Eine ungewöhnliche Hochzeitsfeier 6/8

"Klappentext"

Eine nicht ganz kleine, stellenweise romantische, Liebesgeschichte für die, die beim Hören das Wortes ‚goreanisch’ nicht zuerst an die Herkunfts- Bezeichnung eines ostasiatischen Staates in sächsischem Dialekt denken.

 

Ein sonniger Tag zum Schwimmen

Das Klirren der Kette beim Versuch einer natürlichen Bewegung riss mich wieder einmal aus dem Schlaf. Ich wurde wach, genauso wie schon so oft zuvor in der Nacht, ausgeschlafen und erholt war zweifelsfrei nicht die richtige Beschreibung. Immer noch lag ich dort, die Hände auf Kopfhöhe an die Stirnseite des Bettes gekettet, mein Herr pfiff bereits fröhlich im Bad.

Blase und Darm begannen zu drücken, auch das Eisen um den Hals schien strammer geworden, hoffentlich entließ mich mein Eigentümer bald aus meinem Bettgefängnis, damit auch ich das Bad aufsuchen konnte.

Doch es dauerte noch eine Weile, bis er das Bad verließ, kleidete sich auch zunächst vollständig an, bevor er die Kette von Bettgestell los schloss. Die Handfesseln verblieben um die Handgelenke, nur deren Verbindung zur dann frei pendelnden Kette löste er.

„Du kannst dir im Bad und beim Duschen Zeit lassen, Kirsten und Jürgen haben einen Brunch bestellt, open end, da sie ja nicht wissen konnten, wie anstrengend die Nacht für manche werden würde.“

 

Ich freute mich schon sehnsüchtig auf diesen privaten Ort, an dem ich allen körperlichen Bedürfnissen Erleichterung verschaffen konnte. Allerdings schon der Weg dorthin gestaltete sich erregender als normal, jede Bewegung, der kleinste Schritt, alles versetzte die Kette in Schwingungen, die über meinem frisch rasierten und empfindlichen Venushügel auspendelten.

Bevor ich mich auf die Toilette setzte, ein kurzer Blick in die Dusche: Ja, wie ich in diesen alten Gemäuer gehofft hatte, eine Dusche mit losen Brauseschlauch und manuell einstellbaren Wasserstrahl am Duschkopf. Und ich konnte mir Zeit lassen, das würde ein herrliches ’Dusch’ Erlebnis.

Aber zunächst einmal die gewichtsreduzierenden Notwendigkeiten.

Kaum hatte ich Platz genommen, wurde die Tür geöffnet, der Herr kam mit einem Stuhl herein und setzte sich zu mir ins Bad: „Mea favea, du hast mir heute Nacht mehr als deutlich gezeigt, dass ich dir noch nicht vertrauen kann. Wir können uns außerdem noch ein wenig unterhalten, nirgends lernt man sich besser kennen als hier.“

Damit hatte der elende Sadist zweifellos recht: sich vor einem Fremden zu erleichtern ist ein weitaus intimeres Erlebnis, als mit ihm Sex zu haben. Obwohl für jedermann absolut natürlich, ist die Verwendung des Toilettenpapiers, peinlicher und privater als jeder Blick auf alle Nacktheiten des Körpers.

 

Das Duschen wurde kein erlösendes, sondern ein frustrierendes Erlebnis, trotz des herrlich widerlichen Reizes, den die Kette bei jeder Bewegung weiterhin erbarmungslos ausübte.

Den Gipfel der Boshaftigkeit markierte die Äußerung: „Du solltest dir besonders deine Möse vernünftig waschen, die hat gestern etwas gelitten, und das wird heute nicht weniger werden. Übrigens, wenn dir danach ist, du kannst mich jederzeit darum bitten, deinen Sex haben zu dürfen.“

Mein Stolz sagte: ‚nein, nein und nochmals nein’, meine Lust sagte: ‚ das Waschen von Möse und Arsch fühlt sich unendlich schöner an, wenn sie frisch rasiert sind’ und mein Gebieter sagte: „Wenn du mit dem Duschen fertig bist, zieh dich an, damit wir frühstücken gehen können.“

 

Also, abtrocknen, ja wohliges abtrocknen, anziehen.

„Willst du mich beleidigen?“ herrschte er mich an.

Ich legte die Unterhose wieder aus der Hand, jede Frage nach einem BH schien nach diesem Ton überflüssig.

