Die 3 Schlüsselhalterinnen und die Vanilla 19

"Klappentext"

Wir sind immer noch bei Kellers, was ist mit Gloria, ist sie gesund oder kann sie an dem Schulfest nicht teilnehmen? Wie geht es Tomas, sicher hat er nicht so gut geschlafen.

 

Wir sind immer noch bei Kellers, was ist mit Gloria, ist sie gesund oder kann sie an dem Schulfest nicht teilnehmen? Wie geht es Tomas, sicher hat er nicht so gut geschlafen.

Ein ganz normaler Tag?

Wie lange ich geschlafen habe, weiß ich nicht zu bestimmen, als ich vorher im Halbschlaf an meine Herrin dachte, war es noch schön, der Käfig war fast gefüllt, hat angenehm gedrückt, aber jetzt drückt alles, die Mola, hat mich voll erwischt, dank den Spitzen an dem Ring, der ein rausziehen verhindern soll!

Die Dinger bohren sich jetzt zusätzlich in meinen leider viel zu Großen! Oder war es der Traum, an den ich mich jetzt erinnere, nein! Nicht daran denken, das Ding wird noch härter; ich mag ja den Schmerz, aber ich darf doch nicht! Endlich lässt es nach, er wird schlaffer. Die Sorge um Gloria hilft mir dabei.

Wenn ich schon wach bin, kann ich aufstehen. Heute ist ja das Schulfest, vorher muss ich noch die Hausarbeit erledigen.

Heute sind mit der Grundreinigung die Gästezimmer dran, seit ich nicht mehr arbeite, hält mich Gloria ganz nett auf Trab, natürlich gehört es dazu. Sklave sein bedeutet eben auch, alle Arbeit im Haus zu übernehmen. Manchmal bekomme ich sogar Hilfe, Gloria hat da einen ihrer Spiel-Sklaven, der richtig geil dabei wird, wenn er wienern kann.

Nicht falsch verstehen, er hilft mir nicht, aber er darf einige der Zimmer saubermachen, das fällt dann bei meinen Plichten weg. Unser Haus ist groß, geradezu riesig.

Nach dem Säubern habe ich noch etwas Zeit, denn Gloria schläft noch immer.
Ich werde in die Küche gehen, da ist ja der ganze Arbeitstisch noch und Kühlschrank voll mit meinem Backwerk, und in 2 Stunden sollen wir bei der Schule sein.

Ich weiß, dass Gloria Cupcake Boxen bestellt hat. Das Paket habe ich gestern in der Kittelschürze entgegengenommen. Der Paketbote hat mich angeschaut, als ob ich von einem anderen Stern bin, dabei finde ich im Nachhinein die Kittelschürze ganz praktisch. Na ja, Arm-, und Fußfesseln waren natürlich genauso wie das Halsband zu sehen. Dazu das Blumenmuster, ich hätte vermutlich auch so geschaut.

Ist auch egal, ich öffne das Paket und falte die Kartons mit ihren Deckeln zusammen. Dann kommen immer 12 der Köstlichkeiten in einen Karton. Ich mixe sie Querbeet natürlich ohne die alkoholischen Schwarzwälder.
Die verpacke ich auch, stelle sie aber in den Kühlschrank, die sind für unseren Besuch heute Abend. Wenn es überhaupt einen geben wird.

Noch immer meldet sich Gloria nicht? Die Zeit reicht noch, um die Wäsche von gestern zu waschen. Also fülle ich die Maschine, die Schürze hatte ich zwar eingeweicht, wegen der roten Flecken am Hinterteil, aber einen Waschzettel suche ich vergebens. Ist Kunstfaser stelle ich fest, extra deswegen eine Maschine, nein! Das Zeugs nimmt auch nichts an, die Flecken hätte ich auch trocknen lassen und abbürsten können. Also wandern Handtücher und Bademantel in die Maschine, während ich die Schürze mit den Händen bei etwa 15° mit Wasser und etwas Gallseife wasche.

So bin ich weit schneller fertig als die Maschine mit ihrer Heißwäsche.

Noch etwa eine Stunde bis wir fahren müssen! Ich muss nach Gloria schauen!

