Neue Horizonte Teil 13 - Fluchtversuch

"Klappentext"

Nadine und Kati versuchen, zu fliehen und Mara macht neue Erfahrungen

 

Die Decken rochen nach dem heutigen Tag frisch nach Seife und sie selbst fühlte sich auch sauber und frisch. Zu Beginn der Schicht waren sie nicht wie üblich mit den Transportern in den Stollen gefahren worden, sondern mussten sich in einer Reihe an der Wand des Stollens aufstellen. Die Aufseherinnen hatten ihnen befohlen, sich auszuziehen und die Sachen alle auf einen Haufen zu werfen. Dann wurden mehrere Eimer und vier große Bottiche mit warmen Wasser hereingebracht. Vier der Frauen mussten die Overalls und die Socken in diesen Bottichen waschen und vier weitere zogen die Decken von den Betten und mussten diese ebenfalls waschen. Drei weitere wurden mit Eimern und Handbürsten dazu abgestellt, die Ecke mit dem Loch im Boden zu putzen während die restlichen Frauen, ebenfalls mit Handbürsten, auf den Knien den Boden schrubben mussten. Nach und nach wurden je drei Frauen von vier Wärterinnen abgeholt und kamen eine gute halbe Stunde später zurück.

»486, 487 und 488, mitkommen«, rief eine der Aufseherinnen. Nadine und die beiden Anderen ließen die Bürsten fallen und folgten der ersten Aufseherin so nackt wie sie waren durch den Stollen. Die drei anderen Aufseherinnen gingen mit Viehtreibern bewaffnet hinter ihnen her. Es dauerte eine Weile bis sie zu einer grauen Stahltür kamen. Sie wurden durch diese Tür geschoben und fanden sich in einem gekachelten Raum wieder. »Ihr habt jetzt zehn Minuten Zeit, euch zu duschen«, sagte eine der Aufseherinnen. Sie gab jeder der Frauen ein Stück Seife und drehte an einem Ventil in der Wand neben der Tür und aus zwei großen Brausen an der Decke dieses Raumes strömte warmes Wasser. Sofort fingen die drei Frauen an sich gründlich zu waschen. Nachdem die Aufseherin das Wasser wieder abgestellt hatte, bekam jede ein großes Handtuch zum Abtrocknen. Dann wurden sie aus dem Raum wieder heraus geführt. Nadine schaute sich noch einmal um, zu gerne wäre sie noch unter der Dusche geblieben. Obwohl sie sich gründlich gewaschen hatte, fühlte sie sich noch immer schmutzig und staubig. Die Aufseherinnen brachten sie weiter in den Stollen hinein zu drei Türen. Jede von ihnen musste durch eine dieser Türen gehen.

Die Aufseherin schob Nadine in den weiß gefliesten Raum hinein. Im hinteren Bereich gab es einen Vorhang der über die gesamte Breite ging. Was Nadines Aufmerksamkeit aber viel mehr erregte war der Stuhl in der Mitte des Raumes. Es war ein Stuhl wie es ihn beim Frauenarzt gab. Komplett mit Schalen für die Arme und Beine. Die Aufseherin schob sie zu diesem Stuhl. »Setzen!« befahl sie. Nur zögerlich setzte Nadine sich auf den Stuhl und wurde sofort mit breiten Lederbändern festgeschnallt. Nicht nur an Armen und Beinen, die Aufsehern schnallte sie mit einem weiteren Riemen auch am Bauch fest. Einen weiteren Riemen legte sie ihr über die Stirn so daß sie sich nicht einen Millimeter mehr bewegen konnte. »Du wirst nur mit ja oder nein antworten wenn du gefragt wirst«, sagte die Aufseherin und ging aus dem Raum.

Nadine versuchte, sich umzusehen doch das Einzige was sie sehen konnte war eine weiße Wand und die Tür.
»Deine Nummer?« fragte eine Stimme hinter ihr.
»487« sagte Nadine leise.
»Irgend welche Beschwerden? Tut dir irgendwas weh?« fragte die Frau hinter ihr.
»Nein«, antwortete Nadine.
»Gut. Dann wollen wir dich mal untersuchen. Du hast doch nichts dagegen?« fragte die Frau die nun neben sie trat grinsend. Darauf hin sagt Nadine nichts. Selbst wenn sie nein gesagt hätte, hätte das vermutlich nichts genutzt. Die Frau begann sie am ganzen Körper abzutasten und mit einem Stethoskop abzuhorchen. Sie klopfte ihr mit einem kleinen Hämmerchen an verschiedene Stellen und pikte ihr mit dem spitzen Ende des Hämmerchens in die Handflächen und die Fußsohlen, was Nadine unwillkürlich zusammenzucken ließ. Die Frau trug einen weißen Kittel und betrachtete sich Nadine nun eingehend. Dann trat sie zwischen Nadines Beine und drückte ihr ein kaltes Gel aus einer Tube zwischen ihre Schamlippen und verrieb es gründlich bis in ihre Scheide hinein. Dann schob sie ihr etwas in ihre Scheide hinein und zwinkerte ihr zu. Nadine beobachtete die Frau die nun eine Art Fernbedienung in die Hand nahm und auf dieser herum drückte. Sofort begann es zwischen ihren Beinen heftig zu vibrieren. Nadine schaute die Frau mit großen Augen an. »Das gehört nicht zur Untersuchung. Aber wir Ärztinnen haben beschlossen, es euch etwas leichter zu machen, zumindest einmal im Monat. Also, genieß es einfach die nächste halbe Stunde. Ich mache derweil mal weiter.

Nadine fragte sich, was das alles sollte. Sollte sie jetzt hier vor dieser Frau vielleicht sogar noch einen Höhepunkt bekommen? Doch sie spürte tatsächlich daß sie bereits ziemlich erregt war. Sie schloss die Augen und versuchte einfach sich zu entspannen. Nach einer Weile gelang ihr das auch und ihre Erregung steigerte sich immer weiter bis diese sich in einem heftigen Orgasmus entlud. Wäre sie nicht festgeschnallt gewesen hätte sie sich vermutlich hin und her gewälzt und sich aufgebäumt, doch die Lederriemen verhinderten effektiv jede Bewegung. So wand sie sich nur ein wenig in den Fesseln und stöhnte ihre Lust laut aus sich heraus.

Nachdem der Höhepunkt abgeklungen war, spürte sie ein leichtes Stechen im Arm. Sie öffnete die Augen und sah aus den Augenwinkeln, daß die Frau ihr Blut ab nahm. Sie hoffte, daß sie ihr den Vibrator herausnehmen würde oder ihn zumindest abschaltete, doch die Frau tat nichts dergleichen. Stattdessen ging sie aus Nadines Sichtbereich heraus. Sie spürte bereits wie ihre Erregung erneut zunahm als die Frau erneut zu ihr kam und damit begann ihr die Haare unter den Armen mit einer Maschine zu scheren. Als sie damit fertig war, trat sie erneut zwischen Nadines Beine und begann nun auch noch damit, ihre Schamhaare zu scheren. Die Berührung brachte Nadine zu einem weiteren heftigen Höhepunkt, den sie stöhnend über sich kommen ließ.

Auch nachdem die Frau damit fertig war, Nadines Schamhaare zu scheren nahm sie den Vibrator nicht heraus. Satt dessen stellte sie sich neben sie und begann damit, sie am ganzen Körper zu streicheln. Besonders ihre Brüste bedachte sie sehr intensiv mit ihren Berührungen. Noch zwei mal kam Nadine sehr heftig und als die Frau endlich den Vibrator ausschaltete und aus ihr heraus zog fühlte sie sich schwach, aber äußerst entspannt. Mit einem nassen Lappen wusch die Frau ihre Scham und die Innenseite ihrer Beine, trocknete sie ab und rieb sie mit einer Creme gründlich ein.

»So, gleich kommt die Aufseherin und holt dich wieder ab. Bis dahin entspann dich noch etwas«, sagte die Frau und verschwand aus Nadines Blickfeld.

Es dauerte noch eine ganze Weile bis die Aufseherin kam, sie abschnallte und ihr befahl aufzustehen. Mit etwas wackeligen Beinen folgte Nadine ihr und wurde zusammen mit den anderen Beiden wieder in den Schlafstollen zurück gebracht. Dort musste sie sofort wieder die Bürste nehmen und weiter den Boden schrubben. Dadurch daß dieser aus nur grob geglättetem Fels bestand war das eine sehr mühselige Arbeit, aber immer noch besser als Löcher in den Fels zu bohren oder Schutt in die Wagen zu schaufeln.

Irgendwann waren die Decken und die Overalls gewaschen und getrocknet. Offenbar gab es wohl irgend wo einen oder mehrere Wäschetrockner denn als die Sachen zurück kamen waren sie noch ziemlich warm. Sofort mussten die Frauen sich wieder anziehen und die Decken auf die Betten legen. Dann war es auch schon soweit, daß der Wagen mit dem Essen kam. Es gab wie üblich den Geschmacklosen Brei und eine große Flasche seltsam schmeckendes Wasser. Aber heute gab es zusätzlich für jede noch einen Apfel und einen Becher heißen Früchtetee. Nadine kam das nach den letzten Wochen wie ein Festmahl vor und sie genoss jeden einzelnen Bissen.

»In zehn Minuten geht das Licht aus. Macht euch Bettfertig«, rief eine der Aufseherinnen in den Stollen hinein. Nadine hatte sich angewöhnt, vorm zu Bett gehen noch mal zu dem Loch in der Ecke zu gehen, um das nicht im dunkeln tun zu müssen. Dann legte sie sich in ihr Bett. Es dauerte nicht lange und das Licht wurde gelöscht.

Von irgend wo her hörte sie ein leises Stöhnen welches langsam lauter wurde. Ihr war klar, was hier passierte. Entweder hatte jemand mit sich selbst Spaß oder es lagen zwei der Frauen in einem Bett und schliefen miteinander. ’Sollen sie ruhig ihren Spaß haben.’ dachte sich Nadine.
Plötzlich kam jemand mit einer grellen Taschenlampe in den Raum und leuchtete alle Betten ab. Der Lichtstrahl der Lampe blieb auf eines der Betten gerichtet in dem tatsächlich zwei Frauen nackt zusammen lagen.
Die Aufseherin lachte. »Macht gefälligst leiser, der Alarm geht sonst wieder los«, rief sie und verschwand wieder.
Kurze Zeit später ging das Stöhnen wieder los, dieses Mal jedoch ziemlich leise, fast als ob Diejenige eine Decke vor dem Mund hatte, was vermutlich sogar der Wahrheit ziemlich nahe kam.
»Psst«, hörte sie direkt neben sich und jemand fasste sie am Arm. Sie fühlte nach der Person und tastete sie ab. Sie spürte ziemlich große und feste Brüste. Doch in diesem Moment fasste die Person ihre Hände und zog sie aus dem Bett. Sie wurde durch mehrere Türen geführt und als sie hinter sich ein dumpfes Geräusch hörte, sagte Kati daß sie die Augen schließen sollte.
Dieses Mal war Nadine darauf gefasst und schloss die Augen. Langsam öffnete sie diese wieder und fand sich in dem selben Raum wieder wie vor drei Schichten. Kati war gerade dabei, sich das Nachtsichtgerät vom Kopf zu ziehen und schaute sie mit einem verlegenen Grinsen an. »Jetzt kannst du das gerne machen. Wenn du willst, ziehe ich mich auch vorher aus«, sagte sie
»Bitte was?« fragte Nadine verwirrt.
Statt einer Antwort kam Kati auf sie zu, fasste ihre Hände und legte diese auf ihre Brüste.
Nadine verdrehte die Augen und nahm die Hände von Katis festen Brüsten.
»Was denn? Gefallen sie dir nicht?« fragte Kati und sah ein wenig enttäuscht aus.
»Sag mal geht’s dir zu gut? Ich denke, wenn wir hier raus wollen, haben wir wichtigeres zu tun«, sagte Nadine. »Außerdem habe ich heute irgendwie genug bekommen.«
»Genug? Wo von?« wollte Kati wissen.

