Eine ungewöhnliche Hochzeitsfeier 3/8

"Klappentext"

Eine stellenweise romantische Liebesgeschichte für die, die beim Wort ‚goreanisch’ nicht zuerst an die Herkunfts- Bezeichnung eines ostasiatischen Staates in sächsischem Dialekt denken. Die Protagonistin und ihre ‚Leidens’gefährtinnen werden nach guter alter goreanischer Tradition an den Mann gebracht. Eine der Voraussetzungen dazu ist eine einigermaßen genaue Prüfung und Beurteilung.

 

 

Ekelhaft und abstoßend.

Aber Ekel und Lust scheinen im Körper unterschiedliche spezifische Gewichte zu haben, ihre Wege trennten sich, den unterschiedlichen Tränen des jeweiligen Ziels freien Lauf zu lassend.

Und alle sahen es.

Der Kopf neigt sich und den Blick, nach unten sehen, nichts sehen, vor allen Dingen niemanden sehen. Das gelang gut, sogar sehr gut, fast zu gut, so dass ich beim Erreichen des kleinen Podestes fast über die unterste der Stufen gestolpert wäre.

 

Fleischbeschau

Erlösung, endlich, die Stufen hoch und weg von den widerlichen Leuten.

Die Erleichterung wurde noch größer, als wir hinter eine über 2 m hohe Bretterwand geführt wurden. Abstand, noch nicht einmal mehr zu sehen, herrlich, … und bemerkenswert, über welch kleine Dinge man sich schon freuen kann.

Hinter der Bretterwand lösten Robert und sein Gehilfe die erste der Verbindungsketten zwischen uns und führten unsere ‚Anwältin’ zur Bretterwand, das Gesicht zur Wand. Ihr Pranger wurde so an einem von sieben Plätzen festgemacht, dass sie sich weder drehen noch von der Wand weg bewegen konnte. Mit uns anderen verfuhren Sie nach und nach ebenso, die Verteilung auf die Plätze schien willkürlich.

„Mund auf“, der Befehl war kurz und knapp, einer von beiden zog auch schon an meinem Unterkiefer, während der andere von hinten das Geschirr eines Ballknebels über den Kopf warf und sie den riesigen Ball in den Mund drückten. „Wir wollen doch nicht, dass ihr die Herrschaften beleidigt. Außerdem wollen wir nicht, dass ihr das Ergebnis verfälscht, indem Bieter später eure Stimme wiedererkennen.“ Stimme, bei diesem Knebel nicht möglich, ich war froh, wenn am Ende des Abends der Kiefer nicht ausgerenkt war.

 

„Meine Damen und Herren mit Bieterkarte, treten sie jetzt nach vorne, damit sie auch alle vernünftig sehen können. Einen groben Überblick über die heutige Ware haben Sie sich schon machen können. Sie werden jetzt nach und nach alles aus dem Nähe betrachten können, worauf es wirklich ankommt“, begann etwas weniger grobschlächtig der kleinere der beiden seine Rede.

„Zum Prozedere: Auf ihrer Bieterkarte befinden sich mehrere Reihen Klebeetiketten in unterschiedlichen Farben, mit der Angabe ihrer Bieternummer und dem Betrag in Euro, den Sie auf das jeweilige Detail der Sklavin bieten möchten. Sie kleben die Etiketten einfach auf den Zettel, der direkt über dem beurteilten Bereich angebracht ist.

Und noch drei Hinweise:

1.) angucken, auch sehr genau, und wir bitten darum, damit es nachher keine Beschwerden gibt, ist erlaubt, anfassen erst nach dem Kauf

2.) Falsche Farben werden nicht gezählt, bei Mehrfachgeboten zählen wir nur das höhere.

3.) Ihre Detailgebote, die Sie jetzt abgeben werden, sind nur kleine Beträge und werden nachher zu Ihrem in der Versteigerung abgegebenen Gebot addiert. Da in der Auktion mit einem Höchstgebot gearbeitet wird, werden es am Ende eben diese Detailgebote sein, die den Ausschlag machen und den Zuschlag bringen.

Bieten Sie also klug, Sie wissen doch, der Teufel steckt im Detail.

