und legte sich meist für eine Stunde auf die Couch, bevor sie dann erneut duschte und sich für den Nachmittagkunden umzog. Hatte sie diesen verabschiedet, holte sie Ralf von der Schule ab und sie verbrachten gemeinsam den Rest des Tages.

Laval und ihr Vater zogen sich etwas aus ihrem Kopf zurück, von Benny war nichts zu hören oder zu sehen. Victoria ließ sie ebenfalls in Ruhe und auch von Seite des Jugendamtes gab es keine Neuigkeiten. So hätte es weitergehen können und Anna von einem halbwegs glücklichen Leben gesprochen. Gestern hatte Gülen das Studio gewischt und in den Mittagsstunden die Instrumente und Geräte abgestaubt und gepflegt. Mittlerweile war Anna froh, dass sie diese Handlungen nicht mehr selbst vollziehen musste, und würde auch in Zukunft nicht mehr auf diesen Service verzichten wollen. 

Alexander hatte ihr hin und wieder geschrieben und gefragt, wie es ihr ging. Es tat ihr gut zu sehen, dass es da jemanden gab, der sich um sie sorgte. Selbst jetzt, wo sie beide sich ihrer Illusionen beraubt hatten. All abendlich ging die Domina die E-Mail-Korrespondenz mit ihren Sklaven durch. Sie brauchte länger als eine Stunde, um sie durchzugehen und teilweise zu beantworten. Dabei schaltete und waltete sie nach Lust und Laune. Ihr Besitzstand durfte ihr gegenüber ja keinerlei Erwartungen haben oder diese gar ihr gegenüber äußern. 

Haralds tägliche Nachrichten hatten meist froh und unbelastet geklungen. Erst nachdem Anna ihn aufgefordert hatte, ungeschönt seinen Tagesverlauf wiederzugeben, teilte er ihr auch etwas von seinem privaten oder beruflichen Stress mit. Eine Kollegin stellte ihm nach, zeigte unter vier Augen deutlich ihr Interesse und wurde sogar handgreiflich, wenn sie alleine waren. Er hatte sich ihr erklärt, versuchte sich immer wieder aufs Neue ihrer zu erwehren, doch wollte sie ihn einfach nicht in Ruhe lassen. Die Frau wartete sogar morgens vor dem Büro auf ihn und verließ es am Nachmittag erst wieder, wenn er Feierabend machte. Hilfe erwartete er keine von ihr. Das spürte sie. Wahrscheinlich wagte er es nicht einmal, in diese Richtung zu denken. Die Frau verstehen konnte sie schon. Der Mann war gutaussehend, wirkte natürlich, hatte einen umgänglichen Charakter, gesunden Respekt vor Frauen und dieses gewaltige Teil in seiner Hose. 

Sie lächelte. Oft hatte sie sich schon versucht vorzustellen, wie es sich wohl in ihrem Leib angefühlt hätte. Auch an diesem Abend kam ihr der Gedanke und da Ralf schon schlief, sprach eigentlich nichts dagegen, sich ein wenig um sich selbst zu kümmern. So streckte sich Anna auf dem Sofa aus, stellte den Fernseher leise, legte dessen Fernbedienung auf den Tisch und deckte sich mit einer weißen Wolldecke zu. Sie zog das Top aus ihrer Stretchhose, schob ihre Hand unter deren Saum und öffnete den Verschluss an der Vorderseite ihres BH´s. Sanft schob sie dessen Schalen zur Seite, streichelte über ihre Warzen und öffnete ihren Mund. Erinnerungen kamen in ihr hoch, Erinnerungen an den kleinen Mann, welchen sie am Wochenende ausgelutscht hatte, wie eine Zitrone. 

Sie war geil und wünschte sich wieder die Nähe eines Mannes. Marxdorfer hatte ihr in diesem Punkt nicht nur Glück geschenkt, sondern auch Klarheit. Als Domina konnte sie den Mann benutzen, ohne sich mit seiner Person auseinandersetzen oder gar binden zu müssen. Früher hatte sie geglaubt, nein sie war sich sicher gewesen, dass sie ihre Sexualität und Liebe zu jemanden nicht voneinander trennen konnte, doch hatte sie mit diesem kleinen Kerl etwas anderes erfahren. 

Anna schob ihre linke Hand tiefer unter den Stoff ihrer Hose, drängte weiter mit ihr unter den Slip und führte ihren Mittelfinger an den oberen Rand ihrer Spalte. Getrieben von ihrer Lust rieb sie mit seiner Spitze über ihrer Klit, streichelte mit ihrer Rechten über beide Brüste hinweg und schloss ihre Augen, ein wohliges Seufzen dabei ausstoßend. Es war schön, sich einmal um die eigenen Sehnsüchte kümmern zu dürfen. 

So dauerte es nicht lange, bis sie sich in diesem intensiven Gefühl verlor, ihre Gedanken vernebelten und eine Art Rausch in ihrem Kopf entstand, welcher sie mit allem Fühlen einnahm. Immer tiefer sog Anna die Luft in ihre Lunge, fing sich ihr Leib an zu bewegen, bis ein Stoßseufzer aus ihr herausbrach. In mehrere Wellen füllte die Lust ihren Körper aus, ließ ihre Muskeln kontrahieren und brachte ihre Glieder in Bewegung. Anna zog ihre Augenbrauen zusammen, biss sich auf die Lippen und wollte sich nur langsam wieder beruhigen. 

Erlöst von dem Druck ihres Alltags und frei im Kopf, zog sie die Decke bis zu ihrem Hals hinauf, schloss ihre Augen und fand in einen sorgenfreien Schlaf, denn sie in dieser Art schon lange vermisst hatte. 

Sie träumte Szenen, in denen sie Benny und sich selbst wiederfand. Szenen in denen sie sich kennenlernten, glücklich miteinander waren und auch Lust aufeinander empfanden. Es waren schwerelose, sanfte Träume, bis schließlich der Wunsch nach SM für den Jungen immer quälender zutage trat. Erinnerungen kamen in ihrem Traum hoch, in denen Laval sie von der Konsequenz für den Sklaven warnte, wenn die Herrschaft diesen erst einmal losgelassen hatte. 

Sie öffnete die Augen, stützte sich mit ihren Armen ab, um ihren Oberkörper von der Sofaoberfläche abzustützen und blickte in das grelle Licht der Deckenlampe hinein. Wie spät war es? Ein Blick zu der Designeruhr an der Wand, es war kurz nach 2 Uhr. Sie stöhnte, rieb sich die Stirn und dachte an ihren Traum. Sie hätte Benny nie loslassen dürfen! Als Freundin nicht und auch nicht als seine Herrin. Würde er unter Victorias grausamen Händen wirklich Glück empfinden? Sie suchte sich zu erinnern, fand jedoch keinen Moment ihres Zusammentreffens, der sie daran zweifeln lassen konnte. Victoria hatte ihm bereits einen großen Teil seiner Persönlichkeit beraubt. Rigoros und ohne Reue. 

„Beschissene Fotze!“ Zischte sie. Nahm auf dem Sofa eine sitzende Haltung ein und wollte sich aufraffen. Zähne putzen, Gesicht waschen, dann war sie überreif fürs Bett. Sollten Victoria und ihr Sklave glücklich miteinander werden. Harald tauchte noch einmal in ihren Gedanken auf, dann auch seine Stalkerin, Alexander und Marxdorfer. Das Triumvirat ihrer Leibsklaven, dass sie nun für sich konsequent nutzen wollte, ohne dass sie ihnen dabei etwas auf Dauer raubte oder sie auf zerstörerische Weise prägte. 

Sklave. Der Gedanke, dass es Menschen gab, die bedingungslos zu ihr halten würden, begeisterte sie. Vielleicht lag hier die Offenbarung für sie? Eine Möglichkeit, auf ihre weise Partnerschaft zu leben? Vielleicht war das ja wirklich ihre Normalität. Eine Mischung aus BDSM- und Vanillawelt? Kurioserweise lag in Intimität und Nähe zu ihren Objekten der Schlüssel zur Akzeptanz ihrer Rolle. Im Grunde genommen ging es ihr nicht anders als jedem anderen auch, der sich mit Sadomaso auseinandersetzen wollte. Das Sexuelle bildete einen wichtigen Motivator dabei und ließ es einem leichter fallen das bizarre Drumherum zu ertragen. 

Sie dachte daran, was früher Sex für sie bedeutet hatte. Klar, sie hatte sich auch in ihrer Jugendzeit befriedigt, nicht oft aber so ein oder zweimal in der Woche kam es vor. Sie hatte dabei an keinen Jungen gedacht, es hatte einfach nur zu ihrer Entspannung und dem Herauslösen ihres harten Alltages gedient. Ihr erstes Mal war dann eher einer Ernüchterung gleich gekommen, als Freude auf mehr. Erst mit Benny zusammen hatte sie in dieser Richtung echte Lust empfunden. Und jetzt mit Marxdorfer? Dieser kleine kümmerlich und hässlich wirkende Mann? Die Zeit mit ihm war so ohne Ende geil für sie gewesen und seine Äußerlichkeiten hatten dabei keine Rolle für sie gespielt. Immer wieder bestätigte es sich, dass sie in dieser Hinsicht anders tickte, als die meisten anderen Frauen. 

Domina, Domina, Domina. Wie oft war ihr dieses eine Wort schon in den Sinn gekommen? Anna? Das war sie. Wie sah es mit ihrem Namen aus? Wieder diese Zweifel. Hatte Alex Recht und sie war nur deshalb als Domse gut, weil es im Hintergrund noch das einfach gestrickte einfältige Mädel gab? Würde sie zu einer Victoria werden, wenn sie sich jetzt völlig ihrer beruflichen Rolle ergab und nur noch ab und an für den Bruder dazu bereit war sich aus dieser herauszulösen?