Nadine erzählte ihr davon, was in der letzten Schicht geschehen war und von der Untersuchung durch die Ärztin.
»Ja, aus irgend einem Grund wollen die nicht, daß jemand krank wird«, erklärte Kati. »Aber warum weiß ich nicht. Es wäre ein Leichtes einfach jemanden der nicht mehr arbeiten kann irgend wo in einen verlassenen Stollen zu stecken und verrotten zu lassen. Aber stattdessen päppeln sie alle wieder auf und untersuchen sie jeden Monat einmal. Wer weiß, was die nachher mit uns vorhaben wenn der Stollen fertig ist.«
»Wenn er fertig ist? Ich dachte die wollen irgendwelche Mineralien aus dem Gestein haben.«
»Das habe ich am Anfang auch gedacht. Aber ich habe vor ein paar Wochen ein paar der Aufseherinnen belauscht. Die Edelsteine sind wohl nur ein Nebengeschäft. Die Stollen sollen irgend wo hin führen. Und soweit ich das mitbekommen habe, sollen die in ungefähr drei Monaten fertig sein.«
»Und wo hin bitte sollen die gehen? Was läuft hier für ein Ding?« Nadine war nun neugierig geworden.
»Ich hab doch keine Ahnung. Die Aufseherinnen haben aber von jemandem namens Minsk geredet. Die wollen in ihrer freien Woche alle zu dem gehen.«
»Minsk? Die Stadt?«
»Eine Stadt? Das könnte auch sein.«
Nadine setzte sich. Sie erinnerte sich, irgend etwas im Zusammenhang mit Minsk gelesen zu haben. Als ihr einfiel, was das war, schaute sie zu Kati. »Sag mal hast du denn überhaupt keine Ahnung? Liest du keine Zeitung?« fragte sie.
»Wovon soll ich keine Ahnung haben? Und Zeitungen gibt es hier unten keine.« Kati sah ein wenig entnervt aus.
»Vor zwei Jahren hast du auch keine Zeitung gelesen? Ich dachte im Gefängnis gibt es sowas.«
»Wieso denn? Habe ich irgend was verpasst?« Kati schaute sie nun fragend an.
»Vier Milliarden Dollar«, sagte Nadine. »Du hast vier Milliarden Dollar in Gold verpasst.«
Kati schaute Nadine mit großen Augen an. »Und die sind hier im Bergwerk?«
Nadine schüttelte den Kopf. »Nein, die sind ganz bestimmt nicht hier in diesem Bergwerk. Dann würden die sich sicher nicht die Mühe machen einen Stollen zu graben. Vor ungefähr zwei Jahren stand das ganz groß in allen Zeitungen. Die haben einen Teil des Goldvorrates der Europäischen Staatengemeinschaft in ein verlassenes Bergwerk in der Nähe von Minsk geschafft. Alles unter den größten Sicherheitsvorkehrungen. Angeblich kommt nicht mal eine Maus auf das Gelände.«
Nun setzte sich Kati ebenfalls und sah Nadine grinsend an. »Dann werden wir reich?«

Nadine schaute sie unverwandt an. »Reich?« schrie sie. »Reich? Bist du eigentlich komplett bescheuert? Wir sind tot wenn die das fertig bringen. Und zwar alle hier. Glaubst du etwa ernsthaft, die rechnen nicht damit das sich jemand dahin durch gräbt? Die werden ohne mit der Wimper zu zucken auf alles schießen, was sich bewegt.« Nadine ließ den Kopf auf den Tisch sinken.

Sie schüttelte den Kopf und setzte sich gerade hin. »Wenn wir Pech haben, haben die schon gemerkt, daß irgend was nicht stimmt. Die werden merken wenn irgend jemand in der Nähe eines riesigen Tresors mit Sprengstoff rum hantiert. Und dann werden sie wissen wollen, wo das her kommt und irgendwann dieses Bergwerk hier finden. Verdammte Scheiße, wir müssen hier so schnell wie möglich weg.«
Kati sah Nadine betreten an. »Und was sollen wir jetzt machen?«

»Gib mir mal die Pläne her«, sagte Nadine. »Und dann meldest du mich krank, damit die nicht nach mir suchen.«
Kati holte die Pläne aus einem der Schränke neben der Tür und legte sie Nadine hin. Diese begann sofort sich die Zeichnungen und Schaltpläne anzusehen während Kati auf dem Pad herum tippte.
»Ich habe dich für vier Tage abgemeldet. Du bist im Krankenrevier weil du dir die Hand verstaucht hast«, sagte Kati.
»Du hattest doch Kaffee hier«, sagte Nadine während sie die Pläne studierte. Sofort ging Kati in die Duschecke und begann auf einer Herdplatte Wasser zu kochen. Es dauerte ungefähr zwei Stunden bis Nadine sich einen Überblick verschafft hatte. »Du kannst nicht zufällig kyrillisch lesen?«
Kati, die die ganze Zeit über neben Nadine gesessen hatte, beugte sich neben ihr zu den Plänen und schaute darauf. Die Pläne selbst waren zwar in englisch verfasst, aber eine menge handgeschriebener Notizen waren in kyrillischer Schrift geschrieben. Das Wort прочь stand an mehreren Stellen in den Plänen.
»Nein, tut mir leid.«
»Ich muss mir das ansehen. Außerdem brauchen wir Werkzeug. Wie lange brauchen wir bis zu dem anderen Förderschacht?«
»Alleine brauche ich ungefähr drei Stunden bis da hin. Aber du hast kein Nachtsichtgerät.«
»Hast du keine Lampen?«
»Doch, aber die benutze ich nicht so gerne. Dann hab ich immer Angst, die Aufseherinnen könnten mich sehen.«
»Wieso eigentlich nur Aufseherinnen? Wieso sind keine Männer hier?« sprach Nadine ihre Gedanken aus.
»Ich weiß auch nicht.« Kati war über diesen plötzlichen Themenwechsel ein wenig erstaunt. »Aber manchmal kommen auch Männer runter. Die untersuchen die Steine und vermessen irgendwas. Das hab ich mitbekommen bevor ich abgehauen bin.«

Nadine stand auf »Sag mal hast du ein Klo hier?«
»Ich hab nur einen Eimer.« Kati deutete in die Ecke mit der Dusche.
Nadine ging in die Ecke und legte sich, als sie zurück kam in das einzige Bett auf dem einige Decken lagen.
»Hast du nicht gesagt, wir müssen so schnell wie möglich hier weg? Außerdem ist das mein Bett«, protestierte Kati.
»Erstens bin ich müde. Normalerweise würde ich jetzt schlafen. Außerdem, wird es auf ein paar Stunden nicht ankommen. Und zweitens sind da noch Betten frei.«
»Ich habe aber keine Decken mehr.«
Nadine verdrehte die Augen. »Dann leg dich eben mit dazu.«
Kati sah Nadine eine Weile unverwandt an und legte sich schließlich zu Nadine ins Bett. Blieb aber ganz nah an der Kante liegen.
»Meine Güte, stell dich doch nicht so an. Vorhin wolltest du dich noch für mich ausziehen.« Sie legte den Arm um Katis Bauch und zog sie zu sich heran. Sie deckte sich und Kati mit der Decke zu und schloss die Augen.

Irgendwann wachte Nadine von einem Geräusch auf. Sie öffnete langsam die Augen und sah, daß Kati sich an sie gekuschelt hatte und leise weinte. Sie wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte. Doch sie legte die Hand auf Katis Rücken und begann sie zu streicheln.
»Ich habe Angst«, sagte Kati leise schluchzend. »Ich will hier endlich raus.«
Nadine wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihr ging es ja selbst nicht besser. Also streichelte sie Kati einfach weiter, bis diese sich nach einer ganzen Weile ein wenig beruhigt hatte.
»Bitte hilf mir, hier raus zu kommen. Ich mache auch alles was du willst«, sagte sie leise.
»Das hast du schon einmal gesagt. Und wenn ich will, gibst du mir das sogar schriftlich«, sagte Nadine und musste lachen.
»Wieso lachst du mich aus? Ich meine das wirklich ernst. Ich will einfach nur noch hier raus kommen. Dann kannst du alles mit mir machen was du willst«, sagte Kati mit weinerlicher Stimme.
»Hör mal, wenn ich sowas wollte, hätte ich mir schon vor ein paar Jahren eine Serva kaufen können.« Nadine ahnte, in welche Richtung dieses Gespräch gehen würde wenn sie jetzt nicht gegensteuerte. »Ich bin nun mal kein besonders geselliger Mensch.«

Nadine blieb noch eine Weile liegen, schob Kati aber dann aus dem Bett und stand selbst auf. »Wir brauchen Wasser und was zu Essen. Außerdem brauche ich was zum Schreiben und das Pad. Und Lampen brauchen wir auch. Hast du Werkzeug?«
Kati holte zwei große Flaschen die sie auf den Tisch legte. Dazu legte sie eine Schüssel und zwei silbrig glänzende Beutel. Dann holte sie einige Blätter deren Rückseiten unbeschrieben waren und einen Bleistift.Dazu legte sie noch zwei kleine und eine große Zange sowie ein Taschenmesser welches sie aus der Hosentasche holte und zwei Handlampen. Dann nahm sie einen großen Stoffbeutel und legte ihn ebenfalls auf den Tisch.
»Was ist das?« fragte Nadine und deutete auf die Beutel.
»Das ist der Brei den es zu Essen gibt. Das reicht für ungefähr vier Portionen. Aber ich mag das Zeug nicht. Was anderes hab ich aber nicht was wir mitnehmen können.«
»Egal, das muss reichen. Aber das Werkzeug ist doch wohl ein schlechter Scherz, oder?«
»Leider nein. Mehr hab ich nicht gefunden.«
»Na, meinetwegen.« Nadine nahm eine der Lampen und gab Kati den Beutel und die zweite Lampe.
Kati steckte das Pad in eine Tasche ihres Anzugs. »Wir müssen bis zum ersten Durchgang mit dem Nachtsichtgerät gehen. Danach können wir Licht machen.«
»Meinetwegen«, sagte Nadine. »Dann los. Wenn wir noch warten, haben wir auch nichts davon.«

Kati nahm das Nachtsichtgerät welches auf einem der Stühle lag und mit einem Kabel an einer Steckdose steckte. Es zeigte das die Batterie voll aufgeladen war die für etwa 24 Stunden reichen würde. Auch die Lampen waren voll aufgeladen und würden ebenso lange halten. Sie nahm noch ein Stück Seil aus einem der Schränke und gab es Nadine.
»Was soll ich damit?«
Kati band ihr das eine Ende ums Handgelenk. Das andere Ende band sie um ihr eigenes.
»Na toll, jetzt hast du mich an der Leine«, sagte Nadine lachend.
»Wenn du willst, kannst du mir das nachher um den Hals binden, dann hast du mich an der Leine. Aber im Dunkeln ist es besser, wenn ich dich führe«, sagte Kati. Nadine sah ihr an, daß sie das vollkommen ernst meinte und musste grinsen.
»Ich mache jetzt das Licht aus«, sagte Kati und setzte sich das Nachtsichtgerät auf.
Sie schaltete das Licht aus und öffnete die Tür. »Wir müssen leise sein. Weiter vorne im Stollen sitzen manchmal zwei Aufseherinnen wenn das Licht an ist.« Sie zog Nadine hinter sich her während sie durch den Stollen ging.
Nach einer Weile hörte Nadine wie sie eine Tür öffnete. Kati zog sie durch diese hindurch und schloss sie wieder. Dann schaltete sie die Lampe an.
»Hier kommen die Aufseherinnen nie her«, sie schob mit dem Schuh etwas Staub direkt vor der Tür zu einem Haufen zusammen.
»Gut, dann gib mir die Lampe. Du hast ja das Nachtsichtgerät.«
Kati gab Nadine die Lampe und löste in deren Schein das Seil von ihrem Handgelenk. Dann wand sie es sich um den Hals.
»Was soll das denn?« fragte Nadine.
»Damit wir uns nicht verlieren«, sagte Kati ernst.
Nadine schüttelte den Kopf. Sie wollte ihr jetzt nicht widersprechen und folgte ihr.

