Das Reich der Megara - 29

 

Auf „Ledas Paradies“ begann die Erde zu beben. Die Meuterer spürten die Erschütterungen auf ihrem Felsen besonders stark. „Was ist das?“, fragte ein Soldat. Regin meinte: „Das muss ein Erdbeben sein.“
Honos sah besorgt auf die Ränder ihres Felsberges. Überhängendes Gestein brach einfach ab und fiel in die Tiefe. „Schnell alle runter vom Berg!“
Er lief los, ohne sich noch um die anderen zu kümmern. Tartaros folgte ihm. Auch der Soldat blieb ihm auf den Fersen.
Die anderen sammelten erst noch Utensilien ein und verloren wertvolle Zeit. Das Beben wurde immer stärker. Bald konnte man sich kaum noch auf den Beinen halten. Große Risse entstanden auf dem Boden. Und bei diesem Gewackel mussten die Männer noch einen engen steilen Pfad an der Rückseite des Felsens hinabklettern und das letzte Stück über ein Seil hinabrutschen.
Plötzlich verlor einer der Männer das Gleichgewicht und stürzte kopfüber in die Tiefe. Fast wäre ihm der Diener gefolgt, doch er konnte sich gerade noch festhalten. Allerdings brach das Stück Fels ab und ließ den jungen Mann taumeln, da packte Tartaros seinen „Schützling“ und zog ihn wieder hoch. Anschließend schlug er ihm kräftig auf den Hintern. „Los, weiter!“

Leda, Thrym und Hagbard versuchten die Bewohner des Lagers zu beruhigen. Alle versammelten sich am Strand und legten oder hockten sich hin. „Das Beben wird bald vorüber sein“, rief Thrym beruhigend in die Menge.
Trotzdem hatten einige der Soldaten Angst und flüsterten etwas von Fluch der Erdgeister, andere machten den Zorn der Alten Götter verantwortlich.
Dann vernahmen sie ein tiefes Krachen aus der Ferne.
Es hörte sich gewaltig an. Als stürze die gesamte Insel ein und würde in den Tiefen des Westozeans versinken.
Der gesamte Felsberg war eingestürzt. Riesige Staubwirbel bohrten sich empor.
Hatte er die Meuterer begraben? Vermutlich, überlegte Leda, denn unter den tonnenschweren Steinbrocken würde niemand überleben.

Doch der Schrecken war noch nicht zu Ende. Die entfesselten Naturgewalten hatten ihr schreckliches Vernichtungswerk gerade erst begonnen. Von einem Hügel am anderen Ende des Eilandes stieg starker Rauch auf.
„Was ist denn das?“, wollte Hagbard wissen und zeigte aufgeregt in die Richtung. Niemand konnte sich den Rauch erklären. Von den Meuterern stammte er bestimmt nicht. Und andere Menschen waren auf dieser abgelegenen Insel sicherlich auch nicht.
Hatte sich von alleine ein Waldbrand entzündet? Leda befürchtete etwas anderes. „Ich habe mal in den alten Schriften im königlichen Palast von einem Feuer spuckenden Berg gelesen. Er wirft Felsen in die Luft und lässt Erde und Steine glühen. Es ist ein Werk des Bösen.“

Thrym und Hagbard schauten ihre Königin zweifelnd an. Auch der Medikus glaubte nicht an die alte Sage. Aber genau in diesem Augenblick hörten sie ein markerschütterndes tiefes Grollen, dass noch viel lauter und mächtiger war, als der einstürzende Felsberg.
Der Himmel verdunkelte sich. Bald war die Sonne nicht mehr zu sehen. Die Männer und Frauen umklammerten sich ängstlich. Und dann schoss aus dem fernen Hügel tatsächlich Gestein und jagte in den dunklen Himmel.

