Neue Horizonte Teil 12 - Vorbereitungen

"Klappentext"

Nadines Begegnung, Rebecca bekommt ein Korsett, Majas Geburtstag

 

Nadine wachte auf als das Licht eingeschaltet wurde. Schweigend ging sie zum Eingang des Stollens wo die Aufseherinnen in ihren schwarzen Anzügen und den Gesichtsmasken aus dünnem Stoff mit dem Wagen standen und holte sich ihr Frühstück ab. Wie immer bestand es aus einem zähen, geschmacklosen Brei und einer Flasche Wasser die ziemlich seltsam schmeckte. Sie setzte sich auf ihr Bett und aß den Brei wie schon die ganze Zeit zuvor mit bloßen Fingern. Sie trank einen Schluck Wasser und holte den Stein unter ihrem Bett hervor um einen weiteren Strich an der Wand zu machen. Vierzig Schichten lang war sie bereits hier. Wenn jede Schicht aus acht Stunden arbeiten und acht Stunden Ruhe bestand, war das fast ein ganzer Monat den sie bereits hier war. Sie hatte mittlerweile die Hoffnung aufgegeben, daß jemand nach ihr suchen würde und fragte sich, wie lange sie hier bleiben musste und was danach mit ihr geschehen würde. Sie war sich sicher, daß sie noch ewig hier würde arbeiten müssen. Wahrscheinlich würde nicht einmal ein Unfall sie erlösen können. Sie hatte vor etwa zehn Schichten mitbekommen wie eine der Frauen einen Unfall hatte bei dem sie von einem Stein getroffen wurde, der sich beim Bohren gelöst hatte. Ihr Arm hatte ziemlich schlimm ausgesehen, aber die Aufseherinnen hatten sie weg gebracht und nach drei Schichten kam sie frisch gewaschen und mit einem Verband am Arm wieder zurück. Sie hatte mehrere Schichten lang nur leichte Arbeiten übernehmen müssen und als der Arm ganz verheilt war wurde sie noch einmal weg gebracht, war aber zum Anfang der nächsten Schicht wieder zurück.

Gelegentlich kam es vor, daß eine der Frauen eine oder zwei Schichten lang fehlte. Die Aufseherinnen schienen das nicht zur Kenntnis zu nehmen oder davon zu wissen. Jedoch waren alle diese Frauen zu Beginn der nächsten Schicht wieder in ihren Betten, waren frisch gewaschen und trugen saubere Overalls.

Sie ging zu dem Loch im Boden um ihre Notdurft zu verrichten und wusch sich mit dem Wasser welches die Felswand herab lief und putzte sich die Zähne. Dann war es wieder soweit. Die drei Pritschenwagen fuhren vor und die Aufseherinnen kamen in den Stollen um sie zur Arbeit zu scheuchen.

Während der letzten Schicht hatten sie und die anderen Frauen die letzten Löcher in den Felsen gebohrt und mussten nun das heraus gesprengte Gestein auf die Loren laden. Sie trugen einfache Staubmasken und eine der Frauen war dazu abgestellt, das lose Gestein mit einem Wasserschlauch zu befeuchten um den Staub wenigstens etwas einzudämmen. Nach Ende der Schicht war gut die Hälfte des Gesteins weggeschafft und sie wurden zurück in ihren Stollen gebracht. Müde aß Nadine ihren Brei und trank das Wasser. Kurz nachdem sie gegessen hatte rief die Aufseherin in den Stollen hinein, daß in fünf Minuten das Licht ausgehen würde. Sie ging noch einmal zum Loch in der Ecke. Gerade als sie zum Bett zurück kam, ging das Licht aus. Sie legte sich hin und deckte sich mit der stinkenden, kratzigen Wolldecke zu.

»Keinen Ton«, flüsterte ihr jemand ins Ohr. Die Decke wurde ihr weggezogen und jemand fasste sie am Arm und zog sie aus dem Bett. Sie wollte fragen, was das alles sollte, doch sie wollte nicht schon wieder Bekanntschaft mit dem Viehtreiber machen, also schwieg sie während sie durch den Stollen geführt wurde. Mehrere Türen wurden geöffnet und nach kurzer Zeit änderten sich die Geräusche der Umgebung. Es kam ihr vor, als sei sie nun in einem wesentlich kleineren Raum. Sie hörte ein kratzendes Geräusch und kurz darauf einen dumpfen Schlag hinter sich.

»Mach die Augen zu«, sagte die Stimme.
Wieso sollte sie die Augen schließen? War es denn nicht schon dunkel genug hier? fragte sie sich.
In diesem Moment wurde es hell um sie herum und sie nahm die Hände vors Gesicht um nicht geblendet zu werden. Langsam öffnete sie die Augen wieder und nahm die Hände herunter. Allmählich gewöhnten sich ihre Augen an das Licht und sie erkundete mit ihren Augen den Raum in dem sie sich befand. Er war gut zehn Meter lang und halb so breit. An einer der Längswände standen mehrere Stühle, sie zählte zehn Stück die dicht beieinander standen. Davor gab es einen Tisch der aussah als hätte er schon bessere Zeiten gesehen. Die Platte wies einige tiefe Kratzer und Riefen auf. Auf der anderen Seite standen drei Betten. Nur auf einem davon gab es Bettzeug welches sogar ziemlich sauber aussah. Ihr gegenüber, im hinteren Bereich des Raumes gab es eine kleine Nische welche mit einer Plastikfolie verschlossen war. Dahinter konnte sie das Plätschern von Wasser hören. Sie drehte sich um und sah eine schwere Stahltür welche mit zwei schweren drehbaren Griffen verriegelt waren. Einer dieser Riegel war mit einer Latte verkeilt. Neben der Tür standen rechts und links zwei Stahlschränke.

Vor sich sah sie eine Gestalt die einen schwarzen Overall trug und ein seltsames Gerät auf dem Kopf hatte. ’Ein Nachtsichtgerät’ schoss es ihr durch den Kopf.
»Hallo, ich bin 102. Du kannst mich Kati nennen«, sagte die Gestalt und nahm das Nachtsichtgerät vom Kopf.
Nadine wollte etwas sagen, doch es kam ihr nur ein Krächzen von den Lippen. Sie räusperte sich und versuchte noch einmal zu sprechen. »Hallo. Ich bin Nadine«, sagte sie noch immer krächzend. Obwohl ihr die Kehle beim Sprechen schmerzte, war es eine Wohltat, die eigene Stimme wieder hören und benutzen zu dürfen.
»Du stinkst«, sagte Kati. »Am Besten, du gehst dich erst mal duschen.« Sie schob Nadine durch den Raum, zog die Plastikfolie beiseite und schob sie in die Nische hinein.
»Tut mir leid, aber es gibt hier unten kein warmes Wasser«, hörte sie Katis Stimme.

’Duschen. Nichts lieber als das’, dachte sich Nadine, zog sich aus und schaute sich um. Gegenüber der Folie stand ein niedriger Stahlschrank auf dem einige kleine Handtücher lagen und in der Ecke gab es eine Dusche. Es war keine richtige Dusche sondern lediglich ein Eimer mit einigen Löchern im Boden. Mit einigen Blechen wurde das Wasser, welches aus der Decke floss, in diesen Eimer geleitet aus dem es heraus tropfte.

Im Moment war ihr vollkommen egal, wie die Dusche aussah und daß das Wasser recht kalt war. Sie trat unter den Eimer und begann, sich zu waschen. Auf einem Vorsprung lag ein Stück Seife mit welchem sie sich gründlich wusch. Es war eine richtige Wohltat endlich den Dreck der letzten 40 Schichten abwaschen zu können.

Nach einer gefühlten Ewigkeit verließ Nadine die Dusche. Sie nahm einige der Handtücher und trocknete sich ab, bevor sie die Nische verließ.
»Wie fühlt es sich an?« fragte die Frau die an einer Wand lehnte ihr einen sauberen Overall hin hielt, auf den sie mit Farbe Nadines Nummer geschrieben hatte. Schnell zog Nadine diesen an und bekam auch ein Paar saubere Socken.
»Sauber«, sagte Nadine leise. »Wo bin ich hier eigentlich?«
»Setz dich bitte«, sagte die Frau, Nadine schätzte sie auf höchstens Mitte 20. Sie war einen Kopf kleiner als sie selbst und hatte kurze, braune Haare. Unter ihrem schwarzen Overall konnte Nadine eine beeindruckende Oberweite erkennen.
Es war ihr bewusst, daß egal was diese Frau von ihr wollte, sie kaum eine Chance gegen sie haben würde. Vermutlich hatte sie irgendwo einen Viehtreiber versteckt, also verzichtete Nadine auf jede Widerrede und setzte sich auf einen der Stühle.

