Die Masochistin

"Klappentext"

Dominanz und Unterwerfung, ein Dilemma

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Liebe Leserin, lieber Leser

Ich bitte euch, diesen meinen Beitrag mit Nachsicht zu betrachten, denn ich bin verzweifelt. Ich bin Masochistin. Das erscheint euch vielleicht kein Grund für Verzweiflung zu sein, ich kann euch versichern, für mich ist es ein Grund.

Nach meiner Erfahrung ist der Sadist nicht der ergänzende Teil der Masochistin, nicht das Yang meines Yin, sondern vielmehr ein Gegenspieler, der Feind meiner Begierden. Als Masochistin empfinde Lust und Erfüllung durch Schmerz, dem Sadisten scheint es jedoch mehr um das Zufügen von Schmerz und Leid an sich zu gehen, wobei die durch das gequälte Opfer empfundene Lust ihm eher hinderlich zu sein scheint oder gar Widerwillen in ihm hervorruft.

Obwohl der Gebrauch der Peitsche oder des Stockes uns beiden, also sowohl mir als Masochistin, als auch ihm, dem Sadisten, dem Grunde nach Freude und Lust bereiteten, so war für mein Empfinden seine Lust förderlich, da sie ihn zu weiteren, ausgefeilteren Quälereien oder Bestrafungen hätte inspirieren können. Für ihn jedoch war meine Lust gerade nicht förderlich. Zwar perfektionierte er die seine eigene Lust steigernden Methoden bis zur vollendeten Perfektion, dabei jedoch sorgfältig darauf bedacht, meine Leidenschaften nur insoweit zu berücksichtigen, dass sie keine Erfüllung fanden.

Der Sadist benötigte keine Verfehlungen, keine echten, keine willkürlichen und keine absichtlich herbeigeführten, um zu Bestrafen oder eine neue Marter anzuwenden. Er tat es, wann immer er Lust dazu hatte. Das Unerwartete, nicht Einschätzbare, Unberechenbare wäre meinen Leidenschaften entgegengekommen, das stete Gefühl der Furcht, die sich im Magen ausbreitet und langsam den ganzen Körper und schließlich auch den Geist überflutet, gepaart mit der Erwartung der aufkeimenden Lust.

Wenn nur die Furcht, aber nicht die Lust bedient wird, ist das Leiden der Masochistin zwar größer, wenn aber dieses Leiden nicht der Erfüllung, diese Qual nicht dem Lustgewinn dient, die Bilanz für die Masochistin derart negativ ist, kann die Beziehung keinen Bestand haben. Am Ende verlieren beide.

Vielleicht versteht ihr mein Dilemma. Einerseits von der Lust beherrscht, beherrscht zu werden, andererseits von der Angst behindert, einen Menschen zu finden, der zwar Lust an den von mir ersehnten Behandlungen hat, aber diese nicht zu meiner Erfüllung anzuwenden bereit ist. Ich verstehe den Sadisten durchaus, der sich nicht durch provozierte Verfehlungen der Masochistin zu Bestrafungen herausfordern lassen möchte, da dies seine Dominanz in Frage stellt. Seine auf diese Weise angegriffene Dominanz würde am Ende wiederum beiden schaden.

Voller Neid und Eifersucht lese ich die Geschichten von devoten Frauen, die durch Zufall und in recht einfacher Weise in ihre jeweilige Beziehung geraten sind. Leider bin ich nicht devot. Ich bin widerspenstig. Anlass zum Gehorsam könnte mir sicherlich mit Nachdruck gegeben werden. Ich werde mich nicht einfach fügen, womit ich wieder an der Frage der Dominanz scheitere. Er, der Dominante, wird sich sicher nicht durch mein Verhalten zu Maßnahmen provoziert sehen, die mir Freude bereiten und ich fände mich schnell wieder in der Situation, Maßnahmen zu erdulden, die mir keinen Lustgewinn versprechen. Ein Teufelskreis.