„Schuhe, Strümpfe und ein nicht zu eng anliegendes Kleid mit deutlichem Ausschnitt zum Wohle deiner eigenen Bewegungsfreiheit ist alles, was du brauchst. Wir wollen doch nicht, dass irgendetwas scheuert.“

Keine Unterwäsche unter dem Kleid, ich hätte den ganzen Tag stehen dürfen, um nicht schon wieder mit Schattierungen und weißen Rändern zu laufen, aber ich hatte Gott sei dank eine Problemlösung eingepackt, die ich mir schon früher für manch sommerlichen erotischen Stadtbummel zugelegt hatte.

 

Hin und wieder vergnügte ich mich nämlich daran, mich ohne Unterhose in ein Café zu setzen, mir einen ’netten’ Herrn an einem der benachbarten Tische auszusuchen, ihm in einer ’zufälligen’ Drehung einmal ALLES zu zeigen, aber nicht so lange, dass er sich seiner Wahrnehmung hätte sicher sein können.

Das folgende angestrengte Gezappel bei jeder meiner künftigen Bewegungen, noch einmal einen Blick unter Kleid oder Rock zu erhaschen, die verzweifelten Versuche, seine vermeintliche Beobachtung zu verifizieren, für mich ein erotischer Genuss, und augenscheinlich leiden musste er nun auch nicht.

Damit dieser Spaß aber nicht nach hinten losgehen konnte, hatte ich mir für derartige Ausflüge einige Kleidungsstücke zugelegt, die wasserundurchlässig sind und mich somit nicht zum Gespött meines eigenen Spiels werden ließen.

 

Im Bewusstsein darüber, dass dieses Wochenende eine deutliche erotische Komponente beinhaltete, hatte ich glücklicherweise eines dieser Kleider mitgenommen, es erfüllte die Ansprüche, ich zog es an, Schuhe und Strümpfe dazu, fertig.

Mein Herr erfreute sich an meinem Anblick, kam unheilvoll lächelnd auf mich zu und befestigte meine Handfesseln wieder an den Seitengliedern der Kette.

„Meine liebe Vera, wenn du in Gedanken so sehr sündigt, dass du dir sogar Kleider zulegst, die das verbergen, wirst du am heutigen Tag richtige Wonnen empfinden.“

Alsdann nahm er die frei herunter hängenden Glieder, hob sie an und ließ sie teuflisch grinsend kalt an der Innenseite des Kleides auf meiner warmen Haut langsam wieder nach unten gleiten.

Im ersten Moment und schönes und erotisches Gefühl, aber ein Zuviel an schöner Erotik kann schnell zur Höllenqual werden.

 

Konnte ich auf dem Weg ins und aus dem Bad die Kette noch durch festhalten am Schwingen hindern, jetzt war mir diese Möglichkeit genommen. Bei jedem Schritt zum Frühstück tat sie auf meiner empfindlichen Haut ihr schonungsloses Werk, und dieser Weg war erst ein leichter Vorgeschmack dessen, was auf mich zukommen sollte.

Der Frühstückraum war mäßig, die Terrasse hingegen gut gefüllt. Zimmer waren zwar nur für die Freunde, die Sklavinnen und ihre Käufer sowie wenige weitere erfolglose Bieter gebucht. Das Hotel war trotz des großen Namens von der Zimmerzahl her recht klein und ausschließlich mit Gästen von Kirsten und Jürgen belegt.

Er wählte einen Platz draußen auf der Terrasse und wir setzten uns zu Sigrid und Rainer an den Tisch. Das Burghotel hat den Vorteil, dass es von einer schönen Burgmauer umgeben ist und allen Blicken und Fotos von außen entzogen ist, bei meiner ‚Bekleidung’ hätte ich sonst wohl kaum das Zimmer verlassen, geschweige denn, mich in die Sonne gesetzt. Mit meinen Restriktionen wurde ich von den anderen sowieso schon mit einer Mischung aus Fragen, Mitleid und Neid betrachtet.

Abgeschottet von der Außenwelt konnte ich die Sonnenstrahlen allerdings richtig genießen, den schönen leichten Windzug  unter dem Kleid, zumindest so lange, bis wir das erste Mal zum Buffet gingen.

 

Das Essen war die Hölle.

Nicht, dass die Speisen schlecht waren, sie waren hervorragend.

Nicht, dass unsere Gesellschaft schlecht war, sie war ebenfalls hervorragend, mein Herr gestattete mir sogar, am Tischgespräch teilzunehmen.