Wenn ich sie schlafen lasse ist nicht gut, wenn ich sie nicht schlafen lasse genau so, das sind Entscheidungen, die ich liebe!

Ich klopfe an IHRE Türe. Keine Antwort? Noch einmal klopfen, jetzt lauter. Nichts?!

Ich öffne die Türe, schau zum Bett. Schläft sie? Ich trete näher, sie ist ganz verschwitzt!

»Gloria, aufwachen!«, flüstere ich mehr als ich rufe, wiederhole es immer lauter werdend.

SIE blinzelnd!

»Ja, was ist?«, IHRE Stimme ist dunkler, kratziger als sonst.

»In 50 Minuten sollten wir in der Schule sein? Aber ich denke, wir bleiben hier, dir geht es nicht gut!«

Sie setzt sich auf!

»Warum hast du mich nicht früher geweckt? Schon gut! Ich wollte ja ausschlafen!«

»Ich bleibe, du gehst!«

»Aber ich…«

»Doch, du gehst, das ist ein Befehl! Zeig mir vorher noch einmal deinen Hintern!«

Schnell öffne ich die Windel und drehe meinen Po in ihre Richtung

»Handschuhe und Tinktur!«

Mein Hintern wird eingecremt. Weit weniger schmerzhaft als gestern.

»Gut, der KG bleibt dran, aber den Katheter machst du raus! So viel nimmt die Windel auch nicht auf!
Wenn sich das nach hinten verteilt, heilt es nicht! Im Gegenteil «

Ich bekomme wieder den Inbus in die Hand gedrückt, wenig später ist meine Harnröhre von dem Katheter befreit.

»Du wirst dich wieder windeln! Dein Abflussrohr säubern, dann macht du mir noch einen Tee wie gestern. Beeile dich! Auf die Zeitung verzichte ich, aber ich möchte deine Schreibarbeit sehen!«

Bevor ich gehen kann, fasst sie meine Bällchen an, drückt sie zusammen und dreht gleichzeitig, während ihre Nägel sich in die immer mehr schmerzenden Anhängsel bohren!

SIE lächelt, während SIE sagt: »Das ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was passiert, wenn ich nicht zufrieden sein sollte!«

»Danke Herrin!«, kreische ich mehr als ich spreche und bin sicher IHR geht’s schon wieder viel besser.

»Nicht Herrin, Schatz, du weißt doch, manchmal überkommt es mich einfach! Wenn die sich auch so schön anbieten!«

Wenig später habe ich alles erledigt und serviere ihr den Tee.

Da klingelt es an der Tür!

Gloria hat eines von den neuen Smarthome-Dingern und spricht in ihr Handy: »Moment, mein Mann kommt gleich!«

»Ja«, antwortet eine mir unbekannte Stimme.

»Los zieh einen deiner Anzüge an, das ist das Taxi, das dich zum Schulfest bringt! Mit deinem Hintern fährst du mir nicht selbst! Auf, ab mit dir!«

»Danke Gloria!«, sage ich sorgenvoll, denn sie ist immer noch krank, aber jetzt zu diskutieren hat sowieso keinerlei Sinn. Ich werde einfach ganz früh gehen!

Als ich schon halb aus dem Zimmer bin, ruft sie nach: »Wehe du kommst zu früh zurück, und nimm die Alkoholdinger mit, für unsere Freunde«

Ah, also doch kein Besuch heute?

Wenig später sitze ich im Taxi, die Cupcakes-Schachteln füllen den halben Kofferraum.

Ich mache mir immer noch Sorgen um Gloria, obwohl es ihr sichtlich besser geht. Mein Verstand sagt, es muss so sein, mein Herz ist da nicht so sicher. Aber Gloria hat recht, ich muss zu meiner Enkeltochter, vermutlich wird Mercedes ja wieder keine Zeit haben.

Ja, ich war früher auch so wie Mercedes, Erfolg und Geld war alles, doch das ist ein Irrtum, irgendwann wird meine Tochter das auch lernen, es gehört so viel mehr zu einem glücklichen Leben.

