Domina et Serva - Teil III

"Klappentext"

Cleo führt ein für ihre Verhältnisse normales Leben als wohlhabende Hausherrin in Rom, Hauptstadt des Imperium Romanum. Sie ist schön, wird von ihren Haussklavinnen umsorgt und hat ein sorgenfreies, aber auch ereignisloses Leben im Jahre 10 n. Chr.. Doch ein Geschenk, dass ihr Gatte aus Germanien schickt, stellt das bisher so geordnete Leben im Haushalt auf den Kopf.

Teil III: Ductus (lat.: Führung)

„Nicht so schnell!“ Stolpernd versuchte Finja, mit der an der Leine ziehenden Victoria Schritt zu halten, während diese mit schnellen Schritten die custodia verließ. Sofort ließ Luna, die hinter der angeleinten Rothaarigen ging, die Rute aus gebündelten Olivenzweigen durch die Luft und auf den nackten Rücken Finjas sausen. Schmerzerfüllt keuchte die Geschundene auf.

„Eine Sklavin redet nur dann, wenn sie angesprochen wird. Eine Sklavin nennt die Herrin immer bei ihrem Titel. Und eine Sklavin befiehlt und beschwert sich niemals. Herzlichen Glückwunsch, du hast gerade mit einem Satz drei Regeln gebrochen.“ Schnell und präzise schlug Luna drei weitere Male auf Finja, einmal auf den Rücken sowie einmal auf jede Pobacke, rote Striemen hinterlassend. Finja zog schmerzerfüllt die Luft ein, als sich der Schmerz in ihrem Körper ausbreitete. „Hast du das verstanden Sklavin, oder brauchst du einen Knebel?“ Um ihrem Satz die nötige Schärfe zu verschaffen, verpasste Luna Finja einen weiteren Schlag mit der Rute.

„Ich…ich habe verstanden…es tut mir leid, Herrin!“ Wimmernd sah Finja beschämt zu Boden, doch Luna griff ihr rücksichtslos in die roten Haare und zog diese nach unten, sodass Finja gezwungen war, nach vorne zu schauen.

„Richte deine Augen auf Victoria, Sklavin!“

Dann setzte Victoria seelenruhig an, so als habe sie die hinter ihr stattgefundene Züchtigung gar nicht bemerkt. „Diese Villa gehört der Herrin Cleo und ihrem Gatten, Lucius Ilius Baebius. Der Herr ist, wie du ja weißt, aufgrund seiner Position innerhalb der römischen Armee aktuell in Germanien im Legionslager Vetera stationiert. Mit der Anwesenheit des Herrn wird in nächster Zeit auch nicht gerechnet, also wirst du erstmal nur der Herrin gehören. Das Zimmer, aus dem wir gerade kommen, ist die custodia, der Herrin Cleos eigener privater Raum.“

Sie schritten voran, beziehungsweise Luna und Victoria gingen und Finja stolperte, weiter und erreichten die Eingangshalle, die fauces. Ein kleiner Brunnen war in der Mitte dieser angebracht worden und zwei schwere Türen verhinderten, dass ein jeder Dahergelaufene eintreten konnte. Victoria deutete auf eine Tür, die direkt neben den dicken Holztüren zu einem Nebenraum führte. „In diesem Raum, dem vestibulum, hausen die Liktoren, Tor- und Leibwächter des Hauses, Hylus und Lennandron. Beide stehen im Haushalt über dir, wir kochen und putzen für sie, dafür sorgen sie für unsere Sicherheit.“ Dann deutete Victoria auf den kleinen, dreistöckigen Brunnen, in dem geräuschlos das Wasser von einer Etage in die darunterliegende und dann schließlich in das Sammelbecken floss, Seerosen und Fische schwammen in jenem herum. „Dieser Brunnen ist das Lieblingsstück der Herrin, wenn die Sklavinnen ihn gut hegen und pflegen, belohnt die Herrin uns immer äußerst gütig.“ Dabei lächelten Victoria und Luna leicht verträumt, während Finja so langsam merkte, wie ihre Arme in der unbequemen Fesselung begannen, wehzutun.