Es war die Tätigkeit des Essens und Trinkens, die die Hölle definierte. Um mit meinen gefesselten Händen an die Speisen zu gelangen, musste ich sehr nah am Tisch sitzen. Bei jedem Führen der Hand zum Mund strichen nun diese ekelhaften runden herrlich versetzten Kettenglieder unbarmherzig von unten nach oben über meine empfindliche Haut. Bei jedem Führen der Hände zum Tisch ließ dieser brutale Newton die schweren Kettenglieder unerbittlich wieder nach unten gleiten.

 

Da mein Eigentümer peinlichst genau darauf achtete, dass ich die Beine nicht schloss, endete ihr Weg nicht über meinem Schoss, sondern sie ‚glitt’ im wahrsten Sinne des Wortes darüber hinaus, über mein Schambein an meine Möse. Der ganze Bereich war schon durch die Rasur selbst sehr empfindlich, und auch deren empfindsamsten Stellen blieben von den ruckelnden und zitternden Bewegungen nicht verschont.

Was ich in der gewähnten Einsamkeit der letzten Nacht als Genuss empfand, ist in der Öffentlichkeit einfach nur grausam.

Auch musste ich mehr als vorsichtig und langsam die Hände vom Tisch zum Körper führen, da sich die kinetische Energie der zum Körper hin baumelnden Kette sonst in einem kleinen Schlag auf die Muschi entlud.

Jeder Schluck Kaffee wurde zur stimulierenden bestialischen Qual, jeder Bissen Rührei zur erregenden gnadenlosen Barbarei. Jede unbedachte Bewegung rächte sich unverzüglich selbst durch einen mehr oder weniger schmerzhaften Hieb auf meine Feige, die sich meistens gerne feige zurückgezogen hätte.

Was ich vor wenigen Stunden noch als Gedanken- und Phantasielosigkeit eines Dummdoms abgetan hatte, entwickelte sich mit jedem Happen und jedem Getränk zur perfide durchdachten sadistischen Tortur.

Doch war es in meiner Empfindung wirklich Sadismus, mich in der Öffentlichkeit sexuell auf Äußerste zu stimulieren?

Hatte ich selbst nicht eben das Kleid, welches ich gerade trug, aus genau dem Grund gekauft?

War nicht der einfache und kleine Unterschied nur der, dass diesmal nicht ich die Kontrolle hatte?

Fand ich nicht auch Gefallen daran, die Beine breit zu lassen?

Nannte ich den Herrn neben mir nicht mit einer absoluten Selbstverständlichkeit meinen Herrn oder meinen Gebieter, meinen EigentümerBesitzer oder Eigner? In völligem Bewusstsein, dass diese Begriffe einer echten Überprüfung nicht standhielten?

Konnte ich mir noch für die Nacht die Ausrede zurechtlegen, er hätte mir Gewalt antun können, dort auf der Terrasse gegenüber von zwei Freunden und inmitten der anderen Gäste war diese gelogene Ausflucht hinfällig.

Es bereitete mir einfach Lust und Vergnügen, die Verantwortung für meine nach allgemein gültiger Moralethik übertriebene Libido abzugeben, sie dadurch noch zu steigern und erst richtig zuzulassen. Die Verantwortung für die Erfüllung von Lust und Leidenschaft sogar an einen völlig Fremden übertragen zu haben, markierte das i-Tüpfelchen in der ganzen Situation.

So verspürte ich nicht nur heimliche, sondern echte Freude, mich dem Diktat meines Eigentümers zu unterwerfen.

Spielte ich doch schließlich auch ein wenig mit der schlagenden und streichelnden Kette.

 

Zufriedenes Vergnügen, mich dem Diktat der Physik zu unterwerfen.

Als ich mich einmal unbeobachtet wähnte, öffnete ich die Beine noch etwas weiter und ließ zur Strafe oder Belohnung die Kette einmal meine Klitoris treffen.

„Brav, mea Vera, wir werden noch viel Spaß miteinander haben“ kommentierte mein Eigentümer die Beobachtung des Verhaltens seines Kaufes mit dem roten Gesicht.

Auch wenn Sigrid die Situation nicht ganz erfasst hatte, meine Lust war ihr nicht entgangen, sie fragte mich leise: „Wir können hier ja offen reden, also, warum hast du ihn nicht einfach gefragt, ob er dich durchfickt, wenn du so geil drauf bist? Einen Präser hat er bestimmt dabei, oder hat der noch richtig eklige Seiten, die man auf den ersten Blick nicht erkennt?“

 

Neid kam in mir auf, sie saß mir gegenüber in ihrem wunderschönen, aber recht extremen Collar, hatte in der letzten Nacht wahrscheinlich mehr als einmal ihrem Herrn Rainer zu Diensten sein dürfen, und wusste nichts von meiner Verschluss- Sache.