Was machten andere Frauen in ihrem Alter? Anna hätte sich am liebsten selbst ins Gesicht gespuckt, als sie nach dem Handy griff und mit Hilfe der Suchmaschine nach einer Antwort auf ihre Frage suchte. 

Fahrschule, Sport, Mode und Beauty, Ernährung, Hobbys ... sie ging lange Blogs und Listen durch. 

Fahrschule? Warum sollte sie nicht ihr Geld in einen Führerschein investieren? Sie hatte noch nie ernsthaft darüber nachgedacht. Franz sei Dank. Aber mal richtig mit Ralf wegfahren? Vielleicht einfach machen? Einen Entschluss fassen und zu Ende bringen, bevor sie ihn wieder aus fadenscheinigen Gründen loslassen würde? Sie suchte ihr Handy und ging die Anzeigen durch. 

Fahrschule Last. Die Anzeige machte einen ziemlich hippen Eindruck. Zumal dort auch Fahrlehrerinnen beschäftigt werden. Außerdem wurde in Limousinen gefahren und nicht mit der sonst üblichen Kompaktklasse. So zumindest wurde es auf der Seite angepriesen. Sie nahm sich vor, Ernst zu machen, stellte sich ihren Wecker und schlief nach einer halben Stunde endlich wieder ein. 

 

22.  Auf der Suche nach einem Privatleben

„Pelzig hier. Ich würde mich gerne bei ihnen zum Unterricht anmelden.“

Eine dumpfe Männerstimme klang aus dem Lautsprecher ihres Handys heraus. Er fragte sie nach der Klasse, für die sie den Führerschein machen wollte. 

„Auto?“ Der Mann lachte. Sie selbst fand ihre Antwort auch nicht sonderlich geistreich.

„Also Auto. Möchten sie Motorrad in Kombination machen? Wir hätten da zur Zeit ein Vorteilsangebot.“

Anna überlegte. Sie fand die Zweiräder schon imposant, aber auch gefährlich. Aber wieso eigentlich nicht? Ein bisschen Abenteuer würde ihr bestimmt guttun. 

„Das würde ich dann nehmen. Könnte ich eine Fahrlehrerin für mich buchen?“

Der Mann am anderen Ende seufzte. 

„Wir haben zwei und die sind auf Monate hin belegt. Wenn sie mit mir Vorlieb nehmen, könnten sie schon morgen anfangen.“

Was blieb ihr anderes übrig als „Ja“ zu sagen? 

„Gut, ich bin einverstanden.“

„Dann würde ich sie morgen zu unseren Theoriekurs einladen, wenn ihnen das zeitlich möglich ist. Das Treffen findet um 19 Uhr statt.“

„Gerne, werde da sein.“ Anna war sich sicher, dass sie Gülen oder Katrin bitten durfte, sich um Ralf zu kümmern. 

„Dann heiße ich sie in unserer Fahrschule herzlich Willkommen, Frau Pelzig. Das Du können wir uns dann immer noch anbieten, sollten wir uns sympathisch finden. Bis dann.“

Anna verabschiedete sich. Der Mann hatte eigentlich ganz nett geklungen. Viel heißen musste das aber nicht. 

Sie besann sich auf ihre Recherche. Sport! Den machte sie jeden Tag. Aber es war auch ein anderes Bild, welches sie in diesen Moment in ihrem Kopf hatte. Warum eigentlich nicht? Vielleicht war das eine Möglichkeit wieder mehr von sich selbst zu finden? Sie wollte es versuchen. Sich weitere Facetten in ihrem Leben schaffen, die nichts mit SM und ihren Beruf als Domina zu tun, hatten. 

Mode war so ein Thema. Sie war da an die Verträge mit den Agenturen und Labels gebunden. Sie musste ja auch immer wieder hinfahren, um Fotos zu machen, oder man schickte ihr einen Fotografen vorbei, der sie in mitgebrachter Kleidung ablichtete. Meist brachten diese zwei oder drei Assistenten mit, um Anna zu schminken, zu frisieren und in entsprechender Szene zu setzen. Vielleicht sollte sie einfach mal selbst zu einem Friseur gehen? Sich einmal selbst einen gewissen Ausdruck verleihen?

Sie grinste, bei ihren sonstigen Terminen und Aufgaben würde da wohl nicht mehr all zu viel Zeit zum Nachdenken verbleiben. Vielleicht war das auch ganz gut so. 

So ging es dann am nächsten Tag, gleich nach dem letzten Termin zum Friseur. Die Topadresse der Stadt, ohne Anmeldung eigentlich nichts zu machen. Doch Geld regiert die Welt und so forderte Anna, wie selbstverständlich, eine Exklusivbehandlung ein, die Dollarzeichen in den Augen der Ladenbesitzerin dabei deutlich zutage treten lassend. 

Die Chefin war Mitte vierzig, zeigte ihr einen Platz in einem Séparée, wahrscheinlich damit man nicht von dem Anblick der sonst üblichen Gäste gestört wurde. Anna grinste. Das Gossenkind gönnte sich ein wenig Pomp und Luxus. 

„Haben sie Wünsche betreffend ihres Aussehens?“

Anna blickte die brünette, zierliche Dame über den Spiegel hinweg an. 

„Das ich besser aussehe als jetzt?“

Die Haardesignerin hüstelte gekünstelt und reichte ihr ein paar Schnittkataloge. Annas Haare waren relativ dünn, ganz im Gegensatz zu den voluminösen Haarkleidern der dort abgebildeten Models. 

Anna ging ihre Möglichkeiten zusammen mit der Frau durch. Sie schien eine sehr professionelle Sicht ihrer Möglichkeiten zu haben, riet ihr zu einem einfachen Mittelscheitel, den man gegebenenfalls auch leicht zu einem Pferdeschwanz oder Zopf umgestalten konnte. Für mehr Volumen wollte sie Echthaar-Extensions verwenden, welche zusammen mit Annas Haaren gebleicht wurden, um noch ein helleres Blond zu erzeugen. 

„Das wird fantastisch aussehen, Frau Pelzig.“

Die Frau drängte Anna kein Gespräch auf. Schweigend wusch die Frau zweimal ihre Haare durch, gab ihnen einen sehr sorgfältigen Grundschnitt und legte sich dann das Material für ihre Verlängerungen zurecht. Sie sprach von Ultraschall, zwei Farbentechnik, Anzahl der Einsätze, zweihundert oder noch mehr ... der Preis, weit entfernt von der eigenen Vorstellung. Dreieinhalb Stunden! Wenn alles glatt lief, würde Anna nur noch eine halbe Stunde Zeit haben, um in die Fahrschule zu kommen. Hatte sie sich das so vorgestellt? Ja. Sie wollte Ihr Leben so gut füllen, wie es ihr nur möglich war. 

„Kann ich noch Sport damit machen? Ich muss mich auch beruflich viel bewegen.“

Was die Frau über sie dachte, konnte Anna nur erahnen. Sie begegnete ihr zwar mit Respekt, aber auch mit einem fast unverschämten Maß an Reserviertheit. 

„Das wird kein Problem sein. Dennoch sollten sie ihre Haare nur alle zwei Tage waschen, damit es möglichst lange sein Volumen behält und das Eigenhaar nicht zu sehr strapaziert wird. Ich werde ihnen nachher noch spezielle Spülungen und Shampoos geben, mit denen sie ihr Haar in seiner Gesamtheit pflegen können.“

Kohle. Um nichts anderes ging es hier. Glaubte Anna. Zu offen hatte sie preisgegeben, dass ihr heute das Geld egal war. Sie wollte sich was Gutes tun und endlich auch mal für sich selbst einstehen. 

Dreieinhalb Stunden! Würde sie das noch einmal durchhalten wollen? Anna stöhnte. Ihrem nächsten Kunden würde sie Extensions machen, das kam schon einer härteren Folter gleich. Regungslos dasitzen, immer nur das eigene Gesicht und das dieser so resolut und unfreundlichen wirkenden Frau ansehen können, das setzte ihr schon zu. Trotzdem musste sie innerlich lachen. Denn unfreundlich und resolut wirkte sie selbst ja auch. Vielleicht verhielt sich die Alte ihr gegenüber deshalb so steif? Sie war ja sowas wie die Domina des Ladens. Immerhin bekam sie Kaffee und sogar ein Stück Kuchen aufs Haus. Beides von herausragender Güte, aber in Portionen, welche man fast als „Kleine Aufmerksamkeit“ verbuchen konnte. 

Das Ergebnis übertraf Annas Vorstellungen bei weitem. Ihr Haar wirkte jetzt noch viel prägnanter, voller und gab ihrem hübschen wie markanten Gesicht einen passenden Rahmen. Sie sah einfach nur geil aus, da waren die mühseligen Stunden schnell vergessen. 

„Gefällt es ihnen?“ Fragte die Friseurin in einem angespannten Ton. 

„Gefallen? Es ist super geworden. Vielen Dank.“

Die Dame wirkte erleichtert. So als ob in diesem Moment eine riesige Last von ihren Schultern abgefallen wäre. 

„Ich muss mich beeilen. Könnte ich sofort bezahlen?“

„Aber selbstverständlich. Meine Auszubildene entfernt noch die Haare von ihrer Kleidung, dann können wir rüber zu der Kasse gehen.“

Anna sah der Geschäftsleiterin dabei zu, wie diese ein junges Mädchen heranwinkte und auf ihren Sitzplatz zeigte. Es war ziemlich klein, etwas dicklich, hatte aber ein freundliches rundes Gesicht. 

„Guten Tag.“ Flötete es und suchte die wenigen Haare zu entfernen, die nicht von Halskrause und Umhang abgehalten werden konnten. 

