Die Beute

Die Beute

Mit einem satten Klicken gab das elektronische Schloss die Türverriegelung frei. Eric grinste zufrieden und steckte die manipulierte Chipkarte in die Brusttasche seiner eng anliegenden, schwarzen Jacke. Ohne gültigen Zugangscode hätte ihm das State-of-the-Art Sicherheitssystem den Zutritt eigentlich verwehren müssen; zu seinem Glück nahm es die Herstellerfirma mit der Sicherheit ihrer eigenen Computersysteme aber nicht ganz so genau. Er vergewisserte sich durch einen kurzen Blick auf sein Mobiltelefon, ob nicht wider Erwarten doch der stille Alarm ausgelöst worden war, dann stieß er die schwere Eingangstür einen Spalt auf und schlüpfte hindurch. Einen Augenblick lang verharrte er auf der anderen Seite und lauschte angestrengt, aber abgesehen vom Pochen des Bluts in seinen Ohren blieb alles ruhig.

Der Lichtkegel seiner Taschenlampe tanzte über den dunkelgrauen Marmor, als er zielsicher den Eingangsbereich des alten Herrenhauses durchquerte und sich dann nach links wandte, bis er vor einer weiteren Tür stand. Dahinter befand sich die steile Treppe, die hinunter in den Keller führte. Sorgfältig zog er die Tür hinter sich zu, betätigte den Lichtschalter und wartete ab, bis sich seine Augen an die plötzliche Helligkeit gewöhnt hatten, um dann ohne Hast die schmalen Stufen hinab zu steigen. Am Fuß der Treppe blieb er kurz stehen und orientierte sich. Rechter Hand öffnete sich ein Durchgang zu dem kleinen Raum, in dem der Serverschrank des Sicherheitssystems stand, links schloss sich der großzügige Weinkeller an und geradeaus erwartete ihn am Ende des kurzen Korridors eine massive Stahltür.

„Eins nach dem Anderen!“, ermahnte er sich und wandte sich zunächst dem Serverschrank zu, dessen simples Schloss ihm keinen ernsthaften Widerstand leistete. Er zog den Tastatureinschub heraus und seine behandschuhten Finger flogen über die Tasten, als er an der Systemkonsole eine Reihe vorbereiteter Kommandos eintippte, die alle angeschlossenen Alarmsysteme deaktivierten. Zu gegebener Zeit würde das Programm seine Backdoor ins System wieder löschen und alle Spuren seines nächtlichen Besuchs verwischen, aber zwischenzeitlich konnte er sich nach Belieben umschauen.

Als er sich gewohnheitsmäßig eine Auflistung aller am System angeschlossenen Meldepunkte anzeigen ließ, stutzte er. Die Konfiguration der Anlage war gegenüber den Originalplänen, auf die er sich Zugriff verschafft hatte, massiv erweitert worden. Ein ganzer Netzwerkstrang war neu hinzugekommen. Eine weitere Abfrage lieferte Eric die Standortdaten der neuen Sensoren. Da er nur eine Textkonsole zur Verfügung hatte, musste er sein exzellentes räumliches Vorstellungsvermögen bemühen, um die Daten zu interpretieren, dann aber pfiff er leise durch die Zähne.

Offenbar gab es nicht nur jenseits der Tresortür am Ende des Korridors Schätze zu entdecken. Wie es schien, existierte noch ein weiterer, recht großzügig bemessener Kellerraum, der interessanterweise in keinem offiziellen Plan verzeichnet war. Nach Erics langjährigen Erfahrungen mit seiner Klientel war in solchen Verstecken lukrativere Beute zu finden als in den „offiziellen“ Tresoren oder Stahlkammern, zu denen sich neugierige Steuerfahnder oder sonstige Staatsdiener jederzeit Zutritt verschaffen konnten. Auch zogen es seine unfreiwilligen Benefaktoren vielfach vor, den Verlust von in solcherart Verstecken gelagerten Vermögenswerten lieber stillschweigend hinzunehmen, als Polizeibehörden damit zu belästigen.

Eines aber war merkwürdig: Warum waren Sensoren, darunter laut den gelisteten Geräte-IDs auch Kameras und Mikrophone, im Inneren des Geheimverstecks aufgestellt worden? Eric runzelte die Stirn. Er rekapitulierte das Wenige, was seine Recherchen im Vorfeld des Einbruchs über sein Opfer, Prof. Dr. Reinhard Hartmann, zu Tage gefördert hatten: Ein Mann mittleren Alters, Arzt und Kunsthändler, sagenhaft reich, seit langen Jahren etabliert und mit besten Verbindungen in höchste gesellschaftliche Kreise, dabei immer darauf bedacht, jegliche Publicity zu vermeiden. Heute morgen war er nach Osteuropa abgereist, was auch der Anlass für Erics unangemeldeten Besuch in seinem burgartigen Domizil war. Was würde so ein Mann vor den Behörden geheim halten wollen? Vor Erics geistigem Auge zogen Visionen geraubter Kunstschätze vorbei. Schwierig an den Mann zu bringen, doch für jemand mit den richtigen Connections potentiell sehr einträglich. Dennoch nichts, was die vorgefundene Überwachungstechnik rechtfertigen würde. Andererseits waren gerade Leute, die auf eher zweifelhafte Art zu Reichtum gekommen waren, für eine bestimmte Art von Paranoia anfällig...

