Neue Horizonte Teil 14 - Klettern

"Klappentext"

Nadine und Kati setzen ihre Flucht fort und Mara läuft als Pony

 

Nadine wachte auf als sie ein leises Stöhnen hörte. Sie drehte sich um und sah daß Kati sich versuchte zu bewegen. »Bleib liegen«, sagte sie und hielt diese an der unverletzten Schulter.
Kati hatte endlich die Augen geöffnet und schaute sich verwirrt um als sie bemerkte, daß sie wieder in dem Schutzraum waren. »Was ist passiert?« fragte sie mit schwacher Stimme.
Nadine stand auf und holte eine Flasche Wasser. Sie half Kati, sich aufzurichten und gab ihr etwas zu trinken. »Als du auf den Schalter gedrückt hast, ist irgendwas schief gegangen. Der Förderkorb ist wahrscheinlich von ganz oben runter gefallen und das Seil ist gerissen. Das hätte dich beinah erschlagen«, begann Nadine zu berichten. »Ich konnte dich gerade noch weg ziehen. Aber du hast die Tür an den Kopf gekriegt als der Korb unten aufgeschlagen ist. Und irgend ein Teil hat dich an der Schulter getroffen. Du hast eine Platzwunde an der Stirn und eine Schnittverletzung am Arm. Nichts schlimmes, wie es aussieht. Ich vermute, du bist ohnmächtig geworden als du die Tür an den Kopf gekriegt hast.«
Kati schaute sich noch einmal um »Und warum bin ich wieder hier?«
»Soll ich dich wieder zu dem Schacht bringen und dich da hin legen?« fragte Nadine trocken. »Wenn es dir da bequem genug ist, wir können sofort los.«
»Nein!« rief Kati aus und hielt sich die Hand vor die Augen. Sie kniff diese für einen Moment zusammen. »Hast du mich hier her getragen?«
»An dir ist zwar kaum was dran aber so verrückt bin ich doch nicht. Ich hab einen der Wagen genommen und dich bis zum Durchgang gefahren. Von da an hab ich dich aber doch tragen müssen.« Nadine war aufgestanden und schob das Bett auf dem sie gelegen hatte wieder an die Wand. Sie holte einen Stuhl und setzte sich neben Katis Bett. »Hier, iss das, dann geht es dir gleich besser.« Sie gab Kati ein Stück Schokolade und steckte sich selbst ebenfalls etwas davon in den Mund.
»Danke«, sagte Kati leise und aß die Schokolade.

»Wie soll es denn nun weiter gehen?« Kati schaute verunsichert zu Nadine, die ihr gerade den Verband gewechselt und mit einem guten Schluck Wodka die Wunde an der Schulter desinfiziert hatte. Katis Schreie hatte sie dabei mit einem Verbandspäckchen erstickt das sie ihr kurzerhand ungeöffnet in den Mund gestopft hatte.
»Du schläfst noch eine Runde und dann fahren wir noch mal zu dem Schacht. Vielleicht gibt es doch noch eine Möglichkeit raus zu kommen. Am ersten Schacht sehe ich keine Möglichkeit. Da wimmelt es nur so von Aufseherinnen.«
»Woher weißt du das so genau?«, wollte Kati wissen.
»Ganz einfach, ich hab mir deine Klamotten geborgt und war da. Mir passen sie immerhin.«
»Meine Klamotten? Hab ich deswegen nichts an?«
Nadine nickte lediglich und deutete auf die Aufseheruniform die zum Trocknen über einem Stuhl hing.
»Du hast mich ausgezogen?«, Kati schaute sie etwas verunsichert an.
»Wie hätte ich die Sachen denn sonst anziehen können?« Nadine rollte mit den Augen. »Du hättest sie übrigens ruhig mal waschen können, da war mein Overall ja nach vier Wochen noch sauberer. Die Hose stand fast von alleine.«
»Hast du… Ich meine hast du mit mir..«, druckste Kati herum.
Wieder rollte Nadine mit den Augen. »Meine Güte, was für ein Problem hast du denn? Was hätte ich denn machen sollen? Du warst bewusstlos. Denkst du auch mal an was anderes?«
»Entschuldige bitte«, sagte Kati kleinlaut und wollte aufstehen.
»Was hast du vor? Bleib mal besser liegen.«
»Ich wollte mich wieder anziehen.«
»Aber nicht bevor du dich geduscht hast. So wie du stinkst hast du das seit mehr als vier Wochen schon nicht mehr gemacht.«
»Entschuldige.« Kati saß auf dem Bett und vermied es Nadine anzusehen. »Aber das Wasser ist so kalt.«
»Nun stell dich mal nicht so an. Meinst du denn, mir hat das Spaß gemacht mit dem kalten Wasser? Wenn du aufstehen kannst, dann geh duschen, vorher bekommst du die Sachen nicht. Und wenn du willst, daß ich dir nochmal den Verband wechsele, das mach ich vorher auch nicht«, fuhr Nadine sie lauter als sie es eigentlich wollte an.
»Ja«, sagte Kati kleinlaut, stand langsam auf und ging zur Dusche. ’Da hat jetzt nur noch ein Herrin oder sowas gefehlt.’, dachte Nadine. Sie schaute Kati hinterher die zur Dusche ging und fragte sich, ob ein normaler Mensch tatsächlich so viele Rippen besaß.
Während Kati unter beständigem Quieken und Prusten duschte, machte Nadine auf der Herdplatte einen Topf voll Wasser warm und bereitete einen Beutel Brei zu.

»Wie alt bist du eigentlich?«, Nadine schaute zu Kati, die sich ein kleines Handtuch vor die Scham haltend und zitternd aus der Dusche kam. »So hab ich mich nicht angestellt als ich zehn war.«
»Du hast mit zehn kalt duschen müssen?«, fragte Kati bibbernd, während sie sich versuchte, mit dem winzigen Handtuch gleichzeitig abzutrocknen und ihre Scham zu bedecken.
»Mein Vater war selbstständig und hatte eine Werkstatt in der er allerhand Maschinen und Automaten repariert hatte. Wir hatten meistens nicht viel Geld, und wenn mal etwas Geld übrig war, hatte er keine Zeit. Trotzdem sind wir jedes Jahr an die Nordsee gefahren. Aber entweder im Frühjahr oder im Spätherbst. Da war es billiger als in der Hauptsaison. Ich hab trotzdem immer im Meer gebadet. Und das war bestimmt kälter als das Wasser hier«, erzählte Nadine. Währenddessen verteilte sie den Brei auf zwei Tellern und stellte einen davon Kati hin. Diese hatte es endlich geschafft, sich abzutrocknen und zog sich die Aufseheruniform wieder an.