Als das Taxi abbiegt, werde ich intensiv an Glorias Wirken erinnert. Trotz weicher Sitze und Papierwindel schmerzt mein Hintern ob der riesigen Schlaglöcher. Nur noch 2 Kreuzungen und wir sind bei den Schulen.

Zusammen mit dem Taxifahrer trage ich die Packungen zu den Müttern, die sich schon bei der Kuchentheke eingefunden haben.

Danach verabschiedet sich der Taxifahrer, der sicher die Anweisung bekommen hat, mich als VIP zu behandeln, sein Chef kauft bei uns seine ganze Flotte.

Bei uns? Seit über einem halben Jahr war ich nicht mehr in der Firma, natürlich schaue ich regelmäßig in die Auswertungen, auch wenn ich nicht mehr Geschäftsführer bin, sind Gloria und ich immer noch im Besitz von 78 % der Geschäftsanteile.

Ich bedanke mich bei ihm und schaue mich um, wer schon alles da ist. Wie üblich werden die Männer am Grill eingesetzt, wenigstens sind wir klassenweise aufgeteilt, Achim, Wolfgang und ein Hansmartin, den ich nicht kenne.

Ich habe aber noch über eine Stunde Zeit. Ah, da kommt Mercedes, die sich erregt mit Karola unterhält, sogar Rafael, mein Schwiegersohn, ist mit dabei.  In ihrem Schlepptau befinden sich Regine und die Twins, jede von ihnen trägt eine Kuchenplatte.

Ich muss lächeln, ich trage ja auch noch die Schachtel mit den Cupcakes, Regine stürmt auf mich zu, und ruft: »Opa, schön, dass du da bist, wo ist Oma? Ihr müsst unbedingt von meinem Kuchen probieren! Da steht mein Name drauf!«

»Oma ist leider krank, sie muss zu Hause bleiben! Ich soll dich von ihr grüßen, wenn sie wieder gesund ist, können wir gemeinsam in den Märchenwald fahren. Mit Oma Karola und den Twins, hat sie gesagt!«

»Aber Opa, Karola nenne ich doch nicht mehr Oma, sie ist einfach Karola, wie bei Lena und Luna!«

Ah, so – da hat sich wohl Einiges geändert bei unserer Familie.

Bevor ich mich weiter um Regine kümmern kann, läuft sie zu ihrer Lehrerin,wo auch schon die Twins mit ihrem Kuchen stehen.

Als wir uns begrüßen, sagt Mercedes: »Du Papa, ich habe ein Attentat auf dich vor!«

»Was denn?«

»Wir, also Rafael und ich, haben eine Einladung nach Palo Alto bekommen, wir haben ja schon darüber geredet, den Tesla bei uns zu verkaufen, ich habe mit Elon verhandelt, und es sieht gut aus, dass wir die Vertretung in unserem Gebiet exklusiv bekommen.«

Natürlich hat sie recht:  Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, auf den Zug aufzuspringen, dann würde die „Grüne-Elite“ bei uns kaufen, im Moment gibt es eine immense Nachfrage bezüglich Luxus-Elektroautos, während die zu teuren Modelle der Mittel- und Kompaktklasse die reinsten Ladenhüter sind. Aber das ist doch längst geklärt, was will sie?

»Und?«

»Wir sind 2 Wochen weg! Könntest du solange mich vertreten?«

Ah, daher! »Wann solls den los gehen?«

»Am Mittwoch!«

»Ich muss erst einmal Gloria fragen – und die ist krank!«

»Ich weiß, welches Verhältnis du zu Gloria hast, ich mochte sie ja lange nicht wegen Mutter, jetzt ist Mama aber doch endlich wieder glücklich und ich kann Gloria akzeptieren. Mutter hat mir gesagt, sie ist deine Herrin, wie immer das funktioniert, damit will ich nichts zu tun haben! Überhaupt will ich von euerem Sexleben nichts wissen, mir reicht es, wenn du und Mutter zufrieden seid. Also frag nach, wenn du unbedingt meinst, du musst das!«, sagt Mercedes in einem Ton zu mir, der sich nicht für eine Tochter gehört, während Rafael seinen Mund nicht aufbringt und nur stumm die Rede seiner Frau unterstützt.

