Kurzer Prozess - Teil 5

 
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20: Der Kapitän
                               
Ich begab mich auf eine bequeme Liege im Ruheraum für die Angestellten des Clubs und versuchte, mich zu entspannen und eine Einstellung zu dem harten, dicken Stöpsel in meinem Hintern zu finden. Nach einer Weile kam Sue vorbei und meinte, ich solle den Plug einfach ignorieren. Das würde zwar zu ein paar Schreckmomenten führen, wann immer ich mich hinsetzte, aber irgendwann hätte ich mich dann an den Dauerdruck gewöhnt.
„Du klingst, als hättest Du eigene Erfahrungen.“
Sue lächelte mich an. „Für Jim war auch ich zu eng, obwohl ich schon vorher Erfahrungen mit Analsex hatte.“
Ich hasste es, mir vorzustellen, wie Jim sich in Sues Hinterteil vergnügte. Bäh! „Ich glaube, ich versuche jetzt mal, mich anzuziehen“, meinte ich, damit Sue mir nicht womöglich noch mehr „Jugenderinnerungen“ mit Jim auftischte.
„Du kannst bleiben, solange Du willst. Ich habe ein Paket für Dich vorbereitet und noch ein wenig ergänzt. Ein Bote ist schon unterwegs, der es Dir nach Hause bringt. Jim hat gesagt, er würde es in Empfang nehmen, weil er ohnehin bei Dir auf Dich wartet.“
Jim hat gesagt, Jim mag dies, Jim mag das … kannte die auch noch ein anderes Thema?! Mein Problem war, dass Sue eigentlich eine richtig nette Frau war und es offenbar mit ihren Wünschen für Jim und mich ernst meinte. Ich konnte ihr nicht böse sein. Ich wollte aber. Ich kam mir so töricht vor!
„Ach, eine Sache noch“, hielt Sue mich vom Aufstehen ab. „Ich habe da etwas Wichtiges vergessen. Ich habe Dir gesagt, dass Jim keinen Fetisch hat. Das stimmt zwar, aber er hat einen Anti-Fetisch. Ich habe das gerade gesehen, als Du aufstehen wolltest und die Jacke zur Seite gerutscht ist. Das hat Jim Dir noch nicht gesagt, weil er Rücksicht nehmen wollte. So ist er eben. Warte!“
So ist Jim. Jim ist so. Jim ist anders. Jim ist toll. Jim ist der Größte. Eine Frau muss ihm aber gewachsen sein. Blablabla. Papperlapapp. Was hatte sie denn „gesehen“?
Ich wusste es sofort, als Sue tatsächlich mit einer Sprühdose und einem Einmal-Rasierer zurückkam.
„Ist das Dein Ernst?“

               
„Absolut. Gestrüpp ist nicht nur total out – Jim findet es eklig. Das hat er mir mehrfach gesagt. Soll ich Dir helfen? Wir machen das hier oft gegenseitig. Das geht schneller.“
Patricia Bonnaire, die souveräne, starke Anwältin, hätte gesagt: Nur weil ein Mann auf Nacktschnecken steht, muss ich mich noch lange nicht von meinem gepflegten landing strip trennen, der immerhin ein Zeichen dafür ist, dass ich meine Pubertät hinter mir gelassen habe. Außerdem liebt Jim mich so sehr, dass eine solche Kleinigkeit für ihn nicht wichtig ist. Patricia Bonnaire, die, wie ich mir zähneknirschend eingestehen musste, heillos Verliebte, deren sämtliche Prioritäten gerade gründlich durcheinander geworfen wurden, dachte an Jims Zunge und daran, wie geil es vielleicht doch sein könnte, richtig nackt zu sein. Außerdem liebte sie Jim so sehr, dass eine solche Kleinigkeit für sie nicht wichtig war.
Jim findet, Jim hat gesagt … wenn Jim blanke Pussies toll findet, dann soll er eine blanke Pussy sehen, die ihn alle anderen vergessen lässt! „Danke, Sue. Ich mache das selbst.“
„Okay. Sei gründlich!“
Was fällt Dir ein?! Das dachte ich. „Kein Stoppelchen wird überleben.“ Das sagte ich.
Ich war allerdings gründlich. Das Zeug, welches Sue mir gegeben hatte, fühlte sich jedoch nicht wie Rasierschaum an. Ich schaute auf die Dosenbeschriftung: „Rasier- und Epilierschaum. Verzögert das Nachwachsen um mehrere Tage.“ Ich beschloss, es dennoch so regelmäßig zu tun wie das Zähneputzen. Ich war tatsächlich eifersüchtig. Aus welchem Grund? Voodoo? Oder Schlimmeres?
Ich verabschiedete mich von Sue und machte mich mit haarloser Möse und einem dicken Stöpsel in meinem Po auf nach Hause, wo Jim mit einem aus den Inhalten meines Kühlschrankes zusammengebastelten, aber erstaunlich köstlichen Essen auf mich wartete. Er war von meinem neuen Gesicht „live“ noch mehr begeistert.
Ich war insgesamt gar nicht begeistert. Ich quetschte ihn wegen Sue aus und erst, als er mir glaubhaft versicherte, dass Sue für ihn nur noch Schnee von gestern war, besserte sich meine Stimmung wieder. Während Jim den Abwasch machte, öffnete ich Sues Paket. War das ein Scherz?

Handschellen, Knebel, Ketten … Sue hatte mir eine kleine SM-Studio-Kollektion eingepackt. Darauf sollte Jim stehen? Bevor ich voreilige Schlüsse zog, dachte ich nach. Okay, Fesselspiele waren nichts Besonderes. Den Reiz, den manche Leute daran fanden, konnte ich nicht nachvollziehen. Bisher. Hin und wieder hatte das mal einer meiner Sexualpartner mit mir versucht, aber das war stets ein fruchtloses Unterfangen gewesen.
Im Zusammenhang mit den Formulierungen, die Sue gebraucht hatte, sah ich diese Dinge nunmehr in einem anderen Licht. Mir war durchaus bewusst, wie sehr mich Jims Finger in meinem Po erregt hatte und das war nicht nur eine Frage bloßer Reibung gewesen. Ich war unsäglich glücklich gewesen, als er mich ins Schlafzimmer getragen hatte. Hingabe? Kontrolle übertragen? Verantwortung abgeben? Sollte dieses Zeug hilfreich sein, das zu lernen? „Später brauchst Du das nicht mehr“, hatte Sue gesagt. Ich begriff, was sie gemeint hatte. Es war nicht so gewesen, dass ich niemals Vergewaltigungsphantasien gehabt hatte. Es hatte durchaus einen reizvollen Gedanken für mich dargestellt, „überwältigt“ zu werden, „ausgeliefert“ zu sein. Was mich in der Realität stets davor hatte zurückschrecken lassen, waren die Männer gewesen. Keiner war jemals stark genug für Patricia Bonnaire gewesen!
Bisher.
Was aber, wenn ich mich in Sue getäuscht hatte? Womöglich war das ein Trick. Ich würde eines der originalverpackten Reiz- und Fetischwäscheteile anziehen, geknebelt und gefesselt zu Jim kommen (und haarlos, aber das war jetzt ohnehin gelaufen) und der würde entweder einen Lachkrampf bekommen oder sich entsetzt von mir abwenden.
Halt, Patty! Ich rief mich innerlich zur Ordnung. Jim irrte: Ich war nicht prüde. Ich zog mich um.