Die Frau gab ihr eine Tasse und setzte sich ebenfalls. »Tut mir leid, ich habe weder Milch noch Zucker, aber dafür ist der Kaffee auch nicht besonders stark. Ich klaue mir ab und zu zwar etwas frisches Pulver, aber normalerweise muss ich mit dem Kaffeesatz aus den Maschinen der Aufseherinnen leben«, sagte sie.
»Ich verstehe nicht ganz?« sagte Nadine. »Wer sind Sie? Und was haben Sie mit mir vor?«
»Du kannst mich Kati nennen. Bevor ich dir alles erkläre, kann ich dir noch was anbieten? Kekse, Brot, Obst, Sex, Dosenfleisch oder Wodka? Jedenfalls denke ich, daß es Wodka ist.«
»Was?« entfuhr es Nadine laut.
»Ich weiß nicht, ob es wirklich Wodka ist. Auf jeden Fall ist es ziemlich stark.«
»Was?« wiederholte Nadine sich und schaute verwirrt zu Kati. »Hast du mir gerade Sex angeboten?«
Kati vermied es Nadine anzuschauen. »Schau dich mal an. Du bist einen guten Kopf größer als ich und hast die letzten paar Wochen Muskelaufbauende Präparate bekommen und die Muskeln auch trainiert. Bevor du über mich herfällst biete ich es dir also lieber freiwillig an.«
»Wieso sollte ich das tun?« nun war Nadine endgültig verwirrt. Diese Frau hatte sie eben mit einem Nachtsichtgerät aus ihrem Bett geholt und hatte Angst, daß sie über sie herfallen würde. Sie fragte sich wer hier eigentlich das Sagen hatte. Doch aus irgend einem Grund schien ihr das Angebot sogar recht verlockend.
»Du wärst nicht die Erste. Die Meisten hier unten sind schon mehr als ein halbes Jahr hier und irgendwie ist das eine Nebenwirkung der Muskelpräparate die hier alle bekommen. Ich muss mir mein Essen von den Aufseherinnen klauen, da ist das Zeug nun mal nicht drinne. Und wenn ich frage, habe ich wenigstens auch was davon.« Kati grinste verlegen.
»Ich frage mich gerade, wer von uns Beiden hier verrückt ist«, sagte Nadine und schaute sich Kati genauer an. Trotz ihrer wirklich beeindruckenden Oberweite erschien sie ihr eher schmächtig und schwach. Vermutlich war sie tatsächlich ein leichtes Opfer. »Was willst du eigentlich von mir?«
»Ich brauche Hilfe.« Kati schaute sie nun beinahe flehend an. »Ich will hier raus und alleine schaffe ich das nicht.«
»Und wie soll ich dir dabei helfen? Ich habe doch selbst keine Chance hier raus zu kommen.«
»Vielleicht nicht alleine. Aber wenn ich jemanden finde, der das hier lesen kann, gibt es immerhin eine kleine Chance.« Sie reichte Nadine eine zerfledderte Mappe mit Papieren. »Ich kann das nicht lesen. Für mich ist das alles komplett sinnloses Gekritzel. Und die Anderen die ich in den letzten vier Monaten aus dem Stollen geholt habe hatten auch keine Ahnung von sowas.«
Nadine öffnete die Mappe und schaute sich die Papiere an. »Das sind Schaltpläne von irgend welchen Maschinen«, sagte sie nach einem kurzen Blick auf die Papiere.
»Du kannst das lesen?« Katis Gesichtsausdruck änderte sich schlagartig. Sie wirkte beinahe euphorisch. »Das habe ich bei dem zweiten Förderschacht gefunden.«
Nun wurde Nadine hellhörig. Doch irgend etwas in ihr riet zur Vorsicht. Sollte es so einfach sein, hier heraus zu kommen? Sie fragte sich, ob das Ganze nicht vielleicht eine Falle war.

»Ich weiß nicht, ob ich das wirklich so genau lesen kann«, log Nadine. »Aber bevor ich mir das ansehe, will ich wissen, was für ein Spiel du hier spielst und was du alles weißt. Und ich will wissen, wieso du gerade mich geholt hast.« Langsam kam ihr Gehirn, welches sie die letzten Wochen kaum gebraucht hatte, wieder in Gang und sie begann zu überlegen, was das alles sollte.

Kati begann zu erzählen und Nadine versuchte aufmerksam zuzuhören. Kati war vor acht Monaten aus dem Gefängnis entlassen worden wo sie vier Jahre wegen kleineren Delikten verbracht hatte. Sie wollte nicht in die Schule, da sie Angst davor hatte, acht Jahre als Serva dienen zu müssen. Der Richter hatte sie zu acht Jahren verurteilt, aber sie war schon nach vier Jahren aus dem Gefängnis entlassen worden. Der Transporter brachte sie allerdings nicht in ihre Heimatstadt sondern hier her und sie musste im Bergwerk arbeiten. Sie wollte fliehen und hatte sich im Dunkeln aus dem Stollen geschlichen. Sie hatte sich mehrere Tage lang vor den Aufseherinnen versteckt und sich bei diesen ein wenig zu Essen gestohlen, bis sie diesen Raum hier entdeckt hatte, der ziemlich weit abseits lag. Der Raum war offenbar früher eine Art Schutzraum gewesen in dem die Bergleute im Notfall Schutz suchen konnten. Außerdem gab es genug Lebensmittel um eine ganze Weile hier aushalten zu können.

Von hier aus hatte sie das Bergwerk durchstreift und war dabei auf einen zweiten Förderschacht gestoßen bei dem sie auch die Pläne gefunden hatte. Doch sie hatte nicht die geringste Ahnung, wie man diesen Förderkorb zum Laufen bringen konnte.
»Und wieso denkst du, jemand von den Gefangenen könnte dir helfen?« wollte Nadine wissen »Und was passiert, wenn die Aufseherinnen merken, das jemand fehlt?«

»Ich habe bei den Aufseherinnen ein Pad geklaut. Ich dachte, ich kann damit Hilfe rufen, aber es hat keine Verbindung zum Netz. Aber damit kann ich jemanden für ein paar Tage krank melden. Und bei 180 Frauen hier unten muss doch irgendjemand dabei sein, der diese Pläne lesen kann.« Sie machte eine kurze Pause und schaute Nadine mit einem hoffnungsvollen Blick an »Bitte, wenn du mir hier raus helfen kannst, ich tue alles was du willst. Aber ich will nicht mehr hier unten eingesperrt sein.« Sie schaute Nadine eindringlich an »Bitte, ich tue wirklich alles was du willst wenn wir hier raus kommen. Wenn du willst, gebe ich dir das auch schriftlich.«

Aus irgend einem Grund ahnte Nadine, daß sie es wirklich ernst meinte. Doch sie war immer noch ein wenig misstrauisch. »Gibt es noch ein Nachtsichtgerät?«
»Nein, ich habe nur das eine.«
In Nadines Kopf begann es zu Arbeiten. Sie überlegte fieberhaft ob sie Kati helfen sollte und ob es das Risiko eventuell entdeckt zu werden wert war. »Wie lange noch bis meine Schicht wieder anfängt?« fragte sie.
»Was?« Kati schaute sie verwirrt an.
»Wann muss ich wieder aufstehen?«
»In ungefähr vier Stunden«, sagte Kati nachdem sie auf ein Pad geschaut hatte welches bisher auf dem Tisch gelegen hatte.
»Ich muss nachdenken. Wie lange kannst du mich hier behalten ohne daß es auffällt?«
»Höchstens vier Schichten.«
»Ich weiß nicht, ob das reicht. Am Besten, du bringst mich zurück in den Stollen und holst mich in drei Schichten nochmal hier her. Bis dahin habe ich lange genug Zeit gehabt zum Nachdenken.«
»Ich soll dich zurück bringen? Aber ich dachte, wenn du diese Pläne lesen kannst, könnten wir versuchen hier raus kommen.«
»Ich hatte auch mal gedacht, ich könnte alles sofort und ohne nachzudenken machen. Aber genau das hat mich hier her gebracht. Du bringst mich zurück und holst mich in drei Schichten wieder her. Und solange hältst du dich zurück und passt auf, nicht erwischt zu werden. Verstanden? Du bist schon viel länger hier als ich. Da wirst du dich noch so lange gedulden können.« Nadine fragte sich, woher sie die Energie nahm, so energisch zu sein. Sie wollte sich keine falschen Hoffnungen machen doch alleine die Hoffnung, daß es eine Möglichkeit geben könnte hier raus zu kommen gab ihr neue Kraft.