»Ach Töchterchen, was ich mache, ist meine Sache, es freut mich, dass du auf Gloria zu kommen willst, gut, frag doch Gloria direkt, warte ich rufe sie sofort an.«

Ich drücke die Kurzwahltaste, wenig später meldet sich Gloria. Nach dem ich mich kurz nach ihrem Befinden erkundigt habe, sage ich ihr, dass Mercedes eine Bitte an uns hat und gebe das Handy weiter an meine Tochter.

»Ja Glo… – ja, wir sind eingeladen nach Palo Alto – was? – 2 Wochen – das kannst du nicht verlangen! – aber? Du glaubst doch nicht? – Niemals Rafael – Ich? – Also gut, abgemacht!

Papa für dich!«, beendet sie das Gespräch und gibt mir mein Telefon zurück.

»Ja Gloria?«

»Ich habe zugestimmt, wundere dich nicht, es war mit ein paar Bedingungen verknüpft, nach dem Geschäftstermin werden Rafael und Mercedes uns zu Hause besuchen, keine Angst, du wirst nicht mein Sklave sein, das ist vor deiner Tochter nicht gut, noch nicht. Jetzt will ich aber meine Ruhe haben!«

»Danke und gute Besserung, Herrin!«, verabschiede ich mich.

»Ich weiß nicht, was ihr ausgemacht habt, aber Gloria ist jedenfalls einverstanden. Bleibt ihr hier, bis Regine und ihre Klassenkameraden auftreten?«

»Eigentlich nicht, wir haben nachher noch einen Termin, du und Mutter, das muss eben genügen, morgen fahren wir dafür gemeinsam mit Regine, Mutter, Herrn Koch und seinen Twins ins Sea Life!«

Ich weiß nicht, ob ich auch so war, die Kleine freut sich doch, vorzuführen, wie sie zaubern kann! Sie treten in der Pause der Hauptaufführung „Fips Fidibus“, auf.

Fips Fidibus? Ich mich frage warum sie nicht Harry Potter genommen haben.

»Herr Keller, sie sind mit Grillen dran! Man wartet schon auf sie!« sagt Frau Wilde, die Klassenlehrerin.


Während Tomas wieder einmal Würstchen und Steaks brät, von der Abschlussklasse die ersten Zeilen ihrer Aufführung von den übersteuerten Lautsprechern verzerrt in jede Ecke gestrahlt werden: „Buche, Linde, Eiche – dunkler Zauber weiche!“,  sich die Cupcakes als absoluter Renner bei den Kindern erweisen und die 3. Klasse die Zauberkunststücke ein letztes Mal übt, verlassen wir den Schauplatz.
In Köln ist gerade ein Bus angekommen, er biegt in der Von-Hünefeld-Straße auf einen Parkplatz ab.
Ein Menschenstrom drängt sich zu dem Zuschauereingang unter einer Einhorn-Figur. MMC Studios Köln…

Ihr wisst schon, wen wir unter den Zuschauern finden, richtig, Anabelle:

DER PREIS IST HEISS

Unglaublich, ich habe es geschafft, das erste Mal in einer echten Quizshow! Es herrscht eine lustige Atmosphäre, ich bekomme meinen Platz zugewiesen. Wir müssen warten. Neben mir sitzt ein Mann, er hat sich als Pieter Brand vorgestellt.

Es gibt hier so eine Art Animateur, die klatschen vor und wir sollen es nachmachen! Manche schreien auch „höher“ andere „tiefer“, so habe ich mir das nicht vorgestellt. Noch ist nirgends der Moderator Wolfram Kons zu sehen. Wir warten schon über eine halbe Stunde. Pieter sagt, er ist schon das 3. Mal hier, einmal kam sogar sein Sitznachbar dran. Das war aber eine Pfeife, die hätte nichts gewonnen.

Jetzt betreten die Moderatoren und die Assistentinnen den Saal. Wolfram und Thorsten begrüßen uns, instruieren uns, ruhig zu sein, wollen einen besseren Anfangsapplaus, das Ganze wird noch einmal fürs TV wiederholt.