Diese Horrorvorstellungen waren eindeutig meiner Anspannung wegen des Voodoo-Problems geschuldet. Jim würde mich nicht auslachen. Er würde schon gar nicht davonlaufen. Ich hatte mich auch nicht in Sue getäuscht. Es war, verdammt nochmal, mein Job, Menschen einzuschätzen. Es gab unendlich viele Spielarten beim Sex. Ich hatte selbst eine Cousine, die in einem Fetisch-Institut in England arbeitete [s. „Außer Atem“, Korsett-Fetisch-Geschichte, kostenlos erhältlich auf www.dellicate.com]. Der Kontakt beschränkte sich auf Neujahrsgrüße, aber ich wusste, dass es keinen Grund gab, irgendwelche Praktiken zu verurteilen, solange sie allen Beteiligten Spaß und Lust verschafften. Bei Jim hatte ich Spaß und Lust erlebt, wie ich sie nicht mehr missen wollte. Was Clement in der nächsten Zeit aus mir machen würde, konnte ich vorläufig auch nicht beeinflussen. Wenn es also irgendwann zu gefährlich würde, konnte ich immer noch sagen: Es war nur der Voodoo-Zauber.
Würde ich das denn dann noch sagen wollen?
Eine gute Anwältin wägt stets Chancen und Risiken ab. Für mich bestanden die Risiken darin, einem Gangster die Kontrolle über mich zu geben. Jim war in meinen Augen nur noch ein toller Mann und kein Verbrecher mehr. Wenn ich Verantwortung abgab – konnte man mich dann noch verantwortlich machen? Würde mich das verändern? Würde es mir mein Selbstbewusstsein nehmen oder meine Kraft?
Vorbehalte von Schwächlingen, von Mutlosen, von Risikoscheuen. Das war ich nicht.
Für Veränderungen der tiefgreifenden Sorte war nicht meine Beziehung mit Jim verantwortlich. Das erledigte Clement. Jim raubte mir keine Kraft. Ich fühlte, dass er mir gerade in meiner derzeitigen, schwierigen Lage Kraft gab. Mein Selbstbewusstsein konnte mir niemand nehmen. Ich wusste, was ich konnte. Ich war Patricia Bonnaire und würde es (irgendwie) bleiben – egal, wem ich „gehörte“!
Ich suchte mir ein verwegenes Ensemble aus der Kiste, zog es an und … ließ die Handschellen zuschnappen.
Jetzt gab es kein Zurück mehr.
Ich war total aufgeregt … und nass.
So ähnlich hatte ich mich gefühlt, als ich zum ersten Mal bewusst und heimlich masturbierte.
Diesmal war ich aber nicht allein.
Es wurde Zeit für Jims Reaktion.
                        
Es war ein seltsames, aber zu meiner kleinen Überraschung durchaus aufregendes Gefühl, mit hinter dem Rücken gefesselten Händen durch das Haus zu stöckeln. Passend zu Hebe, Strapsgürtel und hauchzarten, roten Strümpfen hatte Sue ein Paar extrem plüschige Pantoletten in mein „Überraschungspaket“ gesteckt. Ich hatte einige spiegelglatte Steinfußböden im Haus. Da ich nicht mehr mit dem ganzen Fuß auftreten konnte, wäre es ein gewagtes Unterfangen gewesen, gefesselt und auf Strümpfen den Weg in die Küche hinter mich zu bringen.
Diese „vernünftigen“ Überlegungen lenkten mich ein wenig von der eigenen Nervosität ab, aber jetzt galt es: Praktisch nackt und in Handschellen trat ich Jim gegenüber.
Der stand schon erwartungsfroh in der Küche, weil es auf hohen Absätzen natürlich keine Möglichkeit gab, mich geräuschlos „anzuschleichen“.
Er machte große Augen. Sehr große.
Sein Lächeln war nicht geringschätzend. Im Gegenteil.
„Wow! Ich hatte ja keine Ahnung, dass … war das im Paket?“
„Ja. Gefällt Dir das?“
„Und wie! Sag mal, Patty … ich dachte, es gäbe eine Veränderung täglich.“
„Ja. Ist auch so.“
„Aha. Hat Sue Dich auf die Idee mit der Intimenthaarung gebracht?“
„Hat sie. War das ein Fehler?“
„Nein. Es bedeutet mir viel. Weil ich Dich jetzt ganz nackt sehen kann, weil ich Dich viel intensiver spüren und schmecken kann und weil Du das offenbar getan hast, um mir eine Freude zu machen. Ich bin Dir sehr dankbar. Was hältst Du da eigentlich hinter Deinem Rü…? Oh. Oh!“
„Oh? Oh wie ‚Oh je‘ oder wie ‚Oh, wie toll‘?“
„Oh wie… ich bin, ehrlich gesagt, erstaunt.“
„Weil Du mir das nicht zugetraut hast?“
„Soll ich lügen?“
„Nein, lieber nicht. Weißt du was? Ich hätte es mir auch nicht zugetraut. Irgendwie hängt das wohl damit zusammen, dass ich sowieso nicht weiß, was dieses Voodoo-Zeug mit mir anstellen wird. Wenn ich also ohnehin schon keine Kontrolle mehr haben kann, dann gebe ich sie am liebsten Dir. Verstehst Du?“

„Ja, ich denke, ich verstehe, was Du meinst. Es wird Dich nicht wundern, dass ich mir wünschen würde, Du könntest das auch ohne Clement tun.“
„Es zählt, dass ich dazu bereit bin, weil ich Dir vertraue. Die Rahmenbedingungen sind sekundär.“
„Verstehst Du denn, dass ich Schwierigkeiten habe, mich noch länger zu beherrschen? Du machst mich wahnsinnig – optisch und emotional. Ich will Dich. Jetzt!“
„Meine Hände sind gefesselt. Ich kann mich überhaupt nicht wehren.“
Ich wusste, was ich anrichtete und war nicht überrascht, als Jim mich packte. Es war ein Hauch Gewalt dabei und das war ebenso neu wie aufregend für mich.
Ich wusste ja schon, dass Jim über beachtliche Kräfte verfügte, aber ich genoss erneut, wie er mich mühelos anhob. Diesmal musste ich jedoch über meinen Schatten springen, denn durch die Handschellen konnte ich mich nicht festhalten und musste darauf vertrauen, dass Jim wusste, was er tat.
Er wusste es. Er zog seine Hose herunter, ohne mich loszulassen. Er hielt mich einfach mit einer Hand und seiner Schulter fest. Ich kam mir ein wenig vor wie bei einer Achterbahnfahrt. Die Bahn wird nach oben gezogen und man weiß genau, dass es bald in einem irren Tempo nach unten geht. Am Scheitelpunkt hilft es gar nicht, sich klarzumachen, dass es unter normalen Umständen keine Unwägbarkeiten gibt und nichts passieren kann.
Wenn es dann aber losgeht, gibt man sich dem Vergnügen hin, weil es ohnehin kein Entkommen mehr gibt.
So gab ich mich Jims starken Armen hin.
Er gönnte mir keines seiner wunderbaren Vorspiele. Er wollte so schnell wie möglich da ankommen, wo meine weiche, glatte, kahle Haut auf ihn wartete. Als ich zuerst seine fordernden Hände und dann seinen großen, harten Schwanz an meiner intimsten Stelle spürte, konnte ich tatsächlich den Unterschied feststellen, den ein paar Haare ausmachen können. Ich sah nicht nur „nackter“ aus, ich fühlte mich auch so – zarter, verletzlicher, sanfter, nachgiebiger … bereiter.
Dann hob Jim mich über seinen Schwanz.