Wieder ging ein Ruck durch die Leine, als Victoria weiterging und Finja brav folgte. Von dem Eingangsbereich ging das Trio weiter in den angrenzenden Raum, einen langen Tisch und mehrere Tricula sowohl einige Kissen auffindend. „Das hier ist das Speisezimmer, das triclinium, hier isst die Herrin und der Herr jeden Morgen, Mittag und Abend mit ihren Gästen auf eine der Liegen.“ Sie deutete auf drei Kissen, vor denen jeweils ein kleiner Holzteller und ein Becher standen. „Die Sklavinnen essen dort auf den Kissen kniend, es sei denn, die Herrin befiehlt anders. Während deines Trainings wirst du in der custodia essen.“ Dann zog Victoria weiter und sie erreichten durch einen Durchgang, welcher mit einem Vorhang verhüllt war, einen Raum mit Kochstelle. „Das hier ist die culina, die Küche. Hier bereiten die Sklavinnen die Speisen und die Getränke vor.“ Dann zeigte Luna auf eine Tür neben einer Feuerstelle. „Da ist das Lager für das Essen, es muss jeden Tag geputzt und darf auf keinen Fall dreckig werden.“

Verwirrt runzelte Finja die Stirn. „Zuhause war das aber nie nötig…“

Ermahnend hob Victoria den Finger. „Mag sein, dass ihr in Germanien mit euren Tieren zusammenlebt und euch alle zehn Monate einmal wascht, aber hier in der zivilisierten Welt sind Hygiene und Pflege äußerst wichtig. Du wirst schon sehen, alle zwei Tage ein Bad tut deinem Körper gut.“

Finja nickte stumm und versuchte, die Arme ein wenig zu bewegen, denn die restriktive Haltung war jetzt wirklich unangenehm. Sie schluckte. „Victoria…kannst…kannst du mir bitte die Seile um meine Arme ein wenig lockern? Das tut echt weh...“ Dabei sah die Gefesselte demütig auf den marmornen Boden, in Befürchtung weiterer Schläge mit den gebündelten Zweigen.

Stattdessen, und zu Finjas großen Bewunderung, griff Luna tatsächlich in die Knoten und öffnete ihn kurz, um ihn dann wieder zu schließen, wodurch die Seile aber ein wenig gelockert wurden. „Na schön Sklavin, aber dafür wirst du wieder geknebelt.“ Bevor Finja auch nur einen protestierenden Laut geben konnte, wurde ihr das Tuch wieder zwischen die Zähne gebunden, was die Verständlichkeit ihrer Stimme beträchtlich einschränkte. Finja stöhnte erleichtert, zwar war sie nun ihrer Stimme beraubt, aber immerhin waren ihre Arme jetzt nicht mehr so fest gefesselt wie zuvor. Luna schlug Finja dann ein weiteres Mal mit der Rute auf den roten Hintern, was die Rothaarige mit einem gequälten Stöhnen kommentierte. „Das war dafür, dass du, ohne um unsere Erlaubnis zu fragen, gesprochen hast, Sklavin.“

Von der Küche aus folgte Finja Victoria in eine Kammer, in welcher vier Schlafliegen, sogenannte Klinen, und ein hölzerner Schrank an der der Tür gegenüberliegenden Wand standen. An zwei der Liegen hing ein Holzbrett, auf denen die Buchstaben L und V eingetragen waren. Am Bettende standen kleine Holzkisten. „Das hier ist unser Schlafraum, unser cubiculum.“ Dann deutete Victoria auf die dritte Liege, auf deren Holzbrett Luna gerade mit Kreide ein F schrieb. „Das hier ist dein Bett, wenn du persönlicher Besitz ansammelst, kannst du ihn dort in der Kiste verstauen. Jede Sklavin bekommt zwei extra Tuniken, jene werden in dem Schrank aufbewahrt.“

Dann führte Victoria Finja zu ihrer Liege und ließ die Angeleinte Platz nehmen, bevor sie den Knebel wieder löste. Luna hob Finja einen Becher mit Milch an die Lippen, welchen sie gierig austrank. „Hast du irgendwelche Fragen, Sklavin?“ Victoria lächelte warm, während sie Finja durch die Haare strich.