Spekulationen brachten ihn jetzt nicht weiter. Er vergegenwärtigte sich erneut die Koordinaten der Meldepunkte, bis ihm klar war, wo er zu suchen hatte. Die rückwärtige Wand des gegenüberliegenden Weinkellers wurde von einem mannshohen, scheinbar durchgängigen Regal eingenommen, aber Eric wusste es mittlerweile besser. Etwa drei Schrittlängen von der linksseitigen Wand entfernt begann er, systematisch die Reihen verstaubter Rotweinflaschen zu untersuchen. Beim Burgunder wurde seine Mühe schließlich belohnt: Die Staubschicht auf einem 1995er Corton erschien ihm deutlich weniger ausgeprägt als jene der benachbarten Flaschen. Mit Hilfe seiner Taschenlampe entdeckte er in der Wand dahinter einen unscheinbaren, schmalen Schlitz.

Sein Jagdinstinkt war geweckt. Ohne Zögern zückte Eric wieder die präparierte Chipkarte und führte sie in den Schlitz ein. Ein leises Klicken ertönte und bewies ihm, dass er auf der richtigen Fährte war. Probehalber rüttelte er an dem Weinregal. Ein etwa ein Meter breiter Abschnitt ließ sich jetzt mühelos nach vorne ziehen und dann zur Seite schwenken. Im dahinter liegenden Mauerwerk zeichneten sich schwach die Umrisse eines schmalen Rechtecks ab. Eric drückte dagegen und die getarnte Tür schwang lautlos auf, wobei sie den Zugang zu einer kleinen, vom Weinkeller her nur schummrig beleuchteten, aber offenbar leeren Kammer freigab. Die eigentlichen Schätze mussten hinter der schweren Stahltür lagern, welche in die dem Eingang gegenüberliegende Wand eingelassen war.

Als Eric die Kammer betrat, flammte plötzlich das Licht auf. Er zuckte zusammen und trat unwillkürlich einen Schritt zurück, wobei seine Schulter mit dem Türrahmen kollidierte, dann hatte er sich wieder unter Kontrolle. Leise fluchend rieb er sich die schmerzende Schulter. Mit einem Mal war seine Hochstimmung verflogen und einer gewissen Beunruhigung gewichen. Normalerweise konnte ihn so schnell nichts aus der Fassung bringen, aber für seinen Geschmack hatte diese Nacht schon genug Überraschungen bereit gehalten. Und Eric hasste Überraschungen: In seinem Metier bedeuteten Überraschungen zumeist einen Mangel an Planung und damit selten etwas Gutes.

Er beschloss, vorsichtiger vorzugehen, und sah sich erst einmal gründlich um, bevor er den nächsten Schritt wagte. Die Stahltür, die den Zugang zum nächsten Raum versperrte, machte einen sehr soliden Eindruck; glücklicherweise war sie aber ebenfalls mit einem elektronischen Schloss gesichert, das seinem virtuellen Generalschlüssel vermutlich nichts entgegenzusetzen hatte. In Augenhöhe befand sich ein schmaler, mit einer Klappe gesicherter Sehschlitz, durch den Hartmann seine Schätze in Augenschein nehmen mochte, ohne dafür die Tür öffnen zu müssen. Selbige mussten allerdings warten, denn getreu seinem Vorsatz, nichts zu überstürzen, wandte sich Eric zunächst dem flachen Metallschrank zu, welcher die rechte Schmalseite des Vorraums einnahm.

Er zog die Schranktür auf und sah sich unvermittelt mit einem Waffenarsenal konfrontiert, das es zwanglos mit der Ausrüstung eines Sondereinsatzkommandos aufnehmen konnte. Neben Pistolen jeden Kalibers fanden sich martialisch wirkende, automatische Waffen, deren Besitz von keinem ihm bekannten Waffenschein gedeckt war, aber auch ein Taser, diverse Messer und sogar ein japanisch anmutendes, jedenfalls sehr scharfes Schwert lagen bereit.

Eric kam aus dem Staunen nicht heraus. Entweder war der gute Professor einer jener Waffennarren, die sich einbildeten, gut bewaffnet im eigenen Kellerbunker den dritten Weltkrieg überstehen zu können, oder er betätigte sich in seiner Freizeit als eine Art maskierter Rächer à la Batman. Beide Vorstellungen erschienen Eric gleichermaßen absurd. Als schießwütigen Gangsterboss konnte er sich Hartmann aber noch weniger vorstellen; in dessen gesellschaftlichen Sphären zog man es vor, das Recht nötigenfalls zu beugen anstatt es zu brechen, zweifellos aus Ehrfurcht vor der „majestätischen Gleichheit des Gesetzes, das Reichen wie Armen verbietet, unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.“ (Anatole France)

Nachdenklich schloss er den Schrank wieder. Es war Zeit, einen Blick in den Raum hinter der Stahltür zu werfen. Mit einem unbestimmten Gefühl des Unbehagens öffnete er die Verriegelung der Klappe und spähte durch den Schlitz. Im ersten Augenblick glaubte er, das Labor eines späten Nachfahren Dr. Frankensteins vor sich zu haben, aber im gleichen Maße, wie sich seine Augen an die schwache Beleuchtung gewöhnten und er weitere Ausstattungsdetails der im ganzen Raum verteilten Gerätschaften wahrnahm, kamen ihm Zweifel. Was er vor sich hatte, entsprach offenbar eher einer modernen, klinisch anmutenden Version einer Folterkammer.

