Eine Gratwanderung, oder: Warum es lustvoll ist, Frauen zu schlagen

(Anmerkung des Verfassers: Ich bin relativ neu im schreiben, und dies ist meine erste erotische 'Geschichte'. Ich hoffe sie kommt gut an, auch wenn sie nicht so 'hart' ist wie einige der anderen Geschichten hier. Das liegt hauptsächlich daran, dass es eine Geschichte aus meiner 'frühen' Zeit ist - da war ich noch etwas zurückhaltender.)
Sie liegt neben mir im Bett, nackt und wehrlos. Sie schläft. Während ich ihre Haut streichle, ihre Rundungen mit dem Finger nachziehe, überkommt mich der Drang, sie zu greifen, ihr den Mund zuzuhalten und zu fesseln, mit ihr zu tun was ich will.
Als erstes werde ich sie packen. Fest, bestimmt, und meinen Körper an sie drängen. Meine rechte Hand über ihren Mund, die linke packt ihren Arm und dreht ihn auf ihren Rücken. Am besten ich nutze gleich mein Gewicht, rolle über sie, drücke sie nach unten. Die Überraschung wird perfekt sein... Und nach dem ersten Moment der Panik werde ich ihr ins Ohr flüstern dass sie mir gehört. Nicht laut, aber gerade so laut dass sie meine Stimme identifizieren kann. Nicht hart, aber auch nicht so weich dass sie sich Illusionen macht wer das Sagen hier hat. Gerade so dass sie die erste Angst abschütteln kann, aber der Schreck sie lähmt und zittern lässt. Sie weiß dass sie bei mir sicher ist, sie vertraut mir - und ich werde dieses Vertrauen nicht enttäuschen.
Warum sollte ich auch? Es ist doch gerade dieses Vertrauen das unsere Beziehung so besonders macht. Sie lässt sich von mir an ihre Grenzen bringen, an manchen Tagen erweitern wir sie sogar. Dieses feste Band zwischen zwei Menschen ist noch viel stärker als das von Menschen, die einfach nur miteinander schlafen. Es ist nicht nur auf Lust begrenzt, sie begibt sich buchstäblich in meine Hände.
Ihr Widerstand lässt nach, sie beginnt sich zu entspannen. Jetzt ist der entscheidende Punkt, wenn sie jetzt nicht das Stoppzeichen gibt, dann will sie es, egal was morgen ist. Zu gern würde ich gerade ihr Gesicht sehen, beobachten, wie die Lust, die sich mit Sicherheit gerade zwischen ihren Beinen bemerkbar macht, gegen Müdigkeit und Vernunft kämpft. Zu gern würde ich beobachten wie ihre Augen langsam nach oben wandern und dann zugehen, weil sie sich in das ergibt was ich mit ihr tue.
Als sie das tut, nichts sagt, den Kopf langsam in den Nacken sinken lässt, platze ich fast vor Stolz. Ein dumpfes, wohliges Gefühl in meinem Bauch. Anstatt sich zu wehren, kämpft dieser wunderschöne Engel in meinen Armen gegen den Atemreflex, weil ich nicht will dass sie Luft bekommt. Sie gibt mir die Kontrolle über diesen elementarsten aller Triebe, absolut wörtlich ihr Leben in meine Hand. In diesen Momenten kann ich gar nicht glauben wie sehr mich dieses Mädchen schätzt, und ich muss meinen Drang sie in den Arm zu nehmen und zu küssen unterdrücken, weil das so gar nicht ist was sie gerade will.

