Von Fehlern und Fassaden 9

Ich bin so frei und parke mein Fahrrad im Hof, damit es nicht für jeden sichtbar vor dem Haus steht, dann nehme ich den Helm ab. Während ich meinen Zopf neu binde, sehe ich mich um. Als ich zum ersten Mal hier war, war es dunkle Nacht und ich mental anderweitig beschäftigt, so dass ich mir das Haus nicht näher angeschaut habe. Tatsächlich ist es eher ein Gehöft – Wohnhaus und Nebengebäude in einem halb geschlossenen U angeordnet - umgeben von Agrarland und, jenseits davon, Wald. Ein paar Äcker weiter gibt es einen benachbarten Hof mit größeren Scheunen und Stallungen, von denen das Bellen eines Hundes herüberschallt. Ansonsten ist es geradezu idyllisch ruhig.

Abgesehen von den erhobenen Stimmen, die hörbar werden, als ich mich auf die Haustür zubewege. Na toll. Ich habe wirklich keinen Bock, in einen Ehestreit zu platzen. Ich bin schon dabei, auf dem Absatz kehrtzumachen, da geht besagte Tür auf und die Frau des Leutnants lächelt mir breit entgegen.

Wie sehr nervt mich der Anflug von Sympathie, den ich bei ihrem Anblick empfinde? Der Kontrast zu gestern Abend könnte nicht größer sein, denn statt als Drachenkönigin steht sie mir in Leggings und Schlabberpulli gegenüber, die blonden Haare zu einem lässigen Knoten auf dem Kopf geschlungen. „Alex, ich freue mich! Komm rein, komm rein!“

Ihrem nachdrücklichen Winken folgend, trete ich über die Schwelle. Zum Glück macht sie nicht wieder Anstalten, mich umarmen zu wollen. Das war gestern wirklich mehr als schräg und hat mir einige schiefe Blicke von den Kameraden eingebracht.

„Bist du etwa mit dem Fahrrad hier?“

„Ja.“ Du musst mehr sagen, das weißt du, oder? „Ich hab kein Auto und die Busverbindungen sind schon unter der Woche … naja.“

„Oh Gott, ja, kann man vergessen. Tut mir leid, dass ich nicht so weit gedacht habe, dich zu fragen, wie du herkommst.“ Sie blickt betreten drein, während ich die Schuhe ausziehe und sie neben einem Paar Kampfstiefel stelle.

„Kein Ding, man ist ja in einer halben Stunde hier.“

Sie lacht. „Ich vergesse immer, dass ihr Entfernungen anders wahrnehmt als Zivilisten."

Äh, tun „wir“ das? Ist mir so nicht bewusst, aber okay.

Sie führt mich in das Wohnzimmer, das ich damals ebenfalls nicht ausgiebig zur Kenntnis nehmen konnte. Dazu erhalte ich auch dieses Mal keine Gelegenheit, denn als ich den Leutnant erblicke, der mitten im Raum steht, wird alles um mich herum zur Nebensache.

Ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der sich so offensichtlich dermaßen unwohl in der eigenen Haut fühlt.

Das hier war eine beschissene Idee.

„Hi“, sagt er, das eine Wort seltsam heiser, und weiß dabei nicht, was er mit seinen Händen machen soll. Für eine Sekunde sieht es aus, als wolle er sie im Rücken verschränken, doch dann wischt er sie an den Schenkeln ab, bevor er fast die Arme kreuzt, nur um sie wieder zu senken und schließlich scheinbar locker hängenzulassen. Die Finger wollen sich zu Fäusten ballen.

Wow, ich hab mich gerade mehr unter Kontrolle als er. Es gibt für alles ein erstes Mal. „Hi zurück. Danke für die Einladung.“

Er nickt und räuspert sich. „War nicht meine …“ Frustriert schließt er kurz die Augen. Als er sie wieder öffnet, schüttelt er den Kopf. „Tut mir leid. Ich wusste bis vor einer knappen Stunde nichts von diesem … Treffen.“ Ein Seitenblick auf seine Frau verrät deutlich, was er von ihrer Idee einer Intervention hält. Warum hat er mir dann nicht geschrieben, dass es ein Scherz, Missverständnis oder sonst was war?

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich gehofft, dass er genau das tut, denn mir war von vornherein klar, was für eine unbequeme Angelegenheit das hier werden würde. Ich will immer noch am liebsten umdrehen. „Ein Wort von Ihnen, und ich verziehe mich wieder. Kein Thema.“

„Nein“, kommt es hastig von ihm. „Ich, äh, ich denke, es ist ganz gut, dass … Ähm.“ Er schüttelt den Kopf und kneift sich in den Nasenrücken. Ich glaube, ich höre ein gemurmeltes „Scheiße“.

Gegen meinen Willen muss ich grinsen. Er ist irgendwie süß, wenn er über die eigenen Worte stolpert.

Seine Frau schreitet ein und befiehlt uns regelrecht, uns zu setzen. Ohne Widerworte gehorchen wir und bewegen uns zum Esstisch vor dem Durchgang zur Küche. Es ist für drei Personen gedeckt, zwei Sätze Geschirr auf einer Seite des Tisches und eines auf der anderen. Ich will mich automatisch auf den Einzelplatz zubewegen, doch sie dirigiert mich geschickt auf den gegenüberliegenden Stuhl, den der Leutnant mir auch noch zurechtrückt. Oh Mann, könnte sich das alles noch seltsamer anfühlen?

Sie bietet mir eine ganze Liste von Getränken an. Ich entscheide mich für einen Cappuccino. Während sie in der Küche verschwindet, nimmt der Leutnant unbehaglich neben mir Platz. Das Rattern des Kaffeeautomaten rettet uns davor, Konversation betreiben zu müssen, bis die Initiatorin dieses Krisentreffens zurückkommt. Sie stellt ihrem Mann eine Tasse Kaffee hin, mir und sich selbst einen Cappu. Dann setzt sie sich uns gegenüber und deutet auf das Schälchen Zucker und das bereitstehende Gebäck. Außerdem nötigt sie mich fast, nach meiner „Radtour“ doch unbedingt ein Glas Wasser zu trinken.

Ich tue brav, was sie verlangt. Nur die süßen Teilchen werde ich nicht anrühren, denn bei der ob des bevorstehenden Gesprächs immer enger werdenden Kehle ist der Erstickungstod eine durchaus reale Gefahr.

Als sie erneut den Mund aufmacht, befürchte ich weitere Minuten dieser unsäglichen Anspannung in Form von Small Talk, doch sie kommt sofort zur Sache.

„Ich habe Hendrik schon eingeweiht, dass wir gestern kurz Gelegenheit hatten, miteinander zu sprechen, wenn auch nur für fünf Minuten.“ Sie lächelt offen und völlig entspannt, was mir surreal vorkommt in Bezug auf die besagten fünf Minuten absoluten Terrors, den ich empfunden habe, als sie mich am vergangenen Abend in der Raucherecke abgefangen hat. Nicht nur stand ich plötzlich der geschätzten Gattin direkt gegenüber; ihre Worte versetzten mich in panische Schockstarre: „Ich weiß Bescheid“. Ich habe in diesem Moment mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass sie mir sagen würde, dass sie froh ist, dass ihr Mann „jemanden gefunden hat“. Die Formulierung verfolgt mich immer noch.

„Ich weiß, dass ich dich kalt erwischt habe und das sicher keine angenehme Begegnung für dich war. Umso mehr freue ich mich, dass du hier bist. Abseits neugieriger Ohren redet es sich über so etwas doch deutlich leichter.“

Ich nicke nur und verstecke mich hinter meiner Kaffeetasse.