Neid worauf genau? Auf den Sex? Den hätte ich doch auch haben können, etwas anders zwar, aber trotzdem Sex, allein mir fehlte der Mut

Ich wehrte mich einfach nur dagegen, Neuland zu betreten.

Bei meinen bisherigen Partnern gab es meist eine ‚normale’ Abfolge sexueller Aktivitäten: vaginal vor oral vor anal.

Auch wenn diese Reihenfolge nicht zwingend ist, dennoch immer und wirklich immer ganz, ganz, ganz am Ende der Reihe hinter allem anderen stand, wenn es überhaupt dazu gekommen war: das Zusehen lassen des Partners bei autosexuellen Handlungen.

Noch nie hatte ich es dann zugelassen, dass ein Mann es erlebt, dass ich vor seinen Augen zum Orgasmus gekommen bin. Immer hatte ich ihnen einen bühnenreif vorgespielt, der sie in ihrem Machtanspruch zufrieden stellte.

 

Tief in mir ahnte ich seit Stunden, dass diese Reihenfolge an jenem Tag sterben würde. Ob es für mich auch den ersehnten Höhepunkt brachte oder wenigstens ein kleines Zeitfenster, um dies später alleine nachzuholen, wusste ich allerdings nicht.

Mein Besitzer war doch kein leibhaftiger Sadist. Nicht mit dieser sanften Stimme.

Nicht mit dem, was er dem jungen Ding neben mir gestern zu ihren Brüsten gesagt hatte.

Nicht, wie er gestern Abend meinem Abgang einen Teil der Peinlichkeit genommen hatte.

Und-, und-, und …

Mit diesen Gedanken wurde mir auch klar, worum genau ich Sigrid beneidete: Um den festen Gebieter, den sie nicht aus dem Klo gezogen hatte.

 

Tief in mir hoffte ich seit Stunden, dass ein solcher mich gekauft hatte. Aber warum eigentlich nicht? Warum nicht einmal andersrum? Bisher in meinem Leben hatte ich mir immer die Partner ausgesucht, auch wenn sie dieser Richtung vehement widersprechen würden. Und ganz konsequent waren es immer genau die Männer, die für eine verbindliche Beziehung nicht zu haben waren.

Warum, bitte sehr, sollte ich mich nicht auch einmal auf einen Menschen einlassen, den ich gar nicht kannte, dem ich aber einiges wert war? Viel zu verlieren hatte ich nicht, ein bisschen Stolz vielleicht, auch ein bisschen Zeit, beides war noch zu verschmerzen.

Nachdem Sigrid und Rainer gegangen waren, besann mich also auf das, was ich war und was ich sein wollte: Eine Sklavin, und zwar die beste. Und eine Sklavin hat nur die Privatsphäre, die ihr Herr ihr zugesteht, sie hat ihm zu dienen, wenn der Herr sie zu sich kommen lässt und sie hat ihm zu danken, wenn der Herr sie kommen lässt.

Ich fasste allen Mut zusammen und überwand die Angst, meinen Stolz zu verlieren: „Mein Herr, eure Sklavin bittet euch um die Erlaubnis, Sex mit sich haben zu dürfen.“

„Schön, dass zu den Mut gefasst hast, zu springen.“

Besser hätte man es nicht ausdrücken können, ich war gesprungen. Ich hätte es tatsächlich gewagt, etwas Unaussprechliches auszusprechen. Bildhaft vergleichbar mit einem Sprung vom 10m Brett, ohne zu sehen, wie viel Wasser sich im Becken darunter befindet. Sogar ohne zu sehen, ob sich dort überhaupt ein Becken befindet.

Zittrige Angst, mein Herr könnte das Wasser ablassen, bevor es mich aufnahm. Bei diesen Gedanken begann ich, ein wenig leise in mich hinein zu lächeln. Wieder das Bild des Sprungs, das Bild des mich aufnehmenden Wassers, das konnte nur ein gutes Omen sein.

 

„Wir frühstücken noch zu Ende, dann erlaube ich dir, mit dir machen, wonach du dich schon so lange sehnst“. Er griff zu meinem Kinn, hob es leicht an, und gab mir einen kleinen Kuss.

Ich war hin und her gerissen, über den Kuss und seine Bedeutung und welchen Wert ich ihm beimessen wollte, ebenso über eine Verschiebung meiner Befriedigung ans Ende eines gemütlichen Frühstücks, die mir noch die Zeit gab, meine Ängste wieder zu füttern und zu kultivieren, um dem Ungewissen noch aus dem Weg zu gehen.

