You & Me

"Klappentext"

First Story. Für Anregungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge bin ich offen, ich bitte euch aber zeitgleich, nicht zu viel zu erwarten – aller Anfang ist schwer. Ihr werdet ein ziemlich offenes "Ende" vorfinden, ich mag es fast gar nicht Ende nennen.

 

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Du meintest, wir müssten uns unterhalten, du hättest da so die ein oder andere Frage. Mittlerweile bin ich fast 1 ½ stunden da und du hast immer noch nicht wirklich mit der Sprache raus gerückt. Mittlerweile macht mich das auch etwas Nervös, ist ja doch eher ungewöhnlich, dass es dir so schwer fällt den Mund aufzumachen. Naja, abwarten. Du wirst schon irgendwann anfangen zu reden oder zu fragen, oder mir zumindest erzählen worüber du mit mir reden willst.

„Mh, du … Meinst du, du kannst mir mal erklären, was es dir gibt wenn du dich fesseln lässt? Ich mein, dass das einen Reiz hat, verstehe ich ja, aber … Was gibt dir das?“, du hast es geschafft. Mund geöffnet. Und mich mit der Frage fast umgehauen – wo zur Hölle kommt denn das her jetzt? Klar, wir haben da schon drüber geredet, aber du hast das immer als „Fakt“ hingenommen als dass du es hinterfragt hast. Und wieso musst du wieder einfach die Tür einreißen, anstatt dich an dein Thema ran zu tasten? Jetzt weiß ich überhaupt nicht, wie ich reagieren soll. Antworten, klar. Aber wie? Ich schau nachdenklich auf meine Hände, verknote die Finger ineinander. Ich weiß zwar, dass du mir Zeit lässt meine Antwort zu finden, aber wie soll ich dir das beantworten? Am besten ohne, dass mir die Stimme wegbricht oder ich rot anlaufe?

„Eigentlich … Himmel, das ist echt nicht leicht zu erklären. Es gibt irgendwie Freiheit im Kopf, ich brauche nicht darüber nachzudenken, was ich als nächstes tue.. Ich kann ja dann sowieso fast nichts machen. Außerdem ist es ja nicht nur das gefesselt werden, dass dabei eine Rolle spielt, weißt?“ Krass. Ich hab's tatsächlich geschafft irgendwie geschafft, dir eine halbwegs vernünftige Antwort zu geben. Hauptsache du fragst jetzt nicht, wie soll ich dir das denn dann auch erklären? Ich hab ja so schon wieder gestockt im Satz. Wie soll ich das denn nochmal hinkriegen?

Ich meine, deinen Blick auf mir zu spüren, traue mich aber gerade nicht, meinen zu heben um dich anzusehen. Ich höre wie du sagst: „He, das braucht dir nicht unangenehm zu sein. Ich verurteile dich ja nicht, ich bin nur neugierig. Und ich glaube, ich kann mir denken, was dabei noch eine Rolle spielt.“ noch während du sprichst, legst du mir die Hand auf die Schulter. Nimmst mir so tatsächlich ein bisschen das Unwohlsein und gibst mir gleichzeitig etwas Halt. Ich merke wie ein bisschen was von meiner Anspannung abfällt – ich hab nicht mal gemerkt, dass sich welche aufgebaut hat.

„Okay, aber wenn du dir das denken kannst … Wieso fragst du dann?“, ich schaffe es, dich anzusehen als ich dir die Frage stelle, ziemlich unsicher zwar, aber sie ist raus. Und das auch noch ohne wirklich darüber nachzudenken. Innerlich kann ich gerade nur den Kopf schütteln. Wieso hab ich die nicht vorher durchdacht und mich auf mögliche Antworten eingestellt? Kann ja nur von mir kommen, so ein Mist.

 

„Mh, ich würde da gern was ausprobieren. Du vertraust mir doch, oder?“

Ich kann fast nicht anders als zu lachen: „Was ist das für ne Frage? Was willst du denn ausprobieren?“

Du siehst mich an, ich weiß nicht genau wie ich den Blick deuten soll, nehme aber durchaus wahr, dass da für einen Sekundenbruchteil ein ziemlich listiges Grinsen über dein Gesicht gehuscht ist. „Tja, das wirst du wohl nur raus finden, wenn du dich drauf einlässt.“

„Worauf einlassen?“ - ich mustere dich mit hochgezogener Braue, weiß ich doch wirklich nicht worauf du jetzt hinauswillst.