Ich lasse langsam von ihrem Mund ab, drücke die Hand auf ihren Hals. Sie wehrt sich wieder nicht. Ich greife mit der linken nach ihrer Brust, streiche langsam über ihre Brustwarze - sie quittiert das mit einem wohligen Zittern - und befehle ihr, die Hände auf dem Rücken zu behalten während ich aufstehe. Sie nickt kaum merklich. Ich stehe auf. Die Fesseln sind unter dem Bett.
Als ich mich umdrehe und auf ihre Silhouette blicke, erfüllt mich wieder dieses Gefühl der tiefen Verbundenheit und des Stolzes - nicht auf sie, sondern dass sie mir genug vertraut um nicht einmal zu mir zu blicken, nicht einmal die Hände bewegt. Dafür wird sie gleich belohnt werden. Viel Spielzeug brauche ich eh nicht, und es ist kalt im Raum... Ein böser Plan beginnt in mir zu reifen, als ich ihre Gänsehaut im Mondlicht sehe.
Wieder zurück unter der Decke. Wie zufällig habe ich ihr ihre weggezogen, als ich ihr die Ledermanschetten an den Handgelenken angelegt habe. Es ist wohlig warm, und ich kann meinen Körper gegen ihren Rücken drängen. Mein Gott, ist sie warm.
Ich lege ihr den Schal um den Kopf. Sie hebt den Kopf, als wäre sie erleichtert, dieses Sinnes beraubt zu werden. Diesmal kann ich nicht widerstehen, ich muss diese Verbundenheit zum Ausdruck bringen. Ich muss ihr zeigen, wie stolz ich bin, derjenige zu sein der das hier mit ihr machen darf. Ich drehe sie um, packe sie am Hintern und werfe sie beinahe, absichtlich grob - denn das ist was sie gerade will. Ich dränge meinen Mund auf ihren, sie öffnet ihn und erwidert den Kuss, unfähig sich ihm zu entziehen. Als ihre Zunge auf meine trifft, greife ich zwischen ihre Beine. Bereitwillig öffnet sie sie, lässt meine Finger die heiße, nasse Stelle berühren, in der Hoffnung, dass ich sie streichle - doch ich will sie nur heißmachen. Ich entziehe ihr den Finger wieder, greife stattdessen ihre Hinterbacke und greife so fest zu dass es zumindest ein wenig weh tut. Sie hat hier nicht das Sagen wann sie Spaß hat.
Statt dessen lasse ich die Hand auf ihren Hintern klatschen. Dreimal. Viermal. Langsam wird ihr seufzen zu einem leisen Jaulen. Ich höre nicht auf. Diese Kontrolle. Diese Macht...
Nur mit Mühe kann ich das Biest zähmen das nun aufwacht. Der Sadist in mir ist wach. Ich will nun nicht nur mehr mit ihr verbunden sein, sie nicht nur dominieren - ich will ihr weh tun. Sie erniedrigen. Sie besitzen.
"Was bist du?", zische ich. Sie weiß genau was ich hören will. Je nachdem, was sie gerade will, reagiert sie darauf anders. Mal antwortet sie korrekt - wenn sie Demütigung sucht - und mal will sie Schmerzen, dann antwortet sie falsch.
"Ich bin eure Sklavin, mein Herr", flüstert sie. Ganz leise, kleinlaut. Genau so wie ich es gern habe. Das Biest in mir schnurrt vor Befriedigung. Ich bin gleichzeitig stolz dass sie sich mir so ausliefert und bade im Gefühl der Macht. Ich besitze einen Menschen, auch wenn es nur eine Illusion ist, wie mir mein Kopf weis machen will.
Sie schmiegt sich an mich. Sucht meine Nähe, meine Wärme. Die Herbstkühle lässt sie ganz klar frösteln, mein Plan geht auf.
"Bitte, Herr, kann ich..."
"Kannst du was?" falle ich ihr ins Wort. Sie versucht unter die Decke zu kommen, schreckt aber zusammen als ich sie so schneidend unterbreche. Langsam beginnt die eigentliche Lust in diesem Spiel. Den Sadisten und den Liebenden in mir gleichzeitig zu befriedigen, eine Gratwanderung auf dem schmalen Grat ihrer geistigen und körperlichen Gesundheit. Sicher, wir haben Grenzen, und die werde ich niemals überschreiten wenn sie nicht ausdrücklich ihr Okay gibt - aber die Illusion dass ich sie jederzeit brechen könnte ist so ein ungeheurer Nervenkitzel. Alleine dieser eine Moment, wenn ich beinahe glaube ihre flehenden Augen erahnen zu können, die mich anbetteln ins Warme zu dürfen, reicht aus, um mich völlig um den Verstand zu bringen und diesen wunderbaren Rauschzustand zu erreichen. Ich glaube nach wie vor dass dieser Drahtseilakt zwischen Kontrolle über meine (und ihre) Bedürfnisse und dem Kontrollverlust ihrer Trance nicht einmal unähnlich ist. Wir beide spielen mit der Angst, mit der Grenze. Sie indem sie die Kontrolle abgibt, ich indem ich mich dem Biest in mir direkt entgegen stelle, es sogar füttere, und dann wieder wohl dosiere, was es bekommt und was nicht.
"Unter die Decke...", sagt sie, reißt mich aus meinen Überlegungen indem sie sich wieder an mich drängt. Sie nutzt ihre Brust dabei sehr gut - sie weiß genau dass ich es liebe wenn sie sich mit ihr ankuschelt.
"Du redest im ganzen Satz oder du hockst auf dem Boden!"
Wieder einer dieser Momente. Als hätte ich sie geschlagen, zuckt sie zurück. Der Sadist in mir jubelt, er hat ihr weh getan, mein Kopf weiß dass sie genau das will, aber der Liebende in mir ist verletzt wenn er sie so sieht. Und diese Mischung aus Mitleid, Lust und Leidenschaft reicht, um dem ganzen noch einen drauf zu setzen.
"Kann ich zu euch unter die Decke, mein Herr?", fragt sie nun brav. Aber ich wollte noch einen drauf setzen. Also: "Nein. Erst musst du es dir verdienen."
Gott, ich würde so gern die Hand ausstrecken und ihre bebende Wange streicheln. Dass die rot angelaufen ist, genau wie ihr Hals, sehe ich sogar im spärlichen Mondlicht. Wir haben nicht viel Zeit, wir müssen heute noch schlafen, das ist uns beiden klar. Viel Zeit für Vorspiel bleibt hier nicht. Und so ist ihr klar, was sie tun muss.
Während sie sich aufsetzt, drehe ich mich erwartungsvoll auf den Rücken. Meine Erektion springt erwartungsvoll in die Höhe, bisher entweder von ihrem Rücken oder der Bettdecke im Zaum gehalten. Langsam, aber sicher, lässt sie sich auf mir nieder, und ich genieße das Gefühl als ich in sie eindringe. Wie erwartet ist sie nass, kein übertriebener Wasserfall wie in irgendwelchen Pornos, aber genug, um das Laken ein wenig zu befeuchten als sie sich endlich niedergelassen hat. Zitternd, ob vor Kälte oder vor Lust kann ich nicht erkennen, beginnt sie mit der Hüfte zu kreisen. Ich beobachte zufrieden, wie sich ihr Gesicht lustvoll verzerrt, wie ihre Bewegungen rhythmischer werden, und fange an, langsam selbst zu stoßen.
Sie verliert die Muskelspannung, lässt sich nach vorn sinken, wo ich ihr ins Haar greife und es rauh zurück ziehe. Das gibt ihr den Rest, sie kommt - und ich mit ihr. Unmöglich das noch zurückzuhalten, und als ich mich beruhigt habe, liegt sie zitternd und zuckend auf mir.
Ich kann gar nicht glauben was diese paar Worte und ein paar feste Griffe bewirkt haben. Ich bin sprachlos vor Stolz, erfüllt von Lust und der Sadist in mir hat sich beinahe schlafen gelegt. Einmal noch zerrt er ihr an den Haaren um sie von mir runter zu verfrachten, dann küsse ich sie auf die Stirn, öffne die Haken zwischen den Manschetten und schlafe ein, ihren Kopf an meine Brust geschmiegt.
Sie weckt mich am Morgen mit einem Kuss und einem Flüstern in mein Ohr, und geht danach in die Dusche. Ihre Worte sickern nur langsam zu mir durch, aber als ich in meiner morgendlichen Diesigkeit endlich realisiere, was sie gesagt hat, springe ich auf und folge ihr. Da hat sie doch glatt "vergessen" zu fragen ob sie kommen durfte...