Er ließ meine triefend nasse, offene Möse mit dem Rest meines Körpers spielend leicht hinab und glitt tief in mich hinein.
Ich bereute nicht, dass ich mich von Sue hatte überreden lassen und beschloss, diese „Veränderung aus eigenem Antrieb“ unbedingt beizubehalten, denn ich konnte Jim jetzt mit der ganzen Fläche meines haarlosen Unterleibs spüren. 
Ich war schon so in Ekstase, dass ich überhaupt nicht daran dachte, womöglich irgendwo abgesetzt zu werden, aber genau dies passierte.
Ich hatte dieses unglaubliche Gefühl, in zwei Körperöffnungen gleichzeitig ausgefüllt zu sein. Als Jim mich dann auf die Küchen-Arbeitsplatte setzte, glitt der Analstöpsel bis zum Anschlag in meinen Po, während Jim meine Hüfte leicht nach oben bog, um auch seinen Schwanz bis zum Anschlag in mich zu versenken.
Ich hatte das Gefühl, bis zum Bersten gefüllt zu werden.
Ich wusste nicht, ob Jim den Plug bewusst in seine „Taktik“ einbezogen hatte, aber der Erfolg war ihm sicher. Er stieß kräftig zu und pfählte mich so doppelt.
Als ich kam, sah ich Sternchen.
Ich hörte auf, mich mit meinem Bewusstsein zu beschäftigen. Ich war nur noch pure Geilheit. Ich hätte alles getan, um einfach noch eine Weile länger auf diese Weise gefickt zu werden.
Ich musste gar nichts tun. Jim genoss und ließ mich gleich noch ein weiteres Mal kommen. Er spielte mit mir und meiner Lust. Der Kapitän war an Bord gekommen und übernahm das Kommando. Ich ließ es geschehen.
 
21: Tauwetter
 
Ich erwachte mitten in der Nacht und war durstig. Jim hatte mir Reizwäsche und Handschellen abgenommen. Ich wollte ihn nicht wecken. Es war eine kühle Nacht und ich holte mir eine Pyjamajacke aus dem Kleiderschrank. Als ich sie angezogen hatte, registrierte ich, dass damit etwas nicht stimmte. Der Stoff hatte sich verändert.

Der Seidenschimmer, den ich an diesem Teil so mochte, war noch da. Da schimmerte jetzt allerdings noch mehr – durch! Mein Kuschel-Pyjama hatte sich in ein halbtransparentes Reizwäschejäckchen  verwandelt. Eine leichte Panik ergriff mich und ich sah zunächst im Kleiderschrank nach.
Puh! Nochmal Glück gehabt! Meine Business-Klamotten waren noch blickdicht und die Röcke hatten kein Mikro-Format. Bei Blusen und T-Shirts hingegen sah die Sache schon kritischer aus.
Clement war wirklich ein schräger Typ. Naja – eigentlich war er wohl nur ein Mann, der eben wusste, was Männern gefiel. Er hatte sein Voodoo-Zeug auf meine komplette Garderobe wirken lassen, aber es mir dadurch nicht unmöglich gemacht, auf die Straße (oder ins Gericht) zu gehen. Es hatte kein „Austausch“ stattgefunden, sondern eine „Anpassung“. Alles war irgendwie … sexy geworden, ohne jedoch nur noch als Porno-Requisiten geeignet zu sein. Es war ähnlich wie bei der Veränderung meiner Gesichtszüge. Offensichtlich ging es nicht darum, eine Karikatur aus mir zu machen. Das passte zu dem, woran ich mich in Bezug auf Clements Worte erinnern konnte. Ich blieb die Frau, die ich gewesen war, aber Clement wollte mich zwingen, mich über meine Weiblichkeit zu definieren und von Männern in erster Linie über meine Sexualität wahrgenommen zu werden, wie es seiner Tochter wohl ständig passierte.
Wenn ich nun aber irgendwie beweisen könnte, dass auch dann eine Frau nicht nur Sexobjekt sein muss … womöglich konnte ich den Spuk dann beenden?
Die Sache mit meinem Plan B war dumm gelaufen. Das würde mich wohl noch eine Menge Überredungsgeschick und womöglich eine Stange Geld kosten. Irgendwie hatte ich jetzt aber das Gefühl, etwas tun zu können. Ich beschloss, das Image, das Clement mir verpassen wollte (und zwangsweise verpasste), nicht länger abzulehnen. Die Rolle, die Sues Worte (und – vor allem – Jim) dabei spielten, ignorierte ich geflissentlich.
Ich hatte eine Aufgabe: Beweisführung. Das lag mir.

Ich prüfte die Frage nicht näher, ob ich womöglich selbst im Begriff stand, meine Rolle neu definieren zu wollen, ohne dass dazu Voodoo nötig gewesen wäre. Dafür waren die Umwälzungen in meinem Leben wohl noch zu unübersichtlich.
Als Jim mich in dieser Nacht ins Schlafzimmer getragen hatte, war ich wie in Trance gewesen. Ich hatte die Kontrolle abgegeben und mich wohl, sicher und geborgen gefühlt. Ich wusste, dass ich in Jims Armen gut aufgehoben war und dass er mich nicht fallen lassen würde.
Hingabe kann ganz einfach sein … wenn der Partner stark genug dafür ist.
Ich war von der Heftigkeit meines ersten Orgasmus noch ganz benommen gewesen und fast nicht wirklich „dabei“, als Jim sich im Bett erneut über mich hermachte, aber zu meiner eigenen Überraschung ließ ich ihn gewähren und mich einfach mitreißen. Es war durchaus ein wenig „gegen meinen Willen“ gewesen, was Jim mit mir angestellt hatte. Ich hatte die Wahl gehabt, ihn zurückzuweisen oder mich von seiner Lust überwältigen zu lassen.
Es hatte etwas Gewalttätiges an sich gehabt, was durch meine gefesselten Hände noch verstärkt wurde.
Ich war dabei regelrecht weggeschwommen.
Jim fickte mich stundenlang. Nach meinem vierten oder fünften Orgasmus war ich tatsächlich einen Moment lang weggetreten.
In einem Punkt war Clement also bereits erfolgreich: In meinem eigenen Schlafzimmer fühlte ich mich nun wirklich als „Sexobjekt“ … und fand es großartig!
Voodoo war dafür jedoch nicht erforderlich.
Wie sollte ich Jim erklären, dass wieder eine „Veränderung“ stattgefunden hatte, wenn er das Grinsen auf meinem Gesicht sah?
Er sah es nicht, denn als ich gegen drei Uhr morgens wieder in das warme Bett kletterte, schlief er tief und fest. Naja. Er hatte ja auch ganz schön „gearbeitet“, der Arme!
Dafür machte ich am nächsten Morgen Kaffee und überraschte ihn mit einem Teil aus meinem „verzauberten“ Kleiderschrank, das vorher ein Strandkleid gewesen war. Jetzt war es Reizwäsche aus Nylon.

„Guten Morgen, Schöne“, begrüßte mich Jim, als er den Weg ins Speisezimmer gefunden hatte.
„Guten Morgen, Captain.“
„Bitte?“
„Schon gut. Wie hast Du geschlafen?“
„Wie ein Stein. Was hat Clement heute angerichtet?“
Ich machte einen Schritt auf Jim zu und wir umarmten und küssten uns. Danach nahmen wir am Esstisch Platz. „Er hat meinen Kleiderschrank aufgeräumt. Ist aber nicht so schlimm. Mir ist heute Nacht, als ich das gesehen hatte, weil ich aufgestanden war, um etwas zu trinken, der Gedanke gekommen, dass ich bis jetzt mit dem Voodoo-Kram ganz gut leben kann. Es wäre zwar ganz schön, mal wieder flache Schuhe zu tragen, aber das sind alles keine Dinge, die meine Existenz gefährden. Es verändert mich nur ein wenig an der Oberfläche. Was mich viel mehr verändert, das … bist Du.“
„Ich?“  
„Ich fand schön, was Du letzte Nacht mit mir gemacht hast.“
„Die Handschellen waren nicht meine Idee.“
„Mag sein. Die waren eine Einladung, aber Du hast sie angenommen.“
„Kein Gewissensbisse?“ Jim sah mich forschend an.
„Nicht wirklich. Wir Menschen sind seltsame Wesen. Wir machen uns anhand unserer Lebensumstände ein Bild von uns. Manchmal sorgen auch andere Leute für dieses Bild. Ich habe immer gedacht, ich müsse alles im Griff haben. Logisch, denn ich kannte ja nur Luschen. Da war es besser, wenn ich die Dinge regelte, denn nur so gerieten sie zu meiner Zufriedenheit. Wirklich glücklich scheint mich aber erst zu machen, wenn ich manche … äh … Dinge nicht selbst regeln kann, wenn ich sie … Dir überlasse. Jedenfalls gilt das für den Sex. Clement entscheidet mit seinem Voodoo über mich und ich muss es geschehen lassen. Du entscheidest aufgrund Deiner … Dominanz über mich und ich will es geschehen lassen. Mein Bild von mir bekommt Risse. Es verändert sich. Weißt Du was? Mir gefällt, was ich in den letzten Tagen sehe. Wer, außer mir selbst, hat denn das Recht, mir zu sagen, wie ich mich selbst sehen soll? Verstehst Du das?“

