Sanfte Dominanz

"Klappentext"

Ein Paar macht sich auf den Weg zu sanfter Dominanz und Devotion

 

Sanfte Dominanz

 

von Naomi Schmitz

 

August 2019

 

 

  1. Kapitel

Als Jule aufschloss und bevor sie in die Etagenwohnung trat, schallte ihr schon der Lärm der Playstation entgegen. Sie ging in die Küche, verstaute die eingekauften Lebensmittel und traf eine kleine Entscheidung, die ihr und Max Leben verändern sollte.

Aber das konnte sie an diesem späten Nachmittag noch nicht wissen. Denn es begann alles mit einer Kleinigkeit.

Max Blick war gebannt auf den Bildschirm. Er fuchtelte an dem Controller herum und Kriegsgeräusche schepperten aus den Lautsprechern, die überall in ihrem Wohnzimmer Schall ausspuckten. Max hatte sie eingerichtet. Technik war sein Ding und sein Job.

In letzter Zeit war er in seinem Hobby allerdings besser gewesen als in seinem Job. Zumindest seinen Schilderungen nach war er in Call of Duty ziemlich gut. Was das bedeutete, konnte Jule nicht sagen. Es zahlte sich jedenfalls nicht in einer Währung aus, mit der sie rechnen konnte. Sie hatte nichts gegen seine Videospiele. Sie hatte ebenso dumme Hobbys. Ihre Seifenopern zum Beispiel. Sie waren ihr peinlich, aber sie konnte nicht davon lassen. Sie musste sich dafür nicht schämen und Max musste es auch nicht.

Sie betrat das Wohnzimmer.

„Hallo Schatz, wie sieht’s aus?“

Es dauerte eine Sekunde, bis Max antwortete: „Ganz gut. Bis vor einer halben Stunde. Killing Streaks, Achievements. Das volle Programm. Ich habe den Server gerockt… und dann kamen diese zwei Zwölfjährigen, und die machen wirklich alle platt!“ Auf den Monitor gebannt starrend brüllte er aus dem Nichts: „Fuck! Schon wieder!“

Max warf den Controller auf den Boden, und der hüpfte auf dem flauschigen Teppich davon.

Jule und Max beiden sahen sich an und dann murmelte Max: „Sorry“, grinste und krabbelte vom Sofa auf den Boden, um den Controller zu holen.

Doch als er sich umdrehte, hatte Jule seinen Platz gestohlen und es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht. Max hockte unschlüssig da und fragte sich, wo er sich nun hinsetzen sollte.

„Du hast mich gar nicht gefragt, wie mein Tag war.“

„Oh, tut mir leid. Wie war er denn?“

„Schrecklich! Ich war den ganzen Tag auf den Beinen. Nur rumgelaufen. Kundengespräche. Und dann mit den neuen Schuhen. Du weißt ja!“ Jule wippte mit ihrem Fuß.

Max nickte, obwohl er nicht wusste, wovon Jule sprach. „Mein Tag war auch wieder so richtig mies…“

Jule unterbrach ihn sofort: „Weißt du, was ich jetzt wirklich gut gebrauchen könnte?“

Da Max nicht antwortete, fuhr sie fort: „Eine Fußmassage.“

„Okay…“ Offensichtich war er davon nicht überzeugt, aber da er es versäumt hatte, Jule nach ihrem Tag zu fragen und nur selbst geklagt hatte, musste er wohl guten Willen zeigen, um nicht als egoistisch zu gelten. Und auch, wenn er zu Beginn der Geschichte vielleicht so gewirkt haben muss, sei gesagt, dass es falsch wäre, ihn so zu beschreiben. Er war eigentlich zuvorkommend, aber er war eben auch von der Arbeit gestresst und suchte ein Erfolgserlebnis, das ihm die Videospiele eben schenkten.

„Soll ich dir ein schönes Fußbad machen?“

„Ach, es würde mir schon reichen, wenn du mich ein wenig massieren würdest.“

Ein neuer Wunsch war das und Max hatte nicht das im Kopf, was Jule vorhatte. Vielmehr dachte er an Paare jenseits den zwanzigsten Hochzeitstags. Die würden sich wahrscheinlich gegenseitig die Füße massieren. Jule hingegen hatte, wie gesagt, etwas anderes im Sinne.

„Na gut. Dann rutsch mal was, und ich setze mich neben dich!“

„Mach dir keine Umstände. Bleib einfach da auf dem Boden. Du sitzt schon so gut vor meinen Füßen.“

„Okay…“.

Er krabbelte also vor Jule, die die Beine übergeschlagen hatte und ihm ihren rechten Fuß präsentierte.

Vorsichtig zog er den Schuh von ihrem Fuß. Er hätte nicht sagen können, ob der wirklich neu war. Jules Klamotten waren, das musste er zugeben, nicht etwas, auf das er besonders achtete. Dann zog er ihren Strumpf aus, und das Gleiche machte er mit dem anderen.

Achtlos schob er sie hinter sich.

„Könntest du die Schuhe vielleicht gerade zusammenstellen? Du weißt, ich habe diesen Ordnungsfimmel.“

Max hatte den das ein oder andere Mal tatsächlich wahrgenommen, also meinte er nur: „Selbstverständlich“ und stellte die Schuhe ordentlich nebeneinander und steckte die beiden Socken, unschlüssig, was er mit denen machen sollte, in die Schuhe.

„Du bist lieb! So sieht es viel schöner aus, findest du nicht?“

Er nickte und nahm ihren rechten Fuß vorsichtig in die Hand. Vorsichtig, weil er nicht so richtig wusste, was er damit anfangen sollte. Er hatte noch nie die Füße von jemandem massiert, und weil Jule über Schmerzen geklagt hatte, wollte er ihr auch nicht wehtun.

Ein strenger Geruch stieg ihm kurz in die Nase, aber das war ja nur natürlich nach einem langen Tag.

Und so begann er langsam über ihren Fuß zu streichen, ein wenig ungelenk, aber durchaus ernsthaft, und Jule war im siebten Himmel über das, was gerade passierte und gleichzeitig fasziniert, dass er noch nicht verstanden hatte, wo die Reise hingehen sollte. Dabei war es doch so offensichtlich!

Es war eine ungewohnte Perspektive, auf ihn hinab zu schauen, und der Blickwinkel gefiel ihr.

Es gefiel ihr auch, dass nur sie diesen Gedanken hatte, dass sie Max voraus war, denn der hatte noch nicht verstanden, was hier gerade passierte, und dass die Stille Jules nicht daher rührte, dass sie seine Massage genoss, sondern die neue Hierarchie, die sich hier zart andeutete. Es hatte sich noch nicht zu ihm herumgesprochen, dass eine neue Königin ihre Herrschaft angetreten hatte.

Wenn Max auch noch nicht auf der richtigen Fährte war, so kann man ihm zumindest nicht vorwerfen, dass er nicht bei der Sache war. Er hatte sich ein Herz genommen und seine Finger waren nun mutiger, drückten beherzter zu und das in einer Mischung aus Streicheleinheiten und dem, was er glaubte, das zu einer Massage gehörte, und nun fand er selbst Gefallen daran und verstand auch, dass er vielleicht bei ihren Füßen anfangen müsste, aber dass der Weg woanders enden könnte. Vielleicht hatte er eine Absicht in Aussicht gestellt bekommen, die spannender war als seine Videospiele.

„Ist das so in Ordnung?“

Er sah fragend zu ihr auf, und Jules Herz blieb einen Augenblick stehen. Wie er zu ihr hinaufschaute und sie zu ihm hinab! Es war ein unschuldiger Blick, aber einer, der so unglaublich süß aussah und sich so unglaublich richtig anfühlte. Dass ihr das erst jetzt aufgefallen war!

Meine Güte!, dachte sie auf der anderen Seite. Er musste das doch auch langsam verstehen!

Aber Max war noch mit seinem miesen Tag beschäftigt, mit dem Stress und den Dingen, die nicht geklappt hatten, den Kommentaren seiner Kollegen und diesem ganzen Scheiß. Und dann musste er noch herausfinden, wie Fußmassagen funktionierten. Es war alles nicht einfach für ihn.

Jule musste also deutlicher werden, und begann ihm kleine Anweisungen zu geben: „Auch zwischen den Zehen bitte! Da sitzen die Reflexzonen, weißt du?“

Sie hatte keine Ahnung, aber es klang kompetent und Max nickte und sein Zeigefinger drang in den Zwischenraum ihrer Zehen ein und massierte sie dort.

„Aua! Vorsichtig!“, meinte sie streng, als er ihren kleinen Zeh etwas zu rabiat anfasste.

„Tut mir leid!“

Er sah sie an und da war wieder dieser Blick, und vielleicht begann er nun langsam zu verstehen, was hier gespielt wurde, denn er senkte seinen Kopf und drückte einen zarten Kuss auf ihren kleinen Zeh.

„Besser?“

„Viel besser! Meine Füße zu küssen, das klappt schon ganz gut!“ Jetzt musste er es doch langsam verstehen! Sie gab nun mehr Befehle:

„Auch unter dem Fuß. Aber Vorsicht, dass du mich nicht kitzelst!“

Er machte sich an die Arbeit, und Jule ermahnte ihn einmal streng, dass er sich an ihre Worte halten sollte, und Max entschuldigte sich sofort pflichtbewusst.

Schließlich kam er zu dem Ergebnis, dass er mit dem einen Fuß fertig war und platzierte noch einen sanften Kuss auf den rechten Fuß.

„Und jetzt den anderen!“

„Gerne! Du machst das gut!“

„Kannst du die Beine vielleicht anders überschlagen? Dass ich besser drankomme?“

„Ich sitze hier gerade so schön. Du kommst doch bestimmt auch so dran oder?“

„Natürlich“, meinte Max und beugte sich noch tiefer, als würde er Jule anbeten, als würde er ihr zu Füßen liegen, obwohl er das ja auch wirklich tat, um sich ihrem linken Fuß zu widmen.

Und ihr Herz schlug noch schneller.

„Du bist wirklich lieb, wie du dich um mich kümmerst! Das solltest du eigentlich öfter machen.“

Sie beugte sich vor und kraulte seinen Kopf wie den eines kleinen Schoßtieres, und nachdem er sich auch um ihren linken Fuß gekümmert hatte, zog sie seinen Kopf zu sich hinauf und gab ihm einen leidenschaftlichen, langen Kuss.

Und sie bemerkte genau, mit welcher Leidenschaft er darauf reagierte, und dass, obwohl er immer noch vor ihr auf dem Boden hockte und seinen Kopf sicherlich nicht angenehm strecken musste, um ihren Kuss zu erwidern. Aber er war bereit, ein wenig zu leiden. Jule wusste nicht, ob Max schon vollkommen begriffen hatte, was hier gerade passierte, und hätte man Max gefragt, er hätte es vielleicht nur geahnt, aber er spielte mit. Er begann zu verstehen, was sich hier gerade ereignet hatte.

Diese etwas fremde, neue Form der Beziehung hielt sich den ganzen Abend über. Als sie zusammen kochten und aßen und vor allem, als sie die Nacht zusammen verbrachten und Max sich immer noch um Jule bemühte, und zum zweiten Mal an diesem Tag schaute sie auf ihn herab, als Max zwischen ihren Schenkeln lag und mit seinen Lippen Jules Unterleib liebkoste.

Es war etwas anders bei diesem Mal. Jule und Max hatten schon oft Sex gehabt und er hatte sie schon oft berührt, aber dieses Mal fühlten sich seine Berührungen anders an, intensiver, bedeutsamer, irgendwie anders. Dabei stellte Max sich nicht anders an, dem war es vielleicht nicht einmal mehr bewusst, aber seine Berührungen kamen bei Jule anders an, sie empfand sie anders, als hätte sich in ihr etwas verändert, als hätte sie das Gefühl, seine Berührungen wären sich dem gestiegenen Wert bewusst des Körpers, den er berührte. Und das fand sie umso schöner, umso erregender.

Die beiden hatten seit langem den besten Sex in dieser Nacht. Leidenschaftlich und ehrlich und immer wieder, wenn auch nur spielerisch und beiläufig geprägt von Jules subtiler Führung. Mal entzog sie sich ihm, dann gab sie sich seinen Berührungen hin. Außerdem äußerte sie sehr deutlich ihre Wünsche, und diese Befehle lauteten beispielsweise:

„Saug an meiner Brust! Aber ganz vorsichtig! Wehe, bist nicht zart genug! Wehe du tust mir weh!“

Max gehorchte, zumindest einigermaßen. Als er beispielsweise nicht aufhören wollte, an ihrer Brustwarze zu saugen, griff Jule zwischen seine Beine, legte ihre Faust um seine Hoden und begann sie ein wenig zu schließen. Es war nur eine Geste, aber Max hielt augenblicklich inne und sah sie an. Doch Jule grinste nur und meinte:

„Wenn du nicht gehorchst…“

Max nickte.

Schließlich dirigierte sie Max wieder zwischen ihre Schenkel und ließ sich von ihm dort unten befriedigen. Sie musste ihm keine Anweisungen geben. Er wusste, was er tat. Es war nicht das erste Mal, aber ob es nun an der Situation lag oder daran, dass er sich besondere Mühe gab, Jule kamen die Höhepunkte intensiver vor. Wahrhaftiger, bedeutsamer als in den letzten Monaten.

Erst als sie zufrieden war, dirigierte sie ihn hoch, ließ ihn in sich eindringen und ließ ihr Becken langsam kreisen.

„Langsam. Und ich bestimme. Verstanden?“

Er nickte.

„Sag‘s!“

„Du bestimmst. Verstanden!“

Sie ließ ihn seinen Rhythmus finden. Lange brauchte er nicht, um den Pfad zu seinem Höhepunkt einzuschlagen. Max hatte mittlerweile definitiv verstanden, wo es hinging, was hier passierte. Die neu gefundene Stärke seiner Freundin, machte ihn unglaublich an. Wir werden später noch erfahren, dass all das, was Jule an diesem Abend anstieß, eine Vorgeschichte hatte, aber es war eine getrennte Vorgeschichte von Max und Jule, der ein Nebeneinanderschweigen voraus gegangen war.

Als Jule das Gefühl hatte, dass er nah an seinen Höhepunkt kam, befahl sie ihm innezuhalten. Sie sahen sich in die Augen und Max nickte.

„Langsam!“, zischte sie, und Max ließ seine Hüften wieder bewegen bis Jule ihn erneut stoppte.

„Was machst du mit mir?“, keuchte er frustriert, als sie ihn wieder stoppte. Jule grinste überlegen.

„Gefällt’s dir nicht?“

Doch… nein! Auf jeden Fall, aber bitte, lass mich doch bitte kommen!“

Dieses Gestammel drückte Max Zerrissenheit, wenn auch nicht wortgewaltig, dann doch sehr zutreffend aus.

Jule wusste auch, dass sie das Spiel nicht mehr lange würde spielen können. Deshalb ließ sie ihn beim nächsten Mal gewähren, und sie befahl ihm nur, sie anzusehen, als er kam. Während sein Höhepunkt sich aufbaute, musste er einige Male ermahnt werden, sich für seinen Orgasmus nicht in sich zurückzuziehen, und schließlich kam er mit einem lauten, animalischen Grunzen, das Jule noch nie gehört hatte, und er schaute ihr in die Augen und sie ihm und beide hatten das Gefühl, dass sie tief in ihre Seelen schauen konnten. Es war fast schon furchterregend. Vor allem Max hatte das Gefühl, dass Jule tief in ihn blicken konnte in diesem Augenblick und Dinge sah, die er ihr bisher nie offenbart hatte.

Ein wenig machte Jule sich Sorgen, was die Nachbarn denken mochten. Aber mehr noch freute sie sich mit ihm für seinen besonderen Höhepunkt und ihren eigenen natürlich auch.

Die Beiden blieben noch eine Weile nebeneinander liegen und schwiegen, bis Max schließlich die Stille brach und fragte:

„Was ist da gerade passiert?“

„War gut, nicht wahr?“

„Total.“

„Hat mir auch gefallen. Meinst du, wir sollten sowas öfter machen?“

„Vielleicht sogar immer?“

„Wirklich?“ Jule war überrascht über dieses Angebot, das ja scheinbar aus dem Nichts kam. „Immer ist aber verdammt oft.“

„Wenn du willst, dann kannst du beim Sex immer meine Herrin sein.“

„Immer ist ja Quatsch. Weißt du, was du da gerade vorschlägst?“

„Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich das will. Du willst es auch oder nicht? Du bist doch auch abgegangen wie Schmitz Katze. Aber wir versuchen das einfach mal, und wenn es uns nicht gefällt, dann lassen wir es wieder. Sollte kein Problem sein, finde ich.“

„Ich wusste gar nicht, dass du so sehr darauf abfährst!“

„So richtig wusste ich das bisher auch nicht. Also schon ein wenig. Aber du hast diese Seite an dir, die ich noch nie so gespürt habe, verstehst du?“

„Du meinst als nerviges Miststück?“

„So würde ich das nicht sagen.“

„Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich versuche, mein inneres Miststück im Zaum zu halten!“

„Wie gesagt, ich würde es nicht so nennen. Du bist ja kein Miststück. Du weißt halt, was du willst.“

„Wie eine Diva?“

„Ja, aber wie eine nette.“

„Sowas gibt’s nicht. Ich weiß nur, dass man mir früher immer vorgeworfen hat, ich wäre zu arschig zu anderen.“

„Ist ja auch egal. Aber lass uns das mal versuchen, wenn du willst. Und wie gesagt, wenn es uns nicht gefällt, dann machen wir halt wieder Routine.“

Vielleicht ist dieses Gespräch zwischen den beiden äußerst naiv. „Für immer“ ist natürlich leichtsinnig daher gesagt. Aber beide hatten keine Ahnung, was das eigentlich bedeutete, und vielleicht hatten beide auch ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, was sie eigentlich wollten. Das einzige, worin sie sich einig waren, war, dass sie diesen Abend beide immens genossen hatten und dass sie einander vertrauten und liebten, und das ist ja schon eine ganze Menge!

Natürlich kam das alles nicht so ganz unverhofft und aus dem Nichts. Für unsere Geschichte wichtig ist ein Ereignis, das sich zwei Monate zuvor ereignet hatte. Von dem sollten wir im nächsten Kapitel erfahren.

  1. Kapitel

Es war noch nicht so lange her. Da hatten sie einen Wochenendtrip mit dem Zug nach Paris gemacht. Es war eine schöne Zeit gewesen. Romantisch trotz der ganzen Touristen und eine lang ersehnte und wohlverdiente Erholung, denn beide hatten viel Stress gehabt in der Arbeit.

Auf der Rückfahrt saßen sie nebeneinander in einem vollbesetzten TGV, erschöpft, aber zufrieden und zusammen schauten sie sich auf Max iPad einen Film auf Netflix an und teilten sich die Ohrstöpsel. Da kam diese Szene, in der eine Frau einen Mann ans Bett fesselte und auf ihm ritt. Er war richtig muskulös und sie schlank und kurvig, beide superattraktiv, weiße Laken. Nichts mit Lack und Leder und so. Sie gingen richtig zur Sache. Aus dem Nichts quasi. Es war ihnen peinlich, dass sie da plötzlich in solch eine Sexszene gerutscht waren. Genauer gesagt, muss man sagen, dass Max peinlicher berührt war als Jule, die sich weniger Gedanken machte. Max schaute sich nervös um, ob irgendwer in dem vollbesetzten Zug mitbekam, was sie sich da ansahen. Jule scherzte, dass Franzosen für sowas bestimmt offener waren.

„Gefällt’s dir denn?“, hauchte sie ihm zu und streckte ihm ihre Zunge ins Ohr.

„Sehr!“ meinte er, erschrak etwas über die plötzliche Zuneigung.

„Stellst du dir gerade vor, wie ich dich ans Bett fessele und mit dir mache, was ich will?“, säuselte sie.

„Das wäre so heiß!“

Sie streichelte seinen Oberschenkel und wanderte höher, während Max in seinem Sitz rutschte.

„Oh, freust du dich mich zu sehen?“, hauchte sie, als sie in seinem Schritt angekommen war. Darauf antwortete er ganz nebenbei und ohne groß nachzudenken etwas, das Jule lange im Kopf behalten sollte.

„Nein, das ist der Dildo, den ich gerade noch besorgt habe!“

„Wofür brauche ich einen Dildo, wenn ich dich doch habe?“

„Vielleicht ist der ja gar nicht für dich.“

„Was?“ Jule musste kichern. „Du bist mir ja einer! Das wusste ich ja noch gar nicht!“

„War ein Scherz!“, ruderte er ein wenig zurück.

„Wirklich?“

Max lächelte ein bisschen unsicher, und Jule war etwas verwirrt, wollte das Gespräch auch nicht weiterführen, daher sagte sie nur: „Da freue ich mich schon drauf!“

Sie streichelte ihn weiter, obwohl es Max sichtlich unangenehm war, wie sie ihn in der Öffentlichkeit so berührte. Aber sie war noch nicht fertig, setzte noch einen drauf: „Tust du mir einen Gefallen und holst mir einen Kaffee aus dem Bistrowagen?“, fragte sie ganz süß und unschuldig.

„Gerne, aber ich glaube, die Dinge müssen sich erst ein wenig beruhigen.“

„Ich möchte aber, dass du genau jetzt gehst. So ganz unberuhigt, verstehst du?“

„Ich glaube, ich habe keine französischen Euros mehr.“

„Soll ich dir ein paar von meinen geben? Mit der Frau drauf, die ihre Titten so raushängen lässt, während sie die Revolution ausruft?“

„Was ist in dich gefahren?“, fragte er erstaunt.

Er sah sich wieder um, und Jule genoss sein Unbehagen.

„Komm schon, tu es für mich!“

Sie hätte es verstanden, wenn er es nicht gemacht hätte, aber Max schlüpfte aus seinem Sitz und hielt sich mehr oder weniger dezent seinen Pullover vor den Schritt.

Bevor er ging, beugte er sich aber noch einmal zu Jule und flüsterte:

„Ja Herrin!“

Diese zwei Wörter gingen ihr nicht mehr aus dem Sinn. Es klang so verdammt sexy!

Aber es blieb bei den zwei Wörtern.

Nach dem Wochenende fraß sie wieder die Routine auf. Max kehrte zurück in sein Unternehmen, in dem die Server nicht liefen und die Programme sich miteinander im Krieg befanden und Dutzende von Mitarbeitern bei ihm anriefen, um sich zu beschweren, dass sie nicht drucken oder nicht ins Internet konnten. Er wusste nicht, wo er anfangen sollte und arbeitete manchmal bis spät in die Nacht, weil das die beste Zeit war, um ungestört wenigstens ein paar Probleme zu lösen. In der Hoffnung, dass am nächsten Tag die Virenscanner nicht das gesamte Internet blockierten.

Max war ziemlich unverhofft an eine Stelle gekommen, die viel Prestige versprach, aber sich als vergiftetes Geschenk herausstellte, weil die Aufgabe nicht zu bewältigen war.

Max war Leiter der IT in einem mittleren Unternehmen. Klang gut, aber es war eine Aufgabe, der Max absolut nicht gewachsen war. Fairerweise muss man sagen, dass diese Aufgabe auch die besten niedergezwungen hätte. Denn das Unternehmen, in dem er arbeitete, war einfach vollkommen abenteuerlich organisiert, und Max Stärke lag nicht im strategischen Denken, sondern eher am Schrauben an Rechnern. Aber das war eben nicht mehr seine primäre Aufgabe. Seine primäre Aufgabe bestand darin, ein wackeliges System am Laufen zu erhalten.

Es war frustrierend, und Jule hatte durchaus Mitleid mit ihm und ließ ihn in Ruhe, und so fanden sich die Beiden wieder in der Routine.

Jule hatte ihm wiederholt nahegelegt, einfach die Sachen hinzuschmeißen und zu kündigen, aber so war Max nicht gestrickt.

Löblich, aber lächerlich.

„Ja, Herrin!“ verblasste also zu einer vagen Erinnerung.

Max schien es gar vergessen zu haben. Einmal machte Jule einen Scherz, der auf „Ja, Herrin!“ endete, aber Max sprang nicht drauf an. Vielleicht war es schlechtes Timing von ihrer Seite gewesen. Es war jedenfalls ein Testballon gewesen, der sein Ziel nicht erreichte.

Es nagte jedenfalls an ihr, und sie konnte es nicht für sich behalten.

So fand sie sich irgendwann in einem Gespräch mit ihrer großen Schwester Leonie und erzählte ihr, was sie beschäftigte.

„Naja, irgendwie hat uns die Routine schon eingeholt.“

„Wie, schon nach sechs Monaten?“

„Ist doch auch normal. Wir streicheln nicht mehr jeden Tag Einhörner und tanzen unter dem Regenbogen. Ist ja auch normal. Wir haben beide stressige Jobs. Vor allem Max. Weißt du ja besser als ich.“

Leonie nickte erst, meinte dann aber gespielt bestürzt:

„Wirklich? Tote Routine? Jetzt schon?“

„Jetzt mach nicht so eine große Sache draus! So ist das halt, wenn man zusammenlebt. Zahnpasta und Klodeckel halt. Kleinigkeiten.“

„Pinkelt er etwa im Stehen?“

Leonie konnte ein Miststück sein, sie wusste das auch, und sie hatte Spaß, ihre kleine Schwester aufzuziehen und diese beiläufige Bemerkung zu einer großen Sache aufzublasen.

„Nein, tut er nicht! Und ich bereue jetzt schon, dass ich das gesagt habe! Vergiss es einfach! Themenwechsel! Wie findest du das Wetter? Ist es nur warm oder ist das Klimawandel?“

„Wenn das so einfach wäre!“, seufzte Leonie. „Dir ist schon klar, dass ich eine besondere Verantwortung habe für euch beiden Turteltauben.“

Jule verdrehte innerlich die Augen. Sie konnte es nicht mehr hören. Nur weil ihre Schwester Max und sie verkuppelt hatte!

„Willst du meinen Rat?“

„Für meine Beziehung? Von dir? Du meinst von meiner Schwester, die keine Beziehung halten kann, die länger dauert als ein One-Night-Stand?“

„Aua! Das tat weh! Und das von meiner geliebten kleinen Schwester!“

Jule antwortete zuerst nicht, um ihre Distanz zu zeigen, stattdessen nippte sie stumm an ihrem Latte Macchiato. Aber schließlich meinte sie: „Dann lass mal hören, was deine Weisheit zu bieten hat!“

Leonie grinste. „Angebot und Nachfrage.“

„Was soll das denn heißen?“

„Es geht um Angebot und Nachfrage. Wie in der Wirtschaft. Er will dich, du willst ihn. Aber wenn er dich immer haben kann, dann hast du eben keinen Wert für ihn. Du musst dich einfach teurer machen. Dann bemüht er sich mehr um dich.“

„Das ist dein Rat? Ich muss mich teurer machen? Angebot und Nachfrage? Und da wunderst du dich, dass ich nie auf dich höre? Ich bin doch kein Flittchen! Ich bin doch keine Nutte!“

„Genau. Du musst das Gegenteil werden. Was Kostbares, um das man sich bemühen muss. Er muss dich richtig wollen. Und dafür musst du dich ein wenig rar machen. Deine kleine, du weißt schon“, sie zeigte in Jules Schritt und Jule verdrehte die Augen. „…seltener anbieten, als er sie haben will. Du wirst sehen, er wird dir aus der Hand fressen!“

Leonie grinste und Jule sah sie ungläubig an.

„Du musst einfach die Kontrolle übernehmen. Eine Beziehung läuft nicht von allein. Wenn du was von ihm willst, dann musst du ihm sagen, was du willst.“

Jule verzog das Gesicht: „Sagt diejenige, die es nicht schafft, einen Typen für 24 Stunden zu halten.“

„Aber nur, weil ich das nicht will! Ich kenne halt Männer, und die sind gerade mal eine Nacht lang zu ertragen! Danach muss man sie loswerden! Du siehst ja, was passiert, wenn man zusammenzieht und eine ernsthafte Beziehung beginnt. Man geht sich auf den Keks.“

Die beiden Schwestern mussten nun lachen. Auch wenn Jule nicht zustimmte, musste sie zugeben, dass das Leonies Einstellung ziemlich gut zusammenfasste.

„Du willst deinen Max behalten. Da musst du dich ein wenig bemühen, und er auch. Aber er bemüht sich gerne, wenn du ihm deine Kostbarkeiten ein wenig vorenthältst.“

„Deine Sprache ist creepy! Du willst, dass ich so ein kleines Arsch werde! Erinnerst du dich an Mike, der hat mich verlassen, weil ich ihm zu schwierig war. Weißt du, wie lange ich an mir gearbeitet habe, um entspannter zu werden, meinen Willen nicht immer durchzusetzen und mehr zen zu werden?

„Mike hat dich verlassen, weil er ein Idiot ist. Du bist viel zu gut für ihn.“

„Ist das ein Kompliment? Von meiner eigenen Schwester? Das ist ja süß. Und wie ist dein Urteil über Max? Ist der auch ein Idiot?“

„Da fragst du die richtige, ich habe euch verkuppelt. Ihr passt total gut zusammen, ihr seid süß zusammen!“

„Nett, dass du das sagst, aber ich soll trotzdem arschiger werden.“

„Du sollst ihn einfach ein wenig an die Hand nehmen. Das fällt dir doch nicht schwer. Als Kind warst du ständig störrisch und zickig. Meinungsstark, du erinnerst dich!“

Meinungsstark, so hatte es Jules Grundschullehrerin mal nett ausgedrückt, und der Begriff war hängen geblieben, zu einem geflügelten Wort geworden, das man benutzte, wenn Jule mal wieder ausflippte und sich wie ein mieses Miststück benahm.

„Ich soll also wieder meinungsstärker werden.“

Leonie hob abwehrend die Hände: „Aber bitte nur in deiner Beziehung.“

„Denk drüber nach!“, meinte Leonie, als sie sich verabschiedeten.

„Ganz bestimmt nicht!“

Aber natürlich tat Jule es doch.

In der Straßenbahn auf dem Weg nachhause gingen ihre Gedanken immer wieder zurück zu: „Ja, Herrin!“

Es waren diese beiden Ereignisse, die Jule schließlich dazu bewegten, das Heft des Handels zu ergreifen und etwas zu unternehmen.

  1. Kapitel

Wir gehen wieder zurück zum Beginn der Geschichte. Jule war unverhofft zur Herrin geworden. Sie genoss das Gefühl. Sie genoss es mehr, als sie erwartet hatte. Ein dunkles Gefühl, eines, das ihr auch ein wenig Angst machte. Sie fühlte sich mächtig und begehrenswert. Alles Sachen, die gar nicht mehr in waren.

Aber wie weiter? Wenn sie nachhause kam, was würde dann passieren? Musste sie jetzt Peitschen und Rohrstöcke besorgen? Noch auf dem Weg zur Arbeit suchte sie mit ihrem Handy auf Amazon und fand auch allerlei Sexspielzeug. Aber sie legte nichts in ihren Warenkorb. Sie war einfach ein wenig ratlos, wie sie mit Max weiterhin umgehen sollte. Am Ende kam sie zu dem Schluss, dass sich diese Sachen schon irgendwie klären würden, und sie sich keine großen Gedanken machen müsste.

Nun, vielleicht ist es an dieser Stelle interessant, sich anzusehen, wie Max diese Sache aufnahm.

Es war nämlich nicht so, dass er vollkommen überrascht war von dem vergangenen Abend. Es war auch nicht so, dass er sein „Ja, Herrin!“ im Zug komplett vergessen hatte.