Langsam ließ Eric seinen Blick durch den großen, weiß gefliesten Raum schweifen. Eine Art Behandlungsstuhl wie aus einer Zahnarztpraxis dominierte das Zentrum der Kammer. Stählerne Bügel zum Fixieren des „Patienten“ ließen vermuten, dass die Behandlung durchaus auch gegen dessen Widerstand erfolgen konnte. Gleich daneben befand sich eine Liege, ausgestattet mit ähnlichen Fesselvorrichtungen und außerdem Beinstützen wie bei einem gynäkologischen Stuhl; an der rechten Wand stand ein breiter Tisch, auf dem einige technische Geräte aufbaut waren, die tatsächlich aus einem Labor stammen mochten, davor ein Rollhocker. Am rückwärtigen Ende des Raums war im Halbdunkel ein solider Stahlkäfig zu erkennen, die linke Wand zierte ein ebensolches Metallgitter, von dem zahlreiche Ketten herab hingen, ebenso wie von der überraschend hohen Decke, an der ein elektrischer Flaschenzug montiert war.

Eric riss sich von dem Anblick der Foltergeräte los und dachte nach. Hartmann pflegte zweifellos ein exotisches Hobby. Der Aufwand den Hartmann betrieben hatte, um seinen „Hobbyraum“ zu tarnen, legte nahe, dass es sich um mehr als das Spielzimmer eines verkappten Sadomasochisten handelte. In was war er hier hineingeraten? Nutzte Hartmann seine Folterkammer, um im Auftrag der CIA „erweiterte Verhörmethoden“ an „ungesetzlichen Kombattanten“ zu praktizieren?

Ein leises Klirren ließ Eric herumfahren und lenkte seinen Blick zurück zum Käfig am anderen Ende des Raums. In seinem Inneren ließ das Spiel matter Reflexe eine Bewegung mehr erahnen denn erkennen.

„Verdammt!“ Eric fluchte gewohnheitsgemäß leise, aber ungewöhnlich leidenschaftlich. Wie es schien, hatte er sich in Hartmann erneut getäuscht; er hatte es offenbar weder mit einem modernen Viktor Frankenstein noch einem Geheimagenten, sondern vielmehr einem Josef Fritzl oder Marc Dutroux zu tun. Eric hatte bereits seine Chipkarte in das Lesegerät des Türschlosses gesteckt, ehe ihm bewusst wurde, was er da gerade tat. Er stand im Begriff, einen seiner ehernen Grundsätze zu verletzen: Keine Komplizen, keine Zeugen!

Andererseits war es bereits zu spät, er steckte schon mittendrin; er konnte nicht einfach die Tür der Geheimkammer wieder hinter sich schließen und zur Tagesordnung übergeben, sein Gewissen zwang ihn zum Eingreifen.

Das Klicken des Türschlosses setzte seinem Hadern ein Ende. Ohne weiteres Zögern drückte er die schwere Tür auf und trat durch die Öffnung. Wieder flammte das Licht auf, aber diesmal hatte Eric damit gerechnet und schritt unbeeindruckt weiter auf den Käfig am anderen Ende des Raums zu. Im hellen Schein der Deckenstrahler war die schlanke Gestalt in seinem Inneren jetzt gut zu erkennen. Den Proportionen nach handelte es sich offenbar um eine Frau, die von Hartmann in einen hautengen, schwarzen Latexanzug gezwängt worden war, der jede Kontur ihres Körpers nachzeichnete. Es war kein Millimeter Haut zu sehen; ihre Füße steckten in hochhackigen Stiefelletten, ihr Kopf war von einer Maske umschlossen. Sie kniete zusammengekrümmt in dem engen Metallgefängnis, dessen massive Streben ihr keinerlei Spielraum ließen, die unbequeme Haltung auch nur ein Jota zu ändern. Nichtsdestotrotz hatte ihr Peiniger es für nötig befunden, sie noch zusätzlich mit Ketten zu fixieren.

