Neue Horizonte Teil 11 - Erkenntnisse

"Klappentext"

Eine unangenehme Überraschung für Mara, Probeunterricht bei Miss Isabella und eine neue Erfahrung für Larissa

 

Mara war auf dem Weg zur Bibliothek und hielt das Buch, welches Astrid ihr geliehen hatte unter dem Arm. Sie betrat die Bibliothek und ging zum Tresen.
»Hallo, was kann ich denn für Sie tun?« fragte die ältere Frau zwar freundlich, aber ein wenig enerviert.
»Hallo, ich wollte zu Astrid. Sie hat mir das Buch hier geliehen. Ich wollte sie noch etwas dazu fragen«, sagte Mara.
»Zu Astrid? Das wird nicht gehen. Aber vielleicht kann ich Ihnen ja weiterhelfen.«
»Ist sie heute nicht hier?« hakte Mara nach. Diese Frau war ihr nicht sehr sympathisch. »Wann ist sie denn wieder da?«
»Astrid wird nicht mehr her kommen«, sagte die Frau und beugte sich zu Mara bevor sie leise weiter sprach. »Eigentlich darf ich das ja gar nicht verraten, aber am Dienstag war die Polizei hier und hat sie mitgenommen, einfach so.« Die Frau sah sich kurz um bevor sie weiter sprach »Sie soll irgendwo eingebrochen sein. Sie ist soweit ich das mitbekommen habe gestern schon verurteilt worden und man hat sie auf die Schule geschickt.« Wieder schaute die Frau sich kurz um »Wenn Sie mich fragen, irgend was stimmt da nicht. So schnell geht das doch normalerweise gar nicht. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen daß sie irgend wo eingebrochen sein soll. Das traue ich ja vielen zu, aber Astrid niemals.«
»Auf die Schule?« rief Mara entsetzt aus.
Die Frau hielt einen Finger vor die Lippen. »Leise«, sagte sie energisch »Am Mittwoch waren dann jede Menge Polizisten hier und haben das Büro durchsucht. Einen der Beamten kenne ich recht gut. Er hat mir verraten, das sie irgend ein bestimmtes Buch suchen, irgend einen uralten Folianten den sie gestohlen haben soll. Aber bisher ist der wohl noch nicht aufgetaucht.«
Wieder wollte Mara etwas sagen. Doch dieses Mal hatte sie sich unter Kontrolle »Einen Folianten?«
»Das ist ein Buch, etwa so groß.« Sie zeigte Mara mit den Händen die Größe »meistens auf Pergament geschrieben und in Leder eingebunden.«
Mara wusste nur zu genau, was ein Foliant war. Doch das wollte sie der Frau nicht auf die Nase binden. Deshalb gab sie einfach das Buch zurück. Die Frau trug es aus und Mara verabschiedete sich. Auf dem Heimweg dachte sie über Astrid nach. Zwar kannte sie sie nicht wirklich, doch daß sie irgendwo eingebrochen sein sollte, traute sie ihr nicht zu. Sie fragte sich, was für einen Folianten die Polizisten wohl gesucht hatten. Ihr fiel das Buch ein, welches im Laden in der Vitrine lag, doch das konnte ja nicht sein, dieses Buch war ja schon lange Zeit im Laden gewesen.

»Mara, selbst wenn sie hier wäre, darf ich dir das nicht sagen.« Chris Stimme hatte sich kaum merklich verändert. »Ich darf ja nicht einmal ihrer Familie sagen, daß sie hier ist, dir darf ich das erst Recht nicht sagen, du kennst die Regeln doch genauso wie ich.«
»Ich verstehe«, sagte Mara nachdenklich. Also war sie tatsächlich in Straßburg. »Hast du von den anderen etwas gehört?« wechselte sie das Thema.
»Nein, leider nicht. Du bist die Erste die sich mal meldet. Aber in ein paar Wochen muss ich das erste Mal auf eine andere Schule. Du weißt schon, für die Ausbildung zur Lehrerin. Miss Wilhelmina hat dafür gesorgt das ich auf Miss Isabellas Schule komme. Wenn du möchtest, grüße ich sie und Larissa und Frida von dir.«
»Sehr gerne«, sagte Mara. »Wie ist es denn so als Lehrerin?« wollte sie wissen.
»Eigentlich ganz in Ordnung. Aber ich kann jetzt verstehen warum Miss Isabella so ungern andere Schlägt. Das ist wirklich nicht leicht.« Chris seufzte leise »Aber wenn ich Frida erwische, der würde ich gerne mal eine gehörige Tracht verpassen«, fügte sie grimmig hinzu.
»Wieso das denn?« fragte Mara ein wenig erstaunt.
»Du erinnerst dich daran daß sie immer Hundefutter gegessen hat? Sie hat das in Näpfe getan und in den Schränken versteckt. Und die neuen Schülerinnen haben das natürlich beim Einräumen gefunden. Du glaubst gar nicht, was ich für Probleme hatte denen das zu erklären.«
Mara lachte laut auf als sie das hörte.
»Mir war gar nicht so zum Lachen«, sagte Chris. »Florentine, eine meiner Schülerinnen hat das gesehen und ist schreiend weggelaufen. Wir haben sie gerade noch am Tor erwischt. Also wenn ich Frida in die Finger bekomme, kann sie vielleicht was erleben.«
Chris beruhigte sich schnell wieder »Und wie geht es dir? Ich hoffe, du bist wenigstens immer anständig.« Mara konnte Chris grinsen beinahe durchs Comm hören.
»Naja, bis jetzt musste mich Herrin Julia nur einmal bestrafen«, gab Mara ein wenig geknickt zu.
»Oha, was hast du denn angestellt?« wollte Chris wissen.
»Ich hab das Abendessen vergessen«, sagte Mara ein wenig verlegen.
»Ohje. Was ist passiert?«
»Sie hat mich geschlagen«, sagte Mara noch immer ziemlich kleinlaut.
»Das war doch wohl zu erwarten.« Noch immer war Chris deutlich hörbar am Grinsen. »Aber mach dir nichts draus, was sind schon ein paar Schläge? Da bist du ja auch selbst Schuld. Und ich denke mal, daß du das so schnell nicht wieder vergessen wirst.«
»Nach den 50 Schlägen mit dem Lederriemen sicher nicht«, sagte Mara. Sie war ein wenig abwesend als sie an diesen Abend dachte.
»Fünfzig?« rief Chris entsetzt aus. »Wegen einem vergessenen Abendessen? Ist deine Herrin so streng? Das geht doch mal gar nicht. Am Besten ich sage das Miss Wilhelmina. Die kann dir da raus helfen.«
»Was?« rief Mara. Chris Worte brachten sie schlagartig ins Hier und Jetzt zurück. »Nein. So war das nicht. Sie ist gar nicht so streng. Sie ist sogar ganz nett. Und es gefällt mir hier.« Mara versuchte Chris zu erklären, was Julia ihr vor fast einer Woche erklärt hatte und daß sie ihr eigentlich gerade mal zehn Schläge geben wollte, bis sie gemerkt hatte, was mit ihr passiert ist.
»Sie hat mir angeboten, wenn ich das nochmal haben möchte, brauch ich sie nur zu fragen. Und wenn ich mir wieder was zu Schulden kommen lasse will sie mich statt mich zu schlagen, lieber im Geschäft auf den Pranger binden«, schloss Mara ihre Erklärung ab.
»Sie hat einen Pranger im Geschäft? Was ist das denn für ein Laden?« fragte Chris erstaunt.
»Sie hat einen Sexshop. Und ich hab den Antiquitätenladen, da kann ich machen was ich will hat sie gesagt.«
»Du hast einen eigenen Laden?«
»Naja, eigentlich gehört der ihrer Schwester. Aber die ist weggezogen und ich verkaufe da und bin dafür verantwortlich. Aber wenn sie nicht da ist, muss ich in dem anderen Laden auch aushelfen«, erklärte Mara.
»Au weh«, sagte Chris. Wieder war sie deutlich hörbar am Grinsen »Schmerzgeil und dann in einem Sexshop arbeiten. So gut hätte ich das gern auch mal.«
»Ich finde das gar nicht so toll. Das macht mir ganz schön Angst.«
»Das gibt sich schon mit der Zeit.«
Mara verabschiedete sich von Chris und bat sie noch einmal Alle zu grüßen die sie sehen würde, dann beendete sie das Gespräch. Sie hatte erfahren, was sie wissen wollte und mit Chris zu sprechen hatte ihr gut getan. Nachdenklich schlug sie einen Nagel in die Wand und hängte eine der Uhren auf.