Ganz im Gegenteil. Es hatte ihn durchaus beschäftigt, und es hatte ihn auch total heiß gemacht.

Er war vielleicht sogar einen Schritt weiter als Jule, war nicht nur interessiert an kleinen Rollenspielchen, sondern wollte... Genau wusste er es auch nicht. Viel war vorstellbar, aber alles hätte Konsequenzen, und er war sich nicht sicher, welche das waren und ob er die auch wollte.

Denn schließlich kratzte das irgendwie an seiner Männlichkeit. Wenn seine Freundin plötzlich seine Herrin würde. Was bedeutete das? Es war geil, aber auch irgendwie… er wusste es nicht.

Was würde es bedeuten, dass sie das Sagen hatte? Keine Videospiele mehr, nur noch Seifenopern im Fernsehen? Hatte er Lust an irgendwelchen Hundeleinen in Lederharnischen durch die Gegend gezerrt zu werden? Er musste an den Typen aus Pulp Fiction denken, der in einem Keller in Ledermontur angebunden war. Sowas wollte er nicht. Es gab einen Haufen, was er nicht wollte. Aber auch einen noch größeren Haufen, was er definitiv wollte.

Eine schwierige Situation. So schwierig, dass er vielleicht sogar ein wenig bereute, „Ja, Herrin“ gesagt zu haben. Obwohl er es natürlich doch wollte.

Wäre Amazon ein richtiges Kaufhaus, Max und Jule wären sich vielleicht am Regal bei den Reitgerten, den Augenbinden und den Handschellen begegnet. Max packte jedenfalls seinen Warenkorb voller Kram aus Plastik und Kunstleder, traute sich dann aber doch nicht, es auch mit einem weiteren Klick zu kaufen. Sein ganzer Tag, zumindest jede freie Minute, drehte sich um Jule, und er konnte es nicht erwarten, bis Jule nachhause kam und wie es weiterging.

Als sich Jules Schlüssel im Schloss drehte, war alles vorbereitet. Der Sekt stand kalt. Eine einzelne rote Rose steckte in einer Vase. Max hatte sogar einen Salat vorbereitet mit dünn geschnittenen Gurken, Tomaten und Mozzarella und kunstvoll drapiertem Balsamico. Angerichtet auf dem großen Geschirr, das sie zum Einzug geschenkt bekommen hatten, aber nie benutzten, weil es nicht in die Spülmaschine passte.

Er hatte in der Drogerie sogar eine Massagecreme besorgt, was ihm ein wenig peinlich war, denn die Verkäuferin hatte ihn komisch angeschaut, als durchschaute sie, was er vorhatte. Als wäre Fußmassagecreme ein deutliches Zeichen für Schweinkram. Im Bad stand der Bottich mit warmem Wasser bereit und ein Stapel weißer Handtücher.

Alles mit Stil.

Alles für Jule.

Sie mochte diesen Salat und das Geschirr und Rosen und Sekt. Es sollte signalisieren, dass ihre Wünsche ganz im Mittelpunkt standen.

Als Jule im Flur stand, war sie ziemlich überrascht, denn Max stürmte aus der Küche heran mit einem Salat, Rose und Sekt auf einem Tablett drapiert.

Es musste putzig ausgesehen haben, denn Jule hatte zwei Einkaufstaschen mit Lebensmitteln in der Hand und war gar nicht auf so etwas gefasst.

„Hallo Schatz!“ Max gab Jule mit seinen vollen Händen einen Kuss auf die Wange, und diese musste mit ihren vollen Händen ihren Körper drehen, damit die Kollision zwischen Tablett und Einkaufstaschen nicht zu einem Chaos führten.

„Wie war dein Tag?“

„Gut…“, Jule fühlte sich überrumpelt. „Und deiner?“

„Großartig! Ein Sekt vielleicht, so als Feierabend-Drink?“

„Kann ich erst die Einkäufe wegräumen?“

„Ich mach das schon. Setz dich einfach!“

„Einverstanden.“

Jule ließ sich auf die Couch fallen, und Max kramte in der Küche.

Schließlich kam er zu ihr und stand etwas unschlüssig herum.

„Nur ein Glas? Trinkst du nichts?“, fragte Jule, die die wenigen Augenblicke genutzt hatte, um zu verstehen, was hier gerade vor sich ging.

„Äh… ich bin nicht durstig.“

„Deine Entscheidung.“

Sie nippte an dem Sektglas und pickte ein paar Tomaten und Mozzarella aus dem Salat. Es wirkte alles etwas seltsam, denn Max stand wie nicht abgeholt da. Aber Jule hatte eine Idee:

„Setz dich her zu mir!“ Sie zeigte auf den Boden zwischen ihre Beine. „Ich will, dass du meine Ehre rettest.“

„Deine Ehre?“

„Stell dir vor, du müsstest mich vor so ein paar von deinen Videospiel-Buddies verteidigen. In deinem ‚Call of Shooty‘.“

„‚Duty‘ heißt das.“

„Wie auch immer. Gewinn einfach ein Spiel für mich.“

„Jetzt?“

„Passt es dir gerade nicht?“

„Doch, natürlich!“

„Dann komm!“ Sie zeigte wieder auf den Boden zwischen ihren Schenkeln. „Verteidige meine Ehre! Wenn du gewinnst, bekommst du eine Belohnung.“

„Und wenn nicht? Bestrafst du mich dann?“

Jule hatte das alles nicht so richtig durchdacht. Sie wollte Max einfach nur eine Freude bereiten. Aber da er nun so enthusiastisch auf die Aussicht einer Strafe reagierte, musste sie antworten:

„Dann nicht. Du solltest die Belohnung als Belohnung sehen. Eine Belohnung ist was Gutes. Aber mir scheint, du würdest eher die Strafe als Belohnung sehen. Aber eine Strafe ist eben eine Strafe und eine Belohnung ist eine Belohnung.“

„Ich versteh kein Wort!“

„Ich glaube, du verstehst mich sehr gut. Wenn die Strafe eigentlich eine Belohnung wäre, dann wäre das alles ja vollkommen sinnlos, was wir hier treiben. Weißt du, was ich meine?“

Max schüttelte den Kopf.

„Naja, das, was wir hier machen, muss ja schon einen Sinn haben. Deshalb streng dich an. Gewinn für mich! Denn die Konsequenzen werden real sein. Ich meine es ernst!“

„Okay!“, meinte Max, aber er verstand nicht, wie ernst es Jule wirklich war. „Was für einen Modus soll ich wählen?“

„Ist mir egal. Du entscheidest. Du kennst dich da besser aus. Nimm das, wo du meine Ehre am besten verteidigen kannst. Aber vorher holst du mir noch die Flasche aus der Küche, ich bin noch durstig.“

„Okay.“

Max spielte den Diener, schüttete Jule Sekt nach. Dann nahm er den Controller, schaltete die Konsole an und setzte sich an dem ihm zugewiesenen Platz auf den Boden vor Jule.

Routiniert klickte er sich durch allerlei Bildschirme, die Jule nicht verstand, bis er schließlich in einem Spiel war. Es interessierte sie zunächst nicht, was da passierte, und sie verstand es auch nicht. Außer dass er durch die Gegend lief und andere Spieler abschoss und manchmal auch abgeschossen wurde.

Sie checkte ihr Instagram und lauschte seinen Reaktionen. Manchmal war er triumphal, manchmal frustriert.

Jule nippte an ihrem Sekt, der ihr etwas mehr zusetzte, als sie das eigentlich geplant hatte. Sie hatte noch nichts gegessen und pickte nur ein paar Stückchen aus dem Salat.

„Wie steht’s?“, fragte sie.

„Ganz gut. Bin Zweiter, aber den Typen vor mir kriege ich, ich habe seine Masche jetzt raus. Der gewinnt nur durch diesen einen miesen Trick!“

„Dann mach ihn fertig. Du weißt, es geht um meine Ehre!“

„Nichts ist mir wichtiger!“

Jule fand das süß, aber ihr Plan war eigentlich ein anderer gewesen, und als Max einen Augenblick später rief „Da! Jetzt bin ich vorne!“, da ging sie ihrerseits zum Angriff über.

Sie streifte sich die Schuhe ab und begann mit ihrem linken Fuß über Max Oberschenkel zu streichen. Lasziv, in eindeutiger Absicht.

Und Max war auch sofort irritiert.

„Was machst du da?“

„Ich will dich nur was motivieren!“

„Das ist keine gute Idee. Du verteilst das Fell des Bären, obwohl die fette Lady noch nicht gesungen hat!“

„Ich weiß nicht, was du meinst. Ich weiß nur, dass deine Belohnung damit was zu tun hat!“

Ihr rechter Fuß spielte nun in seinem Schritt, während ihr Linker immer noch seinen Oberschenkel streichelte. In der rechten Hand hielt sie ihr Sektglas und mit der linken strich sie über seine Haare.

„Fuck!“, rief er frustriert. „Das ist nicht gerade hilfreich, was du tust!“

„Ich will dich doch nur motivieren.“, säuselte sie. „Wie kann das nicht hilfreich sein?“

Es war es nicht.

Absolut nicht.

Es machte Max wahnsinnig. Er musste sich konzentrieren, brauchte Reflexe. Stattdessen tanzte sie mit ihrem Fuß Tango in seinem Schritt. Er spürte, wie sein Blut sich aus seinem Hirn verzog, weil es anderswo spannender war. Sein ganzes blutrotes Testosteron, das er brauchte, um seine Gegner zu jagen, wie so ein Krieger, das wandelte sich in flauschiges Pink zwischen seinen Beinen.

Popp, da war er tot. Noch bevor er wusste, was geschehen war. Jule machte weiter, säuselte mit dieser ultrasüßen Stimme in sein Ohr und verhieß ihm sowas wie das Paradies. Wer konnte da noch Krieger sein?

Zip, schon wieder. Und auch noch geknived. Die größte Demütigung, die man erleben konnte. Dass der Gegner so nah an einen rankam, dass man erstochen und nicht aus der Distanz erschossen wurde. Sie machte das alles absichtlich! Nur um ihm zu zeigen, was sie mit ihm machen konnte!

Er hasste es, und er liebte es.

Es war genau das, was er wollte.

„Scheiße!“

„Verdammt!“

„Dieser Wichser!“

Jule zählte die Frustration mit.

Erster war er jedenfalls nicht mehr!

Max strengte sich nun an, aber er war verkrampft, fiel immer mehr zurück, die Zeit verrann, und alles, was Jule tun musste, war ein wenig mit ihren weiblichen Reizen zu spielen.

Es war ein Klacks.

Am Ende hatte sie gar ein wenig Mitleid mit ihm, und für einen Moment überlegte sie, ob sie das Ganze nicht abblasen sollte mit der Verweigerung seiner Belohnung. Aber sie entschied sich dazu konsequent zu bleiben.

„Tut mir echt leid für dich! Aber vielmehr noch für mich, dass meine Ehre jetzt im Dreck liegt. So richtig eingesetzt hast du dich dann doch nicht für mich! Ist schon ein bisschen eine Enttäuschung.“

Max grummelte nur etwas Unverständliches. Gerne hätte er etwas gesagt. Die Wörter ‚unfair‘, ‚Verrat‘, ‚Sabotage‘ und ‚Dolchstoß‘ lagen ihm auf der Zunge. Aber er entschied sich rechtzeitig und klug dafür, alle für sich zu behalten.

Stattdessen sah er zu, wie Jule ihren Sekt exte, sich dann zu ihm hinabbeugte, sein Kinn zu sich zog, und ihm einen kräftigen Kuss gab und dabei den Sekt in seinen Mund fließen ließ. So unerwartet, dass das klebrige Zeugs ihm das Kinn hinablief.

Aber das war vollkommen egal in diesem Moment.

Doch als er sich umdrehte und sie umarmen wollte, da entzog Jule sich ihm.

„Ein Kuss als Trostpflaster! Das ist alles, kein Sieg, keine Belohnung! Im Gegenteil, wie angedroht, kommt jetzt die wohlverdiente Strafe.“

Damit stand sie auf, um aufs Klo zu verschwinden. Während sie da ein wenig abkühlte, dachte sie sich, dass das alles irgendwie komplizierter war als gedacht. Und härter. Denn sie täte in diesem Moment nichts lieber, als sich mit Max auf dem Boden zu wälzen und über ihn herzufallen, sich an ihm zu vergehen, ihn sich richtig zur Brust zu nehmen.

Aber sie konnte nicht. Weil sie ja jetzt die Herrin war. Da musste sie konsequent sein und selbstbeherrscht und herrisch.

Nur wenige Schritte weiter war Max ganz genauso frustriert. Aber er nahm es besser auf, sportlicher. Das musste man ihm lassen. Er verstand, dass das die Spielregeln waren. Es war genau das, was er wollte. Nun, nicht genau das. Aber es gehörte eben dazu. Dass sein Sexleben nicht mehr in seiner Hand war, sondern in ihrer. Dass sie jetzt bestimmte und dass es um ihren Willen und ihre Launen ging. Er mochte es nicht, aber er konnte damit leben.

Musste er ja wohl.

Als Jule aus dem Bad kam, sahen die beiden sich an. Etwas war anders als sonst, aber Jule überspielte das schnell.

„Du kümmerst dich ums Abendessen. Als Strafe quasi.“

„Okay.“ Max zückte sein Telefon. „Chinesisch oder Pizza?“

„Ich finde, zur Strafe solltest du selbst kochen.“

„Willst du das wirklich? Du solltest dir das noch einmal überlegen. Wenn ich koche, dann ist das eine Strafe für uns beide.“

„Ja, dann wirst du es jetzt lernen. Ich bring’s dir bei. Wird ja auch Zeit.“

So setzte Jule sich an den Küchentisch und dirigierte Max, Pasta zu machen, der Salat war ja schon fertig. Fairerweise muss man sagen, dass das Ganze für Max nicht neu war. Nudeln kochen, Zwiebeln und Paprika schneiden, eine Dose Thunfisch und ein Glas Tomatensauce. Das war alles kein Hexenwerk, und auch Jule war keine großartige Köchin. Die Latte hing also nicht so wahnsinnig hoch.

Aber die beiden hatten viel Spaß dabei. Jule kommandierte ihn spielerisch herum, Max gab sich ganz demütig und sagte stets „Ja, Herrin!“ und „Danke, Herrin!“ und „Sehr wohl, Herrin!“

Es hatte nicht richtig was mit Dominanz zu tun, sondern mit Freundschaft und Zuneigung, und beide wussten das auch und genossen es. Es war neu, so hatten sie noch nie miteinander geredet, aber es fühlte sich ganz vertraut und natürlich an.

Trotz all der sexuellen Spannungen, die ja ziemlich verständlich waren, hatten die beiden dann doch ein relativ normales Abendessen. Nur einmal kam ihre Beziehung zur Sprache, als sie bereits im Bett lagen.

„Was ist jetzt eigentlich meine Strafe?“

„Dass du sauber bleibst wie eine kleine Jungfer, so lange ich das will.“

„Und wie lange soll das sein?“

„Ich habe eine kleine Uhr in meinem Kopf. Die macht ticktock. Und weißt du, was passierst, wenn du mich mit solchen Fragen nervst?“

„Keine Ahnung.“

„Dann setzt die aus, und es dauert länger, bis ich dich wieder ranlasse.“

„Das ist aber irgendwie ungerecht.“

„So ist das Leben. Und vor allem deins wird von jetzt an voller Ungerechtigkeit sein!“ Jule grinste. „Das ist es doch, was du wolltest, oder nicht?“

„Irgendwie schon.“

„Im Moment musst du einfach nur geduldig sein und mir vertrauen.“

„Okay, dann mache ich das. Aber nicht, dass du mich vergisst.“

„Keine Sorge, wird nicht passieren.“

„Und was, wenn ich dich so richtig subtil erinnere?“

„Schatz, wenn du eins nicht bist, dann subtil. Lass es also, du gehst mir damit nur auf die Nerven, und dann setzt die Uhr aus.“

„Und wie sieht es aus, wenn nicht ich dich erinnere, sondern jemand anders?“

„Wen willst du denn in unser kleines Spielchen einweihen? Wem möchtest du bitte beichten, dass ich deine Herrin bin und das Sagen habe?“

„Vielleicht hast du recht.“

„Ich glaube, das sollte die Essenz aus unserem Gespräch sein. Dass ich Recht habe. Und wenn wir das beide verinnerlichen, dann steht unserer gemeinsamen Zukunft nichts im Weg! Was sagst du dazu?“

„Okay, Herrin.“

„Das sind die Worte, die ich hören will! Und jetzt Schluss mit dem Thema, sonst werden wir beide erst wieder 2038 miteinander… verkehren.“

„Alles klar! Und vielen Dank auch!“

Max beugte sich noch einmal zu Jule, um ihr einen Kuss zu geben, dann rollte er sich auf seine Seite des Betts.

Jule war sich ziemlich sicher, dass er nicht sofort einschlafen würde, dass die Gedanken über die neue Situation ihn umtrieben. Aber da täuschte sie sich. Max schlief ziemlich bald ziemlich zufrieden ein. Er hatte alles, was er sich gewünscht hatte.

Jule hingegen war noch eine Weile mit der neuen Situation beschäftigt. Ihre letzten Worten waren natürlich nicht ernst gemeint gewesen. Ganz im Gegenteil. Sie bildete sich nicht ein, alles unter Kontrolle zu haben. Sie war nicht unfehlbar oder allwissend. Aber an diesem Morgen hatte sie noch keinen Plan gehabt, was sie mit Max anstellen sollte, und wenn sie nun zurückblickte, dann hatte sie das alles ziemlich erfolgreich, wie sie fand, gewuppt. Improvisation halt. So würde sie das weiter handhaben.

Was morgen wäre, würde sich schon zeigen.

So schlief sie schließlich auch ein.

  1. Kapitel

„Warst du schonmal in einer Beziehung, in der einer das Sagen hat und der andere sich unterordnet?“

„Ich glaube, so laufen alle Beziehungen mehr oder weniger ab.“ Leonie nippte an ihrem Kaffee.

„Meinst du wirklich?“

„Es kann nur so laufen. Einer muss der Chef sein und der andere muss damit einverstanden sein. Oder es muss ihm egal sein, dass der andere den Chef spielt. Sonst gibt es nur Streit.“

„Ich glaube, das ist Quatsch, was du da sagst.“

„Als One-Night-Königin hatte ich im letzten Quartal mehr Lover als du in deinem ganzen Leben.“

„Und darauf bist du stolz.“

„Warum nicht?“

„Dann erzähl mal: Bist du bei deinen Dates die Chefin oder die Untergebene?“

„Das wechselt. Das liegt am Typen. Manchmal lasse ich mich gerne erobern und benutzen und so. Manchmal nehme ich den Typen bei der Hand und zeige ihm, wer den Längeren hat.“

Jule seufzte: „Was frage ich dich überhaupt?“

„Was denn?“, ereiferte Leonie sich. „So ist es doch!“

„Na gut. Und was würdest du sagen, ist meistens deine Position?“

„Meine Position? Süße, wenn ich dir hier meine geheimsten Begierden erzähle, dann will ich aber auch deine hören, Schwesterchen. Ist das klar?“

„Jetzt machst du mir Angst. Ich will gar nicht wissen, was du dir so alles vorstellst in deinem One-Night-Kopf. Mir geht’s nur ums Prinzip.“

„Im Prinzip will ich auch nicht von einem schwitzenden, behaarten Typen auf den schmierigen Rücksitz eines alten Mercedes geworfen werden und wie ein wertloses Stück Dreck behandelt werden. Aber Gott, diese Vorstellung, die macht mich manchmal wahnsinnig! Keine Ahnung warum.“

„Deshalb sind das ja deine geheimsten Gedanken. Weil man die nicht mit anderen teilen muss.“

„Ja, aber du hast mit dem Thema angefangen.“

„Weißt du, was das Schlimmste an dieser Phantasie ist?“

„Ich weiß gar nicht, ob ich das wissen will.“

„Es ist auch noch rassistisch. Ich stelle mir vor, dass das so ein grobschlächtiger Araber ist. Der kein Deutsch kann. Jeden Tag in die Mucki-Bude geht. Aber schon Haarausfall hat. Und den Ansatz von einem Schmerbauch.“

„Ich glaube, das ist wirklich rassistisch.“

„Dabei, nur um das klarzustellen:“ Sie machte eine Pause und rief dann laut in das Bistro, obwohl keiner in der Nähe war: „Refugees Welcome!“ Sie schaute sich um, aber niemand nahm Notiz von ihr. „Soviel dazu. Ich weiß auch nicht, wo das herkommt.“

„Ich halte fest, dass du also lieber das wertlose Objekt bist.“

„Kann man so nicht sagen. Ich kann mir genauso gut vorstellen, genau den gleichen Typen im Wald zwischen zwei Bäume zu fesseln und ihm dann den Kopf zu scheren.“

„Wie Samson?“

„Aus der Sesamstraße?“

„Aus der Bibel.“

„Oh“ Leonie lachte. „Ich dachte schon, du wolltest Samson aus der Sesamstraße rasieren. Das wäre richtig abgefuckt. Nein, mein Araber würde sich gegen seine Fesseln stemmen, und er wäre eingeölt, und ich würde ihm die Klamotten vom Leib reißen und ihm seine Männlichkeit nehmen. Also nicht die zwischen seinen Beinen. Die auf dem Kopf. Zwischen den Beinen die brauche ich ja noch.“

Leonie schwieg und sah Jule erwartungsvoll an.

„Jetzt habe ich dir schon zwei erzählt und du noch nicht mal eine.“

„So genau wollte ich es gar nicht wissen. Aber Max und ich haben auch sowas ähnliches angefangen. Nicht so krass. Aber doch irgendwie.“

„Wirklich? Hast du ihn auch schon irgendwo gefesselt?“

„Wie kommst du darauf, dass ich diejenige bin, die fesselt, und nicht die, die auf den Rücksitz geworfen wird?“

„Weil du dich nicht unterordnen kannst. Du warst als kleines Mädchen schon immer so. Dass du deinen Willen durchsetzen musst.“

„Wirklich?“

„Ja wirklich. Was macht ihr denn für schöne Sachen miteinander?“

„Wir haben gerade erst angefangen. Daher frage ich ja meine sexuell viel erfahrenere Schwester um Rat.“

„Darf ich Vorschläge machen? Was du mit Max veranstalten darfst?“

„Definitiv nicht.“

„Ohne mich wärt ihr gar nicht zusammen.“

Das war in der Tat wahr. Jule und Max hatten sich auf Leonies Geburtstagsparty kennengelernt. Max und Leonie arbeiteten im gleichen Unternehmen. Sie fand ihn süß, wollte aber nichts mit jemandem von der Arbeit anfangen, und so verkuppelte sie Max mit Jule. Ziemlich offensichtlich sogar. Platt und plump. Aber es klappte.

Genau deshalb empfand sie ein Gefühl der Verantwortung den beiden gegenüber.

„Du bist also sowas wie seine Domina?“

„Gott, nein! Wir machen nur so ein paar kleine Spielchen.“

„Zum Beispiel?“

Schon wieder bereute Jule es, das Thema angeschnitten zu haben. Aber mit irgendwem musste sie reden, und ihre Schwester konnte manchmal ganz in Ordnung sein in solchen Sachen. Sie hatte ihr schon das ein oder andere Mal beim Liebeskummer geholfen. Aber sie konnte auch nicht in Ordnung sein. Das war sie in diesem Moment.

„Ich mach dir trotzdem mal eine Liste, was du mit Max anstellen kannst. Einfach nur so. Musst du ja nicht benutzen. Einfach nur, weil er süß ist, und ihr beiden unterstützt gehört.“

Jule meinte, dass sie auf diese Liste verzichten könnte, aber insgesamt hoffte sich schon auf ein paar Inspirationen.

Mit Max lief es derweil ganz ordentlich. Es waren schon ein paar Tage vergangen, an denen Jule nichts mit ihm angefangen hatte, und er bekam langsam den Verdacht, dass sie ihr neues Arrangement nur deshalb vorgeschlagen hatte, um sich ihn vom Hals zu halten. Es wurde frustrierend.

Er hätte natürlich jederzeit die Möglichkeit gehabt, sich mit ein paar Fingerübungen Erleichterung zu verschaffen, aber das wäre Verrat gewesen, und so litt er mehr oder weniger leise und begann zu verstehen, auf was er sich eingelassen hatte. Dass die Tatsache, dass sie seine Herrin war, auch bedeutete, dass er tat, was sie wollte. Und wenn sie nicht wollte, dann geschah auch nichts.

So sehr er auch versucht war, seinen Unmut herauszuschreien darüber, dass ihn das Ganze total wuschig machte, so sehr besann er sich meist doch. Denn Jules Drohung, sie nicht zu nerven, stand immer noch im Raum. Einmal war ihm ein frustrierter Kommentar über die Lippen gekommen, und sie hatte sofort gemeint, dass es gerade Ticktock gemacht hatte und sich seine Bestrafung noch weiter verlängert hätte.

Mit dieser Information konnte er natürlich nichts anfangen, denn er wusste nicht, von wie lange auf wie lange. Es kam ihm aber wie eine Ewigkeit vor.

Dabei sprachen wir gerade mal von drei Tagen. Drei Tagen, in denen nichts zwischen Jule und Max lief. Keine Zeitspanne, die so vollkommen ungewöhnlich war. Plötzlich war es eine Ewigkeit für Max, denn plötzlich wollte er Jule mehr als je zuvor.

Dabei war es noch nicht einmal so, dass Jule ihn vollkommen ignorierte. An einem Abend beispielsweise, schlich sie sich von hinten ans Sofa, als er gerade am Fernsehen war und zog seinen Kopf zu sich und dann säuselte sie wieder mit ihrer verdammt scharfen Stimme:

„Ist es sehr schlimm?“

Sie beugte sich zu ihm, und ihre Lippen waren ganz nah beieinander. Aber sie berührten sich nicht. Max roch ihre Haare, spürte ihre Wärme und sein Verlangen wuchs.

„Es geht schon“, stammelte er. Das klang nicht sehr überzeugend, und er überlegte, ob er noch etwas hinzufügen sollte, bitten sollte, flehen sollte.

Aber Jule erriet seine Gedanken und meinte nur: „Vorsicht! Du solltest dir genau überlegen, was du jetzt sagst!“

Wie kann man nur so gemein sein?, dachte er, aber er verkniff sich die Worte. Sie waren nicht das, was sie hören wollte. Stattdessen versuchte er sie zu umarmen, zu sich zu ziehen, sie zu küssen.

Aber Jule blieb hart: „Finger weg! Setz dich auf deine Hände!“

„Was?“

„Unter die Oberschenkel.“

Natürlich gehorchte er.

Mit ihren Fingerspitzen dirigierte sie sein Kinn zu sich, und sie gab ihm den Hauch eines Kusses.

„Ich weiß, es ist nicht einfach für dich. Aber halte durch! Nur noch ein bisschen! Es wird sich lohnen. Okay?“

Max nickte.

„Sehr gut!“ Damit zog sie sich zurück, und Max blieb reglos sitzen, weil er erwartete, dass sie etwas tat. Eine Überraschung für ihn hatte. Aber dann hörte er einen Augenblick später, wie in der Küche das Geschirr rappelte und sie die Spülmaschine füllte.

Max konnte nichts anderes tun als seufzen. Er beschloss, selbst das Heft in die Hand zu nehmen. Er ließ sich etwas einfallen.

Als Jule am nächsten Morgen aufwachte, hörte sie aus der Dusche Max singen. Max sang nie. Es war laut und es ging: „I said Na… nanananaaa… nanananaaa… nanananaananananananaaa!“

Sie konnte es nicht zuordnen. Aber sie wusste, dass sie das Lied kannte. Sie hatten es sogar zusammen gesungen. Vor einiger Zeit, auf einer 80er oder 90er-Party oder so.

Trotzdem blieb dieses „Nanana“ wie ein verdammter Ohrwurm in ihrem Kopf. Den ganzen Tag. Da war was. Max sang nicht unter der Dusche.

Am Ende rief sie Leonie an.

„Sag mal, kennst du das Lied?“

Sie sang und Leonie stimmte sofort ein.

„Aber wie geht es weiter? Da ist mehr. Max will mir was sagen!“

Sie hatte es noch nicht ausgesprochen, da sang Leonie schon den Rest ins Telefon.

„Don’t you forget about, don’t, don’t, don’t!“

„Ich wusste es! Dieser kleine Halunke!“

„Was denn? Erklär‘s mir!“

„Das Lied. Es ist eine verdammte geheime Nachricht! Don’t you forget about me! Ich habe ihm verboten, zu quengeln. Und dann singt der dieses verdammte Lied.“

„Er singt Nananana. Das kannst du ihm nicht vorwerfen. Den Rest hast du dir dazu gedacht.“

„Der versucht mich zu manipulieren!“

„Was erwartest du? Der will von dir gefickt werden. Das ist doch super. Ich kann mir gar nicht vorstellen, irgendjemanden so sehr poppen zu wollen, mit dem ich schon seit Jahren rummache. Freu dich doch!“

Jule ärgerte sich ein wenig, aber sie musste anerkennen, dass er sie ausgetrickst hatte.

„Und was machst du jetzt? Bestrafst du ihn?“

„Sollte ich!“

„Nein! Mach es nicht. Mir zuliebe. Das war doch ganz clever von ihm. Komm, gib ihm Gnade!“

„Ich weiß nicht.“

„Für mich! Du weißt, dass es das Richtige ist.“

Es bleibt zu hoffen, dass es nicht Leonies Gnadengesuch bedurft hätte, dass Jule von selbst darauf gekommen wäre.

Als Jule nachhause kam, stand Max in der Küche und pfiff die Melodie.

„Du kannst dir das sparen. Ich habe es verstanden. Nicht sofort und nicht ohne Hilfe. Aber ich habe es verstanden.“

„Und?“

„Und nichts. Clever. Muss ich dir lassen. Aber du spielst mit dem Feuer.“

„Jule, alles für dich! Alles für meine Herrin! Für dich gehe ich sogar durchs Feuer!“

„Ich weiß, und ich weiß es auch zu schätzen, was du für mich tust.“

„Aber?“

Sie antwortete nicht, sondern gab ihm einen Kuss und verschwand. Damit war das Thema für Jule durch. Aber für Max noch lange nicht.

Max hatte noch mehr auf Lager.

Auf der Arbeit schrieb er ihr am nächsten Tag einen Brief eines fingierten Anwalts samt gefakten Logo:

 

Sehr geehrte Frau Jule Zimmermann,

 

im Auftrag meines Mandanten und unter Wahrung der mündlichen Vereinbarung zwischen Ihnen beiden, erinnere ich Sie daran, dass mein Mandant immer noch ein Interesse an sexuellen Verkehr mit Ihnen hat unter Konditionen, die Sie qua Ihrer Rolle bestimmen können.

 

Mein Mandant bekundet, dass dieses Interesse langfristiger Natur ist und mit großer Wahrscheinlichkeit bis in alle Ewigkeit bestehen bleiben wird. Vermutlich sogar, bis dass der Tod Sie scheidet.

 

Bitte betrachten Sie dieses Schreiben nicht als Versuch der Nötigung oder einen Bruch Ihrer getroffenen Vereinbarungen zur Verschwiegenheit über die Dauer der Strafe für das verlorene Call of Duty Deathmatch.

 

Mein Mandant möchte auch an keiner Stelle den Eindruck erwecken, dass diese Niederlage in irgendeiner Form durch Fremdeinwirkung beispielsweise durch sexuelle Sabotage der süßesten Füße der Stadt zustande gekommen ist.