Eric erfasste die Details ihrer grausamen Fesselung nur nach und nach, während sich zugleich seine letzte Hoffnung, dass er es vielleicht doch mit einem zwar extremen, aber dennoch einvernehmlichen SM-Spielchen zu tun hatte, zerschlug. Er hatte hinreichend Erfahrung mit solchen Praktiken, um zu wissen, dass man eine hilflose Person in so einer Lage keinesfalls allein lassen durfte, es sei denn, man nahm das Risiko ihres Todes billigend in Kauf

Die zarten Handgelenke der Frau waren mit breiten, matt schimmernden Stahlmanschetten auf dem Rücken zusammengeschlossen und über eine kurze Kette mit ihrem massiven Halsreif verbunden, so dass ihre Arme hoch zwischen die Schulterblätter gezogen wurden. Damit nicht genug, die offenbar zur Faust geballten Hände steckten in engen Hohlkugeln aus dem gleichen Stahl, die es ihr selbst befreit von ihrer strengen Armfesselung nicht gestatten hätten, nach irgendetwas zu greifen, geschweige denn, das Schloss ihres Käfigs zu öffnen, falls sie gänzlich unerwartet in den Besitz des notwendigen Schlüssels gelangen sollte.

Weitere Metallschellen umfingen ihre schlanken Fesseln und waren mittels eines Bügelschlosses direkt mit einer stabilen Öse im Boden des Käfigs verbunden. Von einer zweiten Öse an seinem vorderen Ende führte eine straff gespannte Kette zu einem Ring an der Frontseite ihres Halsreifs und zwang ihr den Kopf auf die Knie. Überhaupt ihr Kopf!

Der war von einer eng anliegenden Maske umschlossen, die das ganze Gesicht der Frau inklusive ihrer Augen unter einer Schicht aus schwerem, schwarzen Gummi verschwinden ließ. Über Mund und Kinn spannte sich der Maulkorb eines strengen Kopfgeschirrs, dessen Riemen sich tief in ihre offenbar von einem überdimensionierten Knebel geblähten Backen eingruben und ihren Kopf unnachgiebig einschnürten. Einzig das pechschwarze Haar der Frau entkam dem Helm; als dicker Zopf war es durch eine Öffnung am Hinterkopf nach außen geführt. In den Zopf hatte Hartmann eine lange Kette eingeflochten und ebenfalls an die Öse für ihre Fußgelenke geschlossen, so dass sie ihren Kopf in den Nacken legen musste und keinen Millimeter zur Seite drehen konnte.

Unwillkürlich zwängte Eric seine Hand durch die Gitterstäbe und berührte die Eingeschlossene sanft an der Schulter. Diese zuckte heftig zusammen, als hätte sie einen elektrischen Schlag erhalten, und versuchte seiner Berührung zu entkommen, so gut es ihre Ketten erlaubten. Natürlich, blind wie sie war, musste sie ihn zwangsläufig für ihren Peiniger halten.

„Keine Angst, ich bin hier, um Dir zu helfen“, versuchte Eric, die Frau zu beruhigen, leider ohne Erfolg. Vielleicht konnte sie ihn unter ihrer Maske nicht hören? Oder sie war durch ihren unfreiwilligen Aufenthalt in Hartmanns Höllen-Spa völlig traumatisiert? Er zog seine Hand zurück und schaute sich nach einer Möglichkeit um, ihren Käfig zu öffnen und ihre Fesseln zu lösen. Passende Schlüssel waren nirgends zu entdecken; vermutlich hatte Hartmann sie bei sich. Seufzend zog Eric sein Werkzeug aus der Jackentasche. Zwar musste er zunehmend seltener auf seine Fertigkeiten als Schlossknacker zurückgreifen, dennoch hatte er es sich zum Prinzip gemacht, seine Technik durch beständiges Üben immer weiter zu verfeinern. Eine kurze Untersuchung der Schlösser bestätigte seine Einschätzung, dass diese - obwohl von höchster Qualität - seinem Können nicht lange standhalten würden.

Wenig später schwang die Tür an der Vorderseite des Käfigs zur Seite. Nach weiteren fünf Minuten hatte er die Vorhängeschlösser geöffnet, welche die Frau in ihrem Käfig fixierten. Als sie durch gutes Zureden allein nicht zum Verlassen desselben zu bewegen war, brachte er sie durch behutsamen, aber nachdrücklichen Zug an der Führungskette ihres Halsrings dazu, den fragwürdigen Schutz der Gitterstäbe ihres Gefängnisses aufzugeben. Wieder fragte er sich, was Hartmann ihr angetan haben musste, dass ihr der Verbleib im Käfig offenbar als das kleinere Übel erschien. Es dauerte eine knappe Minute, in denen sie sich mühevoll auf ihren Knien vorarbeitete, bis sie dem beengten Raum entkommen war; außerhalb ließ sie sich sofort auf die Seite kippen und streckte langsam die Beine aus, begleitet von einem selbst durch Knebel und Maske deutlich hörbaren Stöhnen.

Eric kniete sich neben sie und begann, die Schnallen des Kopfgeschirrs zu öffnen. Diesmal kooperierte die Frau und drehte den Kopf bereitwillig in die Positionen, die er ihr durch sanften Druck seiner Hände bedeutete; offenbar hatte sie gegen das Abnehmen des Latexhelms keinerlei Vorbehalte. Dafür leistete ihm ihr Knebel Widerstand: Er weigerte sich beharrlich, den angestammten Platz in ihrer Mundhöhle zu räumen. Nachdem alle Riemen gelöst waren, zog Eric zunächst vorsichtig, dann mit zunehmendem Krafteinsatz am Kopfgeschirr, ohne Fortschritte zu machen. Schließlich packte er das Mundschild des Knebels mit beiden Händen und zerrte daran, bis es ihm endlich gelang, die riesige Hartgummibirne mit kleinen Dreh- und Kippbewegungen aus ihrem Mund zu winden.