„Hallo!“ Erwiderte Anna und schenkte ihr das freundlichste Lächeln, zu dem sie imstande war. 

„Brauchst du noch lange?“ Fragte sie das Mädchen, während dieses sorgfältig ihre Kleidung absuchte. 

„Ich bin sofort fertig.“ Erwiderte es angespannt. 

„Ich meinte mit deiner Ausbildung.“ Erklärte sich ihr Anna, bestürzt über ihre falsch verstandenen Worte. 

„Noch ein Jahr.“

Anna konnte es kaum glauben. Sie konnte nur wenig älter sein, als dieses Mädchen.

„Danke dir, ich glaube das reicht.“

Sie gab der Kleinen einen Geldschein zum Dank und stand dann auf, um an die Kasse zu gehen. Sie schien dem Mädchen eine Freude gemacht zu haben, denn verblüfft blickte sie ihr hinterher. 

„Sechshundertfünfundachtzig Euro wären das dann bitte.“ Die Geschäftsfrau blickte gespannt zu Anna auf, die ohne ersichtliche Rührung nach ihrer Börse griff. 

„Belassen sie es dabei.“ Forderte sie, während sie die sieben grünen Scheine über die Theke des Empfangs schob. Wohl wissen, dass das Trinkgeld damit sehr knapp bemessen blieb. 

Die Fahrschule Last war mit dem Taxi in einer Viertelstunde zu erreichen. Anna hasste es, zu spät zu kommen. So wie sie es selbst als respektlos empfand, wenn jemand unentschuldigt zu spät kam. Immer wieder blickte sie auf die Uhr. Sechs Minuten noch. 

„Dauert es noch lange?“ Fragte sie den Fahrer. 

„Wir sind gleich da.“ Brummte dieser, einen verstohlenen Blick in den Spiegel werfend. 

Was war denn das für eine Antwort? Ihr Gesicht sprach Bände, aber sie wollte mit dem Mann jetzt auch nicht das Streiten anfangen. Tatsächlich war es nur noch eine Querstraße weiter und so zahlte sie ihn aus und eilte zwischen zwei Fahrzeugautos hindurch auf den kleinen Eckbungalow zu, der die Schule beherbergte. Vier große Schaufenster über zwei Schenkel eines Dreiecks gaben Einblicke auf den Schulungsraum, wo schon etliche Fahrschüler auf den Dozenten warteten. Zum Glück schien dieser ebenfalls noch nicht da zu sein und so hastete Anna weiter und nahm die Eingangstür. 

„Ich habe dir gesagt, Gerald, dass ich Kinder habe. Noch einen weiteren Nachmittagstermin in der Woche mache ich nicht mit.“ Meinte ein hagerer Kerl mit Brille und Vollbart bestimmt. 

„Und ich darf automatisch alle Termine übernehmen, die euch nicht passen? Wer ist hier Chef? Ihr oder ich? Mir langt das langsam, Erwin. Ich habe doch auch noch Recht auf Freizeit und bevor der Winter kommt, möchte ich noch alle Angebotsaufträge mitnehmen. Nur zehn Stunden reichen mir dann auch, vielleicht versteht hier das ja mal jemand.“ Der Eigentümer der Fahrschule war kleiner, trug ein Bäuchlein vor sich her und besaß ein sympathisches Gesicht, umrandet von lockigen Haaren. Eine Schiebermütze auf seinen rundlichen Kopf, sah er ein wenig rabaukenhaft aus, wie Anna fand. Wie alt mochte er sein? Fünfzig vielleicht? Er wirkte in seinem Auftreten viel jünger, wie sie fand. 

Die beiden Männer achteten sie nicht weiter, sondern versuchten sich gegenseitig ihre Argumente regelrecht um die Ohren zu hauen. Erst als Anna zu hüsteln begann, schenkte ihr der Größere der beiden seine Aufmerksamkeit. 

„Bitte?“ 

„Ich sollte mich hier zum Unterricht melden. Wollte aber nicht einfach hineingehen. Muss ich mich vorher bei ihnen anmelden?“

Die beiden Herren musterten sie erstaunt und brachten fürs Erste kein Wort heraus. Anna war sich ihrer Wirkung wohl bewusst, stellte sich lässig in Pose und blickte die Männer spöttisch an. Die aber brachten kein Wort raus, in ihren Köpfen arbeitete es gewaltig.

Gerald Last fing sich als Erster. Er erkannte die Stimme der Frau wieder, deren beeindruckendes Äußeres ihn für den Moment sprachlos gemacht hatte. Solch ein hübsches Gesicht und dann dieser Körper. Letzterer wurde durch die kurze offenstehende Daunenjacke und den darunter befindlichen schwarzen Damenpullover ordentlich in Szene gesetzt, von den schwarzen Reiterhosen mal ganz abgesehen. Selten, dass es solch hübsche Frauen in seinem Unterricht gab. 

„Also?“ Die Dame hob ihre Augenbrauen und schien ungeduldig zu werden. Sie sah auf ihre Uhr. Es war schon fünf Minuten nach Sieben. 

„Guten Abend. Entschuldigen sie bitte, wir waren uns in einer Sache uneins. Ihr Name?“

„Pelzig! Herr Last, richtig? Wir haben miteinander telefoniert, wie ich glaube.“

„Da werden sie Recht haben. Das Formelle erledigen wir nach der Stunde, wenn sie gestatten, ansonsten gehen sie doch bitte schon mal weiter in den Unterrichtsraum. Ich komme dann gleich nach.“

Die beiden Männer folgten der Frau mit ihren Blicken, beide bemüht ihre Gedanken im Rahmen zu behalten. 

„Gut, Chef. Ich mache es. Aber dafür schuldest du mir dann etwas.“

„Lass gut sein, Erwin. Du hast Familie. Ich kümmere mich gerne um Frau Pelzig.“

„Warum dass denn jetzt? Gerald! Du hast doch auch noch ein Leben. Ich würde dich gerne unterstützen in dieser Sache.“

„Das ist mein Laden, richtig? Also entscheide ich über die Fahrten, nicht du.“

„Boah, bist du oberflächlich. Was wenn sie anders ausgesehen hätte? Fett und alt? Wärst du dann auch so scharf darauf gewesen ihr den Unterricht zu geben?“ Erwin hob beide Hände und machte mit seinen Fingern Anführungszeichen nach. 

„Hör auf jetzt. Es ist so, wie ich es sage.“

Gerald ging wütend in den Schulungsraum, während Erwin den Laden verließ. Das war so typisch für den Chef. Seine Interessen kamen zuerst, dann eine Weile nichts und dann irgendwann die seiner Crew. Was soll´s. Sollte er zur Hölle fahren. 

Der schlanke Mann trat hinaus auf die Straße, fröstelte und suchte dann in seiner Jacke nach dem Autoschlüssel. Irgendwann würde er die Frau schon noch mal zu Gesicht bekommen. 

Anna indessen hielt auf die Bank eines Jungen zu, der unmöglich volljährig sein konnte. Das Gesicht voller Akne, die roten Haare mühselig und nicht wirklich formschön mit Haarspray in Form gebracht, musterte er sie mit hochrotem Kopf. 

„Ist bei dir noch frei?“

Der Junge blickte unsicher in die Runde der jungen Frauen und Männer, die ebenfalls die Neuhinzugekommene mit offensichtlichem Interesse musterten. Anna gab es zu, ihre doofen Gesichtsausdrücke bereiteten ihr Freude. Früher hatte sie sich daran gestört und mit Verlegenheit oder Arroganz reagiert, jetzt aber sah sie vergnügt in die Runde. Vielleicht gewann ja langsam doch noch die Domina in ihr die Überhand. 

„Äh ...“

Die weißblonde Frau wartete nicht ab, hing ihre Jacke über den Stuhl und stellte die große Handtasche auf den Tisch ab, die bereit liegenden Unterlagen beiseiteschiebend. Dann setzte sie sich zu den Jungen, hielt ihm ihre behandschuhte Hand hin und zwinkerte ihm zu. „

„Anna. Wie heißt du?“

„Bernd.“ Kam es kleinlaut zurück. 

„Freut mich Bernd. Was machst du? Roller?“

Der Junge nickte.

„Cool. Hätte auch gerne einen gehabt in deinem Alter.“

Anna lehnte sich zurück, suchte sich in dem einfachen Plastikstuhl eine bequeme Sitzposition und wartete wie die anderen darauf, dass der viel zu spät beginnende Unterricht endlich losging. 

Tatsächlich tauchte auch Herr Last endlich auf, trat an das Pult und blickte in die Runde. 

„Hallo und herzlich willkommen zu eurer ersten Theoriestunde. Ich hoffe, wir werden schnell vorankommen und die verlorene Zeit wieder aufholen. Es tut mir leid, dass wir nicht pünktlich anfangen konnten, es gab noch ein paar Fragen zu dem Einsatzplan, die Erwin und ich erst einmal unter uns klären mussten. Ach ja, mein Name ist Gerald Last, ich bin seit 13 Jahren Eigentümer dieser Fahrschule und für ein paar von euch auch der begleitende Ausbilder. Wir duzen uns, würde ich vorschlagen, das lockert den Unterricht auf und er macht uns allen mehr Spaß, wenn wir untereinander nicht so förmlich sind.“

Der Fahrlehrer tat hinter seinem Pult vor und schritt die drei Tischreihen ab, die von 14 Schülern besetzt gehalten wurden. Jeder von ihnen wurde von Gerald nach seinen Vornamen gefragt, dann war diese Formalität erledigt. 

„Wollen wir anfangen?“ Last blickte in die Runde und klatschte dann in seine Hände.