 

Mein Mandant respektiert Ihre Entscheidungsgewalt und wird sich weiterhin kooperativ zeigen. Dies ist lediglich ein Informationsschreiben seines Anwalts und sollte Sie in keiner Weise negativ erregen.

 

Hochachtungsvoll

 

Man muss sagen, dass das durchaus eine riskante Sache war, denn Max konnte nur raten, wie Jule dieses Schreiben aufnehmen sollte. Sie hoffte, dass sie darüber schmunzeln würde. Eigentlich müsste sie das, denn sie schätzte seinen Humor und seine Kreativität eigentlich. Aber er war sich nicht mehr so ganz sicher, wie sie neuerdings tickte.

Er steckte den Brief in einen Umschlag, frankierte ihn, fakte sogar einen Poststempel und ging damit zu Leonie.

Max wusste, dass Leonie Jule häufiger von der Arbeit abholte. Vielleicht konnte sie diesen Brief in Jules Postablage schmuggeln.

Allerdings war er überrascht über ihre Begrüßung:

„Was macht ihr beiden Turteltäubchen? Alles im Lot?“

Max stutzte. Er kannte Leonie gut genug, um zu wissen, dass sie sich komisch verhielt. Als wüsste sie Bescheid. Max wusste nicht, was er davon halten sollte. Er überlegte sich, ob er Leonie jetzt überhaupt beauftragen sollte, Jule den Brief unterzujubeln, aber er tat es dann doch. Wenn Leonie von den beiden wusste, würde sie auch von dem Brief erfahren.

Er nahm sich allerdings vor, mit Jule darüber zu sprechen, wie öffentlich sie diese neue Rollenverteilung führen sollten. Möglichst gar nicht, wenn es nach seinem Willen ging.

Zu Jules Verteidigung muss man sagen, dass auch sie ein schlechtes Gewissen hatte, was Leonie betraf. Denn immerhin hatten alle drei was miteinander zu tun, aber in unterschiedlichen Konstellationen.

Nun, um die Sache kurz zu machen: Leonie schob Jule den Brief unter. Die las ihn am folgenden Tag ganz unverhofft, und ihre Reaktion war nicht, wie Max es befürchtet hatte, sauer oder verärgert. Sie fand es im Gegenteil süß, wie er sich bemühte und wie ihre Beziehung sich plötzlich neu entflammt hatte.

Sie beschloss also, dass es nun an der Zeit war, seine Tortur zu beenden.

Jule war ein wenig aufgeregt, als sie sich auf einen Zettel ein paar Sachen aufschrieb, die sie besorgen wollte.

  1. Kapitel

Jule musste sich beeilen, sie war spät dran. Der Typ im Sportgeschäft hatte sie genervt. Auf ihre Frage, ob er die Kletterseile, die sie kaufen wollte, in drei Meter Länge zuschneiden könnte, hatte er sie nur verstört angesehen.

Vielleicht war es wirklich nicht die klügste Frage der Welt. Aber er hätte sie auch nicht so entgeistert anblaffen müssen.

„Ich fange ja erst langsam mit dem Bergsteigen an! Da brauche ich keine 20 Meter Seil! Kann ja nicht jeder direkt Profi sein.“

„Ich glaube, Sie haben überhaupt keine Ahnung, wie Sicherung am Berg funktioniert!“, hatte er geantwortet.

Unverschämt!

„Dann mache ich es halt selbst!“

„Da wünsche ich aber gutes Gelingen. Das ist eine Topqualität, die kriegt man nicht so einfach durchgeschnitten!“

Aber sie hatte es doch hinbekommen. Es war sogar ziemlich einfach gewesen. Der Idiot hatte einfach keine Ahnung!

Jedenfalls war sie noch vor Max zuhause.

Per Whatsapp hatte sie Max noch gebeten, ihr diese Ökocola zu besorgen, von der sie wusste, dass es die nur in diesem einen Laden am anderen Ende der Stadt gab. Das hatte ihr Zeit verschafft. So hatte sie sich ins Wohnzimmer gesetzt und in ihrer schönsten Handschrift einige Instruktionen geschrieben. Dann hatte sie auf Spotify den Kanal mit der erotischen Klassikmusik gesucht und gefunden, und der Bolero klang sofort auch mal so richtig erotisch und sinnlich. Danach allerdings kam die Spotify-Werbung, und die war so unerotisch wie ein verschimmeltes Wurstbrot. Was Jule vorhatte, würde definitiv länger dauern als die zehn Minuten, die das Stück dauerte. Also schaltete sie es wieder ab und war froh, dass sie ein wenig Planung in diese Sache investiert hatte.

Es war gar nicht so einfach, einen erotischen Abend zu planen!

Aber dann war alles vorbereitet. Die Fesseln waren an die Bettpfosten gebunden, die Augenbinde lag auf dem Bett. Die restlichen Utensilien lagen bereit. Jule duschte noch schnell, zog sich um und schlüpfte dann gerade rechtzeitig aus der Wohnung, um Max nicht zu begegnen.

Dann ging es los!

Wir sollten nun die Perspektive wechseln und uns in Max versetzen.

Der wusste nämlich nichts von seinem Glück, war auch ein wenig genervt, dass er diese doofe Cola besorgen sollte. Öko mochte sie sein, aber sie war trotzdem viel zu süß und schmeckte künstlich. Max hatte mehr Vertrauen in die Lebensmittelchemiker bei Coca Cola als in die kolumbianischen Bauern, die dieses Zeugs zusammengemixt hatten.

Er wäre bei Jules Anliegen unter normalen Umständen sicherlich stutzig geworden, aber seit einigen Tagen war ja nichts mehr normal.

Als er an der Wohnungstür stand, fand er einen kleinen rosa Umschlag. Er zog einen Brief heraus, auf dem stand:

 

Heute ist es soweit!

Lass alles im Flur stehen.

Geh sofort ins Schlafzimmer!

 

Seine Hand zitterte ein wenig vor Vorfreude, als er den Schüssel ins Schloss steckte.

Er ließ seine Tasche und die dumme Cola im Flur stehen und folgte dem Befehl ins Schlafzimmer.

Die Fenster waren zugezogen und das Licht schummrig. Auf dem Bett lag eine Augenbinde und fein drapiert waren vier Seile mit Schlinge, die von den Bettpfosten ausgingen. In der Mitte ein neuer Zettel:

 

Zieh dich aus!

Leg die Augenbinde an und fessele dich an den Händen und Füßen.

Bevor du die letzte Fessel anlegst, schreibst du mir eine Whatsapp. Da steht nur ‚fertig’ drin.

 

Das war besser, als er es sich in seinen Träumen vorgestellt hatte! Er riss sich quasi die Klamotten vom Leib und zwar alles. Selbst die Uhr legte er ab. Er schlüpfte in die Beinfesseln und vergaß fast die Nachricht, bevor er sich komplett hilflos machte.

Sein Herz raste.

Dann geschah… nichts.

Er wartete.

Max hatte vermutet, dass Jule sich in der Wohnung befände und sich still verhielt.

Aber es war nichts zu hören außer der Stille und entfernt die Geräusche der Straße.

Die Zeit verging, und er kam sich seltsam vor, wie er da lag, langgestreckt und nackt auf dem Bett, nur sein kleiner Freund immer noch steif und motiviert.

Irgendwann hörte er Schritte im Treppenhaus. Aber er kannte sie. Es waren die schweren Schritte des alten Mannes im vierten Stock. Irgendwann waren sie verklungen, und dann war er wieder allein in seinen Fesseln und in seiner Dunkelheit.

Er konnte es immer noch nicht fassen, was er da für eine Freundin gefunden hatte, die sowas mit ihm machte!

Schließlich waren wieder Schritte zu hören. Leichter. Die könnten zu Jule passen! In der Tat drehte sich der Schlüssel im Schloss, jemand trat ein und schloss die Tür.

Für eine Sekunde fragte er sich, ob das vielleicht gar nicht Jule war, sondern jemand anders. Leonie kam ihm sofort in den Kopf.

Die Schritte näherten sich dem Schlafzimmer und blieben dann stehen. Er konnte die Blicke quasi auf sich fühlen.

Doch dann setzten sich die Schritte in Richtung Küche in Bewegung.

Max war aufgeregt, sagte aber nichts.

Er wartete, versuchte zu hören, was die Person in der Küche machte. Aber er bekam keine sinnvollen Informationen. Schließlich näherten sie sich wieder. Max glaubte, die Aura einer Person wahrzunehmen, die den Raum betrat.

Dann berührten ihn Finger auf der Brust. Sanft und vorsichtig. Sie umkreisten seine Brustwarzen wie in einem Spiel. Sie waren feucht und schienen eine Flüssigkeit auf seiner Brust zu verteilen. Sie roch parfümiert.

Max seufzte einmal laut, als die Finger über seine ziemlich sensiblen Brustwarzen strichen in der Hoffnung, eine Reaktion von der Person zu erhalten. Aber sie blieb still und verteilte mehr von dieser öligen Flüssigkeit auf seinem Oberkörper. Langsam und sinnlich. Es fühlte sich heiß an, ganz neu. Er war noch nie gefesselt gewesen, sie hatten solche Spielchen noch nie gespielt, und ihm wurde nun bewusst, dass er ziemlich hilflos war, wenn sie ihn nicht mit diesem sanften Öl einrieb, sondern vielleicht mit so einer eklig heißen Tigersalbe mit Chiliextrakt oder so. Es fühlte, wie wenig er dagegen tun könnte, und das war ein toller Gedanke. Aber zumindest im Moment hatte er noch keinen Grund, sich Sorgen zu machen, und er genoss das.

Schließich setzte die Person sich auf das Bett, und ein kleiner Hauch von Jules Parfum schwebte zu ihm hinüber. An der Art, wie sie ihn streichelte, konnte er nun mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass sie es war.

Ihre Hände nahmen mehr von diesem Öl und ließen es schwerfällig wie Honig auf seinen Bauch träufeln und verrieben es dann. Erst auf seinem Bauch und dann tiefer.

Max atmete tief ein und stöhnte, denn Jules Hände näherten sich immer mehr seinem Schwanz. Aber dann waren sie verschwunden und tauchten wieder an seinen Unterschenkeln auf, massierten ihn dort und wanderten hinauf.

Max atmete schwerer. Das war alles zu viel für ihn. Das weiche ölige Gefühl auf seiner Haut und die klare Richtung, in der sich das alles bewegte. Hinauf. Unaufhaltsam.

Er atmete schwer. Scheiße, war das gut. Aber es war auch fast unerträglich. Die Hände waren nun an seinem Oberschenkel angekommen und massierten seine Hoden.

Er zog scharf die Luft ein, wusste nicht, ob er sprechen durfte, musste es aber.

„Nicht! Noch nicht! Nicht so schnell!“

„Schh, Baby! Ganz ruhig! Du hast jetzt nichts zu sagen!“

Er nickte, aber sie wusste gar nicht, wie nah er dran war.

Ihre Finger wieder auf seinen Oberschenkeln, wieder an seinen Hoden.

„Du kommst erst, wenn ich es dir erlaube! Ab jetzt bestimme ich, wann du kommst!“

Aber so lief es nicht. Diese Worte klangen so verdammt geil, dass er nur noch stammeln konnte, und er bäumte sich auf, um es zurückzuhalten, verkrampfte jeden seiner Muskeln, aber es half nichts.

Der Gedanke, dass seine Höhepunkte ab jetzt in ihrer Hand lagen, ließ ihn alle Disziplin verlieren und das neu aufgestellte Gesetz verletzen.

Er bäumte sich auf und mit einem animalischen Grunzen schoss er seinen Samen in die Luft, und er spürte nur nebenbei, wie der auf seinem Bauch landete.

Max atmete schwer und war mit sich allein in der Dunkelheit, bis er wieder genug zu sich kam, um zu verstehen, was gerade passiert war.

„Es tut mir leid!“, stammelte er. „Es tut mir so leid!“ und das wiederholte er immer wieder, bis Jule sich über ihn beugte und flüsterte:

„Es ist alles gut! Alles ist gut! Mach dir keine Sorgen! Alles ist gut!“

Diese Worte waren so tröstend und warm, dass er spürte, wie seine Augen feucht wurden, und er war froh, dass die Augenbinde seine Tränen aufsaugte.

So etwas hatte er noch nie erlebt.

Er spürte, wie Jule sich neben ihn aufs Bett legte und streichelte. Aber nun nicht erregend, sondern wie man es tut, wenn man jemanden tröstet. Dabei flüsterte sie weiter ihre süßen Worte, bis er sich beruhigt hatte.

Es war ihm immer noch peinlich, dass er so schnell gekommen war.

Aber Jule erschien seine Gedanken zu lesen und meinte:

„Wir sind noch lange nicht fertig!“

Max nickte und dann spürte er, wie Jules Finger seinem Samen von seinem Bauch aufnahmen. Er war gerührt von ihrer Fürsorge. Doch dann roch er etwas säuerliches, ganz schwach, aber definitiv wahrnehmbar. Ihr Finger mit seinem Samen an seiner Nase. Sie legte ihre Fingerspitze auf seine Lippen.

Jetzt verstand er, was sie von ihm wollte.

Er hatte so etwas noch nie gemacht! War noch nicht einmal auf diesen Gedanken gekommen!

Nun lag Jules Finger mit seinem Sperma erwartungsvoll auf seinen Lippen.

Für eine Ewigkeit blieb es auch so. Sie sagte nichts, er sagte nichts. Als würde sie ihm Zeit geben, sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, und dann sprach sie wieder mit dieser unwiderstehlichen Stimme:

„Für mich.“

Max konnte nicht sagen, ob es ein Befehl oder eine Frage war.

„Du zeigst mir damit, dass du dich mir schenkst, und dir zeigst du, wie groß meine Macht über dich ist.“

Es hätte dieses zweiten Satzes nicht bedurft. Er öffnete willig seine Lippen wie eine Blume ihre Blüte, um seinen eigenen Nektar von ihren Fingern zu lecken.

„Schluck’s nicht sofort runter. Schmeck es. Du sollst richtig schmecken, wie sich meine Herrschaft über dich anfühlt.“

Max gehorchte, und er verstand zum ersten Mal, zu was sie in der Lage war, wie viel sie von ihm verlangen konnte.

Es war ein Moment, an den beide sich noch lange erinnern sollten, obwohl sie nie darüber ein Wort verloren. Aber das, was hier geschehen war, änderte alles zwischen ihnen.

Max hatte sich ihr unterworfen. Es war, als wäre sein Samen ein Zaubertrank, der ihn willenlos machte.

Sie lagen eine Weile stumm nebeneinander. Max schmeckte den salzigen Geschmack auf seinen Lippen. Er konnte nicht sagen, dass er ihn mochte, aber er konnte den Geschmack auch nicht leugnen. Er war so unzweifelhaft da wie seine neue Rolle.  

Irgendwann begann Jule ihn wieder zu streicheln, und sofort war er wieder bereit und sein Schwanz richtete sich auf.

Er war immer noch gefesselt, immer noch von Dunkelheit umgeben, aber seine Sinne waren geschärft. Er roch Jules Erregung. Als sie sich auf ihn setzte, spürte er die Feuchtigkeit in ihrem Schritt.

Ihre Küsse auf seinem Körper. Gefesselt wie er war, konnte er sie sich nicht holen, er konnte sie nur empfangen wie Geschenke. Es waren ihre Geschenke und sie machte sie, wie, wo und wie lange sie wollte. Max lag da, hilflos, ermattet, aber auch bereit und empfing sie. Als sie sich aufrichtete und in ihn eindrang, da nahm er sich vor, dass er nicht wieder zu früh kommen würde, dass er nicht wieder versagte, obwohl er bereit war für das zweite Mal, das sich immer anders anfühlte als das erste. Weniger wild, weniger ausweglos, sondern schwerer, fast schmerzhaft, ein bisschen traurig, als wäre ihm die Alternativlosigkeit bewusst.

Aber auch Jule war bereit, brauchte nicht lange, um an den Punkt zu kommen, und Max war zuvorkommend in seiner Fesselung. Er nahm sich ihres Rhythmus an und tat mit seinen Hüften alles, um ihren Höhepunkt zu unterstützen.

So kam sie schließlich ganz explosiv, und auch er folgte ihr nur wenige Augenblicke später. Sie sackte schließlich über ihm zusammen, ihre langen blonden Haare auf seinem Gesicht, und er wurde durch ihren warmen Duft eingelullt.

Wie lange sie still nebeneinander lagen, er konnte es nicht sagen.

Schließlich sagte Jule: „Puh, das war aber mal was!“ und beide lachten leise.

  1. Kapitel

„Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass du starke Frauen magst?“

Jule und Max waren auf der Couch. Max hatte seinen Kopf in Jules Schoß liegen und sie kraulte seinen Kopf. Irgendwie hatten sie so etwas zuvor noch nie gemacht, und Max hatte gar nicht gewusst, wie sehr er sich nach so etwas gesehnt hatte.

Aber hier in Jules Schoß fühlte er sich einfach geborgen und frei. Und das alles hatte nichts mit Dominanz zu tun.

„Dass ich starke Frauen mag? Ich weiß nicht. Schon immer irgendwie? Aber dann doch nicht. Cat Woman.“

„Cat Woman?“

„Aus so einem alten Batman Film. Ich weiß nicht, wie die Schauspielerin heißt, aber die trug so ein enges schwarzes Kostüm mit Nähten. Die war total durchgeknallt, hatte eine Peitsche und verprügelte Typen. Batman auch, aber ganz elegant und sexy. Die fand ich total heiß. Die war so stark und mächtig, aber gleichzeitig auch grazil und elegant und so.“

„Ja, die ist heiß.“

„Findest du auch?“

„Total. Aber das ist alles?“

„Naja, schon irgendwie immer wieder mal so. Aber ich habe das immer so ein wenig weggeschoben. Die Sache im Zug, die war heiß, als wir diesen Film gesehen haben, erinnerst du dich?“

Jule nickte: „Aber sonst? Ich meine, du hattest noch nie so was gemacht? Mit einer anderen Freundin vorher?“

Max schüttelte den Kopf. „Die waren alle nicht so drauf. Deswegen bin ich nie auf die Idee gekommen. Sorry, das ist alles nicht so richtig spannend. Wenn du willst, erfinde ich dir was Geileres.“

„Lass mal, vielleicht kannst du mir später was erfinden.“

„Dann bist du jetzt dran. Wann hast du das erste Mal deine dominante Ader entdeckt?“

Jule seufzte.

„Leonie würde sagen, dass ich das schon immer war. Aber sie würde das nicht als dominant bezeichnen. Sie nennt mich Diva und Rotzlöffel und sowas. Sie meint, dass ich immer meinen Willen durchsetzen will und schon immer wollte.“

„Manchmal tust du das auch.“

„Max, du weißt gar nicht, wie sehr ich mich am Riemen gerissen habe in unserer Beziehung. Im Vergleich zu dem, wie ich früher war, bin ich jetzt ein Zen-Mönch.“

„Für mich brauchst du kein Mönch zu sein.“

„Glaub mir, so wie ich früher war, willst du mich nicht erleben. Wirklich nicht!“

„Also hast du mir immer was vorgespielt?“

„So würde ich das jetzt auch nicht sagen. Ich habe mich bemüht, eine gute Freundin zu sein.“

„Rotzlöffel ist ja auch noch nicht so richtig Herrin.“

„Stimmt. Aber es gibt sowas wie ein erstes Erlebnis. Ich weiß nicht, wie alt ich da war, ich glaube so 13 oder 14. Wir hatten in der Klasse so ein richtiges kleines Arschloch. So ein richtig fieser Bully. Der die Jungs immer verprügelt hat und nur Scheiße im Kopf hatte. Er hatte so eine kleine Gang, mit der er die Schule terrorisiert hat. Die Jungs zumindest. Die Mädchen haben sie in Ruhe gelassen. Mit denen konnten sie nichts so richtig anfangen. Die durfte man ja nicht schlagen und so, und irgendwie wollte man von denen ja was. Aber sie wussten nicht so genau was. Wir wollten von denen nichts. Das hat sie irgendwie frustriert. Dass wir sie nicht so toll fanden wie sie sich. Naja, irgendwann nach der Schule, habe ich ihn bei den Fahrrädern getroffen. Alle anderen waren schon weg. Keine Ahnung, was er da machte. Ich wollte jedenfalls nur mein Rad holen. Dann kam er und quatschte mich an. Er wollte mich irgendwie anmachen. Aber so auf eine doofe Tour. Ich ignorierte ihn, aber irgendwann stellte er sich mir in den Weg. Da bin ich ausgetickt und habe ihn angeschrien, dass er aus dem Weg gehen sollte. Und als er das nicht machte, bin ich auf ihn los und hab ihn auf den Boden geworfen. Nicht so richtig, ich habe gesehen, dass hinter ihm ein Fahrrad lag, und als ich auf ihn zulief und ihn schubste, ist er einfach gestolpert und lag vor mir. Der war total überrascht, dass ein kleines Mädchen ihn so fertig machte. Ich stand da vor ihm, breitbeinig und die Hände in die Hüften gestemmt. Über ihm stand ich und schaute auf ihn herunter. Ich habe ihn richtig zur Sau gemacht. Verbal. Was er sich einbilde und so. Und seinen Blick werde ich nicht vergessen, der hatte richtig Schiss vor mir. Ich kam mir da total stark und überlegen vor. Erst viel später habe ich mich daran erinnert, und da fand ich das plötzlich sexuell total geil. Damals ist mit der Gedanke gar nicht gekommen. Da ging es nur darum, dass ich es dem Typen gezeigt habe und nicht darum, dass der vor mir Schiss haben konnte, weil ich ein Mädchen bin. Aber die Pose, die ich damals gehabt habe, die muss so richtig scharf gewesen sein. So breitbeinig vor ihm, und er musste zu mir hochschauen, aber wenn er hochguckte, dann musste er in meinen Schritt gucken. Wie gesagt, das ist mir erst viel später bewusst geworden.“

„Kann ich mir gut vorstellen. Jetzt will ich dich auch so sehen!“

„Heute nicht mehr. Du willst mich auch nicht als Furie erleben. Die Seite willst du nicht kennenlernen, glaub mir!“

„Ich lerne so eine ganze Menge über dich in letzter Zeit, und nichts davon ist abstoßend.“

Sie lachte.

„Vielleicht kennst du mich nicht so gut.“

„Vielleicht… hast du schonmal mit einem anderen sowas gemacht wie mit mir jetzt?“

„Nie. Ist mir irgendwie auch nie in den Sinn gekommen. Du bist der erste. Aber du hast auch so was Süßes, so was Zartes und Zerbrechliches.“

„Das hat mir noch niemand gesagt. Ich weiß gar nicht, ob ich das so gut finde.“

„Hast du auch Angst um deine Männlichkeit? Wie der Bully, meine ich?“

„Ich weiß es nicht.“

„Mach dir mal keine Sorgen. Für mich bist du Mann genug. Mehr noch als manch anderer.“

„Gut zu wissen.“ Max wusste nicht, was er von all dem halten sollte.

„Und immerhin bleibt das, was wir machen ja unter uns. Niemand sonst erfährt was davon, wenn du das nicht willst. Versprochen!“

„Okay. Das ist gut. Was ist mit deiner Schwester? Weiß die was?“

„Ein bisschen, nichts so richtig Genaues. Stört dich das? Die ist eigentlich ganz in Ordnung und kann die Klappe halten. Aber wenn du nicht willst, dann halte ich Zukunft meinen Mund.“

Max war sich unschlüssig. Er mochte Leonie, sie waren sich auch irgendwie vertraut, vielleicht sogar so etwas wie Freunde. Er wusste nicht genau wieso, aber es störte ihn nicht so sehr, dass sie es wusste, wie man vermuten könnte.

  1. Kapitel

„Hallo Schatz! Heute ist Mädelsabend! Würdest du dich bitte ausziehen?“

Max war gerade zur Tür hereingekommen und wusste nicht, wie ihm geschah. Mädelsabend? Was sollte das bedeuten? Würden ihr Freundinnen kommen? Würde Jule ihnen Max präsentieren? Max wurde mulmig bei dem Gedanken, zumal sie ja sowas wie eine Absprache hatten.

„Geh schon mal ins Wohnzimmer. Ich komm gleich zu dir!“

Er gehorchte natürlich.

Jule hatte vorgehabt, ihn zu verwirren, und das war ihr auch gelungen. Daher wollen wir den Abend aus ihrer Perspektive erleben.

Als sie mit einem Tablett ins Wohnzimmer trat, stand Max schon vor ihr. Splitterfasernackt. Und, wie sie mit Freude feststellte, schon erregt. Es war so einfach, ihn heiß zu machen! Ein paar Worte reichten!

Sie reichte ihm einen Prosecco und flötete fröhlich:

„Prösterchen!“

Sie nippte an ihrem, während Max seinen quasi auf Ex leerte.

Als er das merkte, lächelte er entschuldigend, aber Jule meinte nur:

„Macht doch nichts!“ Dann exte sie auch ihren Prosecco und goss ihnen beiden nach.

Dieses Mal stießen sie an.

„Auf einen netten Abend!“

„Du machst mir ein bisschen Angst. Was passiert hier?“

„Nichts, keine Sorge! Wir machen uns einen schönen Abend. Nur wir beide, wie Mädels das so machen.“

„Mädels?“

„Du fragst schon wieder zu viel!“

„Gibt es einen Grund, weshalb ich dafür nackt bin?“

„Es scheint dir zu gefallen, oder nicht?“ Jule streichelte einmal beiläufig über seine Erektion. „Ich finde, damit drücken wir unsere Beziehung aus. Ich habe die Klamotten an, und du bist nackt und mir ausgeliefert. Das passt doch oder nicht?“

„Gott, wenn du das so ausdrückst, werde ich ganz heiß! Jule, allein diese Worte! Wo findest du die nur?“

„In meinem kleinen, dunklen, dominanten Herzen, nehme ich an! Aber jetzt genug gefragt, klar? Ich meine es ernst.“

„Verstanden, keine Fragen mehr, Herrin.“

„Der Abend soll ganz entspannt sein, und ich bin auch nicht so richtig deine Herrin. Sieh mich einfach mal als deine Freundin!“

Ihre Stimme war ein wenig zu mädchenhaft, als dass er ihr vollkommen vertraute.

„So sehe ich dich immer!“

„Nein, ich meine, als Freundin Freundin!“

„Max sah sie fragend an, erinnerte sich aber an sein gerade abgegebenes Versprechen.“

„If I was your girlfriend…”, sang Jule und verschwand ins Bad, um mit einem Korb zurückzukommen, der allerdings mit einem Handtuch verdeckt war.

Sie genoss die Ratlosigkeit ihres Freundes, stellte ihm einen Stuhl in die Mitte des Raums und bedeutete ihm, darauf Platz zu nehmen.

„Heute machen wir uns mal so richtig schön! Was sagst du dazu?“ Sie wartete seine Antwort nicht ab. „Aber erstmal ist Rasen mähen angesagt!“

Sie präsentierte ihm einen pinken Ladyshave. Max rutschte unruhig auf seinem Stuhl herum. Jule ignorierte das. Stattdessen begann sie ihn zu rasieren. Das arme Wasser hatte sie in einer kleinen Vase bereitgesellt. Sie tat es mitten im Wohnzimmer. Im Bad war es ihr zu eng, und irgendwie wirkte das Wohnzimmer angemessener, wie sie fand.

Erst seine Beine, dann seinen Oberkörper, dann die Achseln. Die Haare am Arm ließ sie ihm. Sie gab sich Mühe, daraus einen Akt der sanften Demütigung zu machen, ihn aber gleichzeitig zu erregen. Die weiche Rasiercreme auf seiner Haut half ihr dabei, und gleichzeitig streichelte sie seinen Körper besonders sanft. Gleichzeitig machte sie aber auch hier und da mal einige böse Bemerkungen über seine Härchen.

„Du siehst ja aus wie ein kleines Schweinchen.“ Oder „Jetzt bist du so richtig weich. Du fühlst dich an wie ein Babypopo! Süß nicht?“

Max versank dementsprechend in Scham, während er gleichzeitig vollkommen erregt war, und Jule bemerkte anerkennend, dass seine Erektion zu keiner Zeit nachließ. Er genoss die Demütigung zu ertragen und sie genoss die Demütigung zu verteilen.

Schließlich widmete sie sich auch den spannenderen Körperteilen, seifte seinen Schritt besonders intensiv ein und rasierte ihn vorsichtig. Wieder gab sie sich Mühe mit den kleinen Erniedrigungen:

„Beweg dich nicht, sonst schneide ich dich noch! Du willst doch nicht, dass ich deinen kleinen Schniedel aus Versehen abschneide oder?“ Sie lachte dabei, aber Max hielt die Luft an.

Jule machte sich einen Spaß daraus, ihn ausgiebig einzuseifen. Jule war bewusst, dass sie vorsichtig sein musste, um nicht wieder so ein vorzeitiges Malheur zu verursachen, und es gelang ihr, Max zu einem ungemütlichen Stöhnen, aber ihn nicht bis an den Rand des Abspritzens zu bringen.

„So, vorne sind wir fertig! Aufstehen, und jetzt kommt der Hintern dran!“

„Muss das wirklich sein!“, entfuhr es Max. Jule nahm zur Kenntnis, dass er sein Versprechen gebrochen hatte, weil er sie schon wieder mit einer Frage löcherte, aber in diesem Augenblick ging es ihr um etwas anderes.

Nicht um so eine offensichtliche Bestrafung.

Er stand auf, sie setzte sich auf den Stuhl und bedeutete ihm, sich über ihre Knie zu legen. Er gehorchte natürlich.

Noch nie hatte jemand nackt in dieser Position auf ihren Knien gelegt, und sie konnte dem Impuls nicht widerstehen und gab ihm einige Klapse mit der flachen Hand auf seine Pobacken.

Jule hatte auch noch nie irgendjemandem am Hintern herumgefuchtelt. Jule musste da selbst ein wenig Mut fassen, aber da Max auf den Boden blickte und ihre Unsicherheit nicht sah, kaschierte sie diese mit markigen Worten:

„Die Haare an deinem Arsch, die müssen definitiv weg!“

Sie nahm den Waschlappen und fuhr im zwischen die Poritze. Erst ein wenig langsam, aber dann fand sie daran gefallen und drückte fester, umspielte mit ihren Fingern sogar seinen Anus.

Max nahm es hin, zuckte zusammen vor Scham, es war ein seltsames Gefühl, ein angsteinflößendes Gefühl, und Jule hatte sich selten mächtiger gefühlt als in diesem Augenblick.

Jule rasierte ihn also auch zwischen dem Po und schließlich blieben nur noch seine Haare auf seinen Hoden übrig. Jule nahm sie in ihre Hand, locker, nur um die Haut zu straffen, und dann begann sie ihn auch dort zu rasieren, Ganz vorsichtig, um ihn nicht zu schneiden.

Max war derweil vollkommen angespannt, und Jule konnte es sich nicht verkneifen, ihre Macht auszunutzen.

„Wie ist das so? Zu wissen, dass deine Eier in meiner Hand sind? Dass ich dich in der Hand habe?“

Sie lachte, Max schluckte stumm.

„Du solltest dir immer bewusst sein, was ich damit anrichten kann!“

Sie schloss ihre Faust ein wenig, nur sanft, aber sofort bäumte Max sich auf, weil er den Druck spürte.

„Tut es weh?“, meinte sie gespielt mitleidig. Aber sie lockerte ihren Griff sofort wieder. Sie wollte ihm schließlich nicht wirklich wehtun.