„Nnngahhh!“

Das unterdrückte Stöhnen, mit dem die Frau seine Bemühungen begleitet hatte, ging in ein erleichtertes Seufzen über. Unter dem Maulkorb kam ein Paar blutroter Lippen zum Vorschein, umrahmt vom schwarzen Gummi der Maske, die weiterhin den Rest ihres Gesichts verdeckte. Vorsichtig bewegte die Frau ihren von der langen, strengen Knebelung steifen Unterkiefer hin und her und fuhr sich mit der Zunge über die trockenen Lippen.

Eric setzte sich in der Zwischenzeit mit dem Verschluss des Helms am Hinterkopf auseinander. Über eine Doppelreihe Ösen wurde die Maske wie ein Korsett geschnürt, nur hatte Hartmann dazu statt einer gewöhnlichen Schnur einen stabilen Draht verwendet, dann dessen Enden untrennbar miteinander verdrillt und zusätzlich mit einer Quetschhülse gesichert. Glücklicherweise gehörte zu Erics Ausrüstung auch ein Seitenschneider, so dass auch dieses Hindernis nicht unüberwindlich blieb. Nur leider hatte er nicht bedacht, dass die Maske durch die strenge Schnürung unter offenbar erheblicher Spannung stand: Kaum hatte er den Draht durchtrennt, als dieser auch schon durch die Ösen der Maske schnellte und über seinen Handrücken peitschte.

„Ahh.. Verdammt!“, machte er seinem Ärger Luft. Eine Schramme zeigte sich an seinen Fingerknöcheln, wo das Ende des Drahts die Haut aufgerissen hatte. Immerhin klaffte jetzt ein breiter Spalt in der Nackenpartie der Haube, in den Eric seine Finger zwängen konnte, um die Maske vom Kopf der Frau zu streifen und ihr blasses, von den Abdrücken des Kopfgeschirrs gezeichnetes Gesicht freizulegen. Sie setzte sich auf, blinzelte ein paar Mal im hellen Licht, dann wandte sie sich in einer blitzschnellen Bewegung zu Eric um. Es brauchte ein paar Anläufe, bevor sie ihre Stimme soweit unter Kontrolle hatte, dass er ihr heiseres Flüstern verstand.

„Wer seid Ihr?“

Im durchdringenden Blick ihrer grünen Augen lag etwas Zwingendes und Eric ertappte sich dabei, wie er unwillkürlich wahrheitsgemäß antwortete:

„Eric Rennfeld.“

„Hat er Euch geschickt?“

Ihre besondere Betonung ließ bei Eric keinen Zweifel aufkommen, auf wen ihre Frage abzielte.

„Nein, Hartmann ist außer Landes, er weiß nicht, dass ich hier bin.“

„Ihr seid also kein Freund von ihm? Wie konntet Ihr dann wissen, dass ich hier gefangen gehalten werde?“

„Ich hatte keine Ahnung. Ich war auf der Suche nach seinen Kunstschätzen, als ich Dich fand.“

„Du bist ein Dieb“, stellte sie ohne Vorwurf, aber mit leichter Verwunderung fest.

„Ja“, gab Eric zu. „Aber hab' keine Angst, ich werde Dich befreien.“

Sie hielt einen Moment länger seinen Blick fest, dann seufzte sie tief und schloss die Augen. Ein Zittern durchlief ihren Körper, als sich ein Teil ihrer krampfhaften Anspannung löste. Eric erwachte wie aus einer Trance. Er nutzte die Gelegenheit, die Frau eingehender zu studieren.

Ihr Gesicht war von strenger, klassischer Schönheit; dank ihrer makellosen Alabasterhaut und den fein geschnittenen Gesichtszügen erinnerte sie ihn an das Idealbild einer Aristokratin vergangener Epochen. Erstaunt stellte er fest, dass die Spuren, welche das Kopfgeschirr auf ihrer Haut hinterlassen hatte, bereits verblasst waren.

Mit geschlossenen Augen sah sie sehr jung aus und Eric hätte sie - wäre sie ihm unter gewöhnlichen Umständen begegnet - auf höchstens 25 geschätzt. So aber stand er noch ganz unter dem Eindruck ihres uralten, beinahe hypnotischen Blicks. Er konnte kaum ermessen, was sie alles durchgemacht hatte, aber vermutlich war es dazu angetan, einen jeden vor der Zeit altern zu lassen. Ihrer faszinierenden Schönheit hatten die Tage, Wochen, oder vielleicht sogar Monate in Hartmanns Kerker dennoch nichts anhaben können.