- - -

»Auch du brauchst gar nicht so zu grinsen.« Isabella schlug mit der Gerte fest auf den Tisch der neben der Eingangstür stand. Die acht Frauen standen in einer Reihe vor ihr im Schlafsaal und kicherten und grinsten. Bis auf Frida trugen alle noch normale Alltagskleider.
Schlagartig kehrte Ruhe ein. Wenigstens bemühten sie sich alle sich ordentlich hin zu stellen. Sie schauten mehrmals zu Frida und versuchten sich genau so wie sie hin zu stellen.
»So, und jetzt wo wir alle in dieser intimen Runde zusammen sind, da sind eure Schränke.« Isabella deutete mit der Gerte auf die Reihe Schränke an der Wand neben sich. »In zehn Minuten sind alle eure Sachen da eingeräumt«, rief sie. Sofort kam eine gewisse Unruhe auf und die Frauen begannen ihre Taschen auszupacken. Lediglich Frida tat, was Isabella erwartet hatte, zog ihre Tunika aus und stellte sich nackt vor ihr Bett.
»Soso, es gibt also nur eine hier, die weiß, was ’alle Sachen’ bedeutet«, rief Isabella und musste ein Grinsen unterdrücken. Genau so hatte sie sich das vorgestellt.
Die Frauen sahen alle mehr oder weniger entsetzt zu Frida die mit hinter dem Rücken verschränkten Armen und leicht auseinandergenommenen Beinen vor dem Bett stand. Auch Frida schien sich sehr zusammen reißen zu müssen um nicht zu grinsen. Isabella zwinkerte ihr zu. »Na los, was ist denn? Die Sachen die ihr an habt, auch noch«, rief sie den anderen zu.
Es dauerte einige Sekunden bis sie begriffen hatten, was sie von ihnen wollte. Dann gingen sie zögernd zu ihren Schränken, zogen sich aus und räumten auch die Sachen die sie bis eben noch getragen hatten in die Schränke ein und stellten sich vor ihre Betten. Doch anstatt sich ordentlich hin zu stellen versuchten die Meisten ihre Scham und ihre Brüste mit den Händen zu bedecken. Isabella ging langsam die Reihe ab und schaute die Frauen eindringlich an. Außer Frida hatte nur eine sich ordentlich hingestellt und grinste breit.
»Was gibt’s den da zu grinsen, Kira?« fragte sie drohend.
»Entschuldigung Miss«, sagte die Frau und versuchte ein ernstes Gesicht zu machen.
Isabella nahm das wohlwollend zur Kenntnis. Doch ganz so einfach wollte sie sie nicht davon kommen lassen. »Was soll das denn sein?« fragte sie und deutete mit der Gerte auf Kiras Haare. »Ich hoffe ja, das lässt sich raus waschen, das sieht einfach furchtbar aus.« Während der Ansatz einen natürlichen blonden Ton hatte, war der Rest ihrer Haare in einem grellen feuerrot gefärbt.
»Nein Miss, leider nicht«, sagte Kira.
Isabella schüttelte den Kopf und korrigierte Kiras Haltung indem sie mit der Gerte ihre Beine ein Stück weiter auseinander drückte und ihre Arme etwas nach unten wies. Dann ging sie weiter zu der nächsten Frau. Mit der Gerte schob sie mit sanftem Nachdruck die Arme der Frau nach unten »Ich nehme an, alle Anwesenden hier haben schon mal eine nackte Frau gesehen. Du kannst also die Arme ruhig nach hinten nehmen. Es wird dir niemand was wegschauen.«
Als die Frau nur zögernd die Arme nach hinten nahm, holte Isabella mit der Gerte aus und ließ sie schnell gegen ihre Tunika schlagen. Ihr Bein nahm sie genau im richtigen Moment zur Seite so das es ein recht lautes Geräusch gab, als die Gerte auf den Stoff traf. Sofort nahm die junge Frau die Arme hinter den Rücken.
»Na also, geht doch«, sagte Isabella. »Das sieht doch schon ganz gut aus. Aber da«, sie deutete mit der Gerte auf die Scham der Frau, »will ich in einem halben Jahr keinen Urwald mehr sehen.«
Die nächste Frau nahm zögernd die Hände hinter den Rücken als Isabella sich vor sie stellte.
»Was ist das denn?« fragte Isabella laut »Da hat wohl jemand einen Juwelier überfallen.« Sie deutete mit der Gerte auf die Scham der Frau. In den Schamlippen steckten je vier silberne Ringe und auch am Kitzler blitzte ein Ring hervor. Die Umstehenden begannen zu kichern und schauten zu der Frau.
»Ruhe! Da gibt es nichts zu lachen«, rief Isabella und warf einen Blick zu Frida die gerade genauso rot im Gesicht wurde, wie die Frau vor Isabella und einen Blick nach unten warf. Auch bei ihr blitzten mehrere Ringe zwischen den Schamlippen hervor. »Auch sowas will ich später hier nicht mehr sehen.« Ein leichter Schmerz erinnerte sie beim Gehen daran daß sie seit zwei Tagen ebenfalls solche Ringe trug. Eigentlich hatte sie sich vehement weigern wollen, aber Frida hatte es irgendwie geschafft sie doch dazu zu überreden. Als sie bei Trish waren und sie gesehen hatte, daß es Frida anscheinend überhaupt nicht weh tat, hatte sie sich von den Beiden breit schlagen lassen und seit dem selbst sieben Ringe zwischen den Beinen.
»Maja gefällt sowas. Ich glaube sie würde sich freuen wenn wir ihr die auf ihrem Geburtstag zeigen«, hatte Frida gesagt. Natürlich hatte sie selbst schon mitbekommen wie Maja sich entsprechende Bilder angesehen hatte. Trish hatte gute Arbeit geleistet und sie hatte kaum etwas gespürt als sie ihr die Löcher gestochen hatte. Doch nun spürte sie einen leichten Schmerz beim Laufen. »Das geht balde weg«, hatte Trish gemeint. »In zwei bis drei Wochen ist das komplett verheilt. Früher hätte das doppelt so lange gedauert«, hatte sie gesagt.

Sie räusperte sich. »Serva sollten sowas nur tragen wenn das mit ihren Herrschaften abgesprochen ist und die das auch erlauben«, sagte sie und ging zur nächsten Frau.

Als sie bei Frida an kam lächelte diese sie an. Hier hatte sie erwartungsgemäß nichts zu bemängeln. Die Piercings konnte sie kaum ansprechen, war sie selbst es doch, die diese erlaubt hatte. Also ließ sie sich Fridas Hände zeigen. Auch ihre Fingernägel waren blitzblank sauber. »Sieht ja alles ganz gut aus«, sagte sie.
»Vielen Dank Herrin«, sagte Frida lächelnd.
Isabella stellte sich in der Mitte der Reihe vor die Frauen. »So, die nächsten drei Tage werdet ihr hier nicht behandelt wie Schülerinnen sondern ihr seid Schülerinnen. Ihr werdet genau das Selbe machen wie alle anderen auch. Ihr werdet das Gleiche essen, ihr werdet die selben Übungen machen und ihr werdet euch genauso kleiden. Wenn ihr nach den drei Tagen immer noch Serva werden wollt, dann werden wir uns in ungefähr einem halben Jahr wiedersehen. Aber eines möchte ich noch dazu sagen. In anderen Schulen ist es üblich, daß freie Schülerinnen« sie schaute zu Kira und der neben ihr stehenden Frau »anders behandelt werden. Statt der Gerte gibt es andere Methoden um jemandem zu zeigen daß sie etwas falsch macht.« sie machte eine kurze Pause »Hier gibt es das nicht. Jede Schülerin, egal ob sie freiwillig hier ist oder nicht, selbst wenn sie oder ihre Eltern dafür bezahlen daß sie hier ist oder sie ein Stipendium bekommen hat, muss dazu einwilligen genauso behandelt zu werden wie jede andere auch. Das heißt, wenn jemand was ausgefressen hat, ist die Strafe der Wahl die Peitsche oder in ganz schlimmen Fällen der Keller. Es wird hier niemand geschont werden, bloß weil ihre Eltern eine Menge Geld dafür bezahlen daß sie hier ist. Also richtet euch schon mal drauf ein, daß es in den nächsten drei Tagen genauso gehandhabt wird. Wer das nicht möchte weiß wo die Tür ist. Aber denkt immer daran, es gibt genug Frauen, die es sich nicht aussuchen können ob sie hier sein wollen, die sich nicht aussuchen können ob sie die Gerte zu spüren bekommen wollen oder nicht. Und auch die haben es bisher alle überstanden.«
Sie drehte sich zur Tür und ging hinaus. Doch als sie bereits in der Tür stand, winkte sie Frida noch mal zu sich.

»Danke daß du das machst Süße«, sagte sie als Frida bei ihr auf dem Flur stand.
Frida winkte ab. »Das mach ich doch gerne. Hauptsache ich bin auf Majas Geburtstag wieder zu Hause. Ich will doch wissen, wie sie darauf reagiert.«
»Na, das interessiert mich allerdings auch. Ich frage mich ja immer noch, wie du es geschafft hast, mich dazu zu überreden.«
Frida beugte sich zu ihr und flüsterte ihr etwas ins Ohr.
»Ich dich auch«, sagte Isabella. Bevor sie ging hob Frida den Kopf und schürzte die Lippen, woraufhin Isabella zu ihr ging und ihr einen Kuss gab.
»Danke Herrin«, sagte Frida lächelnd.
Auch Isabella musste nun lächeln. »Ich wünsch dir noch einen schönen Abend. Lass dir keine Löcher in den Bauch fragen.«
»Ich versuche es«, sagte Frida und wollte gerade wieder zurück in den Schlafsaal gehen.
»Warte, ich hab hier noch was für dich.« Sie nahm eine Papiertüte die neben der Tür stand und gab Frida diese.
Diese schaute hinein und holte eine verschweißte Plastiktüte heraus. Grinsend öffnete sie diese und roch an den kleinen, bunten Getreidebröckchen in Form kleiner Knochen. »Sind die echt oder gekauft?«
»Das sind die echten aus Straßburg. Die hat Chris dir geschickt. Sie kommt in ein paar Wochen her weil sie einen Kurs hier belegt. Ich soll dich schön grüßen. Du wüsstest schon an was die dich erinnern sollen.« Ohne eine Antwort abzuwarten gab Isabella Frida noch einen Kuss und ging dann.

Mit nachdenklichem Blick schaute sie hinter Isabella her. Sie zuckte mit den Schultern, nahm sich eine Hand voll von den Getreidebröckchen und steckte sich einige davon in den Mund. Kauend und mit der Tüte unter dem Arm ging sie in den Schlafsaal zurück.

»Was isst du denn da?« fragte eine der Frauen »Ich hab seit heute Morgen kaum was gegessen. Der Speisewagen in der Bahn hat gefehlt und ich hab auch keine Zeit gehabt, wo anders was zu essen.«
Frida hielt ihr die Tüte hin. »Bitte, bedien dich«, sagte sie kauend. »Sind echt lecker.« Sie genoss den Geschmack der Stückchen den sie schon vermisst hatte.
Die Frau nahm sich eine kleine Hand voll der Stückchen aus der Tüte und steckte sich einige davon in den Mund. Dann erst schaute sie auf die restlichen Stückchen in ihrer Hand und ihr Gesicht wurde bleich. Sie schaute sich hektisch um und wollte irgend wo hin laufen.
»Da hinten«, sagte Frida und deutete auf die Tür zum Waschraum. Sofort lief die Frau los und man konnte hören wie sie spuckte. Danach war die Toilettenspülung zu hören.