„Es geht schon“, meinte Max gepresst.

„Ja dann!“ und Jule drückte wieder zu. Vielleicht wollte sie ihm doch wehtun. Nur um zu zeigen, wer das Sagen hatte. Schließlich schubste sie ihn von ihren Knien und er fiel auf den Boden.

Jule stand auf, und ganz subtil trat sie einen Schritt an ihn heran, stellte die Beine auseinander und grinste ihn überlegen an.

Max verstand sofort, dass das die Pose war, von der Jule erzählt hatte. Für einen langen Augenblick verharrten die beiden so, dann reichte Jule ihm die Hand und half ihm auf.

„Erster Teil geschafft! Wie fühlst du dich?“

„Max wusste nicht, wie er darauf antworten sollte, was sie hören wollte, und so sagte er nur; „Weich.“

„Weich? Ja, warum nicht!“

Sie setzte ihn wieder auf den Stuhl.

„Dann können wir jetzt ja richtig anfangen mit dem Mädels-Kram!“

Damit zückte sie einen Lippenstift, und ihr Herz ging auf, als sie sah, wie Max große Augen machte.

Aber statt mit ihm zu reden, fing sie wieder an zu singen, während sie ihn schminke:

„If I was your girlfriend, would you let me take care of you!”

Immer wieder hielt sie ihm einen Spiegel hin, um ihm zu zeigen, wie er aussah, und wenn sie ihm sein Spiegelbild zeigte, legte sie ihre Hand in seinen Schritt und stellte zufrieden fest, dass er immer noch voll dabei war. Sie übertrieb es natürlich mit der Schminke. Sie hatte extra für ihn den billigen, grellen Lippenstift gekauft, der schmierte. Sie machte das volle Programm mit Kajal und Lidschatten und Rouge. Am Ende sprühte sie ihn noch mit dem viel zu süßen Parfum ein, das sie schon seit Jahren hatte und nie benutzte, weil es einfach zu billig roch.

Er sah grässlich aus, aber auch weiblich, weich, zart. Eine groteske Mischung aus allerlei, vor allem aber sah er schwach und gedemütigt aus im Vergleich zu ihr.

„Schön, nicht?“

Er nickte, schluckte aber auch gleichzeitig. Glücklich war er definitiv nicht.

Jule zückte ihr Handy und machte ein schnelles Selfie von ihnen beiden, und nahm seinen Einwand vorweg: „Keine Sorge, nur für uns beide. Als kleine Erinnerung, wie es so ist zwischen uns. Wir haben doch einen schönen Abend, oder nicht, meine kleine Maxine? Wir sollten noch einen trinken!“

Sie teilte den Rest des Proseccos und stieß wieder mit ihm an „Stößchen!“

Wieder exte Max. Der Arme brauchte wirklich was zur Beruhigung.

Schließlich tat sie den letzten Schritt.

„Mach mal gerade die Augen zu, ich habe noch eine kleine Überraschung für dich!“

Er gehorchte, sie griff in den Korb, und als sie sagte: „Augen auf!“, da blickte er auf einen pinken Spitzenslip.

„Freust du dich?“

Max schluckte und nickte.

„Ich hoffe, ich habe deine Größe getroffen!“ Der Satz war fies, denn Jule hatte extra zwei Nummern zu klein gekauft, und als er hineinschlüpfte, schaute sein erigierter Schwanz oben aus dem Bund, weil der Slip einfach zu eng war.

„Tanz für mich, kleine Maus!“

„Wirklich?“

„Klar! Moment!“ Sie zückte ihr Handy wieder, suchte das Lied „If I was your girlfriend“ und dirigierte Max.

„Wenn du dir keine Mühe gibst, dann gibt es heute keinen Nachtisch. Wir verstehen uns doch, oder?“

Er nickte.

„Das ist schön! Und jetzt los! Tanz mich heiß!“

Heiß war es nicht. Es war demütigend, wie Max zu einem Mädchen gemacht wurde. Es waren nicht seine Hüftschwünge, die Jule scharf machten, sondern die Demütigung auf seinem Gesicht. Jule machte es noch schlimmer, als sie ihn dirigierte: „Schüttel deinen Arsch für mich! Beine breit!“

Die Musik machte sie nun auch an, und sie tanzte mit ihm, schwang ihre Hüften und begann langsam einen Striptease hinzulegen und ihre Bluse zu öffnen. Lasziv ließ sie ihn von ihrem Oberkörper gleiten und entledigte sich auch ihres BHs. Max war ja schon nackt bis auf das Höschen.

Jule nahm seinen Kopf und presste ihn auf ihre Brüste, und sein Lippenstift verschmierte auf ihren Brüsten.

Schließlich zog sie ihn an sich und küsste ihn, schmeckte seinen Lippenstift und roch das süße Parfum.

Dann begann sie seinen Schwanz zu massieren, der immer noch in dem pinken Slip steckte. Sie sang dazu:

„I kissed a girl, and I liked it.” Den ganzen Song, bis Max schließlich ziemlich gewaltig kam, dass seine Knie zitterten und sie ihn in einer Umarmung auffangen musste. Er umarmte sie ganz fest und atmete schwer.

Jule strich ihm über die Haare und flüsterte:

„Alles ist gut! Ist schon in Ordnung!“ und Max kuschelte sich in die Umarmung, wurde aber herausgerissen, als sie ihm nach einer Weile ins Ohr flüsterte:

„Mädchen, du weißt, was zu tun ist!“

Sie hielt ihm ihre Hand hin, in der sie sein Sperma gefangen hatte.

Seine Augen winselten um Gnade, aber sie sagte nur:

„Du kennst die Regeln, Kleines.“

Damit steckte sie langsam ihre Finger in seinen Mund, und er leckte sie sauber.

„Braves Mädchen, geht doch!“

  1. Kapitel

Max hatte in seinem Job in der letzten Zeit ein wenig Oberwasser gewonnen, ein paar Probleme behoben und keine neuen bekommen. Er war sichtlich entspannter geworden, weniger gestresst, weniger genervt. Er glaubte, dass es an ihm lag, aber vielleicht hatte er einfach nur Glück. Am Ende war es egal. Die Lage hatte sich entspannt.

Ob das auch an der Unterwäsche lag, die Jule ihn tragen ließ?

Es war nicht bei dem pinken Höschen geblieben. Jule hatte ihm eine ganze Schublade voll Damenunterwäsche besorgt. Nicht nur das, sondern auch noch Strümpfe und Strapse. Er konnte sich nie sicher sein, wann Jule auf die Idee kam, ihm morgens ein Höschen rauszulegen. Wenn er die tragen musste, konnte er sicher sein, dass er, wann immer er daran erinnert wurde, mit einer Latte durch die Gegend lief. Er konnte einfach nichts dagegen tun, wenn er daran erinnert wurde, was sie mit ihm anstellte, ihm seine Männlichkeit irgendwie raubte und ihm dafür etwas anderes gab.

Der ganzen Tag über war er auf der Arbeit erregt. Es war frustrierend, aber es war auch ziemlich geil, und das hob seine Stimmung.

Das berichtete Leonie auch Jule, die das gerne hörte.

„Wie sieht es aus zwischen euch?“, fragte Leonie. „Macht ihr immer noch eure kleinen Spielchen?“

„Unsere kleinen Spielchen machen wir immer noch irgendwie.“ Jule war vorsichtig, was sie ihrer Schwester mitteilen wollte.

„Du willst nicht drüber sprechen? Soll ich Max fragen?“

„Glaubst du, der würde dir sagen, was wir beide so miteinander treiben?“

„Ich bin mir ziemlich sicher, dass er das nicht tut. Sollen wir wetten?“

„Wetten, dass er dir nicht erzählt, was ich mit ihm mache?“

„Sei dir mal nicht so sicher.“

„Danke, aber Danke nein!“

Jule konnte Leonies Wunsch zwar verstehen, aber ihre Schwester wollte sie nicht damit hineinziehen. Jule konnte sich vorstellen, Max ihren Freundinnen vorzustellen. Beispielsweise sie zum Kaffee einzuladen. Max würde sie bedienen, stumm wie ein Diener, und wenn eine ihrer Freundinnen sie darauf ansprechen würde, würde sie ganz nebenbei sagen:

„Max ist mein Sexsklave. Er macht alles, was ich will.“

Dann würde sie die Reaktion ihrer Freundinnen abwarten und es ihnen beweisen, indem sie Max aufforderte, sich vor ihnen auszuziehen. Ihre Freundinnen würden mit offenem Mund zusehen, wie Max ihrem Befehl nachkäme und wenige Momente später ziemlich selbstverständlich sich vor ihnen entblößen. Ihre Freundinnen würden es nicht glauben können, aber sie würde Max befehlen, sich vor sie zu knien und ihnen die Füße zu küssen. Max würde vor Scham am liebsten im Boden verschwinden, aber sie wüsste, dass ihm es gefallen würde. Und daher würde sie ihn vor ihren Freundinnen auf die Knie gehen lassen. Vielleicht würden sie alle drei sich über ihn lustig machen.

Sie stellte sich das so vor. Aber diese Freundinnen, die sie sich vorstellte, die gab es nicht. Nicht, dass sie keine Freundinnen hätte, sie hatte natürlich einige. Aber sie hatte keine, denen sie so etwas hätte beichten können. Keine, die damit so entspannt umgehen würde, wie sie das wollte. Keine würde mitspielen. Sie wären alle empört und würden über sie herziehen. So wäre das. Nun, vor Kurzem hätte sie vielleicht noch ähnlich reagiert.

„Überleg dir das nochmal mit der Wette. Aber ag mal, hast du dir eigentlich was für Max Fortbildung überlegt?“

„Was meinst du?“

„Na, der fährt doch auf so eine IT-Fortbildung in die Zentrale. Für drei Tage oder so, und das in zwei Wochen. Hast du doch von gehört oder?“

„Sicher habe ich das. Aber was soll ich mir da überlegen?“

„Na, du musst ihn doch bei Laune halten. Kontrollieren. Nicht dass der über die Hostessen herfällt?“

„Was für Hostessen?“

„Na da findet doch so eine Messe statt. Da gibt es sicher auch Hostessen. Und deswegen musst du ihn doch irgendwie bei Laune halten. Darf ich einen Vorschlag machen?“

„Wenn es sein muss.“

„Ich sag nur ein Wort: Keuschheitsgürtel.“

„Was?“

„Du weißt, wovon ich rede. Ein Keuschheitsgürtel. So ein Teil, das du ihm anlegst, dass er nicht mehr steif werden kann. Treibt Männer zum Wahnsinn und macht sie so richtig gefügig!“

„Woher weißt du sowas?“

„Weltwissen? Allgemeinbildung? Komm schon, als hättest du nicht im Internet nach solchen Sachen gesucht.“

„Soll ich dir was sagen, ganz ehrlich: Nein! Und wie sollte sowas denn überhaupt funktionieren? Meinst du diese Eisendinger für Frauen?“

„Soll ich es dir zeigen? Ich kann nicht glauben, dass du so naiv bist.“

Leonie zückte ihr Handy, aber Jule hielt sie zurück:

„Lass mal, vielen Dank.“

„Ich kenne dich, sobald wir uns trennen, wirst du es googlen.“

Jule konnte ein Schmunzeln nicht unterdrücken.

„Aber ernsthaft, du musst dir was einfallen lassen. Der muss immer an dich denken, und du musst ihm alles verbieten und ständig kontrollieren. Und wenn er zurückkommt, dann wird der so gar sein, dass dir die Füße küsst, der wird so scharf sein, dass du nur einmal mit dem Hintern wackelst, und dann kommt der schon wie ein Feuerwehrmann auf Speed.“

Jule sagte nichts dazu, überhaupt war ihr das ein wenig unheimlich, wie viele Gedanken Leonie sich über Max machte. Jule hoffte nur, dass sie selbst nicht Teil dieser Gedanken war.

Aber mit einer Sache hatte Leonie recht. Jule würde sich was für Max überlegen.

  1. Kapitel

Max hatte überhaupt keine Lust auf diese Fortbildung in der Zentrale. Drei Tage nur Konferenzen und Workshops. Es ging um irgendeine neue Software, die alles einfacher machen sollte. Zumindest wurde das versprochen. Aber natürlich war das Quatsch. Es würde alles nur noch komplizierter machen, es würde zu mehr Instabilität der Computer führen.

Das war einfach immer so.

Die ganze Zeit würde er mit einem Haufen IT-Leuten aus anderen Niederlassungen herumhängen. Mit Nerds. Aber so richtigen. Mit Nerd-Humor, Nerd-Einstellungen und Nerd-Verhalten. Max gehörte nicht dazu. Zumindest hoffte er das. Er hatte keine Lust auf gemeinsame Lan-Partys oder Dungeons and Dragons auf einem Hotelzimmer. Aber genau das würde passieren. Er kannte die Jungs. Man sah sich auf diesen Veranstaltungen immer wieder.

Viel lieber wäre er bei Jule geblieben.

Aber das war keine Option.

Als sie ihn zum Bahnhof brachte, parkte sie in einer dunklen Ecke im Parkhaus und schaltete den Motor ab.

„Ich habe das Gefühl, dass hier gleich was passiert.“, meinte Max auf dem Beifahrersitz.

„Ist doch romantisch, oder nicht?“

„Es riecht nach getrockneter Pisse.“

„Ich wollte dir noch ein kleines Geschenk machen. Aber wenn du willst, dann können wir uns auch hier verabschieden, und du hast noch Zeit, am Bahnhofskiosk eine Zeitung zu kaufen und ein Snickers.“

„Schatz, bei dir zu sein, macht selbst das letzte Pissloch zu einem wundervollen Ort!“

„Das ist die richtige Einstellung! Ich möchte, dass du dich an mich erinnerst, wenn du weg bist.“

„Da besteht doch überhaupt kein Zweifel, aber ich nehme jede Erinnerung gerne mit.“

Sie beugte sich zu ihm, gab ihm einen leidenschaftlichen Kuss und nestelte an seiner Hose.

Max konnte es nicht fassen, aber Jule zog sein bestes Stück aus der Hose und stülpte ihren Mund drüber.

„Oh mein Gott!“ stammelte Max. Ihr weicher, warmer Mund, ihre Zunge, die ihn streichelte. Das hatte er nun wirklich nicht gedacht. „Bist du sicher?“

Jule war zu beschäftigt, um zu reden.

„Weißt du, was du da tust?“, stöhnte er. „Oh Gott, ich komme gleich!“

Und im nächsten Moment hob Jule ihren Kopf und stoppte ihren Blowjob.

„Das wollen wir doch alle nicht.“

„Was? Was machst du da? Bitte!“

„Ah! Kein Quengeln! Du weißt, wie wenig ich das mag!“

„Okay, okay, aber bitte! Mach weiter! Ich war so kurz vorm Ende! Du kannst doch nicht so kurz vorm Ende aufhören!“

„Jetzt jammerst du ja schon wieder!“

„Was soll ich auch machen?“

„Dich ein bisschen am Riemen reißen! In ein paar Tagen sind wir ja wieder zusammen.“

Damit öffnete Jule die Tür und stieg aus, und Max saß allein mit seinem Steifen da, und wenn es wie eine Welle auf ihn zugekommen war, so musste er jetzt zusehen, wie seine Erregung in einem Rinnsal versickerte.

„Kommst du?“, fragte Jule ganz unschuldig.

Er seufzte, packte alles wieder ein, stieg aus und holte den Rollkoffer aus dem Kofferraum. Hand in Hand verließen sie das Parkhaus und gingen auf den Bahnsteig. Max frustriert, Jule amüsiert.

Zum Abschied presste Jule sich ganz dicht an Max, stellte sich auf die Zehnspitzen, um ihn zu küssen, und gleichzeitig griff sie ihn in den Schritt, drückte fest zu, dass es kurz wirklich wehtat und säuselte: 

„Vergiss mich nicht!“

„Wie könnte ich das?“

„Wir werden ja sehen!“

Als er in den Zug einstieg, flüsterte sie noch:

„Check dein Handy!“

„Werde ich! Ich liebe dich!“

„Ich weiß, und ich liebe dich auch, aber ich weiß nicht, ob du das in den nächsten Tagen auch noch sagen wirst.“

Max fragte sich, wie das zu verstehen war, und er sollte es ziemlich bald herausfinden.

Er war vielleicht eine Stunde unterwegs, als er eine Whatsapp von Jule bekam.

  • Guck mal in deinen Trolley. Seitenfach. Nr. 1

Max schwante nichts Gutes.

Das Seitenfach war vollgestopft. Mit kleinen schwarzen Plastiktüten, auf denen Nummern geschrieben waren. Eine ältere Frau saß ihm gegenüber und las an einem Tablet.

Max war also vorsichtig, und als er in die Tüte griff, fühlte er sofort den samtenen, dünnen Stoff. Er zog ihn gar nicht erst aus der Tüte, sondern fand einen Zettel, und säuberlich und schön geschrieben stand da:

„Damit du mich nicht vergisst! Ich hätte gerne in spätestens zehn Minuten ein Selfie von dir in diesem süßen Höschen. Zeig mir auch, wie sehr du dich freust! Die Zeit läuft!“

Am Ende der Nachricht war ein Abdruck ihres Lippenstifts.

Max seufzte etwas gequält. Dann schälte er sich aus dem Sitz und suchte eine Toilette. So richtig viel Lust hatte er nicht. Aber schon auf dem Weg zu der Toilette begann er, Gefallen zu finden daran, dass sie solche Sachen mit ihm machte. Da waren schließlich noch mehr Tüten in seiner Tasche.

Es war ein wenig eng in der Toilette. Er zog seine Hose aus, dann die Unterhose, schlüpfte in das schwarze Höschen, das natürlich wieder zu klein war, und ebenso natürlich war sein bester Freund so enthusiastisch, wie das von ihm verlangt wurde.

Obwohl der Ort, eine Zugtoilette, ihn richtig abtörnte, wollte er Jule gefallen, und so posierte er in der Enge herum, um ein sexy Foto zu machen. Schließlich zog er seine Jacke und sein Hemd aus, um seinen Körper zu präsentieren, und sich und die Wäsche in Szene zu setzen.

Sexy, das muss man hinzufügen, in Jules Augen, denn Max war eigentlich kein Freund von dieser Frauenunterwäsche. Aber er war absolut Feuer und Flamme für diese demütigenden Spielchen, wurde allerdings in die Realität zurückgerufen, als jemand an die Tür klopfte.

Hastig sendete er zwei Fotos an Jule.

Hastig zog er sich an, ließ die Unterwäsche natürlich an, weil Jule es sicher so wollte.

Es rumpelte ziemlich, weil er sich so schnell in dem engen Klo nicht bewegen konnte, und als er schließlich die Tür öffnete mit schief sitzenden Klamotten, erntete er einen bösen Blick von einem älteren Herrn und schlich wieder auf seinen Sitz zurück.

  • Süß siehst du aus.
  • Danke.
  • Wir werden ein wenig Spaß haben!
  • Jetzt bist du süß.
  • Weiß ich doch. Ich melde mich wieder, aber vorher will ich, dass dein kleiner Freund mir salutiert.
  • Tut er die ganze Zeit.
  • Schön, aber auch sehr schade, ich hatte gehofft, du müsstest dich in der Öffentlichkeit noch ein wenig motivieren.
  • Sorry.
  • Okay. Ich melde mich heute Abend wieder.

Das tat sie wirklich. Jule teilte ihm mit, in welches Restaurant er gehen sollte, und sie bestimmte, was er essen sollte, weil sie im Internet die Speisekarte studiert hatte.

Es war nichts Ekliges, er musste keine Innereien essen, sondern einen Salat statt des Wiener Schnitzels, das er gewählt hätte.

Wenn es noch nötig gewesen wäre, jemanden zu überzeugen, wie gut die beiden sich kannten, sei gesagt, dass Jule geraten hatte, was Max gewählt hätte, und um zu beweisen, wenn das nötig sein sollte, dass sie nicht nur fies und gemein zu Max war, sei gesagt, dass sie ihm zu seiner Rückkehr Mühe gab, das beste Wiener Schnitzel zu braten, das ihre in dieser Beziehung limitierten Fähigkeiten erlaubte.

Per Whatsapp ließ sie ihn wissen, was er trinken durfte, und sie ließ ihn den süßesten, übertriebensten Cocktail der Welt bestellen.

Es musste ein wenig seltsam aussehen, wie er da allein saß mit seinem Salat und seinem Cocktail und wie er seine Zeit am Handy verbrachte, aber vermutlich hätten viele ihn beneidet, wenn sie die Konversation zwischen den beiden gelesen hätten.

Sicher wird es dem Leser ähnlich gehen, denn selbst wenn sie nicht zusammen waren, bemühten sie sich umeinander wie zwei Frischverliebte.

Am nächsten Morgen startete die Konferenz, und den ganzen Tag über war er in Kontakt mit Jule, die von ihm alle paar Stunden Fotos einforderte in seiner Unterwäsche. Diese Tüten enthielten allerlei Überraschungen. Den Lippenstift zum Beispiel, mit dem er sich in der Mittagspause ablichten sollte, was nicht so ein Problem war, aber er musste das Zeugs wieder abkriegen und immer hatte er die Sorge, dass irgendwer ihm auf die Schliche kam, dass die weiche Unterwäsche auf seiner Haut, nicht nur für ihn, sondern auch für andere so offensichtlich waren. Ständig musste er daran denken, an die Wäsche auf seiner Haut, wie lächerlich er aussah und vor allem musste er an Jule denken, die bei all dem die Strippen zog und einfach mal so über ihn bestimmte. So entstand dieses seltsame Gemisch von Erregung, Frust und Ärger, aber auch unglaublicher Zuneigung. Er konnte diese Gefühle gar nicht so genau bestimmen und in Worte fassen, und auch seine Unsicherheit über diese Sachen, beschäftigte ihn.

So kam es, dass Max und Jule die ganze Zeit über miteinander verkehrten und die drei Tage sinnlich füllten.

Wenn zu Beginn unserer Geschichte sich Jule über Routine und Langeweile beschwert hatte, so waren sie nun wieder wie zwei frisch verliebte Turteltäubchen. Hätte man die beiden gefragt, so hätten sie beide einen Höhepunkt in der Zeit ihrer Trennung benannt, und dieses Ereignis soll nicht vorenthalten werden:

Am ersten Abend hatte Jule Max auf sein ziemlich trauriges Hotelzimmer bestellt. Es war ihm recht. Max hatte eine Ausrede gefunden, sich von den Kollegen abzuseilen, die auf einem anderen Zimmer eine Lan-Party eingerichtet hatten.

In seinem Zimmer erwartete ihn ein Videoanruf über Whatsapp.

„Hallo Schatz, wie war dein Tag?“

„Ging eigentlich. Nicht so nervig, wie ich gedacht hätte.“

„Schön zu hören!“

„Lag aber in erster Linie auch an deinen Interventionen. Die haben mich ziemlich abgelenkt. Die Zeit ging also rum.“

„Das ist ja noch schöner zu hören!“

„Gern geschehen!“

„Hast du noch was vor oder sollen wir uns ein bisschen die Zeit vertreiben?“

„Ob ich noch was vorhabe? Du bestimmst das doch, oder wie sehe ich das?“

„Stimmt. Dann würde ich bestimmen, dass du dich erstmal nackig machst!“

„Du gehst aber zur Sache!“

Max fummelte etwas ungelenk mit seinem Handy, bis Jule ihm vorschlug, es einfach abzustellen. Sie dirigierte ihn ein wenig herum, bis sie schließlich eine Perspektive gefunden hatte, die ihr zusagte.

„So, und jetzt runter mit den Klamotten, und schwing mal bitte deinen süßen Hintern für mich!“

„Hintern schwingen? Wirklich?“

„Honey, dein Gejammer will ich nicht hören, verstanden?“

Diese kurze, scharfe Hinweis reichte, um Max daran zu erinnern, wie das laufen würde.

„Tut mir leid. Habe ich verstanden.“, meinte er ein wenig kleinlaut.

Und so fing er an, die Schuhe wegzukicken, seine Hose zu öffnen und für Jule so zu tanzen, wie er glaubte, dass das sexy aussah. Aber das tat es natürlich nicht, und das war ihm auch klar. Er hatte die Gardinen zugezogen. Der Gedanke, dass ihn jemand sah, wie er sich in seinem Hotelzimmer zum Affen machte für seine Freundin, war nun wirklich nichts, was er brauchte. Bis er schließlich nur noch in der knappen Damenunterwäsche war, und dann befahl Jule ihm, sich auf dem Bett zu räkeln, irgendwelche Posen einzunehmen. Er kam all diesen Befehlen nach, fühlte sich gleichzeitig scharf, aber dann auch irgendwie benutzt, dass er sich zu ihrem Vergnügen wie ein Flittchen auf dem Bett räkeln musste, während Jule ihn mit ihren Kommentaren demütigte, und er war klein und benutzt und gleichzeitig stolz, wenn sie ihn lobte, und er war wie so ein kleines Hündchen, das einfach nur seinem Herrchen gefallen wollte.

„Mach mal die Beine breit! Sehe ich da etwa schon wieder Stoppeln an den Beinen? Morgen wirst du deinen Körper rasieren! Und wehe, ich sehe noch ein Haar!“

„Verstanden.“

„Wir machen morgen eine Inspektion! Wehe ich finde noch irgendwo ein Haar unterhalb deines Kopfes!“

Max nickte und ihm wurde wieder bewusst, wie sehr sie ihn in der Hand hatte und wie hörig er ihr war. Es schauderte ihm, was sie noch von ihm verlange könnte und zu was er sonst noch alles ja sagen würde.

Er spreizte auf ihre Befehle hin die Beine und rieb sich durch den Schritt, während sein Schwanz wieder lächerlich erigiert aus der Unterwäsche herausschaute.

„Macht dich das scharf?“

„Total!“, sagte er, aber vielleicht kam es nicht überzeugend genug rüber, vielleicht wollte Jule mit ihm spielen.

„Dir ist hoffentlich bewusst, dass ich jederzeit die Sache beenden kann? Wenn es dir nicht gefällt. Ich kann mir auch schön einen Porno im Internet ansehen. Die Leutchen da sind meist motivierter. Was würdest du machen, wenn ich dir befehlen würde, das Handy zu nehmen, ins Bad zu gehen und da kalt zu duschen?“

„Dann würde ich gehorchen.“

„Klingt nicht so richtig überzeugt.“

„Ich würde es tun, wenn du das absolut von mir verlangen würdest!“

„Warum?“

„Weil du meine Herrin bist!“

„Siehst du, jetzt klingst du wieder so richtig süß. Gib dir mal Mühe, und dann ersparst du dir die kalte Dusche!“

„Okay, ich gebe mir Mühe.“

„Ich will, dass du das Tempo ein wenig zulegst. Spuck in deine Hand und streichele deine Eichel. Aber vorsichtig. Richtig vorsichtig! Wenn du hier über das Ziel hinausschießt, dann hast du richtig große Probleme!“

„Verstanden.“

Er begann wie befohlen an sich herumzuspielen.

„Du siehst verdammt sexy aus. Stöhn ein bisschen für mich, Like a virgin! Wie so ein kleines Flittchen!“

Wie sie ihn demütigte! Fast unhörbar machte er diese Geräusche, während er mit gespreizten Beinen auf dem Hotelbett saß.

„Komm schon! Ein bisschen lauter! Du willst es doch auch!“, säuselte sie in dreckigster Art und Weise. „Ich will, dass du dich wichst. Für eine Viertelstunde. Ich sehe dir dabei zu. Du machst das, aber wehe, du kommst! Wenn es dir zu heiß wird, dann machst du langsam, aber ich will, dass du dich so richtig knapp am Höhepunkt entlanghangelst. Verstanden?“

„Natürlich.“

„Dann auf, auf! Und wehe du hast nicht die nötige Disziplin!“

Also startete Max. Eine schöne Aufgabe eigentlich, aber die ganze Situation war so verdammt erotisch, dass er sich immer wieder zügeln musste. Er starrte auf das kleine Handydisplay, in dem Jule entspannt saß, an ihrem Wein nippte und ihm zusah. Ob er nicht einfach weitermachen könnte, nicht einfach kommen sollte. Vielleicht konnte er sie täuschen, vielleicht würde er sie täuschen können. Auf dem kleinen Display wäre das vielleicht möglich. Aber es kam nie richtig infrage. Denn diese Sache hier war noch besser, und wenn es nicht ganz heftig würde, wollte er versuchen, ihren Befehlen zu gehorchen.

„Du siehst so richtig putzig aus, wenn du selbst an dir spielst. Aber streck mal den Rücken! Du musst einfach lernen, dich zu präsentieren. Komm schon! Das kannst du besser!“

Max stöhnte. Sie wusste ganz genau, welche Worte sie wählen musste. Er musste immer wieder und immer häufiger eine Pause machen, um nicht zu kommen. Es war bald unerträglich. Er hatte noch nie so intensiv an sich herumgespielt. Selbst das Wichsen war krasser mit Jule. Noch nie war es so heiß gewesen.

„Hast du noch alles unter Kontrolle? Verzieh nicht so das Gesicht, das lässt dich hässlich aussehen! Komm schon, stöhn was geiler!“ Sie lachte. „Wie gerne würde ich dich jetzt abspritzen sehen. So richtig vorzeitig. Was meinst du, was ich dann mit dir anstellen würde? Dann wäre die Hölle los! Ich würde deinen süßen Hintern übers Knie legen in deiner nuttigen, kleinen, sexy Unterwäsche! Ich wette, du willst das! Dass ich dir den Hintern so richtig versohle, bis du heulst, bis du nicht mehr sitzen kannst!“

So ging es weiter. Ihre Worte heizten ihn an und schienen mächtiger zu sein als seine eigenen Berührungen, seine Hände.

Schließlich war die Zeit rum, sie hatte Mitleid. Max hatte keine Ahnung, wie lange sie ihn da hingehalten hatte, aber schließlich sagte sie:

„Du hast es geschafft! Hast du gut gemacht. Runter vom Bett, auf die Knie! Du hast dir deine Belohnung verdient. Auf meinen Befehl darfst du kommen, aber du versaust nicht den Teppich, du fängst alles auf!“

„Verstanden!“

Sie dirigierte ihn noch ein wenig herum, bis er vor dem kleinen Display kniete, wie sie es wollte, und dann ließ sie ihn machen, und Max begann, seine Finger nun entschlossen, nicht mehr zurückhaltend, streichelte er sich nun. Ihr Plan war, dass sie es noch ein wenig herauszögerte, ihn noch ein wenig schärfer zu machen, indem sie ihn hängen ließ, aber er war zu erregt, er war zu heiß. So merkte Jule etwas zu spät, dass er die Klippe überschritten hatte und konnte ihm nur noch befehlen, für sie zu kommen und alles aufzufangen, als sein Körper sich schon aufbäumte in dem dramatischsten Höhepunkt, den er sich selbst je beigebracht hatte.

Jule schaute ihm entzückt zu, wie er kam und sich dabei gehen ließ.

Immerhin hatte er sein Sperma aufgefangen, klebrig in seiner rechten Hand.

„Richte dich auf! Du weißt, was du zu tun hast!“

Jule genoss den erschöpften Blick von Max und demütigte ihn noch ein bisschen.

„Leck es auf! Ich will, dass es auch so aussieht, als würdest du es genießen! Stell dir vor, wir würden hier schön einen Porno drehen!“

Max kam dem nach. Er hatte sich an diese erniedrigende Prozedur noch immer nicht gewöhnt und an den Geschmack auch nicht.