 

Beate und ihr Käufer kamen noch an uns vorbei, sie sah mich und fragte in vollkommener Ergebenheit zuerst ihren, danach meinen Herrn, ob sie zu ihrer Freundin sprechen dürfe. Diese ansonsten selbstbewusste Frau wartete unterwürfig die Erlaubnis ab, bevor sie mich leise auf die Ketten ansprach: „Hey Vera, ist das die Strafe für eine schlechtere oder die Belohnung für eine noch bessere Nacht als meine?“

Ich wusste gar nicht so schnell zu antworten, freute mich aber darüber, dass sie mich erstmals ihre Freundin nannte; gemeinsame intensive Erlebnisse verbinden eben.

Zittriges Kribbeln im gesamten Körper, besonders aber im Kopf und Unterleib, das Frühstück war beendet. Auf dem Rückweg ins Zimmer schlug die Kette unablässig und immer heftiger auf mich ein, immer heftiger der Herzschlag, längst hatten meine Ängste begonnen, wieder von mir Besitz zu ergreifen.

 

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Wir waren im Zimmer angekommen, der Herr löste noch einmal die Verbindung zu den Armfesseln und setzte sich auf den Sessel vor dem Bett. Ich durfte mich auszuziehen und aufs Bett begeben. „Nein, so nicht, mea favea“, befahl er mir, als ich mich hinlegen wollte. „Du hast großen Mut gezeigt und willst ihn beweisen? Dann versteck dich jetzt  nicht kümmerlich unter der Bettdecke. Knie dich aufs Bett, in meine Richtung, wenn du möchtest, kannst du dich auf deine Fersen setzen, aber du bleibst aufrecht.“

Ich tat wie mir angewiesen, begann erst, ein wenig mit meinen Brüsten zu spielen, führte dann die Hand zum Mund, mit den Fingern Speichel übernehmen, an meiner Feige um die Klitoris verteilen und begann, sie schlecht und recht zu bespielen. Wieder die Hand zum Mund, Spucke aufnehmen, wieder an die Pflaume, ich bearbeitete fleißig meine Lustperle, die mir nun gar keine Lust bereiten wollte.

 

Feige, Pflaume, alles Dörrobst. Die ganze Abnormität der Szenerie, ein Mann, den ich seit ungefähr zwölf Stunden kannte, beobachtete mich dabei, wie ich mich selbst befingerte, weitaus intimer als jede andere Art Sex. Die ganzen Umstände, meine Ängste, alles ließ mich so trocken werden, dass sogar Dörrobst der reinste Wasserspender gegen mich war.

„Mein Herr, es geht nicht, ich kann so nicht.“

„Sklavin, du kannst, wenn du wirklich willst. Wenn du nicht kannst, dann willst du nur nicht“, belehrte er mich in einem Tonfall, dem alles Sanfte abhanden gekommen war.

Mein Besitzer zeigte sich in einem ganz anderen Licht, von einer ganz anderen Seite, der Mann hatte zwei Seiten. Aber hat nicht jeder zwei Seiten, auch ich? Erfolgreich im Beruf und zuhause wollte ich eine Sklavin sein, und zwar die beste.

 

Ich blickte noch einmal auf meinen Besitzer, es war gegen Mittag, die Sonne stand hoch und schien ihm durch das Dachfenster auf den Kopf und die rechte Seite, die linke lag im Schatten. Licht und Schatten, hell und dunkel, zwei Seiten.

‚Ego sum satis, digna amare’

Zwei Seiten, unzureichend, aber trotzdem wert, geliebt zu werden.

Lag nicht ein großer Teil der Widernatürlichkeit des Geschehens in der Tatsache begründet, dass jeder uns erzählen wollte, wie wir genau zu sein haben? Vor allem, wie vollkommen wir zu sein haben, um liebenswert zu sein?

 

Eine Frau kniete vor einem fremden Mann, Handgelenke und Hals in Stahl gelegt, eine Kette hing von ihrem Hals, an der die Hände blitzartig befestigt werden konnten.

Absolut pervers, sagen Feministinnen, Moralapostel und andere Vollkommenheitsdiktatoren.

Licht und Schatten, ich sah auf meinen eigenen Schatten, auf den Schatten, den die Kette auf dem Laken hinterließ und erlaubte meinen Gedanken eine weite Reise auf die andere Seite des Lichtes.

Wie sah denn eine gegensätzliche oder gegenweltliche Ordnung aus?