Aus reiner Verzweiflung füge ich mir zuweilen selbst Schmerzen zu oder ich versuche es mit Selbstfesselungen, aber jeder weiß, dass die Berührungen durch einen Anderen tausend Mal intensiver sind, als die durch eigene Hand, und so ist es auch mit Schmerz und Fesselung, sie sind tausend Mal intensiver, wenn sie durch jemand anderen ausgeführt werden, besonders dann, wenn sie unerwartet eintreten.

So lebe ich mit der größten aller Qualen, der unerfüllenden Qual der unerfüllbaren Leidenschaft. Mein Sadist hätte seine Freude daran.

 

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Inhalt/Idee

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Erotik/BDSM

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Rechtschreibung/Form

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Kommentar(e)

Vielen Dank für die tiefen Einblicke in das Seelenleben deiner Protagonistin. Treffend formuliert und wieder toll zu lesen. Auch wenn es etwas ganz anderes als deine bisherigen Geschichten ist, hat es mich trotzdem, oder gerade deswegen, fasziniert.

LG Ornella 

Vielen Dank für deinen Kommentar.

Ich weiß jetzt gar nicht, was ich dir erwidern soll, oder nur so viel: wenn Wunsch und Wirklichkeit zu weit auseinander liegen, dann....

Ganz liebe Grüße
Anima

 

... der alte Sadistenwitz: "Schlag mich!" - "Nein!"

Es ist interessant, weil deine Protagonistin etwas beschreibt, das einer meiner Protagonisten - als männlicher Gegenpart - umgekehrt auch schon beklagte: dass die Lust der Masochistin ihm die Erfüllung verwehrt. Und war es nicht Gerwalt, der einmal meinte, das ideale Gegenstück des Sadisten sei die Vanilla?

Der Neid auf die Devoten führt allerdings in die Irre, denn auch diese sehnen sich manchmal nach einer Art der Dominanz, die das reale Gegenüber gerade nicht anzubieten hat. (Clu stellte in ihrem Blog dazu fest, die Devotion der Sub richte sich letztlich immer nur auf den Traumdom, niemals auf einen realen Mann.)

Kennst du den Artikel "Learning from Extraordinary Lovers: Lessons from the Edge" von Peggy Kleinplatz? In diesem beschreibt sie beispielhaft vier verschiedene Arten der Dominanz und der Devotion wie folgt:

"Der Teufel steckt im Detail. Eine Person als dominant oder unterwürfig zu beschreiben, reicht nicht aus, um sie zu erfassen. Bei vier dominanten Individuen können oberflächlich ähnlichen Handlungen deutlich unterschiedliche Absichten zugrunde liegen: Der erste will Herrschaft, Befehlsgewalt, will Anspruch erheben, besitzen, sein Territorium markieren; die zweite will ein Ziel für ihre Aggression, ihre aufgestaute, unzivilisierte, vorverbale, wilde Energie; ein dritter strebt nach Freiheit, Hingabe und uneingeschränkter Erlaubnis zu tun, was er will, ohne seine Entscheidungen erklären zu müssen; und ein vierter ist absichtsvoll, berechnend, methodisch und geht manchmal mit wissenschaftlicher Distanz und manchmal mit wissenschaftlichem Eifer vor, auf der Suche nach Wissen und absoluter Kontrolle.

Genauso lassen sich hier vier unterwürfige Personen betrachten: Der erste möchte jemandem gehören, wünscht sich die Sicherheit, seinen Platz zu kennen, Teil von etwas zu sein, das größer ist als er selbst, besessen zu werden. Die zweite sehnt sich danach, erkannt und entlarvt zu werden, ihren eigenen Geheimnissen nicht entkommen zu können, durchdrungen und ausgeplündert zu werden, keinen Ausweg zu haben, keine Möglichkeit der Täuschung, Irreführung oder Verschleierung. Die dritte sucht das Abenteuer, möchte eine Fahrt mit unbekanntem Ziel, ungewisser Zeitachse und ohne eingebautes Sicherheitsnetz unternehmen, und sobald sie sich anmeldet, verfällt ihr Recht, sich zurückzuziehen. Der vierte ist gezwungen, die Kontrolle zu verlieren, überwältigt zu werden, durchdrungen, erstürmt und bezwungen zu werden, bis er sich körperlich und seelisch ergibt, bis kein eigener Wille mehr übrig ist, nur die Fähigkeit, vollständig und ohne Widerspruch zu reagieren." (Übersetzung von mir)