Nachdem sie gegessen hatten, wollte Nadine sich noch mal Katis Verletzungen an sehen. Sie setzte sich ihr gegenüber und wollte die ziemlich durchnässte Kompresse die sie mit Heftpflaster an Katis Stirn befestigt hatte ansehen. Diese zuckte zusammen und drehte sich weg, als Nadine sie ihr abziehen wollte. Nadine schaute sie kopfschüttelnd an, zog sie zu sich und hielt ihren Kopf fest. »Mund auf. So wie du rum schreist, hört uns sonst noch jemand«, sagte Nadine und stopfte ihr das Verbandspäckchen in den Mund. Sie hielt weiter Katis Kopf und zog mit einem Ruck die Kompresse ab. Kati biss fest auf das Päckchen und quiekte. Nadine schüttete etwas von dem Wodka auf eine saubere Kompresse und tupfte die Wunde aus, worauf hin Kati erneut quiekte. Erst als Nadine ihr eine neue Kompresse auf die Wunde geklebt hatte, beruhigte sie sich wieder. Nadine nahm ihr das Päckchen aus dem Mund.
»Aua«, sagte Kati mit vorwurfsvoller Stimme. »Das hat wehgetan.«
»Das tut noch mehr weh, wenn es sich entzündet«, gab Nadine zurück und ließ Kati wieder los. »Also stell dich mal nicht so an.«
»Und jetzt?«, wollte Kati wissen.
»Jetzt ziehst du dich wieder aus.« Nadine hatte einen der Verbandskästen aus den Wagen mit genommen. Diesen hatte sie offen auf dem Tisch liegen und holte noch ein Päckchen Kompressen heraus.
Kati schaute sie mit einer Mischung aus Entsetzen und Resignation an während sie ihre Hose aufknöpfte.
»Was wird das denn? Du sollst die Jacke ausziehen, damit ich mir deinen Arm nochmal ansehen kann. Der Verband ist ganz nass und muss gewechselt werden.«
»Oh«, sagte Kati und schloss die Hose wieder. »Ich dachte, du wolltest...«
»Meine Fresse, du hast echt ein Problem«, unterbrach Nadine sie.
Endlich hatte Kati die Jacke ausgezogen und Nadine konnte ihr den durchnässten Verband abnehmen. Dies ging glücklicherweise ohne größeres Geschrei und so trocknete und desinfizierte sie die Wunde mit einer Kompresse und verband diese wieder.
»Das war’s«, sagte sie. Sie starrte auf Katis Brüste, während diese sich wieder anzog. »Wenn du fertig bist, fahren wir wieder zum Schacht. Ich will mich da noch mal umsehen.«
»Ist das nicht gefährlich? Was ist, wenn da noch was runter fällt?«
»Hast du eine bessere Idee?« Nadine warf einen fragenden Blick zu Kati, die nur den Kopf schüttelte.
»Siehst du? Dann los«, sagte Nadine und packte sich eine Stofftasche die auf dem Tisch lag, setzte sich das Nachtsichtgerät auf und fasste Kati an der Hand. Sie zog diese hinter sich her aus dem Schutzraum heraus und ging mit ihr den Gang entlang. Als sie die halbe Strecke bis zum ersten Durchgang gegangen waren, schaltete Nadine die Lampe aus und das Nachtsichtgerät ein. »Leise jetzt«, flüsterte sie.

Sie kamen schnell beim Durchgang an, den Nadine leise öffnete und Kati hindurch zog. Ebenso leise verschloss sie die Tür wieder hinter sich und schob mit dem Fuß etwas Staub vor die Tür. Ohne Licht zu machen, setzte sie Kati in den Wagen und schnallte sie auf dem Beifahrersitz an, bevor sie selbst einstieg, sich anschnallte und los fuhr.
»Willst du kein Licht machen?«, fragte Kati.
»Nein. So sehe ich mehr«, erklärte Nadine.

»Festhalten«, sagte Nadine und fuhr unmittelbar darauf um eine Kurve. Kati hielt sich schon die ganze Zeit über krampfhaft fest. Ohne etwas zu sehen war es für sie der blanke Horror. Durch die offenen Fenster fühlte sie den Fahrtwind der ihr ins Gesicht wehte und spürte jede Kurve. Sie bemühte sich, keinen Ton von sich zu geben.

Nach einer gefühlt unendlich langen Fahrt hielt Nadine den Wagen an und stieg aus. Kati fragte sich, was jetzt passieren würde. Dann hörte sie metallisches Quietschen und ein lautes Rattern. Kurz darauf fuhr der Wagen weiter, aber blieb nach einigen Metern bereits wieder stehen. Wieder stieg Nadine aus und wieder waren diese Geräusche zu hören.
»Augen zu!«, rief Nadine von irgend wo her. Kati presste beide Hände auf die Augen. Von irgend wo her fluchte Nadine lauthals.
»Ist alles in Ordnung?«, rief Kati.
»Ja, du kannst die Augen aufmachen. Ich hab nur vergessen, das Nachtsichtgerät auszuschalten.«
Langsam nahm Kati die Hände von den Augen und öffnete diese wieder. Sie befanden sich in der Kammer mit dem Förderschacht. Das Bild welches sich ihr zeigte, war geprägt von bloßer Zerstörung. Die Hälfte des Gerüstes war eingestürzt, überall lagen Stahlteile herum und ein großer Haufen Schrott lag direkt am Fuß des Schachtes. Der Schacht selbst war durch das nun fehlende Gerüst als großes, dunkles Loch in der Decke zu erkennen. Einige der Lampen hingen von den Resten des Gerüstes herab, andere waren einfach abgerissen. Doch es gab noch genug Lampen um die Kammer in ein gespenstisches Licht zu hüllen.

Nadine ging die Treppen bis in die dritte Ebene hinauf und blieb vor einigen Stahlträgern stehen die auf den Gitterrosten herum lagen. Mit einer Lampe leuchtete sie in den Schacht hinein. Kati folgte ihr langsam. Sie schaute sich die Stelle an, an der sie gestanden hatte, als die Tür sie getroffen hatte. Dort fehlten einige der Gitterroste und das Geländer war an der Stelle in zwei Hälften geteilt. Das Ende eines armdicken Stahlseiles lag ein Stück tiefer auf den Resten der dicken Träger die das Gerüst bildeten.

»Also wenn wir eine Leiter hätten, und bis da oben hin kämen, könnten wir im Schacht nach oben klettern. Da gibt es sogar Tritte«, rief Nadine.
»Wie lange brauchen wir um da hoch zu klettern?«, fragte Kati entgeistert.
Nadine schaute nach oben und dachte kurz nach. »Also wenn ich für 20 Meter fünf Minuten brauche, das hier sind 822 Meter. Verdammt, ich hab keinen Taschenrechner.«
»Drei Komma vier zwei fünf Stunden«, sagte Kati abwesend. Während sie in den Schacht schaute.
»Was?«
»822 durch 20 sind 41,1. Mal 5 sind 205,5 Minuten. Durch 60 sind das 3,425 Stunden«, sagte Kati.
»Wow. Woher kannst du das denn?«
»Keine Ahnung. Ich kann eben gut Kopfrechnen. Ich schaffe es sogar die dritte Wurzel im Kopf zu ziehen. Aber das ist auch schon alles was ich kann. Selbst zum Klauen bin ich zu doof.«
»Zum Klauen?«
»Na, was denkst du denn, warum ich im Gefängnis war. Bestimmt nicht wegen einem Rechenduell«, sagte Kati mit einem schiefen Grinsen.
Auch Nadine musste darauf hin lachen.