Sie ging zu der Dusche und holte ihre Schuhe. Kati gab ihr noch ein Paar saubere Socken und brachte sie ohne Zwischenfall zurück in den Stollen und in ihr Bett. Der Gestank den sie in den letzten Wochen gar nicht mehr wahrgenommen hatte stieg ihr in die Nase. Doch sie zwang sich dazu sich mit der speckigen Decke zuzudecken und die Augen zu schließen. ’Ich hätte das Angebot annehmen sollen. So schlecht sieht sie nicht aus und ihre Oberweite ist wirklich beeindruckend.’ dachte sie sich noch bevor sie einschlief.

- - -

Rebecca hatte sich mittlerweile sehr gut eingelebt und sie bereute es nicht im Geringsten diese Stelle angenommen zu haben. Nur gelegentliche Gespräche mit ihrer Mutter trübten ihre Laune. Doch diese besserte sich jedes mal nach wenigen Stunden wieder.
Alles was passierte, geschah mittlerweile in einer ruhigen Routine die Rebecca sehr genoss. Sie musste sich über nichts große Gedanken machen. Bald würde der Winter kommen und alles unter einer tiefen Schneedecke begraben. Doch im Moment wollte die Sonne anscheinend allen noch einmal eine Freude machen und strahlte an diesem Morgen zwischen den dunklen Wolken durch, die am Himmel hingen wie eine Androhung des kommenden Winters.

Sie stützte sich auf den Besen und hielt sich den Rücken. Seit sie hier war hatte sie kaum noch Schmerzen. Nur ihr Bein schmerzte hin und wieder, wenn sie sich bückte. Auch tat es ihr gut, daß sie immer wieder zwischen stehenden und sitzenden Arbeiten wechselte. Aber das Fegen der Einfahrt bereitete ihr jede Woche aufs Neue einige Probleme.
Sie schaute die Einfahrt hinauf, den größten Teil hatte sie bereits geschafft. Es waren nur noch ungefähr fünf Meter bis zur Straße zu fegen. Sie streckte den Rücken durch und setzte ihre Arbeit fort.
Es dauerte nicht all zu lange bis sie es endlich geschafft hatte die Einfahrt komplett zu fegen. Sie ging zurück zum Haus und betrat dieses durch die Kellertür. In dem Raum hinter dieser lehnte sie den Besen an die Wand und zog Mantel und Stiefel aus. Sie ging die Treppe hinauf in die Küche. Dort beschloss sie die Spülmaschine noch aus zu räumen und schon mal die Bestellung für den morgigen Tag auf zu geben. Als sie damit fertig war, traf sie in der Halle auf Andrea. Sie knickste und sagte »Die Einfahrt ist fertig. Ich würde dann im Kaminzimmer die Bücher abstauben.«
»Warte einen Moment«, hielt Andrea sie auf.
Rebecca blieb stehen, drehte sich zu Andrea und fragte »Ja Herrin?«

»Rebecca, wir werden in einer Woche für ein paar Tage verreisen«, sagte Andrea. »Außerdem habe ich hier etwas, was du dir ansehen musst.« Sie gab Rebecca ein Pad. Rebecca nahm das Pad und schaute sich das teilweise ausgefüllte Formular an.
»Ich möchte, daß du damit heute noch zu Alia gehst um das fertig zu machen. Außerdem hast du heute Nachmittag einen Termin bei Johanna.«
»Zur Anprobe nehme ich an?« wollte Rebecca wissen.
»Genau«, sagte Andrea. »Sieh bitte zu, daß für nächste Woche das violette Abendkleid fertig ist. Ansonsten brauchen wir nur normale Alltagskleidung.«

Rebecca ging nach oben um Andreas Garderobe schon mal zu sichten. Einige Teile, unter anderem Andreas Abendkleid und auch einige ihrer Tuniken, schickte sie zur Reinigung. Dann zog sie sich um und ging zu Andrea um sich abzumelden. Diese war gerade im Salon und sprach lachend mit jemandem am Comm. Sie nickte lediglich als Rebecca zu ihr kam. Diese ging nach draußen wo es mittlerweile leicht nieselte und fuhr mit dem Elektrowagen zu dem Flugfeld am südlichen Rand des Geländes. Dort suchte sie Alias Büro und klopfte.

Es dauerte etwa eine Stunde, bis sie zusammen mit Alia die Formalitäten erledigt hatte. Nun durfte sie ganz offiziell die hier untergebrachten Frachtflugzeuge fliegen und hatte einen fertigen und genehmigten Flugplan auf dem Pad. Zusammen schauten sie sich noch das umgebaute Frachtflugzeug an. Im Frachtraum waren fünf sehr große und bequeme Sitze eingebaut worden. Es gab sogar eine kleine Küche und eine Bar sowie ein kleines, voll ausgestattetes Bad samt Dusche. Auf dem Boden lag ein weicher Teppich und selbst die Kabinenwände waren mit weichem Stoff verkleidet. Das Ganze war sogar noch luxuriöser als ein Privatjet.
»Fehlt nur noch ein Pool«, sagte Rebecca lachend als sie das Flugzeug betrachtete.
»Das ist sicher keine all zu gute Idee.«

Die Beiden unterhielten sich noch eine ganze Weile und als es Zeit zum Mittagessen war verabschiedete Rebecca sich von Alia. Als sie den Hangar verließ, war aus dem leichten Nieselregen ein kräftiger Dauerregen geworden. Sie lief so schnell es ging zum Wagen und fuhr ins Zentrum wo sie in der Kantine eine Kleinigkeit aß. Danach fuhr sie zur Fabrik wo sie wieder von Johanna am Tor abgeholt wurde.

»So, alles fertig, hoffe ich mal«, sagte Johanna als sie Rebecca das Stützkorsett zeigte welches auf einem Ständer in ihrer Werkstatt stand.
Rebecca schaute sich das riesige Teil gründlich an. Es war mattschwarz lackiert und hatte an allen Rändern schmale Streifen aus Edelstahl.
»Das sieht ja ganz schön furchteinflößend aus«, meinte Rebecca und klopfte auf das Plastik.
»Wenn man es so hier stehen sieht muss ich dir recht geben. Zieh dich bitte mal aus, dann kannst du es anprobieren.«
Rebecca legte die Tunika ab und sich ließ sich von Johanna erklären, wie sie es anzulegen hatte. Zuerst musste sie die Rückenhälfte in das Hüftband des Keuschheitsgürtels einhängen und sich an die Wand lehnen. Dann gab Johanna ihr das Vorderteil welches sie ebenfalls in das Hüftband einrasten musste. Die beiden Hälften mussten nun einfach zusammengedrückt werden. Mit einem Klicken rasteten die Verschlüsse ein, welche die beiden Hälften zusammen hielten.
»Das fühlt sich gar nicht mal so schlimm an«, sagte Rebecca, nachdem sie sich ein wenig bewegt hatte und in der Werkstatt herum gelaufen war. Sie ging nun zu einem großen Spiegel der in einer Ecke des Raumes stand und betrachtete sich eingehend.

Das Vorderteil reichte ihr bis knapp unters Schlüsselbein, so daß ihre Brüste komplett von dem Plastik umschlossen waren. Irgendwie erschienen ihr diese ein wenig größer. Auch ihre Taille erschien ihr nun ein wenig schmaler, aber sie hatte nicht das Gefühl, daß diese irgendwie eingeengt war. Selbst ihr Nabel war in dem Kunststoff abgebildet. Darunter gab es drei leicht eingerückte Felder.