„Hendrik und ich sind verheiratet, das weißt du ja bereits. Allerdings sind wir genau genommen kein Paar mehr. Wir wohnen noch zusammen, treten bei öffentlichen Gelegenheiten auch als Paar auf, weil es das Leben leichter macht, wenn man die Abwesenheit des Ehepartners nicht immer wieder erklären muss, aber wir sind nicht mehr zusammen.“ Neben mir rutscht der Leutnant auf seinem Stuhl herum. Seine Frau lässt sich davon nicht beirren. „Deswegen brauchst du dir keinerlei Gedanken zu machen, wenn ihr beiden euch näher kennenlernen wollt. Ich selbst habe seit einigen Wochen einen neuen Partner und erhebe keinerlei Besitzansprüche mehr auf Hendrik. Kurz gesagt habt ihr also meinen Segen.“ Sie lächelt wohlwollend.

Puh. Es so ausführlich und nicht hastig in einer dunklen Ecke geflüstert zu hören, erleichtert mich tatsächlich irgendwie. Ich bin also zumindest keine Ehebrecherin, oder wie man die dritte Person auch bezeichnet. Nur weiß ich nicht, was ich zu diesem Geständnis sagen soll. Trotz allem, was ich mit dem Leutnant bisher getrieben habe, kommt mir dieses Gespräch auf eine gewisse Weise zu intim vor. Als würde ich in das Beziehungsgeflecht zweier Menschen eindringen, das mich nichts angeht und zuallererst zwischen den beiden entheddert werden sollte.

Als die Stille zu lang andauert, spricht sie sanft ihren Mann an: „Hendrik?“

Der Leutnant räuspert sich. „Es tut mir leid, dass ich nicht von vornherein ehrlich war.“ Er dreht mir den Kopf zu und schaut betreten aus der Wäsche. „Ich hätte dich nie in diese Situation bringen dürfen. Dafür entschuldige ich mich in aller Form.“

„Entschuldigung akzeptiert“, murmle ich. „Mir tut es leid, wie ich reagiert habe.“ Tut es im Grunde nicht, weil ich meine Reaktion auch jetzt noch für absolut gerechtfertigt halte, aber ich will auch nicht, dass er sich noch ewig scheiße fühlt. „Ich hätte Ihnen nicht so über den Mund fahren sollen.“

Er zieht regelrecht den Kopf ein. „Können wir uns bitte für den Moment duzen?“

„Oh, ich … Ja, klar. Entschuldigung.“ Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich ihn gesiezt habe. Gewohnheit oder was auch immer.

Seine Frau beobachtet den ungelenken Austausch mit einem Ausdruck milden Amüsements. Ich wende mich ihr zu. „Danke für die Aufklärung. Das … ahm …“

„Stein vom Herzen?“, lächelt sie.

Ich muss lachen. „Ja, schon ein bisschen.“

„Gut. Es gibt nämlich wirklich Grund für irgendwelche Feindseligkeiten."

Und schon ist die Erleichterung wieder verpufft. Das klang nach einer Warnung. Wovor? Ich nehme einen Schluck Wasser und dann noch einen, weil ich nicht weiß, was ich darauf erwidern soll. Die Geschichte ist für mich geklärt. Der Leutnant spielt gedankenverloren mit seinem Löffel.

„Wie geht es jetzt mit euch beiden weiter?“, schlägt seine Frau einen Plauderton an.

„Laura!“, zischt es neben mir

„Was?“ Sie schaut ihn aus großen, unschuldigen Augen an. „Oh bitte, das war doch wirklich eine unverfängliche Frage.“

Die beiden liefern sich ein stummes Blickgefecht, das so geladen ist, dass ich am liebsten im Boden versinken würde. Nach einigen weiteren Sekunden der Stille setzt seine Frau ihre Tasse ab. Ihr Lächeln ist so entspannt und unverfänglich wie zuvor, als sie den Stuhl zurückschiebt. „Ich lasse euch dann mal allein. Auf mich wartet noch Arbeit. Alex, es war schön, dich kennenzulernen.“

Ich stehe mit ihr auf und will ihr die Hand schütteln, doch sie ignoriert es und zieht mich wie gestern in eine Umarmung, die wegen meiner Awkwardness ziemlich ungelenk wirkt. Ich versuche mich in einem ihrer professionellen Lächler. Was herauskommt, ist wohl eher eine Grimasse. Sie zwinkert mir zu, dann verschwindet sie.

Als die Tür hinter ihr zugefallen ist, sackt der Leutnant regelrecht in sich zusammen. „Das tut mir unglaublich leid. Ich hatte keine Ahnung ...“ Der Satz endet in einem Kopfschütteln und einer in die Handfläche gestützten Stirn.

Ich bleibe unbehaglich neben dem Tisch stehen, will am liebsten sofort gehen, traue mich jedoch nicht. Außerdem steht ja die Frage noch im Raum, wie es jetzt zwischen uns weitergeht. „Ist in Ordnung. Ich bin ganz froh darum, auch wenn es gerade … unangenehm ist.“

Er sieht zu mir auf und wirkt verwirrt. „Froh?“

„Naja, die Geschichte ist geklärt.“

„Ist sie?“

„Ja.“

„Inwiefern?“

Ich schnaube. Was will er hören? Dass ich ihn von aller Schuld freispreche? Oh, mein theatralisches Selbst. Nimm dich nicht so scheiß wichtig, Alex. Er will nur wissen, dass du ihm keinen Strick aus der Sache drehst. Der ganze Rest ist allein in deinem Kopf abgelaufen.

Ich ganz allein habe unsere Begegnungen im Geiste weitergesponnen, habe mir ausgemalt, was da noch ginge. Was er mit mir machen könnte. Alle möglichen Stellungen und Fesselungen und Spielchen, die ich mir schon so lange vorstelle, und plötzlich hat der Mann, der das mit mir macht, – ehemals ein Phantom, ein Avatar – ein Gesicht. Sein Gesicht. In meiner Fantasie waren es mit einem Mal seine Hände, seine Stimme, die mich führen. Und da war mehr. Ich würde es niemals laut zugeben, aber da war mehr.

Er hat garantiert die letzten Wochen nicht jede Sekunde der gemeinsam verbrachten Zeit hundert mal im Geist durchgespielt und jede noch so kleine Regung, jeden Gesichtsausdruck, jedes Wort darauf analysiert, ob da mehr war als nur Ficken. Ganz sicher hat er sich nicht dabei ertappt, wie er jede Minute, in der das Hirn nichts anderes zu tun hatte, an mich gedacht hat. Er hat nicht überlegt, was ich mit diesem Wort oder jener Ausdrucksweise sagen wollte. Hat sich nicht vorgestellt, wie der Mensch außerhalb des Betts und der Uniform wohl so ist.

Nein, das war ich ganz allein.

Ich zucke mit den Schultern. „Klar war ich sauer. Ich dachte, Sie … du hättest deine Frau mit mir betrogen und das war ehrlich gesagt ein scheiß Gefühl. Aber da ihr ja anscheinend eine Art offene Beziehung führt, ist es okay.“

 Sein Gesicht macht irgendwas. „Okay?“, fragt er wie misstrauisch.

„Ja. Alles bestens. Thema gegessen. Ich hab meine Empörung überwunden.“

Er schaut mich an, als spräche ich Klingonisch.