Noch immer schauten die Beiden in den Schacht. »Also wenn wir da drauf kommen, bräuchten wir nur eine ungefähr drei Meter lange Leiter um an die Tritte zu kommen. Und dann bräuchten wir Seile, um uns fest zu machen. Sonst fallen wir runter. Und 800 Meter tief auf diesen Schutthaufen zu fallen stelle ich mir nicht sehr angenehm vor.«
»Ich weiß, wo so eine Leiter ist«, sagte Kati.
»Wo denn? Irgendwo bei den Aufseherinnen?«
»Nein, da vorne, gleich hinter dem Durchgang«, sagte Kati. Sie ging die Treppen herunter. Nadine schaute noch eine Minute in den Schacht und folgte ihr dann. Als Kati am Durchgang war, hatte sie sie eingeholt. Sie öffneten die Tür und gingen hindurch. Kati leuchtete mit einer Lampe an die Wand. »Da ist sie.«
Nadine folgte dem Lichtkegel und sah eine schwere Gittertür. Ein Schild über dieser verkündete ’Rettungs- und Wetterschacht 4, 822m Tiefe’. Hinter diesem Gitter konnte Nadine tatsächlich eine Leiter sehen. Diese war in einem etwa eineinhalb Meter durchmessenden Schacht befestigt der schräg nach oben führte. An der Oberseite des Schachtes befand sich eine etwa vier Zentimeter breite Metallschiene die wie ein C geformt war. In dieser Schiene hingen mehrere kleine Wagen.
»Kati«, sagte Nadine streng, nachdem sie einige Minuten lang mit offenem Mund in diesen Schacht gesehen hatte.
»Ja?«, fragte diese wegen Nadines Tonfall leicht misstrauisch.
»Du bist selten dämlich.«
»Ich weiß. Aber da kann ich auch nichts für, das ist eben so. Tut mir leid.« Sie schaute eine Weile schweigend die Leiter an. »Wieso bin ich denn nun schon wieder so dämlich? Was hab ich denn falsch gemacht?«
»Ich weiß nicht? Vielleicht weil du seit wer weiß wie vielen Wochen nach einen Fluchtweg suchst, und dauernd dran vorbei gelaufen bist? Oder weil du mich an diesem blöden Förderlift hast herumbasteln lassen?« Nadine schaute sie unverwandt an »Wenn ich noch länger nachdenke, fällt mir sicher noch mehr ein.«
»Tut mir leid.« Kati schaute Nadine kurz an und wandte sich von ihr ab.
Nadine ging zu ihr, nahm sie in die Arme und versuchte sie zu beruhigen. Mit ihrem Ärmel versuchte sie ihr die Tränen weg zu wischen. »Komm, hör auf zu weinen. Sag mir lieber, wie lang der Schacht ist.«
»Woher soll ich das denn wissen?«, schniefte Kati. Sie hatte sich an Nadines Schulter gelehnt und begann erneut zu weinen.
»Wenn wir 822 Meter tief sind und der Schacht hier genau im schrägen Winkel nach oben verläuft, wie lang ist der dann?«, hakte Nadine nach doch Kati zuckte nur mit den Schultern.
»822 im Quadrat sind?«
»Sechshundertfünfundsiebzigtausendsechshundertundvierundachzig.«
»Ähm, Ok. Mal zwei? Merk dir die Antwort. Und zieh die Wurzel daraus.«
»Eintausendeinhundertzweiundsechzig Komma...«
»Die Nachkommastellen brauchen wir glaube ich nicht.«
»Und weiter?«, fragte Kati.
»Jetzt wissen wir, daß wir etwas mehr als einen Kilometer weit da rauf müssen.«
»Woher denn das?«
Nadine schüttelte den Kopf. »Hast du doch gerade gesagt. Weißt du denn gar nichts mehr aus der Schule?«
»Ich hab doch gesagt, das ich nur gut im Kopfrechnen bin. Formeln und sowas konnte ich mir noch nie merken.« Wieder fing Kati an zu schniefen. »Meinst du denn, wenn ich besser in der Schule gewesen wäre, hätte ich klauen müssen?«
»Du hättest Serva werden sollen. Denn wäre dir das hier auf jeden Fall erspart geblieben.«
»Vielleicht. Aber wer will schon eine Serva die so doof ist?«
»Komm schon, so doof bist du doch gar nicht.«
»Hast du doch eben selber noch gesagt.«
»Tut mir leid.« Nadine löste die Umarmung und schaute sie verlegen an. »Komm, wir fahren zurück, suchen uns alles zusammen, was wir brauchen können und schlafen noch etwas. Ich glaube, das da«, sie deutete auf den Schacht, »wird ganz schön anstrengend werden.«
Sie gingen zurück in die Kammer mit dem zerstörten Aufzug, wo Nadine noch einmal die Elektrowagen durchsuchte. Sie fand mehrere Sicherheitsgeschirre, von denen sie zwei in den Wagen legte, mit dem sie hergekommen waren. Außerdem suchte sie alle Verbandskästen und fand auch drei Pappschachteln mit Vakuumverpackten Notrationen. Sie brachten alles in den Wagen, Nadine schaltete das Licht aus und sie fuhren zurück.

»Was ist denn mit den anderen?«, wollte Kati wissen, nachdem sie den Wagen am Durchgang abgestellt hatten.
»Was soll mit denen sein? Wenn wir hier raus kommen, gehen wir zur Polizei, dann sollen die sich darum kümmern«, sagte Nadine.
Kati wollte gerade die Tür öffnen, doch Nadine hielt sie zurück.
»Was denn?«, fragte Kati.
»Hörst du das nicht?« Sie legte das Ohr an die Tür. Dann schob sie Kati bei Seite und öffnete diese vorsichtig einen Spalt. Sie schaute durch diesen hindurch und schloss die Tür leise wieder.
»Scheiße!« sagte sie leise.
»Was ist denn los?«, fragte Kati besorgt.
»Da ist die Hölle los. Ich glaube, die suchen jemanden. Da ist alles hell erleuchtet und jede Menge Aufseherinnen rennen da rum.«
»Meinst du die suchen nach uns?«
Nadine schaltete ihre Lampe an. »Wer weiß. Vielleicht haben sie den Notfallraum gefunden. Dann haben wir ein Problem.«
»Ich habe Angst.« Wieder fing Kati an zu schniefen.
»Meine Fresse, jetzt reiß dich endlich mal zusammen. Los zurück in den Wagen«, sagte Nadine.
Kati setzte sich wieder auf den Beifahrersitz und Nadine wollte los fahren. Sie schaute noch einmal kurz zu Kati und wollte gerade die Lampe ausschalten.
»Was hast du denn da?«, fragte sie.
Kati gab ihr das gefaltete Stück Papier welches die Form einer Blume hatte.
Nadine entfaltete es. Auf dem Papier stand etwas geschrieben. ’Wenn ihr abhauen könnt, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dazu. Ansonsten versteckt euch irgendwo und hofft, das ihr nicht gefunden werdet.’
»Wo hast du das her?«, fragte Nadine.
»Das lag eben vor der Tür«, sagte Kati.
»Kati«, sagte Nadine und setzte den Wagen in Bewegung.
»Ich weiß, ich bin blöd.«
»Das hast du gesagt.« Nadine schaltete das Nachtsichtgerät an und fuhr so schnell sie konnte zurück zu dem Förderschacht. Dort öffnete sie das Tor und stellte den Wagen zu den anderen. Sie lief zum Lichtschalter und schaltete das Licht ein. Sie nahm eines der Sicherheitsgeschirre und gab es Kati, eines zog sie selbst an. Dann nahm sie eine Wasserflasche und knotete sie an einen überstehenden Riemen des Geschirres. Das Selbe machte sie mit der Lampe. Eines der Pakete mit den Notfallrationen steckte sie unter die Gurte des Geschirres. Dann half sie Kati, das Geschirr ebenfalls anzuziehen die damit sichtlich Probleme hatte. Wortlos befestigte sie eine zweite Wasserflasche und die zweite Lampe an Katis Geschirr und steckte auch ihr eine der Notfallrationen unter das Geschirr. Das Nachtsichtgerät behielt sie auf dem Kopf.
»Ich hätte gerne noch mehr mitgenommen, vor Allem was warmes zum Anziehen, aber ich fürchte, darauf müssen wir wohl verzichten«, sagte Nadine und schaute sich noch einmal kurz um.
»Und jetzt?«, fragte Kati.
»Jetzt machen wir, das wir hier weg kommen.« Nadine schaltete das Licht aus und das Nachtsichtgerät ein. Sie tippte auf die Taste die den Ladezustand anzeigte. Die Batterie hatte noch Strom für gut Sechs Stunden. Sie fasste Kati an der Hand und zog sie durch das Tor in den Stollen zurück. Sie drückte auf den Schalter der das Tor schloss und ging mit Kati zu dem Rettungsschacht. Das Gitter ließ sich mit etwas Mühe aufklappen. »Los, mach Licht an und dann rein mit dir«, sagte sie. Nachdem Kati einige Stufen nach oben geklettert war, folgte sie ihr und zog das Gitter wieder zu. An der Schiene die an der Decke entlang lief, griff sie einen der kleinen Wagen und prüfte diesen. Sie schob ihn nach oben und hakte das freie Ende der Leine an Katis Gurt dort ein. Am zweiten Wagen hakte sie ihren eigenen Gurt ein.
»Was ist das?«, wollte Kati wissen.
»Das ist eine Fallsicherung. Nach oben kann man sie leicht ziehen und ohne Last geht es auch leicht wieder nach unten. Aber wenn du fällst, blockiert dein Gewicht die Bremse in dem Wagen und du kannst nicht weit fallen«, erklärte Nadine. »So, und jetzt mach deine Lampe an und kletter los.«
Kati begann schnell zu klettern doch Nadine hielt sie auf. »Nicht so schnell. Sonst bist du zu schnell aus der Puste. Schön gleichmäßig aber nicht trödeln.«