Für mich war dieser Text ein echter Augenöffner, begriff ich doch zum allerersten Mal, warum es zwischen meinem Liebsten und mir - er dominant, ich devot - trotzdem immer mal wieder hakt. Selbst wenn wir auf unsere Neigungen so hübsche Etiketten kleben, die herrlich nach Topf und Deckel klingen, sind unsere Bedürfnisse am Ende doch so individuell verschieden und wahrscheinlich gibt es so viele unterschiedliche Facetten unserer Neigung wie es Menschen gibt, die diese ausleben.

Danke für deinen inspirierenden Text, der ganz unmittelbar an etwas angedockt hat, das mich schon eine ganze Weile beschäftigt.

Liebe Grüße

Campanula

 

Hallo Campanula

vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Leider kannte/kenne ich den Artikel "Learning from Extraordinary Lovers: Lessons from the Edge" von Peggy Kleinplatz nicht. Daher gilt mein besonderer Dank auch deiner Übersetzung, ich werde mir den Text noch Mal genauer zu Gemüte führen, auch wenn ich deiner Ansicht folge, dass es vermutlich so viele Facetten gibt, wie es Menschen gibt. Deinem Text entnehme ich aber auch, dass du und dein Liebster einen Modus gefunden habt, der euch Beiden gerecht wird, zumindest hin und wieder. Ich wünsche dir jedenfalls die Erfüllung, die mir verwehrt blieb.

Herzlich
Anima

Antwort auf von Anima Demissa

Liebe Anima,

Peggy Kleinplatz ist eine kanadische Psychologin und Sexualtherapeutin. Der erwähnte Artikel richtet sich an ihre Fachkollegen und ist ein Appell, sadomasochistische Neigungen nicht als pathologisch zu deuten, sondern im Gegenteil die darin enthaltenen Anregungen auch für die Sexualtherapie von "Vanillas" zu nutzen. Ich fand ihn sehr lohnenswert. Das oben ist nur ein winzig kleiner Ausschnitt aus dem Artikel. Die Autorin beschreibt insgesamt zehn Lektionen, die Sexualtherapeuten von BDSM-Praktizierenden lernen können.

Ja, mein Liebster und ich haben einen Modus gefunden, oder vielmehr: Wir arbeiten dran. :-) Dir muss die Erfüllung aber auch nicht versagt bleiben. Es gibt durchaus Sadisten, die auch Lust aus der Lust der Masochistin am Schmerz beziehen. Mein Liebster zum Beispiel wäre sicher froh, wenn ich den Schmerz direkter sexualisieren könnte und das nicht über den Umweg irgendwelcher Konstrukte von Hingabe, Ohnmacht, Überwältigung und Auslieferung geschehen müsste. Er findet es sexy, wenn eine Frau darum bettelt, dass man ihr wehtut, und erfüllt ihr diesen Wunsch dann auch liebend gerne. (Ich hingegen möchte den Schmerz für meinen geliebten Herrn ertragen, obwohl er mich per se nicht unbedingt anmacht - oder ich möchte ihn "gegen meinen Willen" aufgezwungen bekommen.) Insofern bin ich sicher, dass es auch zu deiner Neigung einen passenden Gegenpart gibt. Die Kunst ist halt nur, ihn zu finden, oder - falls der Topf dann doch nicht ideal auf den Deckel passt - die Schnittmenge so zu gestalten, dass beide sich damit wohl fühlen.

Herzliche Grüße

Campanula

Antwort auf von Campanula

Guten Morgen Campanula,

vielen Dank für deinen neuen Kommentar und die guten Wünsche und vielen Dank für den Hinweis auf die Texte von BonSado, den du durch deinen Kommentar zu seinem Text "die Lust der Sadisten"  gegeben hast.

Herzlich
Anima

Es tut mir sehr leid aber ich musste doch sehr schmunzeln. Eine herrliche Geschichte.