„Jährlich sterben zwischen 3000 und 3500 Menschen auf den Straßen der Republik, teilweise aus Leichtsinn, aus Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, Unachtsamkeit, oder weil sie selbst die einfachsten Regeln der STVO nicht mehr beherrschen ...“

Anna versuchte den Worten Langs zu folgen, doch fiel ihr das alles andere als leicht. Zu viele Informationen, hastig und abgehackt gesprochene Worte, schien der Mann den Text wie vom Band abzuspulen. Wie oft wird er diesen schon aufgesagt haben? Hunderte Male? In diesem Moment war Anna dankbar, dass sie in ihrem Job kreativ sein durfte und jede Session von ihr anders gestaltet wurde. Je nach Kunde und Wünschen, versuchte sie ihre ganze sadistische Kunst in ein möglichst vielfältiges Programm einfließen zu lassen und selbst nach fast drei Jahren, gelang ihr das immer noch ohne Probleme. Sicher gab es immer wieder die gleichen Praktiken und Techniken, die sich wiederholten, aber ihre Kombinationen und ein Rollenspiel als passender Rahmen, ließen sie immer wieder besonders wirken. Wie ein Maler der zwar immer die gleichen Farben nutzte, aber dennoch jedes Mal ein anderes Bild zu malen verstand. 

Bernd saß neben ihr und behielt nach wie vor seinen roten Kopf auf. Schweiß stand auf seiner Stirn, es schien ihm nicht gut zu gehen. Auch saß er weit vornübergebeugt, vielleicht weil Anna ihren rechten Arm über seine Stuhllehne gelegt hatte? 

„Alles gut?“ Fragte sie ihn schließlich. 

Der Junge traute sich nicht sie anzusehen. Doch dass er sich von ihr abwandte und irgendetwas vor ihr zu verbergen suchte, war offensichtlich. Anna tat so, als ob sie sich nicht weiter um ihn kümmerte, da schob der Junge auch schon seine Hand unter seinen Pullover. Was machte er da nur? Der holte sich jetzt keinen runter, oder?

„Findest du nicht, dass du das lieber zuhause machen solltest?“

Bernd schrak zusammen. Peinlich berührt warf er ihr einen kurzen Blick zu, während sein Gesicht noch mehr Röte bekam als zuvor. Er überlegte anscheinend, ob er sich ihr erklären wollte, unterließ es dann aber und suchte vergebens nach einer bequemeren Sitzposition. 

Anna ging ein Licht auf und so beugte sie sich zu dem Jungen rüber und flüsterte ihm ins Ohrs. „Hast du einen Steifen?“

Er sah sie beschämt an und nickte. 

„Wegen mir?“

Bernd nickte wieder. Wahrscheinlich sah er ein, dass er mit einer Lüge bei ihr nicht weiterkam. 

Anna indessen schob unauffällig ihre Jacke von der Stuhllehne herunter und ließ sie zu Boden fallen. Sie tat überrascht, hob sie wieder auf und bat Bernd sie für sie zu halten. Der war einverstanden und legte sie erleichtert über seinen Schoß. Sekunden später war er erlöst und richtete sich erleichter auf. 

„Tut mir leid.“ Flüsterte er kaum hörbar. 

Die Frau neben ihn winkte mit ihrer linken Hand ab, zwinkerte ihm zu und konzentrierte sich dann wieder auf den Unterricht. Eineinhalb Stunden später war es dann vollbracht. Gerald verabschiedete die Gruppe und schlug Anna vor, ihr ein paar Termine zuzusenden. Sollte sie einen von ihnen nicht wahrnehmen können, sollte sie ihm einfach schreiben. So tauschten sie noch ein paar Höflichkeiten aus, dann stand Anna wieder auf der Straße und wartete auf ihr Taxi. Franz hatte leider keine Zeit. Auch das sollte mal vorkommen. 

„Wegen vorhin ...“

Anna drehte sich überrascht um. Der Junge stand vor ihr, welcher im Unterricht neben ihr gesessen hatte.

„Was? Alles in Ordnung?“

Er stotterte und brachte nicht die richtigen Worte raus. 

„Alles gut, Bernd. Solange du dabei so zurückhaltend bleibst, ist das für eine Frau doch ein riesiges Kompliment. Schließlich wären wir schon ausgestorben, wenn das nicht bei euch so funktionieren würde.“ Sie lachte. „Alles gut, also.“

Der langaufgeschossene Junge nickte und rang sich ein beschämtes Lächeln ab. Er wusste nicht so recht hin mit sich, verabschiedete sich und wollte zur Bushaltestelle weitergehen. 

„Wohnst du weit weg?“ Fragte sie ihn. 

Er nannte ihr sein Stadtteil, dann auch die Straße. Anna konnte nicht viel damit anfangen, sah auf ihrem Handy nach und nickte schließlich. 

„Fahr bei mir mit. Ich kann dich auf meinen Weg aussteigen lassen.“

Bernd zeigte sich einverstanden, auch wenn er nach wie vor von ihrer Weiblichkeit überfordert war. So stiegen sie gemeinsam in das Taxi und Anna nannte dem Fahrer die Adresse des Jungen. Bernd indessen blieb schüchtern ihr gegenüber und so musste sie ihn ausfragen, um etwas von ihm zu erfahren. Dennoch verging die Zeit, auch wenn Bernd nicht vor ihr so recht auftauen wollte. So verabschiedete er sich von ihr per Handschlag, stieg eilig aus dem Auto aus und ging schnellen Schrittes die Straße herunter. Anna war klar, von was er in diesem Moment getrieben wurde und gönnte ihm die baldige Erleichterung. 

Krass. Ihr Vorsatz trug Früchte, endlich fand sie ein wenig Ruhe und beschäftigte sich mit sich selbst. Sport würde sie auch noch machen, sie hatte auch schon eine konkrete Vorstellung, in welcher Richtung er gehen sollte. Warum nicht dort weitermachen, wo sie aufgehört hatte? 

Das Handy vibrierte in der Brusttasche ihrer Jacke. Vielleicht Gülen? Damit sie Ralf noch mal eine gute Nacht wünschen konnte? 

„Ja?“ Ihre Stimme klang froh und unbeschwert in diesen Moment. Sie empfand ja auch so. 

„Pierre hier. Schön deine Stimme zu hören, Anna.“

Die Domina fühlte sich in diesem Moment so, als ob ein Zug auf sie zurasen würde. Gefangen im Gleisbett wartete sie nur noch auf den Aufprall. Sterne traten vor ihre Augen, der Magen wurde bleischwer. Übelkeit breitete sich in ihr aus. Unglaublich, wie heftig sie auf diesen Mann reagierte, selbst jetzt, wo sie „nur“ über das Telefon miteinander sprachen. 

„Was willst du?“

„Was ich möchte? Dich zu deiner erfolgreichen Retourkutsche beglückwünschen. Katrin hat mich verlassen. Sie hat sich entscheiden müssen, hat sie gemeint. Meine beste Mitarbeiterin ist futsch. Grandios, das passt gerade so überhaupt nicht. Aber unser Spiel ist nett, findest du nicht auch? Läuten wir die nächste Runde ein? Diese hier geht an dich, keine Frage.“

„Ich habe damit nichts zu schaffen. Lass mich einfach in Ruhe.“

Laval lachte gehässig auf. 

„Und das soll ich dir glauben, Missi? Nach meinen kleinen Streich mit deinem Vater? Aber gut. Vielleicht habe ich ihn unfair behandelt. Wenn ich schon nicht dir eine helfende Hand reichen darf, dann vielleicht ihm? Schließlich habe ich dich auch in die Spur gebracht, richtig? Dann gelingt mir das sicher bei ihm auch. Schachfiguren auf einem Brett, Anna. Nur dass du von der schwarzen Königin zur Spielerin geworden bist. Respekt. Vor zwei Jahren noch, hätte ich das nicht für möglich gehalten.“

Anna kamen die Tränen. Das, was Laval da ankündigte, bereitete ihr Angst. Für ihn war es ein Spiel, doch für ihren Bruder und sie selbst, trug es bittere Konsequenzen in sich. Das musste ihm doch klar sein. 

„Bitte, Pierre. Ich habe dir gesagt, dass ich damit nichts zu schaffen habe. Wenn Katrin den Entschluss gefasst hat, dann nicht wegen mir. Ich möchte für Ralf und mich einfach Ruhe haben. Verstehe das doch bitte.“

„Zwei Termine in der Woche, Süße. Und ich bin dein bester Freund.“

Anna wischte sich die Tränen aus den Augen. Diesen Mann als Kunde? Nein. Sie hatte Angst an ihm zur Verbrecherin zu werden. Zu tief war die Antipathie ihm gegenüber in ihren Gefühlen verankert. 

„Du machst meinen Bruder kaputt. Ist dir das so egal?“

„Ich gebe ihm nur seinen Vater zurück, Liebes. Hat nicht auch er eine zweite Chance verdient? Du musst mich nur anrufen und ich lasse ihn wieder fallen. Ich komme dir sogar entgegen, Schatz. Zwei Termine würde ich wahrscheinlich bei dir eh nicht verkraften. Belassen wir es bei einem? Dann aber wirklich, ja? Zwei Stunden in der Woche, Anna! Das ist nicht zu viel verlangt.“

Sie legte auf. Wollte nicht einmal über sein Angebot nachdenken. Ihre Gedanken rasten, die vorherige Leichtigkeit wich bleierne Schwere. Das Taxi hatte längst vor ihrem Haus gehalten, der Fahrer sich ihr zugewandt. Sie reichte ihm einen Geldschein, dann stieg sie aus. 