„Das wirst du dann schon sehen. Also, traust du mir?“ - du schaust mich erwartungsvoll, gespannt an. Ich weiß genau, dass ich dir vertraue, allerdings ist mir das dann doch etwas heikel. Was hast du bitte vor, dass du mir nicht mal einen Anhaltspunkt geben willst? Ich zögere, nicke aber schließlich. Da siegt dann doch die Neugier über etwaige Bedenken.

„Okay, folgendes: Ich will jetzt erst mal keine Fragen mehr hören, ja? Also am besten einfach ruhig bleiben. Du kannst, naja sollst aber auf Fragen die ich dir stelle antworten. Soweit klar?“

„Okay?“ antworte ich fragend, jetzt doch wieder skeptischer werdend. Eine leise Ahnung, worauf das hinauslaufen kann habe ich mittlerweile.

„Gut.“, du greifst hinter das Sofa und holst da irgendwo ein Seil weg.

„Ich möchte, dass du deinen Pullover ausziehst. Ist dann wesentlich einfacher für mich, deine Reaktion zu lesen. Also, nicht die, die dir ins Gesicht geschrieben steht, sondern die deiner Atmung.“, erklärst du mir, während du das Seil auseinander sortierst und entknotest.

Ich sitze wie erstarrt neben dir und fühle mich ein bisschen überrollt. Soll ich mich darauf wirklich einlassen? Will ich überhaupt einen Rückzieher machen? Was zum Teufel hast du vor?

Noch während ich darüber nachdenke, wird mir klar, dass ich gar keinen Rückzieher machen will und es jetzt gerade auch eher unwichtig ist, was du geplant hast – das werde ich wohl nach und nach raus finden. Wenn du denn überhaupt einen Plan dafür gemacht hast. Ich atme durch, versuche die Nervosität abzuschütteln und merke, wie ich beginne, deine Worte wirklich wahrzunehmen und wie ich darauf reagiere. Ich ziehe mir den Pulli über den Kopf und warte ab, was als nächstes kommt. Du hast dein Seil fast fertig entwirrt als du mich ansiehst und sagst: „Hm, muss ich dich wirklich darauf hinweisen, dass der BH zum Problem werden könnte?“

„Was? Wie soll der zum Problem werden?“
„Hatte ich nicht gesagt, dass du keine Fragen stellen sollst“ -du schüttelst den Kopf- „Ich antworte dir trotzdem. Ich hab hier ein Seil, hast du ja schon gesehen, nehme ich an. Was denkst du, hab ich damit vor? Das entwirre ich nicht zum Spaß. Wenn ich dir also gleich die Hände binde, wie genau soll ich dir dann später eventuell den BH ausziehen können, ohne ihn kaputt zu machen oder die Fesselung wieder zu lösen? Unnötiger Aufwand, den ich vermeiden kann. Also – hopp.“

Okay. Keine Ahnung, ob ich dir darauf antworten soll. Aber ich lasse es besser. 'Ist ja nichts dass sie nicht schon kennt' denke ich und ziehe den BH aus. Scheinbar im genau richtigen Moment, denn du hast das Seil fertig entknotet, hältst die Enden in der Hand und blickst mich auffordernd an.

Ich kann mir ein Seufzen nicht verkneifen. Ich weiß, dass mich der nächste Schritt Überwindung kosten wird. Ich weiß aber auch, dass es danach Stück für Stück leichter werden wird, mich zu überwinden. 'Na los' gebe ich mir gedanklich einen Ruck, atme nochmal durch und halte dir meine Arme hin. Du legst meine Handgelenke übereinander und fängst an, das Seil darum herum zu wickeln. Mit jeder Windung die du legst, spüre ich wie ich mich Stück für Stück Entspanne. Ich weiß, dass du mir nichts tun wirst. Zumindest nichts, dass ich nicht wollen würde. Als du mit den Windungen die Seil um meine Handgelenke legt, zufrieden bist, stehst du auf und ziehst mich hinter dir her. Du gehst zur Treppe und wirfst da die freien Seilenden über das Geländer, gehst hinterher und knotest die irgendwo da oben fest – ich kann nicht genau sehen wo. Allerdings so hoch, dass ich die Arme nicht runter nehmen kann.