- - -

Rebecca betrachtete sich im Spiegel. Alles in Allem fand sie ihren Körper ganz in Ordnung. Mit ihren 34 Jahren sah die trotz ihrer Narben recht gut aus, wie sie fand. Nur an einigen Stellen machten sich einige Fettpölsterchen bemerkbar. Sie fragte sich, ob sie vielleicht anfangen sollte etwas zu trainieren um diese wieder los zu werden. Zwar machte sie auch weiterhin die Übungen die sie von ihren Therapeuten gezeigt bekommen hatte, doch diese waren nur dafür da um beweglich zu bleiben und durch ihre Verletzungen nicht noch mehr eingeschränkt zu werden als sie es jetzt schon durch ihre Schmerzen war. Zum Abnehmen waren diese Übungen gänzlich ungeeignet.

Während sie sich so im Spiegel betrachtete, sie trug nichts außer dem Keuschheitsgürtel, bemerkte sie neben der Tür ein grünes Leuchten.
’Was bezweckt sie eigentlich mit diesem blöden Gürtel?’, fragte sich Rebecca. Und jetzt auch noch dieses Korsett, welches mittlerweile im Schrank stand. Was wollte sie damit bezwecken? Wollte sie sie noch mehr einsperren als sie es in diesem Gürtel ohnehin schon war? Rebecca war sich darüber im Klaren, daß sie dieses Korsett, wenn sie es einmal trug, nicht mehr selbst ausziehen konnte. War es vielleicht nur ein Vorwand, daß damit ihr Rücken angeblich entlastet werden sollte? Doch das konnte sie sich nicht vorstellen. Denn bei der letzten Anprobe gestern hatte sie tatsächlich so etwas wie eine Verbesserung empfunden. Aber selbst wenn es so war, konnte das dennoch ein Vorwand sein, sie noch weiter einzusperren.

Wollte Andrea ihr damit vielleicht zeigen, wer die Herrin war und daß sie über Rebeccas Körper und sogar über ihre Lust bestimmen konnte? Doch wenn das so war, warum begnügte sie sich dann mit den Spielzeugen, die Rebecca beinahe jeden Morgen in Andreas Bett fand? Warum sagte sie ihr nicht einfach, sie solle in ihr Schlafzimmer kommen? Oder wollte sie vielleicht, daß sie selbst darum bat? Daß sie vielleicht irgend wann sogar darum bettelte?

Rebecca war sich ganz sicher, daß es dazu nie kommen würde. Und wenn es ihr zu viel wurde, konnte sie im Gegensatz zu den meisten anderen Serva einfach kündigen und gehen.
Doch wollte sie das überhaupt? Erschreckt stellte sie fest, daß dieser Gedanke ihr auf eine seltsame Art und Weise sogar zu gefallen schien. Es gefiel ihr, daß jemand über sie bestimmte, ihr sogar vorschreiben konnte, wann sie Lust empfinden durfte, sich berühren durfte und wann nicht. Sie erschrak über diesen Gedanken. War das wirklich sie selbst, die das dachte?
Ja, sie war immer noch sie selbst. Dies war etwas, was ihr niemand nehmen konnte.

Doch stimmte das wirklich? Sie musste zugeben, daß sie sich in den letzten Wochen und Monaten verändert hatte. Sie war viel ruhiger und ausgeglichener als sie es je zuvor in ihrem Leben gewesen war. Sie war entspannter und machte sich viel weniger Sorgen als früher. Selbst die wenigen Gespräche mit ihrer Mutter regten sie nicht mehr so auf. Im Gegenteil, auch diese Gespräche verliefen ruhiger und mit viel weniger Streit. Beim letzten Gespräch hatte Sie ihrer Mutter ja sogar gesagt, das sie sie gerne hatte, Worte die ihr früher nie über die Lippen gekommen wären.

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»Fertig?«, rief Julia von unten.
»Einen Moment noch bitte, Herrin«, rief Mara zurück. Sie betrachtete sich im Spiegel. Die Stiefel, die sie nun trug, passten zwar wie angegossen doch sie waren alles andere als unauffällig. Über den angeformten Hufen war das Leder dunkelblau und das Logo eines großen Sportartikelherstellers prangte auf ihrem halben Unterschenkel. Auch die weißen Schnürsenkel passten so gar nicht. Doch sie waren offenbar sehr gut gepolstert und es gab sogar eine eingebaute Federung die man mit einem Pumpball anpassen konnte. Die knappe Sporthose und der ebenso knappe Sport-BH trugen ebenfalls das Logo des Sportartikelherstellers. Nur das Geschirr, welches sie trug war noch das Selbe wie am Sonntag, wenn man davon absah, daß sie kein Kopfgeschirr trug. Dieses brauchte sie beim morgendlichen Laufen nicht zu tragen. Sie nahm die Handschuhe und ging nach unten, wo Herrin Julia bereits wartete. Diese hatte den Sulky bereits aus dem Schuppen heraus geholt. Mara stellte sich zwischen die Anzen und Julia befestigte diese an den Ringen des Korsetts. Die Zügel befestigte sie an Ringen die sich in Brusthöhe am Korsett befanden. Sie half Mara, die Handschuhe anzuziehen und befestigte das dünne Stahlseil der Bremse an einem Ring in der Mitte des Korsetts. Dann stieg sie auf und ließ die Peitsche knallen. Mara lief sofort los. Auch ohne daß Herrin Julia ihr anzeigen musste, wohin sie laufen sollte, lief sie in Richtung Park. Nach der Brücke bog sie links ab und lief danach geradeaus bis zum Schlossgarten, links am Schloss vorbei auf die Straße, um den Sportplatz herum bis zum Schloss und dort wieder in den Schlossgarten. Auf der anderen Seite des Parks lief sie bis zum Teich, umrundete diesen und lief dann den Weg am Graben entlang zurück bis nach Hause.