„Was würden Lavals Worte für sie bedeuten? Was hatte das Schwein vor?“

Anna stand auf dem Gehweg und wusste nicht wohin mit sich. Autos fuhren an ihr vorbei, sie wurde von einem Pärchen gemustert, welches an ihr vorüberging, dann tat sie die ersten Schritte auf das Haus zu. Sollte sie jetzt wirklich alleine bleiben? Sie musste sich irgendwie Hilfe verschaffen. Gülen kam nicht in Frage. Sie war mit ihrem Bruder beschäftigt und der sollte so wenig wie möglich mitbekommen. Katrin? Nein! Sie hatte der Frau diese Scheiße ja im Grunde genommen zu verdanken. Alexander kam ebenfalls nicht in Frage. Er war ihre letzte Möglichkeit, wenn es der Chirurg zum Äußersten trieb. 

Entschlossen griff sie zum Telefon. Sie suchte nach dem Eintrag, wählte, dann hörte sie auch schon seine Stimme. Sie wischte sich über ihre Augen, bemerkte die Tränenflüssigkeit auf dem Leder ihres Handschuhs, dann widmete sie sich dem Gespräch. 

„Komm vorbei! Jetzt!“

 

23.  Retter in der Not

Er war ihre letzte Option. Niemand sonst kam in dieser Situation für sie in Frage. Und da es Anna war, die sich Laval gegenüber so verletzlich zeigte, musste wieder die Domina bemüht werden, ihr aus dem Tief herauszuhelfen. Klappte das nicht immer wunderbar? 

Kaum, dass Anna oben war, ging sie ins Studio, wusch ihr Gesicht und nahm eine Dusche. Egal wie lange sie brauchen würde, er würde warten. War es nicht doch gut, Sklaven zu haben? Über sie verfügen zu können, wann immer ihr danach war? Unter anderen Umständen hätte sie das klar verneint, zu groß war die Gefahr, dass ihre Gefühle Einfluss auf dem Verlauf der Session nehmen könnten. 

Doch hier und jetzt? Sie brauchte jemanden. Und selbst wenn es einer ihrer Sklaven war, der sich ihr hingeben und dienen musste. Sie würde sich selbst unter Kontrolle behalten und ihnen beiden Sorgen und Nöte aus den Köpfen treiben. Und dazu brauchte es die passende Kleidung. 

Sie legte sich lange Overknees zurecht, ein Leotard mit breiten Steg und geschlossenen Oberkörperteil mit langen Ärmeln, dazu Handschuhe und Armbänder. Sie wollte sich wenigstens ein wenig in Szene setzen, mit der Hoffnung, dass schon dieses Handeln Lavals Einfluss auf ihre Stimmung reduzieren könnte. 

Es klingelte. Ihr Sklave musste sich sehr beeilt haben. So trat sie an die Eingangstür, blickte auf das Display der Türsprechanlage und betrachtete den Mann eine Weile, bevor sie das Wort an ihn richtete. Es half ihr schon ihn nur zu sehen. Er wurde auf das Licht aufmerksam, schien unsicher, hörte er doch nicht ihre Stimme wie bei den letzten Malen. 

Anna lächelte, trotz dessen ihr eigentlich ganz anders zumute war. Sie ließ die Kamerataste los, zog sich in Ruhe aus, wohl wissend, dass sie ihren Besuch vor der geschlossenen Haustür warten ließ. Selbst wenn jemand anderes ins Haus wollte, der Mann würde bleiben wo er war, dessen durfte sie sich sicher sein. 

So duschte sie sich in Ruhe, zog sich eine transparente Stretchstrumpfhose unter dem Leotard, welche, mit einer Öffnung versehen, ihr Heiligtum freilegte, wenn sie den Dienst ihres Sklaven in Anspruch nehmen wollte. Auch der Steg ihres Bodysuits konnte zu diesen Zweck geöffnet werden und nichts anderes hatte Anna heute vor. Sie wollte Sex. Er hatte ihr das letzte Mal geholfen, er würde es jetzt wieder tun. Gerade wenn sie an ihren Besucher dachte, konnte das eigentlich gar nicht anders sein. Schon der Gedanke, sich mit seinem Glied auseinandersetzen zu müssen, trieb ihr die bösen Geister aus dem Kopf. 

War es so einfach? Wirklich? Sie ließ sich von einem Kerl ficken und kam dadurch für eine Weile zur Ruhe? Der Gedanke verstörte sie. Das Wort Schlampe kam ihr in den Sinn. Wenn sie mit Benny geschlafen hatte, war ihr Verlangen danach eher ein partnerschaftliches gewesen. Doch hier und jetzt ging es um den intensiven Reiz, der alles andere so zuverlässig aus ihrem Kopf herausdrängte. 

Ein letzter prüfender Blick in den Spiegel ..., sie konnte sich sehen lassen. Ein bisschen musste sie noch an den Schäften der langen Handschuhe zupfen, die in den langen Ärmel des Leotards übergingen. Sie mochte diese Suits, konnte man sich darin doch relativ frei bewegen. 

Ein Blick auf ihre Uhr. Sie hatte den armen Mann fast zwanzig Minuten vor der Tür stehen lassen. Sie ließ sich dennoch Zeit, um an die Tür zu treten, drückte die Taste der Kamera und sah die Erleichterung im attraktiven Gesicht ihres Besuchers. 

„Du darfst hochkommen. Ziehe dich im Fahrstuhl aus!“ Befahl sie ihm. 

„Ja, Anna. Das werde ich tun.“

Die Domina lächelte. Die Fahrzeit würde nur wenige Augenblicke dauern, zu kurz, um ihrem Befehl nachzukommen. Harald würde heute durch ihre Hand zum ersten Mal intensiven Schmerz erfahren, sonst würde die Nähe, welche sie ihm heute schenken wollte, zu wenig kosten. Eine kurze Reitgerte in der Hand, würde sie ihren Leibsklaven mit deren Hilfe führen und strafen. Ihm eine Kulisse bauen, aus der es für ihn kein Entkommen geben durfte. 

Sie trat in den Flur hinaus. Aus dem Stockwerk unter ihnen hörte sie Stimmen. Waren tatsächlich mit Harald zusammen Nachtbarn in den ersten Stock gefahren? Ein teuflisches Grinsen legte sich über ihr Gesicht. Besser konnte es nicht laufen.

Endlich ging die Fahrstuhltür auf und auf dem Boden der Kabine sah Anna ihren Sklaven hocken, die Jacke neben sich gelegt und gerade dabei das T-Shirt über seinen Kopf zu ziehen. Anna musterte ihn interessiert, zeigte ihm ihre Verwunderung über sein Versagen und winkte ihn mit einer lässigen Bewegung zu sich heran. 

„Du bist noch angezogen?“

Haralds Gesichtshaut war kreidebleich. Wahrscheinlich fürchtete er für sich das Schlimmste, gerade weil Anna den Schlag der Gerte, demonstrativ in ihre linke Innenhand klatschen ließ. Hektisch schob er die abgelegten Kleidungsstücke aus der Kabine des Fahrstuhls heraus, dann kroch er eiligst auf seine Herrin zu, deren Gesichtszüge noch keine Rückschlüsse auf ihre Stimmung zuließen.

Amüsiert betrachtete die Domina den muskulösen Mann dabei, wie er ihre Stiefelspitzen küsste. 

„Stell dich breitbeinig hin, ich bin jetzt damit dran dich zu grüßen.“

Harald starrte sie erschrocken an, worauf die Frau in dem ledernen Leotard ihm eine harte Ohrfeige mit der rechten Hand auf seine linke Wange schmetterte. 

„Du musst den Blick vor mir senken. Vergessen?“

„Nein, Herrin!“

Anna grinste. Harald wollte es ihr heute so einfach wie möglich machen, wie es schien. 

Dieses Mal schlug sie mit ihrer Linken zu, riss mit ihrer Hand sein Gesicht mit, dann klatschte auch schon die Rechte zum zweiten Male auf seine linke Wange herunter.

„Dann war es also Absicht?“ Fragte sie ihn, die Gerte von einer Hand in die andere wandern lassend, um ihn erneut ohrfeigen zu können. 

„Nein, Gebieterin. Verzeiht mir. Ich habe Angst vor eurer Begrüßung.“

Schon zeigten sich die ersten Tränen und seine Wangen hatten eine tiefe Rötung erfahren. 

„Du meinst vor dem Glockengeläut?“ Flüsterte die Domina leise und streichelte sanft mit ihrer behandschuhten rechten Hand über seine Gesichtshaut. 

„Das kann ich verstehen und von daher möchte ich dich von dieser Last befreien.“

Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange, trat mit ihren Stiefeln gegen die Innenseiten seiner Beine und wies Harald an, dass er die Hände hinter seinen Kopf verschränken sollte. 

„Augen zu, Harald. Schmulen gilt nicht.“

Sie lachte herzlich auf, während sie bereits einen Schritt zurückgemacht hatte. 

Haralds ganzer Muskelapparat war in Anspannung. Blöd nur, dass es nichts gab, um sein Gemächt vor der Begrüßungsmisshandlung zu schützen. So zog er in schnellen Zügen die Luft in seine Lunge ein und war versucht seine Augen zu öffnen, um zu sehen, wann es endlich so weit war. Er suchte sich an den letzten Tritt zu erinnern, glaubte, sich noch vorstellen zu können, wie es war, als der Schmerz in seinem Kopf explodierte.

Stattdessen fühlte er einen sanften warmen Druck auf seinen Lippen. Feuchte die nur bedeuten konnten, dass sie ihn ...

Ein Schlag zwischen seinen Beinen, dann der Schmerz, welcher wie eine Silvesterrakete in seinen Kopf stieg, um dort aufzuglühen. Ein heller Aufschrei, der durch die Hand der Domina gedämpft wurde, da sackte er auch schon vor ihr zusammen. 