„Ich hoffe. Wir haben sehr unterschiedliche Erfahrungen, Patty. Da, wo ich herkomme, ging es nicht darum, welches ‚Bild‘ die Leute hatten. Es ging auch nicht darum, wie ich mich selbst gern sehen wollte. Es ging ums Überleben, darum, sich durchzusetzen.“
„Und stark zu sein.“
„So ist es. Die Selbstachtung, die jeder Mensch zum Leben braucht, konnte ich nur dadurch entwickeln, dass ich stärker war als meine Feinde. Es war egal, welche Klamotten ich trug oder welches Auto ich fuhr. Wenn Big Jim auf einem rosa Damenrad angekommen wäre, hätten sich die Leute gewundert und dann angefangen, rosa Damenräder zu kaufen. Für eine Frau ist das immer etwas anders, weil sie von frühester Jugend an mit den Erwartungen ihrer Umgebung konfrontiert wird und weil man ihr ständig sagt, dass sie diese sowieso nicht erfüllen kann. Deshalb versucht Ihr, immer möglichst genau in die Schubladen zu passen, in die man Euch steckt. Mir ist das fremd. Eine erfolgreiche Frau soll nicht sexy sein? Wer sagt das? Der Papst? Alle Frauen, die sich selbst für hässlich halten und neidisch sind? Ich weiß, wie sehr Du als Frau um ein bisschen Respekt kämpfen musst, Patty. Bei mir lief das aber ausnahmsweise mal umgekehrt. Ich fand zuerst, dass Du eine großartige Anwältin bist und habe Dich respektiert. Erst später ist mir aufgefallen, wie hübsch Du eigentlich bist. Jetzt wirst Du immer hübscher und weiblicher und ich höre dennoch nicht auf, die tolle Anwältin Patty Bonnaire zu respektieren, obwohl ich am liebsten das sexy Girl Patty Bonnaire Tag und Nacht ficken möchte. Ja, mir gefällt es, wenn Du gefesselt und wehrlos hinnehmen musst, was ich mit Dir mache. Du kannst aber nackt und in Handschellen vor mir liegen – wenn Du mir dann sagst, wie ich ein juristisches Problem zu lösen habe, werde ich Dir gehorchen und Deinen Sachverstand respektieren … und stolz auf Dich sein … und auf mich, denn diese tolle Anwältin ist mein Mädchen. Darf ich Dich so nennen?“
Ich konnte nicht verhindern, dass große, fette Tränen aus meinen Augen über meine Wangen kullerten. Dann meinte ich: „Siehst Du, was Du angerichtet hast, Du dummer, grober Kerl?! Du hast Dein Mädchen zum Weinen gebracht.“

Ich war tatsächlich so blöd gewesen, auf Sue zu hören und hatte direkt nach dem Aufstehen erst einmal reichlich Wimperntusche, Kajal und Lidschatten aufgelegt. Das Zeug lief nun über mein ganzes Gesicht.
Als Jim jedoch aufsprang und mich in seine Arme nahm, beschloss ich, mir eine wasserfeste Kollektion zuzulegen.
Soweit ich mich erinnern konnte, hatte ich zuletzt mit 14 vor Rührung geheult – im Kino.
Jim hatte es tatsächlich exakt auf den Punkt gebracht: In dem Bedürfnis, irgendwelchen Klischees zu entsprechen, waren Frauen tatsächlich bereit, bis an die Grenze der Selbstverleugnung zu gehen. Ich hatte mich stets für immun, für etwas Besseres gehalten. Ich hatte meinen Erfolg, meine Karriere an die erste Stelle gesetzt.
Das fand ich nach wie vor völlig in Ordnung.
Nicht in Ordnung war es aber gewesen, den ganzen Rest einfach an den Rand zu drängen, oder – besser – an den Rand drängen zu lassen, denn freiwillig hatte ich nicht auf erfüllenden Sex verzichtet. Freiwillig hatte ich nicht darauf verzichtet, auch mal weich, nachgiebig, sanft und grazil zu sein.
Ich war nicht besser als die anderen Frauen.
Ich war genauso von den Schwachmaten, den Idioten mit ihren erdnussgroßen Eiern und dem Wackelpudding in ihren Köpfen dazu manipuliert worden, immerzu „stark“ zu sein und keine Gefühle zu zeigen – vor allem keine weiblichen, denn dann hätten sie eine Angriffsfläche gehabt, um zu demonstrieren, dass ich eben doch „nur“ eine Frau war. So legte ich mir mit der Zeit einen Panzer zu und wurde zu Patty Bonnaire, dem Eiszapfen.
Genau da lag jedoch der Denkfehler: Frau sein ist nicht gleichbedeutend mit schwach sein. So drehten es nur schwache Männer seit allen Zeiten hin, aber das war eine einzige, gewaltige Lüge.
Zum ersten Mal schämte ich mich nicht mehr meiner Tränen. Zum ersten Mal wusste ich, dass mir daraus kein Strick gedreht würde. In diesem Moment war ich vollkommen glücklich. Ich schmiegte mich an Jim.

Ich wollte, dass die Zeit stehenblieb und dieser Moment ewig währte. Das sollte leider nicht passieren.
 
22: Beschwerden            
 
Wie geht man in solchen Tagen und nach einer derartigen Nacht zur Tagesordnung über?
Ganz einfach: Gar nicht.
Ich hatte Termine in der Kanzlei. Jim musste sich um seine Geschäfte kümmern.
Dennoch war nichts mehr wie vorher.
Nachdem Jim das Haus verlassen hatte, wartete nicht die übliche Routine auf mich. Es begann mit einer an sich alltäglichen Verrichtung: Dem Toilettengang. Ich zog den Stöpsel aus meinem Po und fühlte mich total offen. Das anschließende Gefühl beim Entleeren des Darms war höchst seltsam, weil ich noch keine wirkliche Gewalt über meinen Schließmuskel hatte. Nach dem Duschen brauchte ich ungefähr 15 Minuten, um den nächstgrößeren Zapfen in meinen Anus zu schieben und noch eine weitere Zeitspanne, um meinen Unterleib nachzurasieren.
Nicht einmal das Anziehen verlief in gewohnten Bahnen, denn mein Voodoo-Kleiderschrank stellte mich vor ganz neue Herausforderungen.
Schließlich hielt ich mich auch beim Schminken an Sues Worte und verlor weitere Minuten – auch, weil ich meine „zwangslackierten“ Nägel mit einem etwas seriöseren Rot versehen wollte.
Ich kam zu spät zum ersten Mandantengespräch.
In der Mittagspause erhielt ich einen Anruf auf der internen Leitung (als ich gerade mit Jim telefonieren wollte). Conrad Hughes wollte mich dringend sehen.
Ich suchte ihn in seinem Show-Büro auf und wurde freundlich begrüßt. Ich spürte aber sofort, dass Conrad schlechte Laune hatte und dass dies etwas mit mir zu tun haben musste. Er bot mir einen Platz an, blieb selbst aber stehen. „Wie bist Du mit Rice zurechtgekommen?“