Der Stollen war groß genug daß man mit einem Auto hindurch fahren konnte und so kamen sie recht gut voran. Nach einer ganzen Weile, Nadine hatte die Schritte gezählt und war bei ungefähr 8000 Schritten angekommen, gabelte sich der Stollen. Der Stollen zur Rechten war etwas kleiner als der andere. Kati ging den linken Weg.

»Sag mal, ich hab dich das letzte Mal schon gefragt, warum du ausgerechnet mich mit genommen hast«, sagte Nadine.
Kati blieb kurz stehen und sah sie an. Dann ging sie weiter und sagte »Das war komisch. Ich hatte schon ungefähr 15 Frauen aus den Schlafstollen geholt. Aber niemand konnte mir bei dem Plan helfen. Und als ich dich geholt habe, da lag da die Papierblume auf deinem Bett.«
»Eine Blume?« nun blieb Nadine stehen und sah sie an als sei sie verrückt geworden.
»Ja, eine Blume. Aus Papier gefaltet. Genau wie damals auf dem Koffer mit dem Nachtsichtgerät.«
»Was? Das war nicht in dem Schutzraum?«
»Nein, in dem Schutzraum habe ich nur die Lampen gefunden. Ich bin durch die Stollen gegangen und habe nach einem Weg nach draußen gesucht. Und als ich mich vor einer der Aufseherinnen verstecken musste bin ich in eine Nische gekrochen. Als die Aufseherin weg war, habe ich im Stollen was weißes liegen sehen. Das war auch eine Blume aus Papier. Die lag auf dem Koffer mit dem Gerät. Ohne die Blume hätte ich den Koffer niemals gesehen.«
»Du willst mich doch verarschen. Das heißt ja, jemand wollte daß du das Gerät findest. Und daß du ausgerechnet mich mit nimmst.«
»Ich weiß nicht. Aber vor dem Durchgang wo wir eben durch sind, habe ich auch so eine Blume gefunden. Sonst wäre ich nie da durch gegangen und hätte den zweiten Schacht nie gefunden.«
Nadine ging weiter und zog Kati einfach mit. Sie dachte darüber nach was es mit dieser Blume wohl auf sich hatte.

»Als du mir die Schokolade gegeben hast, war das auch wegen so einer Blume?« fragte sie nach einer Weile.
»Schokolade?« Kati sah sie fragend an. »Ich habe dir keine Schokolade gegeben. Ich würde sonst was tun um mal wieder Schokolade zu essen.«
»Verstehe«, sagte Nadine. Sie fragte sich, ob es da einen Zusammenhang gab.

Irgendwann kamen sie an ein großes Tor, groß genug für ein Auto. In der gemauerten Wand befand sich neben dem Tor noch eine Tür. Kati öffnete diese und sie gingen hindurch.
»Jetzt ist es nicht mehr weit«, sagte sie und deutete nach vorne.
Die Zwei beschleunigten ihre Schritte und kamen nach wenigen Minuten ans Ende des Stollens. Sie befanden sich mitten in einer hohen Halle wieder, die aus dem Felsen gehauen worden war.

Staunend leuchtete Nadine in der Halle umher. Direkt ihnen gegenüber befand sich ein riesiges Gestell aus blau lackierten Stahlträgern. Breite Treppen führten links an diesem Gestell entlang nach oben. In dem Gestell befanden sich in drei Etagen große Gittertüren. An den Wänden gab es zwar mehrere Lampen die jedoch nicht eingeschaltet waren. Nadine verfolgte mit dem Lichtkegel der Lampe die Kabel die zu den Lampen führten bis sie einen gelben Schaltschrank fand an dem alle diese Kabel zusammen liefen. Sie ging zu diesem und suchte nach dem Lichtschalter. Tatsächlich waren einige der Schalter mit einem Lampensymbol gekennzeichnet. Sie drückte auf einen dieser Schalter doch nicht passierte. Auch bei den anderen Schaltern passierte nichts. Sie drückte der Reihe nach auch die anderen Schalter bis auf einmal irgend wo rasselnd ein Motor anlief und ein leichter Luftstrom zu spüren war. Sie drückte den Schalter noch einmal und der Luftstrom versiegte.
»Das hab ich auch schon versucht. Aber der Fahrstuhl läuft trotzdem nicht«, sagte Kati.
»Der wird von hier auch nicht angeschaltet. Gib mir mal den Schraubenzieher«, sagte sie zu Kati die da stand und sie beobachtete.
»Was hast du vor?«
»Ich will Licht machen. Los, gib schon her. Und nimm endlich das blöde Seil von deinem Hals ab. Sonst erdrosselst du dich noch.«
Kati holte einen Schraubenzieher aus der Tasche und gab ihn Nadine, dann löste sie den Knoten des Seiles und nahm es sich ab. Nadine hebelte mit dem Schraubendreher die Tür des Schaltschrankes auf und leuchtete hinein. Sie fand mehrere Reihen Sicherungen, doch die meisten davon waren kaputt oder fehlten. Sie schraubte eine der ganzen Sicherungen aus der Halterung und schraubte diese in eine andere Halterung hinein. Wieder drückte sie auf die Schalter mit den Lampensymbolen und einige der Lampen gingen an. Sie tauchten die Halle in ein spärliches Licht. Sie suchte noch eine weitere ganze Sicherung und drehte sie in eine weitere Halterung. Sofort gingen weitere Lampen an.

»So gefällt mir das schon besser«, sagte Nadine und schaute sich noch einmal in der Halle um. Sie war wirklich riesig, mindestens drei Stockwerke hoch. Und an einer Seite standen mehrere Elektroautos und sogar ein kleiner Radlader. »Warum fährst du nicht damit?« fragte sie Kati.
Diese schaute ein wenig verlegen. »Ich hab doch keinen Führerschein.«
»Du hast was?« Nadine schüttelte den Kopf. »Du willst mir sagen, hier stehen Autos rum und du nimmst sie nicht, weil du keinen Führerschein hast? Du hattest wer weiß wie lange Zeit, zu probieren wie man diese Dinger fährt und hast es nicht gemacht weil du keinen Führerschein hast? Wie bescheuert bist du eigentlich?«
Kati schaute sie noch immer verlegen an und nickte.
»Du hast sie doch nicht mehr alle«, sagte Nadine kopfschüttelnd. »Wen bitteschön interessiert das hier?«

Kopfschüttelnd ging Nadine die Treppe nach oben und schaute sich alles gründlich an. Auf der obersten Etage fand sie einen weiteren Schaltschrank. Dessen Türen standen weit offen und sie konnte erkennen daß dort einige Teile ausgebaut waren. »Bring mir mal den Plan her«, rief sie Kati zu die noch immer unten stand und zu ihr schaute. Sie kam die Treppe hinauf und gab Nadine den Plan.
»Sag mal heulst du?« fragte Nadine als sie Katis Gesicht sah.
Diese wandte sich von ihr ab und wischte sich mit dem Ärmel durchs Gesicht.
Nadine seufzte leise und ging zu Kati. Sie drehte sie um und nahm sie in den Arm. »Sag jetzt bitte nicht, das du weinst weil ich gesagt hab, du hast sie nicht mehr alle.«
»Ich hab halt nicht dran gedacht, daß das hier egal ist«, sagte Kati leise und schniefte.
»Komm schon, so war das doch nicht gemeint.« Nadine streichelte ihren Rücken und versuchte sie zu beruhigen. »Komm, ist alles wieder gut. Das kommt nicht wieder vor.«

Als Kati sich endlich wieder beruhigt hatte, ließ Nadine sie gehen. Sie nahm den Plan und suchte einige Blätter heraus. Zwischendurch warf sie immer wieder einen Blick in den Schaltschrank.
»Ich weiß jetzt, was das Wort was überall im Plan steht heißt«, sagte sie. »Das heißt sowas wie ’Weg’.«
»Woher weißt du das? Ich dachte, du kannst kein Russisch?«
»Ganz einfach«, sagte Nadine resigniert. »Weil alle Teile bei denen im Plan dieses Wort steht, weg sind.«
»Und jetzt?«
»Jetzt brauch ich ein paar Minuten zum Nachdenken.« Nadine setzte sich aufs obere Ende der Treppe und schaute sich den Plan an. Immer wieder blätterte sie die Seiten um und fuhr mit dem Finger die Linien nach.

Irgend wann stand sie auf und ließ sich von Kati das restliche Werkzeug und das Pad geben. Dann ging sie zu dem Schaltschrank und begann damit, die noch vorhandenen Kabel heraus zu bauen. Sie warf immer wieder einen Blick in den Plan und klemmte die Kabel an anderen Stellen wieder an. »Hast du ein Kabel das man an das Pad anschließen kann?« fragte Nadine.
»Ich hab nur das hier. Das ist zum aufladen.«
»Bestens.« Nadine nahm ihr das Kabel aus der Hand, schnitt es mit dem Taschenmesser in der Mitte durch und legte die Enden der einzelnen Leitungen frei.
»Spinnst du? Dann können wir das nicht mehr aufladen«, sagte Kati entsetzt.
»Stell dich nicht so an. Wenn das funktioniert, brauchen wir das Pad nicht mehr. Und wenn es nicht funktioniert, dann flicke ich es wieder. Aber dann haben wir ein ganz anderes Problem.« Sie nahm das abgeschnittene Ende und klemmte zwei der Leitungen aus dem Kabel an einem gut fingerdicken, grünen Kabel an und steckte den Stecker in das Pad. Das Display des Pads flackerte kurz auf und zeigte dann ein neues Bild.
»VERBUNDEN«, stand nun auf dem Pad. Daneben befanden sich mehrere Auswahlfelder.
»Was ist das?« wollte Kati wissen.
»Das sind Netzwerkknoten. Das Ganze hier ist eine verteilte Steuerung. Sowas altes hab ich zwar schon seit der Ausbildung nicht mehr gesehen, aber ein Bisschen was ist noch hängen geblieben.
Sie begann damit, mehrere der grünen Kabel freizulegen und diese ebenfalls mit dem bereits zusammengeklemmten Kabeln zu verbinden, worauf hin immer mehr Auswahlfelder auf dem Pad erschienen.
»Qapla'!« rief Nadine aus als das Pad wieder ein anderes Bild zeigte.
Kati sah sie entgeistert an. »Was war das denn?«
»Entschuldige. Das kommt aus einer uralten Fernsehserie. Ich hab doch gesagt, ich bin kein sehr geselliger Mensch. Anstatt mich mit anderen Menschen herumzuplagen schaue ich mir lieber abends solche Serien an«, sagte Nadine entschuldigend. Sie deutete auf das Pad. »Irgend wo steht ein Knoten auf dem alle Schaltpläne gespeichert sind. Das Pad hat die automatisch bekommen als ich es angeschlossen habe.« Sie widmete sich wieder dem Pad und tippte einige der Schaltflächen an. »Ich kann nur hoffen, das тормоз sowas wie Automatik heißt«, sagte sie mehr zu sich selbst.

Kati war während dessen wieder ganz nach unten gegangen und rührte in einer Schüssel das Pulver aus einer der beiden Beutel mit etwas Wasser zu einem dicken Brei an. Sie ging zu Nadine zurück und gab ihr die Schüssel. Abwesend begann Nadine den Brei mit bloßen Fingern zu essen während sie weiterhin Kabel umklemmte und auf dem Pad herum tippte. »Warum steht hier eigentlich alles auf russisch? Wollten die nicht, daß es jeder lesen kann?« überlegte Nadine laut.
»Ich habe aber auch einen Löffel«, sagte Kati, nachdem Nadine ihr die nur noch halbvolle Schüssel wieder gegeben hatte.
»Das sagst du mir jetzt?«
»Entschuldigung.«
»Schon gut. Schau dich bitte mal um ob du irgendwo einen Schalter findest mit dem man den Förderkorb hier runter holen könnte.«
Mit der Schüssel in der einen und dem Löffel in der anderen Hand ging Kati zu den Gittertüren und schaute sich um.