Eric wurde sich erst bewusst, dass er seine Hand ausgestreckt und die Frau an der Wange berührt hatte, als sie die Augen aufriss und ihn misstrauisch musterte. Natürlich, in ihrer hilflosen Lage konnte sich ihre magnetische Anziehungskraft auf das andere Geschlecht im Handumdrehen in einen gefährlichen Nachteil verkehren. Verlegen deutete er mit einem Kopfnicken auf seine Armbanduhr.

„Wir verlieren Zeit. Lass mich Deine Fesseln lösen; dreh Dich bitte um.“

Durch seine betont unbedrohliche Art vorläufig beruhigt, wandte sie ihm stumm den Rücken zu. Eric widmete sich zuerst dem Schloss, dass die Schellen um ihre Handgelenke untereinander und mit der von ihrem Halsreif kommenden Kette verband. Noch während er arbeitete, begann er damit, seine brennende Neugier zu stillen.

„Wie heißt Du?“

„Lisbeth Bathory.“

„Wie lange bist Du schon hier?“

Es gab eine lange Pause. Eric wollte die Frage schon wiederholen, als sie sie mit belegter Stimme doch noch antwortete:

„Das kann ich nicht sagen. Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor.“

 Eric schwieg betreten. Verbissen richtete er seine Aufmerksamkeit auf das widerspenstige Vorhängeschloss, bis es endlich aufsprang.

„Geschafft, gleich bist Du frei.“, kommentierte er seinen Erfolg. Jetzt musste er nur noch den massiven Bügel des Schlosses aus den Ösen der Manschetten und dem Kettenglied drehen, dann konnte Lisbeth ihre Arme endlich sinken lassen. Sie tat es mit schmerzverzerrtem Gesicht, begleitet von unterdrücktem Stöhnen. Nachdem ihre Handgelenke wer weiß wie viele Stunden in unnatürlicher Lage hoch zwischen ihren Schulterblättern fixiert gewesen waren, musste jede Bewegung eine Tortur sein; es war sogar denkbar, dass sie dauerhafte Nervenschäden davongetragen hatte.

Eric fasste einen der kraftlos an ihrer Seite herabhängenden Arme und untersuchte die Stahlkugel, die ihre Faust umschloss. Er drehte ihr Handgelenk hin und her; nur mit Mühe konnte er eine feine Naht entdecken, die um die Kugel herum verlief. Ihre Stimme riss ihn aus seiner Konzentration.

„Du blutest.“ Lisbeth betrachtete seine verletzte Hand und leckte sich nervös über die Lippen. Tatsächlich hatte die Wunde an seinen Knöcheln leicht zu bluten begonnen.

„Nicht schlimm, bloß eine Schramme“, wiegelte er ab. „Sag' mir lieber, wie ich diese Kugeln aufkriege.“

„Man kann sie nicht öffnen. Die Sperrhaken zu all meinen Fesseln liegen unerreichbar im Innern des Metalls. Einmal angelegt, ist man in diesen Fesseln für immer gefangen. Du müsstest sie schon zerstören, um mich zu befreien.“

Eric starrte sie entsetzt an. Fast noch mehr als die Ungeheuerlichkeit dessen, was Hartmann ihr angetan hatte, erschreckte ihn der nüchterne Tonfall, mit dem sie ihre Situation diskutierte. Andererseits hatte Lisbeth sich vermutlich schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken anfreunden müssen, auf Dauer ihrer Hände beraubt zu sein. Und da Hartmann offensichtlich nicht beabsichtigt hatte, sie lebendig wieder laufen zu lassen, handelte es sich vielleicht tatsächlich nicht einmal um das Vordringlichste ihrer Probleme. Immerhin schien sie sich jetzt im Angesicht ihrer Rettung erfreulich schnell von den physischen und psychischen Traumata ihrer Gefangenschaft zu erholen.

„Mach Dir keine Sorgen. Wir werden eine Lösung finden, wenn Du erst hier raus bist“, versicherte Eric ihr und drückte ihre Schulter. „Es tut mir unendlich Leid, was Dir angetan wurde. Warum machen Menschen so etwas?“

„Warum sie jemanden in einen Käfig sperren?“

Die unerwartete Gegenfrage brachte Eric aus dem Konzept. Eigentlich hatte er mit seiner Plattitüde nur Empathie zeigen wollen. Hilflos zuckte er mit den Schultern.

„Das alles hier habe ich gemeint. Hartmann ist ein gemeingefährlicher, kranker Perverser. Aber er wird für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen und seine gerechte Strafe bekommen, dafür werde ich sorgen.“

„Du täuschst Dich, er ist nicht krank! Bestimmt gefährlich, zweifellos pervers, aber gewiss nicht krank. Im Gegenteil, er hat sogar versucht, mich zu heilen!“ Lisbeth machte eine abfällige Geste in Richtung der Laborausrüstung. „Und für seine Bestrafung sorge ich schon selbst.“