Eine Sklavin kniete vor ihrem neuen Eigentümer, Handgelenke und Hals in Stahl gelegt, eine Kette hing von ihrem Hals, an der die Hände blitzartig befestigt werden konnten.

 

Die Kette war dabei noch mehr das spürbare Symbol der Sklaverei als das Halseisen, ich nahm sie in die Hände, legte sie längs über meine Spalte, drückte sie mit der rechten Hand an meine Möse, massierte mit den Fingern noch rechts und links an ihr vorbei ein wenig die Schamlippen.

Mit der linken Hand ruckte ich die Kette nun cm um cm, Glied um Glied zunächst leicht schmerzhaft, später erregend über das zarte Fleisch hinweg nach oben.

Erst als das letzte Glied des Symbols der Unfreiheit über meine Klitoris hinweg gerutscht war, hatte ich die Freiheit gewonnen, mich endgültig mir selbst, meinem Schicksal, der Sklaverei zu übergeben.

 

Auf einmal war alles das Natürlichste dieser Welt:

Ein Mann hatte eine Sklavin gekauft. Eine Alltäglichkeit.

Er hatte ihr das Eisen um den Hals gelegt und es fest vernietet. Ein Zeremoniell.

Er hatte sie gefesselt weil sie sich nicht an die Regeln halten wollte. Eine Petitesse.

Er verzichtete auf die Peitsche oder eine andere Form einer weiteren Bestrafung. Eine Gnade.

Er gab ihr den Auftrag, ihm ein erotisches Schauspiel zu bieten. Eine Bestimmung.

Er erlaubte ihr einen Orgasmus. Eine Ehre.

So bestechend logisch und einfach naturgemäß konnte eine Situation werden, wenn man die Sonne von der richtigen Seite aus sah.

Ich war und bin eine Sklavin und wollte die beste sein.

 

Wie schon so oft in den letzten zwölf Stunden begann ich noch einmal, diesmal war mein Inneres auch wieder bereit, meine Finger mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen, ich glitt mit meinem rechten Mittelfinger leicht in mich hinein und verstrich meinen Saft in kreisenden Bewegungen um meine Klitoris, schön langsam und immer von Neuem.

Keine Eile, es war ein völlig natürlicher Umstand, dass eine Sklavin ihren Herrn erotisch unterhielt.

Nochmals Feuchtigkeit aufnehmen und dort verteilen, wo sie nun einmal hingehörte. Hitze und Kälte, Hitze aus und in mir, wenn meine feuchte, warme Hand über und um meine Knospe fährt und einen feuchten Film hinterließ, Kühle bei jedem noch so kleinem Luftzug, wenn eben gerade dieser Film verdunstete.

Mit der linken Hand umfasste ich zeitweise die Kette, drücke sie auf die weiche Haut von Bauch und Brust und zog gelegentlich daran, damit mein Hals das Eisen spürte und ich mich 'erdete’. Mich spürbar erinnerte, dass ich doch nur meiner mir eigenen, natürlichen Bestimmung nachging.

Manchmal schaffte ich es sogar, meinen Herrn anzusehen, sah, wie er mich anlächelte. In den Momenten empfand ich etwas, was ich auf der Erde schon lange keinem Mann mehr entgegengebracht hatte: ich hatte Vertrauen zu ihm, das erleichterte mir die Szene erheblich.

Abermals ließ ich meine Hand an meiner Spalte Feuchtigkeit aufnehmen, sie mit zu meinem Kitzler nehmen, das sanfte Umkreisen war schon längst zu einem Massieren geworden. Immer heftiger waren die Bewegungen zu reibenden geworden, immer heftiger und schneller geworden war die Atmung, immer schneller geworden war der Herzschlag, immer schneller das hin und her der rechten Hand.

Ich zwang mich zwischendurch immer wieder, meinen Gebieter anzusehen, um die einfache Selbstverständlichkeit der Situation zu fühlen und in mich aufzunehmen.

Eine Sklavin unterhielt ihren Besitzer mit einem bühnenreifen erotischen Schauspiel, so unkompliziert konnte eine natürliche Weltordnung sein.

 

Mit diesen Gedanken sprang ich von der Klippe, dem Mast, oder sonst was, es war einfach nur scheißegal und zu schön, ich kam mit einer ungestümen Heftigkeit, die ich nicht von mir kannte. Ich sah noch meinen Meister, dann sah ich nur noch schwarz, ob ich die Augen schloss, oder ich in der Tiefe des Ozeans der Lüste nichts sehen konnte, ich wusste es nicht. Die Kontraktionen im Unterleib, das unkontrollierte Zucken der Muskeln, das Pulsieren meines ganzen Körpers, das Pulsieren in meinem Kopf, alles, wirklich alles war von unheimlicher Intensität.