Das war eine ungewöhnliche Frage. Als Seniorpartner gingen wir sonst selbstverständlich davon aus, dass es keine Probleme gab. Traten nämlich unerwartet doch welche auf, gab es Partner-Konferenzen, in denen wir gemeinsam Lösungen suchten und fanden.
Auch Rice war kein außergewöhnliches Mandat. Wir vertraten ihn in einer Kartellsache. Rice hatte mit seinem Konzern einen etwas allzu ungezügelten und nicht ganz legalen Appetit auf Konkurrenten entwickelt.
„Gut, wie immer. Warum fragst Du?“
„Rice hat mich vor einer halben Stunde angerufen. Er hat gefragt, ob Du das Mandat weiterführen wirst.“
„Dich? Selbstverständlich behalte ich das Mandat. Warum denn nicht?“
„Rice meinte, Du wärest ihm so verändert vorgekommen. Er sagte, dass er den Eindruck hatte, Du würdest womöglich bald heiraten, eine Familie gründen und Deine Karriere an den Nagel hängen.“
„Was?! Ich? Blödsinn! Was bildet der sich eigentlich ein? Hat schon jemals ein Mandant bei einem männlichen Kollegen ‚Befürchtungen‘ geäußert, dass der wegen privater Dinge die Karriere vernachlässigen könnte?“
Endlich wandte er sich mir zu. „Ich habe Rice inhaltlich so ähnlich geantwortet. Ich war lediglich etwas diplomatischer bei der Wortwahl. Ich teile Deine Meinung, Patty, aber … was sagen die Ärzte? Wann kannst Du wieder richtig sprechen?“
„Ich spreche nicht ‚falsch‘. Meine Stimme ist im Moment nur etwas höher, weicher und ich kann nicht allzu laut reden. Hat Rice sich darüber beschwert?“
„Ich würde es nicht als ‚Beschwerde‘ bezeichnen, aber er meinte, dass er sich bei der, wie er sagte, ‚alten Patricia Bonnaire‘ etwas besser aufgehoben gefühlt hat. Er meinte wörtlich: ‚sie klingt, als wäre sie mit ihren Gedanken ausschließlich beim Sex‘. Ich hatte keine ehrlichen Argumente dagegen, obwohl ich mich natürlich vehement vor Dich gestellt habe. Patty, Du musst das in den Griff bekommen. Außerdem verstehe ich durchaus ein wenig die Irritationen. Du warst in den letzten Tagen nur zu den nötigsten Anlässen in der Kanzlei, wo Du vorher sogar nachts über Deinen Fällen gebrütet hast. Du schminkst Dich stärker, kleidest Dich anders und hast Deine Haare blond gefärbt. Wärest Du nicht die beste und tougheste Anwältin der Kanzlei, würde ich sagen, Du hast Dich verliebt. Kann man da den Mandanten verübeln, wenn sie ähnliche Dinge feststellen?“
„Habe ich einen großen Fall vergeigt? Habe ich ein Mandat verloren? Habe ich einen Mandanten schlecht vertreten?“
                          
„Bis jetzt nicht.“
„Bis jetzt? Zweifelst Du auf einmal etwa an meinen Fähigkeiten?“
„Nein, Patty. Ich finde nur, dass Du Dich wieder stärker auf die Belange der Kanzlei konzentrieren solltest, statt Deine Zeit beim Friseur oder im Nagelstudio zu verbringen. Ich bin besorgt, weil das gar nicht zu Dir passt. Übrigens solltest Du unter derart enganliegenden Sachen besser einen BH tragen.“
„Conrad, hörst Du Dir eigentlich selbst mal zu? Was Du da von Dir gibst, ist purer Sexismus. Würdest Du jemals auf den Gedanken kommen, einen männlichen Partner darauf anzusprechen, dass er sich die grauen Haare wegfärben lässt? Würdest Du einem Mann sagen, dass er sich Hosen mit einem festeren Stoff anziehen soll, damit sein steifes Ding nicht solche Ausbuchtungen verursacht? Weibliche Brustwarzen werden übrigens nicht nur bei Erregung größer und härter – nur für den Fall, dass Du Dich damit nicht so gut auskennst. Aus Rücksicht auf unsere langjährige Zusammenarbeit werde ich auf eine Klage verzichten. Wenn Du an meiner Arbeit etwas auszusetzen hast, dann freue ich mich jederzeit über Deine kompetente Kritik. Wenn Dir die Farbe meiner Nägel oder die Höhe meiner Absätze nicht passt, dann behalte das doch bitte einfach für Dich!“
„Patty, es geht doch nicht um mich. Mandanten, Kollegen, Mitarbeiter … alle wundern sich über Dich.“
„Na und? Wenn Rice das Mandat kündigt, können wir über mögliche Ursachen sprechen. Wenn meine Arbeit der Grund dafür ist, bin ich bereit, die Konsequenzen zu tragen. Wenn es aber daran liegt, dass meine Stimme zu sexy ist … oder der ganze Rest, dann werde ich auf Vertragserfüllung klagen. Ich mache diese absurden Macho-Spielchen nicht mit, Conrad. Habe ich mich jetzt klar genug ausgedrückt?“
„Schade, dass Du das so siehst.“
„Schade, dass Du so wenig Rückgrat hast.“
„Patty! Du vergreifst Dich im Ton!“
„Genau das hast Du getan, als Du heute die ersten Worte an mich gerichtet hast, aber Du hast es nicht einmal begriffen. Du hast keine Ahnung, wie verletzend das ist, nicht wahr? Du verstehst es überhaupt nicht.“
             
Fast wäre ich versucht gewesen, zu erklären, dass ich keinen BH mehr besaß, der meine Nippel bedeckt hätte und dass sich mein ehemals gemütlicher schulterfreier Strick-Pulli in ein hautenges Latex-Teil verwandelt hatte, aber darum ging es überhaupt nicht.
Es ging nicht einmal wirklich um mich.
Mir kamen Clements Sätze in den Sinn, die ich in meiner seinerzeitigen Panik gar nicht richtig gehört hatte. Auf einmal waren sie präsent. Zusätzlich verfestigte sich in mir eine eigene Erkenntnis: Als Frau in einer Männergesellschaft wurde ich akzeptiert, solange ich nach den Regeln der Männer spielte. Die Wahrscheinlichkeit, das doch nicht ganz so gut zu können wie diejenigen, die dabei in ihrem „natürlichen“ Element waren, erschien hoch. Die hatten nicht einmal etwas dagegen, wenn ich dabei „was fürs Auge“ bot … solange sich das in Grenzen hielt und sie nicht nervös machte. Brav im Hintergrund halten und hübsch aussehen wäre auch akzeptabel gewesen. Dann hätte ich eine Rolle als Deko-Artikel spielen können und keinen Ärger bekommen, denn Dekorationsgegenstände sind ja keine Konkurrenz.
Dafür, dass ich die Regeln besser beherrschte als die Typen, die sie schließlich mit der Muttermilch aufsogen, wurde ich gefürchtet und gehasst. Patricia, der Eiszapfen! Sogar das war aus männlicher Sicht noch irgendwie hinnehmbar.
Dank Clement (und Sue und Jim) „spielte“ ich jetzt aber mit „doppelten Waffen“ – mit denen der Männer und denen einer Frau. Gefürchtet und begehrt? Das verkrafteten die Jungs nicht mehr. Besser als sie und in der Lage, sie mit Sex-Appeal um den Verstand zu bringen? Das brachte die Schwächlinge auf die Barrikaden. Ich hatte gehofft, dass Conrad keiner von denen war. Schade. Meine Hoffnung wurde nicht erfüllt.
Als ich das Gespräch beendete, wusste ich, dass ich von nun an argwöhnisch beäugt würde. Jeder Fehler würde mir unter die Nase gerieben, damit ich mich entscheiden musste: Wieder ein nützlicher, asexueller Eiszapfen werden oder sexy sein, was nur in den vier Wänden „meines“ Mannes (und nur zu dessen Vergnügen) einen Platz hatte. Ich ließ Conrad einfach stehen.