„Komm rein, Süßer. Bevor dich noch jemand hört!“

Sie verlieh ihren Worten mit einem Gertenhieb auf seinen Oberschenkel Gewicht und zog ihn rücksichtlos an seinen Haaren, damit er ihr folgte. 

Harald aber war schockiert über die Härte, mit der sie ihm heute gegenüber trat. 

„Wir spielen heute sehr intensiv miteinander. Ich will dir nicht vorenthalten, dass dies einer besonderen Stimmung meinerseits geschuldet ist. Aber ich denke, du wirst dich mir voller Freude und Lust hingeben, Süßer, wenn es auch etwas schmerzhaft für dich werden könnte. 

„Steig dort auf den Prügelbock, einverstanden? Dann können wir gleich mit deiner Abstrafung anfangen.“

Haralds Gesicht spiegelte der Domina deutlich seine Sorge wieder. Er war Anfänger und bei weitem nicht so belastbar wie ihre Kunden. Sie musste Rücksicht auf ihn nehmen und ihr Sadismus durfte nicht die Kontrolle über ihre Handlungen gewinnen. Pausen, leichte und mittelschwere Hiebe mit der Gerte gemischt, Trost durch Zärtlichkeiten ... sie würde ihm schon hindurchhelfen. 

Die Domina zeigte ihrem Sklaven, wie er sich über das hölzerne Gestell zu legen hatte und zog die schwarzen Schnallen um seine Unterbeine, Oberschenkel und Handgelenke fest. Ein breiter Riemen um seine Hüfte komplettierte die Fesselung, nur die Halsfixierung ließ Anna außen vor, aus Angst er könnte sich bei Abwehrbewegungen die empfindliche Halsmuskulatur zerren. 

„Und schon gehörst du mir.“ Stellte Anna fest, ließ die Finger ihrer linken Hand über seinen Rücken streichen, zur Schulter hinauf. „Besser so, ich weiß nämlich nicht, ob du mit allem einverstanden bist, was ich mit dir anstellen werde. Gut, das wäre sowieso egal, aber dennoch beschäftigt das einen ja.“ Sie lächelte, kam von der rechten Seite des Bocks auf dessen Vorderseite und ging davor in die Hocke. Harald blickte auf den Boden und erst als sie sein Gesicht anhob, blickte er ihr in die Augen. 

„Es tut jetzt weh, Sweetie. Atme tief ein und aus, ja?!“

Sie streichelte mit ihren Händen über seine Gesichtshaut, betrachtete den Ausdruck seines Gesichts und las darin Angst. Alles was sie tat, alles was sie zeigte, wurde von ihm einer Wertung unterzogen. Er dachte an nichts anderes mehr, außer an diese Frau, welche da vor ihm hockte. 

„Wir machen jetzt einen kleinen Ausflug ins Schmerzland. Es wird dir nicht gefallen, aber interessant wird es allemal für dich sein.“ Sie gab ihm einen weiteren Kuss auf ihren Mund, hieb ihm im Aufstehen eine harte Ohrfeige ins Gesicht, dann ging sie um den Bock herum und trat an dessen linke Seite. 

Ohne zu Zögern holte Anna mit der Gerte aus und hieb sie ihm mit Kraft auf seine linke Pohälfte. Harald keuchte auf, vermochte es aber einen Aufschrei zu unterdrücken. Für Anna kam das einer Aufforderung gleich und so legte sie noch etwas mehr Kraft in den Folgeschlag, was einen gellen Schrei zur Folge hatte. Sie wusste jetzt aus Erfahrung, dass Harald beim nächsten Mal gleich aufschreien würde, egal wie viel Kraft sie in den Hieb hinein legte. Jeder ihrer Aktion folgte eine Reaktion von ihm und es lag an ihr, für ihn unberechenbar zu bleiben. 

Zwei breite rote Streifen bildeten sich auf der Pobacke. Anna griff hinein und wusste so noch den Schmerz für Harald zu intensivieren. Wieder stöhnte er auf und verzichtete darauf sein Wehklagen für sie zu unterdrücken. 

War es ihr wichtig, ihn so zu quälen? Ja! Nur so konnte sie eine tiefgreifende emotionale Bindung zu ihm vermeiden. Harald sollte ihr Lustobjekt sein, nicht aber ein Partner oder Freund. Das was sie sich bei Alexander hatte vorstellen können, würde bei ihm für sie keinesfalls in Frage kommen. Sie wusste selbst nicht, warum das so war. Vielleicht weil er weniger Reife ausstrahlte? Sie mit ihm nicht die Unterhaltungen führen konnte, die ihr im Umgang mit Alexander zur Selbstverständlichkeit geworden waren?

Erneut schlug sie zu, vier Schläge abwechselnd auf beide Pobacken. Harald kreischte auf, suchte sich aufzubäumen, doch ließen das seine Fesseln nicht zu. Anna indessen beobachtete die Wirkung ihrer Schläge, die auf der Haut ihres Sklaven deutliche Spuren hinterließen. Sie waren nicht mit dem eines Rohrstockes vergleichbar, doch würde es eine starke Rötung geben, begleitet von einem intensiven Schmerz. 

„Pssst ...! Sechs haben wir doch schon. Nur noch vierzehn, mein Süßer.“ Flüsterte sie. 

„Bisher war das doch gar nicht so schlimm.“ Sie streichelte ihm über den Rücken. Suchte ihn dadurch zu entspannen und sein Abwehrverhalten zu negieren. Es gelang ihr virtuos, schienen doch seine Nerven auf ihrer Seite zu stehen. Haralds Verstand suchte die Kontrolle über die Situation zu behalten, doch würde ihm Anna ihm diese immer wieder zu entreißen wissen.

Sie zog ihre Hand weg und sein Körper spannte prompt all seine Muskeln an. Sie streichelte ihn und er entspannte langsam erneut. Genau in diesen Moment legte sie ihm die nächste Tracht Prügel und hieb in schneller Folge drei weitere Streiche mit der Gerte auf die jeweilige Gesäßhälfte. Harald kreischte auf, heulte und klagte, während Anna sich bereits an der Situation zu erregen begann. Warum geschah das so zuverlässig? Sie verstand das einfach nicht. War sie von Laval kaputt gemacht worden? Oder war das schon immer in ihrem Kopf gewesen? Eine weitere Frage die sich in ihrem Verstand immer aufs Neue wiederholte.

Sie streichelte sich mit ihren Fingern über den Steg ihres Leotards, seufzte leise auf und zwang sich dazu, wieder Harald ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Kurz schob sie das Haargummi ihres Pferdschwanzes zurecht, dann streichelte sie ihn erneut. Zehn Hiebe hatte er jetzt von ihr bekommen, die nächsten würden für ihn noch schlimmer werden müssen. Sie wollte ihm eine Steigerung aufzeigen, die ihn nicht zur Ruhe kommen lassen sollte. 

So nahm sie Maß, strich mit dem Schlag der Gerte über seine Pobacke, hob sie an und sah, wie sich seine Muskulatur sofort wieder anspannte. Ein Lächeln kam über ihr Gesicht. So streichelte sie ihn wieder erneut und spürte, dass sein Körper wieder langsam an Spannung verlor. Jetzt war der richtige Moment gekommen. Sie hieb ihm zwei Hiebe auf die Pobacken, hart und rasch aufeinander folgend. 

Harald kreischte auf, ging ins Hohlkreuz und rüttelte am Strafbock. Anna aber war zufrieden, hatte sie ihm doch wieder gezeigt, dass sie mit ihm machen konnte, was ihr beliebte und gegen ihre Bosheit kein Kraut gewachsen zu sein schien. 

Ein Moment, in dem sie sofort wieder über Laval und ihren Vater stolperte. Die kannten anscheinend genug Kräuter gegen sie. Für einen kurzen Moment kehrten ihre Gedanken zu Laval zurück und dem, was er ihr am Telefon gesagt hatte. Ahnte Katrin überhaupt, in was für eine Situation sie durch sie geraten war?

Anna zog wieder die Gerte durch. Auch wenn sie sich nicht von ihrer Wut treiben ließ. Sie zwang sich dazu, kontrolliert dem Mann gegenüber zu bleiben, der da vor ihr auf den Strafbock geschnallt lag. 

Wieder zerrte Harald an seinen Fesseln, wollte sich sichtlich vor den durch die Hände der Domina zugefügten Schmerzen schützen, doch er war ihr ausgeliefert. Dennoch führte seine Reaktionen und das von Tränen und Verzweiflung gezeichnete Männergesicht dazu, dass Anna ihm wieder eine Pause schenkte. 

Wieder kam sie nach vorne, ging vor seinem Gesicht in die Knie und schenkte ihm Trost. So widersinnig das auch Außenstehenden erscheinen mag, war sie es doch, die ihm den Schmerz bescherte, war dieser Moment Ziel für den Mann. Eine Domina, die ihm wehtat, misshandelte und demütigte, spendete ihm auch Trost und Lust. Ein weiterer zärtlicher Kuss auf seine Wange, sanftes Streicheln seines Gesichts und des Schulterareals, dann löste sie sich gespielt widerwillig von ihm und kündigte das letzte Stück seiner Abstrafung an. 

Anna ließ sich Zeit damit ihm die Hiebe aufzuzählen. Sorgte für heftigen Schmerz und folgte seiner Reaktion darauf in eigener Erregung. Sie war Sadistin. Diese Feststellung überkam sie immer wieder aufs Neue. Sie war doch ein lieber Mensch, einer welcher respektvoll und umsichtig mit seinen Mitmenschen umging. In den letzten Hieb legte sie noch einmal besonders viel Kraft und erschrak anschließend selbst über Haralds Wehklagen. 