Heute fiel es ihr schon wesentlich leichter als gestern, diese Strecke mit der zusätzlichen Last durch den Sulky und ihre Herrin zu laufen. Sie schaffte es, die fünf Kilometer in weniger als einer Dreiviertelstunde zu laufen und war noch relativ entspannt als sie wieder zu Hause ankamen. Doch Herrin Julia zog nach rechts, als Mara in die Einfahrt zurück laufen wollte. So lief sie gerade aus weiter, über die Straße, die Querstraße entlang bis zur Hauptstraße. Dort musste Mara nach links laufen bis zum Supermarkt. Dort dirigierte Julia sie auf den Parkplatz und stieg ab.
»Ich gehe schnell Brötchen holen. Du wartest so lange hier«, sagte sie.
Mara überlegte kurz und trat grinsend einmal mit dem Fuß auf. Julia lachte darauf hin und ging in die Bäckerei die sich neben dem Supermarkt befand. Sie kam kurz darauf mir einer Tüte zurück, stieg auf und gab Mara das Signal zum weiter laufen. Sie umrundeten den Block und kamen dann von der anderen Seite zum Haus, wo Mara dann endlich auf den Hof lief und von Julia los gemacht wurde.

Nachdem Mara sich geduscht und angezogen hatte, deckte sie den Esstisch, wo sie gemeinsam mit Julia frühstückte. Während Mara den Tisch nach dem Frühstück abräumte, las Julia in der Zeitung.
Pünktlich um acht Uhr gingen beide nach unten und öffneten die Läden.

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»Ich kann nicht mehr«, sagte Kati erschöpft und blieb einfach stehen. Sie drehte sich um und setzte sich auf die Leiter.
»Komm schon, wir haben schon mehr als die Hälfte geschafft«, sagte Nadine. Doch auch sie fühlte sich erschöpft und könnte sicher eine Pause vertragen.
»Ich schaffe das nicht«, sagte Kati »Geh ohne mich weiter.«
»Soweit kommt’s noch. Wir haben das zusammen angefangen und wir bringen das auch zusammen zu Ende. Wenn ich mich nicht verschätzt habe, kommen wir balde wieder zu einer Nische, da machen wir Pause. Versprochen.« Sie ging eine Stufe weiter und schob Kati zum Weiterklettern an. Nur widerwillig drehte diese sich um und kletterte weiter.
Nadine drückte auf die Taste an der Lampe. Diese zeigte noch eine Zeit von 20 Minuten an. Danach würde auch diese ausgehen. Sie hoffte, daß sie bis dahin tatsächlich eine der Nischen erreichen würden und daß es dort eine Steckdose gab an der sie die Lampen nachladen konnten. Ansonsten gab es nur noch das Nachtsichtgerät welches noch genug Energie für ungefähr vier Stunden hatte. Aber es würde verdammt anstrengend werden, so die Leiter zu steigen und auch noch auf Katis Schritte zu achten.

Nach etwa einer viertel Stunde, die Ladeanzeige der Lampe zeigte noch genau fünf Minuten Restzeit an, erreichten sie eine Nische im Schacht. Nadine tippte Kati an und schob sie in diese Nische herein. Diese war etwa zwei Meter tief und genauso breit und hoch. Sie löste die Karabiner der Sicherheitsgeschirre von den Wagen und klemmte diese in der Schiene fest. Sie hatte herausgefunden, daß diese Wagen ohne Belastung von selbst nach unten rollten. Dies wollte sie auf keinen Fall riskieren. Zumal Kati bereits mehrmals abgerutscht war und nur durch die Bremse des kleinen Wagens davor bewahrt worden war, mit Nadine zusammen zu stoßen.

Ein verrostetes Blechschild an der Wand gab an, daß es nur noch 200 Meter bis zur Oberfläche waren. An der hinteren Wand der Nische befand sich tatsächlich eine Lampe, doch diese leuchtete nur noch schwach vor sich hin. Dennoch schaltete Nadine die eigene Lampe aus um deren Batterie zu schonen. Es dauerte eine Weile bis sich ihr Augen an das schwache Licht gewöhnt hatten. Kati hatte sich einfach auf den nackten Felsen gelegt und war bereits eingeschlafen.

Nadine trank einen Schluck Wasser und öffnete ihre Notration. In einem silbernen Päckchen waren Kekse eingeschweißt. Sie öffnete dieses Päckchen und schaute, was noch alles in dem Beutel zu finden war. Sie fand mehrere kleine Aluminiumbehälter deren Aufschrift verkündete, das sich Marmelade, Streichkäse und sogar Schmierwurst darin befanden. Sie öffnete Wahllos einen der Behälter und strich mit einem halben Keks einige der Kekse mit Aprikosenmarmelade ein. Satt war sie danach zwar noch lange nicht, aber sie hoffte, daß es reichen würde bis sie an der Oberfläche angekommen waren.

Ihre Augen hatten sich mittlerweile an das schwache Licht gewöhnt. Also suchte sie nach einer Steckdose zum Aufladen der Lampe, doch eine solche war nirgendwo zu finden. Das Kabel, welches zu dieser führte, kam direkt aus dem Schacht.
»Komm, scheiß drauf«, sagte sie zu sich selbst. Sie durchsuchte Katis Hosentaschen nach dem Taschenmesser welches sie auch schnell fand. Mit dem Schraubenzieher öffnete sie die Lampe an der Wand und schaute sie sich kurz an. Sie Rollte das Ladekabel der Handlampe aus und schnitt kurzerhand den Stecker ab. Sie legte die blanken Adern frei und versuchte diese an den Anschlüssen der Wandlampe anzuschließen, ohne einen Schlag zu bekommen. Dies gelang ihr nach einigen Versuchen auch halbwegs, doch sowie man an dem Kabel ziehen würde, würde sich die lose Verbindung sofort lösen. Dies nahm sie allerdings in Kauf und stellte die Handlampe so, daß sie halbwegs sicher stand. Dann nahm sie den Karabiner ihres Sicherheitsgeschirres und hakte diesen in Katis Geschirr ein. Sie trank noch einen Schluck und legte sich neben Kati. Den Kopf legte sie auf ihren Arm und versuchte, zu schlafen.

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Nadine wachte auf, weil etwas an ihrer Nase berührte. Sie öffnete die Augen und sah erst einmal nichts. Doch sie spürte einen leichten Luftzug an ihrem Kinn und versuchte zu erfassen, was das war, ohne sich zu bewegen. Langsam bemerkte sie, was das war. Kati war zu ihr gerutscht, hatte ihre Arme fest um sie geschlungen und das Gesicht an ihres gelehnt, so daß Katis Wange ihre Nasenspitze berührte.
’Also das geht doch etwas zu weit.’, dachte Nadine und wollte etwas zur Seite rutschen. Doch Kati hielt sie fest umklammert und sie spürte eine Bewegung die von Kati ausging. Sie fragte sich, was das sollte und schloss die Augen. Sie war neugierig, was Kati wohl jetzt tun würde.