„Und hey, ich hätte dir nie irgendwas angehängt. Nur dass das klar ist. Die Sorte Fotze bin ich nicht.“

Er zuckt. Die Stressfalten auf seinem Gesicht glätten sich nicht so, wie ich es erwartet habe. Das war doch seine Sorge, oder nicht? Dass ich ihn der sexuellen Belästigung beschuldige?

Er fummelt an seinem Platzdeckchen herum, rückt es bündig an die Tischkante und weicht meinem Blick aus.

Nervös verlagere ich das Gewicht von einem Bein aufs andere. Ich fühle mich, als stünde ich in seinem Büro und wartete darauf, entlassen zu werden. Nur sitzt er vor mir, in Jeans und Hoodie, und kann mir nicht in die Augen sehen. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.

Plötzlich strafft er sich. „Willst du noch einen? Cappu oder ...“ Seine Augen schießen unsicher in meine Richtung.

„Äh ..“ Ist das gastfreundschaftliche Höflichkeit oder will er Zeit schinden oder … Will er, dass ich noch bleibe? Ich werde bald wahnsinnig, wenn er mir keine eindeutigen Anweisungen erteilt. Ich hänge hier im Limbo und weiß nicht, ob ich mich verpissen soll oder ob da noch etwas kommt.

Endlich sieht er mich an. „Ich brauch einen zweiten Kaffee, damit mein Hirn gänzlich anspringt. Hast du noch Zeit?“

„Ja, klar“, murmle ich in Antwort auf die fast forsche Frage.

Er beschäftigt sich in der Küche, während ich dumm dastehe und versuche, irgendwas Sinnvolles mit meinen Händen zu machen. Schließlich verschränke ich die Arme vor der Brust. Mit dem Rücken zum Rumoren des Kaffeeautomaten senke ich für einen Moment den Kopf und atme tief durch. Mein Puls ist irgendwo knapp unter 90. Zum hundertsten Mal an diesem Tag frage ich mich, was mich geritten hat, überhaupt herzukommen. Es war doch klar, dass es maßlos peinlich werden würde. Was habe ich mir hiervon erhofft?

Absolution vermutlich.

***

Als ich mit den Getränken zurück ins Esswohnzimmer komme, steht sie mit verschränkten Armen da und mustert den Raum. Die Schultern sind fast bis unter die Ohren gezogen und ihre Anspannung ist selbst über die Distanz fühlbar. Verflucht, ich habe keine Ahnung, wie ich die Situation retten soll.

Sie hört meine Schritte und dreht sich um. Für eine Sekunde ist da so etwas wie Wut, die jedoch sofort verschwindet, als sie ein Lächeln versucht. Es misslingt. Sie sieht aus, als wäre sie gerade überall lieber als hier.

Ich nicke zum Tisch und wir setzen uns wieder. In der Stille ist das Scharren der Stühle auf dem Parkett überlaut. Selbst das Klirren des Löffels, mit dem sie in der Tasse rührt, reibt an meinen Nerven. Ich sehe ihr zu, wie sie den Schaum zu vertreiben versucht, bis ich mein eigenes Schweigen nicht mehr ertrage. „Lau...“ Nein. Das erste Wort aus meinem Mund sollte nicht der Name meiner Frau sein. Fang anders an. „Die“ – besser – „Frage war berechtigt. Wie geht es jetzt weiter?“

Sie gibt ein leises Schnauben von sich und zuckt mit den Schultern. „Gar nicht?“

Umpf. Die zwei Worte, mit trotziger Resignation ausgesprochen, treffen mich wie ein Schlag in die Magengrube. Das war es? Die vergangenen Tage voller Angst und die letzte halbe Stunde maßloser Unannehmlichkeit, und das ist alles? Dabei wollte ich mir vor ein Paar Minuten noch sowas wie Erleichterung gönnen.

„Ich meine, es ist ja wunderbar, dass sich alles geklärt hat, aber deswegen war es trotzdem von Anfang an eine denkbar beschissene Idee. Das ist Ih... dir doch auch klar.“

Sie wollte mich schon wieder siezen, was fast mehr wehtut als der Sinn zwischen ihren Worten: Das mit uns ist vorbei – bevor es angefangen hat.

Nein. Ich bin noch nicht bereit.

„Klug war es nicht.“ So viel kann ich zugeben. „Aber verdammt gut. Für mich auf jeden Fall.“ Die Untertreibung des Jahrhunderts. Wann habe ich mich zuletzt so gefühlt wie mit ihr in den paar Wochen, seit sie in meiner Kompanie aufgeschlagen ist? Wann habe ich zuletzt diese unsägliche Anspannung, diese nervöse Energie gespürt, die mich befällt, sobald ich mich mit ihr in einem Raum befinde und ihre Anwesenheit wie ein elektrisiertes Aufstellen der Härchen wahrnehme? Wann waren da zuletzt …

Ich halte erschrocken inne und lausche in mich hinein. Gehe dem Gefühl in der Brust und im Bauch nach, dem Flattern, das sich regt, wenn ich sie ansehe, wie sie zu einem defensiven Ballen Trotz zusammengesunken nach dem Schaum stochert.

… Schmetterlinge?

Sie lächelt zaghaft in ihren Cappuccino. Doch ihr Gesicht fällt zu schnell wieder in sich zusammen. „Ja, für mich auch“, murmelt sie. Es klingt wehmütig.

„Dann gib mir noch eine Chance.“ Die soeben gewonnene Erkenntnis lässt mich die Worte mit mehr Vehemenz als beabsichtigt aussprechen.

Ihr Kopf ruckt hoch, als wäre ein Schuss gefallen. Sie sieht mich entgeistert an. Dann tritt ein Spur Misstrauen auf ihre Züge. „Eine Chance?“

„Ja.“

„Inwiefern?“

Verkehrte Welt. Ich muss schmunzeln, weil sie mich aus zusammengekniffenen Augen mustert, als wollte ich sie verarschen. Das ist das Letzte, was ich im Sinn habe. Selten war mir etwas ernster. „Ich will wissen, was da zwischen uns ist.“

„Ungefähr drölf und eins Dienstgrade“, lacht sie tonlos.

„Das ist mir egal.“

„Ach?“

Das zynische Lächeln, mit dem sie mich bedenkt, beantworte ich mit einem Schulterzucken. „Ich habe sehr viel weniger zu verlieren als du denkst.“ Fuck, das war mehr, als ich preisgeben wollte, aber ihr in Verwirrung umschlagender Gesichtsausdruck kommt mir entgegen.

„Wie soll das aussehen? Business as usual im Dienst und dann treffen wir uns hinterher irgendwo in der Pampa zum Vögeln?“

Wieder dieses Wort. Ich presse die Zähne zusammen. „Nein.“

Sie zieht eine Augenbraue hoch.

„Okay, zum Teil“, gebe ich zu. „Wir verhalten uns im Dienst professionell. Dass du darin besser bist als ich, hast du ja schon bewiesen.“

Sie lacht lauthals auf. „Gut zu wissen.“ Als ich sie fragend ansehe, grinst sie selbstironisch. „Dass ich ein diensttaugliches Pokerface habe.“

War sie etwa genauso … abgelenkt wie ich?