„Wir haben es geschafft, Süßer. Jetzt habe ich dich ordentlich abgestraft, da können wir mit deinem Dienst beginnen.“

Die Domina in dem Lederleotard ging zu einem der Gestelle, nahm einen Strapon herunter und legte sich diesen mit routinierten Handbewegungen an. Sie würde Harald zum ersten Mal vergewaltigen und ihm damit aufzeigen, dass er immer von ihr zuerst gefickt wurde, bevor er selbst in das Vergnügen kam, sich an ihrem Leib gütlich zu tun. 

Würde er sich darüber freuen? Würde sein Schwanz in ihr wehtun? Er war so riesig. Sie freute sich auf das Bild, welches sein Glied abgab, wenn sie es aus seinem Keusch erst einmal befreit hatte. 

Harald hatte sich beruhigt. Man sah ihm an, dass er Mühe damit hatte die gemachten Eindrücke seiner ersten Abstrafung zu verarbeiten. So wirkte er entrückt und folgte mit seinen Augen nur beiläufig der Domina, die sich wieder vor ihm aufbaute. Erst als sein Verstand zu registrieren bereit war, was sich die Frau dort um ihren Schoß festgeschnallt hatte, richtete sich wieder sein ganzes Bewusstsein auf sie. 

„Bitte, Gebieterin ...“

Anna schien nicht ungehalten über seinen Einwand zu sein. Hatte sie mit ihm gerechnet? 

„Magst von mir nicht gefickt werden, Harald? Ist das ein Tabu von dir?“

Ihre Frage wurde begleitet von einem höhnischen Ton in ihrer Stimme. Sie zeigte ihm ein süßes Lächeln, ging wieder vor ihm in die Hocke und sah ihm direkt in seine Augen. 

„Und wenn ich es mir von dir wünsche? Als Geschenk sozusagen? Und ich dir verspreche, dass ich ganz vorsichtig bin?“

Wieder streichelte sie über seine Wange. Ihr Gesicht bekam in diesem Moment etwas Nachdenkliches. 

„Ich könnte es mir auch einfach so nehmen. Wehren kannst du dich schließlich nicht. Aber ich will, dass du dich mir schenkst.“

„Ich ...“

Er kämpfte mit sich. Anna hatte Geduld, wusste sie doch, dass er nachgeben würde. 

„Es tut nicht weh, Schatz. Ganz im Gegenteil. Einmal in den Arsch gefickt, wünschst du es dir immer wieder von mir, versprochen. Dann kannst du auch vielleicht ein wenig nachvollziehen, warum wir Mädchen so wenig brav sind, in dieser Richtung.“

Sie zog sich ihre Handschuhe aus, nahm sich Gleitgel aus einem Spender und verteilte dieses auf ihre Handinnenseiten. Sie lächelte, blickte auf das besorgte Gesicht ihres Sklaven herunter und stupste ihm mit ihrem rechten Zeigefinger ein wenig Gel auf seine Nasenspitze. Dann fing sie damit an das Mittel auf den Strapon zu verteilen, welcher von seinen Dimensionen her perfekt war, um Haralds Po zu entjungfern. Sie geizte nicht und wollte unbedingt erreichen, dass ihr Leibsklave daran Gefallen fand. 

„Das Gefühl ist für dich sicher ungewöhnlich. Versuche dich darauf einzulassen!“

Er blickte ihr besorgt nach, als sie aus seinem Blickfeld heraustrat und um den Block lief. Kurz darauf spürte er auch schon die Spitze dieses künstlichen Gliedes an seinem Po. Diese Situation überforderte ihn und es war einzig Annas Präsenz geschuldet, dass er jetzt nicht abbrechen wollte. Zu groß erschien ihm die Gefahr, dass er vielleicht das Verhältnis zwischen ihnen damit stören könnte. 

Er zog seine Augenbrauen zusammen, als der Druck an seinem Schließmuskel immer mehr an Stärke gewann. Die Domina ging vorsichtig mit ihm um und hielt sich an das, was sie ihm versprochen hatte. Ein Umstand, der ihm Trost spendete. Vielleicht wurde es ja doch ganz schön für ihn?

Er stöhnte auf, als der Schwanz in seinen Enddarm hineinrutschte. Er biss sich auf seine Lippen, suchte nach dem Schmerz, aber dieser Druck war für ihn von der Empfindung her ganz anders. Im ersten Moment alles andere als angenehm, wuchs er jetzt zu einem stimulierenden Gefühl für ihn aus. Sie hatte Recht gehabt. Es war geil! Nur als sie mit ihrer Hüfte seine wunden Pobacken berührte, wandelte sich seine Lust hin zum Schmerz. 

Harald schloss seine Augen, ließ seinen Kopf sinken, während Anna ihn in weiten Bewegungen in den Po fickte. Leise sog er die Luft in seine Lunge, atmete wieder aus, sich ganz auf dieses intensive Gefühl konzentrierend, dass immer mehr von ihm Besitz ergriff. 

Zu seiner Enttäuschung entzog sich ihm die Domina wieder. Er versuchte sich ihr zuzuwenden, und sah sie tatsächlich an seiner rechten Seite nach vorne kommen. Sie ging vor ihm in die Hocke, blickte in sein Gesicht und gab ihm eine leichte Ohrfeige. 

„Na? War das nun so schlimm?“ 

Sie lächelte, näherte sich ihm langsam und gab ihm schließlich einen sanften Kuss auf seinen Mund. 

Harald glaubte in diesem Moment zu träumen, es war so unglaublich, dass diese Frau ihm so nahe gekommen war. 

„Ich schnall dich jetzt los, dann spielen wir das nächste Spiel, einverstanden?“

Sie sprach beiläufig mit ihm, schnallte sich den Gummischwanz wieder ab und schickte sich dann an, ihm die Fesseln zu lösen. Sie lächelte, gebot ihm mit einer Geste, dass er aufstehen sollte, und zeigte dann auf die andere Seite des Studios, wo ein großes hölzernes Andreaskreuz an der Wand befestigt worden war. 

„Was guckst du so doof? Du darfst gleich hinauf steigen.“

Die Domina verstellte die beiden Achsen in der Breite, damit der Schnittpunkt, geführt von einer Mittel und Fußschiene, sich etwas absenkte. Was aber auch bedeutete, dass sich die Schenkel des Kreuzes verbreiterten. Harald würde es nicht bequem haben, wenn sie ihn erst einmal daran festgekettet hatte, also war es perfekt. Kein Laval, kein Vater, keine Katrin, nur der junge attraktive Mann hier neben ihr und sein gigantischer Freudenspender. 

Sie griff Harald mit ihrer linken Hand ins Haupthaar, zog ihm in einer rücksichtslosen Handlung zum Kreuz und schlug ihm mit der rechten Hand eine weitere Ohrfeige ins Gesicht. Sie wollte in ihm keine Illusionen wecken. Er war Mittel zum Zweck, das musste er unbedingt begreifen. Nur dann würde sie sich auf ihn einlassen können. 

„Weiter auseinander!“ Befahl sie wirsch, zog ihre Augenbrauen zusammen und trat ihm mit ihren Stiefeln abwechselnd gegen die Fußknöchel, damit er weiter in die Grätsche ging. Dann ging sie in die Hocke, legte ihm Fußfesseln um beide Knöchel, zog die Riemen fest, kontrollierte ihren Sitz und stand wieder auf, um dieselbe Prozedur seinen Handgelenken angedeihen zu lassen. Dabei schenkte sie Harald die Nähe ihres Busen, streifte nicht zufällig mit ihrer linken Brust seinen Körper und ging schließlich, ihr Gesamtwerk betrachtend, zufrieden auf Abstand. 

„Noch sind wir nicht ganz so weit, Sklave. Bevor du mit deiner Arbeit beginnen darfst, muss ich noch dafür Sorge tragen, Süßer, dass du nicht vergisst, bei wem du sie verrichtest. Es geht einzig um deinen Dienst an deiner Herrin, mach dir das bewusst. Du bist völlig unwichtig und hast zu dienen.“

Sie griff ihm mit der rechten Hand zwischen seine Kiefer und zwang damit seinen Mund auf. Harald betrachtete das strenge Gesicht seiner Herrin mit Sorge, als sich dieses ihm näherte. Ihre Lippen formten sich kreisförmig, dann spuckte sie ihm direkt in den Mund. Er fühlte, wie der Speichelfladen gegen seine Vorderzähne klatschte und nach unten hin verlief. 

„Ein Kuss von deiner Gebieterin. Erfreu dich dran!“ Wieder ließ sie ihm hart ihre Rechte ins Gesicht fliegen. Ein helles Klatschen und auf Haralds Wange wütete ein Steppenbrand. 

Besorgt blickte Harald ihr nach, sah sie etwas silbrig metallen Glänzendes von einer Hakenleiste herunternehmen und begann schnell ein- und auszuatmen, als sie zu ihm zurückkehrte. Er hatte Angst in diesen Moment, ahnte er doch, dass sie ihm wieder wehtun wollte. 

Tatsächlich hob sie zwei Klemmen an seine Brustwarzen, ließ sie erst links, dann rechts in seine Warzenvorhöfe beißen und zog an der Verbindungskette, die beide Foltergeräte miteinander verband. Harald stöhnte auf, sie waren gerade so für ihn zu ertragen. Doch die Domina schien noch nicht fertig zu sein, sah sich suchend im Raum um und ging dann auf die gegenüberliegende Seite des Studios um von dort etwas zu holen. Eine Hundeleine? Sie ließ sie von ihrer rechten Hand herunterbaumeln, nur was das jetzt sollte, darauf konnte er sich keinen Reim machen. 

Sie hakte den Karabiner in die Kette ein! Harald hechelte, spannte seine Muskeln an, doch seine Gebieterin ließ bis jetzt noch keine Absicht durchblicken, an der Leine ziehen zu wollen. Stattdessen blickte sie neugierig in sein Gesicht, während er diesem auswich und auf den Boden heruntersah. 