Das Rückenteil reichte ihr in die selbe Höhe wie das Vorderteil und die Arme waren recht knapp ausgeschnitten, ohne daß jedoch deren Bewegungsfreiheit eingeschränkt war. Am oberen Rand des Korsetts gab es mehrere kleine Vertiefungen. Rebecca wollte wissen, wofür diese waren.
»Warte, ich zeig es dir. Ist wahrscheinlich sowieso am Besten, wenn du es gleich komplett anprobierst«, sagte Johanna und ging zu einem Tisch auf dem noch zwei, ebenfalls matt schwarz lackierte, Teile lagen. Sie holte die beiden Teile und drückte das Erste hinten auf Rebeccas Schultern die nun hinten, mitsamt ihrem Nacken, komplett verdeckt waren. Das zweite Teil legte sie ihr vorne auf die Schulter. Es reichte ihr bis übers Kinn, so daß gerade einmal die Lippen noch frei lagen. Auch diese beiden Teile mussten angedrückt werden bis die entsprechende Verschlüsse mit einem Klicken einrasteten. Nun war Rebecca von der Taille an aufwärts bis zum Kinn komplett in Plastik verpackt. Lediglich die Arme waren noch frei beweglich. Sie konnte den Oberkörper keinen Millimeter weit bewegen und auch den Hals konnte sie weder drehen noch neigen. Selbst sprechen fiel ihr etwas schwer, wie sie feststellen musste.

»Eigentlich wollte ich dir ja ein anderes Oberteil anfertigen lassen. Da geht das Halskorsett bis über die Nase. Aber Andrea hat gemeint, das würde so reichen«, erklärte Johanna grinsend.
»Na, danke, sowas muss ich nicht haben. Aber wo hast du denn die Maße überhaupt her? Die Form hast du doch nur bis zur Schulter genommen.«
»Wir haben den Scan aus deiner Akte genommen. Normalerweise machen wir das immer so. Aber bei dir mussten noch die ganzen Luftpolster mit rein, da ging das nicht«, erklärte Johanna. Sie bat Rebecca, sich zu setzen und holte ein Pad vom Tisch. »So, jetzt müssen wir ausprobieren ob alles funktioniert.«
Sie tippte auf dem Pad herum und Rebecca spürte, daß die Luftpolster in ihrem Rücken sich vergrößerten. »Uff. Da bekomme ich ja kaum noch Luft«, stöhnte sie.
»Das ist gleich vorbei. Entschuldige bitte, aber das muss leider sein. Morgen passt Rosalie die Programme an und dann kannst du das Teil anziehen.« Mit einem leisen Zischen entwich die Luft aus den Polstern.
»Nun noch das EMS. Das sind leichte Elektroschocks, die deine Muskeln aktivieren. Wenn es anfängt, weh zu tun, sag bitte Bescheid. Das sind jetzt sieben Muskelgruppen die wir testen müssen.« Johanna tippte wieder auf dem Pad herum und sofort machte sich ein leichtes Kribbeln in Rebeccas Schulterbereich bemerkbar das jedoch stetig stärker wurde.
»Au«, sagte sie. »Jetzt fängt es an, weh zu tun.«
»Gut, das war Nummer eins«, sagte Johanna. Es folgten noch sechs weitere Bereiche die so getestet werden mussten. Der Ablauf war jedes Mal der Selbe, zuerst spürte Rebecca nur ein leichtes Kribbeln, dann fühlte sie die Muskeln in diesem Bereich zucken bis es schließlich schmerzhaft wurde.

»So, das war’s aber auch schon. Jetzt können wir dir das Teil schon wieder ausziehen. Wie gesagt, Rosalie macht noch alles fertig, dann ist das Korsett bereit.«
Rebecca war erleichtert, diese Prozedur hinter sich zu haben und war froh als Johanna ihr das Korsett ab nahm. Sie zog ihre Tunika an und fragte, ob sie fertig war.
»Ja, wir sind heute fertig. Wie hat sich das angefühlt?« wollte Johanna wissen.
»Es geht. Anfangs war es ja noch angenehm. Aber nachher hat es richtig weh getan. Und ob mir diese Luftpolster gefallen weiß ich ehrlich gesagt nicht so recht.«
»Das ändert sich. Die werden nachher auch nicht alle zur gleichen Zeit aktiviert. Die sollen nur deinen Rücken stützen und deine Muskeln unterstützen und aktivieren. Vor allem, wenn du lange sitzen musst. Und die Stromstöße werden auch bei weitem nicht so stark werden«, versuchte Johanna sie zu beruhigen. »Übrigens, wenn du möchtest, das kann man auch in den Keuschheitsgürtel einbauen, da haben die Stromstöße noch eine ganz andere Wirkung. Wenn du willst, red ich mal mit Andrea.«

Rebecca schaute sie mit leicht zusammengekniffenen Augen an. »Danke, aber das lassen wir mal besser. Mir langt der den ich habe schon.«
Johanna lachte. »So schlimm ist das doch gar nicht, oder? Vermutlich hast du dich doch schon dran gewöhnt.«
»Ehrlich gesagt schon. Jedes Mal wenn ich ihn abends ausgezogen hab, hat mir später irgendwas gefehlt und ich hab ihn wieder angezogen. Das Einzige was mich eben stört ist, daß ich nicht selbst bestimmen kann, wann ich ihn ausziehen kann.«
»Verstehe. Aber ich denke, da will Andrea sich auch nicht reinreden lassen.«
»Nein, vermutlich nicht. Aber ich hab mich dran gewöhnt. Und irgend wie find ich das auch gar nicht mal so schlimm.« Rebecca wunderte sich über ihre eigenen Worte. »Aber wenn du das Herrin Andrea erzählst, kannst du was erleben«, fügte sie schnell hinzu.
»Willst du mir drohen?« fragte Johanna lachend.
»Ich hab es zumindest versucht«, gab Rebecca zu. »Aber tu mir den Gefallen, das muss sie wirklich nicht wissen.«
»Keine Angst, ich schweige wie ein Grab.«

Die Beiden unterhielten sich noch ein paar Minuten, dann verabschiedete Rebecca sich und ging nach Hause wo sie damit anfing, das Abendessen zuzubereiten. Nach dem Abendessen ging Herrin Andrea in den Salon während Rebecca noch die Küche in Ordnung brachte und alles aufräumte. Sie machte nun endlich die Bestellung für den nächsten Tag fertig und klopfte dann an die Tür zum Salon. Nach einem »Herein«, trat sie ein, stellte sich neben die Tür und wartete.

Andrea führte über ihr Comm ein Gespräch mit irgend jemandem. Sie sah kurz auf und fragte Rebecca was sie wollte.
»Ich bin soweit fertig Herrin. Ich gehe jetzt nach oben.«
»Tu das Rebecca«, sagte Herrin Andrea und schien leicht abwesend. »Ich wünsch dir eine gute Nacht.«
»Ihnen auch eine gute Nacht, Herrin«, sagte Rebecca und ging in ihr Zimmer. Dort sah sie, daß die grüne Lampe an dem Kasten leuchtete, in der der sich Schlüssel für ihren Keuschheitsgürtel befand.

Sie hatte einige sehr eindeutige Filme in der Liste gefunden. Einen davon hatte sie sich angesehen. Zwar hatte dieser Film im Gegensatz zu den meisten anderen sogar eine richtige Handlung doch von dieser hatte sie nur wenig mit bekommen. Als der Film zu Ende war ging sie äußerst befriedigt ins Bad und duschte ausgiebig. Bevor sie jedoch ins Bett ging, legte sie den Gürtel wieder an. Es war wirklich sehr ungewohnt für sie diesen nicht zu tragen. Sie hatte einmal versucht, ohne diesen zu schlafen doch dies fühlte sich so seltsam an, daß sie Probleme hatte einzuschlafen.

Wenn sie genauer darüber nachdachte, musste sie vor sich selbst zugeben, daß sie es sogar ziemlich erregend fand, den Gürtel zu tragen und nicht zu wissen, wann sie ihn wieder einmal ausziehen durfte.