Als Kati die Augen öffnete, kitzelten ihre Wimpern Nadines Wange.
»Danke«, flüsterte Kati leise und löste die feste Umarmung. Sie rutschte etwas zurück und setzte sich umständlich auf.
’Wofür bedankt sie sich?’, fragte sich Nadine. Doch im Grunde genommen war ihr das im Moment auch egal. Sie streckte sich, öffnete die Augen und setzte sich Kati gegenüber an die Wand.
»Gut geschlafen?«, fragte sie Kati.
»Ja, sehr gut sogar. Danke.« Kati deutete auf die Kekse die auf dem Boden in ihrer Verpackung lagen. »Darf ich bitte was essen?«
Nadine reichte ihr die Kekse. »Schmierwurst, Marmelade oder Streichkäse?«, fragte sie.
»Den Käse bitte«, sagte Kati. Nadine gab ihr das Schälchen mit dem Streichkäse und beobachtete sie beim Essen.

»Bereit?«, fragte Nadine und schaute sich in der Nische um. Außer einigen Folienstücken und vier Schälchen erinnerte nichts mehr daran, daß sie hier gewesen waren. Nachdem Kati die Kekse aufgegessen hatte, hatte Nadine auch die zweite Packung Kekse geöffnet und diese mit Kati geteilt. Im Gegensatz zur ersten Packung waren diese Kekse allerdings gesüßt. Zusammen mit der Schmierwurst war das eine recht seltsame Mischung, aber das machte weder Nadine noch Kati etwas aus. Danach hatten sie sich noch die kleine Tafel Schokolade geteilt die sich in dem Paket befunden hatte.
Kati kletterte auf die Leiter und wollte los klettern.
»Halt!«, rief Nadine »Erst da einhaken.« Nadine deutete auf die Absturzsicherung. Kati hakte ihren Karabiner in den ersten der beiden Wagen ein und ging los. Dabei löste sie allerdings den zweiten Wagen der mit einem leisen Rattern nach unten rollte. Nadine leuchtete mit der Lampe in die Richtung in der der Wagen verschwunden war und schaute ihm hinterher.
»Kati!«, rief sie langgezogen.
Diese hatte ebenfalls mit offenem Mund dem Wagen hinterher geschaut. Nun leuchtete Nadine ihr direkt ins Gesicht und sah, daß ihre Augen glitzerten und eine Träne ihre Wange herunter lief. »Es tut mir leid«, sagte Kati leise.
»Wie kann ein einzelner Mensch nur so ungeschickt sein?«, fragte Nadine und hakte den Karabiner von Katis Geschirr aus dem Wagen. Sie hakte ihren eigenen Karabiner ein, nahm die Leine von Katis Geschirr und hakte den Karabiner in ihrem eigenen Geschirr ein. Dann kletterte sie los. Nachdem sie drei Stufen geklettert war spürte sie einen Zug an ihrem Geschirr. Sie drehte sich um und Kati begann nun ebenfalls zu klettern. So kamen sie etwas langsamer voran als zuvor, doch ohne Sicherung wollte sie Kati lieber nicht weiter klettern lassen. Aber auch sei selbst wollte auf diese nicht verzichten.

Schweigend kletterten die Beiden die Leiter hinauf, bis nach einer guten Stunde ein Schild mit der Aufschrift ’Tiefe: 100m’ auftauchte.
»Wir haben es balde geschafft.« sagte Nadine. Hinter sich hörte sie nur gelegentlich ein leises Schniefen.
Sie schaute den Schacht hinauf und konnte Licht erkennen.
»Es dauert nicht mehr lange. Da vorne ist Licht«, sagte sie zu Kati. Das Licht welches sei sahen, gab den Beiden die Hoffnung balde hier heraus zu kommen und sie kletterten schneller. Doch als sie auf ungefähr 25 Meter an das Ende des Schachtes heran gekommen waren, blieb Nadine plötzlich stehen. »Du wartest hier. Wenn die herausgefunden haben, wo wir hin sind, könnten es sein, daß uns da oben jemand erwartet.« Sie löste den Karabiner von Katis Leine und hakte diesen in dem Wagen der Absturzsicherung ein. Den Karabiner ihres eigenen Geschirres löste sie aus dem Wagen und kletterte alleine weiter.

Als sie am Ende des Schachtes angekommen war, befand sie sich vor einem großen Lüfter, der den Schacht abschloss. Zu ihrer Linken sah sie allerdings eine Stahltür in deren Mitte sich ein großes Rad befand. Vorsichtig hob sie den Kopf und schaute durch den stehenden Flügeln des Lüfters hindurch. Was sie sah, gefiel ihr gar nicht. Sie konnte einen Zaun erkennen und die Hälfte eines Wohn- oder Bürocontainers erkennen. Wie erwartet standen auf einer von Gras bewachsenen Fläche drei Männer rauchend herum. Diese trugen schwarze Kleidung, ähnlich wie die Aufseherinnen im Bergwerk. Allerdings hatten diese keine Viehtreiber oder Peitschen sondern trugen Maschinenpistolen. Was sie noch sah, war allerdings noch schlimmer. In einem Gestell standen mehrere mannshohe, grüne Gasflaschen. Auf jeder dieser Flaschen prangten zwei gelbe Dreiecke mit schwarzem Rand. In einem dieser Dreiecke befand sich ein schwarzes X, in dem anderen ein Flammensymbol.
An einer dieser Flaschen befand sich am Ventil ein roter Schlauch, der in ihre Richtung führte. Sie schaute sich um und sah, daß dieser Schlauch an dem Rahmen des Lüfters vorbei führte und auf ihrer Seite endete.

Langsam und so leise wie möglich kletterte sie wieder nach unten, bis zu Kati gelangte.
»Wir haben ein Problem«, sagte sie leise und erklärte Kati, was sie gesehen hatte.
Diese fing wieder an zu weinen. »Die wollen uns umbringen.«
»Ich glaube nicht. Ich vermute, das in den Flaschen sowas wie ein Betäubungsmittel ist. Aber so viele Flaschen wie da stehen, sind die nicht wegen uns hier. Wahrscheinlich reicht die Menge Gas, die da drinne ist um alle im Bergwerk entweder zu betäuben oder zu töten. Und so wie die da rum stehen, warten sie nicht auf uns. Und wenn doch, sind sie ziemlich schlampig«, sagte sie leise.

Kati schaute sie fragend an.
»Ich muss einen Moment überlegen.« Sie schloss die Augen und dachte nach.
»Ich gehe wieder nach oben. Du bist so lange Still und gibst keinen Mucks von dir. Verstanden?«, sagte sie zu Kati. Diese nickte lediglich. Langsam und möglichst leise kletterte Nadine wieder nach oben und beobachtete die Männer. Sie konnte die Unterhaltung der Männer hören die sich ganz offenbar darum drehte, was diese Männer vorhatten, wenn sie wieder in die Stadt kamen.

»Ich gehe wieder rein«, sagte einer der Drei mit einem starken osteuropäischen Akzent.
»Gute Idee. Ich geh auch wieder rein«, sagte der zweite Mann akzentfrei.
Die Beiden gingen auf den Container zu und gingen hinein. Der Dritte blieb allerdings draußen stehen. Nach einer Weile fing er an zu gehen. Nadine hoffte, daß er auch zu dem Container gehen würde doch er verschwand aus ihrem Sichtfeld und kam kurze Zeit später wieder. Er ging weiter und verschwand erneut aus ihrem Sichtfeld, nur um einige Minuten später erneut aufzutauchen.