„Und weiter?“ Endlich lässt sie den Löffel ruhen. Sie dreht sich halb zu mir und schaut mich geschäftsmäßig an. „Wie soll der andere Teil aussehen?“

Ich räuspere mich unbehaglich. „So weit habe ich ehrlich gesagt noch nicht gedacht.“ Weil ich nicht darauf zu hoffen gewagt habe, dass du überhaupt noch interessiert bist. Ich rutsche meinen Stuhl herum, bis ich ihr frontal gegenübersitze. Unnwillkürlich bin ich dabei nähergerückt. Als ich die Ellbogen auf die Knie stütze und die Hände aneinanderlege, berühren meine Fingerspitzen beinahe ihren Schenkel. „Ich würde dich gern außerhalb des Diensts sehen.“ Als eine plötzliche Spur Widerwillen auf ihr Gesicht tritt, schiebe ich schnell hinterher: „Nicht nur zum …! Ich habe keine Kameraden-with-benefits-Sache im Sinn.“ Sie runzelt die Stirn. „Ich möchte dich kennenlernen“, präzisiere ich. Als sie immer noch aussieht, als hätte sie auf eine Zitrone gebissen, lehne ich mich irritiert zurück. „Was?“

„Du meinst das ernst?“

Verwirrt breite ich die Hände aus. „Ja.“

„Du willst mich ‚kennenlernen′.“

Ich höre die Anführungszeichen. „Ja.“

„Wie in … keine Ahnung. Wie nennt man das? Dating?“

Ich muss leise lachen, weil sie so perplex dreinblickt. „Ja, ich schätze schon.“

„Okay.“

Ein Lächeln will sich auf meinem Gesicht ausbreiten, doch sie wimmelt es ab.

„Das war nicht die Sorte von Okay! Kein Okay-okay. Oh Mann.“ Sie kneift sich in den Nasenrücken. „Sorry, das ist gerade völlig unbekanntes Terrain für mich. Du willst also, dass wir … Was? Ins Kino gehen und zusammen Eis essen und solche Geschichten?“

Jetzt muss ich mich wirklich zusammenreißen, um nicht in Gelächter auszubrechen. Was ist sie? Ein Android? „Wir müssen es nicht ganz so klassisch aufziehen, wir sind ja beide keine 16 mehr. Aber spricht für dich was dagegen, es etwas langsamer angehen zu lassen?“

„Langsamer?“

„Ja.“ Bei ihrem verständnislosen Blick drängt sich mir die Frage auf, wie sie ihre bisherigen Beziehungen angegangen ist. „Vielleicht erst mal einen Deckel auf den Sex, wenn du willst.“ Das scheint sie regelrecht abzustoßen, so wie sie sich von mir weglehnt und das Kinn anzieht, weswegen ich zurückrudere. „Oder zumindest nicht nur“ – rumvögeln – „... mit der Prämisse zusammenkommen, Sex zu haben, sondern uns auch unterhalten. Einander eben kennenlernen.“

Der Zweifel, der über ihr gesamtes Gesicht geschrieben steht, lässt mich enttäuscht die Schultern senken. Sie hat keinen Bock auf mehr.

Sie schindet Zeit, indem sie einen Schluck von ihrer Tasse nimmt und sich dabei mit dem Stiel des Löffels fast ein Auge aussticht. Also holt sie mit hochrotem Kopf das Besteck heraus, streift es sorgfältig am Rand der Tasse ab und legt es auf den Teller. Dann ein weiterer Schluck.

Ich halte es nicht aus. „Warum ist dir der Gedanke so zuwider?“

Während des langen Schweigens, das folgt, will ich am liebsten mit den Füßen scharren. Was? Woran liegt es? Hat sie schon entschieden, dass der Schwanz zwar taugt, sie mich aber nicht leiden kann? War es für sie vielleicht doch nicht so gut wie für mich, und jetzt weiß sie nicht, wie sie aus der Sache wieder rauskommen soll? Aber weshalb ist sie dann überhaupt hier aufgetaucht?

„Du willst mich nicht kennenlernen“, murmelt sie resigniert.

Hä? „Doch.“ Sonst würde ich doch diesen Eiertanz nicht aufführen.

Sie verdreht die Augen und schaut die Wand gegenüber an. „Ich meine nicht, dass ich dir nicht glaube, dass du es gern möchtest. Aber du solltest mir glauben: Da ist nichts zum Kennenlernen. Ich bin die langweiligste Person auf diesem Planeten.“

„Schwachsinn.“

Wir schnauben gleichzeitig.

„Das ist mein Ernst.“ Sie strafft die Schultern und sieht mich herausfordern an. „Willst du wissen, was ich in meiner Freizeit mache? Lesen. Und Serien schauen.“ Als ich darauf offenbar nicht wie erwartet reagiere, spricht sie weiter. „Man muss mir mit drakonischen Strafen drohen, um mich aus dem Haus zu kriegen, damit ich mal mit auf eine Feier gehe oder so.“ Wieder wartet sie auf eine Reaktion von mir, mit der ich ihr beim besten Willen nicht dienen kann. Ihre Augen kneifen sich zusammen. „Ich treibe nur so viel Sport, wie ich absolut muss, um den BFD zu bestehen.“ Soll mich das provozieren, in irgendeinem soldatischen Stolz kränken? Sie wird trotzig, fast aggressiv in ihrer Körperhaltung. „Wenn ich damit fertig bin, verziehe ich mich wieder auf Stube, um zu lesen oder eine Serie zu glotzen. Ich habe keine Interessen, außer allein abzuhängen und mich in der fiktiven Welt zu verlieren. Echte Menschen ermüden mich. Wenn ich mich doch mal nach sozialer Interaktion sehne, chatte ich. Vielmehr versuche ich zu chatten, aber selbst online bin ich nicht in der Lage, ein Gespräch am Laufen halten, weil ich zu realen Personen keine Verbindung herstellen kann. Du willst dich mit mir unterhalten? Nach drei Sätzen weiß ich nicht mehr, was ich noch sagen soll. Weil ich nichts zu sagen habe. Vergiss es.“ Aufgebracht wirft sie die Hände in die Luft. „Da ist nichts. Also erspare dir die Enttäuschung.“

Ihr kleiner Monolog, während dem sie sich scheinbar immer wütender geworden ist, sich aber in Wirklichkeit in sich zurückgezogen hat, lässt mich sprachlos zurück. Ich sehe ihr zu, wie sie ihren Cappuccino austrinkt, die Tasse auf den Tisch knallt und den Löffel in akkuratem Winkel auf dem Untersetzer platziert. Sie leert ihr Wasserglas in einem Zug, stellt es laut, aber umsichtig ab und erhebt sich im selben Moment. Nachdem sie den Stuhl mit einem wohltemperierten Scharren unter den Tisch geschoben hat, blickt sie auf mich herunter. „Danke für den Kaffee und die Aufklärung. Damit bin ich glücklich.“

Sie wendet sich zum Gehen. Die Türklinke schon in der Hand, dreht sie sich noch einmal um. „Fürs Protokoll: Aus meinem Mund wird niemand von der Sache erfahren. Machen Sie sich keinen Kopf.“

Wie vom Donner gerührt sitze ich da und zucke zusammen, als die Tür hinter ihr mit einem leisen Scharren ins Schloss gleitet. Es dauert ein paar Sekunden, bis ich mich soweit gefangen habe, dass ich ihr hinter kann, doch da ist sie schon aus dem Hof raus und schwingt ein Bein über ihr Fahrrad.

„Alex!“

Sie dreht sich nicht um. Ich sehe ihr nach, bis sie hinter einer Biegung verschwunden ist. Die Versuchung, ins Auto zu springen und ihr hinterherzufahren, ist beinahe übermächtig. Nur mit eiserner Disziplin halte ich mich davon ab.