Anna grinste, öffnete den Steg ihres Leotards und wusste, dass sie spätestens jetzt seine Aufmerksamkeit haben würde. Zumal sie jetzt mit ihrer behandschuhten Rechten nach seinem Glied griff und es zu stimulieren begann. Es war eh schon halb erigiert und richtete sich nach wenigen Bewegungen ihrer Hand zur vollen Größe auf. Harald aber musste sich zwingen ruhig zu bleiben und suchte sich allein auf dieses intensive Gefühl zu konzentrieren. 

Die Domina indessen schob die Vorhaut des riesigen Penis zurück, streichelte über die massive Eichel und musste mit sich ringen, sich dieses Teil wirklich einzuverleiben. Würde er ihr sehr wehtun? Ihre Unsicherheit wurde von der Neugierde verdrängt und so wandte sie sich um, legte sich den Riemen der Hundeleine über ihre rechte Schulter, griff hinter sich und ließ die Eichel an ihre Scham entlangreiben. Anna schloss ihre Augen, zog ihre Stirn kraus, öffnete ihren Mund und ließ sich Zeit, ihre Scheide an dem Druck dieses riesigen Teils zu gewöhnen. 

Harald indessen verstand nicht, was mit ihm passierte. Seine Göttin wollte sich wirklich von ihm vögeln lassen? Hatte sie deshalb vorhin gemeint, er sollte sich nichts dabei denken? Sich einfach von ihr benutzen lassen, wie sie es für richtig hielt? Er stöhnte, als dieses üppige Frauengesäß ihm langsam näherkam. 

Anna hatte ziemliche Schmerzen, als sie sich den Penis ihres Sklaven zur Hälfte eingeführt hatte. Es war ein immenser Druck, den er in ihren Unterleib aufbaute und noch war nichts Schönes für sie an diesem Gefühl. So suchte sie sich langsam vor- und zurückzubewegen, stöhnte auf und der Schmerz wandelte sich langsam hin zur Lust. Dennoch hatte dieser Fick nichts Unbeschwertes für sie. Sie musste ständig auf der Hut bleiben, um sich an diesem Monster nicht weh zu tun. Vor allem wenn sie Haralds Schoß zu nahe kam, zuckte sie zusammen und das intensive latent schmerzhafte Lustgefühl wandelte sich für sie zur Qual. Ab einen gewissen Punkt tat der Prügel ihr einfach nur noch weh. 

Es dauerte ziemlich lange, bis sie den Dreh raus hatte. Es wurde mit der Zeit ziemlich geil und der Schmerz verblasste langsam in ihrer Wahrnehmung. Es war nun an der Zeit, ihn dafür Harald zu bescheren, und so zog Anna an der Hundeleine, straffte dadurch die Kette und hörte prompt einen hellen Aufschrei hinter sich.

„Reiß dich zusammen! Konzentriere dich, ich tue es schließlich auch.“ Herrschte sie ihn an. Die Domina schloss ihre Augen, fühlte sich, in dem Moment, in dem sie ihm am nächsten war, als wäre ihr Schoß mit Beton ausgefüllt worden, und hielt für einen Moment die Luft an, als sie sich behutsam dem Schmerzpunkt näherte, der den Sex mit Harald für sie zur Qual werden ließ. Es gab hier kein wirkliches Fallenlassen, von daher konnte sie die Frauen verstehen, die bisher mit diesem Mann geschlafen hatten. Es fehlte das Unbeschwerte beim Sex. 

Sollte sie abbrechen? Nein, das kam für sie nicht in Frage. Sie wollte, dass Harald ein wenig Glück erfuhr, genauso wie sie selbst dankbar war, über diese Ablenkung. Solange Harald bei ihr blieb, hatte Laval keine Macht über sie. 

Vorsichtig bewegte sie sich, konzentrierte sich auf das Lust- und Schmerzgefühl in ihrem Inneren, biss die Zähne zusammen, als sie wieder über den Punkt des für sie Erträglichen hinausgekommen war. Ihre Bewegungen blieben vorsichtig und so würde Harald sicher brauchen, bis er kommen konnte. Sie selbst indessen fühlte sich nicht frei genug, um wirklich auf ihre Kosten zu kommen, so intensiv der Reiz auch für sie war. 

Harald glaubte an einer Halluzination. Der muskulöse Po seiner Herrin näherte sich ihm wieder vorsichtig an und die extreme Enge ihres Geschlechts verschaffte ihm ein Gefühl ungeahnten Glücks. Diese Frau setzte sich wirklich mit ihm auseinander. Sie ging nicht egoistisch mit ihrem Verhältnis zu ihm um, sondern versuchte ihm etwas zurückzugeben. Sie vergas sogar an der Leine zu ziehen, um ihn erneut mit den Klammern zu martern, wahrscheinlich weil sie sich voll auf das Liebesspiel mit ihm konzentrieren musste. 

„Sag mir Bescheid, bevor du kommst!“ Mahnte sie ihn in einem angestrengt klingenden Ton. „Ich will nicht von dir vollgespritzt werden.“

„Ja, Gebieterin.“ Flüsterte Harald. 

Vorsichtig bewegte sich Anna weiter, hielt ihre Augen geschlossen und biss fest auf ihre Zähne, als sein Glied ihr Geschlecht wie ein Pfeiler ausfüllte. Wieder näherte sie sich den Schmerzpunkt an, was sie zum Ächzen brachte und sie es wieder ein Stück weit aus sich herausgleiten ließ. 

„Ich komme gleich, Herrin!“

Anna gab ihm kein Zeichen, dass sie ihn verstanden hatte. Noch einmal bewegte sie sich vor und wieder zurück, dann entzog sie sich ihm ganz, genau in dem Moment wo er ejakulierte. Sperma besudelte ihre hohen Stiefel, es war nicht schlimm, er würde ihn gleich mit seiner Zunge säubern dürfen. Vorher blieb aber noch etwas zu tun und so drehte sich Anna zu ihrem Sklaven um, hob die rechten Hand mit dem Leinenende und weidete sich an dem Schrecken, welcher sich in Haralds Gesicht widerspiegelte. 

„UAAAHAHHH!“ Kreischte er auf, als sie ihm die Klammern von seinen Nippeln heruntergerissen hatte. Rot und wund zeigten seine Brustwarzen an, was sie für einen Druck ausgesetzt gewesen waren. Harald aber wusste nicht, was mit ihm geschah, wurde doch das abschließende Lustgefühl erbarmungslos vom Schmerz verdrängt. 

„Ausgefickt, Sklave!“ Spottete die Domina, trat an ihn heran und drückte ihren Körper an den seinen. Harald fühlte ihre großen vom Leder verhüllten Brüste auf seiner Haut und ärgerte sich darüber, dass er diese Geste nicht genießen durfte. 

„Ich mache dich jetzt los und wir gehen rüber in meine Wohnung. Du darfst mit mir zusammen ein Bad nehmen, bevor wir dann schlafen gehen. Du bleibst über Nacht bei mir.“

„Sehr gerne, Herrin.“

Die Domina hatte sich gerade angeschickt ihm die Handfesseln zu lösen, als sie innehielt und in sein Gesicht blickte. Schon holte sie mit der Rechten aus und schlug ihm in schneller Folge drei harte Ohrfeigen in sein Gesicht. 

„Ich brauche keinen Status von dir. Ich gehe davon aus, dass du ALLES für mich gerne machst. Hast du verstanden?“

Harald nickte hastig.

„Ja, Gebieterin.“

Ihr Gesicht blieb ausdruckslos und so zeigte sie vor sich auf den Boden, nachdem sie ihn befreit hatte. Er sollte ihr kriechend in die Wohnung folgen, wenn sie gleich rübergingen. 

Noch einmal kehrten ihre Gedanken zu Laval, ihrem Vater und schließlich auch ihrem Bruder zurück. Ralf würde es gut bei Katrin haben, sie brauchte sich keine Sorgen machen. 

„Kriech mir voraus!“ Befahl sie ihrem Sklaven in einem harschen ungeduldigen Ton. 

Harald bestätigte ihren Befehl und krabbelte in eiligen unbeholfenen Bewegungen voraus. 

Anna folgte ihm und machte sich einen Spaß daraus, ihm dabei zwischen die Beine zu treten. Ein heller Aufschrei, gefolgt vom Zusammenkrümmen auf dem Boden, das Unterdrücken seiner Schmerzäußerungen im gleichzeitigen Kampf mit seinen Qualen. Harald hatte es heute wahrlich nicht leicht bei ihr. 

Dafür durfte er sie gleich ausziehen und ihr als Matratze in der Wanne dienen. Sie würde heute alle Register ziehen, nur damit sie auf andere Gedanken kam. Bis morgen würde sie sich dann zumindest soweit gefasst haben, dass sie sich überlegen konnte, auf welche Weise sie Laval begegnen wollte. Ein kurzer Gedanke tauchte auf, gepaart mit einem Bild. Maxim! Laval wollte den Kampf? Sie würde ihn annehmen und dabei so wie er alle Register ziehen. 

Bewertung Gesamteindruck

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Inhalt/Idee

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Schreibstil

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Rechtschreibung/Form

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BDSM/Erotik

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leider nun auch diese Geschichte. Ich liebe Deine Geschichten und habe immer das Gefühl, die müßten ewig so weitergehen. Alle Charakteure wirken, als würden sie wirklich leben und man möchte weiter teilhaben an ihren Leben. Darum sag ich einfach auch mal Danke, für Deine Geschichten hier.

LG Sleeny

... hab nur bitte ein wenig Geduld mit mir. Ich danke dir für deinen lieben Kommentar. 

Ich drücke dich ganz dolle!

Deine Sena