»Hier ist ein Schalter. Da steht ’rufen’ drauf«, sagte sie als sie in der mittleren Etage stand. »Ich drücke mal drauf.«
»Nein!« rief Nadine. Doch da war es schon zu spät. Im Schaltschrank gab es einen lauten Knall und einen Blitz und sie sprang vor Schreck einen Meter weit zurück. Vor der obersten Gittertür blieb sie liegen und hörte in der Stille ein Geräusch aus dem Schacht. Sie hörte genauer hin und hörte erst ein Rauschen, dann ein immer lauter werdendes Rumpeln. Doch plötzlich hörte sie ein anderes Geräusch. Es klang wie eine sehr sehr tiefe Klaviersaite die man unter voller Spannung durchschneidet. Die Erkenntnis was da gerade passierte traf sie wie ein Schlag. »Kati, weg da!« schrie sie. »Lauf.«
Sie rappelte sich auf und rannte die Treppe hinunter. Im Laufen sah sie, daß Kati noch immer vor der Gittertür stand und sich nicht bewegte. Sie sah Nadine an wie ein Kaninchen eine Schlange anschaut.

Nadine drehte sich um, lief die Treppe wieder nach oben und rannte zu Kati. Doch als sie gerade auf der mittleren Etage ankam wurde aus dem Rumpeln schlagartig ein ohrenbetäubender Lärm als der Förderkorb auf dem Boden aufschlug und unter lautem Kreischen zerbarst. Die Geräusche, als Metall auf Metall rieb, gingen ihr durch Mark und Bein und überall flogen kleine und große Metallteile durch die Gegend. Das Gestell mit der Treppe erzitterte und Nadine wurde zu Boden gerissen. Doch sie raffte sich so schnell es ging wieder auf. Die Tür vor der sie Kati stehen sah, wurde von einem Metallteil aufgestoßen und traf Kati an der Schulter, die von dem Schlag durch die Gegend geschleudert wurde, gegen das Geländer flog und vor diesem liegen blieb. Die Geräusche verstummten langsam bis auf ein sich stetig wiederholendes Knallen und Schaben.

So schnell sie konnte, lief Nadine zu Kati, fasste sie unter den Armen und zog sie gerade noch rechtzeitig vor der nun leeren Türöffnung weg. Nur einen Augenblick später schlug das zerfledderte Ende des armdicken Stahlseiles genau an der Stelle auf den Boden wo Kati eben noch gelegen hatte, riss einen Teil des Gitterrostes weg und blieb dort liegen. Das Geländer an dieser Stelle war vom Ende des Seiles einfach in zwei Hälften geteilt worden. Sie sah zu Kati und war erleichtert, diese noch rechtzeitig weggezogen zu haben. Doch als sie sie genauer ansah, stockte ihr der Atem. Katis Gesicht war voller Blut und auch an der Schulter befand sich eine blutende Wunde.

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»Schau nicht so ungläubig. Ich war auch mal jünger«, sagte Julia lachend während Mara die Fotos betrachtete.

Es war Sonntag Morgen, und die Beiden saßen am Esstisch und hatten gerade gefrühstückt.
»Damals war ich richtig gut.« Julia tippte auf das Pad auf dem das nächste Bild erschien. Es zeigte zwei junge Frauen die auf einem Siegerpodest standen und einen großen Pokal hoch hielten. Eine davon trug ein ähnliches Geschirr wie es in Julias Laden im Schaufenster zu bewundern war. Sie hatte lange, blonde Haare und bei genauerem Hinsehen erkannte Mara, daß es sich tatsächlich um Julia handelte.
»Das war ’95. Eines meiner ersten Rennen.«
Die nächsten Bilder zeigten Julia bei verschiedenen Rennen wo sie meistens als eine der Ersten die Ziellinie überquerte. Dann erschien ein Ausschnitt aus einer Zeitung. Das Bild dazu zeigte Julia mit zwei eingegipsten Beinen in einem Rollstuhl. Die Überschrift fragte reißerisch ob daß das Ende ihrer Karriere gewesen sei.
»Tja, im Grunde genommen war es das tatsächlich.« Julia seufzte leise.
»Was ist passiert?« wollte Mara wissen.
»Das war ’98. Wir waren die ganze Saison über ziemlich erfolgreich gewesen. Es war das Abschlussrennen einer ganzen Serie. Ein anderes Team war die ganze Saison über andauernd hinter uns zurück geblieben. Die Jockey hieß Anna Reich.« sie zeigte Mara das Bild einer jungen schwarzhaarigen Frau. »Sie haben es nie geschafft schneller zu sein als wir. Aber in dem Abschlussrennen wollte sie es allen zeigen. Sie hat allerdings nicht Fair gespielt. Sie hat uns auf der Zielgeraden geschnitten und mich dabei erwischt. Ich bin gestürzt und habe mir beide Beine gebrochen.«
»Und dann?« fragte Mara.
»Ich habe noch zwei Jahre lang als Jockey weiter gemacht. Aber Audrey war nie so schnell wie ich. Sie war einfach zu klein und ich zu groß und schwer. Deshalb habe ich den Sport damals an den Nagel gehängt.«
Die nächsten Bilder zeigten Julia nun mit kurz geschnittenen Haaren als Jockey anstatt als Pony.
»Hier, das war Audrey vor zwei Jahren. Die Frau neben ihr ist ihre Nichte.« Sie zeigte ein weiteres Bild auf dem drei Teams mit ihren Trainerinnen zu sehen waren und deutete auf das Team welches auf dem zweiten Platz auf dem Podest stand.
»Und die anderen?« Mara deutete auf die beiden anderen Teams. »Sie sehen aus als würden sie sich gleich an den Kragen gehen.«
Julia lachte. »Ja, das kann gut sein. Das hier« sie deutete auf das Team welches auf dem dritten Platz stand »ist Annas Tochter, Tamara. Sie ist genauso rücksichtslos wie Anna es damals war.« Die kleine und zierliche Frau mit den schwarzen Reiterhosen hatte kurze schwarze Haare und eine gewisse Ähnlichkeit mit der Frau die Julia ihr eben gezeigt hatte. Mara deutete auf die Frau die als Jockey auf dem ersten Platz stand. »Die sieht ihr aber auch verdammt ähnlich.«
»Sie ist ebenfalls Annas Tochter. Ich hatte sie damals auch kennen gelernt. Im Gegensatz zu ihrer Schwester ist sie aber überhaupt nicht unfair und rücksichtslos. Sie ist ein ganz anderer Mensch.«
»Sie ist eine Serva?« fragte Mara erstaunt nachdem sie sich das Bild näher betrachtet hatte.
»Ja und? Was spricht denn dagegen?«
»Als Pony kann ich mir das ja noch vorstellen. Aber als Jockey?« Mara war etwas verwirrt.
»Na und? Das ist doch nur ein Freizeitsport. Mehr oder weniger jedenfalls. Auch wenn manche das ziemlich intensiv betreiben. Und wenn der Herr oder die Herrin das erlauben, was spricht dagegen? So gefährlich wie damals ist das schon lange nicht mehr. Heute gibt es Notbremsen die verhindern daß das Pony unter den eigenen Wagen kommt und die Regeln sind ziemlich streng geworden. Wer auch nur ein Foul versucht, wird ziemlich schnell gesperrt.«

Mara trank einen Schluck Kaffee und schaute sich noch einige Bilder an. »Das würd ich auch mal gerne probieren«, sagte sie leise, mehr zu sich selbst.
Julia schaute auf die Uhr und warf dann einen Blick aus dem Fenster. »Dann los. Ab in den Laden, ich helfe dir beim Anziehen. Den Tisch räumen wir nachher ab.«
Mara schaute sie verwirrt an. »Ich ähm… Das war doch gar nicht so… Ähm, jetzt?« Sie hatte nicht gemerkt, daß sie das laut ausgesprochen hatte.
»Klar, warum denn nicht? Das Wetter ist noch einigermaßen angenehm, frieren wirst du also nicht. Los, auf mit dir. Wenn es dir Spaß macht, machen wir das jeden Morgen anstelle deines Morgenlaufs. Dann hab ich wenigstens auch einen Grund, mit zu kommen und muss nichtmal laufen«, sagte Julia lachend während sie auf stand. Sie wartete bis Mara ebenfalls aufgestanden war und schob sie durch die Küche, ins Treppenhaus bis in den Laden wo sie Mara sagte, sie solle sich ausziehen.
Mara protestierte zwar, aber Julia sagte »Komm schon, du bist jetzt wie lange hier? Sechs Wochen? Langsam solltest du doch mitbekommen haben, daß man von draußen nur die Schaufenster sehen kann.«
Mara ergab sich in ihr selbst herbeigerufenes Schicksal und legte die Tunika ab. Die beiden Kugeln, die seit gestern Abend in ihrer Scheide steckten wollte sie lieber nicht erwähnen. Sie hatte sie gestern Abend ausprobieren wollen und war irgendwann eingeschlafen. Ihr Körper hatte sich anscheinend an diese Kugeln, die eigentlich schon recht groß waren, die Nacht über gewöhnt und erst als sie am Esstisch saß hatte sie den kleinen Silikonring welcher zum Herausziehen gedacht war, wieder gespürt. Sie war froh, die Fernbedienung dafür auf ihrem Nachttisch liegen gelassen zu haben.

Julia reichte ihr aus einem der Regale ein flaches Päckchen. »Hier, die Größe sollte dir passen. Außerdem denke ich, die Farbe passt auch.«
Mara öffnete die Folie und zog einen Stretchanzug heraus der tatsächlich eine ähnliche Farbe aufwies wie ihre Haare. Schnell zog sie diesen an. Der Anzug hatte angeformte Handschuhe und Füße und die Farbe ging zu den Händen und Füßen hin in einen dunkleren Ton über. Lediglich der Kopf und der Hals blieben in diesem Anzug frei.

Dann holte Julia einen großen Schuhkarton aus einem Regal. »Die sollten dir passen, sind deine Größe.«
Mara öffnete den Karton und fand ein Paar knielange Stiefel aus dunklem Leder. Sie zog die Stiefel an und fragte sich, wie man darin laufen sollte. Sie zwangen die Füße in eine sehr steile Haltung, noch bevor sie sie überhaupt geschnürt hatte. Dies übernahm Julia und so wurden ihre Unterschenkel langsam zusammengeschnürt und die Füße waren danach fest fixiert so daß sie diese keinen Millimeter mehr rühren konnte.
»Und?« fragte Julia.
»Ich weiß nicht, ich kann die Füße nicht bewegen und sie sind ziemlich eng, Herrin.«
»Das soll so sein. Sonst kann es passieren, daß du umknickst. Und das tut weh«, erklärte Julia. »Versuch mal zu gehen.«
Mara stand auf und ging ein wenig wackelig durch den Laden. Doch nach ein paar Runden hatte sie sich an die doch recht ungewöhnliche Gangart, zu der sie durch die nun steifen Fußgelenke gezwungen wurde, gewöhnt.
»Geht doch ganz gut.« meinte Julia »Das sind zwar keine Stiefel für Rennen, aber sie sind trotzdem gut gepolstert und gefedert. Die soll man ja schon mal den ganzen Tag anbehalten können.
»Die sehen toll aus«, sagte Mara nach einem Blick in den Spiegel.
»Und sie passen sogar farblich zum Anzug. Außerdem, hast du schon mal was billiges hier im Laden gesehen? Ich verkaufe schließlich keinen Ramsch sondern nur erstklassige Qualität.« Julia zwinkerte ihr zu. »Vielleicht fahren wir ja irgend wann mal zu der Firma die sie herstellt. Meine Schwester wohnt da auf dem Gelände. Nächste Woche wirst du sie ja kennenlernen, wenn wir zu meinem Bruder fahren.«
»Zu ihrem Bruder?« Mara war ein wenig überrascht von dieser Aussage.
»Hatte ich das nicht erzählt? Entschuldige, das ist wohl durch die ganze Aufregung die ich wegen der Klinik hatte untergegangen. Gordon hat nächsten Samstag Geburtstag. Das wird jedes Mal ein großes Familientreffen. Gordon und seine Frau sind natürlich da, einige unserer Vettern werden kommen und Andrea wird mit ihrer Serva da sein. Sie soll sehr nett sein habe ich mir sagen lassen. Rolf und Flo werden natürlich auch mit kommen. Aber die werden wohl mit ihren Frauen noch eine Woche länger da bleiben.« erklärte Julia.
»Ich verstehe«, sagte Mara.
Julia hatte während sie geredet hatte, einen Haufen Lederteile aus einem Regal genommen und auf dem Strafbock welcher immer noch mitten im Laden stand ausgebreitet. Sie holte ein Teil von dem Haufen welches aus mehreren großen und kleinen Lederteilen bestand, welche mit Riemen verbunden waren und legte es Mara an. Es war eine Art Korsett aus schwarzem Leder welches so geformt war, daß es gut auf Maras Bauch lag. Unten lief es spitz zu und reichte bis über Maras Scham. Oben reichte es bis direkt unter ihre Brüste und als Julia es ihr anlegte und die breiten Lederriemen in ihrem Rücken verschloss wurden diese weit hoch gehoben. An den Seiten befanden sich mehrere stabile D-Ringe.
»Ist das nicht viel zu viel?« fragte Mara als sie im Spiegel ihre nun weit hochstehenden und extrem betonten Brüste sah die von dem dünnen Stretchanzug kaum verdeckt wurden. Ihre Nippel standen spitz hervor und zeichneten sich sehr deutlich ab.
»Daß soll schon so sein. Das ist auch eigentlich nichts zum Laufen. Aber wenn es nirgendwo drückt, dann geht das.« Ungeniert fasste Julia an den oberen Rand des Korsetts und ging mit den Fingern zwischen Maras Brust und das Leder. »Könnte sogar noch etwas höher gehen. Aber dann bräuchtest du eins mit Brustschalen.«
Mara fragte sich, wie das wohl aussehen würde. Doch sie fand, daß es so schon sehr gewagt aussah und fragte sich, ob sie so etwa nach draußen gehen sollte.
Julia nahm den letzten Riemen, der noch zwischen ihren Beinen baumelte, legte ihn zwischen diesen hindurch nach hinten und zog ihn fest an, so daß er stramm auf ihrer Scham saß. Mara stöhnte leise denn durch den Druck spürte sie nun die beiden großen Kugeln in ihrer Scheide sehr intensiv.
Julia schien das nicht zu bemerken und nahm zwei breite Bänder von dem Bock die sie an der Seite des Korsetts befestigte und um ihre Oberschenkel legte. »Nicht erschrecken, ich muss das Band unter dem Schrittband durch ziehen«, sagte Julia. Sie fasste unter das stramm angezogene Schrittband und zog ein ebenso breites Lederband darunter. Die Berührung entlockte Mara ein weiteres leises Stöhnen. Mit einem schelmischen Grinsen befestigte Julia das Lederband an den Oberschenkelbändern so daß diese gerade hingen und zog diese fest.