„Wie fühlt sich das an, Kleines. Hier so eine Show für mich aufzuführen?“

„Gut, irgendwie.“

„Irgendwie?“

„Ja, es ist… ungewöhnlich.“

„Ungewöhnlich? Sollen wir ein bisschen darüber quatschen?“

„Es gibt niemanden, mit dem ich lieber quatsche als mit dir!“

„Hast du eine Minibar in deinem Zimmer?“

„Klar.“

„Dann hol dir ein Bier da raus.“

„Weißt du, wie teuer das ist? So eine Minibar?“

„Ist mir egal. Ich will, dass du dir ein Bier holst. Du hast dir das verdient. Und wenn du dich noch mal beschwerst, dann lasse ich dich auch noch den Pornokanal auf dem Fernseher anmachen, und dann darfst du das bei deiner Abreise der Rezeption erklären.“

„Nicht nötig, ich mach‘s schon!“

„Ich finde es nett, wie wir beide immer wieder ganz harmonisch zu den gleichen Ergebnissen kommen.“

„Finde ich auch.“

„Lass uns anstoßen!“

Jule hielt ihr Weinglas in Richtung des Handys und Max seine Bierdose. Sie stießen an ihre Handys an und tranken.

„Jetzt sag mir nochmal, wie du das findest, was wir hier machen.“

„Ich finde es toll!“

„Es ist nicht zu krass?“

„Naja, es ist schon irgendwie gewöhnungsbedürftig.

„Aber nicht zu krass?“

„Muss ich mal halt dran gewöhnen, an die Damenunterwäsche und mein eigenes Sperma aufzulecken und so.“

„Wenn irgendwas zu krass ist, dann musst du das sagen.“

„Schon klar.“

„Ich meine es wirklich. Wenn du was nicht machen willst, dann machen wir das nicht. Dann sagst du es einfach. Das ist vollkommen in Ordnung.“

„Okay, werde ich machen“

„Meine ich ernst.“

„Jule, du machst dir zu viele Sorgen. Ich bin total glücklich, wie es läuft. Und wenn ich nicht will, dann melde ich mich schon. Muss mich manchmal nur dran gewöhnen.“

„Schön!“

„Aber ich kann mich nicht entsinnen, wann ich jemals was Geileres gemacht hätte als das, was wir hier veranstalten.“

„Geht mir auch so. Du machst mich total scharf, wenn du mir gehorchst und wenn ich dich Sachen machen lassen darf, die dich an die Grenzen bringen.“

„Sind wir irgendwie krank?“

„Quatsch, wir machen, was uns Spaß macht. Ist doch super! Und es passt doch perfekt. Stell dir vor, wir wären beide dominant oder devot oder was auch immer, dann müssten wir uns streiten, wer wen dominieren darf oder muss.“

„Das wäre in der Tat scheiße.“

„Na also!“

„Ich habe nur das Gefühl, dass ich mehr davon profitiere als du.“

„Mach dir mal keine Sorgen. Ich hatte gerade sehr viel Spaß, und vielleicht habe ich gleich noch mehr Spaß.“

„Darf ich zusehen?“

„Wenn ich es mir mache?“

„Ja.“

„Aber ich bin doch die Herrin.“

„Ich würde ganz respektvoll zusehen. So aus der Ferne. Ich würde auf dem Boden liegen, und du würdest über mir knien. Deinen Schritt über meinem Kopf. Dein kleines Heiligtum nur ein paar Zentimeter über mir. Aber unerreichbar, weil deine Knie meinen Kopf festhalten und auf den Boden pressen!“

„Sekunde!“

Jule stand auf und ging aus dem Bild. Max konnte nicht genau sagen, was sie tat, aber dann nahm sie ihr Handy in die linke Hand.

Max konnte erkennen, dass sie sich ausgezogen hatte. Sie trug nur noch ihren BH. Er sah so ähnlich aus wie das Höschen, das sie ihn tragen ließ. Max fragte sich, ob das Zufall war. Aber bei Jule schien nichts zufällig zu passieren. Das hatte sie bestimmt auch geplant.

Jule kniete sich auf den Boden, wie Max es beschrieben hatte, und mit der linken Hand hielt sie das Handy.

„So, jetzt kannst du weitermachen!“

„Ich sehe deine Klitoris. Sie ist so wundervoll geformt, wie eine Blume, sanft geschwungen. Total geil. Du lehnst dich zurück, und ich schaue von unten zu dir hinauf, deine Brüste weit weg. Sie sind so schön gerundet, so perfekt! Und dazwischen kann ich deinen Kopf sehen. Du lächelst mich an mit dieser überheblichen Dominanz. Aber auch irgendwie warm und verständnisvoll. Und dann greifst du zwischen deine Schenkel, findest die sanfte Orchidee und beginnst ganz langsam darüber zu streicheln. Ich bin total fasziniert, wie die feine, pinke Haut sich teilt. Es ist total krass. Ich sehe fasziniert zu, würde dich gerne anfassen, würde dich auch gerne da streicheln. Aber du hast es mir verboten, und natürlich gehorche ich dir. Was soll ich auch sonst machen? Ich bin dir total hörig. Es ist heftig. Du lässt dir Zeit. Langsam, immer und immer wieder. Langsam verschwinden deine Finger in der Orchidee. Dein Zeigefinger scheint etwas gefunden zu haben. Er kreist nun in der Blüte, und was auch immer da passiert, hat Konsequenzen auf die Landschaft deines Körpers. Sie hebt und senkt sich. Die Hügel deiner Brüste. Dein Kopf dahinter verschwindet hin und wieder. Du hast die Augen geschlossen, deine Zunge aber streicht einmal über deine Lippen. Nun verschwinden zwei Finger, während dein Körper immer noch bebt, und ich spüre sein Gewicht. Die Orchidee beginnt zu schimmern, beginnt zu glänzen. Immer mehr. Ich rieche ihren Duft, ich rieche es warm und süß. Deine Finger glänzen auch. Sie sind schlank und grazil und sammeln diesen Nektar auf. Ich sehe einen Tropfen, der sich bildet und langsam hinuntergleitet. Ich sehe ihm fasziniert zu und will ihn haben, recke mich und strecke mich, um ihn mit meiner Zunge aufzufangen. Ich möchte ihn schmecken. Es gibt wohl nichts, was leckerer ist. Es gibt wohl nichts Geileres. Der Tropfen sammelt sich, wird größer und schwerer, und ich halte die Luft an. Dann fällt er, aber er fällt auf meine Stirn, und ich bin maßlos enttäuscht. Dein Körper bewegt sich nun zu einer Melodie, die nur du kennst. Ich höre sie nicht, aber sie wird lauter und stärker, und dein Körper geht mit. Deine Finger gehen mit. Ruppig gehen sie über die Blume. Kein Streicheln, sondern ein rabiates Rupfen. Schneller. Ich halte den Atem an. Du stöhnst. Dann die Eruption, du verkrampfst, wimmerst vor Lust. Du stöhnst etwas, aber ich kann es nicht verstehen. Deine Finger verkrampfen auf deinen Schenkeln. Sie hinterlassen einen feuchten Fleck. Dein Körper kollabiert. Du lehnst dich nach vorne, um nicht umzukippen, und ich kann nur zuschauen immer noch zwischen deinen Schenkeln, immer noch tatenlos. Schließlich richtest du dich wieder auf. Du hast dich ein wenig beruhigt. Ich schaue zwischen deinen Brüsten hinauf in dein Gesicht. Es sieht friedlich aus und dankbar. Du lächelst. Dann bewegen sich deine Finger. Langsam streicheln sie sich zwischen den Schenkeln, dann verschwinden sie wieder in der pinken Orchidee und nehmen ihren Nektar auf. Sie glitzern, und ich bin dir unglaublich dankbar, als du lächelnd deinen Finger in meinen Mund steckst und ich dich schmecken kann. Schließlich rutschst du ein wenig nach hinten, beugst dich über mich und küsst mich leidenschaftlich.“

Max schwieg. Er hatte sich ein wenig in seinen Worten verloren. Zu Beginn hatte er noch versucht, zu sehen, was Jule machte.

Mit der linken Hand hielt sie ihr Handy, und die rechte Hand folgte den Beschreibungen. Aber dann hatte Jule Wichtigeres zu tun und das Handy lag auf dem Boden.

Also hörte er nur den Klängen ihrer Lust zu, und dann später ihrem Seufzen, ihrem spitzen Stöhnen und dann dem schweren Atem.

„Ich wusste gar nicht, dass du so ein kleiner Dichter bist!“

„Meine Orchidee? So habe ich meine Muschi noch nie gesehen. Muschi klingt geradezu albern gegen deine pinke Orchidee.“

„Danke.“

„Ich habe dir zu danken für diesen geilen Telefonsex!“

„Gern geschehen! Ich wollte mich nur ein wenig revanchieren.“

„Ist dir gelungen! Wir sollten sowas öfter machen.“

„Ehrlich gesagt, würde ich am liebsten so richtig zwischen deinen Schenkeln liegen und dir so in echt zusehen.“

„Keine Sorge, werden wir machen, wenn du wieder da bist! Ob das aber so geil wird wie deine Beschreibung, wage ich allerdings zu bezweifeln.“

„Wir werden sehen!“

Die beiden quatschten noch lange ganz normal ohne Dominanz und Unterwerfung wie ein normales Paar, bis Jules Akku irgendwann zur Neige ging.

  1. Kapitel

Als Max am späten Nachmittag nachhause kam, erwartete ihn eine Überraschung. Er hatte den Schlüssel noch nicht aus dem Schloss gezogen, da meinte Jule schon:

„Schön, dass du wieder da bist! Gehst du bitte sofort ins Schlafzimmer. Du wirst schon sehen, was da zu tun ist!“

Die Fesseln, die er schon einmal benutzt hatte, lagen fein säuberlich auf dem Bett. Er seufzte, hatte auf einen netten, romantischen Abend mit Jule gehofft und einen tollen Wiedersehensfick, und nun erwartete ihn das Ungewisse. Vielleicht toller als das, was er erwartet hatte, vielleicht auch frustrierender.

Max zog sich aus und fesselte sich an die Bettpfosten, wie er das bereits getan hatte. Wenig später erschien Jule mit zwei Sektgläsern.

„Wie war deine Reise?“

„Ganz gut. Und dein Tag?“

„Großartig! Ich freue mich schon den ganzen Tag auf dich!“

„Das ist schön! Aber du hättest mich gar nicht festbinden müssen, ich wäre dir auch so nicht davongelaufen. Ich habe mich nämlich auch auf dich gefreut!“

„Das ist doch super! Dann freut es dich bestimmt auch, wenn ich dir sage, dass wir heute einen großen Schritt machen werden in unserer Beziehung!“

„Muss ich mir Sorgen machen?“

„Keine Sorge! Es wird total entspannt.“

Max zog an seinen Fesseln. „Im Moment bin ich ziemlich angespannt.“

„Sitzen die Fesseln zu eng?“

„Alles in Ordnung! Kleiner Scherz.“

„Du bist witzig. Hier trink mal was!“

Sie flößte Max etwas Sekt ein, gab sich aber keine Mühe, sodass ein wenig sein Kinn hinunterlief.

„Als du weg warst, habe ich ein wenig im Internet gesurft. Aus Langeweile.“

„Und?“

„Du kannst dir gar nicht vorstellen, was es auf Amazon alles für nützliche Dinge gibt! Auch so, um Probleme zu lösen.“

„Zum Beispiel?“

„Naja, ich habe dich total vermisst.“

„Ich dich auch, aber wir hatten doch Whatsapp. War das nicht genug?“

„Ich habe dich ja nicht nur so seelisch vermisst.“

„Sondern?“

„Sondern auch körperlich.“

Sie streichelte über seinen Penis, der sich schon wieder aufrichtete.

„Aber ich habe eine Lösung gefunden!“

„Wirklich? Ich meine, kommt ja nicht so oft vor, dass wir getrennt sind. So einmal im Jahr.“

„Ja, aber trotzdem. Wir sollten darauf vorbereitet sein!“

„Und?“

„Es gibt was, damit machen wir einfach eine Kopie von deinem besten Stück!“

„Wirklich?“

„Keine Sorge, tut nicht weh!“

Jule griff unter das Bett und zog eine Röhre heraus.

„Wir machen erst einen Abdruck von deinem guten Stück und dann füllen war das mit Silikon. Ganz einfach!“

„Wirklich?“

„Naja, wir müssen uns ziemlich genau an die Anleitung halten. Die Bewertungen auf Amazon sind so lala. Du musst dich also anstrengen. Wenn das nichts wird, wirst du bestraft! Ist dir schon klar oder nicht?“

„Ist das nicht ungerecht? Was soll ich schon machen? Ich bin hier ans Bett gefesselt. Du musst die ganze Arbeit machen!“

„Ja, aber du musst die ganze Zeit über hart bleiben.“

„Meinst du, du kannst mir dabei ein bisschen helfen?“

„Reicht dir mein Anblick nicht? Freust du dich nicht genug, mich zu sehen?“

„Es sollte reichen, denke ich.“

„Ja wirklich? Meint das der feine Herr?“

„Du machst mich total scharf, wenn du einen auf zickig machst!“

„Zickig? Vorsicht, Freundchen! Ich geh mal die Pampe anrühren!“

Damit verschwand sie in die Küche und kam ein wenig später zurück.

„Okay, wir müssen deinen kleinen Prinzen da reinstecken, und dann muss das aushärten. Geht ganz schnell, wir müssen uns also dranhalten. Aber währenddessen musst du hart bleiben. Ich will nachher keinen Abdruck von so einer kleinen, schrumpeligen Rosine haben!“

„Ich gebe mein Bestes!“

Sie stülpte ihm das Rohr über. Das Zeugs war warm und fühlte sich angenehm an. Aber zur Sicherheit warf sich Jule quasi auf ihn, und sie küsste ihn, streichelte ihn und flüsterte ihm Sauereien ins Ohr:

„Du bist mein kleiner Sexsklave, und wehe, du bleibst nicht hart! Wenn du das versaust, dann wird es dir so richtig schlecht gehen! Dann werde ich dich so richtig bestrafen, so richtig übel! Das wirst du nicht vergessen, mein kleiner, süßer Wurm!“

Sie quatschte, küsste, streichelte ihn, bis der Timer ihres Handys klingelte. Aber Jule machte einfach mal weiter.

„Wenn du schlaff wirst, werde ich dich wie mein kleines Mädchen nur noch Damenunterwäsche tragen lassen und Makeup und Nagellack auch draußen! Und so… Okay, die Zeit ist abgelaufen! Mal schauen!“

Sie zog die Röhre langsam von seinem beste Stück, und es hatte wirklich geklappt.

„Jetzt muss es noch irgendwie aushärten und dann wird dein echter kleiner Freund fast schon überflüssig!“

„Ich hoffe, du meinst das nicht ernst!“

Aber Jule antwortete nicht, sondern lächelte nur verschmitzt.

„Wie geht es jetzt weiter?“

„Ich geh das Silikon anrühren und dann machen wir deinen Ersatz-Schwanz!“

„Okay. Aber ich meinte eigentlich, wie es jetzt mit mir weitergeht!“

„Das wird sich zeigen! Aber du hast recht, wir sind noch nicht fertig!“

Jule gab ihm noch was Sekt zu trinken, und dann verschwand sie mit dem Abdruck in die Küche, und Max lag still und immer noch angekettet auf dem Bett und wartete, was noch kommen würde.

Schließlich stand Jule im Türrahmen.

„Okay, wir haben ein bisschen Zeit.“

„Und was jetzt?“

„Jetzt vertreiben wir uns die Zeit ein bisschen!“

Jule machte einen kleinen Striptease für Max und sprang dann auf ihn.

„Jetzt habe ich dir so viel Aufmerksamkeit geschenkt, jetzt will ich auch ein bisschen Spaß haben. Kann sich ja nicht immer alles nur um dich drehen! Wir spielen jetzt den Orchideen-Gärtner, verstanden?“   

„Ja, Herrin!“

„Das gefällt mir!“

Jule kletterte auf Max und setzte sich genau über seinen Kopf. Jules Schritt war nur wenige Zentimeter von seinem Mund entfernt.

„Ich weiß gar nicht, ob du das verdient hast, meine kostbare Orchidee zu streicheln. Überzeug mich!“

Max reckte sich, versuchte sie zu erreichen, aber Jule machte es ihm nicht einfach.

„Du siehst total süß aus, wenn du dich reckst und streckst und so.“

„Kannst du nicht ein bisschen zu mir hinunterkommen?“

„Überzeug mich. Mit deinen betörenden Worten!“

„Ich möchte dir gerne was Gutes tun, meiner Herrin. Du tust so viel für mich, gibst dir so viel Mühe. Ich möchte mich dafür ein bisschen revanchieren und zeigen, wie gerne ich dir diene. Für immer.“

Jule senkte ihre Hüften, und nun konnte die Spitze seiner Zunge sie erreichen, und sofort schoss die Lust durch ihren Körper.

„Oh Gott, du machst das gut!“

Sie ließ ihn eine Weile gewähren, dann hob sie sich wieder.

„Wie war das?“

„Geil!“

„Gib dir ein bisschen mehr Mühe. ‚Geil‘ ist zu wenig.“

„Deine kleine Orchidee ist das schönste, das ich bisher je gesehen habe. Ich könnte ewig zwischen deinen Schenkeln liegen und sie bewundern. Sie hat so sanfte Kurven, so elegant und wohlgeformt, und ihr Duft ist so schön, dass sie mich total wahnsinnig macht.“

Jule senkte wieder ihr Becken, auch wenn sie fand, dass er schonmal schönere Worte gefunden hatte. Aber sie wollte auch nicht seine Worte, seine Zunge reichte ihr in diesem Moment. Und ihr Blick zu ihm hinunter. Es war sinnlich, wie er sich Mühe gab, wie er sie dort unten liebkoste, und bald schon kam sie zu einem sanften Höhepunkt. Sie ließ Max weiter lecken, während die Lust sich über sie ergoss, bis ihr seine Berührungen unangenehm wurden und sie sich neben ihn legte und sie zusammen zur Ruhe kamen. Er immer noch gefesselt, während sie sich über seinen Körper schlang.

„Ich könnte hier ewig liegen, mit dir hier als Bett gefesselt!“

„Geht mir auch so.“

„Obwohl, ich hätte jetzt auch gerne noch etwas Sekt.“

„Ich kann dir im Moment leider nicht helfen.“

„Schon okay!“

Sie richtete sich auf, nahm den letzten Schluck aus dem Sekt und küsste Max, dass der Sekt in ihrem Mund in seinen lief. Das meiste allerdings ging daneben, und Jule leckte dem hilflosen Max die klebrige Flüssigkeit vom Kinn und legte sich dann wieder neben ihn, säuselte süße Worte in sein Ohr und streichelte nebenbei ganz beiläufig sein bestes Stück. Max versuchte erst dem Gespräch zu folgen, aber es wurde zunehmend schwer.

„Ist meine Hand interessanter als meine Worte?“, meinte Jule spöttisch.

„Im Moment schon, muss ich zugeben.“

„Dann will ich dich nicht zu sehr ablenken!“

„Doch, bitte. Lenk mich ab!“

„Manchmal mag ich es, wenn du so winselst. Nur Quengeln darfst du nicht. Ist ja aber auch doof, wenn du so ans Bett gefesselt bist und dich nicht selbst befriedigen kannst.“

„Möchtest du nicht weitermachen?“

„So?“

„Ja, genau so!“

Jule grinste. „Ich kriege davon nicht genug!“

Sie hatte wieder begonnen, ihn zu streicheln, führte ihn langsam zu seinem Höhepunkt, zögerte es dann hinaus, aber nur ein wenig. Sie brachte ihn nicht um den Verstand, sondern führte ihn nahe an den Orgasmus und führte ihn dann durch ein paar sanfte Worte zum Höhepunkt:

„Komm für mich! Gib dir richtig Mühe!“

Das tat Max dann auch. In hohem Bogen schoss er seinen Samen in die Luft und bäumte sich gegen seine Fesseln auf.

„Hast du gut gemacht!“, lobte Jule ihn. Schließlich fütterte sie ihm langsam seinen eigenen Samen.

„Hätte ich nicht gedacht, dass du das so mitmachst. Dass du das einfach so aufleckst. Aber es beweist mir immer wieder, wie lieb du bist!“

Sie lagen noch eine ganze Weile nebeneinander. Als es Max kalt wurde, schlug Jule die Decke über die beiden. Sie quatschten noch eine Weile, er gefesselt, sie über ihn drapiert, und schließlich schwang sich Jule ein letztes Mal auf ihn und sie liebten sich, fast wie ein normales Paar, auch wenn Max sich immer noch nicht bewegen konnte.

Erst danach machte sie ihn los und er musste seine Glieder strecken, die steif geworden waren.

Schließlich war das Silikon von Max bestem Stück ausgehärtet und zufrieden betrachteten sie sich das Ergebnis.

Ein letztes Mal an diesem Abend ließ sie Max strammstehen, damit sie die beiden Varianten vergleichen konnte. Schließlich gingen sie zurück ins Bett wie ein ganz normales Paar, und man musste sie beneiden dafür, wie zärtlich sie zueinander waren.

  1. Kapitel

„Die Orchidee.“ Diese Metapher war Jule im Kopf geblieben. Dass Max eine künstlerische Ader hatte, war ihr immer schon bekannt gewesen. Dass er gut mit Worten umgehen konnte auch. Aber seine Qualitäten beim Telefonsex waren ihr bisher verborgen geblieben.

Sie benutzten die Metapher von da an öfter.

„Wenn du lieb bist, lasse ich dich die Orchidee düngen!“, sagte Jule häufiger, einmal sogar in der Anwesenheit ihrer Freunde. Einige wunderten sich über die Formulierung, sagten aber nichts. Nur Leonie schaute wissend, als verstehe sie.

Ein paar Tage später rief Leonie Max auf der Arbeit an.

Wir wissen schon, dass die beiden Arbeitskollegen waren, sich schon lange kannten und dass Leonie Jule und Max verkuppelt hatte. Wir haben aber noch nichts über das Verhältnis von Max und Leonie gehört, und das soll sich nun ändern.

Vielleicht wäre es übertrieben, die beiden als enge Freunde zu bezeichnen, aber sie waren sich ziemlich vertraut. In gewisser Weise tickten die beiden gleich. Sie hatten einen ähnlichen Humor und eine ähnliche Einstellung zur Arbeit. Der Unterschied bestand darin, dass Leonies Job sehr viel einfacher war. Sie musste sich nicht totarbeiten, sie war selten im Stress und das, obwohl sie höher auf der Karriereleiter stand als Max.

Privat machte sich Leonie gleichwohl mehr Gedanken über Max als umgekehrt. Leonie hätte es nicht unbedingt als Neid bezeichnet, denn sie fühlte sich mit ihren kurzen, ständig wechselnden Bekanntschaften, Beziehung konnte man es nicht nennen, durchaus zufrieden. Aber manchmal beneidete sie es schon, wie gut ihre kleine Schwester Jule mit Max harmonierte, und noch mehr interessierte sie die neue Art der Beziehung, in der Jule und Max lebten.

„Kannst du mir helfen, ich habe Probleme mit meinem Windows 98.“

„Du hast gar kein Windows 98.“

„95?“

„Auch nicht.“

„Ist ja auch egal. Es geht um den Bildschirmschoner.“

„Der Bildschirmschoner? Was könnte der für ein Problem verursachen?“

„Naja, da sind so Blumen drauf.“

„Und?“

„Da ist ganz links eine Orchidee. Die lässt die Blätter hängen. Ich glaube, die müsste mal gedüngt werden! Jetzt ist meine Frage, ob ich die einfach gießen kann? So ein bisschen Wasser habe ich. Aber soll ich das über den Monitor oder direkt in den Computer kippen?“

Max schmunzelte. „Ich habe hier noch was zu tun, aber ich komme gleich mal rüber.“

„Aber mach schnell, es sieht nicht gut aus!“

„Schon verstanden!“

Wenn Max mal eine Pause brauchte oder Leonie gelangweilt war, verabredeten sie sich in Leonies Büro unter ähnlich dummen Vorwänden wie diesem, um Kaffee zu trinken und die Zeit totzuschlagen.

„Hast du das verstanden? Mit der Orchidee?“

„Du meinst, dass man Blumen im Computer nicht gießen soll?“

„Das meine ich nicht. Jule hat letztens so eine Andeutung gemacht, dass sie dich ihre Orchidee düngen lässt oder so.“

„Und?“

„Ihr habt gar keine Orchideen. Jule kriegt selbst Kakteen kaputt.“

„Vielleicht haben wir uns ein neues Hobby zugelegt?“

„Oh, ich glaube auch, dass ihr euch ein neues Hobby zugelegt habt. Aber es hat nichts mit Blumen zu tun. Außer vielleicht mit diesen Blumen hier!“ Sie zeigte wenig dezent in ihren Schritt und Max seufzte.

„Ich glaube, deine Phantasie galoppiert dir davon. Wann hat das letzte Mal jemand deine Blume gedüngt?“

Leonie sah ihn grinsend an.

„Zeig ich dir meins, zeigst du mir deins. Sollen wir das so machen?“

„Will ich wissen, mit welchem Typen du zuletzt in der Kiste warst?“

„Du hast gefragt. Und was, wenn es gar kein Typ war? Ich bin da nicht so festgelegt. Würde dich das mehr antörnen?“

„Machen wir das? Uns gegenseitig antörnen?“

„Warum nicht? Ich habe nichts zu tun und du scheinbar auch nichts.“

„Fändest du es nicht etwas creepy, wenn ich dir vom Sex mit deiner Schwester berichte?“

„Ich will nichts über meine Schwester erfahren, sondern über dich.“

„Über mich?“

„Ist nicht so, dass Jule und ich nicht über dich reden, weißt du?“

„Und was redet sie so?“

„Sie sagt mir, dass ihr neue Sachen macht. So ein bisschen kinky.“

„Sagt sie.“

„Sie sagt aber auch, dass du ein bisschen scheu bist, dass dir das alles peinlich ist, dass du ein wenig verklemmt bist, was das ganze angeht.“

„Verklemmt?“

„Sie drückt es anders aus, aber es geht in die Richtung.“

„Kann ich mir gar nicht vorstellen.“

„Naja, Schwestern halt, die haben keine Geheimnisse voreinander. Wir haben so eine kleine Wette laufen.“

„Eine Wette?“

„Sie glaubt nicht, dass du mutig genug bist, mir ein paar Details von eurem Lebenswandel zu beichten.“

„Und was gibt’s zu gewinnen?“

„Nichts, das ist nicht so eine Wette, wo’s was zu gewinnen gibt.“

„Was für eine Wette ist das dann?“

„Es geht nur darum zu sehen, wie loyal du ihr bist.“

„Und das klärt sie mit dir?“

 „Sie meint, es wäre deine Entscheidung!“

„Deine ganze Story die stimmt doch von hinten und vorne nicht. Das ist doch alles Unsinn.“

„Vielleicht hat sie dir befohlen, mir ein paar Details zu nennen.“

„Das würde sie nicht tun. Sie würde das mit mir vorher abklären.“

„Bist du dir sicher?“

„Absolut.“

„Ihr seid so putzig! Unfassbar! Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass Sado-Maso so funktioniert.“

„Wir machen auch kein Sado-Maso.“

„Sondern?“

Max seufzte, er musste es Leonie nicht sagen, aber tat es dann trotzdem: „Ein paar Rollenspielchen sind das, mehr nicht.“

„Aber sie ist deine Domina und du bist ihr Sexsklave?“

„So würden wir das nicht sagen.“

„Wie dann?“

Max stockte, aber Leonie ließ nicht nach: „Merkst du, dass du schon richtig dabei bist, mir zu beichten. Du willst es doch auch! Komm schon.“

„Ich weiß nicht.“

„Wir machen es so: Ich erzähle dir was von mir und du erzählst mir was von dir? Okay? Ich fange auch an, und ich erzähle dir was, das auch so am Rand des Normalen ist. Damit du nicht glaubst, du wärst hier der Perverseste oder ich würde mich über dich lustig machen. Was meinst du?“

„Okay. Fang mal an!“

„Und dann?“

„Und dann sehen wir mal!“

„Du willst dir hier doch nicht so eine kostenlose Wichsvorlage abholen, um dann selbst nicht zu liefern, oder? Aber weißt du was? Selbst wenn, hätte ich damit kein Problem. Einfach nur, weil ich damit generell kein Problem habe. Ich bin da nicht so kleingeistig.“

„Ja dann mal los.“

„Übrigens, würde es dir helfen, mal unter meinen Rechner zu klettern und nach meinem Windows 95 zu schauen?“

„Habe ich doch schon gesagt! Du hast gar kein Windows 95!“

„Aber ich dachte, es gefällt dir vielleicht, zu meinen Füßen zu liegen, während ich erzähle.“

„Danke, ich setze mich einfach hier auf den Stuhl, wenn es recht ist.“

„Habe ich kein Problem mit. Okay. Lass mal sehen. Letzte Woche war es, als es so heiß war. Ich wollte zum Training. Zumba. Okay. Aber da ist diese Baustelle an der Königsstraße. Kennst du bestimmt.“

Max nickte.

„Mit Ampel und allem. Ich hatte rot, also hielt ich. Später Nachmittag. Kurz vor Feierabend. Da waren diese zwei Typen. Braungebrannt, muskulös, aber so richtig! Verschwitzte Unterhemden. Und richtig viele Muskeln!“

„Hast du schon gesagt.“

„Ja, aber die hatten richtig viele und nicht so fake Bodybuilder-Muskeln. Sondern so richtige Arbeitermuskeln. Und braungebrannt waren die… und tätowiert. Mit diesen billigen Tattoos, die man sich auf Malle im Urlaub holt, wo man nicht mehr erkennen kann, was die darstellen sollen. So braun waren die Typen, ich konnte gar nicht erkennen, wo die herkamen.“

„Braungebrannt hattest du auch schon.“

„Sie pfiffen mir jedenfalls nach. Riefen irgendwas, konnte ich nicht verstehen, aber es war irgendwas, wie geil ich war. Ist normalerweise scheiße, kann ich nicht haben. Aber an dem Tag war ich den ganzen Tag über irgendwie so komisch drauf. Es kribbelte im Döschen. Kennst du das, als hätte man den Vibrator auf niedrigster Stufe vergessen, du weißt schon, in der Orchidee.“

Max schmunzelte und schüttelte den Kopf. „Wie kann man denn den Vibrator in der Orchidee vergessen?“

„Das geht schon, glaub mir. Wenn man ein wenig werkelt, dann kriegt man das hin. Zurück zum Thema: Also habe ich den Bauarbeitern zurückgerufen, wie geil sie wären und dass sie mal ihre Muskeln spielen lassen sollen! Und darauf meinten sie, ich solle mal aussteigen. Mache ich normalerweise nicht, aber wie gesagt, ich war rattig. Ich stieg aus, und die Typen kamen auch sofort an und quatschten mich an. Irgendwie reizte es mich schon, mit einem von den Typen hinter der Baustelle zu verschwinden. Aber die waren mir ein bisschen zu primitiv. Selbst für mich und selbst, wenn man rattig ist. ‚Lass mal stecken!‘, meinte ich. ‚Mit mir kommst du nicht klar!‘ Und die grölten natürlich und machten einen auf dicke Hose. Und ich: ‚Ihr seid mir zu Alpha!‘ ‚Zu was?‘ ‚Zu arschig!‘ ‚Wir sind dir zu viel Mann!‘ – So eine Scheiße meinten die erst, und dann meinte der andere: ‚Wenn wir dir zu viel Mann sind, dann können wir dir noch den Azubi anbieten! Der hat noch nie! Den schaffst du vielleicht!‘ Sie riefen nach Robin, und schließlich kam der. Er rollte eine Schubkarre heran. Dieser Robin war groß und stark, seine Latzhose war was zu groß, aber darunter war der auch braun, und Muskeln hatte der auch. Der war geil. Fand ich zumindest. Für den war ich bereit. Es ging noch ein bisschen hin und her, und dann ließ ich ihn mich auf seiner dreckigen Schubkarre in den Rohbau fahren, und dann nahm ich mir seine Jungfräulichkeit auf den Zementsäcken, und zwar wie ein Boss. Anfangs machte er noch einen auf tough und hart, aber ich machte ihm ziemlich schnell klar, wer die dickeren Eier hat. Ich natürlich, nur um das klarzustellen! Ich riss ihm quasi das Unterhemd vom Leib, und wir wälzten uns auf den dreckigen Zementsäcken. Er war total verschwitzt von der Arbeit, und er brachte mich natürlich auch zum Schwitzen. Es war fucking fantastisch. Es gibt nichts Geileres, als so richtig fette Muskeln anzufassen. Unfassbar! Die meisten Frauen würden sich wünschen, von denen hart angepackt zu werden. Aber ich finde es total großartig, die zu bändigen. Dass die fetten Muskeln machen, was ich will. Das ist so, als wären es meine eigenen, oder als hätte ich einen fetten Bullen gebändigt. So als würde ich den an einem Ring durch die Gegend führen. Sexy! Naja, wir wälzten uns auf der staubigen Baustelle, oder ich wälzte ihn und schaute zu, was da unter seiner Haut an Stahlseilen hin und her bewegt wurde. Und… es gibt nichts Besseres, als so einen unerfahrenen Typen im Bett zu haben! Die sind so vorsichtig und unschuldig und wissen nicht, was sie tun und anfassen sollen oder dürfen. Egal, wie wenig Ahnung man selbst hat, man ist immer so etwas wie eine Sexgöttin oder die schönste Frau der Welt. Findest du nicht?“

Max zuckte mit den Schultern.