Finja nickte und sah Victoria mit großen Augen an. „Ja Victoria, unzählige. Erstmal, wie lange werde ich hierbleiben? Wann darf ich wieder nach Hause?“

Luna trat mit einer Bürste in der Hand hinter Finja und fing an, die struppige, verfilzte Lockenpracht mit einer Bürste zu bändigen. „Das kommt ganz darauf an, wie du dich anstellst. Wenn du eine gute Sklavin bist, wirst du Haussklavin bleiben, bist du es aber nicht, wirst du entweder weiterverkauft oder wirst zur Feldsklavin degradiert. Und sei gewarnt, als Feldsklavin musst du um einiges härter schuften.“

Finja musste schwer schlucken, als sie das hörte. „Was ist denn der Unterschied zwischen Haus- und Feldsklaven?“

Victoria lächelte. „Die Feldsklaven leben in einer Lehmhütte bei den Feldern, acht Sklavinnen und Sklaven auf wenigen Quadratmetern. Sie haben eine anstrengende, kräftezehrende Arbeit, sie müssen die Felder bewirtschaften, egal welche Jahreszeit und welches Wetter. Wir Haussklavinnen dagegen leben im Haus der Herrin, wir bekommen genug zu essen, sind vor Wind und Wetter geschützt und müssen uns im Prinzip nur um den Haushalt kümmern.“ Dann deutete sie auf eine schwarze Tafel neben der Tür, auf der „Putzen“, „Kochen“ und „Cleo“ standen. „Jede Woche wechseln wir unsere Dienste ab. Wenn ich diese Woche zum Beispiel koche, muss ich nächste Woche putzen und in der Woche darauf der Herrin zur Verfügung stehen. Putzen und Kochen verstehen sich ja von allein, „Cleo“ bedeutet, dass die Sklavin immer in Bereitschaft und in der Nähe der Herrin ist, um ihren Wünschen zu gehorchen. Das kann das Bringen von Briefen, das Waschen der Haare, ein Einkauf in der Stadt oder auch einige Stunden in der custodia bedeuten, je nachdem.“

Finja blinzelte unsicher. „Einige Stunden in der custodia? Aber ich dachte, ihr seid schon voll ausgebildete Sklavinnen?“

Dieses Mal lächelten beide Haussklavinnen schelmisch. „Die custodia dient nicht nur als Strafe, sie kann auch eine ungeheure Belohnung bedeuten. Die Herrin hat dir nur einen Aspekt der custodia gezeigt, den des bösen Schmerzes. Es gibt aber auch guten Schmerz, aber das wirst du noch früher als später selbst herausfinden.“ Dabei kicherte Victoria und lief rot an, sodass Luna einsprang. „Außerdem bietet die Herrin in der custodia auch die Erziehung von Sklaven aus anderen Haushalten an, die sich in ihrer aktuellen Verfassung nicht als Sklaven eignen. Gegen ein kleines Entgelt bleiben die Sklaven dann eine Woche hier und werden gebändigt, wobei wir Haussklavinnen die Herrin nach Möglichkeit unterstützen.“

Aufmerksam zuhörend nickte Finja, während Luna ihre roten Haare gefühlvoll kämmte. Sie genoss die Streicheleinheit und Victoria fuhr fort. „Als Sklavin bleibst du im Normalfall, also wenn du hörig, artig und fleißig bist, drei Jahre hier, danach kommt es drauf an.“ Das Lächeln von Victoria wurde immer breiter, sie zeigte ihre weißen Zähne.

„Worauf kommt es an?“, fragte Finja mit gerunzelter Stirn und hochgezogenen Augenbrauen.

Luna setzte ein. „Nach drei Jahren im Dienst kommt die Herrin auf dich zu und macht dir ein Angebot, entweder entlässt sie dich in die Freiheit oder du bliebst weiterhin hier, zwar noch als Sklavin, aber mit Vertrag. Wöchentlich wirst du dann für deine Dienste mit Gold und Silber entlohnt und du kannst jederzeit, natürlich in Absprache mit der Herrin, fortgehen. Vickie zum Beispiel hat letztes Jahr ihren Vertrag unterschrieben und ich werde bereits seit fünf Jahren für meine Arbeit bezahlt. Uns geht es hier wirklich sehr gut, die Herrin kann natürlich sehr streng sein, das hast du ja bereits zu spüren bekommen Dennoch sie ist sehr fürsorglich und möchte wirklich nur das Allerbeste für uns Sklavinnen.“ Dann küsste sie Finja genau hinters Ohr, was die Gefesselte mit einem überraschten, aber nicht unangenehmen Quieken kommentierte.