Ihre Auktionatoren wünschen Ihnen viel Spaß bei der genauen Prüfung der Ware, treffen Sie die richtige Wahl und möge Ihnen das Bieterglück hold sein.“

 

Eine gute und zwei schlechte Nachrichten. Die gute: es konnten nicht alle mit bieten, ich hoffte, dass die miesesten Gestalten nicht dabei waren.

Die erste schlechte Nachricht: wir konnten sie nicht sehen. Mit dem Gesicht hinter einer Wand, den Blick auf ungehobelte Fichtenbretter gerichtet, konnten es gerade diese übelsten Proleten sein, die auf der anderen Seite um uns feilschten und uns wohl gleich von hinten begutachteten.

Die zweite schlechte Nachricht: Die Fleischbeschau ging jetzt erst richtig los.

Und ich weiß nicht, was mich mehr beunruhigte.

 

Wir konnten ein Rumpeln ausmachen, es tat sich also etwas. Ein Windzug an den Beinen ließ mich nach unten sehen und ich sah … Licht; Licht wo vorher keines war. Der ganze untere Teil der Bretter war nach oben geklappt worden und gab allen den Blick auf unsere Beine frei.

Fast zeitgleich mit dem Luftzug füllte sich der Raum wieder mit Gegröle, wo vorher nur noch lautes Murmeln zu hören war. Dieses fiese Geschrei, ich fand es abstoßend …. und gleichzeitig erfreute es mich, …..  es entlockte mir ein leises Lächeln, …. denn es füllte den Raum …. aus der Ferne  …

 

Nun standen wir dort, mit dem Gesicht zur Wand, und präsentierten unfreiwillig unsere Beine, die nun bis zum oberen Bereich der Oberschenkel sichtbar waren. Bereit oder nicht, das war egal, wir zeigten sie, um sie von anderen beurteilen zu lassen. Aber glücklicherweise nur von vorn, niemand kam um die Abgrenzung herum.

Sechs Paar schöne Beine, sechsmal in Strümpfen und Schuhen mit hohen Absätzen, manche moderat hoch, manche sehr hoch.

Ich trug sehr hohe und ärgerte mich, nicht wissend, wie lange ich in Ihnen laufen oder besser gesagt noch stehen muss. „Wir beginnen jetzt direkt mit den blauen Aufklebern“ sagte der Hüne, „bitte treten Sie auf die Bühne, verehrte Bieter und geben sie ihre Gebote für diese wunderschönen Fahrgestelle ab.“

 

Getrampel bewegte sich die Treppe hinauf, Schuhe, viele Schuhe. Wenn ich noch vor kurzem versucht hatte, jede Wahrnehmung auszublenden, jetzt versuchte ich, jede Bemerkung, jedes Wort, jeden Klang eines Schrittes, jeden Hauch eines Geräusches zu erfassen und zu interpretieren.

Einige der Bieter blieben sofort am ersten Beinpaar stehen, begannen sofort mit ihrer Taxierung, die sie mehr oder weniger lautstark ihren Mitbietern und Konkurrenten, mitteilten,  gewollt oder ungewollt auch uns.

Ob Wahrheit oder taktisches Geplänkel, niemand mag das sicher zu unterscheiden, mich amüsierte die Erkenntnis, dass auf beiden Seiten des Zaunes gleichzeitig Solidarität und Konkurrenz herrschten.

Andere gingen erst von rechts nach links an allen vorbei, kamen wieder zurück, drehten noch mal um, um irgendwo mit der genauen Analyse zu beginnen. Lang, kurz, dick und dünn, Ansätze von Reiterhosen, die kleinste Delle, die leichteste Verfärbung einer Ader, jeder Fleck, alles wurde gesehen und kommentiert.

 

Jeder Fleck? Panik! Hoffentlich, hoffentlich hatte sich auf der Innenseite der Oberschenkel auf den Strümpfen noch kein verräterischer länglicher Fleck gebildet. Ich bemühte mich, möglichst viele der Kommentare zu mir zu erhaschen, mit jeder Minute und jedem Kommentar stieg die Sicherheit und die Erleichterung, dass dem nicht so war.

Unweigerlich vernahm ich auch die Kommentare zu meinen Nachbarinnen und das beruhigte mich: Auch Models kochen nur mit Wasser.