Die Kandidaten werden ausgesucht, verdammt, ich bin nicht dabei. Es wurde uns eingetrichtert dabei möglichst lustig zu sein, manche übertreiben, ist mir beim Fernsehen nicht so aufgefallen. Dann kommt Wolfram, er begrüßt uns jetzt offiziell fürs TV. Ah, so geht das! 

Hoffentlich bin ich wenigstens mal richtig groß im TV zu sehen. Der erste Gegenstand ist ein Teekessel, ich weiß genau, der kostet 57,00 Euro und die Kandidaten, unglaublich, wie blöd die sind 23 –  44 – 30 und 60 Euro.

Ich habe recht genau 57 Euro, warum nur war ich nicht als Kandidatin dran? Die Ziege mit 44 Euro gewinnt. Sie kann einen Flatscreen und einen Grill gewinnen. Bei dem Spiel Switch tauscht sie richtig und gewinnt. Warum nicht ich?

Langsam beruhige ich mich wieder. »Sie sind dabei!«, ruft Wolfram und kommt auf mich zu. »Pieter Brand!«

Mein Nachbar steht auf und rennt freudestrahlend zum Moderator. Sie sind: »Landvermesser« überbrückt er den Weg zu dem Ratepult. »Da habe ich doch das Richtige für Sie, einen kleinen, aber feinen Picknickkoffer. Die hervorragende Verarbeitung und umfangreiche Bestückung lassen keine Wünsche für romantische Stunden offen! Wie ist Ihr Preis, Pieter, Sie wissen: nicht überbieten.«

Ich weiß genau, so ein Ding kostet 74 Euro und was schreit dieser Pieter: »83 Euro!« Ha! Die anderen versuchen ihr Glück mit Beträgen zwischen 38 und 142 Euro.

»Und der tatsächliche Preis ist – 85 Euro!« ?? dabei war ich mir so sicher!

»Pieter, der gehört Ihnen! Aber was halten Sie von einer Kreuzfahrt auf der MS Star, 2 Wochen Karibik mit Taschengeld für 2 Personen? Wen würden Sie denn mitnehmen?«

»Meine Sitznachbarin Anabelle Koch!« Meint der wirklich mich???!!!! Unmöglich!
»Warum denn das?«

Warum er mich mitnehmen will erfahre ich nicht mehr, denn der Moderator sagt: »Dazu spielen wir, Sie sind doch Landvermesser, dann spielen wir doch das passende Spiel für Sie! Kraxelhuber!

»Dabei brauchen Sie nur 3 Preise zu wissen. Das ist das erste Produkt, ein Hundeflohhalsband, und ich gebe Ihnen auch schon einen Preis vor: Zwischen 2 und 14 Euro.«

Eigentlich bekomme ich gar nichts mehr mit, sehe nur die Figur, die einen Berg hinaufläuft. Warum bloß hat Herr Brand mich als Begleitung gewählt? Er muss gewinnen!

Noch ist die letzte Frage nicht gespielt, der Moderator: »Ein Pferdle Flambierbrenner –  damit beim Karamellisieren von Crème brûlée und anderen Süßspeisen nur der Zucker und nicht das Dessert darunter schmilzt! Ein Küchenwerkzeug mit einer Flammentemperatur von bis zu 1.300 Grad Celsius!
Ein Preis von 22 bis 96 Euro.«

Noch sind 10 Schritte übrig, bevor das Ding abstürzt.  Ich brülle: »39 – NEUNUNDDREISSIG!!« Was nimmt der Idiot 55 Euro und prompt stürzt die Figur ab! Kein Gewinn und keine Kreuzfahrt. Ich bin sauer!

Pieter kann mir gestohlen bleiben, ist auch nur ein Versager! Warum werde ich nicht genommen?!

Nach der Veranstaltung bringt uns der Bus zu unserem Hotel in Berlin, da ich die Große Quizzreise gebucht habe! In Berlin werde ich live bei „Jede Antwort zählt!“ im Studio Berlin-Adlershof dabei sein und am Montag in Hamburg beim „Quizduell“! Ich freue mich schon auf Herrn Pilawa. Das Nightlife-Programm habe ich jeweils nicht gebucht, wer braucht so was schon!