„Jedenfalls drehte er voll ab, und ich musste ihn bremsen, bekam ihn noch gerade noch in mich hineingesteckt, bevor er sein Feuerwerk abschoss. War aber trotzdem okay. Achtzehn war er wohl schon, jetzt war er dann auch noch ein Mann. Hätte er sich wahrscheinlich auch nicht gedacht, als er an dem Tag zur Arbeit gekommen war. Ich ritt ihn trotzdem so lange, bis auch ich kam, auch wenn ihm das nicht mehr so angenehm war, nehme ich an, war mir aber egal. Ich wollte meinen Spaß haben.“

Sie schaute Max an und meinte dann: „Na, was sagst du?“

„Nette Geschichte. Aber ich glaube dir kein Wort.“

„Ja, das mit der Wahrheit ist so eine Sache. Da hast du recht. Ich stand wirklich an der Ampel an der Baustelle in der Königstraße. Und diese drei Typen waren auch da. Allerdings hatten die ihre Muskeln mehr im Bauch als in den Armen. Ist das ein Problem?“

„Wenn du willst, dass ich dir was Wahres erzähle, dann schon.“

„Nein, nein, nein, so war das alles nicht gemeint! Ich wollte dich nur scharf machen! Verstehst du? Dir zeigen, dass ich auch die Harte spielen kann. Ich könnte auch deine Herrin sein.“

„Der Job ist schon vergeben. Danke.“

„Oder hättest du es lieber andersrum? Dann erzähle ich dir, wie die beiden Typen mich gepackt und auf die Zementsäcke geschmissen haben und es mir richtig übel gezeigt haben. Wie ich bettelte von ihnen genommen zu werden und einer mich von vorne und einer von hinten nahm. Vielleicht sogar gleichzeitig? Geht das? Weiß ich nicht. Bestimmt. Ich könnte dir erzählen, wie sie sich auf mich stürzten mit ihren schwitzigen Körpern, mich auf die Zementsäcke drückten, ich ihrem Bieratmen nicht entkommen konnte. Wie sie grunzten und mich mit ihren dicken Schwänzen ausfüllten und sich kein bisschen um mich kümmerten, so als Mensch. Es ging ihnen nur um meine Pussy und meine Titten, auf die sie ihre schwieligen, rauen Hände pressten. Und genau das wollte ich. Genau das machte mich wuschig… aber so richtig mega-heiß-wuschig! Dass ich einfach so zu einem hilflosen Sexobjekt reduziert wurde. Ist das besser?“

„Für mich jetzt nicht.“

„Als moderne Frau sollte ich solche Fantasien auch nicht haben. Mich zu einem Objekt reduzieren zu lassen. Ich meine Me Too und so. Aber trotzdem.“

„Und was mache ich jetzt mit der Info?“

„Was meinst du?“

„Deine Geschichte. Du willst, dass ich was über mein Leben beichte und dann erfindest du was. Erfinde ich jetzt auch was?“

„Eigentlich ja nicht.“

„Zeigst du mir deins, zeig ich dir meins geht aber anders.“

„Du hast ja Recht. Aber ich wollte dir ein bisschen, wie soll ich sagen, imponieren.“

„Musst du gar nicht.“

Leonie schwieg für einen Augenblick.

„Aber ich will es ja. Ich würde echt gerne wissen, was ihr da so treibt.“

„Was interessiert dich das denn? Das Internet ist voll von diesem Zeugs. Google es einfach auf Pornhamster oder so.“

„Pornhubster ist aber alles erfundener Bullshit. Ich will wissen, was richtige Menschen machen. Was meine kleine Schwester und ihr Freund machen.“

„Ist aber schon irgendwie privat.“

Max war die Lust vergangen, Leonie einzuweihen. Vor einigen Augenblicken hätte er ihr noch von der Unterwäsche erzählt, die Jule ihn tragen ließ oder von den Fotos, die sie ihn machen ließ. Vielleicht hätte er ihr den Chatverlauf auf Whatsapp gezeigt mit den Fotos, die er von sich hatte machen müssen.

Es hätte ihn bestimmt scharf gemacht, sich vor ihr zu offenbaren. Ihre spöttischen Kommentare über sich ergehen lassen zu müssen. Vielleicht hätte er ihr sogar die Damenunterwäsche gezeigt, die er in diesem Moment tragen musste. Es wäre unglaublich peinlich geworden, aber auch genau das, was er wollte. Vieles wäre möglich gewesen, aber Leonie hätte dazu ehrlich sein müssen. Er konnte ihr in dieser Hinsicht einfach nicht vertrauen.

Die Damenunterwäsche, die sie ihn tragen ließ, dass sie ihn schminkte, dass sie ihn ans Bett fesselte und er ihr total ausgeliefert war.

Am vergangenen Wochenende hatte sie ihn geschminkt, ihm die Nägel lackiert, eine Perücke angezogen, ihn mit Parfum eingesprüht.

Das ganze Wochenende hatte sie ihn Süße genannt und wie so ein kleines Hausfräuchen behandelt. Nicht nur musste er die ganze Hausarbeit machen, er musste Jule jeden Mist bringen, sie ließ ihn zu ihren Füßen sitzen und zusammen sahen sie sich die langweiligsten Soaps an, und als es selbst Jule zu langweilig wurde, spreizte sie die Schenkel und dirigierte ihre ‚kleine Maus‘ zwischen ihre Schenkel, wo Max sie langsam befriedigen musste. Er gab sein bestes, ohne selbst eine Belohnung zu bekommen oder zu verlangen. Stattdessen stieß sie ihn irgendwann, auch scheinbar gelangweilt, weg und meinte: „Meine Füße sind kalt. Mach die mal warm!“

Er wollte sie massieren, aber sie meinte: „Nee, auf deine Griffel habe ich jetzt keine Lust. Wickel dich um meine Füße und wärme die mit deinem nutzlosen Körper!“

Es waren böse, bittere Worte, die er noch nie aus ihrem Mund gehört hatte, und die Unsicherheit, wie die gemeint waren, verwirrten ihn.

Jule ließ ihn eine Weile da liegen, ziemlich lange, ohne dass er was zu tun hatte, während sie ihr Instagram und Facebook checkte und schließlich noch irgendein doofes Handyspiel spielte.

Max hatte nichts zu tun in der Zeit. Er lag einfach da, wärmte ihre Füße einfach nur mit seinem Körper, ohne etwas zu tun. Erst fand er das total langweilig und war auch etwas angefressen, aber dann fand er irgendwie Gefallen daran, ihr zu dienen und sie glücklich zu machen in Frauenkleidung und spielerisch beschämt und erniedrigt.

Konnte Max das mit Leonie teilen?

Fairerweise muss man sagen, dass Leonie in der Vergangenheit sehr offen gewesen war, und ihn durchaus an allen möglichen intimen Details hatte teilhaben lassen. Der Montag war sowas wie One-Night-Stand-Update-Tag geworden.

Weil lange Zeit Leonies Privatleben weit spannender war als Jules und Max, hatte er sie erzählen lassen. Und da hatte er durchaus einiges von Leonie erfahren. Sie war ziemlich offen darin gewesen, die Vor- und Nachteile des Oralverkehrs zu erörtern und Max hörte interessiert zu.

Es bestand also durchaus ein ziemliches Missverhältnis im Informationsfluss. Vielleicht würde Max sich irgendwann revanchieren, aber dafür müsste Leonie sich anders verhalten.

  1. Kapitel

„Ich habe ja nichts dagegen, ans Bett gefesselt zu werden. Aber ich berühre dich auch gerne.“

„Habe ich schon verstanden. Aber du wirst gleich sehen, dass das sein muss.“

„Muss ich mir jetzt wieder Sorgen machen?“

„Machst du dir sonst denn Sorgen?“

„Meist unbegründet, gebe ich zu.“

„Das freut mich zu hören. Aber heute könnten die Sorgen begründet sein.“

„Oh!“

„Schauen wir mal. Vielleicht bist du ja zu erschöpft, und dann hättest du einen Benefit!“

„Zu erschöpft? Ich freue mich den ganzen Tag schon auf dich!“

„Das ist lieb, dass du das sagst, ich freue mich auch auf dich! Deshalb muss ich auch sichergehen, dass sich meine Freude erfüllt.“

„Ich weiß nicht, was du damit meinst.“

„Musst du auch nicht. Du wirst schon sehen!“

Jule schmiegte sich an Max Körper. Katzengleich weich waren ihre Bewegungen. Sie hatte sich in Schale geworfen, die sexy schwarze Unterwäsche angezogen und räkelte sich auf dem Bett, rieb ihren Körper an seinen gefesselten und streichelte ihn am ganzen Körper, und natürlich funktionierte es. Max liebte ihren Körper, und er genoss ihre Berührungen. Denn er hatte das Gefühl, dass noch etwas kommen würde, dass sie mit ihm spielte und etwas plante, das nicht in seinem Sinne war. Max war nun doch etwas besorgt über ihr besonders zuvorkommendes Verhalten.

Jule war sich ihrerseits nicht mehr so sicher, ob sie nicht ein wenig zu weit ging mit dem, was sie vorhatte. Sie wollte Max nicht verletzen, aber sie hatte etwas Böses im Sinn, mit dem er sicher nicht rechnete.

Aber es war der zweite Schritt zu einer Sache, die bereits im Gange war, und sie würde das jetzt durchziehen.

Jule schlang sich um Max Körper, küsste ihn leidenschaftlich, und Max badete in einem Meer aus Erregung, bis Jule beiläufig unter dem Bett etwas hervorholte. Sie hielt es einfach in der Hand, zeigte es Max nicht, aber natürlich sah er den Abdruck seines Schwanzes aus schwarzem Silikon, den sie gemacht hatten.

Max hatte nie daran gedacht, dass dieses Teil irgendwie gegen ihn eingesetzt werden könnte. Aber nun war es da, und Max beobachtete mit einiger Unruhe, was Jule damit vorhatte. Aber diese hatte zunächst nichts damit vor. Sie hielt den Dildo einfach in der Hand. Nebensächlich, nebenbei, wie man seinen Schlüsselbund in der Hand hält, ohne etwas damit tun zu wollen. Das merkte Jule natürlich auch, und es beflügelte sie, dass Max darauf so reagierte. Sie berührte ihn damit nicht, sie richtete ihn nicht mal auf Max. Der Dildo war einfach da, das reichte schon.

Jule kniete sich über Max Kopf, weit genug entfernt, dass er sie zwischen ihren Schenkeln nicht erreichen konnte, aber sie gut sehen konnte. Dann begann sie, sich mit dem Dildo zu streicheln, erst über ihre Schenkel, dann näherte sie sich ihrer Vulva, und Max sah gespannt zu, wie der Dildo langsam in sie eindrang, wie sich ihre Lippen langsam öffneten und das Teil umschlossen und es in ihr verschwand.

Es war hypnotisierend, zu sehen, was die Kopie seines besten Stücks mit ihrem Körper tat.

Jule ließ sich nicht stören, ignorierte den unter ihr liegenden Max einfach und ließ ihn zusehen, wie sie sich mit dem Dildo befriedigte und ihn einfach zu einem Zuschauer degradierte.

Max sah gebannt zu, konnte nichts dazu sagen, wollte sie nicht stören oder ablenken, hoffte aber, dass sie sich an ihn erinnern würde. Er erinnerte sich wieder an Jules düstere Ankündigung.

Jede Sekunde, die er hilflos zusah, brachte sie näher an ihren Höhepunkt. Aber Jule war diszipliniert genug, um es nicht nur über sich zu machen, und so hielt sie inne, zog den Dildo heraus. Für einen Augenblick dachte sie darüber nach, ihn von Max ablecken zu lassen, aber sie wollte ihn nicht überfordern und wusste nicht, wie er darauf reagieren würde. Also hielt sie ihm den Dildo nur einmal kurz hin, und dann kletterte sie von Max hinunter, griff noch einmal unter das Bett und holte nun das Teil hervor, von dem sie nicht sicher war, wie Max es aufnehmen würde.

Für Max sah es wie ein Haufen Lederriemen aus. Er wusste nicht, was damit anzufangen war. Gefesselt war er schließlich schon. Aber dann drehte Jule es, und er erkannte, dass es eine Art Geschirr war.

Jule krabbelte von ihm hinunter und legte es ihm an. Sie ließ ihn seine Hüften heben, schob es um ihn herum und schloss die Lederriemen.

„Was ist das?“

„Wirst du schon sehen! Und jetzt ruhig, ich will von dir nichts hören!“

Max nickte.

Schließlich hatte sie ihm das Geschirr angezogen. Seinen Schwanz hatte sie auf seinen Bauch gepresst, und nun wurde ihm auch klar, was Jule vorhatte, denn Jule steckte den Dildo in eine Vorrichtung in seinem Schritt.

Sie hatte seinen Penis ersetzt durch seinen Plastikdildo! Max konnte es nicht glauben und sah Jule flehend an, aber die meinte nur:

„Der kann mich viel länger befriedigen, macht mir viel mehr Freude und fühlt sich genauso an wie deiner. Toll, nicht?“

Harte Worte, die Jule sich vorher zurechtgelegt hatte.

Sie schwang sich wieder auf Max und führte das Teil nun langsam in sich ein und begann ihre Hüften kreisen zu lassen.

Max hatte das zwar irgendwie schon unzählige Male erlebt, aber zum ersten Mal fühlte er nichts, denn sie hatte nicht seinen Schwanz in sich, sondern die Kopie.

Er konnte nur zusehen, wie sie sich langsam zu einem Höhepunkt führte. Er betrachtete ihr Gesicht, die geschlossenen Augen, die in eine andere, innere Welt sahen. Max fragte sich, ob er darin vorkam, wen sie gerade vor ihrem inneren Auge sah. Was gerade in ihrem Kopf vorging. Er betrachtete ihren Körper, der sich schlangengleich bewegte, ihre Brüste, die sanft schwangen, ihr Bauch, ihre Hüften. Max hatte das noch nie so beobachtet. Er hatte ein schlechtes Gewissen, dass er sich bislang nie die Mühe gemacht hatte, Jule beim Sex so genau zu beobachten, wie er es jetzt tat.

Sie schaukelte sich auf zu ihrem Höhepunkt, und Max war nur unbeteiligter Zuschauer. Er hätte sie gerne gestreichelt, umarmt, an ihrer Lust teilgehabt, aber nichts. Sie hatte ihn vollkommen überflüssig gemacht.

Er freute sich über ihren Höhepunkt, zu sehen, wie sie in ihrer Lust verschmolz und Erfüllung fand, aber gleichzeitig war er auch traurig, dass er nichts damit zu tun hatte.

Jule sah zwar, wie konsterniert Max war, aber sie war noch nicht fertig: „Puh, das war gut! Wow!“

Max war immer noch still und ertrug die Demütigung, die sie ihm in die Wunden rieb.

„War es für dich auch so gut wie für mich?“ Jule lachte. „Ich mach nur Spaß! Aber ich will nicht so sein. Du sollst ja auch nicht leben wie ein Hund!“

Damit beugte sie sich über seinen Schritt und nahm den schwarzen Plastikdildo in den Mund und saugte daran.

„Gefällts dir? Geil nicht?“ Sie lachte wieder. „Du sagst ja gar nichts! Komm schon, sag! Wie war’s für dich?“

„Ging so.“

„Du bist aber undankbar!“

„Will ich gar nicht sein.“

„Ist aber so. Wenn ich deine Herrin bin, dann musst du auch akzeptieren, dass es hier um mich geht in erster Linie.“

„Tut mir leid!“

„Sollte es auch!“

Jule legte sich neben Max, legte ihren Kopf auf seine Brust und schwieg. Sie kostete das alles aus.

Max Körper war warm und gefesselt und Jule war so zufrieden, dass sie einnickte. Nicht lange, aber sie fand den Gedanken schön, dass er die ganze Zeit still und gefesselt dalag und als ihr Kissen dienen musste.

„Manchmal denke ich, dass ich zu weich bin, dass ich dich härter rannehmen müsste. Aber dann denke ich auch wieder, dass ich zu böse zu dir bin. Wenn ich zum Beispiel sage, dass mir dein Plastikteil besser gefällt als dein richtiger Johnny.“

„Mach dir mal keine Sorge. Das gehört dazu. Es sei denn, das wird von jetzt an Standard sein.“

„Das werde ich dann entscheiden.“

„O-kay…“

„Machst du dir Sorgen?“

„Ein bisschen.“

„Gut! So soll es auch sein. Du solltest dir nie zu sicher sein. Und deshalb sage ich dir jetzt auch, dass es für dich heute keinen Nachtisch gibt.“

„Ja, Herrin.“

„Du solltest das echt häufiger sagen. Mir gefällt das!“

„Ich werde es versuchen, Herrin.“

„Aber auch nicht übertreiben! Wir wollen es nicht abnutzen! Weißt du, was falsch gemacht hast, dass ich dir den Spaß heute nicht gönne?“

„Ich habe keine Ahnung.“

„Nichts. Du hast nichts falsch gemacht. Gar nichts.“

„Was?“

„Ich versage es dir nur, weil ich es kann. Weil es in meiner Macht steht. Deine Orgasmen gehören mir, wie mir auch dein kleiner Freund gehört. Und nicht nur der aus Silikon.“

„Wie es dir gefällt.“

„Wie es mir gefällt. Das finde ich gut.“

Jule lachte.

Sie war sich nicht sicher, was Max wirklich darüber dachte und ob sie vielleicht zu hart war. Nun, Max war damit absolut zufrieden. Es machte ihn sogar total an. Es war genau das, was er wollte, was er sich wünschte. Dass sie vollkommen willkürlich handelte und er nichts dagegen tun kann.

Für seinen Geschmack musste Jule gar nicht so nett sein. Sie konnte viel härter sein. Aber er wollte ihr das auch nicht so platt sagen, weil er sie nicht mit seinen Wünschen überfordern wollte. Es war nicht so ganz einfach.

So verbrachte Max den Rest des Abends ans Bett gefesselt. Jule war aufgestanden, hatte ein paar Snacks gemacht und sich wieder zu ihm gelegt. Sie fütterte ihn manchmal, aber das meiste aß sie selbst. Auf ihrem Tablet schaute sie sich einen Film an, aber hielt es so, dass er den Bildschirm nicht sehen konnte. Und so lag er da neben ihr, konnte nichts tun, musste einfach warten, was immer Jule mit ihm vorhaben mochte.

  1. Kapitel

„Nochmal?“

„Was ist los mit dir heute?“

„Wieso? Ich möchte, dass du zufrieden bist.“

„Ich bin immer zufrieden. Wann bin ich mal nicht zufrieden?“

„Umso besser. Ich habe nur das Gefühl, dass du nicht oft genug zum Zug kommst.“

„Den Gedanken habe ich gar nicht! Ich war nie zufriedener mit unserem Sexleben.“

„Schön zu hören! Nochmal!“

„Jule, Schatz, Herrin, du musst mir eine bisschen Zeit geben, um wieder zu Kräften zu kommen.“

„Okay. Aber zweimal schaffen wir noch.“

„Zweimal? Wirklich? Wir haben schon zweimal!“

„Komm schon!“

Jule schlängelte sich hinunter in seinen Schritt und nahm Max Penis in den Mund, und ihre Zunge spielte mit ihm. Max musste zugeben, dass es wenig gab, das ihn mehr anmachte. Es war dieses warme, weiche Gefühl, diese hundertprozentige Geilheit ihres Mundes über seinem besten Stück.

„Guck mal, da bewegt sich doch schon wieder was!“

„Okay, aber zwischen Bewegung und Explosion gibt es noch einen riesigen Unterschied.“

„Komm schon! Ich zünde deine Lunte an, und dann schaffen wir das schon mit der Explosion!“

Max wusste nicht, was Jule da mit ihm vorhatte, aber irgendwas Komisches führte sie definitiv im Schilde.

„Soll ich es dir befehlen? So als deine Herrin? Hilft das?“

„Ich tue schon alles, was ich kann, um meiner Herrin zu gefallen! Ehrlich! Aber ich kann auch nicht zaubern.“

„Du liebst mich nicht so, wie ich mir das vorstelle! Sonst würdest du für mich noch zweimal kommen!“

„Das ist gemein! Das stimmt einfach nicht! Ich gebe mir echt Mühe!“

„Dann komm, wir schaffen das jetzt zusammen!“

„Zusammen? Du kannst ja selbst nicht mehr! Du beschwerst dich doch, dass du wund bist!“

„Heute dreht sich alles um dich!“

Nun, um die Geschichte kurz zu machen. Max schaffte es, noch zweimal zu kommen. Jule nutzte all ihre Kunst und all ihren Einfluss.

Aber darum geht es in diesem Teil der Geschichte nicht. Max Höhepunkte waren erst der Beginn dessen, was Jule mit ihm vorhatte.

Das letzte Mal war es mehr eine Qual als Freude, und er war froh, dass er es viermal in kurzer Zeit geschafft hatte.

„Ich bin richtig stolz auf dich! Dass du das alles für mich machst!“

„Klar“, seufzte Max. „Aber ich glaube, für die nächste Woche kriege ich nichts mehr hoch! Ich bin komplett leer.“

„Du zeigst wirklich Bereitschaft und Einsatz und so. Das liebe ich so an dir! Und wie das mit der Woche ist, das müssen wir noch sehen. Ich könnte mir vorstellen, dass du schneller wieder willst, als dir lieb ist.“

„Als mir lieb ist? Wie komme ich nur auf den Gedanken, dass irgendwas nicht stimmt?“

„Meinst du, weil ich so nett zu dir bin? Bin ich das sonst nicht?“

„Schon, aber irgendwie bist du gerade besonders nett!“

„Das ist lieb, dass du das sagst… aber du hast Recht. Ich habe mir dabei was gedacht. Ich hatte so einen Kaufrausch, als du weg warst. Und da habe ich einiges gekauft. Sorry!“

„Nicht nur Penisabdruck-Sets und Strapons. Du hast noch was gekauft.“

„Ja, tut mir auch irgendwie leid.“

„Und was ist das?“

„Freut mich, dass du es ausprobieren willst!“

„Das habe ich gar nicht gesagt!“

„Naja, aber ich will, dass du es ausprobierst, und damit wäre das Thema beendet!“

Jule griff unter das Bett und zog ein kleines Plastik-Teil heraus, das Max erst nicht zuordnen konnte. Aber dann verstand er, und es schwante ihm nichts Gutes. Es war ein Keuschheitsgürtel!

„Das ist der Grund für meine vielen Orgasmen.“

„Damit du dich nicht so wehren kannst. Im Internet habe ich gelesen, dass es schwierig sein kann, einen Mann in einen Keuschheitskäfig einzusperren, weil der total schlaff sein muss, aber die Einsperrprozedur an sich ist ja schon irgendwie erotisch.“

„Und deshalb saugst du mich erst leer?“

„Du musst es positiv sehen. Du sagst ja selbst, dass du Wochen brauchst, bis du wieder kannst. Jetzt hast du ja Zeit, dich zu erholen.

Es machte Klick, und der Keuschheitsgürtel rastete ein.

Jule nahm ein kleines Schloss heraus, verschloss den Gürtel und hängte sich den Schlüssel um den Hals.

„Wie fühlt es sich an?“

„Ich glaube, es geht.“

„Klemmt nichts?“

„Im Moment nicht.“

„Gut.“

„Wie lange sperrst du mich ein?“

„Wäre ja doof, wenn ich dir das sagen würde!“

„Aber sprechen wir von Stunden oder Tagen oder so?“

„Erinnerst du dich an den Beginn unserer Sache? Wenn du mich drauf ansprichst, werde ich die Zeit verlängern. Du wirst mir einfach vertrauen müssen.“

„Okay. Das tue ich. Ich vertraue dir.“

„Gut. Ist auch besser so!“

„Aber kann ich was tun, um da schneller wieder rauszukommen?“

„Mich nicht nerven, das würde helfen.“

Max spielte ein wenig an dem Keuschheitskäfig. Er bestand aus Plastik und es war erschreckend, wie gut sein schlaffer Penis dort hineinpasste.

„Sieht gut aus! Steht dir!“

Max hätte es nicht geglaubt, aber obwohl Jule ihn leer gesaugt hatte, regte er sich schon wieder in seinem Gefängnis. Wie aus Trotz, dass er nun, wo er es nicht mehr konnte, es umso mehr wollte. Max spürte, wie er hart werden wollte, aber von dem Käfig daran gehindert wurde. Er hatte dieses lauwarme Gefühl der Erregung, die sich nicht voll entfalten konnte, die aber auch nicht abflaute.

Wie lange konnte er das aushalten?

Wie lange würde sie ihn darin eingesperrt halten?

Max bezweifelte, dass Jule verstand, wie heftig das war, was sie mit ihm veranstaltete. Und er konnte sie noch nicht einmal darauf ansprechen, denn dann würde sie das alles einfach noch weiter herauszögern!

War das seine Zukunft?

Dass Jule seine komplette Sexualität bestimmte? Dass sie bestimmen konnte, wann er herausgelassen wurde, wann er auch nur einen Steifen haben dürfte.

Er sah sie jetzt mit anderen Augen. Irgendwie wurde es jetzt ernst.

Jule hingegen hatte großen Spaß. Sie spielte mit dem Keuschheitsgürtel und erzählte ihm, wie er damit aufs Klo gehen konnte und wie sie sich um seine Hygiene kümmern würde. Die Lösung wäre, dass sie Max fesseln würde, dann könnte sie ihm das Teil abnehmen, ihn sauber machen und dann würde sie ihn wieder anlegen, bevor sie ihm die Fesseln abnahm.

Die Tatsache, dass sie sich Gedanken gemacht hatte über diese Sache, sagte ihm, dass das nicht nur ein kleines Spielzeug war, mit dem sie ihn mal neckte, sondern dass sie das ernst meinte.

Sie ließ ihn sich anziehen, und in der Tat fiel das Teil unter seiner Hose nicht auf.

Von nun an begann die Hoffnung, und dann wurde sie ihm wieder weggenommen. Max hoffte, dass sie ihm das Teil abends noch abnahm, aber das passierte nicht. Stattdessen hatte er dieses Teil in der Nacht zwischen den Beinen, und Jule hatte Freude, ihn dort immer wieder zu berühren.

Seine Erschöpfung vom Nachmittag, nachdem sie ihn quasi gemolken hatte, war einer leichten Verzweiflung gewichen, dass er nicht mehr der Herr über sein gutes Stück war.

Als er am nächsten Morgen aufwachte, hoffte er, dass Jule ihm die Peinlichkeit ersparte, mit dem Keuschheitskäfig zur Arbeit zu gehen. Er machte das Frühstück, war besonders zuvorkommend, presste ihr sogar den Orangensaft, aber sie machte keine Anstalten, ihn von dem Teil zu befreien. Irgendwann war er dann auf dem Weg zur Arbeit mit diesem Plastikgebilde, das sich an seinen Schwanz schmiegte, und Max hatte das Gefühl, dass ihm jeder auf den Schritt schaute und wusste, was hier vor sich ging. Das war natürlich Quatsch, aber er konnte nichts dagegen tun.

Auf der Arbeit traf er Leonie, und er hätte schwören können, dass sie es wusste, dass sie nicht nur einmal zu lange auf seinen Schritt schaute. Aber er sprach sie nicht darauf an, es war ihm zu peinlich.

Als er abends nachhause kam, war die Hoffnung wieder da, dass sie den Schlüssel vom Hals nahm und ihn aufschloss. Er war sich sogar ziemlich sicher.

„Wie war dein Tag?“, fragte Jule.

„Geht so“, antwortete er.

„Was ist passiert?“

„Nichts wirklich.“

„Nichts?“

Was sollte Max antworten? Sie hatte ihm verboten, sie auf seine Lage anzusprechen, und natürlich konnte er sich irgendwelche Tricks einfallen lassen, wie er das zu Beginn ihrer neuen Beziehung gemacht hatte. Aber das fühlte sich nicht richtig an. Zumindest noch nicht, denn auf der anderen Seite genoss er seine Hilflosigkeit, dass er ihr ausgeliefert war, dass sie wirklich die Macht über ihn hatte. Er wollte es, dann aber doch nicht, und das Nichtwollen wollte er auch irgendwie.

Sie bat ihn um Hilfe in der Küche, und er gehorchte. Er hätte das ohnehin getan, aber nun bekam sein Respekt eine neue Bedeutung.

Sie aßen zusammen und verbrachten den Abend mit einem Film auf Netflix. Zunächst hatte Max noch die Hoffnung, dass sie irgendwann den Film, der wirklich nicht sehr gut war, aufgab und sich Max widmete. Aber das passierte nicht. Sie ließ Max die ganze Zeit zu ihren Füßen sitzen und diese massieren und spielte mit seinem Haar, ohne ein Wort zu sagen.

Max musste also seine Hoffnung fahren lassen und darauf hoffen, dass sie sich um ihn kümmern würde, wenn sie zu Bett gingen.

Nun, er sollte durchaus Hoffnung haben, denn Jule hatte das unterwürfige Verhalten von Max durchaus gefallen und sie wollte es noch etwas weiter auskosten.

Jule ließ ihn ihre Brüste küssen und schob seinen Kopf dann tiefer zwischen ihre Schenkel, wo Max sich besondere Mühe gab, sie zu befriedigen. Vielleicht weil er sich so viel Mühe gab, vielleicht auch, weil Jule sich immer über seine Lage bewusst war, und es sie heiß machte, dass sie die einzige war, die an diesem Abend zum Höhepunkt kommen würde und dass Max einzig seine Freude aus der Tatsache heraus gewinnen würde, dass er ihr diente.