L. G. 

Ancilla 

Antwort auf von Ancilla

Guten Morgen Ancilla,

könntest du mir sagen, worüber genau du schmunzeln musstest? Könnte ich daraus eventuell weitere Erkenntnisse gewinnen?

Gruß
Anima

Antwort auf von Anima Demissa

Der leichten Worte .. Wie Musik die plätschert und deine Gedanken nur so für dich niedergeschrieben. (Schön das du sie hier mit uns teilst) was mich zum schmunzeln brachte war der Gedanke was der Gegenpart dazu sagt.

Ich finde es sehr launig. 

L. G. 

Ancilla

Antwort auf von Ancilla

Hallo Ancilla

Du sprichst wie das Orakel von Delph, kryptisch
Was der Gegenpart dazu sagt? Darauf habe ich noch keine Antwort gefunden.

LG Anima

 

 

 

Antwort auf von Anima Demissa

Delphi natürlich....

Hallo Anima,

Dein Text berührt viele meiner Gedanken zu meiner sadistischen Dominanz. Beginnend schon damit, dass ich nicht selten dem Vorurteil begegne, ein Dom, der seine Haltungen und sein Tun selbstkritisch reflektiert, sei gar kein "echter Dom", was immer das sein mag. Übers Denken hinaus kenne ich jedenfalls meine Lust an der Lust - nicht nur an der eigenen, sondern auch an der Lust der masochistischen Partnerin. Ich bring's mal auf eine kurze Formel: Hätte ich den Eindruck, mein Umgang mit einem Lustobjekt würde nur mir Lust bereiten, dann würde es mir keine Lust bereiten. Vielleicht passt der etwas abgedroschene (!!!) Vergleich mit einem guten Instrument - es wird nur dann zu klingen beginnen, wenn es mit dem in Resonanz gerät, der es bespielt. Ein Sadismus, der sich lediglich aufs Abarbeiten meiner Aggressionen beschränkt oder einen tief verwurzelten Frauen-/Menschenhass ausagiert oder sich hinter kruden Ritualen verstecken muss, wäre nicht meiner. Bezogen auf mich würde ich das als Missbrauch meiner Neigung betrachten, aber ich will das mit aller gebotenen Zurückhaltung formulieren ... und niemand be- oder verurteilen. Die negative Definition ist freilich leicht - zu sagen, was ich nicht will. Was will ich aber? Auf dem Klavier der lustvollen Schmerzen spielen, entlang einer Partitur, die sich aus dem Miteinander im Augenblick ergibt, ohne fixiertes Konzept, aber mit allem, was ein Spiel ausmacht, das tief gehen kann. Und bevor ich ins Schwafeln gerate, hör ich lieber auf ... danke für Deine Gedanken!

Guten Morgen BonSado,

dein Kommentar hat mich beeindruckt, konnte ich daran doch sehen, dass es andere Spielarten als die von mir beschriebene gibt. Daraufhin habe ich alle deine Texte gelesen. Der Text  "Die Lust der Sadisten" hat mich in die Gedankenwelt der ausführenden Dominanz geführt, deiner, was mich zugegebener Maßen berührt hat. Deine Begegnung mit Andrea allerdings hat in mir die Frage erneut aufgeworfen, wer hier die eigentliche Macht über wen hat. Schließlich sind es ihre abgesteckten Bedingungen, die dein Handeln bestimmen. So gesehen hat sie die Macht und sie steuert deine Lust, die sie dazu benutzt, die ihre zu bedienen.

Sei's drum, deine Texte sind von solch ausgefeilter Sprache und so wortgewandt, dass ich mir kurz überlegt habe, selbst das Schreiben einzustellen. Vielen Dank für die tiefgründigen Einblicke.