'Shit' ist so ziemlich alles was ich denken kann, als ich das realisiere. Mit der Realisierung meiner Situation erschrecke nicht nur leicht, ich fühle genauso, wie leichte Erregung Besitz von mir ergreift. 'Bloß nicht unruhig werden jetzt. Alles muss sie ja dann doch nicht wissen.' schießt mir durch den Kopf, während ich versuche meine Atmung unter Kontrolle zu behalten.

„Erwischt.“ Ich erschrecke kurz, als ich deine Stimme höre. „Genau deshalb wollte ich dass du den Pulli ausziehst.“

'Achja. Scheiße. Da war was.' Ich verfluche mich kurz dafür, beschließe dann aber, dass das eigentlich nicht weiter schlimm ist. Hast du halt gemerkt dass ich kontrolliert geatmet habe. Was ist da schon dabei?

Die Fingerspitzen deiner Hand fahren auf meiner Haut entlang, während du um mich herum gehst.
„Dass es dir gefällt, gefesselt zu werden, wusste ich ja. Aber dass du so darauf reagierst, ist mir neu.“

'Gottverdammt, was kennt die mich so gut?!' ich ärgere mich fast darüber, dass ich quasi nichts vor dir verbergen kann. Allerdings ist das in dieser Situation eventuell sogar von Vorteil – für dich genauso wie für mich.

Du greifst mit einer Hand in den Gürtel meiner Hose, die andere kommt in meinem Nacken zu liegen und ziehst mich ein Stück an dich heran. Noch während du beginnst meinen Nacken zu kraulen und Teile meiner Wirbelsäule mit den Fingerspitzen abzufahren, äußerst du: „Was ist denn da wohl noch alles, hm? Das hier könnte wesentlich interessanter werden, würdest du mehr erzählen... Was hältst du davon, wenn ich dir einfach simple Fragen stelle? Nur, um die ein oder andere Grenze festzulegen?“ -die Hand an meinem Gürtel hat begonnen diesen sowie die Hose zu öffnen.- „Das erste was dir als Antwort auf eine Frage durch den Kopf schießt, ist das was ich wissen will. Wenn du zu lange brauchst oder mich anlügst …“ Ich hatte zwischenzeitig die Augen geschlossen, deine Berührung in meinem Nacken genossen. Als du jetzt beide Hände plötzlich wegnimmst, öffne ich diese erschrocken wieder – damit hatte ich nicht gerechnet – und sehe dich an. Erstaunt bemerke ich die Gerte in deiner Hand und registriere ein fieses Grinsen. „ … also, wenn du zu lange brauchst oder mich anlügst, tut's weh. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.“ Deine Worte dringen zu mir durch, aber wirklich erschrecken tun sie mich nicht. Mit so etwas hatte ich gerechnet. Ich gerate ins Schleudern – du wirst mir deine Fragen stellen und ich weiß, dass ich antworten werde, und dass ich dir ehrlich antworten werde. Zumindest soweit es geht. Und wenn's nicht geht, weil meine Hemmschwelle zu hoch ist, dann hilfst du nach. Der Gedanke daran löst widersprüchliche Gefühle aus. Wie immer, wenn ich damit konfrontiert werde. Der Grat zwischen Schmerz der wirklich weh tut und dem, der mir sogar gefällt, ist schmal und ich weiß nicht, ob du da die Waage hältst. Ich erinnere mich dunkel, dir das mal erzählt zu haben und kann nicht einschätzen für welchen Schmerz du dich dann entscheiden wirst. Die Unsicherheit die mich überkommt, vermischt sich mit der schon länger anwesenden unterschwelligen Erregung und vertreibt die Ruhe, die ich zuvor Besitz von mir ergriffen hatte.