Langsam begann es zu dämmern. Doch noch immer ging der Mann dauernd hin und her.
Nach einer ganzen Weile, es mussten mittlerweile zwei oder mehr Stunden vergangen sein, sah Nadine wie die Tür des Containers geöffnet wurde. Einer der Männer kam mit einer Flasche in der Hand heraus.
»Hey Wassiliev komm rein. Die Chefin hat gerade angerufen. Sie haben sie gefunden«, sagte der Mann, es war derjenige, der ohne Akzent sprach.
»Das wurde auch langsam Zeit. Ich hab doch gesagt, hier kommen die nicht hoch. Das ist viel zu weit um hoch zu klettern«, sagte der Mann der draußen geblieben war. Er nahm die Flasche von dem anderen Mann entgegen, trank einen Schluck und ging mit ihm zusammen in den Container. Durch das gekippte Fenster konnte Nadine sehen, wie die Drei sich an einen Tisch setzten und tranken und sie konnte gedämpft Musik hören die aus dem Container kam.

Sie stieg zurück bis zu der Tür und versuchte, diese zu öffnen. Sie war ziemlich erstaunt, daß sich das Rad ohne ein Geräusch drehen ließ. Langsam schob sie die Tür auf und schaute heraus. All zu viel konnte sie allerdings nicht erkennen, da es bereits zu dunkel war. Sie klappte das Nachtsichtgerät herunter und schaltete es ein. Nun konnte sie besser sehen und schaute sich um so gut es ging. Doch wirklich heraus traute sie sich nicht.
Zu ihrer Rechten konnte sie sehen, daß die Tür sich in einer massiven Felswand befand. Der große Lüfter befand sich hingegen in einem kleinen Vorsprung aus Beton, so das sie sich in einer Ecke zwischen diesem Vorsprung und dem Fels befand. Links von sich sah sie einen Geländewagen. Nicht einen dieser Pseudogeländewagen den irgend welche Möchtegerntypen immer fuhren um anzugeben, sondern einen richtigen, geländegängigen Wagen mit großer Bodenfreiheit und Reifen mit groben Profil. Der Zaun führte im rechten Winkel von der Felswand aus einige Meter gerade aus weg, machte einen Knick nach rechts, verlief hinter dem Container her und machte wieder einen Knick bis zur Felswand. Das Areal welches von dem Zaun umschlossen wurde war ungefähr zwanzig mal zwanzig Meter groß. Sie fragte sich, wo das Tor in diesem Zaun war und entdeckte dieses hinter dem Geländewagen.

Das Tor würde sie vermutlich nicht öffnen können, ohne die Männer die sich im Container aufhielten zu alarmieren. Doch irgend wie mussten sie hier raus kommen. Sie wagte sich weiter vor und schaute um die Ecke des Vorsprunges herum. Dort fand sich allerdings nur die Felswand und eine freie Rasenfläche.

Ein lautes, mehrstimmiges Lachen ließ sie aufschrecken. Sie schaute zum Container und konnte erkennen daß alle drei Männer sich noch in diesem befanden. Neben dem Container sah sie einige kurze Balken liegen und hatte eine Idee. Sie schloss so leise es ging die Tür und versuchte den Schlauch der von der Gasflasche zu dem Lüfter führte aus diesem heraus zu ziehen. Da er nur lose neben der Umrandung durch gesteckt war, ging das ziemlich einfach. Mit dem Ende des Schlauches ging sie geduckt zu dem Container und nahm einen der Balken. Durch das gekippte Fenster konnte sie nun sehen, daß die Männer bereits die dritte Flasche öffneten und diese herum reichten. Offensichtlich waren bereits alle drei ordentlich angetrunken. Das sollte es ihr einfacher machen ihren Plan in die Tat umzusetzen, ohne in Gefahr zu geraten. So leise es ging stellte sie den Balken unter die Türklinke des Containers und drückte ihn fest. Wenn jetzt einer der Männer heraus wollte um zu rauchen oder vielleicht um auszutreten, hatte sie ein großes Problem.

Nun nahm sie den Schlauch und als keiner der Männer zum Fenster sah, steckte sie ihn langsam zwischen Fenster und Rahmen hindurch. Schnell lief sie zu den Gasflaschen und drehte das Ventil der Flasche, an der der Schlauch angeschlossen war, langsam auf. Plötzlich veränderte sich die Stimmung im Container. War diese eben noch recht ausgelassen, klangen die Männer nun eher aufgeregt, beinahe panisch. Sie drehte das Ventil an der Flasche so weit auf es ging und konnte durch das Fenster eine gelbliche Wolke sehen die von dem Schlauch ausging. Sie hoffte, daß das Gas schnell genug wirken würde, so daß die Männer keine Gelegenheit mehr haben würden, die Fenster zu öffnen. Doch dann hörte sie einen Schuss und neben sich ein leises Geräusch als die Kugel im Gras einschlug. Sie hörte noch einen Schuss und spürte eine leichte Berührung am Oberarm. Schnell versteckte sie sich hinter den Gasflaschen. Sie schaute sich ihren Arm an und erkannte ein Loch im Ärmel ihres Overalls. Sie war erschrocken aber auch erleichtert, daß die Kugel offenbar nur den Ärmel erwischt hatte. Sie erwartete noch weitere Schüsse doch als diese ausblieben schaute sie hinter den Gasflaschen hervor. Sie bemerkte sofort zwei Löcher in der Scheibe. Doch von den Männern fehlte jede Spur.
Erst als sie nah am Fenster stand, sah sie diese auf dem Boden liegen. Schnell entfernte sie sich wieder von dem Fenster und drehte das Ventil der Gasflasche zu. Dann ging sie zu der Tür in der Felswand und schaute hinein. Mit dem Nachtsichtgerät konnte sie Kati deutlich sehen die auf der Leiter hockte.
»Kati, komm rauf. Schnell. Beeil dich«, rief sie. Eine gewisse Euphorie hatte sich in ihr breit gemacht. Sie sah Kati die Leiter hinauf klettern. Als sie endlich oben angekommen war rief sie »Los mach schnell, ich weiß nicht, wie lange das Zeug wirkt. Wir müssen so schnell es geht von hier weg.
»Was riecht hier so komisch?«, fragte Kati.
»Ich habe das Gas in den Container geleitet«, erklärte Nadine. Sie schaute Kati grinsend an und spürte ein leichtes Schwindelgefühl.
»Ist alles in Ordnung mit dir?«, fragte Kati. Sie schien aus irgend einem Grund besorgt zu sein.
»Ja, alles in Ordnung«, sagte sie. Dann wurde ihr schwarz vor Augen.

- - -

»Sag mal, ziehst du das Teil auch irgendwann wieder aus?« Julia schaute breit grinsend zu Mara.
»Was meinen Sie Herrin?«, fragte diese und schien ehrlich erstaunt.
Julia ging zu ihr und zog an den langen, roten Haaren, welche aus dem Bund von Maras Hose heraus schauten. »Das Teil meine ich. Du trägst es schon den ganzen Tag. Als du es heute Morgen beim Laufen getragen hast, hab ich mir ja noch nichts bei gedacht. Aber es ist Mittag.«
Mara schaute zu Julia und ihre Gesichtsfarbe glich sich langsam ihrer Haarfarbe an. Sie hatte als sie eben im Bad war, offenbar vergessen die Haare des Schweifs wieder ordentlich in die Hose zu stecken, so das einige davon oben heraus schauten.