Eine andere Frau kam auf Frida zu. »Wir haben uns schon mal gesehen«, sagte sie. »Ich bin Kira.«
Frida überlegte kurz und reichte ihr die Hand. »Du hast mir damals ganz schöne Sorgen gemacht. Ich hatte echt Angst, daß Mara wegen dir etwas blödes macht«, sagte Frida vorwurfsvoll. »Wie kommt’s daß du jetzt hier bist?«
»Miss Isabella hatte mich damals auf einen Kaffee eingeladen und mit mir geredet. Ich weiß jetzt, daß das eine ganz schöne Dummheit war. Sie hat mir angeboten, nach der Oberschule hier her zu kommen.«
»Verstehe. Hast du Mara denn schon getroffen?«
»Nein, sie wollte mir die Nummer ihrer Herrin erst nach einem Jahr geben.«
Frida wollte noch sagen, das sie dann selbst in der Schule wäre, schwieg aber lieber. Sie hatte von Isabella erfahren, wie sehr Kira sich darauf freute, ihre Schwester wieder zu sehen.

Die anderen Frauen kamen nun zu ihr und alle stellten ihr Fragen, die Frida eine nach der anderen beantwortete.
Die Toilettenspülung ging noch einmal und man hörte Wasser im Waschbecken rauschen. Die Frau die eben dort verschwunden war kam mit bleichem Gesicht heraus und ging zu Frida »Danke, jetzt hab ich wirklich Hunger«, sagte sie und schaute Frida resigniert an.
Frida schaute auf die Uhr »In einer halben Stunde gibt’s Abendessen.«
»Bis dahin bin ich verhungert«, sagte die Frau und seufzte theatralisch. »Wie kannst du sowas überhaupt essen?« sie deutete auf die Plastiktüte die Frida auf dem Tisch abgestellt hatte.
»In Straßburg in der Schule haben wir das alle gegessen. Die Herrin auch«, erklärte Frida, woraufhin die Umstehenden entsetzte Gesichter machten.
»Immer?«
»Nein, nur einmal. Außerdem, ich find es schmeckt lecker«, sagte Frida und nahm sich noch eine Hand voll.

Als es Zeit wurde zum Essen zu gehen ging Frida zur Tür und wollte gerade voran gehen als eine der Frauen fragte: »Sollten wir uns nicht lieber etwas anziehen?«
Frida schaute an sich herab, zuckte mit den Schultern, ging zum Schrank und zog ihre Tunika an. Sie wartete bis die anderen ihre Tuniken und Schuhe angezogen hatten und ging barfuß voran.

- - -

»Das sind Nicky und Maxine, meine Töchter«, sagte Emylia und deutete auf die große Bühne. Sie war gerade dabei Rebecca und Isabella das Bergwerk zu zeigen. Gerade standen sie in einer riesigen Kaverne, in der vor einer großen Bühne einige dutzend Stuhlreihen aufgebaut waren. Auf der Bühne waren zwei junge Frauen gerade dabei mehrere Instrumente aufzubauen. Es waren die selben beiden Frauen, welche drei Tage zuvor Gitarre und Violine gespielt hatten als Rebecca für Vivian und Vera gesungen hatte.

»Das ist der Konzertsaal« hatte Emylia erklärt. Nun gingen sie zwischen den Stühlen hindurch zur Bühne.
»Du hast Kinder? Wie alt warst du da?« fragte Isabella erstaunt. Sie kannte die Beiden Mädchen aus der Schule und wusste, daß sie gerade erst wieder zurück gekommen sein mussten.
»Ja, ich habe Kinder. Drei an der Zahl. Als die Beiden geboren wurden war ich wahrscheinlich 16.« Sie nahm demonstrativ die Finger zu Hilfe »Ja, genau 16.«
Rebecca schaute sie fragend an.
»Ich habe die Beiden adoptiert. Ich hab sie dabei erwischt, wie sie mir meine Tasche klauen wollten. Nicky habe ich noch festhalten können. Aber Maxine wollte ihre Schwester nicht alleine lassen und ist zurück gekommen. Ich hab versucht sie von der Straße zu bekommen, hat ja auch geklappt«, erklärte Emylia den Beiden.
Rebecca schaute sie eindringlich an und wartete vergeblich darauf daß sie den fehlenden Teil ihrer Erklärung noch hinzufügte. »Hast du nicht gerade was von drei Kindern gesagt?« fragte sie schließlich.

Emylia warf ihr einen verlegenen Blick zu bevor sie weiter sprach. »Ich war damals gerade mal 16 und eine verzogene Rotzgöre ohne jedes Gefühl für Verantwortung und nur auf mein eigenes Vergnügen bedacht. Ich weiß nicht mal wer der Vater ist. Ich war stockbesoffen und hätte mich wahrscheinlich nicht mal an meinen eigenen Namen erinnert. Bettina ist bei meinen Eltern aufgewachsen und studiert mittlerweile Medizin. Leider hat sie voll mitbekommen was für ein Arschloch ich damals war. Und als ich gemerkt habe, was ich alles für Fehler gemacht habe, war es schon zu spät. Das hat dazu geführt, daß wir bis heute kein all zu gutes Verhältnis zueinander haben.

»Verstehe«, sagte Isabella und schaute sich in dem riesigen Raum um. »Was ist eigentlich so besonderes hier?« fragte sie um von dem Thema abzulenken.
Nun war es an Emylia ein wenig erstaunt zu wirken. Sie musste sich auf den plötzlichen Themenwechsel erst einstellen. »Stell dich doch mal auf die Bühne und sing was«, sagte sie nach ein paar Sekunden zu Rebecca.
Rebecca überlegte nicht lange und ging die schmale Treppe zur Bühne hinauf. Sie stellte sich vor das Mikrofon welches dort stand und klopfte darauf. Doch anscheinend war dieses nicht eingeschaltet.
»Nee, ohne Verstärkung«, rief Emylia ihr zu. Also begann sie noch einmal Halleluja zu singen. Sie bemerkte nicht, daß die beiden jungen Frauen hinter ihr sich zuwinkten. Maxine nahm ihre Gitarre und Nicky setzte sich an das Schlagzeug welches halb aufgebaut da stand.
Rebecca konnte deutlich hören wie die Akustik in dieser Kaverne ihre Stimme selbst ohne Mikrofon bis in die hinterste Ecke trug und als leises Echo zurück warf. Sie war nur einen kleinen Moment lang verwirrt als das Mikrofon eingeschaltet und ihre Stimme nun wesentlich lauter durch die Kaverne schallte. Als Emylia grinsend nickte, wurde ihr klar, daß diese etwas im Schilde führte. Doch in diesem Moment klangen schon die ersten drei Akkorde in A-dur durch die Kaverne. Bereits nach diesen drei Akkorden erkannte sie ’Highway to Hell’, sie versuchte noch etwas weiter zu singen, gab aber nach den nächsten Akkorden auf und wartete auf den Einsatz. Sie nahm das Mikrofon aus dem Ständer und begann zu singen.

»Mama, ich glaube, du bist raus«, rief Nicky von der Bühne nachdem der Schlussakkord verklungen war.
»So einfach werd ich ausgebootet?« rief Emylia gespielt beleidigt.
»Wenn sie jetzt noch ein Instrument spielt, wirst du es schwer haben«, fiel Maxine ein.
»Mach jetzt ja keinen Mist, Rebecca.«
»Lasst mal gut sein, ich habe nicht vor, in einer Band zu singen. Ich hab genug anderes zu tun«, sagte Rebecca. »Außerdem lässt mich Herrin Andrea bestimmt nicht dauernd bei euch mit singen.« Rebecca ging von der Bühne und stellte sich zu Isabella und Emylia. »Tut mir leid, aber ihr werdet noch eine Weile mit Emylia zurecht kommen müssen.«
»Schade, hat trotzdem Spaß gemacht mal einen echten Profi zu hören«, sagte Maxine, woraufhin Nicky einen Tusch auf dem Schlagzeug spielte.
»Na, wartet, wir sehen uns heute Abend ja noch, ihr Beiden«, sagte Emylia.

Die Drei verließen den Konzertsaal und gingen zurück zu dem Elektroauto mit welchem sie gekommen waren. Sie stiegen ein und Emylia fuhr weiter in den Stollen hinein.
»Hier ist unser zweites Lager.« Sie deutete zu einer schweren Stahltür durch die ohne Probleme zwei LKW hindurch gepasst hätten.
»Und das hast du alles aufgebaut?« wollte Isabella wissen.
»Wo denkst du hin? Das Meiste war schon fertig als wir das Gelände übernommen haben. Wir mussten lediglich ein wenig Farbe nehmen und alles wieder hübsch machen.«
»Und wo geht’s da hin?« Isabella deutete auf einen nur spärlich beleuchteten Stollen.
Emylia trat auf die Bremse »Das zeig ich euch nachher. Du weißt doch, das Beste kommt zum Schluss«, sagte sie geheimnisvoll und fuhr weiter. Vor einem weiteren schweren Stahltor blieb sie stehen und stieg aus. Sie ging zu einer einfachen Stahltür, hielt ihr Comm vor das Schloss und öffnete diese. »Das hier ist einer der wichtigsten Bereiche auf dem ganzen Gelände.« Nachdem sie eingetreten waren schloss sich die Tür hinter ihnen und eine weitere Tür öffnete sich. Sie standen in einem großen Raum in dem unzählige Schaltschränke standen. In jedem der Schränke leuchteten und blinkten mehrere kleine Lämpchen. »Das ist unser Rechenzentrum. Wir kaufen keine Rechenleistung von anderen ein sondern halten alles nötige selbst bereit.« Langsam ging sie zu einer Reihe Schränke die zwar bis unter den Rand mit Geräten voll gestellt waren, die aber alle noch ausgeschaltet schienen.