 

Ich war gesprungen, gesprungen ins Ungewisse, gesprungen ins ungewisse Vertrauen und in meine gewisse Bestimmung.

Es erwartete mich jedoch kein lächerliches Becken mit ein wenig Wasser, es empfing mich der gesamte Ozean der Lüste, verrichtete sein ’grausames’ Werk an mir, ließ mich in seiner Tiefe gigantisch klein sterben und spuckte mich als demütiges, aber stolzes Häufchen Elend wieder aus. Herrlich!!

Eine Sklavin hatte ihrem Besitzer zu seiner Unterhaltung ein Schauspiel dargeboten, ohne etwas bühnenreif vorzuspielen, so unkompliziert konnte eine natürliche Weltordnung sein.

Da lag ich nun, demütig, klein, und erschöpft, aber stolz, glücklich und tief befriedigt.

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„Respekt für deinen Mut, mea favea, diesen Schneid, sich so verletzlich zu zeigen, hätten nicht viele aufgebracht. Ich kann uns beide nur beglückwünschen, dich für deine Courage und dein Herz im doppelten Sinn, mich für meine richtige Entscheidung bei der Versteigerung“, lobte mich mein Gebieter.

 

Ich hätte den Moment der abklingenden Umlaufbahnen des Orgasmus und des Wiedereintritts in die Denkatmosphäre gerne noch länger ausgekostet, aber er durfte auf keinen Fall weiterreden. Ich wusste, was jetzt zu tun war und wollte ihm unter allen Umständen zuvorkommen: „Mein Herr, eure Sklavin bittet euch um die Erlaubnis, euch einen blasen zu dürfen.“

 

Ich wollte eine gute Sklavin sein, die beste, sagte ich zu mir, aber ich wusste, so war es nur die halbe Wahrheit und folglich gelogen.

Mein Vordereingang war verschlossen, es reichte gerade gut für einen Finger. Blieben noch zwei Eingänge. Mit der Bitte wollte ich ihm unbedingt zuvorkommen, damit er sich nicht für den Hintereingang entschied, in der Hoffnung, dass er ihn nicht genau hierzu frisch rasiert hatte.

Allein der Gedanke, er könnte danach verlangen, seinen Schwanz sauber zu lecken, ekelt mich einfach nur an und tötet bei mir jedes erotische Gefühl. Ich wollte eine gute Sklavin, aber wenn ich es vermeiden konnte, so gut zu sein, dann umso besser.

 

„Es ist dir gestattet, ich bitte sogar darum“, sagte er in einem Tonfall, dem ein großer Teil des Bittenden in der Kehle stecken geblieben war.

Ich stand auf, ging zu meinem Herrn, und begann, ihn seiner Kleidung zu entledigen, Hemd, Sandalen, Hose und Unterhose. Alsdann arbeitete ich mich mit Küssen von unten nach oben, beginnend bei den Füßen, wie es einem Herrn gebührt.

Auf der Höhe seines Gemächts angekommen, nahm ich sein Glied in die Hand, öffnete die Lippen, streckte ihm die Zunge entgegen und ließ sie die Eichel zunächst mehrmals sanft umrunden.

Ein zähflüssiger Faden verriet, dass der Tropfen, der sich dort vor kurzem noch befunden hatte, wohl inzwischen in meinen Haaren zu finden war.

Er hatte einen angenehmen Schwanz, nicht zu groß und nicht zu klein, recht gerade mit einer schönen Eichel, die ich in den Mund nahm und die Lippen hinter ihr schloss. Eine Zeit ließ ich die Zunge ein wenig mit ihr und dem kleinen Bändchen an der Unterseite spielen.

Langsam bewegte ich auch meinen Kopf vor und zurück, langsam, manchmal auch ein bisschen schneller, dann wieder langsam vor und zurück, vor und zurück.

Meine Lippen glitten über den Schwanz und hinterließen schon nach kurzer Zeit einen feuchten Film.

 

Langsam, wir haben Zeit, er soll es genießen, wenn seine neue Sklavin ihm das erste Mal zu Diensten ist. „Mein Herr, bitte legt euch aufs Bett, ihr sollt euch auf nichts konzentrieren, nur entspannen. Damit eure Sklavin euch nicht weh tut, müsstet ihr mir die Kette abnehmen, aber wenn ihr wollt, legt sie mir nachher wieder an.“

Ich folgte ihm aufs Bett, bedeckte seinen Körper mit Küssen, bot dabei seinem Mund ’zufällig’ meine Brüste zum Spielen an, ein Geschenk, dass er gerne annahm.