- - -

Als Rebecca die Werkstatt verlassen hatte, schickte Johanna die Daten von ihrem Pad zu Rosalie und schob den Tisch mit Rebeccas Korsett zur Seite. Morgen würde sie die fertigen Programme aufspielen und noch einmal testen.
Nun holte sie einen anderen Tisch vor, der bisher an der Wand gestanden hatte. Sie zog das Tuch von dem Korsett welches auf dem Gestell stand und betrachtete es sich eingehend. Sie überlegte, ob das Schwarz wirklich so passend war, doch dann sagte sie sich, daß sie das später noch ändern könnte. Dieses Korsett und der dazugehörende Vollkeuschheitsgürtel, der nicht nur aus Hüft- und Schrittband bestand sondern Scham und die Pobacken komplett umschließen würde und nur eine ovale Öffnung im Bereich des Afters hatte, waren wesentlich kleiner und schmaler als Rebeccas. Sie holte das Teil welches vorhin aus der Weberei gekommen war und befestigte es auf den Schultern des Korsetts. Dieses Halskorsett reichte vorne bis über die Nase. Hinten ging es in einer sanften Rundung bis in die Höhe der Ohren, die allerdings wie auch die Augen frei bleiben würden. Sie holte ein kleines Schleifgerät aus dem Schrank, setzte sich die fremdbelüftete Staubmaske auf und schaltete die Absaugung über der Werkbank ein. Mit einem weißen Stift zeichnete sie die Konturen von Larissas Lippen nach und gab mit einem Zirkel rundherum einen Zentimeter dazu. Dann schnitt sie diesen Bereich sorgfältig aus und entgratete ebenso sorgfältig die scharfen Kanten. Als der Ausschnitt keinerlei scharfe Kanten und Ecken mehr aufwies, rührte sie ein wenig Harz an und pinselte die Kanten des Ausschnittes damit ein.

Es würde mindestens eine Stunde dauern bis das Harz ausgehärtet war, sie das weiche Silikonprofil einkleben und die Druckknöpfe für den Mundverschluss anbringen konnte. Also setzte sie sich an den Schreibtisch und schaltete den Computer ein. Auf dem Bildschirm erschien Larissas Scan und sie öffnete die Dateien des Keuschheitsgürtels, des Korsetts und des Halskorsetts.

Emylia wollte neue Ideen haben. Und die hatte sie. Sie vergrößerte einen Ausschnitt und begann im Bereich der Schulter eine Lage Kunststoff über den Scan zu legen. Es dauerte wesentlich länger als eine Stunde bis sie das Schultergelenk so an das Korsett und das Halskorsett angepasst hatte, so daß es sich frei bewegen ließ. Sie kopierte die Konstruktion und fügte sie spiegelverkehrt auf der anderen Seite ein. Langsam näherte sie sich dem, wie sie ihre Idee im Geiste vor sich sah. Morgen würde sie die Gelenke für die Ellenbogen konstruieren. Diese waren wesentlich einfacher hoffte sie, da diese normalerweise ja nur in eine Bewegungsrichtung zuließen.

’Hoffentlich gefällt das Larissa genauso gut wie mir.’ dachte sie sich. Zwar würde sie es für eine Vorführung sicher anziehen werden doch es wäre dennoch schade um die ganze Arbeit wenn sie es danach nicht wenigstens gelegentlich tragen würde. Aber bis es soweit ist, würde noch eine ganze Menge Arbeit einfließen müssen.

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»Habe ich etwas falsch gemacht, Herrin?« Mara stand neben dem Esstisch und hatte das Abendessen aufgetischt. Doch Julia hatte nur ein kleines Stück Huhn gegessen und den Reis und das Gemüse nur probiert.
»Tut mir leid Mara, aber ich habe heute keinen großen Appetit. Es schmeckt wirklich köstlich, aber ich kann im Moment nichts essen. Tu mir den Gefallen und pack es in den Kühlschrank wenn du gegessen hast. Dann geh bitte in dein Zimmer.«
»Ja, Herrin«, sagte Mara leise. Sie war ein wenig enttäuscht weil sie sich heute wirklich große Mühe gegeben hatte. Sie wollte auf keinen Fall noch einmal dafür bestraft werden, daß das Essen nicht fertig war, wenn Herrin Julia aus der Klinik kam. Doch sie sah, daß es ihrer Herrin wirklich nicht gut zu gehen schien.
»Kann ich irgend etwas für Sie tun, Herrin?« fragte Mara, als Julia aufstand und ins Wohnzimmer gehen wollte.
»Nein Mara, wirklich nicht. Ess bitte und räum hier auf. Und dann geh bitte in dein Zimmer.« Julia ging ohne sich um zu drehen ins Wohnzimmer und setzte sich auf die Couch.

Mara nahm sich ein Stück Fleisch, etwas Reis und Gemüse und begann zu essen. Sie fragte sich, was mit Herrin Julia los war. Sie hatte vor nicht ganz zwei Wochen noch gesagt, daß sie nur einmal im Jahr in die Klinik zur Untersuchung müsste, doch heute war sie schon wieder den ganzen Tag dort gewesen und war vor zwanzig Minuten recht niedergeschlagen wieder gekommen.
Mara räumte den Tisch ab und packte das Essen in Plastikdosen die sie in den Kühlschrank stellte. Dann reinigte sie die Arbeitsplatte und die Spüle. Im Wohnzimmer sprach Herrin Julia mit jemandem über das Comm. Doch Mara bekam von dem Gespräch nichts mit, da sie ziemlich leise redete. Mara klopfte laut an die offene Tür und wartete bis Herrin Julia sich ihr zu wandte.
»Ich gehe nach oben Herrin«, sagte sie »Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.«
»Danke Mara, die wünsche ich dir auch. Bis morgen«, sagte Julia und wandte sich wieder ihrem Gespräch zu. Mara knickste und ging nach oben. Sie duschte sich und zog das Nachthemd an. Dann ging sie in ihr Zimmer. Auf dem Nachttisch lag ein neues Spielzeug aus Herrin Julias Laden, Vermutlich hatte diese es heute morgen bereits dort hin gelegt, wie sie es schon mehrmals getan hatte. Doch heute hatte Mara nicht die geringste Lust, es auszuprobieren. Ihr ging der Gesichtsausdruck ihrer Herrin nicht aus dem Kopf als diese nach Hause gekommen war. Sie versuchte sich mit einem Buch abzulenken, welches sie heute Mittag im Laden angefangen hatte zu lesen. Irgendwann schlief sie ein und das Buch blieb aufgeschlagen auf der Bettdecke liegen. Sie schlief diese Nacht sehr unruhig und hatte sehr beunruhigende Träume die sie mehrmals aufschrecken ließen.