»Rebecca, als du an deinem ersten Tag hier warst, erinnerst du dich daran als Nin gesagt hatte, ich könnte keine Behörde kaufen?«
Rebecca nickte. Nur zu gut erinnerte sie sich daran als Emylia aus Nins Büro gestürmt war. »Ja, ich wusste damals allerdings nicht, daß du das warst. Anscheinend warst du mir da einen Schritt voraus.«
»Entschuldige, ich war damals wirklich sauer. Ich hatte dich zwar sofort erkannt, aber so wollte ich dir auf keinen Fall gegenüber treten.« Nun deutete sie auf die noch ausgeschalteten Rechner »Das dürfte euch beide interessieren. Ich habe es tatsächlich geschafft, eine Behörde zu kaufen. Jedenfalls einen Teil davon. In drei Wochen werden wir anfangen alle Datenbestände über alle Serva hier her zu überspielen und zum Jahreswechsel werden wir alle Verwaltungsaufgaben die Serva betreffen übernehmen. Die eigentlichen Vorgänge bleiben zwar weiterhin beim Amt, aber die Datenverarbeitung und alles was nach außen hin passiert übernehmen wir ab nächstem Jahr.«
»Wozu das alles?«, wollte Isabella wissen.
»Wozu? Um die Vorgänge in den Ämtern zu modernisieren. Damit man nicht eine Stunde im Amt sitzen muss um eine Serva anzumelden. Und damit man nicht drei Tage lang warten muss bis endlich eine Adressänderung erfolgen kann. Wir haben einen Beratervertrag mit dem Zentralamt abgeschlossen und gehen nach und nach jedes einzelne Amt durch, sehen wo neues Personal nötig ist und wie sich die einzelnen Vorgänge verbessern lassen. Das alles spart dem einzelnen Bürger jede Menge Zeit und dem Staat einen Haufen Geld. Außerdem, Isabella, wann war das letzte Mal jemand bei dir und hat nachgesehen ob es Maja und Frida auch gut geht? Und wann sollte das eigentlich passieren?«
»Eigentlich sollte das einmal im Jahr passieren, aber bisher war noch niemand bei mir«, antwortete Isabella.
»Siehst du? Genau sowas wollen wir damit abstellen. Wenn die Vorgänge selbst schneller werden, bleibt Personal frei welches diese Aufgaben übernehmen kann. Und wo es nötig ist, haben wir durch den Beratervertrag die Möglichkeit zusätzliches Personal einzustellen. Dann müssen wir hoffentlich weniger Schlagzeilen über Serva lesen die von ihren Herrschaften verprügelt oder misshandelt werden. Ich meine, zum Glück kommt sowas ja doch nicht all zu oft vor, aber selbst die wenigen Fälle sind zu viel.«
«Du meinst, meine Chefin darf mich dann nicht mehr misshandeln und muss mir ein ordentliches Gehalt zahlen?« fragte Isabella grinsend.
Emylia schaute zu ihr und bedachte sie mit einem verärgerten Blick. »Ich misshandele dich gleich mal. Du bist frei und kannst selbst auf dich aufpassen. Außerdem kannst du dich über dein Gehalt ja wohl nicht beschweren. Wenn du dir zwei Serva leisten kannst, kann das ja so schlecht nicht sein.« Auch Emylia musste nun grinsen.
»Hey, ich werd es dieses Jahr nicht mal schaffen dreimal Urlaub zu machen. Wir müssen uns auf zweimal beschränken.«
»Wenn es dir darum geht, meine Familie hat ein paar Ferienhäuser an ziemlich schönen Ecken. Die stehen sowieso die meiste Zeit leer, wenn du willst, kann ich dir da aushelfen. Du müsstest nur den Flug zahlen. Aber wenn dir das noch zu viel ist, du weißt ja wo du eine Pilotin findest, die dich hin bringen kann«, sagte Emylia. »Und wenn ich keine Zeit habe, Rebecca kann auch fliegen.«
Isabella und Rebecca sahen sich grinsend an und mussten lachen.
Nun erst begriff Emylia. »Komm, hör auf mich zu verarschen«, sagte sie ein wenig verärgert. Ihr war anzusehen, daß sie dieses Angebot ernst meinte und nicht gemerkt hatte, das Isabella sie auf den Arm genommen hatte.

»Und wo geht’s da hin?« fragte Rebecca als sie wieder im Wagen saßen. Sie deutete auf das große Stahltor. Es machte den Eindruck bereits seit geraumer Zeit nicht mehr geöffnet worden zu sein.
»Das ist ein Bereich vom Bergwerk der noch leer steht. Da ist im Moment gar nichts drinne. Und weiter hinten geht es zum Wasserkraftwerk, aber das ist von der anderen Seite aus auch zugänglich.« Emylia machte ein recht besorgtes Gesicht.
»Was ist los?« fragte Rebecca die Emylias Stimmungswandel bemerkt hatte.
»Vor ein paar Wochen hat es einen Unfall gegeben. Eine Technikerin ist beim Wasserkraftwerk verunglückt. Sie ist auf einer Treppe ausgerutscht und in einen unterirdischen Bach gefallen. Wir haben sie nicht mehr gefunden. In den Höhlen kommen nur Taucher voran und es kann niemand sagen wie groß diese Höhlen überhaupt sind.« Sie schaute einige Sekunden lang auf das große Tor und schüttelte den Kopf. »Kommt, lasst uns weiter fahren«, sagte sie. In ihrer Stimme war so etwas wie Trotz zu hören.
Isabella und Rebecca sahen sich kurz an. Sie konnten sehen, wie dieses Thema Emylia belastete.

Emylia wendete den Wagen und fuhr zurück. Es dauerte einige Minuten dann schien sie sich wieder gefasst zu haben. Sie fuhr jedoch nicht direkt zurück zum Ausgang sondern lenkte den Wagen in den spärlich beleuchteten Stollen »So, jetzt kommt das Beste«, sagte sie geheimnisvoll und hielt vor einem weiteren Tor. Sie tippte auf ihrem Comm und dieses öffnete sich. Dann fuhr sie weiter und hinter ihnen fiel das Tor mit einem durchdringenden, dumpfen Geräusch ins Schloss. Einige Meter weiter gab es ein weiteres Tor welches sich gerade öffnete. Auch dieses schloss sich hinter ihnen.
»Während des Krieges wurden hier Panzer gebaut. Absolut sicher gegen Luftangriffe und wenn beide Tore geschlossen sind ist das Ganze hier eine uneinnehmbare Festung. Hier haben an die 3000 Leute gearbeitet. Es gab sogar eigene Unterkünfte und Vorräte für ein ganzes Jahr«, erklärte Emylia während sie an mehreren großen Durchgängen vorbeifuhren.
Sie fuhren eine ganze Weile weiter. Einmal bog Emylia in einen der Durchgänge ein und blieb in einer riesigen unterirdischen Halle stehen. Die Halle war so groß, das die Scheinwerfer des Wagens nicht bis ans andere Ende reichten.
»Was passiert mit den Räumen hier?« wollte Isabella wissen.
»Gar nichts. Wenn der Lagerraum mal nicht mehr reichen sollte, können wir hier her ausweichen. Aber das Lager auf der anderen Seite sieht genauso aus wie dieser Teil und ist noch nicht mal zu einem Bruchteil voll. Und so wie es aussieht, wird sich das in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Aber der Vorteil ist, daß das Ganze hier massives Grundgestein ist und dadurch so gut wie keine Wartungskosten anfallen. Selbst wenn man hier nichts hier macht, sieht es in hundert Jahren noch fast genauso aus wie jetzt.« Emylia wendete den Wagen und fuhr dann weiter den Stollen entlang.

»Wir sind jetzt einen guten Kilometer weit vom Eingang entfernt«, sagte Emylia und hielt vor einem vergleichsweise kleinen Tor. »Das hier ist mein ganz privater Spielplatz«, erklärte sie und öffnete das Tor mit einem ganz normalen Schlüssel. Sie trat ein und Isabella und Rebecca folgten ihr in einen dunklen Gang von dem lediglich drei Türen abzweigten. Sobald die Tür hinter ihnen ins Schloss fiel, schaltete sich die Beleuchtung ein und sie öffnete die linke Tür.
Der Raum in dem sie sich befanden war gut zehn Meter lang und breit und an der gegenüberliegenden Wand befanden sich eine Unmenge Bildschirme, Rebecca zählte zwölf kleinere Monitore die einen riesengroßen Monitor einfassten. In der Mitte des Raumes standen auf einfachen Tischen mehrere Computer. Emylia schaltete einen davon an und setzte sich. Sie deutete Isabella und Rebecca, sich ebenfalls zu setzten. Es dauerte einen Augenblick bis der Computer bereit war. Sie tippte auf ein Symbol auf dem Bildschirm und sofort erwachten die Monitore an der Wand zum Leben. Jeder von ihnen, zeigte das Bild eines Raumes. Jeder dieser Räume war anscheinend unterschiedlich ausgestattet. Es gab Räume die einem Krankenzimmer glichen, solche die wie Umkleiden aussahen, aber auch Räume in denen irgendwelche Maschinen standen. Besonders ein Raum fiel Rebecca ins Auge. In diesem war eine Treppe zu sehen die zu eine Art Graben führte der am Ende des Blickfeldes eine Biegung machte und durch die Wand führte.