Langweilig so eine Busfahrt, wir fahren über die Autobahn, bei Bielefeld bin ich so müde, dass ich die weitere Fahrt nicht mitbekomme. Als ich wach wird sind wir schon am Hotel. Ich richte mich in meinem Zimmer ein, wenigstens ist ein TV da, leider ist es noch zu früh in der Mühle laufen nur blöde Nachrichten und Serien.

Also setze ich mich in die Hotel-Bar. Bis meine anderen Quizsendungen im TV kommen, ist noch Zeit. Obwohl - etwas enttäuscht bin ich ja schon, ich hätte nicht gedacht, dass die Kandidaten alle schon vorher feststehen und dass man auf Kommando klatschen soll und fröhlich sein muss! Da gab es so eine Art Anheizer, die haben dann auch falsche Zahlen zugerufen, aber auch richtige! Alles ein klein wenig Betrug.

Ein grauhaariger, alter Mann spricht mich an: »Darf ich Ihnen einen Drink spendieren?«
Wenn’s mich nichts kostet, warum nicht!
»Gerne! Wie komme ich zu der Ehre?«
Er scheint nicht arm zu sein, er trägt eine teure Uhr, Gloria hat auch so eine, nur für Damen. Ja genau, da steht auch Rolex, genau wie bei der von Gloria.

»Was möchten Sie denn gerne trinken, Gnädigste?«

Ich erinnere mich an eine Sendung, da wurde nach Cocktails gefragt, wie war das Cosmofolikon oder es gab auch einen Main Tau (bestimmt aus Frankfurt) oder so, jetzt fällt es mir ein, eine Bloody Mary, die gab es sicher – das klingt chic und teuer, das nehm ich!

»Eine Bloody Mary, hätte ich gerne«

Wenig später bekomme ich ein Glas.

Als ich daran nippe, wird mir fast schlecht. Ihhh Tomatensaft und Alkohol und dann steckt noch so ein blättriger Gemüsestängel drin, den ich gar nicht kenne?

»Köstlich, nur das Grünzeugs mag ich nicht!«, lüge ich und fahre mir mit der Zunge über die Lippen.

»Ich hätte ihn auch ohne Selleriestange bestellen können.«

Wir unterhalten uns noch einige Zeit, wobei ich jetzt weiß, warum so was Longdrink heißt, es ist ungenießbar und dauert dafür um so länger, bis man es leer hat, fast ewig! Er hat sich einen „Zombie“ bestellt, der sieht wenigstens noch schlechter aus!
Während der Unterhaltung stelle ich fest, dass er geschäftlich hier in Berlin ist und heute Abend von einem seiner Lieferanten auf einen Berlinbummel für Insider eingeladen ist. Wenn ich möchte, kann ich ihn begleiten, so was Hübsches wie ICH macht sich immer gut zwischen den vielen Männern, macht er mir ein Kompliment.

Hübsch ist gut, der Name seines Getränkes passt zu seinem Alter, ist mir aber gerade egal. Nur wenn ich die Sendungen verpasse, das wäre total doof.

Noch ist ja Zeit bis heute Abend!

Ach was, ich bin einfach mal neugierig, was Berlin und vor allem „DER“ so zu bieten hat!


Das Zauberduell

Gleich ist es soweit, Tomas geht zum Tisch von Achim und Karola, an dem auch Geli und Wolfgang sowie Wolfgangs Eltern sitzen. Selbst Mercedes und Rafael sind noch hier geblieben. Rafael hat sogar beim Grillen mitgeholfen, er ist so unselbstständig und unsicher, vermutlich hat er einfach Respekt vor seinem Schwiegervater. Aber lassen wir doch Karola erzählen.

Nicht zu fassen, wie sich alles verändert hat. Ich weiß noch, wie ich letztes Jahr hier war, klar musste ich doch Regine zuliebe, die ja damals schon fast immer Dauergast bei mir, also ihrer Oma, war. Damals habe ich mich wirklich als „Großmutter“ gefühlt, doch heute, heute fühle ich mich gut 10 Jahre, ach was 20 Jahre jünger, meine Kinder Mercedes, Regina, Lena & Luna und vor allem Achim, mein so lieber großer Kindskopf“, halten mich auf Trab und machen so viel Freude.