»So, einfache Handschuhe oder lieber einen Monohandschuh?« fragte Julia, worauf hin Mara sie fragend ansah.
»Das ist ein Monohandschuh.« Julia zeigte ihr ein großes Stück Leder mit vielen Schnallen und Riemen. »Du nimmst die Arme auf den Rücken, etwa so.« Sie fasste Maras Arme und zog sie mit sanftem Nachdruck auf ihren Rücken, so daß die Schultern weit nach hinten gezogen wurden. »Und dann kommt der Handschuh um beide Arme und wird fest geschnallt.« Julia drückte Maras Arme noch weiter zusammen bis ihre Ellenbogen sich fast berührten. »Tut dir das nicht weh?«
»Nein, Herrin, das geht noch«, sagte Mara.
»Du scheinst ganz schön gelenkig zu sein. Wenn es anfängt weh zu tun, sag bitte Bescheid.« Sie hielt Maras Ellenbogen zusammen und drückte ihre Oberarme langsam immer weiter zusammen bis Mara leicht stöhnte.
»Ich bin beeindruckt. Das hätte ich dir nicht zugetraut. Ich denke, wenn du das lange genug aushältst, ist der Monohandschuh kein Problem für dich.« sagte sie.
Sie ließ Maras Arme wider gehen. »Ich glaube trotzdem, es ist besser, das ein anderes Mal zu versuchen«, sagte sie nachdenklich »Wenn du fällst, kannst du dich so nicht abfangen, das ist zu gefährlich.« Sie holte ein Paar Handschuhe vom Stapel und hielt Mara diese hin. Diese streckte die Arme aus und ließ sich die flachen Fäustlinge anziehen die ihre Finger zusammen hielten und somit komplett nutzlos machten. Dann legte sie ihr die Arme auf den Rücken und führte ihre Hände zusammen bis die Handschuhe sich berührten und mit einem leichten Ruck zusammen hielten. Sie nahm noch ein Band welches sie ihr um die Ellenbogen legte und fest anzog so daß diese sich wieder berührten. Auch dieses Band schnappte mit einem leichten Ruck zusammen.
»Da sind starke Magnete drinne. Sie halten die Hände zwar zusammen, aber wenn du kräftig dran ziehst, dann gehen sie auseinander«, erklärte sie Mara.
Nun holte sie ein Geschirr aus etwa zwei Zentimeter breiten Riemen und legte dieses um Maras Kopf. Ihre Haare führte sie zwischen zwei Riemen hindurch nach hinten so daß diese in einem schmalen Streifen an ihrem Hinterkopf unter dem Geschirr hervor kamen. Im Spiegel konnte Mara sehen, daß ihre Haare nun tatsächlich aussahen wie die Mähne eines Pferdes.

»Jetzt fehlt nur noch der Schweif«, sagte Mara grinsend als sie sich im Spiegel betrachtete.
»Oh, stimmt, den hab ich ganz vergessen.« Julia ging zwischen die Regale und holte zwei Teile hervor. Diese sahen beide aus wie der Schweif eines Pferdes. »Welchen hättest du denn gerne? Den Plug oder den zum Anstecken an den Schrittriemen?« fragte sie grinsend.
»Lieber den zum Anstecken. Sowas«, Mara deutete mit dem Kinn auf den Plug den Julia in der Rechten hielt »hatte ich noch nie. Ich glaube nicht, daß das was für mich ist.«
»In Ordnung. Du kannst ihn dir nachher ja mal zum probieren mit hoch nehmen.«
»Danke, lieber nicht, Herrin.«
»Auch gut. Deine Entscheidung.« Julia legte den Plug mit dem Schweif mit einem Grinsen auf den Bock und heftete den anderen Schweif an den Schrittriemen.

Nun befestigte Julia noch eine Trense an dem Kopfgeschirr und klappte zwei Lederplatten nach vorne so daß Mara nur noch geradeaus schauen konnte. Die Trense, eine etwa fingerdicke Stange aus einem weichen Material, steckte sie Mara in den Mund und befestigte sie auf der anderen Seite. Dann befestigte sie noch Zügel an beiden Seiten der Trense. Sie zog Mara daran noch einmal vor den Spiegel. Diese betrachtete sich eingehend. Was sie sah, war nicht mehr sie selbst sondern hatte tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Pferd, oder besser einem Pony. Durch die gestreckten Füße und die Hufe unter den Stiefeln war sie gute 15 Zentimeter größer und überragte Julia so ein gutes Stück. Auch ihre Brüste erschienen ihr nun viel größer. Außerdem waren diese durch die nach hinten gestreckten Schultern zusätzlich weit vor gestreckt und das Korsett zwang sie in eine gerade Haltung. Ihre zur Mähne gebundenen Haare und der Schweif, der von der Farbe her fast perfekt passte, vervollständigten den Eindruck eines Ponys noch. Es gab nur zwei Dinge, die sie an ihrem Anblick störten, zum Einen war das die Tatsache, daß sie durch die Trense den Mund nur mühsam komplett schließen konnte und ihr zudem das Schlucken schwer fiel, wodurch ihr bereits jetzt der Sabber aus den Mundwinkeln lief und zum Anderen ihre Sommersprossen, die sie gerne kaschiert hätte.

»Wie gefällst du dir?« fragte Julia nachdem Mara sich eine ganze Weile im Spiegel betrachtet hatte.
Mara versuchte etwas zu sagen, doch dies gelang ihr überhaupt nicht verständlich.
»Tja, Ponys sprechen halt nicht sondern wiehern eigentlich, aber das lassen wir besser mal und du bist einfach Still«, sagte Julia zwinkernd.
Mara versuchte den Kopf so zur Seite zu legen daß sie sich den Sabber an der Schulter abwischen konnte, was ihr allerdings auch nur schwer gelang.
»Auch das gehört dazu. Das Abwischen lass besser, das sieht so gar nicht nach Pony aus«, sagte Julia. »Komm, dann holen wir mal den Sulky.« Sie zog an den Zügeln und zog Mara durch den Flur zur Haustür. Als diese erkannte, daß es ins Freie gehen sollte, versuchte sie allerdings stehen zu bleiben aber Julia zog unbeeindruckt weiter. Doch Mara weigerte sich nach draußen zu gehen. Es war immerhin Sonntag und am Haus kamen um diese Uhrzeit, wegen des noch recht angenehmen Wetters, einige Spaziergänger vorbei.

Julia hakte die Zügel kurzerhand an einen Haken in der Wand und verschwand noch einmal kurz im Laden. Sie kam mit einer langen Reitpeitsche zurück und drohte Mara mit dieser. Als sie sich noch immer weigerte nach draußen zu gehen gab Julia ihr damit einen leichten Klaps auf den Hintern. Sofort setzte Mara sich in Bewegung und ging nach draußen. Julia führte sie zur Einfahrt und hakte die Zügel an einen Pfosten des offenen Tores ein so daß Mara auf jeden Fall von jedem gesehen werden konnte, der vorbei kam.

Julia streichelte ihr über den Kopf und fragte »Alles in Ordnung?«
Sofort fühlte Mara sich ein wenig sicherer und nickte.
»Gut. Wenn irgend was nicht in Ordnung ist, trittst du dreimal auf, dann mache ich die Trense los, dann können wir reden. Ok?«
Wieder nickte Mara und Julia verschwand Richtung Schuppen.

Tatsächlich kamen einige Leute am Haus vorbei. Die Meisten schauten kurz zu ihr und gingen ohne etwas zu sagen weiter. Eine Minute später kam eine Frau am Haus vorbei und ging zielstrebig auf die Einfahrt zu. Sie blieb vor Mara stehen als sie diese entdeckte und betrachtete sie eingehend. Mara erkannte Katja wieder, die Studentin die ein paar Tage nachdem Mara hier her gekommen war beim Aufbau der Möbel geholfen hatte und nebenbei auch noch in der Disco als Bedienung arbeitete.
»Oh, was für ein schöner Fuchs«, sagte sie und kraulte Maras Kopf. »Hast du denn auch einen Namen?«
»Sie heißt Sunrise.« kam von hinten. Mara und Katja drehten sich um und sahen Julia mit einem leichten Sulky an kommen, den sie hinter sich her zog.
»Ein schöner Name, passt zu der Mähne.« Katja kraulte Mara, oder besser Sunrise, weiter den Kopf. »Sie sieht hübsch aus deine Sunrise. Kann sie auch Kunststücke?«
Julia lachte. »Wir sind doch noch ganz am Anfang ihrer Ausbildung. Sie muss erst mal laufen lernen.«
»Ich verstehe«, sagte Katja und ging um Mara, nein Sunrise, herum. Sie fasste ihr an die Arme. »Wow, so eng schafft Amber das aber nicht. Und die übt das schon ein paar Jahre.«
»Ja, da hast du Recht. Da kann Sunrise auch stolz drauf sein, das einfach so zu schaffen«, sagte Julia während sie die Zugstangen des Sulky mit Karabinern an Sunrise' Korsett befestigte. »Was hältst du denn davon, Amber her zu holen, dann können die Beiden ja ein wenig miteinander spielen.« Sie deutete auf die Wiese hinter dem Haus.
»Ich glaube, Amber hat im Moment sowieso grad nichts zu tun. Das ist eine gute Idee.« Katja grinste breit. »Das kann aber eine Weile dauern.«
»Das macht nichts. Wir fahren derweil eine Runde und ich zeige Sunrise wie ein richtiges Pony an den Zügeln läuft.«
»Prima, so in einer dreiviertel Stunde wieder hier?«
»In Ordnung. Bis später.« Julia winkte Katja hinterher.
Mara fragte sich, wer Amber wohl sein mochte. Der Name klang auf jeden Fall weiblich, wahrscheinlich eine Freundin von Katja.
Während Mara noch über Amber nachdachte, war Julia zu ihr gekommen und fasste sie an der Schulter. »Alles noch in Ordnung?« fragte sie, worauf hin Mara nickte.
»Gut. Denk dran, dreimal auftreten wenn was nicht in Ordnung ist. Und fürs nächste Mal: einmal auftreten heißt ja, zweimal nein. Verstanden?«
Mara wollte erst nicken, besann sich dann aber und stampfte einmal auf.
»Prima. Dann erkläre ich dir mal wie das mit den Zügeln geht. Wenn ich an den Zügeln ziehe, drehst du den Kopf ja in die Richtung in die ich ziehe. Und genau in diese Richtung läufst du.«
Mara trat einmal auf.
»Das hier« sie schnalzte einmal leicht mit den Zügeln die sie noch immer in der Hand hielt »heißt schneller oder loslaufen. Und das« sie zog leicht an den Zügeln »heißt langsamer. Wenn ich etwas fester ziehe heißt das anhalten.«
Wieder trat Mara einmal auf zum Zeichen daß sie verstanden hatte.
»Da das jetzt geklärt ist, können wir ja los.« Julia setzte sich in den Sulky. Erstaunlicherweise war dieser so gut austariert, daß Mara nur einen leichten Zug nach unten auf den Zugstangen spürte.