»Was ist das alles?« fragte Isabella erstaunt.
Statt einer Antwort tippte Emylia auf dem Bildschirm des Computer herum und auf dem größten Monitor an der Wand erschien das Bild eines Raumes in dem sich mehrere Waschbecken und Duschen befanden. Ein paar Handgriffe später begann sich in dem Raum hinter einer vorgezogenen Wand etwas zu bewegen. Mehrere riesige Tentakel schossen hinter der Wand hervor und bewegten sich tastend und suchend im Raum umher.
»Die sehen aus wie der den Trish für ihr Kostüm hatte«, sagte Rebecca nachdem sie den ersten Schreck überwunden hatte.
»Die Technik ist die selbe. Aber für Trishs Tentakel mussten wir uns schon was einfallen lassen. Die müssen über Energiezellen versorgt werden, während die hier direkt am Stromnetz hängen. Aber dafür sind die hier auch ungleich stärker«, erklärte Emylia und tippte erneut auf dem Bildschirm herum worauf hin die Tentakel sich wieder zurückzogen.
»Und was bitteschön soll das Ganze?« hakte Isabella noch einmal nach.
»Das ist wie gesagt mein privater Spielplatz. In jedem Raum gibt es ein oder mehrere solche Überraschungen. Selbst wenn du weißt, daß das Ganze nur eine Art Geisterbahn ist, wenn du einmal da drinne bist und den Ausgang suchen musst, ist das ziemlich aufregend. Außerdem sind da drinne mehrere Entwicklungen verbaut die noch im Prototypenstadium stecken.« Emylia drehte sich auf ihrem Stuhl zu Isabella um »Das Ganze ist eine Art Geisterbahn der perversesten erotischen Spielarten«, sagte sie grinsend. »Die Tentakel waren übrigens Trishs Idee. Der Schleim« sie tippte noch einmal auf dem Bildschirm herum und auf dem Monitor erschien der Raum mit dem Graben in Großaufnahme »war Johannas Idee. Sie mag sowas anscheinend.« Plötzlich begann der Graben sich mit einem leuchtend grünen, zähflüssigen Schleim zu füllen der immer höher stieg. »Mit schwachen elektrischen Feldern kann man die Viskosität von dem Zeug einstellen. Von fast wie Wasser bis Wackelpudding. Da durch zu kommen kann ganz schön anstrengend sein.«

Mit einer Mischung aus Faszination und Entsetzen starrten Isabella und Rebecca auf den großen Bildschirm und beobachteten wie der Schleim in mehreren Bodenabflüssen wieder verschwand.
»Und wer geht da freiwillig rein?« wollte Rebecca wissen.
»Ich zum Beispiel. Oder Trish. Helen war auch schon mal drinne. Und einige andere ebenfalls. Das ist zwar alles vermutlich ziemlich seltsam, aber wer auf solche Sachen steht, dem macht das schon Spaß.«
»Das scheint mir, aber nur ein recht einmaliges… ähm, Vergnügen zu sein«, sagte Isabella. »Wer einmal da drinne war, weiß doch wie es weiter geht.«
»Überhaupt nicht. Je nachdem, wer hier sitzt, ist das jedes Mal anders. Wer von Euch möchte denn mal?« Emylia schaute die Beiden mit einem breiten Grinsen im Gesicht an.
»Danke, aber nein danke«, sagte Rebecca. Auch Isabella schüttelte den Kopf und lehnte das Angebot ab.
»Ihr wisst ja gar nicht, was euch entgeht«, sagte Emylia lachend.
»Danke, aber ich habe erstens gerade ein paar Schülerinnen zur Probe hier und außerdem, in drei Tagen hat Maja Geburtstag, da will ich schon wieder zu Hause sein«, sagte Isabella.

Emylia schaltete mit einem Tippen die Bildschirme aus und die Drei machten sich auf den Weg zurück zum Ausgang. Während der Fahrt schwiegen Isabella und Rebecca und ließen sich das gerade gesehene noch einmal durch den Kopf gehen.

»Sie ist verrückt geworden«, sagte Isabella als sie und Rebecca nach Hause gingen.
»Wieso?« wollte Rebecca wissen. »Mal ganz ehrlich, so schlimm finde ich das nun auch wieder nicht. Und sie ist damit ja anscheinend nicht alleine. Solange sie niemanden dazu zwingt, lass sie doch. Außerdem, ich darf dich mal an deine eigenen Worte erinnern: ’Pervers bist du erst, wenn du niemanden mehr findest, der mit machen will.’ oder irre ich mich da?« Sie schaute Isabella grinsend an.
»Jaa jaa. Schon gut, erinnere mich nicht mehr daran. Was ich nur komisch finde ist, daß sie ein so großes Gebäude mitten in einem alten Bergwerk nur dafür gebaut hat.«
Rebecca musste wieder lachen »Ich gehe mal stark davon aus, daß sie das nicht nur aus reinem Eigennutz gebaut hat. Wahrscheinlich ist das sowas wie der Giftschrank der Entwicklungsabteilung hier. Vermutlich kommt sowas in ein paar Jahren auf den Markt. Und dann kannst du davon ausgehen, daß das ziemlich viele Leute kaufen werden.«

Sie kamen an dem Wohnblock vorbei in dem Isabella wohnte »Wie auch immer. Hier wohne ich. Mal sehen, ob Maja zu Hause ist. Seit wir hier wohnen ist sie ziemlich oft unterwegs. Heute steht glaube ich, der Kochclub auf dem Programm. Dann gibt’s immer irgend welchen exotischen Gerichte zu essen. Bin gespannt, was es heute gibt«, sagte Isabella schmunzelnd.
»Sag mal, Emylia hatte mir erzählt, daß du noch eine Serva hast? Kommt da keine Eifersucht auf?«
»Warum denn? Wir haben uns lange drüber unterhalten und uns arrangiert. Das einzige Problem ist im Moment, daß das Bett zu klein ist.« sagte Isabella grinsend. »Aber so kuschelig find ich das eigentlich viel schöner.«
»Na, dann wünsch ich euch viel Spaß.« Rebecca lachte. Sie verabschiedeten sich und Rebecca ging weiter zu Andreas Haus.

- - -

»Los aufstehen faule Bande« schrie Isabella in den Schlafsaal. Keine der Frauen hatte den Gong zum Wecken gehört. Sie ging an der Reihe Betten vorbei und hieb kräftig mit ihrer Gerte auf die Bettdecken, was jedes mal einen lauten Knall verursachte. Die Frauen schreckten bei dem Geräusch auf und waren schnell aus ihren Betten gesprungen. Lediglich Frida war bereits von dem Gong aufgewacht und stand in ihren Sportsachen vor dem Bett. Amüsiert beobachtete sie die anderen Frauen die hektisch in ihren Schränken nach den Sportsachen suchten.
»Oh Mann, muss das sein?« fragte eine der Frauen verschlafen während sie sich die Turnhose anzog.
Isabella ging zu ihr und schrie »Es ist fünf Minuten nach dem Aufstehen. Alles andere interessiert nicht.«
Die Frau kniff die Augen zusammen und beeilte sich mit dem Anziehen. Keine drei Minuten später standen alle mehr oder weniger munter vor ihren Betten und Isabella ging die Reihe entlang bis sie vor einer Frau stehen blieb. »Ich weiß ja nicht, wo man eine Turnhose so anzieht, aber hier solltest du sie schon mal richtig herum anziehen. Das sieht einfach albern aus«, sagte sie trocken. Schnell zog die Frau die Hose aus, krempelte sie um und zog sie wieder an.
»Nachdem es endlich alle geschafft haben sich auch richtig anzuziehen, können wir ja los gehen«, sagte sie. öffnete die Tür und die Frauen folgten ihr.

Nachdem sie eine gute halbe Stunde gelaufen waren kamen sie an einem Wohnblock vorbei. Isabella lief voran und blieb vor der Wiese neben dem Parkplatz stehen. Die Frauen ließen sich erschöpft auf die Wiese fallen und wollten sich ausruhen doch Isabella rief »Was wird das denn wenn's fertig ist?« rief Isabella. »Alle umdrehen und Liegestütze machen!« Die Frauen begannen zögernd mit Liegestützen. Nach einer Weile rief Isabella »Das müssen wir aber noch üben. Jetzt alle aufstehen und macht mir den Hampelmann.«
Die Frauen stöhnten leise, standen auf und machten Hampelmänner.
»Körperliche Fitness ist als Serva sehr wichtig«, begann Isabella zu dozieren. »Aber auch, daß ihr eure Haltungen kennt und beherrscht. Abgesehen vom normalen Knien, welches bei einer Serva meist das Sitzen ersetzt, gibt es drei Grundhaltungen.« Sie erklärte den Frauen der Reihe nach die drei Grundhaltungen und die Handzeichen die die Herrschaften machen konnten um sie dazu aufzufordern, diese einzunehmen. Die erste war das Knien mit soweit wie möglich gespreizten Beinen, wobei die Hände mit der Handfläche auf den Beinen liegen mussten, diese Haltung mussten sie einnehmen wenn die Herrschaft auf den Boden zeigte. Die zweite Haltung, das Stehen mit leicht gespreizten Beinen und hinter dem Rücken verschränkten Armen musste bei erhobenem Zeigefinger eingenommen werden. Wenn Zeige- und Mittelfinger erhoben wurden, mussten sie sich präsentieren, was wie das Stehen war, nur daß die Hände im Nacken verschränkt wurden.