Ich trug sehr hohe Absätze und ärgerte mich, diesmal nicht, weil das Stehen schon Schmerzen verursachte, nein, mit niedrigeren Absätzen wären ein paar cm mehr …

Wie schon erwähnt, die Beine sind nicht meine Problemzone.

 

Langsam aber sicher lichteten sich die Reihen auf der freien Seite der Wand. Während zu Beginn vor jedem unserer Beinpaare drei oder gar vier Männer standen, knieten oder hockten, standen jetzt nur noch wenige mit Abstand vor uns.

„So, ich sehe, alle Interessenten haben ihre Gebote abgegeben? Höre ich noch Widerspruch? Nein? Dann werden wir jetzt mit den Vorbereitungen für die nächste Runde beginnen.“

Ein Knall und ein Luftzug, der Lichtschein war verschwunden, die Klappe geschlossen.

 

Mit den Worten „Genug gefaulenzt, jetzt wollen wir uns mal wieder ein bisschen bewegen“, kamen die Auktionatoren zu uns. Sie gingen zu einer von uns, lösten die Befestigung des Prangers und zerrten sie zu dem freien der sieben Plätze. Von Bewegung konnte keine Rede sein, denn unsere Leidensgenossin wurde sofort wieder fixiert, diesmal mit dem Rücken zur Wand.

Auf den freigewordenen Platz stellten sie nun die nächste von uns, wieder willkürlich ausgewählt. So stand nach und nach jede mit dem Rücken zur Wand und war auf einen Platz befestigt, den sie vorher nicht innehatte.

Da ich als zweite ‚umgeparkt’ wurde, konnte ich sehen, dass sie jedes Mal, wenn sie einen Platz frei gemacht hatten, von dort einen Zettel nahmen und ihn an einer Pinnwand befestigten. Die Nummern eins bis sechs standen über den Unterteilungen, jetzt hatte ich das Prinzip verstanden, aber es gelang mir nicht, durch zählen der Aufkleber die Zahl der Bieter zu erfahren, schätzungsweise etwa 20.

Doch warum interessierte mich das überhaupt? Absolut sinnlos, es zu wissen, aber es nährte das Hirngespinst einer Einflussmöglichkeit.

 

„So meine Damen und Herren, es ist soweit, sie können jetzt den oberen Teil der Fahrgestelle in Augenschein nehmen“, sagte Robert in einen freundlichen Ton, den wir auf dieser Seite nicht für möglich gehalten hätten. „Und verwenden Sie bitte die grünen Aufkleber“

Lautes Gejohle brandete wieder auf, als die nächst höhere Klappe den Blick auf unsere Hinterteile freigab. „Seht euch diese geilen Ärsche an“ war nicht das einzige, was zu hören war. Der Lautstärke Pegel, der schon etwas abgeebbt war, war nun durch einen neuen Reiz, wohl auch unterstützt durch ein neues Bier, wieder stark angestiegen.

Glücklicherweise musste dieser Pöbel einen Abstand einhalten, ich machte mir dabei weniger Sorgen um die Form und Festigkeit meines Hinterns, sondern darüber, dass jede kleinste Farbveränderung an der Verpackung desselben mehr Intimitäten verriet als mir lieb war.

 

Bei der ästhetischen Beurteilung von Hinterteilen und begann sich bei den Käufern eine deutlichere Bandbreite herauszustellen als bei den Beinen. Während für die einen üppige, gebärfreudige Becken mit ausgeprägten Rundungen das non plus ultra darstellten, stellten für die anderen kleine, knackige, fast maskuline Hintern das Highlight dar.

Für beide Formen standen hier schöne Beispiele, deren Vorzüge die Anhänger der jeweiligen Ästhetik hervorzuheben versuchten. „Da hat man wenigstens was in der Hand“ und „Ja, was Festes“ bildeten wohl die Extreme, ohne dabei grundsätzlich herabzuwürdigen zu wirken.

Meiner gehörte eher zu letzterem Typ, auch wenn ich auf meinen Hintern nicht so stolz war, wie auf meine Beine. Einerseits war ich von der Situation angewidert, auf der anderen Seite, der Seite der wehrlosen Lust hoffte ich still, auch für meinen Arsch wenigstens eine gute Beurteilung zu bekommen.