Dann nahm Luna wieder die Rute in die Hand und Victoria lächelte Finja lammfromm an, die Hand über die Wange streichelnd. „Die Luna wird dir jetzt den Unterschied zwischen gutem und bösem Schmerz zeigen. Wir werden dich nicht knebeln, denn wir wollen, dass du uns stolz machst, indem du dich zusammenreißt und möglichst nicht schreist, bekommst du das hin, Kleine?“ Lächelnd tätschelte Victoria die Wange Finjas, welche mutig nickte. „Gutes Mädchen…“

Als die Rute sausend in einer Schlagtirade auf Finjas Rücken traf, musste sich die Rothaarige hart auf die Unterlippe beißen, damit sie nicht vor Schmerz aufschrie. Ihr Rücken brannte, als sich der Schmerz hin zur Hitze wandelte. Als Finja die Augen wieder öffnete, musste sie ein paar Tränen aus ihren Augen blinzeln. Sie spürte nur Schmerz und eine Hitze, die einfach unerträglich war. „Das…“, flüsterte Luna von hinten in Finjas Ohr. „…war der böse Schmerz, dieser Schmerz tut einfach nur weh. Wann immer du unartig bist und die Herrin enttäuscht, wirst du mit jenem bestraft.“ Dann holte Luna ein weiteres Mal aus und ließ die Gerte erneut auf Finjas Haut niederschlagen, wieder wimmerte die Gematerte auf. Aber dieses Mal war es ein anderes Gefühl, ein anderer Schmerz. Mit dem Schmerz kehrte die Wärme zurück in ihren Leib, aber diese fühlte sich anders an, beruhigend. Sie breitete sich über den ganzen Unterleib aus und hinterließ ein behagliches, wohltuendes Gefühl. Ein Kribbeln ging von Finjas Bauch aus und ging durch ihren ganzen Körper, sie stöhnte sanft. Dieses Gefühl war neu, Finja hatte es noch nie in ihrem Leben gespürt, aber es überraschend angenehm und wohltuend.

Mit einem Lächeln in im Gesicht, beugte sich Victoria vor, umarmte Finja und strich mit ihren Fingern über den von roten Striemen stark gezeichneten Rücken. „Das war der gute, der wohltunende Schmerz, der, den dir die Herrin immer dann schenkt, wenn sie dich belohnen will…auch wenn es da noch andere Möglichkeiten für gibt.“

Schmunzelnd fuhr Luna fort. „War das gut? Hat dir das gefallen, diese zweite Art von Schlägen?“

Sanft nickte Finja den Kopf und flüsterte ein „Ja, Herrin.“

Ein Klatschen aus der Richtung der Tür ließ Finjas Kopf überrascht herumfahren, da stand Cleo mit einem Schmunzeln im Gesicht, langsam in die Hände klatschend. „Sehr, sehr gute Arbeit, Mädels, ich bin äußerst zufrieden mit euch, vorzüglich.“ „Vielen Dank, Herrin.“ Luna und Victoria nickten dankend und Cleo sah Finja lächelnd an, die wiederrum ein wenig verwirrt auf die Hausherrin in der Tür starrte. „Luna, du wirst Finja jetzt in den Baderaum führen und sie dort einmal ordentlich waschen. Victoria, du kommst mit mir in die custodia.“ Cleo musterte den Neuzugang in der Reihe ihrer Bediensteten und deutete ein Lächeln an, dann wandte sie sich zum Gehen. Sie verließ die Unterbringung der Sklaven, gefolgt von einer hektisch wirkenden Victoria, welche der Herrin eilig nachfolgte. Luna fühlte deutlich wie ihre Freundin dabei ihr gesamtes Handeln und Denken auf die Domina fokussierte.

Luna nahm das Seil und grinste Finja an, bevor sie an der Leine zog. „Komm kleine Sklavin, lass uns dich frisch machen…“

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