Diese Haltungen ließ Isabelle die acht Frauen mehrmals üben bis sie bei Allen halbwegs zufrieden damit war. »Hier werdet ihr zu den drei Grundhaltungen auch noch zwei weitere Haltungen lernen, nämlich Knien mit hinter dem Rücken verschränkten Armen.« Sie deutete mit drei Fingern auf den Boden und die Frauen knieten sich hin. Wieder ging Isabella die Reihe ab und korrigierte die Haltung. Auch bei Frida musste sie hier korrigierend eingreifen indem sie ihre Schultern mit der Gerte soweit es ging nach hinten drückte.
»Das Präsentieren und das Knien mit den Armen auf dem Rücken, hat jemand eine Ahnung, warum das so gemacht wird?« fragte Isabella in die Runde, doch keine der Frauen antwortete.
»Ganz einfach, wenn ihr eure Schultern so weit es geht nach hinten nehmt, werden eure Brüste weit nach vorne gedrückt und stehen schön vor«, sagte sie »Das hilft zwar nicht bei Allen, aber bei Denjenigen die mehr als nur Körbchengröße A haben sieht man deutlich den Unterschied.«
Einige der Frauen kicherten leise.
»Ruhe, hier wird nicht über andere gelacht. Und die Einzige, die hier Witze macht, bin ich!« sagte sie in etwas schärferem Tonfall. Dann deutete sie mit dem Finger auf den Boden. Die Frauen begriffen schnell was sie wollte und nahmen die Hände auf die Beine. »In den meisten anderen Schulen lernen Serva, daß das Präsentieren auch dazu da ist, eine Strafe zu empfangen. Aber warum sollte man so eine, eigentlich recht ansehnliche Position mit sowas belasten, wenn es dazu eine eigene gibt?« sie hielt die Hand, flach ausgestreckt, nach unten. Wieder war es Frida, die die neue Position zuerst einnahm. Sie beugte sich so weit nach vorne, bis ihre Stirn den Boden berührte und kreuzte dabei die Hände vor sich auf dem Boden. So kniete sie mit weit nach oben gestrecktem Hintern und fast flachem Rücken vor Isabella. Auch hier bemühten sich die Anderen es ihr nachzumachen.

Isabella stellte sich neben Frida und flüsterte so leise, daß nur sie es hören konnte »Denk dran, keinen Ton.« Darauf hin nickte Frida kaum merklich und Isabella hieb ihr mit der Gerte auf den ausgestreckten Hintern. Frida zuckte zwar leicht zusammen, gab aber keinen Ton von sich. Auf ihrem Hintern hatte sich sofort ein roter Striemen gebildet.

Nun ging Isabella zu der nächsten Frau und schlug ihr ebenfalls auf den Hintern, aber bei weitem nicht so fest wie bei Frida. Dennoch schrie die Frau laut auf und wollte aufstehen.
»Schön so bleiben«, sagte Isabella ruhig und hielt ihr die Gerte in den Nacken und drückte sie wieder zu Boden. Dies wiederholte sie bei den anderen sechs Frauen ebenfalls. Sie mussten alle Positionen noch mehrmals üben, wobei jede der Frauen beim Einnehmen der Strafposition einen leichten Klaps auf den Allerwertesten bekam. Lediglich Frida hatte, als sie zurück zur Schule liefen, mehrere deutlich sichtbare Striemen auf dem Rücken und dem Hintern. Als sie im Schlafsaal angekommen waren warf Isabella Frida einen fragenden Blick zu, den diese lächelnd mit einem Nicken beantwortete.

»Was war das denn?« wollte eine der Frauen, sie hieß Nora, von Frida wissen.
»Was meinst du?« fragte Frida nach, während sie in den Waschraum gingen.
»Na, sie hat dich ja ganz schön ran genommen. So wie du sieht von uns Anderen keine aus.«
»Ach das meinst du. Ich kenne das nicht anders. Wahrscheinlich wollte sie euch nicht verschrecken«, sagte Frida lachend.
»Nicht verschrecken? Machst du Witze? Das hat weh getan«, fiel Grace ein die sich gerade unter die Dusche stellte.
»So schlimm kann das doch gar nicht gewesen sein«, sagte Frida und lachte. »Bei euch sieht man ja nicht mal was. Aber ihr habt euch ganz schön angestellt. Als ich in der Schule war, durften wir die Positionen so lange üben bis keine mehr einen Ton von sich gegeben hatte.«

Die Frauen duschten sich und gingen zurück in den Schlafsaal wo sie ihre Tuniken anzogen. Gemeinsam gingen sie in den Speisesaal und frühstückten. Danach ging es zurück in den Schlafsaal wo sie auf Isabella warteten.

- - -

»Ich muss heute in die Stadt um etwas zu erledigen«, sagte Andrea nach dem Frühstück.
»Soll ich Sie fahren Herrin?« fragte Rebecca.
»Das ist nicht nötig. Ich fahre heute selbst. Aber du hast heute einen Termin bei Johanna.« Sie holte etwas aus ihrer Tasche und gab es Rebecca. Es war der Schlüssel zu ihrem Keuschheitsgürtel. »Den wirst du nachher brauchen. Ich gehe davon aus, daß ich mich auf dich verlassen kann«, sagte Andrea schmunzelnd.
Rebecca schaute sich den Schlüssel an »Ja Herrin, Sie können sich auf mich verlassen«, sagte sie und steckte den Schlüssel ein. Dann begann sie damit sie den Tisch abzuräumen.

Für den Weg zur Fabrik hatte sie sich einen Elektrowagen genommen und hielt vor dem Tor welches das Fabrikgelände vom restlichen Gelände trennte. Die Wache kam auf sie zu und fragte, was sie wollte.
»Ich habe einen Termin bei Frau Davids.« Sie zeigte der Wache den Eintrag auf dem Comm.
»Stellen Sie den Wagen da vorne ab. Es kommt gleich jemand um sie abzuholen«, sagte die Wache freundlich.
Rebecca bedankte sich und stellte den Wagen in einer Parkbucht ab, dann ging sie zurück zum Tor. Es dauerte nicht lange, bis Johanna mit einem Wagen angefahren kam und Rebecca hineingelassen wurde. Sie stieg zu Johanna in den Wagen und begrüßte sie mit einem »Guten Morgen.«
»Dir auch einen guten Morgen Rebecca«, sagte Johanna.
»Was soll denn heute passieren?« wollte Rebecca wissen.
»Das weißt du nicht?« Johanna schmunzelte. Sie kannte Andrea gut genug um zu ahnen, daß sie Rebecca nichts gesagt hatte. Diese schüttelte lediglich den Kopf und stieg zu ihr in den Wagen. Sie fuhren an der Verwaltung und einer der großen Hallen vorbei zu einem kleineren, dreistöckigen Gebäude.

Sie betraten das Gebäude und kamen in einen kleinen Empfangsbereich den sie schnell durchschritten. Von hier aus ging es weiter in einen kurzen Flur. Der Raum den sie nun betraten sah aus wie eine Mischung aus einem Behandlungszimmer bei einem Arzt, einem Chemielabor und einer Schreinerwerkstatt. Auf diversen Labortischen lagen verschweißte Beutel mit unbekanntem Inhalt, auf einem anderen Tisch lag eine Stichsäge und ein elektrischer Schrauber neben einigen Holzlatten.
»Was ist das denn hier?« fragte Rebecca erstaunt. Sie betrachtete einige Mischbehälter und eine Bohrmaschine an der ein großer Quirl befestigt war, wie man ihn in der Küche benutze.
»Das hier ist mein Labor. Hier entwickele ich alles Mögliche. Aber bei dir geht’s um was anderes. Komm, zieh dich schon mal aus. Rosalie ist gleich hier. Hast du deinen Schlüssel dabei?«
Rebecca gab Johanna den Schlüssel welchen sie von Andrea bekommen hatte und zog ihre Tunika aus.

Nun musste sie sich auf ein kleines Podest stellen und sich an zwei Stangen festhalten die neben diesem in Reichweite ihrer Arme in Boden und Decke befestigt waren. Johanna kam mit einem länglichen Plastikteil zu ihr und drückte es auf die Vorderseite des Hüftbandes ihres Keuschheitsgürtels. Mit einem Klicken rastete es dort ein. Nun holte sie ein zweites Plastikteil welches ähnlich aussah und ließ es auf der Rückseite des Keuschheitsgürtels einrasten. Sie richtete es noch etwas aus und schien dann zufrieden zu sein.
Nun kam sie mit einer großen Sprühflasche zu Rebecca. »Keine Angst, das ist nur Babyöl. Das brauchen wir damit die Formenmasse sich leichter ablösen lässt. Die hält sich sonst an jedem noch so kleinen Härchen fest und das tut beim Abnehmen tierisch weh. Glaub mir, das weiß ich aus Erfahrung.« Anstatt sie jedoch mit dem Öl einzusprühen stellte sie die Flasche neben sie auf den Boden. In diesem Moment öffnete sich die Tür und eine Mittfünfzigerin in einem weißen Kittel kam zu ihnen.
»Hallo, Ich bin Rosalie Valen. Du bist Rebecca?«
»Rebecca Winter. Hallo«
»Schön. Du kannst mich Rosalie nennen. Wo tut’s denn weh?« fragte sie.
»Im Moment nirgendwo. Ich bewege mich im Moment eigentlich genug und habe keine monotonen Belastungen«, sagte Rebecca.
»Schade eigentlich«, sagte Rosalie.
»Bitte?« Rebecca sah sie leicht verärgert an.
»Entschuldige. Aber das würde es ein wenig einfacher machen, die richtigen Stellen zu finden«, erklärte sie.
»Was denn für Stellen?« wollte Rebecca wissen.
Rosalie schaute sie kurz an. »Dir hat niemand gesagt, worum es geht?«
»Leider nein. Ich würde das allerdings gerne wissen.«

Rosalie warf Johanna einen kritischen Blick zu. Dann begann sie zu erklären, daß sie ein Stützkorsett anfertigen wollten, welches Rebeccas Rücken bei eintöniger Belastung entlasten sollte. Außerdem sollte es auch die Muskeln trainieren, damit diese sich nicht versteiften. Dazu mussten an bestimmten Stellen an Rebeccas Rücken Luftpolster angebracht werden die nachher in das Korsett eingearbeitet werden würden.