Tatsächlich trug sie den Plug mit dem Pferdeschweif bereits seit gestern Abend. Es hatte sie einiges an Mühe und noch wesentlich mehr Überwindung gekostet, den mit drei Zentimetern Durchmesser eigentlich recht kleinen Plug mit reichlich Gleitmittel in ihrem Hintern zu versenken. Es hatte nicht wirklich wehgetan als sie ihn gegen ihren in dieser Hinsicht noch jungfräulichen Schließmuskel gedrückt hatte und dieser sich langsam weitete. Doch es war ein sehr seltsames und unangenehmes Gefühl als dieser sich immer mehr dehnte. Als schließlich die dickste Stelle des Plugs überwunden war und sich ihr Schließmuskel plötzlich um das dünne Stück schloss hatte sie leise aufgeschrien. Nicht vor Schmerz sondern mehr vor Schreck und Erregung.

So etwas hätte sie vorher nie getan. Sich etwas in ihren Hintern zu stecken hatte für sie etwas verrufenes, unanständiges. Doch letztendlich musste sie feststellen, daß vieles von dem was sie an den letzten Abenden getan hatte genauso in diese Kategorie fiel und kurzentschlossen den Plug und ihren Hintern großzügig mit Gleitmittel eingeschmiert.

Nachdem sie sich wieder beruhigt hatte, war sie nackt zum Spiegel gegangen und hatte sich eingehend betrachtet. Der Schweif hatte eine ähnliche Farbe wie ihr eigenes Haar. Eigentlich sah das gar nicht mal schlecht aus, hatte sie sich gedacht. Sie hatte mit dem nackten Hintern gewackelt und grinsend beobachtet, wie der Schweif der ihr fast bis zu den Knöcheln reichte, hin und her schwang. Es war ein zwar seltsames, aber durchaus angenehmes Gefühl. Zwar hatte sie seitdem ständig das Gefühl aufs Klo zu müssen doch daran hatte sie sich erstaunlich schnell gewöhnt.

Wie eigentlich an jedem Abend der letzten zwei Wochen hatte sie die elektrische Zahnbürste genommen, die sie in ihrer Nachttischschublade verstaut hatte und sich damit befriedigt bis sie leise stöhnend gekommen war und war danach sofort eingeschlafen. Am Morgen hatte sie den Plug zwar heraus nehmen und reinigen müssen, doch nach dem Toilettengang hatte sie ihn wieder eingeführt. ’Das passt doch eigentlich ganz gut zum Laufen mit dem Sulky.’, hatte sie gedacht. Doch dann hatte sie ihn auch nach dem Duschen wieder eingeführt und unter der Hose versteckt. Offenbar hatte Herrin Julia doch mitbekommen, daß sie ihn noch trug.

»Hallo, ich habe dich was gefragt«, sagte Julia noch immer grinsend.
»Entschuldigung Herrin, ich war gerade in Gedanken.«
»Ich habe dich gefragt, ob du den auch mal wieder raus nehmen willst«, sagte Julia. »So ganz ohne Probleme ist das nämlich nicht, wenn du den so lange trägst.«
»Es fühlt sich gut an Herrin«, sagte Mara abwesend. Es dauerte einen Moment, bis sie begriff, was Julia gesagt hatte. »Was meinen Sie mit Problemen?«
»Was habe ich getan?«, fragte Julia theatralisch »Ich habe ein Monster erschaffen.« Sie grinste noch immer. »Mit Problemen meine ich, daß du vielleicht besser gründlich aufs Klo gehst, nachdem du ihn raus genommen hast.«
Es dauerte einen Moment, bis Mara verstand, was sie meinte. Sie wollte sofort ins Bad gehen, doch Julia hielt sie zurück. »Am Besten wartest du, bis du wirklich musst. Und vielleicht solltest du das hier essen.« Sie holte eine Tafel Schokolade aus einer Schublade, brach diese in zwei Hälften und gab Mara eine Hälfte davon. Diese nickte nur verstehend.

»So, jetzt mal ab nach unten mit dir. Heute ist nicht viel los, da kannst du mal beide Läden übernehmen, während ich schon mal meine Sachen für morgen raus suche. Wir fahren morgen um 17 Uhr los. Bis dahin möchte ich, daß du deine Sachen auch gepackt hast. Bitte nur ein paar Tuniken und Unterwäsche. Und natürlich, was du sonst noch so brauchst, Duschsachen, Handtücher, Zahnbürste und so.«
»Ja Herrin«, sagte Mara und wollte nach unten gehen.
»Warte mal. Eins muss ich dir noch sagen.«
»Ja Herrin?«
»Ich habe nichts gegen deine innige Beziehung zu deiner elektrischen Zahnbürste.« Bei diesen Worten wurde Mara erneut knallrot. »Aber wenn du nochmal einer Kundin erzählst, sie soll die mal versuchen, obwohl sie schon einige Teile in der Hand hat und damit zur Kasse kommt, dann stelle ich den Strafbock ins Schaufenster, binde dich nackt da drauf und lasse dich den stärksten Vibrator ausprobieren, den ich im Laden habe. Und zwar einen ganzen Tag lang.«
Mara schaute sie entsetzt an. »Entschuldigung«, stammelte sie. »Ich wollte doch nicht, daß sie alles wieder zurück legt. Ich dachte, sie würde sich die zusätzlich kaufen.«
Julia schaute Mara an. Sie merkte, daß sie mit dieser Drohung zu weit gegangen war. Anscheinend dachte Mara, daß sie das wirklich ernst meinte. Schnell ging sie zu ihr und nahm sie in den Arm.
»Entschuldige Mara. Das war doch nicht ernst gemeint«, sagte sie und wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht. »Ich wollte dir keine Angst machen.«
Mara hob den Kopf und schaute sie mit verweinten Augen an. »Wirklich nicht?«, fragte sie leise.
»Nein Mara, wirklich nicht«, sagte Julia »Aber tu sowas bitte nicht noch mal. In Ordnung?«
Mara nickte und löste sich aus der Umarmung. Sie wischte sich die Tränen ab und fragte noch einmal »Wirklich nicht?«
»Nein Mara, das würde ich nie machen. Wirklich nicht.«
»Sie würden mich mit der Peitsche schlagen, oder?«
Julia schaute sie an und musste lachen. »Nein, belohnen würde ich dich dafür ganz bestimmt auch nicht.«
Mara schaute sie kurz an und musste nun ebenfalls lachen.
Erleichtert sah Julia sie an. »Jetzt mach aber, daß du nach unten kommst, der Laden sollte schon längst wieder auf sein.«
»Ja Herrin«, sagte Mara und knickste. »Vielen Dank Herrin.« Sie ging schnell nach unten und öffnete den Laden.

Sie brach sich ein Stück der Schokolade ab und legte den Rest unter den Tresen. Während sie genüsslich die Schokolade kaute und auf Kundschaft wartete, betrachtete sie abwesend den Strafbock. Langsam ging sie auf diesen zu und legte sich darauf. Sie fragte sich, wie es wäre, hier drauf gefesselt zu sein. Doch sie fragte sich, wer das wohl machen sollte. Herrin Julia würde das zwar ganz sicher machen, wenn sie sie darum bitten würde doch etwas an dieser Vorstellung schien ihr falsch. Wie so oft in den letzten Tage hatte sie das unbestimmte Gefühl, daß irgend etwas fehlte, ohne genau zu wissen, was das sein sollte.

 

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Inhalt/Idee

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Erotik/BDSM

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Rechtschreibung/Form

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