LG Anima

... das ist ein Befehl ;-) Hallo Anima, danke für Deine Antwort. Deine Beschäftigung mit meinen Texten hat wohl auch die Bandbreite aufgezeigt, in der man als praktizierender Sadist unterwegs ist ... unterwegs sein kann, muss ich wohl sagen. Als Sadist bin ich auch Realist, und das betrifft auf jeden Fall die Frage der Macht. Der "eigentlichen" Macht. Die "bedingungslose Hingabe" halte ich eher für eine literarische Kategorie; würde ich das in natura beanspruchen, würde sich der Kreis möglicher Partnerinnen minimieren. Praktisch jede Partnerin, mit der ich spiele (und Du wirst das "Spielen" eh nicht missverstehen als eine "als-ob-Praxis"!?), eröffnet mir einen Handlungsrahmen, der sich ergibt und entwickelt. Da können dann freilich auch Bedingungen enthalten sein, bei denen ich dann zu entscheiden habe, ob ich sie akzeptiere oder eben nicht - auch der Verzicht auf ein SM-Spiel hat ja zumindest mit meiner Macht über mich selbst zu tun und über meine sadistjischen Antriebe ... bleibe ich in der Position dessen, der das Heft oder die Peitsche oder die Clit oder was auch immer in der Hand hat? Oder lass ich mich hinreißen und erniedrige mich zum Dienstleister? Und selbst das würde ich nicht völlig vom Tisch wischen als Option. In einer akademischen Diskussion kann ich freilich darüber befinden, wie das im Bereich der unendlichen Nuancen zwischen tutto e niente einzuordnen wäre. In konkreten Begegnungen orientiere ich mich eher an der Lust, die ich empfinde. Und da kann ich es durchaus auch genießen, der "dominant-sadistische Helfer" einer reizvollen Partnerin zu sein ... der erotische Genuss ist ja bei weitem nicht nur durch das Machtgefälle definiert, sondern kann auch durchaus geilen Sex mit ein wenig bizarrer Garnierung einschließen. Für eine Beziehung, in der die Gesamtheit meiner Leidenschaften erfüllt wäre, könnten solche Spielchen freilich nicht genügen - aber ist das schon ein Grund, darauf zu verzichten? Sagen wir mal so: Macht verstehe ich gern auch als das Potenzial, gegebene Umstände im Rahmen meines Gestaltungswillens optimal auszuschöpfen. 

Du betonst ja selbst Dein Bedürfnis, die sexuelle Befriedigung in Dein Gesamterleben als Masochistin einzubeziehen, Du äußerst klare Wünsche, wie Du's gern hättest - vielleicht nicht direkt einem Dom gegenüber, aber zumindest hier in Deinem Text. Und ich kenne auf der anderen Seite nicht wenige Sadisten bzw. Settings für SM-Praktiken, in denen Sex nicht nur keine Rolle spielt, sondern geradezu tabu ist. In meiner persönlichen psychoanalytischen Einschätzung steht da befürchtete oder real gegebene Impotenz im Hintergrund ... blöd, wenn das Ding "gerade dann" nicht steht, wenn der dominante Mann seinen Mann stehen soll. Also lieber streichen den Anlass für die potenzielle Blamage, und ersetzen durch Härte der anderen Spielart. Was dann übrigbleibt, empfinde ich als eher unerotischen Sadismus. 

Wie auch immer, ich stehe dazu, dass ich nicht immer stramm stehe, aber dafür im Lauf der Jahre ein variantenreiches Repertoire an Spielarten entwickelt habe, die eine Spielpartnerin kommen lassen, wenn ich das will. Und sie auch dann kommen lassen, wenn sie es nicht will ... ich liebe das Spiel mit der Steuerung von Erregungskurven und Höhepunkten, ganz besonders in Kombination mit gezielt gesetzten Schmerzreizen ... die Macht über das Lusterleben ... aber jetzt werde ich zu ausführlich, das führt eh schon fast in eine eigene Story ;-)

Hab eine erfüllte Zeit, wenn möglich, Anima Demissa ... lG, BonSado

 

 

Ein Seelen-Striptease, hervorragend geschrieben. Ich wünschte, ich könnte das auf dem gleichen Niveau. Kein Phantasiegebilde, sondern ganz nahe an der Realität. Man spürt, dass sich die Autorin mit ihrem Schreiben entblößt, (was einer Sub ja auch gut ansteht), um ihrer Pein auf den Grund zu gehen und zu sich selbst zu finden. Beeindruckend! Mehr davon!