Sie begann damit, Rebeccas Rücken zu untersuchen und abzutasten. Dabei ließ sie sich von ihr die Stellen zeigen an denen es schmerzte. Mit Hilfe der Krankenakte und einer anatomischen Tafel wurden dann kleine, verschiedenfarbige Markierungen aus Kunststoff auf ihren Rücken und ihre Vorderseite geklebt. Sie schaute sich alles noch einmal genau an und schien mit ihrer Arbeit zufrieden zu sein.
»Sag mal, wo wir schon mal dabei sind, möchtest du auch eine schmalere Taille haben? Oder etwas mehr Oberweite?« fragte sie mit ernstem Gesichtsausdruck.
»Wie soll das denn gehen?« wollte Rebecca wissen. Sie fühlte sich so zugeklebt nicht gerade sonderlich wohl.
»Naja, für die Oberweite könnten wir ein paar Polster mit einarbeiten. Dann hat zumindest das fertige Stützkorsett eine halbe Körbchengröße mehr. Und für eine Schmale Taille können wir noch Luftpolster mit einarbeiten die man langsam so anpassen kann, daß deine Taille mit der Zeit schmaler wird«, sagte sie grinsend.

Nun musste auch Rebecca lachen. »Lieber nicht. Ich habe so schon genug Ärger mit meinem Rücken, da muss das nicht auch noch sein.«
»Dann eben nicht.« Auch Rosalie musste nun lachen. Sie holte zwei Klebepads von einem Tisch und kam damit zu Rebecca zurück. »So, jetzt muss ich dir mal an die Brüste gehen«, sagte sie und begann zog die Schutzfolie von einem der Pads ab. Ohne abzuwarten hob sie Rebeccas linke Brust und klebte das Pad darunter so daß diese ein wenig angehoben wurde.
»Hee. Muss das sein?« fragte Rebecca überrascht.
»Tut mir leid, aber ja, das muss sein. Wenn wir das nicht machen, werden die nachher eingequetscht. Das tut nach einer Weile ziemlich weh.
»Verstehe. Aber kann ich das bitte selbst machen?«
»Nein, das geht nicht. Wenn du dich jetzt bewegst, verrutscht alles wieder und wir können noch mal von Vorne anfangen. Und ich glaube nicht, daß du dazu große Lust hast.«
»Ehrlich gesagt nicht, nein. Dann bitte.« Rebecca gab sich geschlagen und ließ die Ärztin machen.
Diese klebte nun auch unter ihre rechte Brust ein Klebepad und trat zwei Schritte zurück. »Johanna, was denkst du? Ist das gerade?« fragte sie.
Johanna trat zu ihr und schaute sich Rebecca eingehend an. Dann zog sie ein Gerät von der Decke herunter welches aussah wie eine Lampe. Sie schaltete es ein und auf Rebeccas Körper erschienen mehrere rote Linien. Sie richtete das Gerät aus und drehte an mehreren Einstellknöpfen so daß die Linien so auf Rebeccas Körper lagen, wie sie es wollte.

»Sieht gut aus. Ich denke das können wir so lassen«, sagte Rosalie.
»Prima. Dann die noch«, sagte Johanna, nahm zwei runde Plastikteile vom Tisch und ging zu Rebecca. »Die müssen auch noch angebracht werden«, sagte sie und hielt die Teile Rebecca hin, so daß sie sie genau sehen konnte.
»Na meinetwegen. Wenn es sein muss«, sagte Rebecca, worauf hin Johanna ihr die beiden Teile, sie waren kreisrund, flach und etwa 5 Zentimeter im Durchmesser, auf die Brustwarzen klebte.
»So. Das war’s jetzt aber wirklich«, sagte Johanna. »Aber jetzt kommt der unangenehme Teil.«
»Wie? Das war noch nicht unangenehm genug?« Rebecca musste wieder lachen. Diese ganze Situation kam ihr reichlich grotesk vor.

»Jetzt müssen wir das Ganze noch fixieren und abnehmen. Danach bist du fertig. Aber sei froh, daß du schon den Gürtel trägst. Sonst müssten wir dir den auch noch anpassen«, erklärte Johanna. Sie nahm nun die Sprühflasche und begann Rebeccas Oberkörper mit dem Öl einzusprühen. Dann holte sie ein Gerät aus einer Ecke hervor das aussah wie ein riesiger Staubsauger. Sie schaltete das Gerät ein und es fing leise an zu brummen. Sie nahm den Schlauch von einem Halter herunter und richtete ihn auf Rebecca.
»So, wenn ich es dir sage, dann musst du leicht einatmen und die Luft 30 Sekunden lang anhalten«, sagte sie »Und jetzt bitte nicht erschrecken. Das wird laut und ein wenig kalt.« Sie drückte auf einen Schalter am Ende des Schlauches. Darauf hin spritzte eine grünliche Masse aus diesem heraus auf Rebeccas Oberkörper. Diese Masse war wirklich reichlich kühl doch da sie vorgewarnt war blieb sie ruhig stehen. Johanna sprühte Rebeccas gesamten Oberkörper vom Hals bis zum Hüftband des Gürtels dick mit dieser Masse ein und achtete darauf auch wirklich jede Stelle zu erreichen.Nun schaltete sie das Gerät aus und sie sagte »So, jetzt bitte einatmen und die Luft anhalten.« Rebecca atmete ein und hielt die Luft an. Johanna drückte auf eine Stoppuhr die quälend langsam die 30 Sekunden zurück zählte. Als die Zeit abgelaufen war durfte Rebecca wieder atmen. Nun drückte Johanna einige Holzleisten zur Stabilisierung der Form auf die ausgehärtete Masse und trug eine weitere Schicht auf.

Johanna erklärte ihr, daß die Masse nun noch einige Minuten aushärten musste und sie ihr diese dann abnehmen würden. Nach ungefähr zehn Minuten holten sie eine Art Messer und einen dünnen Blechstreifen aus einer Schublade. »So, jetzt schön stillhalten bitte.« Sie führte den Blechstreifen unter Rebeccas Arm hinter die nun gummiartige Masse und legte dann das Messer darauf. Sie zog langsam das Messer bis zum Ansatz des Keuschheitsgürtels durch die Masse und zog den Blechstreifen heraus. Das Selbe wiederholte sie auf der anderen Seite und schnitt anschließend mit einem anderen Messer die dort überstehende Masse ab.

Mit Rosalies Hilfe zog Johanna einmal kräftig an der Stelle wo der Schnitt entlang lief und die hintere Hälfte löste sich von Rebeccas Rücken ab. Sie nahm den Schlüssel und steckte ihn in das Schloss des Gürtels. Mit einem Klicken öffnete sich die Verriegelung mit der das Plastikteil im Hüftband verriegelt war und die Beiden konnten die hintere Hälfte abnehmen. Auf die selbe Weise nahmen die Beiden auch die vordere Hälfte ab. Alles was die Ärztin auf Rebeccas Körper geklebt hatte, befand sich nun im inneren der Form.

»So, eine Rebeccaform«, sagte Johanna lachend als sie die beiden Hälften zusammen hielt. »Wenn du willst, kannst du dich wieder anziehen.«
Dies ließ Rebecca sich nicht zweimal sagen und zog ihre Tunika wieder an.
»In zwei Tagen ist alles Fertig zur Anprobe«, sagte Johanna und Rebecca verabschiedete sich.

- - -

Johanna nahm noch einige Maße und brachte die Form in die Weberei. Dort würde sie zuerst ausgegossen werden und dieses Positiv an bestimmten Stellen mit einem weichen Schaum beklebt werden. Darauf kamen die Luftpolster und zum Schluss würde alles mit Kohle- und Kevlarfasern umwebt werden. Diese würden dann mit einem Harz laminiert werden welches unter Vakuum aushärten musste.

Morgen würde sie das fertige Korsett abholen und die letzten Kleinigkeiten anpassen können. Sie schaute auf die Uhr, nahm ihre Sachen und ging dann nach Hause wo Larissa anscheinend gerade dabei war, das Wohnzimmer auf den Kopf zu stellen. Die Sessel lagen verkehrt herum auf der Couch und diese war zusammen mit dem Couchtisch an die Wand geschoben während die Hälfte des Teppichs unter einer dicken Schicht Schaum verschwunden war. Larissa war allerdings nirgendwo zu sehen, allerdings konnte Johanna aus Richtung Schlafzimmer den Staubsauger hören. Sie rief ein paar Mal laut Larissas Namen in Richtung des Durchgangs, diese reagierte allerdings nicht. Wahrscheinlich war der Staubsauger zu laut. Also stellte sich Johanna in die Tür zum Wohnzimmer und wartete. Es dauerte eine gute viertel Stunde bis Larissa mit dem Staubsauger bewaffnet aus dem Flur vor dem Schlafzimmer kam. Sie sah Johanna, stellte den Staubsauger ab und nahm zwei kabellose Kopfhörer aus den Ohren.
»Was wird das denn, wenn’s fertig ist?« fragte Johanna lachend und deutete auf den eingeschäumten Teppich.
»Entschuldigung Herrin«, stammelte Larissa »Ich hätte nicht gedacht, daß Sie so früh nach Hause kommen. Ich mache das sofort weg.«
»Kein Grund zur Panik Larissa. Wäre nur schön, wenn du mir den Weg ins Büro frei machst.«
»Ja Herrin. Ich beeile mich«, sagte Larissa und bevor Johanna noch etwas sagen konnte, hatte Larissa auch schon den Staubsauger eingeschaltet und begann sich einen Weg durch den Schaum zu bahnen. Es dauerte einige Minuten bis der Weg vom Eingang an der Küche vorbei ins Büro vom Schaum befreit war. Larissa stellte den Staubsauger aus und kniete sich vor sie hin. »Tut mir leid Herrin. Aber ich dachte, ich könnte mal den Teppich richtig sauber machen. Immer nur saugen ist doch auch nicht das Wahre«, sagte Larissa mit gesenktem Kopf.
»Ist doch in Ordnung. Du konntest ja nicht wissen, das ich so früh heim komme.« Johanna ging ins Büro und schaute noch mal zur Tür heraus. »Mach alles wieder ordentlich Kleine. Aber lass dir Zeit und mach es lieber ordentlich als schnell. Wäre doof, wenn du das nochmal machen müsstest, bloß weil du jetzt hektisch wirst. Wenn du fertig bist, sag mir Bescheid, dann gehen wir essen.«

»Ja Herrin«, sagte Larissa und knickste. Als Johanna die Tür hinter sich geschlossen hatte, begann sie damit, den Teppich gründlich abzusaugen und stellte danach die Möbel wieder an ihre ursprünglichen Plätze. Nach gut zwei Stunden stand sie mitten im Wohnzimmer und betrachtete ihr Werk. Die Hälfte des Teppichs die sie heute fertig gemacht hatte unterschied sich deutlich von der noch unbehandelten Hälfte. Aber das würde wohl bis morgen warten müssen. Sie brachte den Staubsauger zurück in den Abstellraum und klopfte an die Tür zum Büro.
»Ja«, sagte Johanna von drinnen und Larissa trat ein und stellte sich neben die Tür. Sie wartete, bis Johanna sie ansprach.
»Fertig?« fragte Johanna.
»Ja Herrin, den Rest werde ich morgen machen müssen.«
»Dann komm bitte noch mal fünf Minuten her.«
»Gerne Herrin«, sagte Larissa Sie kniete sich neben Johanna und wartete bis diese sich mit ihrem Schreibtischstuhl zu ihr drehte. Sie hatte die Schuhe und die Socken bereits abgestreift, also fasste Larissa ihren Fuß und begann diesen zu massieren.
Johanna schloss die Augen und genoss diese Massage.