Julia schnalzte einmal mit den Zügeln. Es dauerte eine Sekunde, bis Mara begriffen hatte, was Julia wollte, dann ging sie los. Doch dann zog Julia Maras Kopf nach links in Richtung Tor. Mara blieb stehen und trat zweimal heftig auf. So wollte sie nicht nach draußen auf die Straße oder gar in den Park laufen. Julia holte kurzerhand mit der Peitsche aus und gab Mara damit einen leichten Schlag auf den Hintern. Doch Mara trat wieder zweimal auf und schüttelte den Kopf. Wieder schlug Julia mit der Peitsche zu und schnalzte mit den Zügeln. Doch Mara blieb stehen. Sie wollte auf keinen Fall, daß jeder sie so sehen konnte. Sie trat dreimal auf. Sofort stieg Julia ab und kam zu ihr.

Sie sah Mara besorgt an als sie ihr die Trense aus dem Mund nahm.
»Ich kann das nicht, Herrin. Da kann mich doch jeder so sehen«, sagte Mara sofort als sie die Trense los war.
»Ist das für dich so schlimm?«
»Entschuldigung, Herrin«, sagte Mara leise.
Julia trat näher zu ihr und nahm sie in den Arm. »Ich habe das damals vor hunderten Menschen gemacht. Da hat sich niemand dran gestört. Und Amber läuft im Sommer auch ziemlich oft mit dem Sulky durch den Park. Ich weiß, daß sich hier sicher niemand daran stören wird. Und ganz ehrlich? Ich würde das auch gerne mal wieder machen.« sie ließ Mara los und legte die Hand auf ihre Wange. »Ich mache dir einen Vorschlag. Wir fahren in den Park und wenn du dich unwohl fühlst, drehst du einfach um. Ist das in Ordnung?«
Nach einem kurzen Zögern nickte Mara und öffnete den Mund.
»Brave Sunrise«, sagte Julia lächelnd und befestigte die Trense wieder. Sie streichelte ihr noch einmal über die Wange und setzte sich wieder auf den Sulky. Sie schnalzte kurz mit den Zügeln und Mara ging langsam los, aus dem Tor hinaus und in Richtung Park. Bereits nachdem sie die Brücke überquert hatten, kamen ihnen einige Leute entgegen die hier spazieren gingen. Niemand schien Anstoß daran zu nehmen, daß Mara hier als Pony verkleidet einen Sulky zog. Einer der Spaziergänger schaute kurz hinter den Beiden her und ging dann weiter.

Julia zog Maras Kopf nach links als der Weg sich gabelte und sie fuhren den Weg am Graben entlang. Auf diesem Weg war niemand zu sehen und Julia schnalzte zweimal mit den Zügeln. Mara begann daraufhin zu laufen und fing an, sich daran zu gewöhnen so herum zu laufen. Nach einigen Metern kamen ihnen wieder einige Leute entgegen. Sie machten Platz, sagten aber nichts. So liefen sie eine Weile und mit jeder Begegnung mit Spaziergängern oder Fahrradfahrern wurde Mara ein wenig sicherer. Nur einmal, kurz bevor sie das Ende des Grabens vor dem Schlossgarten erreicht hatten, rief ein Spaziergänger »Hey, nicht so schnell, das ist doch keine Rennbahn hier.« hinter ihnen her. Doch Mara störte sich nicht daran. Sie überlegte, daß sie ja gar nicht Schuld daran war sondern daß es Herrin Julia war, die das Tempo vorgab.

Als der Weg vor dem Schlossgarten eine Biegung machte, wollte Mara diesem folgen. Doch Julia zog an den Zügeln bis Mara stehen blieb. Sie stieg ab und ging zu ihr.
»Und? So schlimm?« fragte sie.
Mara trat zweimal auf.
»Na also.« Julia streichelte ihr noch einmal über die Wange. »Aber jetzt muss ich mal was erklären. Du sollst einfach nur genau in die Richtung laufen, in die deine Nase zeigt, nicht dem Weg folgen. Die Richtung gebe ich vor und nicht du. Verstanden?«
Dieses Mal trat Mara nur zögernd einmal auf. Sie war sich nicht sicher ob das eine gute Idee war und warf Julia einen zweifelnden Blick zu.
»Ich kann schon verstehen, daß dir das schwer fällt. Aber so funktioniert das nun mal. Auf der Rennbahn ist das was anderes, da erwarte ich sogar eine gewisse Eigeninitiative, aber hier sollst du dich einfach fallen lassen und tun, was ich dir vorgebe.« Julia dachte kurz nach. »Das ist ungefähr so wie vor zwei Wochen als ich dich ausgepeitscht hab. Du sollst nicht mehr nachdenken oder entscheiden sondern dich einfach fallen lassen und das tun was ich dir sage. Meinst du, du schaffst das?«
Mara sah sie an und zuckte zögernd mit den Schultern. Auf Kommando das Denken abschalten, wie sollte das denn funktionieren?
»Pass auf, ich helfe dir dabei.« Julia nahm das Tuch welches sie als Schal um den Hals trug ab, faltete es mehrmals längs zusammen und hielt es Mara vor die Augen. Diese schüttelte den Kopf, sie wollte nicht blind durch die Gegend laufen.
»Ich verspreche dir, ich werde aufpassen. Du musst auch nicht schnell laufen. Da kann gar nichts passieren.« versuchte Julia sie zu beruhigen. Sie hielt es Mara wieder vor die Augen. Dieses Mal ließ Mara sie gewähren. Julia band ihr das Tuch vor die Augen. Sofort war es um Mara herum dunkel. Sie spürte einen leichten Ruck als Julia in den Sulky stieg. Dann spürte sie ein leichtes Rucken an der Trense.

Mara ging ganz langsam los. Eine Weile geschah gar nichts, doch dann wurde an der Trense gezogen und ihr Kopf nach rechts gedreht. Langsam ging sie in eben diese Richtung bis der Zug nachließ. So ging es eine ganze Weile. Gehen, ein Zug an der Trense, in irgend eine andere Richtung gehen, geradeaus gehen, immer weiter bis Mara die Orientierung vollkommen verloren hatte. Ein paarmal änderte sich der Untergrund, war er anfangs noch fest, so wurde er mal weicher, mal wieder fester. Die Geräusche änderten sich, mal waren die Stimmen der Menschen um sie herum klar und deutlich hörbar, mal klangen sie etwas gedämpft. Mitten im Gehen spürte sie wieder einen leichten Ruck an der Trense. Sie sollte irgend etwas tun. Aber was war das? Wieder ein leichter Ruck. Sie erinnerte sich und ging etwas schneller. Wieder ein Zug an der Trense, sie folgte dem und ging nach rechts, wieder ein leichtes Rucken, sie ging noch schneller. Der Untergrund änderte sich wieder, das Gehen fiel ihr schwerer. Dann ein leichter Zug an der Trense, sie ging langsamer. Noch immer fiel ihr das Gehen schwer. Noch ein Zug, dieses Mal stärker. Sie ging langsamer, blieb stehen, der Zug ließ nach. Ein Rucken, sie ging einen Schritt und sofort wieder ein Zug, sie blieb stehen. Jetzt spürte sie ein Rucken an ihren Seiten. Jemand fasste sie an der Schulter.

»Na, war das so schwer?«
Was war das? War sie gemeint? Es war eine Frage. Jemand hatte sie etwas gefragt.
»Mara?«
Das war ihr eigener Name. Langsam, fast schleichend kamen ihre Gedanken zurück. Sie schüttelte leicht den Kopf.
»Mara? Ist alles in Ordnung?«
Sie musste Antworten. Auftreten, sie musste auftreten. Sie trat einmal mit dem Fuß auf.
Die Berührung an der Schulter verschwand.

Julia löste das Tuch um Maras Kopf und nahm es ihr von den Augen. »Das hat doch prima funktioniert«, sagte sie. Mara wandte den Kopf zu ihr und nickte.
Julia warf ihr einen zufriedenen Blick zu. »Schau mal nach vorne.«
Mara wandte den Kopf nach vorne. Keine 20 Zentimeter vor ihrem Kopf befand sich ein runder Pfosten. Wäre sie nur einen Schritt weiter gegangen, wäre sie unweigerlich genau davor gelaufen.
»Ich hab doch gesagt, ich passe auf«, sagte Julia. »Du hast aber auch schnell begriffen.« Sie holte etwas aus ihrer Tasche, wickelte es aus der Folie und steckte es Mara in den Mund. Das runde Stück löste sich langsam auf und sie schmeckte etwas fruchtig süßes. ’Traubenzucker’ fuhr es ihr durch den Kopf. In ihrem Mund sammelte sich immer mehr Speichel den sie durch die Trense nur schwer schlucken konnte. Sie spürte, wie ihr dieser an den Mundwinkeln langsam hinaus lief, also versuchte sie so gut es ging den Mund zu schließen, was ihr allerdings auch nur schwer gelang.
»So, dann lass uns langsam mal zurück fahren«, sagte Julia. »Meinst du, du findest den Weg?«
Mara hatte nicht die geringste Ahnung, wo sie sich befand. Der einzige Anhaltspunkt war der Sand in dem sie stand, sie schaute sich um und erkannte, daß sie auf einem Kinderspielplatz stand. Auf einem hölzernen Klettergerüst in einiger Entfernung stand ein kleines Kind und schaute gebannt zu ihr herüber. Sie trat zweimal auf um zu sagen daß sie den Weg nicht kannte.
»Na gut, dann lass uns mal los. Amber wird balde da sein«, sagte Julia und wollte sich in den Sulky setzen. Mara trat zweimal auf.
»Was ist denn Mara?«
Mara schaute Julia an und schloss demonstrativ die Augen.
»Ich soll dir die Augen wieder verbinden?«
Mara trat einmal kräftig auf.
»Na, wenn du meinst«, sagte Julia lachend. Sie zog das Tuch aus ihrer Tasche, faltete es wieder zusammen und band es Mara vor die Augen.

Sie spürte wieder einen leichten Ruck als Julia sich in den Sulky setzte. Dann wurde die Trense nach hinten gezogen. Sie wusste, daß sie noch vor dem Pfosten stand und ging vorsichtig einige Schritte rückwärts bis sie einen Ruck in der Trense spürte und sie langsam vorwärts ging. Der Kopf wurde nach links gezogen und sie folgte diesem Zug. Der Untergrund änderte sich, statt dem Sand spürte sie nun Gras unter den Hufen, kurz darauf war sie wieder auf dem Weg und ein erneuter Ruck an der Trense ließ sie schneller gehen.