So lief das also.
Ein Mandant beschwerte sich, weil meine Stimme klang, als würde ich immerzu an Sex denken und mein Kanzleipartner stellte nicht ihn, sondern mich zur Rede. Ich kannte kaum einen Mann, dem es nicht gefiel, wenn eine Frau sexy klang und war, sofern er gerade Lust dazu hatte! Dann war das sehr erwünscht. Selbst, wenn es gestimmt hätte – woran denken denn Männer den lieben, langen Tag? Wenn sie mal nicht bewusst daran denken, dann verhalten sie sich so, dass unschwer erkennbar ist, dass es sie unbewusst antreibt und ihre Handlungen kontrolliert.
Und ich sollte mich rechtfertigen! Pah!
Als ich in Clements Händen war, wusste ich, dass vieles von dem, was er in seinem Rachewahn von sich gab, so falsch nicht war. Es hatte mich dennoch kalt gelassen, weil ich davon ausging, dass es mich nicht betraf. Ich stand über derartigen Dingen.
Von wegen!
Ich hatte lediglich ein Image gehabt, mit dem die Männer leben konnten – solange ich davon nicht abwich. Nun wurde mir klar, dass es mich doch betraf. Es betrifft jede Frau.
Ich hätte nicht damit gerechnet, aber als ich mir ausmalte, dass die Frau, die ich in diesem Moment im Spiegel sah, keine begnadete Anwältin wäre, sah ich nicht mehr mich, sondern Marie Clement … und unzählige andere Frauen, die nach 2000 Jahren Gehirnwäsche nicht mehr besaßen als ihre Weiblichkeit.
Als ich mein Vorzimmer betrat, sah ich Kelly mit anderen Augen. Ich sah sie vermutlich zum ersten Mal seit ihrer Einstellung überhaupt an, ohne an die Aufgaben zu denken, die sie für mich zu erledigen hatte. Unsere Blicke trafen sich.
„Alles in Ordnung, Miss Bonnaire?“
Ich nickte.
„Mr. Jameson hat angerufen. Er sagte, er hätte es auf Ihrem Handy versucht, aber da lief nicht einmal die Mailbox. Er bittet um Rückruf.“
                               
Kelly war recht hübsch und achtete auf ihr Äußeres. An diesem Sommertag konnte man ihre Kleidung durchaus als offenherzig bezeichnen. Das alles hatte ich bisher kaum wahrgenommen, denn mich hatte interessiert, ob Kelly funktionierte und das tat sie.
Niemand würde sie wegen Ihres Dekolletés zur Rede stellen, denn sie war für die Mandanten (und für die meisten Kollegen) tatsächlich eher Deko. Als „Vorzimmerdame“, als „Sekretärin“ war es ihr „erlaubt“, einen leckeren Anblick zu bieten. Schließlich hatte sie ja ansonsten nicht viel zu sagen. Hätte es etwas geändert, wenn all diese Idioten sich bewusst gemacht hätten, dass auch Kelly eine anspruchsvolle Ausbildung absolviert hatte und bei manchen Aufgaben effektiver und routinierter arbeitete als alle Anwälte? Würde man ihr dann sagen, dass ihr Ausschnitt zu freizügig wäre und sie doch bitte ihren nackten Bauchnabel bedecken solle?
Ich vermutete, dass eher umgekehrt ein Schuh draus würde: Hübsch und sexy, wie sie war, hatte Kelly bestimmt einen „festen Freund“ (das hatte mich bisher nie interessiert). Würde ihr Anwaltsgehilfinnen-Gehalt nun plötzlich ihren Fähigkeiten angepasst, wäre es sicher eine interessante Frage, wie jener Freund sich wohl fühlen und gebärden würde, wenn die hübsche Kelly plötzlich „erfolgreich“ wäre und mehr Geld nach Hause bringen würde als er. Würde er dann versuchen, sie an ihrer Berufsausübung zu hindern? Würde er sie auffordern, sich auf Arbeit ein wenig „dezenter“ zu kleiden? Letzteres bestimmt, denn schön und erfolgreich wäre ganz schlecht für die Besitzansprüche ihres heimischen Deppen und für dessen Selbstwertgefühl.
„Danke, Kelly. Ich finde, Sie machen einen ausgezeichneten Job.“
„V…Vielen Dank, Miss Bonnaire.“ Sie errötete.
Ich wollte sie nicht noch mehr verwirren und ging in mein Arbeits-Büro, um Jim anzurufen. Wir verabredeten uns für die Mittagspause. Weil wir beide wenig Zeit haben würden, beschlossen wir, uns bei „unserem“ Italiener zu treffen. Es kam mir vor, als befände ich mich schon eine Weile in einer festen Beziehung, in der es sogar „unser“ Restaurant gab. Da fehlte nur noch „unsere“ Musik. Ich musste grinsen und meine Laune besserte sich.
Dafür schien Jim ein Problem zu haben. Er wirkte angespannt, als wir uns an der Bar trafen. Ich sah es und ich spürte es, als wir uns küssten. „Was ist los?“

 
23: Partygirl
 
„Das ist mir unangenehm“, druckste Jim herum.
„Hey! Ich bin Deine Anwältin!“
„Wärest Du nur das, wäre es kein Problem. Patty, wir sprachen doch über Rollen und Schubladen und ich habe Dir von meiner Jugend erzählt.“
„Ja.“
„Es ist schwieriger, oben zu bleiben, als nach oben zu kommen. Man muss irgendwelche Erwartungen erfüllen, die Neider vermehren sich wie die Kanalratten und auf jeder Sprosse, die man auf der Leiter nach oben klettert, wird es nicht etwa ‚legaler‘. So manch brutaler Straßengangster ist eine ehrlichere Haut als die sogenannten Politiker. Korrupte Bande!“
„Wem sagst Du das, Jim? Das ist mein täglich Brot.“
„Ich weiß. Du bist da viel cooler und abgebrühter als ich. Naja. Du weißt ja, dass ich größere Beträge in das Hafenprojekt investiert habe.“
„Klar.“
„Die Eigentumswohnungen sind schon alle verkauft, bevor der erste Spatenstich gemacht wurde.“
„Ich weiß. Das ist doch gut für Dich.“
„Natürlich. Morgen soll die Baugenehmigung erteilt werden und der zuständige Baudezernent möchte das heute Abend ausgiebig feiern.“
„Wofür er aber sicher nicht sein hart ‚erarbeitetes‘ Schmiergeld ausgeben mag, nicht wahr?“
„Ganz genau, Patty. Er möchte in einem meiner Clubs die Sau rauslassen. Rib-Eye-George, einer der ‚Großinvestoren‘ und ein früherer … ‚Kumpel‘ von mir, wird auch dabei sein.“
„Ist das denn ein Problem?“
„Nicht, wenn die Dinge so laufen wie immer. Da liegt das Problem.“