 

Wie den hörbaren Kommentaren zu entnehmen war, trug eine von uns einem Plug in sich, eine andere hatte sich das chinesische Zeichen für Sklavin auf ihr Gesäß tätowieren lassen. Die beiden waren natürlich das Gesprächsthema Nummer eins.

Aber ich sitze im Glashaus, ich habe mit mir extremere Dinge machen lassen, von denen mich inständig hoffte, niemand würde sie sehen.

 

„Na, da hatte wohl jemand Angst gehabt, dass wir uns nicht an die Abmachungen halten können“ sagte eine tiefe Stimme laut vernehmlich. Ich weiß nicht, über wen es gesagt wurde, ich weiß nicht, ob es über mich gesagt wurde, aber ich fühlte mich angesprochen, als ob eine Bombe in meinem Kopf geplatzt wäre. Mein Kopf wurde mit Sicherheit so rot, als ob er selber die Bombe hätte seien wollen.

Ich presste die Arschbacken eng zusammen, Oberschenkel aneinander, kein Blick sollte zu meinen Geheimnissen durchdringen können.  Sollte wirklich jemand meine kleinen und großen Probleme gesehen haben?

Nach einer gewissen Zeit keimte aber wieder die Hoffnung, dass dem nicht so war. Mein Hintern war nicht das Thema, ich hatte weder den üppigsten noch den knackigsten, ich hatte am Arsch kein Tattoo und keinen Plug, ich stand am Rand und mein Hintern war nicht das Thema.

Und fast schämte ich mich dafür, dass meinem Arsch zu wenig Beachtung geschenkt wurde, als dass ich mich mit Fug und Recht hätte schämen dürfen.

 

„Niemand mehr der noch bieten möchte? Gut, dann werden meine rechte Hand und ich jetzt die dritte Etappe vorbereiten“ verkündete Robert. Sofort begannen beide wieder mit dem Wechsel den Platz Spiel, wieder Gesicht zur Wand, wieder wurden die beklebten Zettel auf dem entsprechenden Platz an der Pinnwand befestigt. „Wenn die Schlampen erst mal wissen wo’s langgeht, dann geht auch alles etwas schneller. Wir bewegen uns nach oben, die Farben werden heller, bitte die gelben Etiketten.“

 

Wir wussten jetzt, wie es ablief, wir hatten gelernt. Aber nicht nur wir hatten gelernt, auch der Mob und begann, lange bevor die Klappe die geöffnet wurde, rhythmisch zu skandieren: TITTEN, TITTEN, TITTEN,  …    .

Dem Volk wurde gegeben, wonach das Volk verlangte, und das Volk bedankte sich mit dem lauten Grölen von JOOUUU und BOOAAA,  JA   TITTEN  Rufen.

Lautstärke und Alkoholgehalt der Raumluft schienen in einem proportionalen Verhältnis zu stehen.

 

Zeigte sich bei der Beurteilung der Ärsche bereits eine gewisse Divergenz in der persönlichen Ästhetik, beim Thema Brüste und Schönheitsideal konnten die Gegensätze nicht größer sein.

Links von mir stand unserer ‚Anwältin’, versehen mit einer üppigen Oberweite, nicht frei von Form, aber sehr üppig.

Rechts von mir stand eine der Schönheiten und erst jetzt beim Blick auf ihre Brüste nahm ich wirklich wahr, dass sie gar keinen BH trug. Möglich, dass ich es bei einer der Umpark- Aktionen gesehen habe, aber ich habe es nicht wirklich registriert.

Vielleicht, weil meine Wahrnehmung immer noch selektiv funktionierte, eventuell aber auch, weil diese Situation dermaßen obskur war, dass ein blanker Oberkörper fast ein Stück Normalität darstellte.

Sie hatte kleine und feste Brüste, wohlgeformt mit wenig Angriffsfläche für den scheiß Newton, fast wie Pfirsichhalbschalen, aber eben nur fast.

Nicht so unnatürlich geformt wie die unbeholfenen Versuche von Kindern, aus einem Schneemann eine Schneefrau zu machen, die scheinbar manch Chirurgen als Vorbild dienen.