Wieder folgte sie einfach dem Zug der Zügel und ging schnell immer weiter. Irgendwann, Mara hatte ihr Zeitgefühl vollkommen verloren, spürte sie einen Zug an der Trense. Sie ging langsamer und blieb schließlich stehen. Während der Rückfahrt hatte sich ihre Welt komplett verändert. Alles um sie herum war nebensächlich geworden und ihre Konzentration galt nur noch den Kommandos die sie durch die Zügel bekommen hatte und dem Laufen. Die Stimmen der Leute an denen sie vorbei lief nahm sie nicht mehr wahr, genauso wenig wie die anderen Geräusche um sich herum.

Einfach nur laufen und reagieren, über nichts mehr nachdenken. Nur noch der Moment zählte. Ihre Gedanken verstummten und stattdessen begann sie die Kugeln zu spüren die sie seit gestern Abend tief in ihrer Scheide trug. Bei jedem Schritt schienen sie größer zu werden, nahmen mehr Platz in ihr und in ihrem Denken ein. Eine starke Erregung ging von ihrer Mitte aus und nahm sie immer mehr ein. Doch jetzt wurde an den Zügeln gezogen und sie lief langsamer, bis sie stehen blieb.

Einen Moment später wurde ihr das Tuch von ihren Augen abgenommen. Sie brauchte eine Weile bis sie wieder klar sah und ihre Gedanken zurück kehrten. Jemand streichelte ihr über den Kopf.
»Brave Sunrise«, sagte jemand. »Das hast du ja schon ganz gut gemacht.«
Sie spürte mehr als sie sah, daß die Zugstangen von ihrem Korsett gelöst wurden. Jemand nahm ihr die Trense aus dem Mund und gab ihr etwas aus einer Flasche zu trinken. Gierig trank sie die Flüssigkeit.
»Alles in Ordnung?« fragte jemand?
Sunrise trat einmal mit dem Huf auf.
»Möchtest du aufhören?«
Nun trat sie zweimal energisch auf. Sie wollte noch nicht zurück, wollte dieses Gefühl weiter auskosten. Die Trense wurde ihr wieder vor den Mund gehalten, bereitwillig öffnete sie diesen und ließ sich die Trense wieder einsetzen. Sie wurde am Zügel am Haus vorbei in den Garten gezogen wo bereits ein weiteres Pony stand und in ihre Richtung gelaufen kam als es sie sah.

»Hallo Amber«, sagte Julia zu der Frau. Sie trug einen glänzenden, schwarzen Ganzkörperanzug und darüber ein Geschirr aus dunkelrotem Leder. Ihre Mähne glänzte in der Sonne in einem dunklen Blond und ihr Schweif in dem selben Farbton schwang bei jedem Schritt hin und her. Julia streichelte ihr über den Kopf, worauf hin Amber sich um drehte. Sie trug keine Handschuhe und hielt die Arme demonstrativ nach oben. Darauf hin schaute Julia sich kurz um und nahm von der Bank neben der Eingangstür ein rotes Lederteil. Sie legte Amber den Monohandschuh um die Arme, legte die langen Riemen über ihre Schultern und befestigte diese hinten an dem Leder. Dann begann sie in aller Ruhe die Schnürung zu binden und langsam immer enger zu ziehen bis Amber nervös mit den Hufen zu scharren begann.

»Amber, das ist Sunrise«, sagte Julia und zog diese am Zügel zu sich. »Sunrise, das ist Amber.«
Über Maras Gesicht glitt ein Lächeln als sie Katja erkannte. Katja, besser gesagt Amber, nickte weit ausholend, wobei ihre Mähne vor und zurück schwang.
»Dann lass ich euch mal ein paar Minuten alleine«, sagte Julia und verschwand im Haus. Amber schaute Sunrise kurz an und begann durch den Garten zu laufen. Sunrise schaute ihr kurz hinterher und folgte ihr dann. Amber lief durch den Garten auf eine rot und weiß bemalte Obstkiste zu, die mitten im Gras lag und sprang darüber. Sunrise tat es ihr gleich und schon bald entspann sich ein regelrechtes Wettrennen über die auf der Wiese verteilten Obstkisten.

Wieder schwanden Maras Gedanken und sie ging in diesem Spiel voll auf. Die beiden Kugeln die tief in ihr steckten machten sich erneut bemerkbar und ihre Erregung wuchs langsam, aber stetig an. Als sie wieder über eine Kiste gesprungen war, sie hatte es gerade geschafft, Amber zu überholen, steigerte sich ihre Erregung ins unermessliche und ein heftiger Höhepunkt machte sich in ihr bereit, sie zu überrollen. Sie ging immer langsamer, kreiste dabei mit dem Becken und kam kurz darauf laut stöhnend. Sie ging in die Knie und ließ ihr Becken weiter kreisen. Langsam sank sie auf die Knie und einen Moment später berührte ihre Stirn den Boden als sie sich zuckend und zitternd dem Höhepunkt hingab und ihr Becken weiter kreisen ließ.

Sie öffnete ihre Augen als sie spürte, daß jemand sie an der Seite anstupste. Sie richtete sich langsam auf und schaute zur Seite. Dort stand Amber und schaute sie sorgenvoll an. Irgend wie schaffte diese es wortlos zu fragen ob alles in Ordnung war. Sunrise konnte im Moment nur nicken und schloss die Augen. Langsam stand sie wieder auf. Doch sie schwankte und musste sich an Amber lehnen, die anscheinend begriffen hatte, was gerade passiert war und sie mit einem breiten Grinse bedachte.

Amber lief ein Stück voraus, nachdem Sunrise sich wieder beruhigt hatte und deutete ihr mit einem Kopfschwung, ihr zu folgen. Sie liefen noch einige Runden durch den Garten, über die Hindernisse bis Julia wieder aus dem Haus kam. Sie pfiff kurz und deutete den Beiden, zu ihr zu kommen.
»So Sunrise, wie wäre es denn, wenn Amber dir mal zeigt, wie ein Pony richtig läuft?« fragte sie.
Sunrise schaute erst zu ihr, dann zu Amber und trat dann einmal mit dem Huf auf.

Während Julia Sunrise am Zügel fest hielt nickte sie Amber zu, die mit einem gleichmäßigen Schritt die Wiese umrundete. Dabei hob sie die Beine bei jedem Schritt so weit an, daß die Oberschenkel beinah waagerecht und die Unterschenkel im rechten Winkel dazu standen. Bei jedem Schritt machte sie einen kleinen Sprung bevor sie den Huf wieder auf den Boden setzte. So kam sie zwar sehr langsam, aber auch äußerst elegant voran.

»Jetzt du Sunrise«, sagte Julia, nahm ihr die Zügel ab und gab ihr einen leichten Klaps mit der Peitsche. Sunrise versuchte genauso elegant zu gehen doch ganz gelang ihr das nicht. Julia, die neben ihr ging schlug ihr bei jedem Schritt leicht unter den Oberschenkel während sie Amber folgte. Nach einer ganzen Weile sagte Julia »Stop.« Beide, Amber und Sunrise blieben stehen und bekamen von Julia ein Stück Traubenzucker. »Das habt ihr toll gemacht«, sagte sie und wandte sich an Sunrise »Ich bin erstaunt, wie schnell du lernst.« Sie strich ihr mit der Hand über den Kopf.

»Trab.« rief Julia und Amber lief los. Schneller als eben, mit ähnlich hoch ausholenden Schritten, aber ohne den kleinen Sprung bei jedem Schritt sondern mit dem hinten stehenden Fuß weit ausholend. Während Amber im Kreis lief stupste Julia Sunrise mit der Peitsche an. Diese zögerte kurz, lief dann aber hinter Amber her und bemühte sich, ihre Schritte nachzuahmen. So liefen die Beiden eine ganze Weile im Kreis um Julia herum die mit der Peitsche immer wieder leicht unter Sunrises Oberschenkel tippte, um ihr anzuzeigen daß sie die Beine höher nehmen sollte.

Nach einer ganzen Weile, Julia ließ die Beiden gelegentlich zwischen langsamen Gehen und schnelleren Laufen wechseln, kam Sunrise aus der Puste und wurde irgendwann langsamer und ließ sich auch durch leichtes Antreiben mit der Peitsche nicht mehr dazu bewegen, schneller zu laufen. Julia rief die Beiden zu sich und nahm ihnen die Trensen heraus. Sie gab beiden etwas aus der Flasche zu trinken und gab ihnen ein Stück Traubenzucker. Dann steckte sie ihnen die Trensen wieder in die Münder und legte ihnen die Zügel an. Mit diesen führte sie die Beiden zur Wand des Schuppens und hakte die Zügel in einen Haken an der Wand. Sie räumte die bemalten Obstkisten in den Schuppen und ließ die Beiden dann einfach stehen. Sunrise schaute fragend zu Amber als Julia sich in ihr Auto setzte und weg fuhr. Sie machte sich Sorgen, daß sie hier bis zum Abend oder gar noch länger stehen bleiben sollte. Doch Amber blieb einfach ruhig stehen und warf ihr ein Lächeln zu. Wieder schaffte sie es Sunrise ohne Worte klar zu machen, daß sie sich keine Sorgen machen zu brauchte. Nun blieb auch Sunrise ruhig stehen und wartete einfach. Sie warf einen Blick zu dem Haken in der Wand und erkannte, daß sie sich ohne Probleme leicht hätte setzen können. Doch noch versuchte sie sich, in Geduld zu üben. Kurze Zeit später begann Amber aufgeregt mit dem Huf zu scharren und schaute zur Einfahrt. Sunrise folgte ihrem Blick und sah Julia von der Einfahrt her zurück kommen. Sie stellte eine Papiertüte auf die Bank neben der Haustür und kam dann in ihre Richtung. Doch statt zu ihnen, ging sie in den Schuppen und kam kurz darauf mit einem langen Seil wieder heraus. Amber scharrte nun noch aufgeregter mit den Hufen auf dem Boden.

Julia nahm Amber die Zügel ab und hakte statt dessen das Seil in ihr Geschirr ein. Sie zog sie mit sich auf die Wiese und steckte einen langen Stab tief in den Boden an dem sie das andere Ende des Seiles befestigte. Aus der Hosentasche zog sie eine kleine Fernbedienung heraus, gab Amber einen Klaps auf den Hintern und diese lief los. Julia drückte auf der Fernbedienung und Amber machte einen kurzen Sprung, ohne jedoch ihren Lauf zu unterbrechen.

Nun ging Julia zu Sunrise und nahm auch ihr die Zügel ab. Sie begann damit, ihr das Kopfgeschirr aus zu ziehen.
»Alles in Ordnung Mara?« fragte sie.
Obwohl die Trense nicht mehr in ihrem Mund war, trat Mara einmal kräftig auf.
»Du kannst wieder sprechen, Mara«, sagte Julia lachend. »Aber ich glaube, bis du wieder weit genug hier bist, dauert es noch eine Weile. Sie streichelte Maras Kopf, als sie Maras Haare vorsichtig aus dem Kopfgeschirr zog und legte dieses bei Seite. Dann nahm sie ihr die Handschuhe und den Riemen um die Ellenbogen ab und führte ihr die Arme nach vorne. Nun begann sie damit ihr auch das große Geschirr aus zu ziehen und half ihr danach auch aus den Stiefeln.
»Komm, nimm deine Sachen und geh mal hoch, dich duschen. Scheint dir ja wirklich Spaß gemacht zu haben«, sagte Julia und deutete auf Maras Schritt. Der Stretchanzug wies einen riesigen, feuchten Fleck dort auf. Errötend nickte Mara als sie diesen bemerkte. Julia fasste sie am Arm und führte sie ins Haus.

Mara warf Julia einen fragenden Blick zu und sah dann zu Amber die noch immer ihre Runden drehte. Dann fiel ihr ein, daß sie ja wieder sprechen konnte. »Was ist denn mit Amber? Kommt die nicht mit rein, Herrin?« fragte sie.
»Also über deinen exzessiven Gebrauch des Wortes Herrin sollten wir bei Gelegenheit mal miteinander reden«, sagte Julia »Nein, Amber bleibt noch eine Weile draußen. Sie hat jetzt auch erst mal eine Weile ihren Spaß bei der Sache, solange sie läuft.« erklärte sie grinsend und wedelte mit der Fernbedienung die sie Mara vors Gesicht hielt.
»Verstehe«, sagte Mara und musste nun auch grinsen als ihr klar war, was Julia meinte.
»So, jetzt aber unter die Dusche mit dir. Du bist ganz verschwitzt. Bei dem Wetter ist es nicht gut, so rum zu laufen. Zieh dir danach eine Tunika an und komm wieder her.«
»Ja, Herrin«, sagte Mara und knickste. Dann ging sie nach oben, duschte ausgiebig und entfernte auch mit einiger Mühe die beiden Kugeln die noch immer in ihr steckten. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich wieder vollkommen menschlich fühlte. Am liebsten hätte sie noch länger Pony gespielt. Nachdem sie sich gründlich abgetrocknet hatte zog sie eine etwas dickere Tunika an und ging wieder nach unten.