Ich kehre ins Haus zurück. Nachdem ich wie ferngesteuert den Tisch abgeräumt und saubergewischt und das Geschirr in der Spülmaschine verstaut habe, lasse ich mich auf die Couch sinken. Unwillkürlich presse ich eine Hand auf die Brust. Es tut weh da drin. Ob der Schmerz von ihrem Abgang oder von ihren Worten kommt, kann ich nicht sagen.

 

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Die nächsten Tage verlaufen in der üblichen Geschäftigkeit einer Ausbildungsrunde im vollen Schwung. Wir spielen unsere Stationen durch, die Übungsteilnehmer agieren so professionell, wie es von ihnen erwartet wird, und alles geht seinen gewohnten Gang. Dafür bin ich noch viel dankbarer als all die Male zuvor. Denn es erlaubt mir die Gelegenheit, Alex schamlos zu beobachten.

Unteroffizier Schwarz mag sich für die „langweiligste Person auf dem Planeten“ halten – sie hat keine Ahnung.

Als erster Frau seit vor meiner Zeit an dieser Kompanie ist ihr von Anfang an ein stummer Schwall Ablehnung entgegengeschlagen. Doch sie hat sich wie beiläufig bewiesen, indem sie sich nahtlos in die Mannschaft eingefügt hat. Egal wie ich sie eingesetzt habe, hat sie ihre Aufgaben ohne Murren und mit unauffälliger Effizienz erledigt. Als Gruppenführerin hat sie die Mannschafter, die zum Teil schon erfahrener und länger im Dienst sind, von vorn führend in Reihe gebracht. Selbst die Arschlochjobs hat sie stoisch ertragen, obwohl sie niedrigeren Dienstgraden hätten zufallen sollen. Fahrdienst zum Beispiel. Als ich sie an einem Abend aus dem Fenster meins Büros gesehen habe, wie sie über eine Stunde nach Dienstschluss einem rückenkranken Oberstleutnant das Gepäck zum Auto trug und den allzeit mürrischen Mann zu einem dankbaren Lächeln verleitet hat, musste ich feststellen, dass sich ein stolzes Lächeln auf mein Gesicht geschlichen hatte. Als wäre das in irgendeiner Form mein Verdienst.

Ich schnaube. Das ist sie ganz allein. Nicht ein Mal in den vergangenen Wochen hat sie irgendeine Anleitung von mir oder irgendwem sonst gebraucht. Sie macht ihren Job. Allein.

Auch jetzt steht sie etwas abseits sämtlicher Grüppchen, die sich im Raum gebildet haben. Die „Abschlussbesprechung“ am Ende des Lehrgangs findet im Speisesaal statt, weil zum einen nur hier alle Ausbildungsteilnehmer, Ausbildende und unterstützende Kräfte Platz finden, die dazu eingeladen sind, und das Ganze zum anderen eine Art Verabschiedungsumtrunk ist. Es gibt ein Büffet, Bier und Frankenwein, und alle Beteiligten haben noch einmal Gelegenheit, ihre Eindrücke zu teilen und wohl auch auf einer hoffentlich positiven Note mit einem Lehrgang, der nicht ohne Belastung ist, abzuschließen.

Ich stehe mit ein paar Unteroffizieren zusammen, als ich aus dem Augenwinkel das fahriger werdende Gestikulieren eines Leutnants sehe. Stimmen heben sich. Die Härchen in meinem Nacken richten sich auf.

Wie ein Schatten bewegt sie sich am Rande des Raums entlang, gleitet auf die Gruppe aus drei Belgiern und dem Kongolesen zu. Ich höre nicht, was gesprochen wird, doch es dauert keine Minute, bis die aufkeimende Aggression, die eben noch in der Luft lag, abebbt und der Lautstärkepegel zu dem steten Dröhnen von zuvor zurückkehrt. Durchatmend konzentriere ich mich wieder auf mein Gespräch.

Als sich der Nachmittag dem Abend zuneigt und die unteren Dienstgrade das Privileg in Anspruch genommen haben, sich in den Dienstschluss zu verkrümeln, sind zuletzt nur noch Offiziere und Zivillisten anwesend. Der verbliebene Journalist hat sich Unteroffizier Schwarz quasi unter den Arm geklemmt und pendelt mit ihr von einem Ausbildungsteilnehmer zum nächsten, zweifellos auf der Suche nach Futter. Ich lungere am Buffet herum und beobachte, wie sie dem so subtil wie eine Hummel um die Soldaten kreisenden Mann brav hinterhertappt und dabei immer genervter aussieht – wenn niemand hinschaut. Sobald sich jedoch einer der Anwesenden des Journalisten erbarmt, schaltet sie um.

Konzentration legt sich auf ihr Gesicht, als sie zwischen einem kanadischen Major und ihrer Klette zu dolmetschen beginnt. Ich runzle die Stirn, weil ich weiß, dass der Journalist fließend Englisch spricht und nicht glaube, dass er sie für dieses Gespräch brauchen würde, da schallt das seltsam verwaschene Französisch an mein Ohr. Trotz der paar Brocken, die ich aus der Schule zurückbehalten habe, verstehe ich kein einziges Wort.Mein Blick fällt auf das kleine Wappen an dem Ärmel des Mannes und ich muss grinsen. Er ist Québécoise und lässt es sich offenbar nicht nehmen, in seiner eigentlichen Muttersprache mit der Presse zu sprechen. Damit bereitet er der Dolmetscherin zwar ein paar Probleme, aber so, wie sie das schelmische Grinsen des Majors erwidert, macht ihr das nicht allzu viel aus.

Ich wende mich von dem Trio ab. Alles unter Kontrolle, Situation normal. Auf der Runde durch den Raum werde ich in Gespräche verwickelt, verabschiede mich von einigen Teilnehmern, mit denen ich näher bekannt geworden bin, und tausche hier und dort ein paar Worte aus, bis mich mein Weg wieder zurück zum Büffet führt. Als ich mich wundere, dass ich schon wieder hungrig bin, schaue ich auf meine Armbanduhr.

„Und?“

Ich zucke zusammen. Alex ist so plötzlich an meiner Seite materialisiert, wie sie schon den ganzen Nachmittag phantomgleich den Raum bearbeitet hat. „Und was?“

Sie lässt die Hand über einem halbleeren Teller mit Belegten wabern. „Wie spät ist es?“

„Gleich neun.“

„Neun was?“

Nur mit Mühe kann ich mich davon abhalten, die Augen zu verdrehen. „Wollen Sie mich unbedingt Militärzeit sagen hören?“

Sie schmunzelt nur und weicht einem schon ziemlich glänzenden Käsebrötchen aus, um nach dem letzten mit Schinken zu greifen. „Sorry, alte AGA-Konditionierung.“

„Ist ja wie im Mathe-Unterricht“, murre ich. „Neun was? Äpfel? Birnen?“

Das entlockt ihr ein lautes Lachen. „Ja, gell? Wie früher. 'Kann ich aufs Klo gehen?' Und der Lehrer so: 'Ich weiß nicht, ob sie das können. Aber sie dürfen.' Die Kindergartenscheiße noch mal von vo...“ Abrupt unterbricht sie sich. „Verzeihung.“

Wofür? Kindergarten? „Einundzwanzighundert“, flüstere ich.

Sie grinst.

Ich blicke durch den Raum. Es sind nur noch eine Handvoll Männer übrig. Endlich neigt sich der Tag dem Ende. „Alles gut gelaufen?“, fühle ich mich zu fragen verpflichtet. „Keine Probleme?“

Sie sieht sich ebenfalls um, das Brötchen wie vergessen in der Hand haltend. „Keine Zwischenfälle.“

„Belgien und der Kongo vorhin?“

„Ein Missverständnis.“

Nickend lege ich die Sache ad acta. Nun, nicht ganz. „Sie haben vermittelt?“

„Minimal. Ein unbedachtes Wort, das in den falschen Hals gerutscht ist. Es war schnell geklärt.“

„Gut gemacht“, murmle ich.