 

Eine Gruppe von Männern kam von links: „das sind doch endlich mal Euter, da hat man wenigstens was in der Hand, wenn man die vögelt“ - „ja, von vorne, und von hinten, da läuten richtig die Glocken“ - „aber wenn die sich schüttelt, die erschlägt dich“

 

Weiter ging es zu mir -„das ist dagegen mickrig, aber halbwegs gut geformt“ - „an der Größe lässt sich noch was machen“ - „die hatte sich schon die Hose voll gesabbert, und beim BH ist das jetzt genauso“ - „aber bei den Möpsen, da muss noch was rein.“ - „wenn alles, was aus dem Maul geflossen ist, da rein geflossen wäre, dann hätte es wohl gereicht“ - „eine Brustwarze ist noch frei, da kann man sich noch verewigen“ - „in der haben sich schon mehr verewigt als dir lieb ist“ - „das ist eine Natursklavin, das sieht man“

„Das sind ALLE Natursklavinnen, sonst wären sie nicht hier“ - „aber die hier zeigt das deutlich durch den Ring“ - „die zeigen dass alle deutlich: die da hinten, den Arsch gestopft, dass sie die Backen nicht mehr zusammenkneifen kann“ - „und die mit dem chinesischen Zeichen für Sklavin“ - „da war noch ein anderes Tattoo, eine Fußkette mit angehängter Triskele“ - „hast du das nicht gesehen, ich glaube es war die Glöcknerin hier, die hatte einen abschließbaren Edelstahlarmreif am Handgelenk“ - „und wir haben noch nicht alles gesehen, das Schönste kommt ja noch“

Mein Blick war unweigerlich nach links gerichtet, das Glitzern, das ich nicht gesehen hatte, weil mein Blick so sehr auf mich gerichtet war, blendete mich jetzt förmlich.

 

„Apropos das Schönste, hier ist es nicht“ Lachend gingen sie noch weiter nach rechts. „auch die hier ohne Titten hat sich zweimal durchstechen lassen“ - „lohnte nicht, hätte sich besser zweimal durchficken lassen“ - „da ist ja gar nichts, die sind ja winzig“ - „da muss wirklich was gemacht werden“ - „so muss man der ja immer eine Brosche anhängen, damit man weiß, wo vorne und hinten ist“ - „das ist auch die erste, bei der kein BH voll gesabbert ist, das tropft wohl einfach vorne drüber weg auf den Boden“ Laut lachend gingen sie weiter, sie lachten laut, meine Nachbarin weinte leise.

Dieses junge Ding. Ich hätte sie gern in den Arm genommen, die Kommentare zu mir waren schon nicht schön, aber ich aber auch etliche Jahre mehr an Erfahrung, aber unsere Bewegungslosigkeit verhinderte das. Es bedurfte auch der genauen Beobachtung, um zu bemerken, dass ihre kleinen vorwitzigen Blüten dezent, sehr dezent, gepierct waren.

 

Ein paar langsame Schritte auf der freien Seite und wir hörten eine schöne tiefe Stimme sagen: „Ihre Brüste sind perfekt. Lassen Sie sich niemals etwas anderes einreden. Versprechen Sie mir, aber vor allen Dingen, versprechen sie sich selbst: Lassen Sie niemals etwas an ihnen machen. Sie sind eine sehr schlanke Frau, zu diesem schlanken Körper passen einfach keine üppigen Brüste. Für ihren Körper sind sie absolut perfekt. Haben sie mich verstanden? Oh, ich vergaß, ihre Artikulationsfähigkeit ist derzeit eingeschränkt. Dann stellen Sie sich einmal auf die Zehenspitzen! Sklavin fünf, ich habe sie was gefragt! Haben Sie mich verstanden? Wollen sie nicht antworten?!“

Meine Nachbarin schien nicht glauben zu können, dass sie gemeint war. Mittlerweile war es unmöglich, zu erkennen, was schneller aus ihrem Gesicht tropfte. Der fäd’rige Sabber aus dem Mund, oder ihre dünnflüssigen Tränen.

„Ich warte, Nummer fünf!“ Immer noch ungläubig stellte sie sich einmal auf die Zehenspitzen. Der Ton wurde auch wieder freundlicher

„Und wenn Ihnen jemand sagt, dass sie von niemandem das Höchstgebot für ihre Brüste bekommen haben, sie folglich niemand schön findet, das stimmt nicht; sie sind einfach perfekt!