Larissa massierte Johannas Fuß so wie diese es gerne hatte. Ein Lächeln glitt ihr übers Gesicht als sie die Füße betrachtete und sie erinnerte sich an gestern Abend als die Herrin ihr nur mit den Füßen wahre Freudenstürme bereitet hatte. Langsam, aber fest fuhr sie mit den Händen den Fuß entlang über die Waden bis zum Knie und wieder zurück. Sie legte den Fuß der Herrin vorsichtig auf ihr Bein und fasste den anderen Fuß.

Larissa wusste, daß ihre Herrin gerne etwas ganz anderes als nur diese Massage hätte, aber bisher hatte sie sich noch gescheut das zu tun. Noch musste sie mit sich kämpfen, doch sie fragte sich, was eigentlich so schlimm daran sein sollte. Sie wusste, das ihre Herrin es gerne hätte, sie aber nie dazu zwingen würde. Wahrscheinlich würde sie sie nicht einmal mehr danach fragen, nachdem sie es vor drei Wochen so vehement abgelehnt hatte. Doch was sprach eigentlich dagegen? Sie wusste genau, worauf hin das hinauslaufen würde und sie musste vor sich selbst zugeben, daß sie sich das insgeheim ja sogar wünschte. Sie hatte sich lange darüber mit den Anderen unterhalten und wusste daher daß die Meisten fast gleichberechtigt von ihren Herrinnen behandelt wurden. Lediglich Trish war bei ihrer Freundin noch unfreier als jede Serva es sein könnte. Und das was Trish erzählte faszinierte sie mehr als sie es vor sich selbst zugeben wollte.

Sie hatte in den letzten Wochen nicht nur die gesamte Wohnung von oben bis unten gründlich geputzt sondern hatte auch viel Zeit zum Lesen gehabt. Und das, was sie gelesen hatte, hatte sie zunehmend fasziniert und je mehr sie darüber las, umso mehr wusste sie, daß sie es selbst so wollte. Nicht nur in ihrer Phantasie sondern sie wollte es wirklich erleben. Sie wollte Johanna gehören. Nicht nur als Serva. Sie hatte die letzten Tage mit sich selbst gerungen und immer wieder Argumente gefunden die dagegen sprachen. Doch mit jedem Gegenargument wurde ihr Wunsch nur noch stärker.

Während sie den anderen Fuß von Herrin Johanna, ihrer Herrin, massierte fasste sie einen Entschluss. Sie hatte vor ein paar Tagen dieses Bild gesehen was sie nicht mehr los ließ. Sie war sich vollkommen sicher, das Richtige zu tun. Langsam beugte sie sich vor und öffnete ohne zu Zögern ihren Mund. Sie legte die Lippen um die Zehen ihrer Herrin und begann diese mit der Zunge und den Lippen zu massieren und zu liebkosen. Sie fragte sich, was daran denn nun so schlimm sein sollte, daß sie sich vor ein paar Wochen so standhaft dagegen ausgesprochen hatte. Sie schloss die Augen und sog langsam den Duft ihrer Herrin ein. Dieser war zwar ungewohnt, aber überhaupt nicht so unangenehm wie sie es sich vorgestellt hatte. Langsam fuhr sie mit der Zunge zwischen den Zehen ihrer Herrin entlang als diese plötzlich den Fuß zurück zog.

»Was bitte soll das denn, Larissa?« fragte Johanna leise. Sie hatte gespürt, daß etwas anders war und ihre Augen geöffnet. Als sie sah, was Larissa da machte hatte sie sofort den Fuß zurück gezogen und sah nun in ihrem Gesicht eine gewisse Enttäuschung. Sie spürte, daß sich etwas verändert hatte.

»Bitte Herrin«, sagte Larissa leise, fast flehentlich und schaute sie aus ihren Stahlgrauen Augen an.
Johanna spürte, daß in diesem Moment irgend etwas mit Larissa passierte. Zwar konnte sie noch nicht erkennen, was das war und was diese Veränderung überhaupt verursacht hatte, doch im Grunde genommen war es ja genau das, was sie sich selbst ja wünschte. Aber in diesem Moment wusste sie nicht, ob sie es begrüßen sollte oder ob es nicht doch zu schnell ging. Dennoch ließ sie sich auf diesen Moment ein und legte den Fuß sacht auf Larissas Bein. Diese fasste langsam, fast zögernd ihren Fuß und hob ihn mit beiden Händen an. Dann beugte sie sich vor und legte die Lippen erneut um ihre Zehen. Johanna ließ es einfach geschehen und beobachtete mit welcher Hingabe Larissa ihren Fuß mit dem Mund verwöhnte. Nach einer Weile ließ sie jedoch von ihrem Fuß ab. Sie beugte sich noch weiter vor bis ihr Kopf auf dem Boden lag. Larissa fasste ihren Fuß und hob ihn an. Johanna ließ auch das geschehen. Auch als Larissa ihren Fuß auf ihrem Kopf absetzte, die Hände auf den Boden legte und diese kreuzte wagte sie sich nicht zu bewegen. Sie sah das Lächeln auf Larissas Gesicht, war sich aber nicht sicher ob das, was hier passierte richtig war. Natürlich, das war genau die Richtung welche sie selbst auch wollte, aber Larissa war gerade einmal sechs Wochen hier und hatte sich noch nicht einmal richtig eingelebt.

Nach einer Weile fiel es Johanna immer schwerer den Fuß der auf Larissas Kopf lag soweit zu halten, daß er nicht mit dem vollen Gewicht auflag. Also nahm sie ihn herunter und setzte ihn auf den Boden. Sie befahl ihr aufzustehen und sich fertig zu machen. Als Larissa das Zimmer verlassen hatte, zog sie die Socken und die Schuhe wieder an und ging ins Wohnzimmer wo sie wartete. Als Larissa aus dem Schlafzimmer kam, verließen sie zusammen die Wohnung, fuhren mit dem Aufzug nach unten und fuhren ins Zentrum wo sie zu Abend aßen.

- - -

»Was habt ihr denn erwartet?« Frida saß im Schneidersitz auf ihrem Bett und sah den Anderen zu wie sie sich reichlich erschöpft die noch schmerzenden Beine mit einer klaren Flüssigkeit einrieben. Die letzten zwei Stunden lang hatten sie alle bewegungslos vor einer langen Wand voller Spiegel gekniet und sich dabei selbst betrachten können.
»Na du hast ja anscheinen keine Probleme gehabt«, sagte Kira »Das geht ganz schön in die Beine.«
»Reine Übungssache. Und die bekommt ihr genug wenn ihr zur Schule geht«, sagte Frida ruhig. Sie hatte eine Plastiktüte neben sich liegen und knabberte die kleinen Getreidestückchen in Knochenform.
Während die Anderen sich stöhnend in die Betten legten und die Beine bewegten hatte Kira sich zu Frida gesetzt. »Wie war Mara in der Schule?« fragte sie unvermittelt.
»Ich habe ihr Zeugnis nicht gesehen, falls du das meinst. Aber sie hat durchgehalten und sich vor nichts gedrückt. Ich glaube, sie ist ziemlich zäh.«
Kira hob nur kurz den Kopf.
»Warum willst du in die Schule?« wollte Frida wissen.
»Ich weiß auch nicht so genau. Aber ich denke, es ist das Richtige. Studieren kann ich danach doch immer noch.«
»Erinnre mich nicht daran«, sagte Frida. »Wenn das neue Semester anfängt soll ich auch studieren.«
»Was ist daran denn so schlimm? Sei doch froh, des deine Herrin dir das erlaubt.«
»Erlaubt? Das war die Bedingung dafür daß ich überhaupt hier sein darf.« Frida schaute ein wenig resigniert aus.
»Das verstehe ich nicht. Ich dachte, sie hätte dich gekauft.«
Frida schüttelte den Kopf »Nein. Ich bin an die Schule gegangen damit ich nicht studieren musste. Und als ich im Probemonat bei ihr und Maja war, da habe ich mich das erste Mal wirklich wohl gefühlt. Also hab ich sie gefragt ob sie mich als ihre Serva nehmen will. Ich hab mich für fünf Jahre sozusagen verpflichtet. Aber ich wusste ja nicht, daß sie mit meinen Eltern gesprochen hat. Und jetzt muss ich doch noch anfangen zu studieren.«
»Sowas nenne ich dumm gelaufen.« Kira konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.
»Ja. Aber so macht mir das eigentlich nicht mal was aus. Das ich hier bin ist das Beste, was ich mir denken kann.«

 

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Inhalt/Idee

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Erotik/BDSM

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Rechtschreibung/Form

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