Sie erwidert nichts, aber ich habe den Eindruck, dass sie die Schultern ein wenig strafft. Ist das Stolz? Oder ist sie von dem Lob unangenehm berührt? Ich kann es nicht sagen, als ich aus dem Augenwinkel beobachte, wie sie den Blick über die verbliebenen Männer streifen lässt und dabei das Gewicht von einem Bein auf das andere verlagert. Noch immer balanciert sie das Belegte auf Hüfthöhe zwischen Daumen und Zeigefinger. Entweder weiß sie nicht mehr, dass sie es in der Hand hat, oder sie traut sich nicht, davon abzubeißen. Weil sie neben mir steht?

„Haben Sie heute noch was vor?“, höre ich mich fragen. Was? Woher kam das? Dümmlicher Small Talk ist doch so gar nicht meine Art.

„Ähm ... Nein.“ Ihr Augen wandern unablässig durch den Raum. Doch es wirkt nicht mehr wie der Flakscheinwerferblick von zuvor. Sie sucht nicht länger nach dem nächsten Konflikt, den es zu entschärfen gilt. Vielmehr bemüht sie sich, überall hinzusehen, nur nicht zu mir.

„Mh. Ich auch nicht.“ Mehr fällt mir nicht ein. Und hätte ich etwas Dämlicheres sagen können, nun da sie sich in meiner Gegenwart so sichtlich unwohl fühlt?

Die Lippen kräuseln sich, als läge ihr ein Kommentar auf der Zunge.

„Was?“

„Nichts.“

„Das war kein Nichts-Gesicht. Was wollten Sie sagen?“

Sie scharrt mit den Füßen und rückt dabei ein wenig näher. „Keine Ehefrau, die daheim auf Sie wartet?“, murmelt sie.

„Nein“, antworte ich betont unbeeindruckt. Soll sie ruhig sticheln. „Nur ein großes, leeres Haus mit einem großen, leeren Bett.“

Ihr Pferdeschwanz schlenkert. Der Kopf verharrt ganz ruhig, aber die roten Strähnen schwingen in ihrem Nacken sachte hin und her, als wäre da bei meinen Worten ein Rucken gewesen. Ich schmunzle in mich hinein und sehne den Feierabend herbei.

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Déjà-vu.

Hier bin ich wieder. In einem Auto vor einem dunklen Gehöft mitten in der Pampa. Dieses Mal nicht auf dem Rücksitz, sondern vorn, aber auch heute ist er es, der zuerst aussteigt. Wie betäubt bleibe ich hocken, weil ich nicht glauben kann, dass es erneut passiert. Das gibt ihm die Gelegenheit, wie damals meine Tür zu öffnen und mir die Hand hinzuhalten.

Zähneknirschend ergreife ich sie und lasse mich von ihm aus dem Sitz ziehen. Na gut, wirklich ziehen muss er nicht, ich erhebe mich doch ziemlich freiwillig. Oder bereitwillig. Jaja, streich die Präfixe, Lingoschlampe. Willig. Punkt. Willig folge ich ihm durch das Tor und über den Hof und die paar Stufen hinauf und dann durch die Haustür hindurch.

Im Flur knien wir stumm nebeneinander ab, um die Schnürsenkel aufzudröseln und die Stiefel loszuwerden. Für einen kurzen Moment sieht es aus, als wollte er seine einfach in die Ecke treten, doch dann stellt er sie neben meine, die ich soeben peinlich akkurat unter das Schuhregal geschoben habe. Eine seltsame kleine Pause entsteht, als er die zwei Paar Kampfstiefel betrachtet. Schließlich schüttelt er konsterniert den Kopf und erhebt sich.

„Was zu trinken?“, fragt er mich über die Schulter, während er mich ins Wohnzimmer führt.

In dem Moment, in dem ich mich in diesem Raum wiederfinde, aus dem ich vor ein paar Tagen regelrecht geflüchtet bin – die Polsterlandschaft mit Flatscreen, jenseits davon die große Fensterfront und zu meiner Linken der Esstisch, Schauplatz des unsäglich unangenehmen Trigesprächs mit seiner Ehefrau –, bin ich so perplex, dass ich nur dastehen kann. Wie bin ich wieder hier gelandet?

„Alex?“

„Hm?“

„Willst du was trinken?“

„Äh ...“ Ohne mein Zutun tragen mich die Füße in die Küche, wo er gerade zwei Gläser aus dem Schrank holt. „Ja, Wasser. Danke.“ Ich bin nicht durstig, aber mein Mund ist mit einem Mal so trocken, dass ich … Fuck.

Er schenkt uns beiden ein und schiebt mir das Glas hin. Ich nehme es, hebe es an und kann es gerade noch so an meinen Mund retten, bevor ich mir den Inhalt über die Front gekippt hätte. Ein paar Tropfen rinnen mein Kinn hinunter. Super. Total smooth, Alex. Ich bin so scheiß schlecht in … allem.

Natürlich hat er es registriert und muss sich ein Grinsen verkneifen. Immerhin ist er so höflich. „Alles okay?“

Hin- und hergerissen zwischen einer pissigen Antwort und einem peinlich berührten Kichern presse die Lippen zusammen. Er grinst nur. Das Wasser in meinem Mund wird unterdessen scheinbar immer mehr. Er erkennt mein Dilemma und kratzt sich wenig unauffällig an der Nase, um sein Amüsement zu überspielen, doch es gelingt ihm nicht, und damit bringt er mich beinahe zum Lachen. Oh nein … Hör auf, dich über mich lustig zu machen! Ich schlage die Hand vor den Mund und drehe mich schon in Richtung Spüle, weil jeden Moment eine Fontäne aus meinem Mund sprühen wird, wenn ich mich nicht sofort unter Kontrolle kriege! Also tue ich das Einzige, was in einem solchen Moment hilft: Ich denke an Tschernobyl und würge den Schluck Mineralwasser hinunter, auch wenn es mich fast umbringt. „Alter, gemein!“

Er lacht lauthals drauf los. „Keine Absicht!“

Ich wische mir über den Mund und schüttle mich, um die aus halb Lachen, halb Ersticken entstandenen Tränchen loszuwerden. Hektisch blinzelnd drehe ich mich zu ihm um und verschlucke mich fast an dem Blick, mit dem er mich aus funkelnden Augen betrachtet.

„Was?“, gluckst er.

Meine Mundwinkel zucken immer noch, aber diese … Zuneigung, mit der er mich angrinst, ernüchtert mich schlagartig.Ich lehne mich an die Küchenzeile, um mich an irgendwas festzuhalten. „Wie sind wir wieder hier gelandet?“

Die Lachfalten um seinen Mund erschlaffen. Er wird nicht gänzlich ernst, aber eine Spur Besorgnis tritt in seinen Blick.

Ich weiß noch, dass wir ziemlich die Letzten auf dem Empfang waren und den Mannschaftern beim Aufräumen geholfen haben. Als es schon dunkel war, haben wir uns gemeinsam auf den Rückweg zum Block gemacht. Auf dem kurzen Fußmarsch haben wir nicht wirklich gesprochen. Eher sind wir in betretenem Schweigen nebeneinanderher getappt. Haben stumm einen Fuß vor den anderen gesetzt, während die Stille immer schwerer wurde. Irgendwann ist er gestolpert, weil sein Arm zu eng an meine Schulter gedrängt war und wir einander aus dem Tritt gebracht haben.