„Koks? Ich dachte, Du wärest clean.“
„Bin ich auch. Alle wissen, dass ich von dem Zeug die Finger lasse. Von anderen Drogen auch. Wovon ich aber nicht die Finger lasse, sind … äh … Frauen.“
„Oh. Diesbezüglich wird also ein bestimmtes ‚Verhalten‘ von Dir erwartet, ohne das Deine Autorität in Frage gestellt werden könnte und Deine Glaubwürdigkeit leidet.“
„Ich hätte es nicht besser formulieren können.“
„Tja. Ich bin Deine Anwältin. Schon vergessen?“ Ich war nicht annähernd so cool, wie ich mich gab. Offenbar wollte Jim mich davon in Kenntnis setzen, dass er seine Beteiligung an einer Orgie plante. Ich sah ein, dass es geschäftliche Notwendigkeiten dafür gab. Außerdem war ich Patty Bonnaire, die Souveräne, die es nicht nötig hat, sich wie ein besitzergreifendes, eifersüchtiges Weibchen aufzuführen. Ich blieb gelassen … und hatte das Gefühl, als würde mir gerade der Magen umgedreht.
„Nein, das vergesse ich bestimmt nicht. Du bist jetzt aber weit, weit mehr für mich. Du erinnerst Dich, wie ich Dich heute Morgen genannt habe? Ich meinte das ernst.“
„Ich weiß. Ich habe zugestimmt.“
„Ich kann und will nicht mehr ohne mein Mädchen sein. Ich muss aber auch das Geschäftliche im Auge behalten. Deshalb wollte ich Dich fragen, ob Du mich zu der Party begleitest.“
Mein Magen renkte sich wieder ein. „Jim, ich bin eine prominente Anwältin. Ich kann nicht als das Liebchen des Top-Gangsters der Stadt bei einer Orgie auftauchen. Wie stellst Du Dir das vor? Soll ich da mitmachen? Ich gehe mal davon aus, dass es da nicht unbedingt … monogam zugeht.“
„Es ist mir egal, was Du sonst noch bist. Für mich bist Du vor allem die Frau, die ich an meiner Seite haben will. Ich will nicht mehr ohne Dich sein, verstehst Du?“
Wow! Etwas in der Art hatte ich natürlich hören wollen. Und jetzt? Ich hatte gewusst, dass es irgendwann zum Schwur kommen musste. Ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass dieser Moment so schnell kam.
Jim ließ nicht locker. Wie schön! „Du wirst Dich weder an sexuellen Handlungen beteiligen, noch wirst Du irgendwelche Drogen konsumieren müssen. Darauf werde ich achten.“
„Du wirst beschäftigt sein.“

„Deshalb wird Sue uns begleiten und aufpassen.“              
Sue. Hm. Schon wieder! Aufpassen? Auf mich? Das gefiel mir nicht. „Ich dachte, ich bin Dein Mädchen?“
„Natürlich. Die … ‚regulären‘ Partnerinnen der anderen Männer kommen nicht zu solchen Events. Die Frauen bleiben zuhause und kümmern sich um die Kinder, während ihre Männer…“
„…eifrig fremdficken“, beendete ich den Satz.
„Genau. Ich will Dich trotzdem dabei haben. In den Augen der anderen Gäste wärest Du aber ‚nur‘ ein von mir bevorzugtes Partygirl. Deshalb ist es gut, wenn Sue uns begleitet. Sie kennt sich mit solchen Anlässen aus.“
„Ich verstehe.“ Ich verstand tatsächlich. Ich fand es zum Kotzen, doch ich wusste, wie solche Dinge ablaufen. Ich war Jim dankbar, dass er mich dabeihaben wollte und natürlich diente Sues Teilnahme ausschließlich meinem Wohl. Ich würde mir Mühe geben, sie nicht anzugiften. Jedenfalls nicht sehr.
Nach der Mittagspause erledigte ich meine Arbeit in der Kanzlei und fuhr anschließend, wie mit Jim abgesprochen, zum „Wobbling Wonders“. Diesmal wurde ich ohne Umschweife eingelassen und von Sue sehr herzlich mit einer Umarmung und Küsschen begrüßt. Hmpf. Naja, sie war wirklich nett. Schon wieder.
Wir stürzten uns gleich in die Vorbereitungen für den Abend, was vor allem bedeutete: Styling.
Ich hatte geglaubt, schon am Morgen tief in den Farbtopf gegriffen zu haben, aber für eine Party war ich natürlich viel zu konservativ aufgemacht. Lediglich mit dem Rot auf meinen Nägeln war Sue einverstanden. Sie überredete mich, meine Sachen auszuziehen, nickte anerkennend beim Anblick meiner kahlen Möse, gab mir das schon vertraute Relax-Jäckchen und komplementierte mich vor einen großen Schminkspiegel. Wie eine professionelle Visagistin half sie mir beim Abschminken und verpasste mir ein abendliches Party-Make-up. Dabei wollte sie wissen, wie ich mit den Plugs zurechtkam.
„Es gibt keine Sekunde, in der ich das Ding nicht spüre, aber es gab auch schon … angenehme Erlebnisse damit“, antwortete ich wahrheitsgemäß. Daraufhin entwickelte sich ein schlüpfriges Gespräch über „Hilfsmittel“ und beim Kichern vergaß ich meine Eifersucht. Fast.
„So kann Jim Dich vorzeigen“, meinte Sue schließlich.

Die Anerkennung in ihrer Stimme war echt. Ob ich mir einen Hauch Wehmut darin nur einbildete, blieb unklar.
„Hast Du Kontaktlinsen?“, wollte Sue danach wissen.
„Ich komme mit den Dingern nicht zurecht. Nein.“
„Dann muss es so gehen. Die Brille kannst Du nicht tragen.“
„Hey! Ich bin ohne Brille blind wie ein Grottenolm!“ Das war nur leicht übertrieben.
„Mach Dir keine Sorgen! Ich bleibe immer in Deiner Nähe und Jim passt auf Dich auf, wann immer er kann.“
Behutsam nahm Sue mir die Brille ab. Das konnte ja eine tolle Party werden, dachte ich. Hoffentlich hatten die dort fette Nebelwerfer – gleiches Recht für alle! „Du bist schuld, wenn ich mich wie ein Trampel aufführe, weil ich nur Schemen sehe“, moserte ich.
„Das wirst Du nicht. Du bewegst Dich wie eine Gazelle. Außerdem halte ich Dich rechtzeitig zurück, wenn Du Anstalten machst, eine Wand zu begrüßen.“
Sue war witzig, Sue war hilfsbereit, Sue war charmant. Das fand ich doppelt schlimm: Einerseits musste ich sie dafür einfach mögen und andererseits hatte sie bei Jim die Latte wohl ganz schön hoch gelegt – auch im Wortsinne, pffft!
Sue war noch nicht mit meinem Styling fertig. Der Spiegel war immerhin nah genug (wenn ich mich vorbeugte) und so konnte ich die Perücke erkennen, die sie mir aufsetzte. „Jim meinte, Du solltest besser inkognito auftauchen. Wer nichts ahnt, wird Dich nicht erkennen.“
An meiner Stimme erkennt mich sowieso niemand mehr, dachte ich, als Sue mir beim Anziehen der Partyklamotten half, die Clement wohl kaum adäquater hätte aussuchen können. Sein Voodoo-Zauber schien auch damit einverstanden zu sein, denn alles passte.
„Lass Dich ansehen! Dreh Dich mal! Perfekt!“
Sue schien zufrieden. Patty Bonnaire, das Partygirl, war bereit. Naja … äußerlich zumindest. Mir war nicht wohl in meiner Haut.

Das änderte sich auch nicht wesentlich, nachdem Sue sich umgezogen hatte. Auch sie trug eine Perücke und ich wollte wissen, ob sie ebenfalls unerkannt bleiben wollte.
„Normalerweise nimmt Jim irgendwelche Mädchen aus den Clubs zu solchen Anlässen mit. Ich glaube, dass es nicht unbedingt sein muss, dass mich ein Stammgast des ‚Wobbling Wonders‘ erkennt. Ich weiß nicht, ob das für den Respekt förderlich wäre. Naja. In unsere Gesichter wird sowieso kaum jemand sehen.“