Natürlich bin ich streng genommen wirklich die Oma von Regine, doch selbst sie sagt oft, ich bin viel zu jung für eine Oma und nennt mich nur noch Karola wie alle anderen es tun.

Der eigentliche Grund für meine Veränderung ist eindeutig Achim, der wunderbarste Mann, den ich kenne. Natürlich bin ich streng zu ihm, wenn wir alleine sind. Er braucht und will das so! Ich auch, das war schon bei Tomas so, doch der wollte viel mehr, als ich jemals leisten konnte.

Manchmal fällt es mir schwer, hart zu bleiben, er ist ja verschlossen und genießt das sehr, ICH brauche aber auch Liebe und Sex. So lange war mir Sex einfach nur egal, aber das Bedürfnis danach kam mit Achim, und ich mag sein „Imchen“ ab und zu so gern in mir spüren! Dazwischen kann ich aber auch heftig zu ihm sein, ein klein wenig bedauere ich das schon, denn ich bin damit auch hart zu mir selbst!

Bald ist seine Scheidung, dann wird er mir endlich ganz gehören! Werden WIR UNS gehören.
»Gibst du mir noch einen der leckeren Kuchen rüber?«

»Ich glaube nicht, dass du noch einen essen solltest, erstens machen die dick und zweitens ist da Alkohol drin!«

Andererseits sind die furchtbar lecker, ich muss unbedingt fragen, wo Gloria die gekauft hat! Wo ist sie eigentlich, die lässt sich doch sonst nie entgehen, wenn Regine auftritt.

In knapp 5 Minuten sind die Kinder dran. Frau Wilde sammelt sie: »Mitkommen, gleich ist es soweit! Ihr habt eueren Auftritt!« Hüpfend, freudestrahlend springen die Mädchen und Jungen aus Regines Klasse zu ihrer Lehrerin.

Klar kommt jetzt Gloria, Mercedes hat zwar vorher behauptet, dass sie krank sei, so sieht sie aber nicht aus. Gut, ihr lederner Mantel mit dem schwarzen Lammfellkragen ist etwas warm für die Zeit, anderseits sind ihre Stiefel wieder einmal waffenscheinpflichtig, denn der Mantel ist unten so hochgeschlitzt, dass man unschwer erkennen kann, dass es Overknees sind, zwischen Stiefelrand und dem ebenfalls schwarzen, ledernen Kleid erkenne ich schwarze Seidenstrümpfe, vermute aber, dass es doch eher eine ihrer Seidenstrumpfhosen ist.

Noch bevor sie bei uns ist, läuft Tomas auf sie zu und umarmt sie? Wenig später kommen beide an den Tisch und Gloria begrüßt uns, will aber sofort an die Bühne gehen, da der krächzende Lautsprecher ankündigt, dass jetzt die Zauberer und Zauberinnen der Klassen 3a und b ihren Auftritt haben.

Die Eltern der Abschlussklassen stürmen uns entgegen, während wir Gloria und Tomas folgen. Vor der Bühne sind einige Bänke aufgebaut, die natürlich schon längst besetzt sind. Als Gloria in die Nähe der Bank kommt springen doch glatt ganz freiwillig 3 Männer auf und bieten ihr sich leicht verbeugend ihren Platz an.

»Danke, ich nehme alle, würden Sie wohl etwas beiseite rücken, dass die Plätze zusammen sind! Karola, Angela kommt Ihr, die Gentleman waren so nett und haben für uns das Feld geräumt!«

Bei den dazugehörigen Damen ist ein kleines Murren entstanden, aber als Gloria einmal in die Richtung blickt, verstummt es sofort.

Für Wolfgang, Achim und Tomas wird aber kein einziger Platz frei gemacht, so dass sie Glück haben, nur 3 Reihen hinter ihren Damen zu stehen.

Endlich ist es soweit, der Lautsprecher plärrt:

»Als erstes präsentiert das Magische-Duo den unglaublichen Zauber „Die Magische Zahl“«

Unter Applaus betreten die Twins die Bühne

 

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