Keine erleuchteten Fenster, aus denen jemand beobachtet hätte, wie wir den Block betreten und ihn dann gemeinsam wieder verlassen haben, nachdem er seine Autoschlüssel aus dem Büro geholt hatte. Eine wortlose Übereinkunft. Ich stieg auf der Beifahrerseite ein.

Und jetzt sind wir hier.

„Ist das wichtig?“, fragt er leise.

Ich zucke mit den Schultern. Es war nicht der Plan. Sooo nicht der Plan.

Er macht einen zaghaften Schritt auf mich zu. Dann noch einen.

Jetzt steht er nah genug vor mir, dass ich nach ihm greifen oder mit nur einem Nachvornlehnen die Distanz auslöschen könnte. Sein Gesicht ist so nah, dass ich die feinen Krähenfüße in seinen Augenwinkeln erkennen kann. Die goldenen Flecken in seiner Iris. Das Grübchen über seiner Oberlippe, in das ich die Spitze meines Zeigefingers legen will. So nah. Ich will … Ich weiß nicht, was ich will.

Er tut nichts weiter, als den Arm anzuwinkeln, um mit den Fingerspitzen über den Rücken meiner an die Kante der Theke geklammerte Hand zu streichen. Der infinitesimale Kontakt von Haut auf Haut genügt, um mich restlos schwach zu machen.

Dafür bin ich hier, oder nicht? Hautkontakt.

Ich denke nicht einmal daran auszuweichen, als er den Kopf senkt und den Mund sachte an meinen führt.

Es ist kein Kuss. Nur eine federleichte Berührung, dazu gedacht, mir die Wahl zu lassen, ob ich sie vertiefen will. Mein Puls schießt hoch, von nicht mehr als einer Andeutung. Wie vorhin, als sich unsere Schultern auf dem Weg zurück zum Block streiften, so beifällig und gleichzeitig …. Deine Entscheidung.

Ich tue nichts weiter, als mit dem Zeigefinger an seinem Daumen entlangzustreichen. Das leise Seufzen, das ihm entfährt, wirkt viel zu genüsslich ob des winzigen Kontakts. Seine Unterlippe streicht zart über meine. Welche Geräusche ich ihm mit minimalem Aufwand wohl noch entlocken könnte? Ich lasse die Arbeitsplatte los, winkle den Finger an und fange seinen damit ein.

Ah! Kein Geräusch, sondern eine Regung. Mit dem verhakten Zeigefinger zieht er meine Hand zu sich heran und dirigiert sie an seine Flanke. Er fächert die Finger, spreizt damit meine und legt sie auf seine Taille. Der raue Stoff der Feldbluse ist steif und kühl, doch nach wenigen Sekunden sickert sogar durch das feste Material und das Shirt darunter die Wärme seines Körpers in meine Handfläche. Unwillkürlich greife ich etwas fester zu, und er grollt.

Um mehr von dem Geräusch zu fühlen, drücke ich mein Lippen an seine. Er raunt und öffnet sie. Sein Atem streicht über meine Wangen, und ich rechne damit, dass eine Zunge jeden Moment in meinen Mund eindringt. Doch er bleibt passiv.

Irritation will sich breitmachen, weil ich nicht verstehe, was er von mir erwartet. Warum nimmt er sich nicht, was er so offensichtlich will?

Er macht keine Anstalten, mehr zu verlangen. Lange Sekunden vergehen, in denen wir in diesem Nicht-Kuss verharren und er auf irgendetwas zu warten scheint.

Ich halte es nicht aus. „Was willst du?“ Es sollte verführerisch klingen, kommt aber zu harsch heraus.

Mit geschlossenen Augen schluckt er und atmet tief durch. „Jetzt gerade, in diesem Moment?“

Nickend dränge ich mein Becken gegen seinen Schritt.

Ohne die Lider zu heben, murmelt er: „Ehrlich?“

Ich schnaube ungeduldig.

„Mein erster Impuls wäre, dich auf diese Theke zu setzen, dir die Hose runterzuziehen und mein Gesicht zwischen deinen Beinen zu vergraben, dicht gefolgt von meinem Schwanz.“ Dabei greift er nach meiner Hand und zupft daran, als er sich rückwärts bewegt.

„Warum gehen wir dann woanders hin?“ Das wollte patzig klingen, doch seine unerwartet drastische Beschreibung lässt meine Stimme in ein raues Hauchen kippen. Ich sollte widerwillig sein. Stattdessen lasse ich mich von ihm durch das Wohnzimmer ziehen. Ich hatte erwartet, dass der Abend zügig in PiV enden würde. Offenbar lag ich falsch.

Er schweigt sich aus, während er mich die Treppe hinaufführt. Auf dem oberen Stockwerk, an das ich mich von dem Samstag nicht mehr wirklich erinnere, gehen mehrere Türen ab. Eine öffnet er, und ich finde mich in seine Höhle wieder. Die dunklen Wände und jenes Bett sind noch sehr frisch in meinem Geist. Mehr Gelegenheit, mich umzusehen, erhalte ich nicht, denn er dirigiert mich in die Mitte des Raums, wo er vor mir stehen bleibt.

Halb unsicher, halb erwartungsvoll sehe ich zu ihm auf. Sein Blick, der über mein Gesicht hinab auf die Schulterklappen und das Namensschild gleitet, wirkt beinahe weggetreten.

Sich sichtlich schüttelnd, greift er nach meinen Händen, führt sie nach oben und legt sie auf seine Brust.

„Fass mich an.“

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Das ist es, was ich grade will. Einfach nur … dass sie mich anfasst.

Der Wunsch ist so zahm im Vergleich zu dem, wovon ich seit ihrem Abgang am Sonntag fantasiert habe. Doch in diesem Augenblick bin ich einfach nur so froh, sie vor mir stehen zu haben, in meinem Haus, meinem Schlafzimmer, dass ich nicht mehr will. Nur ihre Hände auf mir.

Sie schaut mich an, als frage sie sich, ob ich noch alle fünf Sinne beisammen habe. Wenn sie nur wüsste. Ich sehe, wie sich ihre Lippen zu einer unausgesprochenen Frage öffnen. Ich höre ihren Atem, der schneller und tiefer kommt. Rieche den nach einem langen Tag verblassten Hauch ihres Shampoos, als sie zaghaft näher rückt, und schmecke, selbst wenn es Einbildung sein mag, immer noch ihren Mund auf meinem. Was mir fehlt, ist das Gefühl ihrer Hände auf mir, auf meiner Haut.

Zögerlich streicht sie mit gespreizten Fingern über meine Brust. Ihr Blick fragt „So?“, und ich nicke. Als sie nach oben fährt, um den Kragen zu öffnen, muss ich mich zusammenreißen, um nicht nachzuhelfen.

Druckknopf um Druckknopf teilt sie die Front der Feldbluse. Mit einem Augenaufschlag, der fast wie eine Bitte um Erlaubnis wirkt, streift sie sie mir langsam von den Schultern. Ich lasse die Jacke achtlos von den Armen rutschen, zu gefangen von dem Anblick ihrer Finger, die sich erneut über meine Brust fächern. Mit dem Daumen fährt sie über die linke Brustwarze, die unter dem grünen Stoff hervorsticht. Als sie sich dabei über die Lippen leckt, muss ich die Augen schließen.

„Mehr“, fordere ich.