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»Guten Morgen Peter.« Yanna verbeugte sich tief vor ihm nachdem sie ihm die Tür des Autos aufgehalten hatte.
»Guten Morgen Yanna. Wie kommt es, daß wir uns hier treffen und nicht im Palast?« fragte Peter und hielt der jungen Frau die Hand hin um ihr auf zu helfen.
»Irgend wann werde ich die Sarai bitten müssen, mich dafür zu bestrafen. Aber nicht heute. Sie darf von diesem Treffen nichts erfahren. Noch nicht.« Sie ging voraus, am Brandenburger Tor vorbei zu einem kleine Café. Sie führte ihn in die hinterste Ecke und hielt ihm den Stuhl während er sich setzte.
»Also, warum bin ich hier?« wollte Peter wissen, nachdem auch Yanna Platz genommen hatte.
»Die Polizei sucht nach etwa 250 Frauen die zwar aus den Gefängnissen entlassen wurden, aber nie bei ihren Sozialhelfern angekommen sind«, begann Yanna ohne Umschweife.
»Und was hat sie damit zu tun?«
»Nichts. Naja, fast nichts. In einigen der Transportern, welche die Frauen nach Hause bringen sollten, war unsere Ware. Wir nutzen einige der Gefängnisse als Verladestellen. Da sucht niemand nach solchen Dingen. Aber die Polizei hat auf ihrer Suche nach den Frauen auch einen Teil unserer Ware gefunden. Jetzt sind sie auch uns auf der Spur.«
Eine Kellnerin kam an den Tisch und Yanna bestellte sich ein kleines Frühstück. Peter nahm dies ebenfalls.
»Außerdem haben wir erfahren, daß einige Anwälte ebenfalls etwas herausgefunden haben. Einer davon ist der Vater einer von Isabellas Schülerinnen. Ich habe jemanden bei ihm eingeschleust. Die Frau muss noch sieben Jahre als Serva dienen. Sie wird, wenn bei uns alles den Bach runter geht, dort bleiben. Da ist sie in Sicherheit und außerdem, kann sie auch für den Schutz des Mannes sorgen.«
Die Kellnerin brachte die Teller mit dem Essen und einen Korb mit frischen Brötchen. Peter belegte sich eines davon mit Schinken und begann zu essen. Nach ihm fing auch Yanna an zu essen.
»Das ist ja alles schön und gut, aber was habe ich damit zu tun? Ich bin Politiker. Und wenn man herausfinden sollte, daß ich mit der Sarai in Verbindung stehe, ist meine Karriere zu Ende, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat.«
»Das weiß ich. Und sie weiß das ebenfalls. Was denken Sie denn, warum wir uns so lange schon nicht mehr gemeldet haben? Die Sarai ist nur um das Wohl derer besorgt die ihr am Herzen liegen. Wir wollen niemanden in irgend etwas hinein ziehen«, sagte Yanna leise.
»Um das Wohl derer die ihr am Herzen liegen?« wiederholte Peter Yannas Aussage »Und was ist mit gewissen Gegenständen die unter das Gesetz über Waffen und Technik zur Kriegsführung fallen?«
»Von irgend etwas muss man leben. Und diese Gegenstände sind nunmal die Grundlage unserer Geschäfte«, sagte Yanna ruhig.
»Eine recht zweifelhafte Doppelmoral wie ich finde. Aber gut, ich nehme an, das wird irgendwann einmal ein Ende haben«, sagte Peter.
»Ich weiß. Und wir wissen auch, daß Sie dieses Ende irgendwann herbeiführen wollen. Und genau darum möchte ich Sie bitten. Sie wollen der Polizei sowieso irgend wann einen Tipp geben, wo sie uns finden können.« Yanna warf einen kurzen Blick zu Peter. »Schauen Sie nicht so, wir wissen, daß sie das irgend wann tun müssen. Uns ist vollkommen klar, daß Sie uns bisher nur deshalb decken weil wir einige Leute in Sicherheit bringen konnten und das auch tun werden, so lange es geht. Ich möchte Sie darum bitten, genau das zu tun, nämlich mich an die Polizei ausliefern.«
»Bitte?« Peter ließ das Brötchen sinken in welches er gerade hinein beißen wollte. »Jetzt?«
»Nein, nicht jetzt, erst wenn wir genug Beweise gegen diese Bande haben und auch deren Hintermänner kennen. Und erst, wenn die Sarai ebenfalls in Sicherheit ist.«
»Die Sarai? Wenn das alles passiert, sollte sie eine der Ersten sein, die im Gefängnis verschwindet«, sagte Peter. Seine Stimme klang härter als er das eigentlich gewollt hatte.
»Das werde ich nicht zulassen. Wenn ich dafür töten muss, daß das nicht passiert, ist mir das genauso recht, wie wenn ich dafür selbst sterben muss. Entweder, Sie helfen mir dabei meine Herrin in Sicherheit zu bringen oder ich muss das selbst tun. Und ich fürchte, wenn ich das tue, wird es mehr Unbeteiligte treffen, als wenn Sie das tun.«
Peter dachte einen Moment lang nach. »Und wie soll das passieren? Wenn sie einfach so verschwindet, wird es früher oder später irgend jemanden geben, der Fragen stellt und sie zu suchen beginnt.«
»Es gibt keine Sarai, wie Sie sich denken können. Und Sarah Martino ist vor 18 Jahren in Straßburg im Rhein ertrunken. Es gibt lediglich eine Unbekannte, die einen großen Schmugglerring anführt. Und diese Frau wird in ihrem Palast verbrennen wenn die Polizei ihr auf die Schliche kommt. Sobald meine Herrin in Sicherheit ist, wird die Polizei mich gefangen nehmen. Ich werde gestehen, daß ich die ihre Stellvertreterin bin und ins Gefängnis gehen. Vielleicht auch in die Schule, wenn die Richter das zulassen, aber nicht, bevor sie in Sicherheit ist.«
»Ich verstehe. Und wie soll das nun passieren? Und vor Allem, wann?«
»Das wie, kann ich ihnen noch nicht genau sagen. Aber es wird passieren, nachdem der Palast abgebrannt ist.«
»Ich verstehe. Und wann genau soll ich der Polizei Bescheid geben?« Pater trank einen großen Schluck Kaffee.
»Ich werde ihnen rechtzeitig Bescheid geben.«
»In Ordnung, ich werde tun, was ich kann, versprechen werde ich nichts. Nur, eine Frage habe ich noch, warum soll die Sarai nichts von diesem Gespräch wissen?«
»Können Sie sich das nicht denken? Sie würde genauso handeln wie ich. Sie würde zuerst versuchen ihre Dienerinnen in Sicherheit zu bringen bevor sie an sich selbst denkt. Und genau das will ich nicht. Ich will nicht, daß sie sich für uns opfert. Sie hat nicht nur für Mich sehr viel getan.«
Peter nickte lediglich und die Beiden beendeten schweigend ihr Frühstück. Es war alles gesagt, was gesagt werden musste. Nachdem sie aufgegessen hatte, verließ Yanna das Café.

- - -

»Hattest du nicht gesagt, daß du nicht kochen kannst?« Kira schaute verschlafen zu Melissa die gerade die Brötchen aus dem Ofen holte und in einen Korb legte.
»Brötchen aufbacken ist ja noch lange nicht kochen«, sagte Melissa und stellte Kira eine Tasse Kaffee auf den Tisch. »Hier, bitte sehr, mit viel Milch.«
»Danke«, sagte Kira und trank einen Schluck.
»Erzähl, wie war es in der Schule?« fragte Melissa neugierig.
»Es war schon ein wenig anstrengend. Aber es hat mir gefallen. Nicht, daß wir jeden Morgen eine ganze Stunde laufen mussten und daß wir mit einer Gerte geschlagen worden sind war auch nicht so toll. Aber ich glaube schon, daß es das Richtige für mich ist. Ich werde da auf jeden Fall hin gehen. Und ganz ehrlich? Ich finde, daß so eine Tunika schon ziemlich schick aussieht.« Kira grinste als sie den letzten Satz sagte.
»Ich möchten ja am liebsten nichts anderes mehr anziehen. Alleine im Winter mit Unterwäsche herumlaufen, finde ich schon ziemlich komisch«, sagte Melissa und zwinkerte ihr zu »Aber du hast Recht, daß ich nicht mehr jeden Morgen laufen muss, finde ich gar nicht mal so schlimm.«
»Schade, ich hatte gedacht, wir könnten morgens zusammen laufen gehen, bis ich in die Schule gehe«, sagte Kira.
»Willst du schon mal Trainieren?«
Kira nickte und trank einen weiteren Schluck Kaffee. Sie nahm sich ein Brötchen und schmierte es sich mit Marmelade.
Melissa lachte erneut »Dann kannst du ja auch gleich die Haltungen üben. Kontrollieren kann ich sie ja, aber das mit der Gerte werde ich ganz bestimmt nicht machen.«
»Das kann ja Papa machen«, sagte Kira und musste lachen.

»Was soll ich machen?« Bernd war gerade die Treppe herunter gekommen und setzte sich im Bademantel an den Tisch.
Kira beobachtet ihn einen Moment und verdrehte die Augen »Kannst du das nicht lassen? Dazu habt ihr doch die ganze Nacht Zeit gehabt. Beim Essen muss das doch wirklich nicht sein.«
»Was meinst du denn?« fragte Bernd leicht verwundert. »Ich mache doch gar nichts.«
»Na, du ziehst Melissa mit den Augen aus. Und erzähl mir nicht, ihr hättet das Licht ausgemacht.«
Bernd schaute verlegen auf sein Brötchen und widmete der Butter die er darauf schmierte sehr große Aufmerksamkeit. »Ich weiß gar nicht, wovon du redest.«
Kira grinste breit und schaute zu Melissa die von ihrem Brötchen auf sah und sagte »Was hast du denn dagegen? Das ist doch ganz normal. Jeder tut das.«
»Schon. Aber muss das unbedingt so laut sein, daß ich nicht schlafen kann? In einem Halben Jahr bin ich in der Schule, dann stört mich das nicht mehr, aber ich muss mich auch mal auf meine Prüfungen vorbereiten. Und dazu gehört halt, daß ich nachts ausschlafen kann«, sagte Kira leicht pikiert.
»Ich verstehe. Auf deine Prüfungen vorbereiten. So nennt man das also«, sagte Bernd und verkniff sich ein breites Grinsen.
»So nennt man was?« wollte Kira wissen.
»Na, wenn ihr euch so auf die Prüfungen vorbereitet, wie wenn Dominique hier ist, dann hoffe ich ja, daß du vorher schon genug gelernt hast.«
Nun wurde Kira rot im Gesicht. »Du hast das mitbekommen? Du lauschst doch nicht etwa an meiner Tür? Oder?«
»Nein«, sagte Bernd. Nun schaffte er es nicht mehr, sein Grinsen zu verbergen. »Aber wenn hier im Wohnzimmer fast die Lampen von der Decke fallen wenn ihr Beiden in deinem Zimmer seid und lernt, ist das doch schon offensichtlich.«
»Oh Mann, das war einmal«, sagte Kira. »Wir sind vom Bett gefallen. Sowas passiert halt mal.«
»Ach ja? Einmal? Eine ganze Woche lang? Jeden Nachmittag? So oft kann man doch gar nicht vom Bett fallen.«
»Schon gut, ich sage ja schon nichts mehr.« Kira lehnte sich in ihren Stuhl, kreuzte die Arme und sah ihren Vater beleidigt an. Dieser grinste nur und aß sein zweites Brötchen.