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Inhalt/Idee

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Erotik/BDSM

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Rechtschreibung/Form

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Kommentar(e)

Die Geschichte ist sicher nicht so ausgefeilt aufgebaut oder so hardcore wie andere hier, aber sie gefällt mir trotzdem.... oder vielleicht auch gerade deswegen. Denn das Erzählte ist authentisch, es klingt echt. Es muss doch nicht immer nur spektakulär sein. Manchmal sind es die Kleinigkeiten, ist es das Subtile zwischen zwei Liebenden, die sich dieser Lebensfom hingeben, das es so wunderschön macht. Und das hast du wunderbar in Worte gefasst, finde ich.

Lieber Böhnchen,
Deine Beschreibung eines liebevollen Sadisten, die ist so einfühlsam, so reflektierend, wie man sie sich nur wünschen kann. Während hier nach meinem Gefühl etliche Devote über ihre Gefühle schreiben, habe ich das bei Sadisten bisher eher selten gesehen. Mag sein, ich ziehe mir jetzt den Zorn einiger zu, denn selbstverständlich kenne ich nur einen Bruchteil der hier veröffentlichten Geschichten.
Danke Dir für eine sehr bewegende, mitreissende Innenansicht. Bitte mach weiter so!
fantasy

Ich fand den Text vor allem rührend, rührend, ehrlich und lieb. Ich weiß nicht, ob es gerade passende Komplimente für einen Sadisten sind. Aber ich bin auch dagegen, dass diese Art Menschen den Oberbgriff ihrer Neigung mit dem abscheulichen Namensgeber de Sade und einem ganzen Rudel widerlichster Bestien teilen. Wie kann man sie bloß Sadisten nennen? Auch, wenn sie mit Seilen umarmen und mit Peitschen streicheln, tun sie in der gleichen Absicht wie alle Liebenden dieser Welt. Der richtige Sadist kann überhaupt nicht lieben.

Ja, TaugeniX,
ich gebe Dir vollkommen Recht. Dieser Schreiber hat wirklich wahrscheinlich nichts mit einem Sadisten zu tun. Aber wie nennen wir nun die Liebenden, die mit einer Peitsche streicheln?
Hast Du eine Idee?
fantasy

Vielleicht ist die Bezeichnung "Sadist" ungerechtfertigt, wie TaugeniX angemerkt und fantasy bestätigt hat. Lassen wir es dabei und nennen wir diesen beschriebenen Dom ganz umständlich "mit der Peitsche streichelnden Dom".
Das Dilemma, in welchem er sich befindet, bleibt das gleiche: "In diesen Momenten kann ich gar nicht glauben wie sehr mich dieses Mädchen schätzt, und ich muss meinen Drang sie in den Arm zu nehmen und zu küssen unterdrücken, weil das so gar nicht ist was sie gerade will."
Wer dirigiert hier denn eigentlich wen? Die Liebe hat den Dom fest im Griff, er möchte seiner Partnerin geben, wonach sie sich sehnt. Und ihre Lust bestätigt seine.
Dieses "geschätzt werden" kann auch einen Dom überwältigen und von einem erhabenen Gefühl der Dankbarkeit und des Glücks durchströmen lassen.