Ihr Gesichtsausdruck jagte einen kalten Schauer über Erics Rücken. Er konnte ihren Worten zwar nicht ganz folgen, aber seine Befürchtung, dass Lisbeth während ihrer langen Gefangenschaft ein Stockholm-Syndrom entwickelt haben könnte, war wie weggewischt. Im Gegenteil, er wollte nicht in Hartmanns Haut stecken, wenn Lisbeth ihre Drohung wahr machen sollte. Bevor Eric etwas erwidern konnte, fuhr sie fort:

„Aber um auf Deine Frage zurückzukommen, wie so oft wird die einfachste Erklärung gerne übersehen: Man sperrt jemanden ein, um die Betreffende zu bestrafen oder die Gesellschaft vor ihr zu schützen. Häufig trifft beides zu.“

Ihre katzenhaften Augen funkelten ironisch, dann lächelte sie maliziös und entblößte zwei Fangzähne. Eric stockte der Atem. Ansatzlos versetzte sie ihm mit ihrem Ellbogen einen harten Kinnhaken, so dass er benommen nach hinten kippte und mit dem Hinterkopf hart auf den Boden aufschlug. Mit einem Satz sprang sie auf ihn und fixierte seine schwach um sich schlagenden Arme mit ihren Unterschenkeln. Ihr linker Unterarm zwang seinen Kopf zur Seite und presste ihn mit unwiderstehlicher Gewalt auf die kalten Fliesen. Aus den Augenwinkeln verfolgte er, wie Lisbeth sich zu ihm herab beugte, dann spürte er ihre Lippen an seinem Hals. Mit aufreizender Langsamkeit fuhr ihre Zunge seinen Hals entlang zum Ohr. Ihre Stimme war nicht mehr als ein laszives Flüstern.

„Danke für Deine Hilfe, Eric Rennfeld. Ich weiß nicht, ob es in Deinem Leben eine Frau gibt, die auf Deine Rückkehr wartet, aber jetzt wäre es an der Zeit, Dein 'Ch'ella mi creda' anzustimmen...“

Im nächsten Moment durchzuckte ihn ein gewaltiger Schmerz, als sie ihre Zähne tief in seinen Hals schlug. Als Letztes fühlte er noch, wie sie gierig sein Blut trank, dann schwanden ihm endgültig die Sinne.

Epilog

Nach einer Ewigkeit ohne echtes Menschenblut kostete es sie schier unendliche Überwindung, aber schließlich ließ Lisbeth von Eric ab. Sie leckte sich die Lippen und genoss die lange entbehrte, berauschende Energie, die endlich wieder ihren Körper und Geist durchströmte.

Lisbeth erhob sich in einer elegant fließenden Bewegung. Mit einem Stirnrunzeln musterte sie die Stahlkugeln, die ihre Hände gefangen hielten. Sie nahm seitlich neben der nächstgelegenen Wand Aufstellung, spreizte die Beine, senkte den Kopf und verharrte so einige Sekunden mit geschlossenen Augen in tiefer Konzentration, bevor sie in einem unvermittelten Ausbruch kontrollierter Gewalt ihren rechten Arm gegen die Mauer schwingen ließ. Begleitet von einem infernalischen Krachen traf das Metallgefängnis ihrer Faust auf den Stahlbeton der Wand. Wieder und wieder schlug sie ihre Hand mit übermenschlicher Wucht und Präzision gegen die Betonwand ihres Kerkers.

Die Stahlkugel erwies sich dieser Behandlung auf Dauer nicht gewachsen; zuerst bekam sie Dellen, dann verformte sie sich, schließlich sprang sie entlang der Naht ihrer beiden Hälften auf, bevor der Schließmechanismus endgültig nachgab und Lisbeths zerschundene Faust frei gab. Sie konnte ein Stöhnen nicht unterdrücken, als sie zum ersten Mal seit Jahren wieder ihre Finger ausstreckte. Es dauerte ein paar Minuten, bis sie die Hand wie gewohnt bewegen konnte; nach dieser Zeitspanne waren auch ihre oberflächlichen Wunden wieder verheilt.

Wenig später hatte Lisbeth auch ihre linke Hand befreit. Für ihren Halsreifen und die breiten Stahlbänder um Hand- und Fußgelenke, die ihre Gliedmaßen ohne jedes Spiel eng umschlossen, musste sie eine andere Lösung finden. Allerdings konnte das noch warten; tatsächlich spielte sie mit dem Gedanken, ihre Sklavenfesseln als Memento weiterhin zu tragen, solange sie nicht mit Hartmann in gleicher Münze abgerechnet hatte. Bis dahin waren noch einige Vorbereitungen zu treffen. Hartmann war ein Gegner, den man keinesfalls unterschätzen durfte. Diesen Fehler hatte sie in Bezug auf seinen Vater begangen, um ihn danach viele Jahrzehnte lang zu bereuen. Damals wusste sie allerdings auch noch nicht, dass sie es mit einem Enkel van Helsings zu tun hatte.