Sie lässt die Hände über meine Schultern gleiten, die Arme hinab. An meinen Händen angekommen, streifen ihre Fingerspitzen flüchtig über die Knöchel, bevor sie meine Becken umgreift, von dort nach oben streichelt, über meine Taille, die sie genüsslich nachfährt, hinauf zu den Rippen. Ein leises Seufzen entfleucht mir.

Die linke an meinem Brustkorb ruhen lassend, streift sie mit der rechten Hand, den Knöcheln, an meinem Bauch hinab, dann wieder hinauf. Sie scheint fasziniert von den Erhebungen und Vertiefungen dort, zeichnet sie mit den Fingerspitzen durch die Baumwolle nach, auf und ab, bevor sie den Zeigefinger am Bund meiner Hose ruhen lässt. Womöglich sieht sie mich fragend an, aber ich bringe es nicht über mich, die Lider zu heben.

Da von mir nichts kommt, macht sie sich eigenmächtig daran, den Knopf zu öffnen. Mein gesamter Unterkörper spannt sich dabei an. Sie gibt ein anerkennendes Geräusch von sich, hakt den Finger unter den Bund der Shorts und fährt darunter entlang. Ein seichtes Zittern ergreift von mir Besitz.

Der Daumen wandert … nach oben. Ich sollte frustriert knurren, doch ich kann nichts anderes tun, als mit aller Aufmerksamkeit dem Gefühl ihrer Fingerspitzen auf meinem Bauch zu folgen, wie sie scheinbar einen Finger nach dem anderen unter den Saum meines Shirts schiebt, um Millimeter um Millimeter die Fläche ihrer Hand auf meine Front zu legen. Die Finger spreizen sich und fahren nach oben. Sie schiebt mein Shirt hoch, immer weiter, bis meine Brust freigelegt ist, und ich ziehe den Stoff aus dem Weg und in den Nacken.

Das Geräusch ihres stockenden Atem ist es, das mich schließlich dazu bringt, die Augen zu öffnen. Ihr Blick lässt mich zucken. Sie starrt mich an – mit unverhohlenem Hunger.

„Mehr, Alex“, knurre ich, als sich meine Gier nach ihrer Berührung verlagert. Ihr Blick allein … Lust ballt sich im Unterleib.

Sie leckt sich über die Lippen und macht einen weiteren halben Schritt auf mich zu. Sie steht jetzt nah genug vor mir, dass ich die Wärme ihres Körpers auf meiner nackten Haut spüren kann, obwohl sie noch voll bekleidet ist.

Ihr Zögern bringt mich fast dazu, einen Befehl zu geben, da schlingt sie die Arme um meine Taille und schiebt sich an mich. Der raue Stoff ihrer Feldbluse ist ein unwillkommener Kontrast, doch als sie den Mund auf mein Brustbein legt, vergesse ich alles.

Mit weichen Lippen fährt sie über eine Brustwarze, dann über die andere. Sie stellen sich unter der Liebkosung, die ich körperlich kaum fühle, mir gleichzeitig in alle Glieder schießt, hart auf. Der Drang, ihren Hinterkopf zu packen und sie an mich zu pressen, ist beinahe übermächtig, aber ich halte mich zurück. Ich will, dass sie das hier von sich aus tut, will wissen, wo sie hin will.

Ich will wissen, ob ich ihr gefalle.

Der Gedanke ist so plötzlich wie unbequem. Ich will ihn abschütteln, weil er so aus dem Nichts kommt, dass er mich unsicher werden lässt. Noch nie habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob ich für die Frau vor mir sexuell attraktiv bin – schließlich war sie ja hier mit mir. Doch bei Alex scheint es mir mit einem Mal  wichtig.

Ich blicke auf sie hinab, beobachte, wie sie meinen Körper liebkost und sich dabei nach unten schleicht. Ihre Lippen gleiten zwischen meinen Brustmuskeln hinab, wispern durch die Magengrube. Gänsehaut schießt mir über die Unterarme, als ich zusehe, wie sie langsam und wie selbstverständlich niedersinkt, während sie an meinem Körper hinabküsst und leckt. Die Zunge schlängelt sich in den Bauchnabel, und meine Knie werden weich.

Gott, ihr Haar. Einzelne dunkelrote Strähnen sind dem strengen Zopf entkommen und umrahmen ihr Gesicht, aus dessen grünen Augen sie zu mir aufsieht. Ihre Farben beißen sich mit meiner Uniformhose, als sie den Reißverschluss öffnet und die Wange an die Wölbung unter meinen Shorts schmiegt.

Sie würde nicht so zu mir aufblicken, wenn sie es nicht wollte, oder? Sie würde nicht zu meinen Füßen kauern und mit den Fingerspitzen den Umriss meiner Erektion nachzeichnen, wenn sie … nicht …

Geregelte Gedankengänge, Kausalität und Korrelation kommen mir abhanden, als sie die Finger unter den Bund der Shorts hakt, einmal fest zieht und meinen Schwanz in ihr Gesicht fallen lässt.

Kommentar(e)

Liebe LeserInnen,

ich entschuldige mich zunächst vielmals, dass es so lang gedauert hat, bis ein neuer Teil kam. Mit dieser Fortsetzung habe ich mir schwer getan, weil ich eine Weile nicht wusste, wie ich mich aus dem Ehe-Dilemma herausmanövrieren sollte. Deswegen ist der Teil auch so dialoglastig und ziemlich langatmig. Asche auf mein Haupt, ich habe mich verrannt. Umso mehr werde ich mich in den nächsten Teilen bemühen, endlich Story-Fahrt aufzunehmen.

Nur bitte habt erneut Geduld mit mir, denn bis September - hier kommt die Ironie - werde ich mit Hochzeitsplanungen beschäftigt sein und kaum Zeit zum Schreiben haben. Ich habe mir jedoch fest vorgenommen, nach dem Real-Life-Chaos die Konzentration wieder ganz auf meine imaginären Beziehungen zu richten und Alex, Hendrik und Konsorten - sowie euch - gerecht zu werden. Schließlich begleiten sie mich schon mindestens so lang wie mein Mann in spe.

Liebe Grüße

Loreley

.... dieser Geschichte. Ich liebe das zusammenspiel der Charaktere. Das es mal mehr um das miteinander als die Intime Beziehung geht fand ich überhaupt nicht schlimm. Ganz im Gegenteil, ich fand es hat den Spannungsbogen einfach erhöht. Ich finde das du einfach absolut begnadet bist und freue mich immer wenn ich sehe das es eine Geschichte von dir gibt!

habe ich auf diesen Teil gewartet und warte (wenn es sein muss ;-) auch gerne noch etwas auf den nächsten. 

 Der innere Kampf von Alex macht mich neugierig, ich bin gespannt was sie erlebt/ gefühlt hat um sich so abzuschotten. Die Auflösung zw. den Dreien ist ja zunächst verbal, ich freue mich drauf zu lesen wie es weitergeht. 

Loreley, ich wünsche dir eine wunderschöne Hochzeit und ganz ganz viel Freude und Liebe an diesem Tag.

Liebe Grüße

Carenja

 

  

Ich möchte nur bestätigen, was Evelyn bereits gesagt hat: jede Fortsetzung wird freudig erwartet! Dabei ist es völlig egal, ob es dialoglastig ist, dadurch wird die Geschichte keinesfalls langweilig. Die Figuren gewinnen nur an Profil! Und Hauptsache, Du schreibst weiter, wann auch immer.

Geniesse Deine Hochzeit und lass Dich nicht stressen! 

Alles Gute wünscht Dir Black Cat