Was Max zuvor aufgefallen war, dass er seine Geliebte nun viel genauer betrachtete und neue Informationen über sie gewann, war Jule bald auch bewusst geworden, nicht zuletzt, weil Max sie darauf angesprochen hatte. Jule musste sich ein wenig an den Gedanken gewöhnen, dass Max sie nun mit anderen Augen sah, dass er sie beobachtete, wenn sie zu ihrem Höhepunkt kam, und sie fragte sich, wie attraktiv ihr Gesichtsausdruck sein mochte, während sie kam. Als es dann soweit war, gab es natürlich viel mächtigere Eindrücke, und sie verdrängte es wieder zugunsten der Dinge, die zwischen ihren Schenkeln vorgingen.

Schließlich zog sie Max zu sich herauf und gab ihm einen langen Kuss, bei dem sie die Erregung zwischen ihren Schenkeln auf ihren Lippen schmeckte.

Dann drehte sie sich um, wünschte ihm eine gute Nacht, griff noch einmal in seinen Schritt und drehte sich um.

Sie konnte den Frust von Max spüren. Aber so lief es nun einmal, und er sollte ruhig noch ein wenig leiden.

Am nächsten Morgen wurde sie von dem frischen Duft von Kaffee und aufgebackenen Brötchen geweckt. Sie stand auf und ging gut gelaunt ins Bad. Das Zuvorkommen von Max machte sie ganz glücklich. Sie hätte nicht gedacht, dass so eine kleine Sache wie ein Keuschheitsgürtel alles so dramatisch zwischen ihnen verändern würde.

Es war nett, aber es warf auch die Frage auf, wie lange sie das mit Max machen konnte. Würde sein Verlangen vielleicht bald gären und in Verbitterung umschlagen? Sie wusste es nicht. Sie wollte ihn auch nicht zu sehr quälen. Ein wenig litt sie auch, dass er nicht kommen durfte, und sie fand immer noch, dass der schönste Sex, der war, an dem sie beide kamen, auch wenn sie ihm anderes sagte, obwohl sie immer mehr Gefallen an dem Gedanken hatte, dass es zuallererst um ihren Willen ging. Aber das war gar nicht ihr wichtigstes Interesse an dieser ganzen Sache.

Für diesen Tag würde sie ihn noch in seinem Gefängnis belassen, und für den Abend würde sie sich etwas überlegen müssen.

Jule mochte es, mit seinem Kopf zu spielen, ihn zu verwirren oder auf eine falsche Fährte zu führen.

Was sie mit ihm anstellen konnte! Welche Qualen sie ihm auferlegen konnte und wie er es trotzdem alles ertrug, weil er sie liebte!

Jule hätte nie gedacht, dass ihre Beziehung sich so entwickeln würde. Dass Max so loyal wäre und das alles für sie ertrug.

Als sie von der Arbeit kam, war Max schon da.

„Gehst du bitte duschen? Du brauchst dich danach nicht anzuziehen!“

Jule schmunzelte. Seine Augen begannen zu leuchten.

Während er im Bad werkelte, machte sie alles bereit. Im Wohnzimmer hatte sie ein wenig Platz gemacht, einen Stuhl aufgestellt und die Fesseln und das billige Makeup bereitgelegt.

Max sah süß aus, als er aus dem Bad kam, nackt mit dieser seltsamen Vorrichtung zwischen seinen Beinen. Er stand bewusst devot da, ein wenig unsicher, den Kopf gesenkt. Die Arme an den Seiten.

„Du siehst total süß aus, wenn du dich so klein machst für mich!“

Sie grinste.

„Wie ist so die Zwischenbilanz? Geht es noch, hältst du noch durch?“

„Die Zwischenbilanz?“

Natürlich hatte sie ihre Worte bewusst gewählt, aber sie ignorierte seinen Einwand einfach.

„Wir müssen uns mal um deine Hygiene kümmern! Setz dich!“

Max folgte ihrem Befehl. Er rutschte unruhig auf dem Stuhl hin und her.

„Deine Hände bitte!“

Sie fesselte ihn hinter dem Rücken.

„Sind die Fesseln nicht zu fest?“

„Nein, Herrin, alles in Ordnung!“

„Herrin! Schön, dass du das sagst! Ich habe so das Gefühl, dass dieses Gerät da zwischen deinen Beinen das alles noch viel süßer klingen lässt.“  

„Wenn es dir gefällt, dann freut mich das!“

„Mir gefällt es total. Gefällt es dir auch?“

Max zögerte, wusste nicht genau, wie er antworten sollte.

„Mir gefällt es auch.“

„Du warst schon mal wortreicher und auch überzeugender.“

„Nein, es gefällt mir, wirklich.“

„Das ist ja schön zu hören. Ich dachte schon, du bräuchtest eine Pause.“

„Oh. War das eine Option?“

„Nein, war es nicht, aber ich wollte mal fragen. So, aber jetzt lass uns weitermachen! Ich lasse dich mal raus! Du bist ja sicher gefesselt und kannst nicht weglaufen!“

Sie setzte sich auf seinen Schoß, küsste ihn lang und leidenschaftlich und nahm dann den Schlüssel, um ihn zu befreien.

„Oh, Gott, das ist gut!“, seufzte Max.

Im selben Moment, da er befreit war, richtete er sich auch schon auf.

„Hui, so schnell, das muss Rekord sein!“

„Da siehst du mal, was du für einen Einfluss auf mich hast!“

Jule fasste Max bestes Stück an, und Max sprang sofort darauf an. Aber Jule hielt auch sofort inne, als Max anfing, schwerer zu atmen.

„Sicherheit geht vor!“, grinste sie. „Aber bevor wir dich da unten inspizieren, wollen wir dich erst schön machen.“

„Muss das sein?“

Sie nahm sich Zeit, ihn zu schminken und sich über ihn lustig zu machen, nannte ihn Schätzchen und hatte ihren Spaß mit ihm. Max sah gequält zu, konnte ja auch nicht viel machen, sondern musste mitspielen, musste es gut finden und musste allem zustimmen, was Jule mit ihm veranstaltete, wenn er die Hoffnung aufrechterhalten wollte, dass sie ihn herausließ. Auch wenn sie ihm keine große Hoffnung gemacht hatte.

Als Jule fertig war, präsentierte sie Max im Spiegel und machte ein paar Selfies mit ihnen beiden.

„Du siehst so richtig geil aus! Meinst du, ich sollte Leonie das Foto schicken? Du wolltest doch ohnehin beichten. Wäre das eine Idee? Was hältst du davon?“

„Nicht so ganz viel, es sei denn, du willst es unbedingt.“

„Du musst das entscheiden.“

„Nein, in diesem Fall liegt die Entscheidung total bei dir. Ernsthaft.“

„Dann vielleicht doch lieber nicht.“

„Kein Problem!“

Jule hatte wirklich keines damit.

Während der ganzen Zeit hatte sie darauf geachtet, dass Max immer schön steif blieb, und sie musste wenig dazu unternehmen, die ganze Situation reichte schon, ihn konstant zu erregen.

Und Jule musste zugeben, dass sie selbst total angetan war von dem, was sie mit ihm anstellte.

Aber nun war es an der Zeit, die Schrauben ein wenig anzuziehen. Sie setzte sich wieder auf seinen Schoß, begann ihn zu liebkosen, streichelte seine Brust, strich mit ihren langen Haare darüber und ließ sich von Max bestätigen, wie geil er das fand.

Dann hielt sie inne und zwirbelte seine Brustwarzen, bis er scharf die Luft einsog.

„Gefällts dir nicht?“

„Doch, total…“

„Tut’s weh?“

„Überhaupt nicht!“

„Auch das nicht?“ Jule zwirbelte seine Brustwarzen härter, und Max verzog sein Gesicht, sagte aber nichts.

„Weißt du, warum ich das mache?“

„Nein.“

„Einfach nur, weil ich es kann. Gibt sonst keinen Grund. Wie findest du das?“

„Wenn du es willst, finde ich das gut!“

„Wenn ich es will. Genau das tue ich. Ich will das. Und das reicht.“

„Natürlich, meine Herrin!“

Sie klatschte entzückt die Hände zusammen: „Da ist es wieder! Wunderbar!“

Jule küsste ihn.

„Ich finde es total süß, wie du für mich leidest. Das gibt mir das Gefühl, dass ich was ganz Besonderes bin.“

„Du bist was ganz Besonderes!“

„Du bist lieb!“

Jule hielt inne, nahm Max Penis in die Hand und wusch ihn mit einem rauen Waschlappen. Sie war extra grob und rau:

„Ich muss richtig schrubben, um dich sauber zu kriegen. Mein kleiner Schwanz soll ja schön bleiben. Für wann immer ich den mal wieder benutzen möchte.“

„Bald, hoffe ich!“, entfuhr es Max, und Jule sprang sofort darauf an und meinte mit plötzlich scharfer Stimme:

„Jammerst du etwa?“

„Auf keinen Fall, Herrin!“

„Das will ich auch nicht hoffen. Sonst verlängert sich das hier alles noch mehr. Ich meine, habe ich kein Problem mit, ich habe ja den Abdruck deines Freundes, aber willst du das wirklich alles noch in die Länge ziehen?“

„Nein, Herrin.“

„Nein, Herrin, schön, dass du das auch so siehst wie ich. Ich schlage also vor, dass du ganz still bist.“

„Ich verspreche es.“

„Sehr gut!“

Als Jule zufrieden war, meinte sie: „Fertig! Jetzt bist du wieder schön sauber. Das sollte für eine Woche reichen!“

Sie sah Max an, sah ihm auch den Schock an, aber der blieb still, und Jule war fast ein wenig enttäuscht, dass sie ihm nicht noch mehr Angst machen konnte.

„Jetzt muss ich dich nur wieder runterbringen, damit dein kleiner Wurm in den Käfig passt.“

Jule sah Max an, wie sein Herz in die Hose rutschte und er seine Hoffnung verlor. Sie war einfach zu böse!

„Ich könnte dich so lange hier sitzen lassen, bis er schlaff wird, was sagst du dazu?“

„Wenn es dir gefällt.“

„Ja, weiß ich noch nicht!“ Sie lachte. „Oder ich hole ein bisschen Eis. Ich bin mir sicher, dass ich dich damit auch kleinkriege. Was sagst du dazu?“

„Das könntest du natürlich machen.“

„Aber?“

„Kein Aber.“

„Dann sind wir uns ja einig!“

„Natürlich.“

„Aber eigentlich ist es zu schade, dich einfach so wieder einzusperren. Zumindest ich könnte ja meinen Spaß haben!“

Sie küsste ihn wieder, schmiegte sich an ihn, rutschte seine Schenkel hinauf und führte dann Max Penis langsam in sich ein.

„Was machst du da? Bist du sicher, dass das eine gute Idee ist?“

Max umfing sofort die schöne Wärme und Feuchtigkeit ihrer Weiblichkeit, die er sich so sehr gewünscht hatte.

„Was beschwerst du dich jetzt schon wieder?“

„Das ist keine gute Idee!“

Jule bewegte ihre Hüften langsam vor und zurück.

„Warum nicht? Ich will ein bisschen Spaß haben mit meinem Schwanz!“

Max begann bereits zu stöhnen.

„Aber das halte ich nicht lange aus!“

„Das solltest du aber!“, hauchte sie ihm in die Ohren und grinste dabei. „Wehe du kommst ohne meine Erlaubnis!“

Sie bewegte ihre Hüften nun schneller und sofort reagierte Max darauf.

„Bitte nicht! Oh Gott, das fühlt sich so gut an!“

„Hör auf zu heulen und zeig ein bisschen Disziplin!“

Jule wusste, was sie tat, und die Tatsache, dass Max keine Kontrolle hatte über das, was da im Begriff war, machte sie besonders an.

„Wehe, du kommst!“, wiederholte sie.

„Bitte nicht! Bitte nicht! Jule! Herrin! Bitte, bitte, erlaube es mir! Bitte!“

Sein Flehen war einfach zu süß, und nun musste Jule sich fast zurückhalten, dass sie nicht vor ihm kam, denn sie wollte ihn einfach in sein Verderben laufen lassen.

„Nein, nein... NEIN!“

Sein Körper verkrampfte, jeder Muskel schien sich anzuspannen, er hielt den Atem an, und dann konnte er es nicht mehr halten und ergoss sich in Jule.

Die war von diesem Ausbruch seiner Erregung ebenso angetörnt, dass auch sie wenig später kam. 

Schließlich sackte sie zusammen, lehnte sich an Max Körper, und zusammen genossen sie die Nachwirkungen dessen, was da gerade geschehen war.

„Es tut mir leid!“, flüsterte Max schließlich und wiederholte es immer wieder, bis Jule über sein Haar strich und meinte:

„Alles ist gut.“

„Ich wollte es wirklich zurückhalten, aber es ging einfach nicht.“

„Alles gut, kein Problem. Ich wollte es. Du kannst mir einfach nicht widerstehen!“

„Ja, aber bitte bestrafe mich dafür nicht zu hart!“

„Keine Sorge. Alles ist gut! Keine Strafe! Du hattest ja schließlich keine Chance.“

Jule legte ihren Kopf auf seine Schulter, streichelte ihn noch eine Weile, und dann stand sie auf und löste seine Fesseln, ohne ihm den Keuschheitsgürtel wieder anzulegen.

  1. Kapitel

Was die beiden mal eingeführt hatten, wurde natürlich fortgesetzt. So konnte sich Max niemals sicher sein, ob und wann Jule ihn Damenunterwäsche tragen ließ oder wann sie ihm den Keuschheitsgürtel anlegte. Max konnte sich jedenfalls nie sicher sein, er musste aber feststellen, dass Jule immer häufiger diese Entscheidungen für ihn übernahm, und sie mochte die Aufmerksamkeit, die er ihr schenkte, wenn er mal wieder eingesperrt war und heraus wollte oder wenn sie ihn demütigte, indem sie ihn schminkte.

Er war süß, sie hatte gar nicht gewusst, wie süß er sein konnte, wenn sie ihn dominierte oder danach in die Arme nahm.

Vor allem eines lag nahe, dass sie zwei Dinge miteinander kombinierte. Sie hatte besonderen Spaß daran, ihm den Keuschheitsgürtel anzulegen und gleichzeitig den Strapon, sodass sie sich von seiner Plastikkopie verwöhnen ließ.

Sie hatte Spaß daran, ihn zu demütigen, den Plastikschwanz zu loben, ihn als perfekte Alternative zu preisen und den Gedanken in seinem Kopf festzusetzen, dass sie auch ohne Max richtigen Schwanz leben konnte, wenn es sein musste.

Diese Worte bereiteten ihm ziemliche Sorgen. Er schauderte bei dem Gedanken, dass sie das vielleicht ernst meinte. Er hatte genug Vertrauen in sie, aber da blieb dieser winzige Zweifel in seinem Hinterkopf, dass sie irgendwann in der Zukunft vielleicht ihre Meinung ändern könnte und er in etwas reingeschlittert war, was er nicht mehr im Griff hatte.

An sich fand er den Keuschheitskäfig allerdings unerwartet spannend. Das hatte unerwartete Konsequenzen, denn da Max nun selbst nichts mehr fühlte, war er umso bemühter um Jule in der Hoffnung auf ihre Gnade oder Belohnung, wie immer man das nennen mochte. Max konzentrierte sich während des Sex viel mehr auf sie, da seine eigene Lust nicht mehr im Vordergrund stand. Seine Küsse waren sanfter, seine Berührungen leidenschaftlicher, seine Streicheleien samtener. Jule hatte das Gefühl, dass mehr noch als sein Schminken wurde er durch diese angedeutete Kastration zu einem besseren Liebhaber. Dabei war es nicht so, dass Jule sich zuvor hatte beschweren können. Max war immer schon aufmerksam und zuvorkommend gewesen während des Sex, aber nun war er noch viel liebevoller geworden.

Manchmal ließ sie ihn so lange zwischen ihren Schenkeln ihre Vulva liebkosen, bis seine Zunge taub war.

Obwohl Max in ihrer Beziehung, zumindest was das Liebesleben betraf, weitgehend entrechtet war und den Launen Jules ausgeliefert war, war er mit dem Arrangement vollkommen zufrieden. Er hatte nie ein spannenderes oder erfüllteres Liebesleben gehabt und nie eine großartigere Freundin.

Es sei kurz bemerkt, dass die beiden in anderen Bereichen vollkommen gleichberechtigt waren, dass sie gemeinsame Entscheidungen trafen und sich in der Öffentlichkeit vollkommen normal benahmen, man nur an kleinen Details bemerken konnte, dass die Beziehung ein Machtgefälle offenbarte.

Es war Jule, die sich unsicher war, wie weit sie gehen konnte, was sie ihm zumuten durfte.

So empfand sie manches Mal ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich von seinem Plastikschwanz verwöhnen ließ, ihn aber in seinem Käfig eingesperrt ließ. Manches Mal befreite sie ihn, nachdem sie befriedigt war, manches Mal revanchierte sie sich später. Es kam auch vor, dass sie ihn einfach so befriedigte, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Einige Beispiele seien hier genannt:

So waren sie einmal auf dem Weg zurück von einem Konzert, als Jule sagte:

„Fahr mal auf den Rastplatz hier!“

Es war spät und dunkel, der Rastplatz war unbeleuchtet. Max hatte aufgehört, zu fragen oder so protestieren, obwohl er müde war und ins Bett wollte.

Sie stieg aus, setzte sich auf den Rücksitz, öffnete ihre Jeans und zog sie herunter.

„Ich brauche es jetzt!“

„Hier?“

Wenige Meter entfernt zischten die Autos vorbei, während er sich zwischen ihre warmen und verschwitzten Schenkel legte und sie zu einem schnellen Orgasmus leckte, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Während er zunächst wenig Lust hatte auf die Verzögerung, fand er schnell gefallen, und er genoss auf der Rückfahrt den Geruch ihres Geschlechts auf seinem Gesicht, und es reichte ihm als Dank, dass ihre Hand ihn zwischen seinen Schenkeln streichelte, auch wenn er nicht zu einer Erektion in der Lage war.

Ein Andermal lief es umgekehrt. Sie waren essen gegangen, gerade fertig geworden und Jule hatte sich noch einen Espresso bestellt.

„Möchtest du nichts?“

„Nein, danke.“

„Dann möchte ich, dass du jetzt aufs Klo gehst und dir einen runterholst.“

„Hier?“

„Klar, du sollst ja auch nicht leben wie ein Hund!“

Sie nahm die Kette mit dem Schlüssel ab und drückte ihm den in die Hand.

„Als Beweis fängst du deine liederliche Lustmilch in der Hand auf, und natürlich verschließt du dich nachher wieder. Ist ja klar.“

„Klar.“

„Worauf wartest du? Husch, husch!“

Max verschwand auf die wenig einladende Toilette und Jule musste warten, recht lange warten sogar, bis Max wieder erschien, ihr den Schlüssel zurückgab und in der anderen Handfläche ihr sein Sperma zeigte.

„Du weißt, was zu tun ist! Ich muss ja sichergehen, dass du nicht einfach Seife in deine Hand gespritzt hast!“

Er sah sie an, schaute sich um, ob ihnen jemand zusah, und leckte dann das Sperma von seiner Hand.

„Schmeckts? Warum hat das eigentlich so lange gedauert? Warst du nicht in Stimmung? Bin ich dir nicht heiß genug?“

„Auf keinen Fall!“, und dann flüsterte er noch hinterher: „Herrin.“

„Aber?“

„Aber es war schwer, mich danach wieder zu verschließen.“

Sie grinste. „Du hast es hoffentlich geschafft.“

„Natürlich. Am Ende schon.“

„Muss ich das überprüfen?“

„Bitte nicht hier, Herrin.“

Sie grinste. „Okay, ich will dir mal glauben!“

Aber natürlich hatten sie auch immer wieder Sex ohne ihr selbst gewähltes Machtgefälle wie ein ganz normales Liebespaar, und der Sex war dann sanfter, langsamer, wie so ein samstäglicher Morgensex, zu dem man alle Zeit der Welt hat.

  1. Kapitel

Als Jule diese ganze Sexspielzeuge gekauft hatte, hatte sie eine Reihe von Szenarien in ihrem Kopf durchgespielt, und in den nächsten Monaten machten sie allerlei Spielchen zusammen, die sie sich nie hatte vorstellen können.

Als sie beispielsweise einmal zusammen im Bett lagen und Jule einfach vorschlug, dass sie zusammen Pornos gucken sollten. Sie forderte ihn auf, einen auszusuchen. Aus einem Grund, den er nicht in Worte fassen konnte, war ihm das peinlich. Er hatte vor ihrer Beziehung Pornos geschaut wie jeder Mann, er hatte Pornos geschaut, wenn sie getrennt waren. Aber er hatte in ihrer Beziehung eigentlich nicht mehr oft das Bedürfnis gehabt, sich Pornos anzuschauen. Was er da mit Jule veranstaltete, war besser als alle Pornos. Er hatte einmal versucht, einen zu finden, in dem die Frau dominant war und der Mann unterwürfig, und natürlich gab es davon Tausende im Netz. Aber immer waren die Frauen dabei brutal, sadistisch und fies gewesen. Das war ja auch okay, so funktionierte das wohl auch. Er hatte aber kein Video gefunden mit einer liebevollen, sanften Freundin, die einfach nur dominant war, in einer natürlichen, beiläufigen, aber dadurch umso natürlichen Art und Weise. Vielleicht hatte er nicht lange genug gesucht, vielleicht die falschen Schlagwörter verwendet, aber die Frauen, die er in den Pornos gefunden hatte, waren alle hart, brutal und gemein gewesen. Sie hatten Peitschen und alle möglichen Schlagwerkzeuge, mit denen sie Schmerzen verursachten. Jule hatte das alles nicht nötig. Die Qualen, die sie ihm bereitete, waren ganz anderer Natur. Viel subtiler, viel graziler und viel überzeugender. Jule brauchte keinen Lack und kein Leder. Sie machte das ganz selbstverständlich, als wäre es nichts. Sie gab sich immer wieder Mühe und ließ sich immer wieder neue Sachen einfallen.

Eine Woche zuvor waren sie zusammen einkaufen gewesen. Nicht Lebensmittel, sondern Shopping. Etwas, das alle Männer hassten. Aber dieses Mal war er brav hinterhergetrottet, hatte die Tüten getragen und war nicht von ihrer Seite gewichen. Sie verbrachten einen schönen Tag, der immer wieder durch kleine, fiese Kommentare und Gesten von Jule unterbrochen wurde, wenn sie ihn beispielsweise zwang, sie Herrin zu nennen, als zwei junge, hübsche Frauen an ihnen vorbeigingen.

Natürlich tat er es, obwohl es super peinlich war, vor allem als sie begannen hinter ihrem Rücken zu tuscheln und zu kichern.

„Soll ich dir befehlen, ihnen deinen Keuschheitsgürtel zu zeigen?“, flüsterte Jule, und Max erschauderte, dass sie auf solche Gedanken kam und dass er nicht mehr mit Sicherheit sagen konnte, ob das als Spaß gemeint war. Natürlich stellte er sich vor, wie es wirklich wäre, wenn diese beiden Mädchen, die gerade mal achtzehn sein würden, zuschauen würden, wie er zwischen den Beinen aussah mit diesem teuflischen Teil. Wie demütigend es sein müsste, wenn sie darüber lachten und ihn als Eunuch oder so verspotteten!

All diese Dinge lagen weit jenseits dessen, was Jule und Max vereinbart hatten, aber es klang trotzdem geil, in der Phantasie zumindest, für die Realität war es nichts.

Als sie zusammen Mittagspause in einem Restaurant machten, sprach Jule ihn darauf an:

„Wie hättest du das gefunden, wenn ich dich den Mädchen präsentiert hätte?“

„Ich wäre vor Scham gestorben!“

„Oh, das wollen wir ja nun nicht. Aber wäre es gute oder schlechte Scham gewesen? Ein schöner oder ein unschöner Tod?“

„Gibt es gute und schlechte Scham und Tode?“

„Naja, du scheinst doch drauf zu stehen! Dann ist das gute Scham.“

„Ich würde sagen, wenn gute und schlechte Scham Grautöne wären, dann wäre es 35% Grau.“

„Ist das gut, 35%?“

„Es ist irgendwie so mitten drin.“

„Wäre es mehr oder weniger Grau, wenn ich dir befohlen hätte, ihnen die Füße zu küssen.“

„Ich weiß nicht, ich glaube mehr.“

„Und mehr ist gut?“

Max nickte.

„Du hast bestimmt gemerkt, dass die beide Röcke trugen.“

„Und?“

„Du hättest kostenlos ihre Röcke hochschauen können.“

„Ist das nicht illegal? Upskirting und so?“

„Ich glaube nicht, wenn sie dich ihre Füße küssen lassen. Dann ist das vertraglich abgesichert.

„Glaubst du mit all deiner juristischen Kompetenz?“

„Du bist doch derjenige, der Briefe von gefakten Anwälten schreibt.“

„Gewonnen, aber vielleicht reicht es mir ja, deinen Rock hochzuschauen.“

„Wirklich? Das ist lieb, dass du das sagst.“

„Ich meine das auch so.“

„Was hättest du gesagt, wenn ich dir befohlen hätte, ihre kleinen, süßen Pussys zu lecken? Ich meine, du hast die beiden gesehen, die haben bestimmt die absoluten Gourmet-Pussys.“

Max musste laut lachen.

„Gourmet-Pussys?“

„Für Feinschmecker. Wie so ein süßer, klebriger Sekt!“

„Deine Metaphern sind aber wieder windschief!“

„Jetzt nicht ablenken vom Thema: Hättest du das gerne gehabt, wenn ich dir das befohlen hätte?“

Max dachte einen Moment nach.

„Ehrlich, ich finde, was wir machen, das muss niemand so richtig wissen.“

„Meine Schwester weiß es.“

„Ja, aber die ist auch anders. Die ist komisch drauf.“

„So wie wir?“

„Ein bisschen sind wir schon komisch drauf.“

„Ist dir das peinlich?“

„Ich brauche es nicht, dass die mit dem Finger auf mich zeigen.“

„Das sind irgendwelche Mädchen. Die wirst du nie wiedersehen!“

„Ich will aber auch nicht unbedingt auf deren Instagram-Account landen.“

Jule lachte. „Okay, das wäre nicht schön!“

„Genau.“

„Soll ich dir was sagen? Ich sehe das total anders als du.“

„Wieso?“

„Ich bin total stolz auf das, was wir beide tun. Ich bin stolz auf dich! Was du für ein guter Freund bist. Du tust alles für mich. So einen Freund hatte ich noch nie! Wenn es nach mir ginge, würde ich dich überall herumzeigen! Ich würde dich auf den Mädelsabend mitnehmen, und du müsstest dich da ausziehen und uns bedienen. Mit Getränken und Häppchen und so natürlich. Wir würden uns lustig machen über das Schloss zwischen deinen Beinen, und es würde mir Freude bereiten, wie peinlich dir das wäre. Und ich würde mich für dich freuen, weil ich weiß, wie sehr dich das insgeheim anmacht!“

„Ich weiß nicht, was ich davon halten würde.“

„Keine Sorge, wird nicht passieren, meine Freundinnen fänden das creepy. Pervers. Die sind nicht so offen. Ich glaube, das wäre auch ganz schnell das Ende unserer Freundschaft. Du bist also sicher. Vor denen zumindest.“

„Tja, da hast du wohl dann Pech gehabt, und ich Glück.“

„Deswegen sind die beiden Gourmet-Pussys doch so reizvoll, findest du nicht? Die kennen uns nicht, wir kennen die nicht, wir werden denen nie wieder begegnen.“

„Du hast es aber mit denen. Was ist in dich gefahren? Mir scheint, dass du auf die viel schärfer bist als ich.“

„Meinst du, ich sollte denen den Gourmet-Sekt zwischen ihren Schenkeln saugen?“

„Würdest du das?“

„Nein, da musst du keine Sorge haben! Dein kleiner Freund ist mehr, als ich mir jemals wünschen könnte.“

„Da bin ich ja beruhigt!“

Schließlich setzten sie ihr Shopping fort.

„Wir müssen noch in diesen superfeinen Unterwäsche-Laden!“, meinte Jule, und Max hatte kein Problem damit.

Er checkte allerdings nicht, dass es nicht um Jules Unterwäsche ging, sondern um seine.

„Ich finde pink steht dir super gut, wie siehst du das?“

„Creme ist mehr meine Farbe.“

„Du willst, dass die nicht so auffällt!“

„Stimmt gar nicht! Außerdem trägt Kim Kardashian auch diese Farbe.“

„Kim Kardashian? Das ist Unterwäsche für Omas! Willst du wirklich so rumlaufen?“

„Ich finde es nett. Dezent und so. Das ist mehr mein Stil. Du willst mich immer so nuttig anziehen.“

„Weil du meine kleine Nutte bist!“, lachte sie.

„Du bist ein Fall für #metoo!“

„Sag mal, da ist so einen heiße Verkäuferin. Soll ich die mal herholen und dann lassen wir uns beraten vor der? Ich meine für dich?“

„Bist du wahnsinnig?“

„Ernsthaft? Sie dir die an. Die machte einen auf schwarzhaarig und streng mit zu viel Kajal. Ich wette, die hat zuhause auch einen Typen in Unterwäsche sitzen!“

„Ich weiß nicht.“

„Wenn du das mitmachst, dann lasse ich dich heute Abend raus und du darfst kommen. Zweimal, und du darfst in meinem Schoß einschlafen, wie du das so gerne tust.“

„Und wenn nicht? Dann komme ich ein Jahr lang nicht mehr aus dem Ding raus?“

„Wenn nicht, dann passiert nichts. Ich will dich belohnen und nicht bestrafen. Wenn du das nicht willst, dann ist alles okay. Ist ja nur ein Angebot, keine Strafen sind damit verbunden.“

Max dachte nach. Das war schon verdammt viel, was sie von ihm erwartete. Auf der anderen Seite stand aber auch eine große Belohnung in Aussicht.

„Wie sieht’s aus? Sieh dir die Verkäuferin an. Die hat schon alles gesehen. Die wird das nicht aus dem Konzept bringen! Die wird nicht einmal mit der Wimper zucken. Ich wette, die hat heute schon drei Paare hier gehabt, denen sie Unterwäsche für den Typen verkauft hat.“

„Das wage ich zu bezweifeln.“

„Du musst dich jetzt entscheiden. Was sagst du?“

„Okay. Aber nur zwei Minuten.“

„Zwei Minuten sind ja Quatsch! Da kriegst du doch kein Verkaufsgespräch hin!“

„Dann Drei! Mein letztes Wort!“

„Drei Minuten. Einverstanden.“

Max zückte sein Handy.

„Ich mache den Timer an!“

„Du stellst dich an! Drei Minuten hätte ich auch noch im Kopf hinbekommen!“

„Glaub ich nicht. Okay, es geht los!“

„Wieso bestimmst du jetzt plötzlich? Wer hat dich denn zum Chef gemacht?“

„Die Zeit läuft!“

„Entschuldigung? Können Sie uns helfen?“

Die schwarzhaarige Frau war vielleicht Mitte dreißig. Für Max Geschmack zu stark geschminkt, während Jule ihre Erscheinung ganz elegant fand. Zuerst musste Jule sich allerdings ein wenig überwinden, denn es war doch nicht so einfach, wie sie sich das vorgestellt hatte, und es ging nicht nur um Max, sondern ja auch irgendwie um sie selbst.