- - -

Frida lag neben Maja und hatte das Bein über Majas Knie gelegt. Ihr Fuß lag zwischen Majas Füßen und Isabellas Fuß lag auf Fridas.
»Das ist ein ganz tolles Geburtstagsgeschenk«, sagte Maja. Sie hatte die Ringe die sich Isabella und Frida hatten stechen lassen ausgiebig bewundert und auch sehr intensiv ausprobiert. Nun waren alle Drei reichlich erschöpft und glücklich.
»Wir haben noch eine Überraschung für dich«, sagte Isabella. Sie drehte sich kurz zu ihrem Nachttisch. Sie nahm die kleine Schachtel die dort lag und gab sie Maja. Diese nahm ihre Arme unter den Köpfen der Beiden heraus und rutschte etwas nach oben. Sie lehnte sich an den Kopfteil des Bettes und schaute sich das Päckchen an. »Was ist das?« fragte sie.
Isabella beugte sich über Majas Bauch und gab Frida einen Kuss, bevor sie sich aufrichtete. »Mach es doch auf«, sagte sie.
Auch Frida richtete sich auf. Sie wollte unbedingt Majas Gesichtsausdruck sehen wenn sie das Päckchen öffnete. Sie warf einen grinsenden Blick zu Isabella als Maja die gelbe Schleife aus Stoff öffnete und den Deckel von der Schachtel hob.
»Sind die für mich?« fragte Maja. Man konnte deutlich sehen, wie sehr sie sich über die sieben kleinen silbernen Ringe freute, die in der Schachtel lagen.
»Natürlich sind die für dich«, sagte Frida. »Wenn du willst, können wir heute noch zu Trish gehen.«
Auch Isabella grinste breit.
»Schade, das wird wohl nicht gehen. Bis nachher die Gäste kommen, sind nur noch drei Stunden und wir müssen doch noch alles fertig machen. Der Tisch muss gedeckt werden und außerdem muss das Essen vorbereitet werden. Es sind noch nicht alle Kuchen fertig und Kaffee muss auch gekocht werden«, sagte Maja leicht enttäuscht.
»Dann geht ihr Beiden doch zu Trish, ich mache das schon«, sagte Frida.
»Kommt doch gar nicht in Frage«, sagte Maja bestimmt. »Ich möchte doch, daß du auch dabei bist.«
»Maja hat recht«, sagte Isabella. »Das sollten wir schon zusammen machen. Du gehörst schließlich genauso dazu.«
Beide beugten sich zu Frida und zogen sie zu sich heran. Die Drei legten die Köpfe zusammen und küssten sich eine ganze Weile bis es an der Tür klingelte.
»Jetzt schon?« fragte Frida und schaute auf den Wecker der gerade mal halb zwölf Uhr Mittags zeigte. »Ich dachte die kommen Alle erst gegen drei?«
»Gehst du bitte aufmachen?« fragte Isabella »Es ist sowieso Zeit aus dem Bett zu kommen.«
»Ja Herrin«, sagte Frida. Sie gab Beiden noch einen Kuss und stand auf. Sie zog sich schnell eine Tunika über und ging zum Aufzug. Ohne zu fragen drückte sie den Knopf um diesen freizugeben und sagte »Sechster Stock«, in die Sprechanlage.
Es kam keine Antwort. Statt dessen sah sie, daß der Aufzug nach oben fuhr. Sie stellte sich neben die Tür und wartete bis dieser angekommen war. Die Tür öffnete sich und eine Stimme sagte ein wenig schüchtern »Schönen guten Tag, ich soll hier die Schulleiterin treffen.«
»Heute?« fragte Frida ein wenig missmutig. Sie war froh gewesen, daß ihre Herrin an Majas Geburtstag nicht arbeiten musste. Sie wusste, daß Maja sich sehr darauf gefreut hatte, daß sie den Tag zusammen und mit ihren Freunden und ihrer Familie verbringen würden und nun kam irgend jemand und wollte etwas von ihrer Herrin als Schulleiterin.

Eine Frau mit schulterlangen, braunen Haaren kam aus dem Aufzug. Sie trug eine beige, einfache Tunika, hatte eine Reisetasche in der Hand schaute sich etwas schüchtern um. Frida musterte die Frau und trat einen Schritt zurück.
»Chris!« rief sie laut und umarmte ihre ehemalig Mitschülerin kräftig.
»Frida«, rief Chris. Sie erwiderte die Umarmung ebenso kräftig und schien recht erleichtert sie zu sehen.
»Chris, schön dich zu sehen«, sagte Frida »komm rein. Die Tasche lass einfach im Flur stehen.« Sie fasste Chris an der Hand und zog sie ins Wohnzimmer. In diesem Moment kam Isabella nackt aus dem Durchgang zum Schlafzimmer. »Ach du meine Fresse«, sagte sie, drehte sich auf dem Absatz um und ging zurück ins Schlafzimmer.
Chris schaute ihr ungläubig hinterher. »Sag mal, hatte sie eben wirklich da unten Ringe oder hab ich mich da verguckt?«
Frida sah sie an und fragte gespielt empört: »Wo schaust du denn den Leuten hin, wenn sie nackt sind?«, worauf hin Chris ein etwas betretenes Gesicht machte. Nun musste Frida laut lachen. Sie trat einen Schritt zurück und öffnete ihre Tunika. Chris schaute sie noch ungläubiger an, nachdem sie diese wieder korrekt geschlossen hatte. »Du auch?«
Frida nickte lachend.
»Wo bin ich hier denn hin geraten?« fragte sie und schüttelte den Kopf.
»Das ist Majas Geschenk«, sagte Frida noch immer lachend. »Sie hat heute Geburtstag.«
»Heute?« fragte Chris.
»Ja. Heute.«
»Ohje. Ich hab nicht mal ein Geschenk. Ich hab bloß dir was mit gebracht.«
»Was? Mir? Wieso denn das? Ich freue mich auch so, dich wieder zu sehen«, gab Frida zurück.
»Das geb ich dir besser später«, meinte Chris grinsend. »Wir Beide müssen uns sowieso noch unterhalten.«
»Wieso? Was ist denn los?« fragte Frida neugierig.
»Ich sage nur Hundefutter«, meinte Chris.
Darauf hin brach Frida in lautes Gelächter aus.
»So witzig haben meine Schülerinnen das nicht gefunden. Es hat ganz schön gedauert, bis ich sie wieder beruhigt hatte und ihnen klar machen konnte, das sie kein Hundefutter an der Schule bekommen«, sagte Chris ernst.