Lisbeth beugte sich wieder zu Eric herunter. Befriedigt stellte sie fest, dass er noch atmete. Dank seiner Kenntnisse und Fähigkeiten konnte er bei ihren Racheplänen eine wichtige Rolle spielen. Sie selbst hatte die letzten Jahrzehnte als Gefangene in einem Kellerverlies verbracht, sie brauchte jemanden, der ihr dabei half, sich in der Außenwelt zurecht zu finden. Der spezielle Rapport zwischen einem neu geschaffenen Vampir und seinem Schöpfer würde Eric keine andere Wahl lassen, als ihr zu Diensten zu sein.

Mit ihren rasiermesserscharfen Fingernägeln ritzte sie sich am Handgelenk oberhalb der Metallmanschette und ließ den einsetzenden Blutstrom in Erics halb geöffneten Mund rinnen. Anschließend setze sie sich im Schneidersitz neben ihn, um die Vollendung seiner Verwandlung abzuwarten. Wenn die langen Jahre in Hartmanns Gewalt sie eines gelehrt hatten, dann war es Geduld. Sie würde sich für ihre Rache viel Zeit nehmen; Reinhard Hartmann würde weder das Wann noch das Wo ihres nächsten Zusammentreffens wissen - nur dass es unausweichlich war.

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Erotik/BDSM

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Rechtschreibung/Form

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Kommentar(e)

Ich habe selten eine so detailierte und beängstignde Geschichte gelesen. Du kommst völlig ohne die übliche Stilmittel die sonst im BDSM Bereich üblich sind aus und schaffst es trotzdem die düstere Seite plastisch zu beschreiben.
Eine der besten Geschichten seit langem
Alexa

Antwort auf von Alexa.61

Hallo Alexa,
herzlichen Dank für die wohlwollende Kritik. Ich habe aber ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass jemand die Geschichte als beängstigend empfindet.
In seinen neuesten Inkarnationen ist der Vampir doch in der Mitte der Gesellschaft angekommen; ein Zeitgenosse wie Du und ich, nur eben von hellem Hauttyp und mit besonderen diätetischen Bedürfnissen. Und da ihn/sie oft ein düster-melancholisches (und irgendwie romantisches) Geheimnis zu umwehen scheint, von offenbar unwiderstehlicher Anziehungskraft auf das jeweils andere Geschlecht. Insofern ist Eric doch eher zu beneiden... ;-)
Cheers
Absolutist

dieses Hin- und Her der eigenen Gefühle beim Lesen. Als geübter Leser wird oft einiges vorkonstruiert und vorausgedacht und jedes mal führtst du uns in die Irre. Die erotische Zustandsbeschreibung reicht zur genüge.

Obwohl es in dieser Geschichte raffinierte Fesseln gibt, ist ist das keine BDSM-Geschichte sondern gehört eindeutig ins Genre Horror. 
Nicht, dass ich missverstanden werde, das soll ein Kompliment sein. Guter Aufbau und spannend erzählt von Anfgang bis Ende.

 
 
Ein paar stilistische Patzer oder zB unnötige Anglizismen sind mir aufgefallen und einige Passagen könnte man noch überarbeiten.
ZB finde ich sind  die Stelle(n),  mit denen du andeuten willst, dass sie alt ist und/oder schon lange in Gefangenschaft (falls ich es so richtig verstehe), im Vergleich zum Rest noch verbersserungswürdig. Oder dass sie sich über die Lippen leckt, weil er blutet, ist zB ein zu eindeutiger Hinweis Funktioniert zwar wahscheinlich hier auf dieser Plattform trotzdem noch, weil die meisten Leser in ihren vorauseilenden Überlegungen hauptsächlich den Bezug zu BDSM suchen.

Antwort auf von Borderl1ne

Deine Hinweise haben mir geholfen, die eine oder andere Unzulänglichkeit auszubügeln. Vielen Dank dafür! Auf alle verbleibenden Stilblüten habe ich folglich das alleinige Urheberrecht ;-)
Cheers
Absolutist

Vampire sind ja nicht so meines, aber die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Hm und das der Sex fehlte, empfinde ich nicht als Makel. Ich freu mich schon drauf mehr von dir zulesen.
Nächtliche Grüße
die Kuscheldomse

Hi!
also ich geize eher mit Lob (bin halt total verwöhnt), aber diese Story ist ein Hammer! Prosa, Beschreibung der Bondage-Szenen, Atmosphäre, Spannungsaufbau ... Hier stimmt einfach alles!
Ich hoffe, in Zukunft noch mehr von einem Topautoren wie dich hier lesen zu dürfen.
Schönen Sonntag dir!
 
MICHI
(http://www.titanic500-home.com/ ) 

Ich habe die Geschichte vor Jahren schon mal gelesen, als ich noch nicht angemeldet war. Daher verzeih mir bitte, dass ich damals meine Wertschätzung noch nicht ausdrücken konnte. Auch wenn sich die Plattform in den Geschichten sonst mehr BDSM und Sex hat, passt Deine Geschichte hierher. Sie liest sich flüssig und regt das Kopfkino an. Genau so wünsche ich mir das!

viele Grüße, Black Cat

Antwort auf von Black cat

Besser spät als nie ;-) Auch Kommentare zu meinen alten Geschichten sind mir jederzeit willkommen! Die haben ja kein Verfallsdatum ...

Cheers, Absolutist