„Wir brauchen Unterwäsche für meinen Freund. Können Sie uns dabei helfen… Damenunterwäsche.“

Jule kam sich selbst doof vor in diesem Moment. So doof, dass sie die Peinlichkeit, in der Max sich befinden musste, gar nicht würdigen konnte. Es war ihr selbst peinlich.

Die Frau sah die beiden stumm an. Etwas länger als vielleicht notwendig, und sagte dann, als wäre das ganz normal:

„An was haben Sie denn gedacht?“

„Naja, er steht auf diesen Oma-Unterwäsche-Look von Kim Kardashian. Ich hätte lieber was, das sexier ist!“

Sie sah Max wieder an, und Jule merkte, wie der innerlich ganz klein wurde, dem neutralen Blick der Verkäuferin nicht standhalten konnte und auf den Boden sah. Das gab ihr den Schups, die eigene Peinlichkeit zu überwinden.

„Sag doch auch mal was!“, herrschte sie ihn spielerisch an.

Er zögerte etwas, sagte dann aber erstaunlich überzeugend:

„Mir gefällt diese einfache Eleganz einfach ganz gut!“

„Ja, aber das kommt nicht in die Tüte! Ich will Strapse und Spitze und das ganze Programm!“

„Vielleicht kriegen wir einen Kompromiss hin? Ich zeig Ihnen hier mal was!“

Die Frau holte eine Garnitur mit Höschen und BH. Cremefarben und dezent verspielt mit Rüschen.

„Das müsste passen!“

„Ist das nicht zu groß? Nehmen Sie mal lieber eine Nummer kleiner, ich will, dass es ein bisschen quillt!“

„Habe ich schon mitbedacht. Die meisten Frauen wollen die Unterwäsche für ihre Männer etwas enger.“

„Ach?“, Jule war überrascht und vielleicht auch ein wenig enttäuscht, dass sie nicht die Vorreiterin war, sondern scheinbar öfter Frauen mit ihren Männern reinschneiten.

„Darf er mal anprobieren? Natürlich über seiner Unterwäsche. Außerdem halte ich ihn keusch. Wird also nichts passieren.“

Max Gesichtsausdruck war eine einzige Offenbarung. Er versank vor Scham im Boden, aber die Verkäuferin nahm das ohne Regung hin. Entweder war die superprofessionell, dass sie sich nichts anmerken ließ, oder die hatte auch das schon häufiger erlebt.

„Kein Problem, die Umkleidekabinen sind dahinten!“

Max nahm ihr die Sachen aus der Hand und verschwand dankbar in die Umkleide, und nun stand Jule allein mit der Verkäuferin da und hatte das Gefühl, dass sie Smalltalk halten musste. Aber die sexuelle Versklavung ihres Freunds war ihr dann doch zu heikel. Zumal die Frau gar keine Regung zeigte, und so ging es am Ende ganz allgemein und vage um die neueste Unterwäschenmode. Ganz ohne Männer darin.

Jule war froh, als Max endlich aus der Kabine kam. Ihre Blicke trafen sich einen Augenblick. Er sah zu peinlich aus, versuchte aber den letzten Rest seiner Ehre zu behalten, indem er sich nichts anmerken ließ. Unter dem Höschen zeigte sich die Kontur des Keuschheitsgürtels. Jule wollte gerade einen bösen Kommentar abgeben, als leise Max Handy in der Umkleide läutete und signalisierte, dass die Zeit abgelaufen war.

Jule musste ein wenig mit sich kämpfen, um sich an die Absprache zu halten. Sie hätte gerne noch weitergemacht. Aber sie wollte auch nicht wortbrüchig werden. Die drei Minuten waren schon rum.

„Passt es?“

Max nickte.

„Ja, dann nehmen wir das wohl! Du ziehst dich um, und ich bezahle schon einmal!“

Jule wollte aber noch ein wenig ihre Dominanz zeigen.

„Wie hat es dir gefallen?“, fragte sie, als sie wieder draußen waren.

„Ging so. Hätte schlimmer sein können.“

„Finde ich auch. Ich meine, es ging so. Das lag aber an dieser Frau. Die hat gar nicht richtig mitgespielt.“

„Was hätte sie denn tun sollen?“

„Naja, dich auch ein bisschen malträtieren. So mit Worten natürlich nur.“

„Ich glaube, ich hätte auch keinen Bock, bei irgendwelchen Sexspielchen eingebunden zu werden. Wer weiß, wie viele Typen wie wir da heute schon aufgeschlagen sind!“

„Ja, aber was ist mit Kunde und König? Ich habe mich nicht wie eine Königin gefühlt.“

„Jetzt jammer nicht, du bist meine Königin, reicht das nicht?“

„Du hast aber wieder einen flotten Ton drauf.“

„Tut mir leid: Jammer nicht, meine Herrin!“

Sie grinste.

„Schon besser!“

Die beiden schlenderten noch was durch das Einkaufszentrum. Die beiden Mädchen von zuvor liefen ihnen noch einmal über den Weg. Max wich ihrem Blick aus, aber Jule konnte sich nicht zurückhalten:

„Ladys, ihr wisst gar nicht, was ihr verpasst!“, rief sie ihnen zu. Die beiden sahen sich an und prusteten los.

„Ich habe das Gefühl, dass du dich jetzt mehr zum Deppen gemacht hast als mich.“

„Ach was, die werden jetzt nachhause gehen, ihre Freunde anrufen und die so richtig dominieren! Glaubs mir.“

„Wenn du das sagst!“

  1. Kapitel

„Ich würde dich ja wirklich total gerne mehr in der Öffentlichkeit herumzeigen.“

„Ich dachte, du fandst die Sache mit der Dessous-Verkäuferin selbst irgendwie peinlich.“

„Ein bisschen, das gebe ich zu. Aber das lag daran, dass ich keine Übung darin hatte. Das ist ja auch für mich alles neu. Aber es macht mich auch an, wie du vor Scham im Boden vergehst, wenn ich dich jemand anders präsentiere.“

„Ich weiß nicht.“

„Habe ich ja auch verstanden, wird auch nicht vorkommen ohne deine Einwilligung. Ich kann auch verstehen, dass du nicht willst, dass das irgendwie bekannt wird. Aber stell dir doch mal vor, wie es wäre, wenn wir das im Urlaub machen.“

„Im Urlaub.“

„Südfrankreich, sagen wir mal.“

„Ich dachte, du hasst die Arroganz der Franzosen.“

„Ja, aber ich denke an die Zimmermädchen.“

„Die Zimmermädchen, was haben die damit zu tun?“

„Stell dir vor, wir in so einem Hotel in Südfrankreich, irgendwo an der Küste. Ich die Herrin, du der Sklave. Ich habe dich ans Bett gefesselt und dann kommt das Zimmermädchen rein und sieht dich.“

„Wie sieht sie aus?“

„Es ist so eine kleine, braungebrannte mit schönen Wangenknochen und so einem hochmütigen Blick, mit einem Pferdeschwanz. So einem Edelpferdeschwanz.“

„Was ist ein Edelpferdeschwanz?“

„So ein strenger, disziplinierter. Wo alle Haare säuberlich gekämmt sind, und der im richtigen Winkel absteht. Pferdeschwanz ist nicht gleich Pferdeschwanz, da gibt es schon Unterschiede! Ist dir das noch nie aufgefallen, dass meine Pferdeschwänze auch anders aussehen, je nachdem ob ich putze oder arbeite oder wir schick essen gehen?“

„Natürlich ist es das. Und was hat sie an, so eine Mini-Zimmermädchen-Uniform?“

„Ja, aber edel, nicht nuttig. Der Rock geht bis runter ans Knie, nicht höher. Das ist kein Flittchen-Hotel, wo wir absteigen.“

„Kein Flittchenhotel, verstanden.“

„Oh, ich habe vergessen, sie hat durchaus was zu bieten. Obenrum. Und sie hat einen Knopf zu viel offen.“

„Aber ein Flittchen ist sie nicht. Obwohl sie zu viel Haut zeigt, obenrum.

„Nee, sie ist Studentin. Sie verdient sich was dazu. Studiert Philosophie oder so.“

„Jetzt sind wir aber tief im Klischee! Französische Philosophiestudentin mit hohen Wangenknochen und Edelpferdeschwanz“

„Ist doch egal, das ist meine Phantasie! Da sind alle Französinnen blond, gut gebaut, studieren und machen Ferienjobs als Zimmermädchen.“

„Gut, wie geht es weiter?“

„Du bist ans Bett gefesselt und ich bin im Bad. Das Zimmermädchen kommt rein und sieht dich, und will wieder gehen, aber ich rufe es rein.“

„Du kannst überhaupt kein Französisch.“

„Sie spricht Deutsch.“

„Französinnen sprechen kein Deutsch, es sei denn die studieren das.“

Ja, aber sie studiert ja Philosophie. Kant und Schlegel und Hegel und wie die alle heißen, da muss sie Deutsch können. Ich rufe sie jedenfalls rein und bitte sie das Bett zu machen, auf dem du liegst. Sie guckt mich fragend an, und ich meine, dass du mein Sklave bist, dass du ungehorsam warst und sie sich nicht stören soll von dir. Sie nickt und kommt ans Bett und mustert dich von oben bis unten. Du hast einen Knebel im Mund, so einen Ballgag, habe ich eben vergessen, du kannst nichts sagen, kannst keinen Einspruch einlegen. Dafür läuft dir der Sabber aus den Mundwinkeln. Es sieht total peinlich aus. Du bist hilflos und musst dich ihr präsentieren. So einem jungen, heißen Ding. Der heißesten Französin in ganz Südfrankreich. Sie berührt dich ein bisschen, verspielt mit ihrem Staubwedel in der Hand. Als würde sie dich abstauben, und du musst mit Schrecken zusehen, wie dein kleiner Schwanz sich langsam aufrichtet. Du kannst nichts dagegen tun. Sie bemerkt es natürlich auch und lacht. Als fände sie das witzig. Scheiße, denkst du nur!“

„Scheiße, kann ich verstehen, das würde ich echt denken!“

„Dann fängt sie mit der Arbeit an und zerrt die Bettdecke unter dir weg. Es geht nicht so ganz einfach, weil du drauf liegst. Sie muss sich über dich beugen, und ihre langen, blonden Haare streicheln über dich. Total scharf macht dich das.“

„Was ist mit dem Pferdeschwanz?“

„Okay, du hast recht. Sie hat den aufgemacht, als sie reingekommen ist. Als würde sie dich mit Absicht heiß machen wollen. Jedenfalls ist sie ziemlich ruppig und resolut dabei. Sie weiß, was sie will. Wie Französinnen nunmal so sind. Dann sieht sie mich an und sagt, dass sie das neue Bettlaken nicht drauf kriegt, wenn du auf dem Bett liegst. Ich greife in die Tasche und werfe ihr ein paar Fuß- und Handschellen aufs Bett. Sie soll dich gleich auch noch im Bad saubermachen, aber sie soll aufpassen, weil du so ein ganz fieser, so ein ganz hinterhältiger, so ein ganz hinterfotziger wärst. Sie nickt, macht dir die Fesseln ab, legt dir aber gleichzeitig die Hand- und Fußfesseln an. Sie macht das total gut, du hast also keine Chance, dich zu befreien. Dann zerrt sie dich vom Bett und führt dich in das kleine Bad. Du musst in die Dusche steigen und sie macht die Handschellen auf und kettet dich an die Stange vom Duschvorhang. Ich rufe sie zu mir. Sie lässt dich allein im Bad zurück, und du bist ganz hilflos und ganz allein, und du weißt nicht, was passiert. Aber du hörst uns sprechen. Ich sage ihr, was ich für einen erbärmlichen, kleinen Freund habe und sie lacht und sagt mir, dass sie auch so einen hätte und den würde sie immer mit der Reitgerte schlagen. Weil sie natürlich auch reitet. Dressur. Sie meint, dass Männer alles Schlappschwänze wären und dass Frauen Männer eigentlich nur als ihre Diener brauchen. Ich stimme ihr zu, und dann flüstert sie etwas. Du bist im anderen Raum, du kannst es nicht verstehen, aber dann hörst du, wie wir knutschen.“

„Ihr knutscht? Du stehst doch gar nicht auf Frauen! Seit wann knutscht du französische Philosophiestudentinnen, die Dressur reiten?“

„Tue ich auch nicht. Ich will nichts von Frauen. Die sind super zickig und kompliziert. Nur Männer können so doof sein, auf Frauen zu stehen! Aber ich weiß, dass du Lesben total geil findest, deswegen packe ich das jetzt in meine Phantasie. Gibs zu, du würdest mich gerne mit so einer französischen Superfrau knutschen sehen!“

„Das stimmt. Ist nett von dir!“

„Es geht eine Weile so, sie stöhnt und ich fingere sie zu einem Orgasmus. Sie stößt kleine, spitze Schreie aus. Ziemlich hoch. Als sie kleiner war, hat sie nämlich Opern gesungen. Sopran. Dann schicke ich sie zu dir. Du kannst sehen, dass sie gerade gekommen ist, sie hat rote Bäckchen und diesen verklärten Gesichtsausdruck, den man so hat nach einem schnellen Finger-Fick. Sie kommt rein und fängt dich an zu waschen. Den ganzen Körper mit so einem rauen Waschlappen und einer langstieligen Bürste. Du kannst ihr nur stumm zuschauen, wie sie dich sauberreibt, und du kannst nichts dagegen tun, dass sie auch deinen Schwanz sauber macht. Genauso ruppig, und deinen Hintern auch. Auch ruppig. Du wirst von ihr auch schön eingeseift. Ich stehe mittlerweile auch im Türrahmen und schaue euch zu. Du bist natürlich immer noch hart. So richtig stahlhart. Wie gesagt, es ist die heißeste Französin in ganz Frankreich.“

„Eben war es noch Südfrankreich.“

„Die heißesten Französinnen sind immer in Südfrankreich, das ist einfach so! Ich werfe ihr den Keuschheitsgürtel zu, und sie dreht das Teil in den Fingern und versteht es sofort.“

„Weil sie ihren Freund auch keusch hält?“

„Genau. Sie weiß also, was zu tun ist. Sie nimmt die Brause und stellt das Wasser auf eiskalt und dann spritzt sie dich ab, von oben bis unten. Es ist so richtig saukalt, und du grunzt und stöhnst unter deinem Ballgag. Aber was willst du machen? Mit der Kälte geht natürlich auch alle Freude verloren und du wirst schlaff genug, dass sie deinen kleinen Wurm nehmen und einsperren kann, und du kannst nichts dagegen tun. Im Gegenteil, als deine Erregung wiederkommt, nimmt sie deine Eier in die kleine, schöne, französische Faust, mit der sie auch Sonaten spielen kann, was sie auf der Musikschule gelernt hat, und drückt fest zu. Sie sieht dir dabei tief in die Augen, bis du beschämt auf den Boden gucken musst, weil du es nicht mehr aushältst. Schließlich bist du schön eingesperrt und hängst da im Bad an der Stange des Duschvorhangs. Sie pfeift ganz süß, winkt mit den schlanken Klavierfingern und lässt den Pferdeschwanz fliegen: Au revoir! und ist verschwunden.“

„Schade!“

„So ist es halt. Wir sind allein, ich trete an dich und flüstere, dass ich ein Geschenk für dich habe. Dir schwant nichts Gutes, denn so ein Geschenk ist manchmal gar nicht so positiv, das hast du auch schon gelernt. Aber dieses Mal bin ich nett. Ich stülpe dir ihren schwarzen Slip über, den ich ihr ausgezogen habe, als ich sie befingert habe. Und du musst ihre Geilheit einatmen und kannst nichts dagegen tun, und dein kleiner Schwanz ist eingesperrt und nutzlos, weil er so gerne hart werden würde, um das Geschenk der heißesten Frau in ganz Westeuropa zu würdigen!“

„Die heißeste Frau in Südeuropa bist du!“

„Weil ich den Schlüssel habe!“

„Aber nur zu einem kleinen Teil. Denn mein Schwanz ist jetzt gerade auch nutzlos eingesperrt. Kannst du mich bitte losmachen? So was kannst du mit mir doch nicht machen. Mir so eine geile Geschichte erzählen, während ich eingesperrt bin! Bitte!“

„Fängst du wieder an zu jammern?“

„Nein, nein, auf keinen Fall!“

„Ist auch besser so! Naja, zum Thema zurück. Das ist jedenfalls das, was du haben könntest. Du musst es nur wollen! Ein Wort und die schönsten französischen Schönheiten erwarten dich. Wir könnten das alles ausleben!“

„Klingt zu gut, um wahr zu sein. In der Realität wird es eher so sein, dass da eine 50-jährige, übergewichtige Trude das Zimmer saubermacht, die nach trockenem Schweiß riecht und eine fette Warze im Gesicht hat. Mit Haaren drauf.“

„Ich könnte mir vorstellen, dass die noch viel mehr Spaß mit dir hätte. Die hat bestimmt schon lange keinen Typen mehr gehabt. Ich würde dich ihr schenken, und die würde es dir schon besorgen!“

„Würdest du mir die Geschichte auch noch erzählen?“

„Heute nicht mehr!“

„Schade.“

„Heute leidest du erstmal in deinem Käfig und darfst dich fragen, wann ich dich wieder rauslasse! Vielleicht stellst du dir vor, wie ich es mit der französischen Studentin treibe. Wie sich unsere glatten, weichen Körper aneinander reiben, unsere Brüste sich berühren, wie unsere weichen Lippen sich berühren!“ Jule lachte. „Macht dich das an? Keine Sorge, das wird nicht passieren. Ich bleibe dir treu! Und jetzt gute Nacht!“

Damit drehte sich Jule um, und Max brauchte wirklich noch eine Weile, um das Bild aus dem Kopf zu bekommen.

  1. Kapitel

„Du weißt schon, wenn wir das hier machen, dann ändert das alles in unserer Beziehung. Du wirst dann mir gehören. Komplett. Wir werden das beide nicht mehr vergessen können, was passiert ist. Das wird uns begleiten.“

Max nickte, wenn auch ein wenig zögerlich: „Okay.“

„Bist du sicher?“

„Ich denke schon. Ja, ich will es!“

„Ich will, dass du das alles mitbekommst. Das komplette Programm. Daher heute keine Keuschheit. In der Zukunft vielleicht, heute nicht!“

Jule sah Max tief in die Augen, und erkannte Entschlossenheit, aber auch ein wenig Sorge in seinen Augen.

Sie machten es beide zu einem großen Moment, größer vielleicht, als es hätte sein müssen. Jule stand am Ende des Bettes, breitbeinig. Sie nahm die Kette mit dem Schlüssel ab und warf ihn vor Max auf das Bett.

„Hier. Mach es selbst auf!“

Er öffnete das Schoss zu seinem Käfig und Jule sah mit Freude, wie er sich aufrichtete. Sie mochte es, wie er da auf dem Bett lag, sie ganz unterwürfig ansah.

„Bist du aufgeregt?“, fragte sie.

Max nickte nur.

„Sag es!“

Ja, Herrin!“

Jule grinste.

Als sie diese ganzen Sexspielzeuge gekauft hatte, da hatte sie natürlich auch an diesen Einsatzzweck gedacht und Max sicher auch. Es war die logische Konsequenz. Nun trug sie zum ersten Mal den Strapon vor Max. Sie hatte ihn einmal zuvor angezogen, um sich nicht zu blamieren, damit sie sich nicht zu ungelenk anstellte.

Es fühlte sich seltsam an, so einen Penis im Schritt baumeln zu haben, der obszön und unpraktisch abstand. Aber er hatte natürlich auch seine Vorteile. Vor allem aber signalisierte er Macht. Wenn sie so an sich herunter sah, zwischen ihren Brüsten die erigierte Kopie von Max Schwanz, dann sagte das schon was aus.

Und Max merkte das auch. Er sah sie anders an als zuvor. Er war unsicher, und er hatte ein wenig Angst vor ihr. 

Jule war es recht. Es sollte so sein.

Sie schritt um das Bett herum zu ihm und beide brachen den Augenkontakt keine Sekunde.

„Ich will, dass du dich für mich schön machst!“

„Natürlich, Herrin!“, seine Stimme brach und Jule lächelte.

Sie warf ihm die kleine Tasche mit dem Makeup aufs Bett.

„Mach’s selbst!“

Jule stellte sich vor ihn, dass ihr Plastikdildo immer in seinem Sichtfeld war. Er nahm die Tasche, kramte unschlüssig darin rum.

„Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“

Er nahm ungeschickt den Lippenstift heraus.

Offensichtlich hatte er keine Ahnung, in welcher Reihenfolge er vorgehen musste.

„Du kannst das alles nicht herauszögern. Versuch es also gar nicht erst!“

Max versuchte sich den Lippenstift aufzulegen. Er schaute dabei in den kleinen Schminkspiegel. Aber natürlich klappte es nicht, er verschmierte den Lippenstift, und Jule bemerkte spöttisch:

„Das musst du aber noch üben! Demnächst musst du das selbst machen! Wenn ich mit meiner kleinen Maus rausgehe, dann musst du das schon selbst machen!“

„Ja, Herrin!“

Sie machte einen Schritt auf ihn zu, dass ihr Plastikpenis quasi in seinem Gesicht hing. Dann griff sie in sein Haar, zog seinen Kopf grob zurück, beugte sich über ihn und küsste ihn hart. Ihre Zunge stieß in ihren Mund und überwältigte seine Zunge. Er ließ es geschehen, wagte keine Gegenwehr, wagte nicht zu handeln.

Dann übernahm sie sein Schminken, stellte sich dabei aber nicht sehr feinfühlig an, sondern eher roh und rabiat.

Aber er ließ es geschehen, und sie genoss ihre Macht.

Als sie fertig war, zeigte sie ihm ihr Werk im Spiegel.

Max sah grotesk und lächerlich aus, und sie sah, wie er gequält schaute.

„Gefällts dir nicht? Ist aber auch egal. Es zählt nur, was ich will! Und ich, dass du meine kleine Maus bist! Willst du sehen, wie du wirklich aussiehst? Wie ich dich sehen will?“

Sie zückte ihr Handy, startete ein Video, trat vor ihn und hielt ihm den Abdruck seines eigenen Penis vors Gesicht.

„Jetzt wird es ernst! Du weißt, was zu tun ist!“

Jule schmolz fast dahin, als sie seinen flehenden Blick sah. Aber sie blieb so hart, wie er es war.

„Dein Hundeblick nützt dir nichts! Komm schon, du willst es doch auch!“

Sie stieß die Hüfte vor und drückte ihm den Plastikpenis ins Gesicht. Schließlich traute er sich langsam und ließ ihn zwischen seinen rotgeschminkten Lippen verschwinden.

„So ist brav! Und jetzt gib dir Mühe, schön vor und zurück. Blas mir einen, meine kleine Maus! Und mach ihn schön feucht, denn wenn’s nicht reicht, wird das für dich bestimmt kein Vergnügen, das verspreche ich dir!“ Sie lachte fies, machte vielleicht etwas zu sehr auf Schurke, aber sie war in der Stimmung und genoss die devote Haltung von Max.

Er musste sich überwinden, aber er tat es für Jule, obwohl es sich fies anfühlte, der Dildo auch nach Plastik schmeckte und ihm die Assoziation, dass er einen Schwanz lutschen musste, gar nicht mochte. Aber es war ja nicht der Schwanz von einem Mann, es war Jules, und als er sich das einredete, ging es besser.

„Du machst das gut!“

Sie ließ ihn eine Weile sich an dem Dildo abarbeiten, dann zeigte sie ihm das Video.

„So sieht das aus! Gefällts dir?“ Jule lachte. „So meine kleine Maus, jetzt ist es so weit! Der große Moment, an dem ich dir deine Männlichkeit nehme und dich für immer zu meiner kleinen Bitch mache! Auf den Rücken und die Beine breit!“

Max legte sich aufs Bett.

Jule rieb ihren Strapon noch schnell mit Vaseline ein und dann war sie selbst ein wenig aufgeregt.

Sie stieg aufs Bett und ließ sich Zeit, sah ihn dabei streng an, und Max erwiderte ihren Blick.

Sie kniete sich zwischen seine Beine, küsste ihn erst leidenschaftlich, fragte ganz schnell nach, ob alles in Ordnung sei, und Max nickte.

Dann nahm sie ihren Plastikschwanz und führte ihn langsam in Max ein. Zunächst ein wenig umständlich, aber sie wollte ihm auch nicht wehtun und war daher vorsichtig.

Max stöhnte, und für Jule sah es aus, als wäre es eine Mischung aus Schmerz und Lust.

Schließlich hatte sie ihren falschen Schwanz ganz in ihm versenkt. Auch wenn sie nichts fühlte, spürte sie doch ihre Macht, die sie jetzt hatte. Sie hatte das Heft des Handelns in der Hand. Sie hatte die Macht. Fühlten sich Männer immer so, weil sie eben einen Schwanz hatten? Nun, sie fühlte es jetzt zumindest in diesem Augenblick.

Langsam schob sie ihre Hüfte vor, und Max reagierte sofort mit einem lauten Stöhnen.

„Gefällts dir, kleine Maus?“

Max antwortete nicht, grunzte nur etwas, und Jule machte weiter, langsam, dann schneller. Sie hielt inne und küsste ihn und wichste seinen richtigen Schwanz.

In allem hatte sie diesen Rausch der Überlegenheit über den Sex, und Max reagierte nur passiv, handelte nicht, ließ sie machen, als hätte sie ihn verzaubert dadurch, dass sie den Dildo in seinem Hintern versenkt hatte.

Schließlich beugte sie sich über ihn, bewegte ihre Hüften schneller, in dem gleichen Tempo, das er so gerne mochte, und flüsterte ihm zu: „Du bist jetzt meine kleine Maus, meine Bitch. Ich habe dich nicht nur da hinten entjungfert, ich besitze dich jetzt! Du gehörst mir. Dein Schwanz gehört mir und jetzt auch dein Arsch. Und ich werde über dich bestimmen. Deine Orgasmen gehören mir auch. Ich bestimme, wann du welche haben wirst und wann nicht. Der Keuschheitsgürtel ist ab jetzt dein bester Freund!“

Sie wichste ihn gleichzeitig und Max konnte nichts anderes tun als „Ja, Herrin“ zu stöhnen, und er verlor immer mehr die Kontrolle.

Es waren die Worte Jules, es war die Position Jules, die über ihm thronte, es war das Gefühl des Dildos, der ihn ausfüllte, der sich gleichzeitig unangenehm und zur selben Zeit unglaublich geil anfühlte. Mit Jules Hand an seinem Schwanz dauerte es nun wirklich nicht lange, bis er an der Grenze war.

„Versuch es zurückzuhalten! Versuch es! Denn wenn du jetzt kommst, dann wars das! Dann zeigst du mir, dass du es magst, wenn ich dich so besitze!“

Jule wusste es natürlich, dass es ihre Worte waren, die ihn am Ende dazu brachten, dass er sich laut und grunzend ergoss, und dass so heftig, dass Jule sein Sperma dirigieren konnte, dass es klatschend auf Max Gesicht landete.

Jule ließ den falschen Schwanz noch ein wenig in Max, bis der sich wieder gefangen hatte, dann zog sie ihn heraus und legte den Strapon ab.

Sie legte sich neben Max und fütterte ihm seinen Samen.

„Wie wars, sei ehrlich!“

„Intensiv.“

„Was heißt das?“

„Naja, krass irgendwie.“

„Krass irgendwie klingt noch komischer als intensiv.“

„Großartig, aber auch angsteinflößend. Was soll ich sagen? Wie soll ich das beschreiben? Es geht mir im Moment noch zu viel rum, um die richtigen Worte zu finden.“

„Sind dir die Orchideen-Metaphern abhandengekommen?“

„Im Moment schon.“

„Na gut, dann lass ich dich im Moment damit in Ruhe.“

„Das ist lieb.“

Lange hielt Jule diese Stille aber nicht aus. Sie wollte eine Antwort.

„Aber ich will doch wissen, wie es für dich war. Hat’s dir gefallen?“

„Gefallen? Du hast mich gerade da hinten entjungfert… mit der Kopie von meinem eigenen Schwanz!“

„Ich will nur wissen, ob du gerade traumatisiert oder ekstatisch bist.“

„Wahrscheinlich beides.“

„Beides? Traumatisiert wäre ja nicht gut. Aber es ist ja ekstatisch traumatisiert. Das ist was anderes, was Gutes.“

„Da kommen wir der Sache schon näher. Und was ist mit dem Rest?“

„Was meinst du?“

„Hast du mir zugehört? Jedes Wort… glaube ich zumindest.“

„Und? Gehörst du mir jetzt?“

„Ich habe dir auch schon vorher gehört. Aber du hast schon recht, mit dem, was du da gesagt hast.“

„Also war es nicht zu krass? Wenn das zu krass war für dich, dann lassen wir es!“

„Auf keinen Fall. Wir machen das natürlich weiter…“

„Aber?“

„Aber vielleicht könntest du nicht drei Minuten danach das alles schon psychologisch aufarbeiten wollen.“

„Du hast Recht. Es ist nur, dass ich mir Sorgen um dich mache.“

„Das ist lieb, aber im Moment brauche ich keine Therapie.“

„Was kann ich denn dann Gutes für dich tun?“

„Leg dich einfach neben mich und schweige ein bisschen!“

„Ich weiß was Besseres!“

Sie setzte sich auf und legte Max Kopf in ihren Schoß und streichelte ihn für eine Weile. So lagen sie still und in Gedanken versunken da. Max roch die Wärme ihres Körpers und fühlte Geborgenheit in ihrem Schoß.

„Diese Dildo-Sache hat nur einen Nachteil.“, bemerkte er schließlich.

„Und welcher ist das?“

„Naja, das ist ein einseitiges Vergnügen. Ich habe damit… Spaß… oder so. Du hast davon ja relativ wenig.“

„Du weißt gar nicht, wie viel Spaß ich dabei gehabt habe. Mit jedem Stoß habe ich mehr Spaß an der Sache bekommen. Weißt du, du bist einfach perfekt dafür geeignet, von mir gefickt zu werden. Und dich so zu sehen, ist für mich mehr als geil. Hätte ich nie gedacht. Aber ich meine, du bist derjenige, der hier misshandelt wird, daher musst du das entscheiden.“

„Wir machen das definitiv wieder. So wie du gesagt hast, so wünsche ich mir das auch. Aber wir sollten das so organisieren, dass du auch zu deinem Höhepunkt kommst.“

„Mach dir mal darüber keine Sorgen. Ich könnte dir einfach befehlen, es mir mit dem Mund zu machen oder du machst es mir, während dein Plastikdildo noch in dir steckt oder ich lasse dich mich mit dem Plastikdildo poppen, während dein Schwanz eingesperrt ist. Die Variationen sind unendlich. Mach dir da mal keine Sorgen.“

„Also gut.“

„Wir sind ja auch noch nicht durch für heute!“

„Sind wir nicht?“

„Nein…“

Damit beugte Jule sich zu Max hinunter, dessen Kopf immer noch in ihrem Schoß lag, und sie gab ihm einen tiefen Kuss, zog ihn zu sich hoch und meinte:

„Ich habe noch genug Zeit, dich in deinen kleinen süßen Arsch zu ficken, aber jetzt will ich einfach nur mit dir schlafen.“

Und damit hatten die beiden ganz normalen Sex wie zwei sich Liebende, denn das waren sie ja auch bei all den seltsamen Dingen, die sonst so zwischen ihnen noch vorgingen.

Ende