Draußen roch es nach Rauch und neben der Haustür stand ein Grill in dem Holzkohle brannte. Auf dem Rost lagen bereits mehrere Stücke Fleisch und Bratwürste sowie einige runde Teile die wie flache Buletten aussahen, jedoch überwiegend gelblich aussahen und rote und grüne Stückchen aufwiesen. Neben dem Grill stand ein Campingtisch, auf dem mehrere Flaschen, Pappbecher und Teller, eine Schüssel grüner Salat und eine mit Kartoffelsalat, sowie ein Korb mit Baguette standen.

»Nimm dir was zu trinken und nimm Platz. Das Essen dauert noch eine Weile«, sagte Julia die auf der Bank saß und eine Flasche Bier in der Hand hielt.
Mara nahm sich einen Pappbecher und schenkte sich Limo ein.
»Was ist denn mit Katja… ich meine Amber. Wie lange soll sie denn noch weiter machen?« fragte Mara als sie sich neben die Bank kniete.
»Sie hält sicher noch eine ganze Weile durch. Aber spätestens in einer Stunde lasse ich sie sich umziehen, schließlich muss sie morgen wieder zur Uni«, sagte Julia und trank einen Schluck. »Aber ich hab sie schon mal eine ganze Woche als Pony gehalten«, sagte Julia.
»Eine ganze Woche?« fragte Mara ungläubig.
»Ja, sie wollte ja eigentlich drei Wochen, die ganzen Ferien über. Aber das war mir dann doch etwas zu lange. Sie war richtig enttäuscht als ich ich das Geschirr abgenommen habe.«

Die Beiden saßen eine Weile schweigend da und beobachteten Amber wie sie gelegentlich langsamer wurde, auf die Knie ging und leise stöhnend und zuckend für einen Moment knien blieb. Doch sie richtete sich jedes Mal wieder auf und lief weiter. In ihrem Gesicht konnte man deutlich sehen, wie ihr das gefiel.
Julia stand gelegentlich auf und drehte das Fleisch welches auf dem Grill lag um.
»Wieso eigentlich so viel, Herrin?« fragte Mara und deutete auf den Grill.
»Du weißt doch, eine Stadt kann noch so groß sein, aber sie bleibt immer noch ein Dorf. Irgendwer wird auf jeden Fall balde vorbei kommen wenn er das hier riecht«, sagte sie.

Tatsächlich fuhr eine viertel Stunde später ein Wagen auf den Hof und zwei Polizisten kamen um die Ecke. Mara stand erschrocken auf, doch Julia hielt sie an der Schulter und deutete ihr, sich wieder hin zu knien.
»Hallo, Robert.« sage sie gelassen. »Eine neue Kollegin?«
»Hallo, Julia, das ist Pamela. Sie ist vor ein paar Wochen von der Polizeischule gekommen. Pamela, das ist Julia, sie begeht regelmäßig Brandstiftung und außerdem Umweltverschmutzung durch Geruchsbelästigung«, sagte der Polizist grinsend, nahm sich eine Flasche alkoholfreies Bier die er mit einer zweiten Flasche öffnete und setzte sich neben Julia auf die Bank. Die junge Polizistin schaute verwirrt zu ihm bis Julia aufstand und einen Campingstuhl holte und ihr aufstellte.
»Setz dich und nimm dir was zu trinken, unsere Pause hat gerade angefangen«, sagte der Polizist zu seiner Kollegin und deutete auf den Stuhl.
»Ich verstehe«, sagte die Frau, nahm ihre Mütze ab, nahm einen Becher Limo und setzte sich.
»Ich sag doch, auch eine Großstadt ist nur ein Dorf«, sagte Julia mit einem Grinsen im Gesicht.

»Ich nehme an, die Wurst ist von Lajos?« fragte der Polizist.
»Sicher doch. Aber erzähl das ja nicht Amber.« erwiderte Julia mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Mara hatte dem Ganzen erstaunt zugesehen und sah Julia nun fragend an.
»Ganz einfach, Lajos kommt aus einem kleinen Nest in der Nähe von Miskolc, das ist im ehemaligen Ungarn. Er macht die beste Pferdebratwurst in der Stadt. Und wenn Katja erfährt, daß ich hier Pferdewurst brate, dann wird sie ziemlich sauer. Sie isst ja nur diese Gemüsebratlinge. Solltest du übrigens auch mal probieren, die sind ziemlich lecker.« erklärte Julia. »Übrigens, ich glaube, du solltest sie mal langsam her holen, das Essen ist gleich soweit.«

Während Mara zu Amber ging und das Seil von dem Stab los machte, schaltete Julia mit der Fernbedienung deren Freudenspender aus und Mara führte Amber zu Julia. Diese nahm ihr den Monohandschuh und das Kopfgeschirr ab und sie setzte sich auf die Bank.

Julia fragte Alle, was sie essen wollten und Mara gab jedem das Gewünschte mit einem Knicks, wie sie es gelernt hatte. Von den beiden Polizisten hielt sie jedoch immer ein wenig Abstand und vermied es, ihnen in die Augen zu sehen. Als Alle etwas zu Essen hatten, durfte sie sich selbst ebenfalls etwas nehmen. Sie probierte ein kleines Stück Fleisch und einen Gemüsebratling, nahm sich Salat dazu und etwas Sauce. Dann begann sie zu essen. Dabei sah sie immer wieder etwas misstrauisch zu den beiden Beamten die sich lachend mit Julia und Katja unterhielten.

»Du scheinst keine guten Erfahrungen mit der Polizei gemacht zu haben«, sagte die Polizistin plötzlich zu Mara gewandt.
Diese druckste etwas herum und verschluckte sich an einem Bissen Salat.
»So, wie du uns ansiehst, nehme ich an, du bist nicht freiwillig in der Schule gewesen?« fragte der Polizist, was Mara mit einem Nicken beantwortete.
»Keine Sorge, wir tun dir nichts«, sagte er. »Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Schule wesentlich besser ist als das Gefängnis, wenn es darum geht jemanden wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Ich habe noch keine Serva verhaften müssen. Leute die aus dem Gefängnis kommen, aber schon so einige. Ich finde die Regel, daß die alten Akten gesperrt werden gar nicht so schlecht. Bei den Sozialprognosen die Serva haben finde ich es gut, das niemand sehen kann, warum eine Frau in die Schule gekommen ist. Also mir ist es auch vollkommen egal, was du mal angestellt hast. Wenn deine Zeit um ist, hast du jedenfalls bessere Chancen wieder ein normales Leben anzufangen als jemand der im Gefängnis war. Wie lange hast du denn bekommen?«
»25 Jahre«, sagte Mara leise.
»Autsch, das ist verdammt lange, aber ich hab das Gefühl, so lange Strafen werden in den letzten Jahren immer häufiger. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Straftaten so viel schlimmer geworden sind, irgend was läuft da gewaltig falsch«, sagte er. »Ich nehme an, vor zehn Jahren hättest du höchstens halb so lange bekommen.« er schaute ein wenig verärgert aus. »Ich nehme an, einen ordentlichen Anwalt hast du auch nicht gehabt, oder?«
Mara schüttelte nur den Kopf.
»Dacht ich mir. Ganz ehrlich, sowas kotzt mich regelrecht an.« Er schaute kurz Alle an. »Entschuldigung die Damen, aber sowas muss einfach mal gesagt werden. Er zuckte kurz mit den Schultern. »Irgend was läuft da gewaltig falsch. Ich wette meine Mütze, daß die Meisten solcher Fälle, wenn man sie mit einem ordentlichen Anwalt noch mal aufrollt, ganz anders entschieden werden.« Er trank einen Schluck Bier und aß weiter seine Bratwurst.

Trotz des kleinen Ausbruches des Polizisten wurde es noch ein recht entspannter Nachmittag. Mara fragte sich zwar, ob er nicht vielleicht sogar recht hatte, aber sie mache sich darum keine großen Gedanken. Sie war nun mal die nächsten 25 Jahre Serva, aber das machte ihr im Grunde genommen auch nicht viel aus. Es gefiel ihr hier bei Herrin Julia. Sie hatte es auf jeden Fall besser als noch vor drei Jahren als sie auf der Straße gelebt hatte. Und vielleicht auch besser als zu Hause, wo sie immer hinter Kira anstehen musste. Trotzdem würde sie diese gerne wieder sehen und glaubte fest daran, daß das auf jeden Fall irgend wann passieren würde.

Die beiden Polizisten standen nach einer Stunde auf und wollten gehen. »Pamela, ich glaube, die mündliche Verwarnung solltest du aussprechen. Wenn ich das mache, gibt das nur wieder viel Papierkram«, sagte der Mann.
»Ich verstehe schon«, sagte die Polizistin grinsend. Als ihr Kollege sich verabschiedet hatte und bereits auf dem Weg zum Wagen war sagte sie »Frau Gibbs, hiermit verwarne ich Sie wegen des unerlaubten Feuers und der Geruchsbelästigung.«
»Ich kann leider nicht versprechen, daß das nicht wieder vor kommt«, sagte Julia grinsend.
»Dann werden wir uns wahrscheinlich beim nächsten Mal wieder sehen.« die Polizistin tippte zum Gruß an ihre Mütze und verabschiedete sich freundlich bevor sie ihrem Kollegen folgte.
»Das kann ich nur begrüßen«, sagte Julia »Es muss ja alles seine Ordnung haben. Einen schönen Tag noch.«

Nachdem die Beiden wieder weg gefahren waren, packte Julia den Grill weg, nachdem sie die Kohle mit Wasser gelöscht hatte. Mara half Katja das Geschirr aus zu ziehen. Danach brachte sie das restliche Essen und das Geschirr nach oben in die Küche und half Julia beim Aufräumen.

Nachdem auch Katja sich verabschiedet hatte, ging sie mit Julia ins Wohnzimmer wo sie es sich auf der Couch beziehungsweise im Sessel gemütlich machten und einen Film an sahen, bis es für Mara Zeit wurde, ins Bett zu gehen.

Sie lag noch eine ganze Weile wach und dachte über den Tag nach. Sie fragte sich, ob das jetzt ewig so weiter gehen sollte, daß sie aus irgend welchen Gründen alles um sich herum vergessen sollte, sei es nun weil sie ausgepeitscht würde oder weil sie Pony spielte. Einerseits machte es ihr irgend wie Angst. Wieso passierte ihr das immer wieder? Andererseits fand sie auch Gefallen daran. Es war als würde sie in eine ganz andere Welt abtauchen in der nichts wichtig war und sie sich keine Sorgen machen musste. War das vielleicht der Grund, warum Katja sich sogar eine ganze Woche lang als Pony halten ließ und das sogar noch länger wollte?

Es gefiel ihr hier bei Herrin Julia. Die Arbeit im Laden machte ihr Spaß und sogar in Herrin Julias Laden kannte sie sich bereits etwas aus und irgend wann würde sie sich sicher gut genug auskennen um alleine in beiden Läden arbeiten zu können. Sie hatte in den letzten Wochen einige Leute kennen gelernt und außer dieser Sabine die in der Disco so ausgerastet war, waren das alles freundliche und nette Leute. Sogar die beiden Polizisten heute waren sehr nett gewesen.

Aber tief in ihrem Innern spürte sie, daß da irgend etwas fehlte. Sie konnte nicht einmal für sich selbst sagen, was das war, doch da war irgend etwas von dem sie wusste, daß es fehlte. Darüber grübelnd fiel sie irgend wann in einen tiefen Schlaf.

 

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Inhalt/Idee

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Erotik/BDSM

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Rechtschreibung/Form

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