Sie sind insgesamt sehr schön, aber wohl zwei Dekaden zu jung für mich. Ich kann Ihnen nur deshalb nicht das Höchstgebot geben, um alle hohen Gebote auf die Sklavin zu konzentrieren, die ich nachher kaufen werde.“

 

Dezent, sehr dezent, so hatte es damals bei mir auch begonnen, im Urlaub mit Freundinnen und einem kleinen Stecker in der Brustwarze.

Doch schon bald fehlte mir etwas, mit fehlte der sichtbare Ring, mir fehlte die Symbolik des Ringes, ich ersetzte den Stecker durch einen kleinen, dünnen Ring.

Doch mit fehlte etwas, mir fehlte der leichte Reiz des Pendelns bei jeder Bewegung, ich wechselte den sehr dünnen Ring durch einen etwas dickeren aus.

Doch mir fehlte immer noch etwas, mit fehlte das Gefühl, nicht die Freiheit zu haben, ihn jederzeit abzunehmen. Das Gefühl des Ausgeliefertseins und des Unausweichlichen, und ich tauschte den Ring durch einen abschließbaren aus. Den speziellen Schlüssel dafür verwahrte ich in meinem Bankschließfach, verfügbar, aber nicht zu jeder Zeit.

Doch mir fehlte immer noch etwas, mit fehlte das Gefühl der Endgültigkeit. So entnahm ich beim nächsten Bankbesuch dem Schließfach den Schlüssel, fuhr nach hause. Zu einem schönen feierlichen Glas Champagner löste ich die Schraube am Piercingring, gab einen kleinen Tropfen Sekundenkleber auf das Gewinde, und zog die Schraube wieder an.

Und ich fühlte mich  …..   angekommen.

 

So begleitet mich dieser Ring durch den Alltag, jederzeit spürbar, aber ohne den Alltag zu dominieren.

Jederzeit sichtbar, aber ohne aufdringlich zu sein, jederzeit möglich, von einem dezenten BH mit leichter Schaumstoff Füllung zur Unsichtbarkeit verdammt zu sein.

Bei jeder Wahl der Kleidung mahnt der Ring zur Überlegung, wem trete ich gegenüber und was darf dieser Mensch von mir wissen.

Bei jedem Duschen das wunderschöne Pendeln, bei jedem Schminken sein herrliches Glitzern im Spiegel, das sich manchmal auf das Leuchten in den Augen überträgt.

 

Jederzeit die Erinnerung an das, was ich war und was ich bin!

Als ob es überhaupt einer Erinnerung bedarf.

Muss eine Maus daran erinnert werden, dass sie eine Maus ist und muss ein Elefant daran erinnert werden, dass er ein Elefant ist? Nein, es ist ihre Natur.

Ich brauchte und brauche keine Erinnerung an meine Natur, ich weiß was ich bin und immer war: ich bin eine Sklavin! Das war ich schon immer und werde es immer sein.

Ich bin eine stolze Sklavin! Das war ich nicht immer, aber versuche, den Stolz auf mein Sein zu verspüren.

 

Und an jenem Abend wurde mir klar: Ich wollte das leben, was ich bin und war!

Ich wollte es wieder leben, Sklavin zu sein. Ich wollte auch die beste Sklavin sein!

Das will ich heute noch, werde es in Zukunft wollen, und jener Abend sollte der Beginn sein.

Ich wollte auch ….  die teuerste Sklavin sein.

 

„Dann schließen wir jetzt mal diese Runde, wenn noch jemand ein Gebot abgeben möchte, möge er es jetzt tun“ sagten unsere Auktionatoren vorne und begannen kurz darauf hinten mit dem Bäumchen wechsle dich Spiel. Keinen Widerwillen zeigte ich mehr, ich wollte  …

 „Sie werden jetzt das Herzstück zu sehen bekommen, die Rose ihrer Sklavin, für die roten Rosen bitte auch die roten Aufkleber.“ Das wieder aufbrandende Gejohle blendete ich so gut es ging aus, ich wollte mich auf mich konzentrieren, ich wollte  …

Die Klappe, die vorher den Blick auf unsere Ärsche freigegeben hat, wurde wieder geöffnet und ermöglichte uns, unsere Mösen zu präsentieren. Ich wollte  …

 

Noch vor weniger als einer Stunde in einem gefühlt anderen Leben hatte ich, Arschbacken und Oberschenkel aneinander gepresst, gehofft, dass niemand meine Geheimnisse sähe, nicht durch die Beine sähe, was ich mit mir hatte machen lassen.