»Das habe ich ihr auch gesagt, als sie mir das erzählt hat. Da mische ich mich aber nicht ein. Du bist jetzt Lehrerin und kannst das selber«, sagte Isabella, die nun angezogen aus dem Schlafzimmer kam.
Chris ging zu ihr, knickste und sagte »Guten Tag, Miss Isabella.«
»Hallo Chris. Das brauchst du hier nicht zu machen. In der Schule ist es angebracht, aber nicht hier.« Sie ging zu Chris und umarmte sie »Schön dich wieder zu sehen.«

»Was wird das denn hier? Ich dachte, ihr Beiden wolltet anfangen den Kuchen fertig zu machen und den Tisch zu decken. So wird das nie alles rechtzeitig fertig.« Maja war aus dem Schlafzimmer gekommen und schaute grinsend in die Runde.
»Sei du mal bloß froh, daß du heute Geburtstag hast«, sagte Isabella grinsend. »Außerdem wären wir schon längst fertig, aber du musstest ja unbedingt dein Geschenk ausprobieren.«
Maja lachte, knickste vor Isabella und sagte »Entschuldige Herrin. Aber das war einfach zu verlockend. Und euch hat es ja auch Spaß gemacht, oder wollt ihr das etwa abstreiten?«
»Ich streite gar nichts ab«, sagte Isabella noch immer grinsend. »Du kennst Chris noch?«
»Sicher doch«, sagte Maja und wandte sich zu Chris. »Hallo Chris, schön dich wieder zu sehen.«
»Hallo Maja. Ich wünsch dir alles Gute zum Geburtstag«, sagte Chris und knickste vor ihr. »Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich dir ein Geschenk mit gebracht.«
»Das macht doch nichts. Ich nehme an, du willst dich mit Isabella unterhalten. Frida und ich gehen solange in die Küche. Wir müssen uns langsam mal beeilen, sonst wird das nichts mehr bis der Besuch kommt.« Sie fasste Frida an der Hand und ging mit ihr in die Küche, wo die Beiden sofort anfingen alles vorzubereiten. Frida holte eine Schale Erdbeeren aus dem Kühlschrank und wusch diese, bevor sie diese halbierte und auf einen fertigen Boden legte.
»Hee, die sind für den Kuchen, wenn du dauernd welche klaust, hab ich ein Problem«, sagte Frida und zog die Schale aus Majas Reichweite.
»Was denn? Erdbeeren im Winter bekommt man nun mal nicht so einfach. Und ich liebe Erdbeeren«, sagte Maja lachend.
»Was meinst du denn, warum ich die sonst besorgt habe? Ich hätte mehr kaufen sollen, jetzt hab ich wirklich nicht mehr genug für den Kuchen«, sagte Frida schmollend und holte eine Banane aus dem Obstkorb. Sie schälte diese und schnitt sie in fingerdicke Scheiben die sie in die Mitte des Bodens legte. Sie nahm eine der letzten Erdbeeren und hielt sie Maja hin. Diese schnappte danach doch Frida zog sie schnell zurück und steckte sie sich mit einem provozierenden Blick zwischen die Zähne. Mit offenem Mund und der Erdbeere zwischen den Zähnen grinste sie Maja an. Diese kam zu ihr und legte ihre Hand fest in Fridas Nacken. Sie zog sie zu sich heran und drückte ihre Lippen auf Fridas. Dabei biss sie ein großes Stück der Erdbeere ab und gab Frida einen langen Kuss. »Dankeschön«, sagte sie nachdem sie das Stück gegessen hatte. »So schmecken die sogar noch viel besser.«
»Stimmt«, sagte Frida und leckte sich die Lippen. Dann ließ sie einige Blätter Gelatine aufquellen und gab nebenher etwas Wasser und einige Löffel Zucker in einen kleinen Topf. Dazu gab sie einige Tropfen Zitronensaft, etwas rote Lebensmittelfarbe und die Flüssigkeit von den Erdbeeren die sie gestern Abend schon gezuckert hatte.
»Was wird das denn? Warum nimmst du nicht einfach fertigen Tortenguss?« fragte Maja als sie mit einem Stapel Teller an ihr vorbei ging.
»Das schmeckt so viel besser«, erklärte sie Maja. Sie drückte die Gelatine aus und gab sie ebenfalls in den Topf. Nachdem der Inhalt des Topfes warm war und sich alles aufgelöst hatte, nahm sie einen Löffel, gab den nun fertigen Guss über den Erdbeer-Bananenkuchen und stellte diesen in den Kühlschrank.
»Wie viele von den Rührkuchen brauchen wir eigentlich?« wollte sie wissen.
»Ich denke, zwei reichen«, gab Maja zurück.
Frida holte die Zutaten aus den Schränken und rührte zwei Portionen Teig an, in eine davon gab sie einen Löffel Kakaopulver um ihn einzufärben. Dann schüttete sie jeweils die Hälfte des Teiges in zwei Backformen und gab dann den restlichen Teig aus der jeweils anderen Schüssel dazu. Die beiden Formen stellte sie in den Ofen und räumte dann wieder auf.

»Hee, Finger weg. Die sollten auf die Sahneschüsseln«, sagte Frida, als Maja sich eine weitere Erdbeere stibitzte.
»Tja, dann hat der Besuch eben Pech gehabt«, sagte Maja grinsend und nahm die letzte Erdbeere aus der Schale. »Möchtest du auch eine?« fragte sie Frida und hielt ihr diese hin.
»Ess du die mal. Ich weiß doch wie sehr du sie magst.«
»Ach komm schon, ich wette, du hast noch garkeine davon gegessen«, sagte Maja und hielt ihr die Erdbeere hin.
»Danke«, sagte Frida und wollte mit dem Mund nach der Erdbeere schnappen. Doch dieses Mal zog Maja die Hand zurück, so daß Frida nun ins Leere biss. Schnell nahm sie die Hand herunter, nahm diese unter ihre Tunika und zeigte Frida demonstrativ die nun leere Hand.
»Komm, hol sie dir«, sagte sie lachend.
Frida schaute sie kurz an, grinste, kniete sich vor Maja auf den Boden und steckte den Kopf unter ihre Tunika. Mit der Zunge fischte sie die Erdbeere zwischen Majas Schamlippen hervor.

»Na, so ungefähr hab ich mir euer Backen ja vorgestellt«, sagte Isabella die auf einmal mit Chris in der Küche stand.
Frida kam sofort unter Majas Tunika hervor und hielt Isabella die Erdbeere hin, die sie zwischen den Zähnen hielt.
»Da sag ich nicht nein«, sagte Isabella und legte die Lippen auf Fridas. Sie schnappte sich die Erdbeere mit der Zunge und zerbiss sie demonstrativ.
»Lecker, Erdbeere mit Maja. So gefällt mir das«, sagte sie, holte das Kaffeebesteck und verschwand im Esszimmer.
Frida machte einen Schmollmund und schaute ihr nach.
»Na, prima, jetzt hast du doch keine abbekommen«, sagte Maja lachend. Sie nahm einige Tassen und brachte sie ebenfalls nach draußen.

»Was war das denn? Du und Miss Isabella und Maja? Wie kommt das denn?« fragte Chris, die mit Isabella in die Küche gekommen war, erstaunt.
»Naja, das hat sich irgendwie so ergeben«, sagte Frida mit rotem Kopf und setzte Wasser für den Kaffee auf.
»Von wegen einfach so ergeben.« Isabella war in die Küche zurück gekommen. Sie nahm einen Stapel Stoffservietten und gab diese Chris. »Hier, falt die mal. Sie hat jeden Abend vor der Schlafzimmertür gehockt und sah morgens aus wie durch die Mangel gedreht. Nach zwei Wochen konnten wir das nicht mehr mit ansehen und haben sie einfach rein geholt.«
Frida schaute betreten zu Boden. »Komm schon Süße, ist doch in Ordnung.« Isabella ging zu Frida, nahm sie in die Arme und strich ihr durch die Haare.

Gegen 15 Uhr kamen die ersten Gäste. Isabella hatte Frida zwar gesagt, sie brauchte heute nicht zu bedienen, dennoch nahm Frida diese Aufgabe sehr ernst. Chris, die von Maja eingeladen worden war, half Frida dabei, so daß diese sich auch mit den Anderen unterhalten konnte.

Erst in den späten Abendstunden gingen die letzten Gäste und auch Chris verabschiedete sich, da sie morgen in der Schule sein musste, wo sie den ersten Teil ihrer Ausbildung zur Lehrerin absolvieren sollte.

»Das war ein schöner Tag. Ich danke euch Beiden«, sagte Maja, als die Drei endlich im Bett lagen. Sie beugte sich über Isabella die mit dem Gesicht zu ihr auf der Seite lag, gab Frida einen Kuss und legte den Arm auf ihren Rücken. Isabella zog sie noch näher zu sich heran und so schliefen die Drei eng umschlungen ein.

 

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Erotik/BDSM

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Rechtschreibung/Form

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