Lange genug, damit er seine Freude hatte, aber kurz genug, um deutlich zu machen, dass es nicht um mein Vergnügen ging.

 

Dann widmete ich mich wieder seiner Körpermitte, leckte seinen Schaft, seinen Hodensack und auch die empfindlichen Stellen im Übergang zum Rumpf.

Er sollte ja auch das Gefühl auskosten, sich von seinem Kauf verwöhnen zu lassen, sollte wissen und vor allen Dingen fühlen, dass er eine gute Sklavin gekauft hatte, die beste.

Wiederum nahm ich seiner Eichel in den Mund, schloss ich meine Lippen direkt hinter ihr. Die Zunge spielt noch ein bisschen mit der weichen und sensiblen Spitze, erneut ließ ich meinen Kopf sich vor und zurück bewegen, ihn immer tiefer in mich aufnehmend.

Hin und wieder kurz innehalten, mal nur an der Eichel saugend, mal mit dem ganzen Penis im Rachen, eine Hand den Hodensack zart kraulend.

Ich hatte die Atemnot, ihm entfuhr das Gestöhne, das ist Sklavengerechtigkeit.

 

Nochmals nahm ich seine Männlichkeit tief in meinen Rachen auf, und plötzlich kamen mir die Tränen. Nicht etwa, weil es schmerzte, nein, es waren eher Tränen der Freude. Tränen der Freude darüber, dass ich zuhause war, mich zuhause angekommen fühlte.

Selbst erlöst, mühte ich mich einzig und allein um sein Wohlbefinden, nur und ausschließlich bestrebt, zu ihm gut zu sein, die Beste.

Mit diesem erfüllten Gefühl schob ich mich so weit über ihn, dass meine Nase fast seinen Bauch berührte, von seinen Schamhaaren gekitzelt wurde.

Längst hatte sich auch eine seiner Hände in meiner Mähne eingegraben, bald krallte sich auch die zweite fest, sie übernahmen immer mehr die Regie der Bewegungen.

Jede Richtungsänderung ließ sofort die Trägheit des schweren Eisens einen besonderen Reiz auf meinen Hals, meine Haut und vor allem mein Bewusstsein ausüben.

Ich genoss das Gefühl der Ausweglosigkeit, von zwei Händen an den Haaren hoffnungslos festgehalten zu werden, genoss es, dass der Herr seine Sklavin benutzt, sich von ihr befriedigen ließ.

Genoss es, dass ich ihm zunehmend einfach nur diente, genoss es, endlich zuhause zu sein, endlich ich selbst zu sein.

 

Mehr und mehr bestimmte er meinen Rhythmus, immer nachdrücklicher und hastiger ließ ich meinen Kopf nach seiner fühlbaren Anweisung über seinen Phallus gleiten.

Der Regisseur wurde ungeduldiger und ungestümer, die Bewegungen heftiger, sein Glied begann, kräftig zu zucken, er ergoss seinen Samen in meinen Mund, Ich versuchte, meine Lippen eng um seinen pulsierenden Schwanz geschlossen zu halten, im Mund weiter durch die Zunge seinen pulsierenden Rhythmus zu unterstützen, ihm seinen Orgasmus zu verschönern.

 

Mein Herr weidete sich noch lustvoll an seiner Befriedigung, ich schluckte alles mit einer neuen Selbstverständlichkeit, ’zuhause schmeckt´s am Besten’. Nein, das stimmt natürlich nicht, Sperma schmeckt nicht! Aber es ekelt mich auch nicht so an wie manch andere Dinge, da war ich lieber jetzt eine tadellose Sklavin, als das der Herr sich aus Unzufriedenheit abends für andere Praktiken entschied. Denn dass er sich würde entscheiden dürfen war klar, der Damm war gebrochen, es hatte Sex gegeben. Ein Zurück gab es jetzt nicht mehr, jedenfalls nicht für die Sklavin.

Meine Nacht war kurz und wenig erholsam, mein Herr zog mich in seinen Arm an seine behaarte Brust. Zufrieden, stolz und überglücklich über meinen mutigen Sprung und den Rhythmus seines Herzschlags im Ohr schlief ich ein, begann ein wenig von meinem zuhause zu träumen.

 

 

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Kommentar(e)

Sehr schön geschrieben

die Geschichte hat sich super weiter entwickelt und du hast es geschafft mich dabei total mitzunehmen. Vielen Dank dafür-

LG Ornella