Du kommst wieder auf mich zu, dieses mal allerdings nur, um die Hose die scheinbar ein ebenfalls störend wirkendes Stoffteil geworden ist, an meinen Beinen herunter zu ziehen. Ich halte mich an meinem Seil fest und versuche so, einigermaßen das Gleichgewicht zu halten, als ich den am Boden liegenden Hosenbeinen steige. Meine Unsicherheit wird kurz noch größer, als mir bewusst wird, dass ich dir jetzt nackt gegenüber stehe und dir ziemlich ausgeliefert bin. Du scheinst das zu bemerken, beugst dich zu mir und hauchst mir ein „Alles gut, entspann dich. Ich tue dir nichts.“ ins Ohr, während deine auf der anderen Seite an meinem Hals herunter fährt um von dort über meine Rippen zur Hüfte zu fahren. Dort angekommen packst du zu und drehst mich mit dem Gesicht in Richtung Wand.

So schnell wie du mich gedreht hast, kann ich überhaupt nicht reagieren. Ich schaffe es lediglich erschrocken Luft zu holen – nur um dann zu realisieren, dass die Art und Weise wie du bisher mit mir umgegangen bist, mich erregt hat. Ich fühle dieses Kribbeln in meinem Unterbauch, eine Mischung aus Aufregung, Nervosität und Erwartung. Gleichzeitig nehme ich nach wie vor meine Unsicherheit wahr, auch wenn diese mittlerweile eher unterschwellig ist. 'Wie kann sie so auftreten? Sie scheint überhaupt nicht unsicher zu sein, mit dem was sie tut...' noch während mir dieser Gedanke durch den Kopf geht, dringt deine Stimme zu durch. 'Fuck, jetzt war ich so abgelenkt dass ich ihr nicht zugehört habe!' Ich könnte mir selbst 'n paar Knallen für diese Dummheit – hatte ich mir nicht eben noch vorgenommen, es nicht darauf ankommen zu lassen?

„... hm? Keine Antwort? Hast du mir überhaupt zugehört?“ Ich meine ein leichtes lachen in deiner Stimme wahrzunehmen. Wahrscheinlich hast du gemerkt, dass ich nicht bei der Sache war … Oder du hast diese Situation mit Absicht genutzt weil du wusstest dass ich in dem Moment nicht ganz da sein werde. Aber wie soll ich das bitte beantworten? Ohne dabei noch mehr potenziellen Ärger auszulösen? Ich überlege noch, wie ich am besten antworte oder deiner Frage ausweiche als ich höre wie du sagst: „Mh, wie es scheint hast du dich entschlossen meine Fragen zu ignorieren. Wenn du nicht mal darauf antwortest … Dann kann ich mir das auch schenken, dich allein schon für diese Ignoranz strafen und herausfinden wo deine Grenzen liegen, meinst du nicht auch?“

'Shit. Das ist nicht gut.' Ich lasse den Kopf hängen, merke aber gleichzeitig, wie mein Körper sich verspannt und mit erneutem Kribbeln und einem Ziehen in meinem Unterleib auf deine Worte reagiert.

Ich höre wie du dich bewegst und nehme kurz das Ende der Gerte an meinem Schulterblatt wahr. Ich verkrampfe wieder, doch du streichst nur meinen Rücken entlang. Die leichte Berührung der Gerte erscheint mir trügerisch, aber ich fange an, meine Muskeln zu entspannen. Ich weiß, dass das nicht unbedingt clever ist, frage mich ob, und wenn ja, wann du zu schlägst. Meine Gedankengänge lassen die Spannung in mir weiter steigen, während ich fast schon sehnsüchtig das Auftreffen der Gerte auf meinem Körper erwarte.

Kommentar(e)

Eine wunderschöne Geschichte, leider war deren Ende zu schnell erreicht !

Ich hoffe auf eine Fortsetzung

eine sehr schön erzählte Geschichte. Und du hast Recht, das ist kein Ende. Sondern der Anfang für eine Fortsetzung... hoffe ich doch.

LG Ornella