Damit lag sie wohl absolut richtig. Ich vermutete außerdem, dass uns tatsächlich niemand erkennen würde.
Ich hatte zu kämpfen – mit dem winzigen Shirt, das mich bei der kleinsten Bewegung befürchten ließ, meine Brüste könnten herausfallen (was sie aber nicht taten, weil sie nicht allzu üppig waren und der Schwerkraft somit noch ein paar Jahre trotzen würden), mit dem ungewohnten Gummihöschen, das an (und regelrecht in) meinen Körperkonturen klebte und mir den Stöpsel in meinem Po noch bewusster machte, mit den extremen Stiletto-Absätzen der Plateau-Sandalen, die das Laufen noch problematischer erscheinen ließen als die hochhackigen Schuhe, die ich seit einigen Tagen ständig tragen musste, sowie mit der Tatsache, dass ich ab einer gewissen Entfernung ohne meine Brille nur noch verschwommene Farbkleckse sah.
Dennoch fand ich beim Hinausstöckeln die Muße, Sue zu fragen, warum dieser Club bis auf den unmittelbaren „Gäste-Bereich“ so schäbig und heruntergekommen wirkte und warum sich hinter dem primitiven Namen ein Etablissement mit dem verbarg, was man gemeinhin „Edelnutten“ nannte.
„Damit wir keine Laufkundschaft anlocken, wird die Fassade nur renoviert, wenn sie zerbröselt. Das ‚Back-Office‘ ist so schäbig, weil wir regelmäßig Steuerprüfer im Haus haben. Wenn die die gammeligen Arbeitsräume sehen, kommen nicht so viele von denen auf die Idee, für einen halbwegs erträglichen Bescheid umsonst ficken zu wollen.“ Sues Antwort hörte sich sehr schlüssig an.
Wir verließen den Club. Vor der Tür wartete eine Stretch-Limousine auf uns. Meine Nervosität stieg. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich die nun folgende Nacht so schnell nicht mehr vergessen würde.
 
Fortsetzung in Teil 6
 
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Kommentar(e)

"...Würdest Du jemals auf den Gedanken kommen, einen männlichen Partner darauf anzusprechen, dass er sich die grauen Haare wegfärben lässt? Würdest Du einem Mann sagen, dass er sich Hosen mit einem festeren Stoff anziehen soll, damit sein steifes Ding nicht solche Ausbuchtungen verursacht?.."
 
Naja... Meine Sportkollegen, die in "besseren Jobs" (alles ab Verkäufer im Einzelhandel hinaug) beschäftigt sind, klagen jeden Sommer darüber, dass sie angewiesen werden, ihre athletischen Formen unter weiten und langärmligen Hemden zu verbergen, während ihre "muskellosen" Kollegen in T-Shorts oder zumindest kurzärmligen Hemden unterwegs sind. Der "50cm-Bizeps" ist so was wie schöne Brüste bei einer Frau und gehört im Geschäftsleben genauso unter ein "Hidjab". Die Körperfeindlichkeit trifft die Männer auch.

Antwort auf von TaugeniX

... trefflich diskutieren und fragen, ob es nicht (geschlechtsspezifische) Unterschiede gibt zwischen dem "überhaupt vorhanden" und dem "wie viel davon", fragen, warum sich paulinischer und mohammedanischer Schleierzwang nur gegen Frauen richtet, die berühmte Geschichte von der SM-Session an der Bushaltestelle samt der Frage, warum ihr Bußgeld höher war als seins, auspacken und, und, und ... oder einfach konstatieren, dass auch Männer zuweilen unter sexueller Unterdrückung leiden. Mir ist das alles recht und ich freue mich, wenn mein Geschreibsel nicht nur zu Zustimmung, sondern auch zu Widerspruch anregt.

Warum nur läuft diese Geschichte unter dem Tag "beendet"? Weder ist klar, was bei dem Herrenabend passiert noch ist das Ende des Voodoo-Zaubers beschrieben. Vermutlich hätte ich mit diesem Mehrteiler gar nicht begonnen, wenn er nicht als beendet beschrieben gewesen wäre. Denn viel zu oft schon habe ich mich in Geschichten hineingelebt und bin unzufrieden an lösen Enden gehangen. Wirklich schade! Und das von dem großen Meister?! Ich bin enttäuscht.

Antwort auf von Black cat

Die Antwort lautet: Weil sie beendet ist. Die Geschichte umfasst 8 Teile. Jeder Teil ist im Titel als solcher bezeichnet und der letzte Teil ist - ebenfalls im Titel - als Schluss zu erkennen. Das gilt für alle meine (89? 90?) hier geposteten Texte - mit Ausnahme der Einteiler, versteht sich. Da Du mir netterweise "Meisterschaft" attestierst, scheinst Du schon mit meinem Kram vertraut zu sein, denn wie kämest Du sonst auf derartige Komplimente?!. Dann weißt Du auch, dass ich normalerweise keine "unvollendeten Teile" schreibe und ganz sicher keine 7 Teile als "unvollendet" deklariere und Teil 8 als "beendet", denn das wäre ein fast so großer Unfug wie ein "finaler Teil - unvollendet", was irgendwann ohne mein Wissen und Zutun auftauchte und dann später von mir korrigiert werden musste - weil es eine "Mehrheit" (die natürlich nie irrt und auch nie nur das am lautesten nörgelnde Häuflein sein kann) so wollte? Du bezeichnest mich als "Meister" und schreibst gleichzeitig, Du hättest mit einem anderen Tag meine Geschichte gar nicht lesen wollen, weil Du Angst vor "lösen Enden" hast? Bei mir? Ach. Und behauptest dann, "enttäuscht" zu sein? Das hätte ich in den zwei Fällen, in denen ich zutreffenderweise mein Zeug als "unvollendet" bezeichnet ließ, womöglich sogar geglaubt. Bisher habe ich stets versucht, mich für jeden Kommentar zu bedanken. Das endet hiermit. Dies ist das letzte Mal, dass ich mich zu diesem Schmarrn äußere, denn ich werde nicht Teile fertiger Geschichten veröffentlichen, wenn die Geschichten vollständig sind und die Teile dann als "unvollendet" bezeichnen. Es sind Teile eines Ganzen und nur, wenn das Ganze erst noch entsteht, gibt es "Unvollendetes". Kommentare, die sich in keiner Silbe damit beschäftigen, was ich geschrieben habe, ignoriere ich ab jetzt. Selbsternannte Regelhüter, Gruppenaufseher, Blockwarte, ABVs können sich an den Seitenbetreiber wenden. Wenn unser Gastgeber mich auffordert, Dinge zu tun, die ich für falsch halte, kann ich mich hier immer noch verabschieden. Ansonsten empfehle ich noch allen, die nicht "enttäuscht" werden wollen, meine Veröffentlichungen, über denen zwar "Teil", aber nicht "final" steht, nicht einmal mit der Kneifzange anzufassen, denn in meinen Geschichten gibt es das Ende pikanterweise erst dann, wenn "Ende" daruntersteht. Weil man das natürlich nicht wissen kann, wenn man mal versehentlich einen fünften Teil öffnet, steht dann eben "final" drüber. Das bedeutet: Letzter. Dann halten sich die "Enttäuschungen" vielleicht in zu verschmerzenden Grenzen - gerade noch ;-)       

.... mir gehen bei kleinem die Voodoo Utensilien aus. Ich lass dir mal die Voodoo Puppen da .... Moment die laufen andauernd weg.... mit den Nadeln helfen sie auch bei Tags Sucher.*sfg* Alle 6 wieder in Reih und Glied und
ich freue mich auf den nächsten Teil.
L.G.

Antwort auf von Yellow

Das kann man nicht nur mit Elchgeweihen aus Pappe an Hamstern zu Weihnachten machen, sondern auch mit Voodoo-Puppen, damit sie nicht weglaufen. Man muss nur die Nadeln bis auf den Tisch hindurchstechen. Zur Not helfen aber auch die guten, alten Ketten. Vielen Dank für den neuerlichen Six-Pack. Nach dem heutigen Teil 6 kommen noch zwei. Falls Dir die Utensilien ausgehen - ich nehme auch Lakritzschnecken (nicht zum Verzehr - bäh - sondern als "Puppen-Rope") oder Kichererbsen (als "Puppen-Ballgags").

Sorry für meinen Kommentar bzgl. Unkorrekter Tags.
Ich hatte nicht mitbekommen, dass die Geschichte sich noch mitten in der Veröffentlichung befand.

Viele Grüße
Black Cat