Und jetzt? Ich tat das, was dort undenkbar gewesen wäre. Ich präsentierte mich. Ich stellte die Beine auseinander und präsentierte mich. Ich wollte  ….

….    wollte die beste Sklavin sein.

 

Ich hörte nicht mehr auf dem Pöbel, ich schaute nicht mehr nach rechts und links, ich schaute nur noch auf mich. Wenn ich die beste sein wollte, dann nicht dadurch, dass rechts und links schlechter waren, sondern weil ich die beste war.

Wenn für eine andere mehr geboten wurde, dann hatte ich mich nicht gut genug präsentiert. Der Käufer hatte sich von ihr mehr versprochen, meine Versprechen erschienen ihm zu klein, meine Präsentation war also zu schlecht.

Die Käufer sollten sehen, was sie bekommen.

 

Wäre es mir möglich gewesen, ich hätte mich meines Slips entledigt, um alles zu zeigen. Alle sollten wissen, dass ich ihnen eine gute Sklavin sein würde, sie sollten sich gewiss sein können, dass sie mit mir eine folgsame Sklavin kauften.

Jede Narbe, jede andere Beeinträchtigung legte Zeugnis davon ab.

Sie sollten in jedem Tropfen das Versprechen sehen, dass ich es grundsätzlich als meine Pflicht ansähe, meinem Herrn das größte Vergnügen zu bereiten, würde er mich ficken können.

 

So stand ich nun da, mit geöffneten Beinen, präsentierte mich und meine Scham, ohne mich zu schämen. Wie ich den Äußerungen entnehmen konnte, war das Beseitigen des Slips, um meine Geilheit zu zeigen, gar nicht mehr notwendig.

„Die Wäsche hab ich schon mal gesehen, das ist doch die mit den kleinen Titten, die oben so schön gesabbert hat“ -  „ unten ist das aber nicht viel weniger“ -  „die Alte tropft ja wie ein alter Kieslaster“ - „als ob die im Sauerland einen neuen Fluss entspringen lassen will“

 

Einer hatte dann über den Tellerrand weiblicher Geilheit hinausgeschaut: „Guckt mal da“, machte er die anderen auf die Unebenheiten in meiner Unterhose aufmerksam, „die hat ja mehr Metall in der Hose als manch ein Hüftgelenk Patient!“ - „Au, Ja“ - „Da können wir doch gleich ein Orchester aufmachen, ich lass bei meiner die Glocken läuten“ - „Jau, und bei der da erklingt eine Triangel-Sinfonie“

Sie hatten nichts verstanden, die Narben an Körper und Seele, sie wollten sie nicht sehen.

Es ist nicht immer leicht, eine gute Sklavin zu sein, doch wenn es der Wunsch des Herrn ist, dumm zu sein, muss die Sklavin das respektieren.

 

„Alle ihre Gebote gemacht?“ „Noch eine Minute“ sagte eine warme schöne tiefe Stimme, deren Aussender direkt vor mir stehen musste. „Freu dich darauf, ICH werde dich gleich ersteigern, aber ich habe gesehen, du freust dich mehr als genug.

Du wirst die nächsten zwei Tage MIR gehören,

du wirst die nächsten zwei Nächte MIR gehören

und du wirst sehr schnell merken, Freiheit ist ein relativer Begriff, er bedeutet für jeden etwas anderes, ganz besonders bei mir und dir.

Übrigens, ICH kann mich an Abmachungen halten, für mich war die Vorsicht nicht notwendig. Das werde ich selbstverständlich auch von dir erwarten.“

 

Er wandte sich ab „sie können jetzt alles zumachen“

’Er’ hatte besser beobachtet, ob ’Er’ verstanden hatte, ich wusste es nicht.

 

 

 

Kommentar(e)

Kompliment! Die Veränderung der Erzählerin ist sehr gut gelungen. Vom peinlich berührten Schauobjekt zur kritischeren Actrice und schlußendlich zum bewussten Selbsteingeständnis, als was sie dort präsentiert wird und dem Wollen, jetzt auch als das die Beste sein zu wollen.

Quasi die 'wenn schon dann alles Sklavin'