Panik brach los, als Felsen und Steine in der Nähe des Strandes niedergingen wie tödliche Geschosse. In Sekundenschnelle war ihre Siedlung dem Erdboden gleichgemacht. Einzelne gefährliche Stücke Fels landeten am Strand und in den Wellen des flachen Wassers und bohrten sich in den Sand oder ließen das Wasser viele Meter hoch aufspritzen.
Voller Panik liefen alle auseinander. Einige suchten im Wald Schutz, andere eilten den Strand entlang. Dieses Hölleninferno dauerte mehrere Minuten an, die sich für die Anwesenden wie eine Ewigkeit anfühlten.

Als der Hügel nicht mehr spuckte, versuchte Leda wieder einen klaren Verstand zu bekommen und befahl einigen Männern, alle wieder zusammenzurufen.
Dem zerstörerischen Gesteinregen waren fünf Soldaten, die Köchin und drei weitere Männer zum Opfer gefallen.
Plötzlich brüllte ein Gardist: „Majestät! Seht da oben!“
Alle Augen blickten in die angebende Richtung. Leda seufzte. Die Götter meinten es nicht allzu gut mit ihnen: Der Berg begann mit seiner tödlichen Glut. Orangehell leuchteten Bäche von geschmolzenem Gestein, die sich über das Eiland fraßen und alles in ihrer Nähe verbrannten.

Für die Bewohner der Insel gab es kein Entkommen. Die brennenden Flüsse krochen in alle Richtungen und würden bald die gesamte Insel bedecken und alles darauf vernichten.
Leda beschloss: „Lasst und so schnell wie möglich ein oder mehrere Flöße bauen und Wasser und das Allerwichtigste zusammenraffen. Wir müssen Ledas Paradies verlassen. Sonst sind wir des Todes. Beeilung! Wir nur wenige Stunden Zeit!“

Megaras Majordoma überbrachte ihrer Herrscherin und Göttin die Botschaft aus dem Osten, dass Fama erfolgreich die Vogelfreien eingefangen hatte. Sie sollten für ihre Illoyalität Sühne tun.
Megara genoss die Zeilen, die auf dem kleinen eng beschriebenen Pergament zu lesen waren und nahm sich vor am heutigen Abend eine besondere Feier zu veranstalten. „Megaria ist nun frei von Abschaum und Ungläubigen! Ich bin die Göttin über diesen gesamten Kontinent! Und ich werde ewig herrschen!“

Megara träumte von einer Zukunft, in der Männer gezüchtet würden: entweder zum dienen oder zur Lust der Damen des Reiches. Die Arbeitssklaven würden in einem bestimmten Alter ihrer Männlichkeit entsagen müssen, die anderen einen Keuschheitsgürtel tragen.
Schon jetzt wuchsen überall im Reich gigantische Tempel und Statuen als Ebenbild der Neuen Göttin in den Himmel.
Doch das war Megara noch nicht genug. Sie suhlte in Goldmünzen und Geschmeide, badete in den kostbarsten Flüssigkeiten, lud zu dekadenten Festen ein und eröffnete jede Woche ein großes Spielespektakel in der vergrößerten Arena, in der viele hundert Hofdamen sich am Leid der Sklaven ergötzten.

Das Umfeld der Megara hatte das Gefühl, als verliere die Herrscherin langsam den Verstand. Aber niemand wagte ein Wort. Überall herrschte große Angst vor der Tyrannin, denn eine falsche Randbemerkung konnte den Kopf kosten.
Die Steuerabgaben, die auf jeder Dame lasteten, gaben diese an ihre Sklaven weiter, die schufteten bis zum Umfallen. Für Mannsbilder waren die Zeiten mehr als schlecht.

Oft waren ausgemergelte Sklaven in den Straßen zu sehen, die schweres Gepäck für ihre Besitzerin trugen. Während die Leibeigenen oft nur einen Lendenschurz oder gar nichts trugen (je nach Geschmack der Eigentümerin), waren die Ladys in sündhaft teure Gewänder gekleidet.
Alle paar Meter ließen sich viele der Damen von Sklaven ihre edlen Lederstiefel lecken, um den Glanz zu erhalten.

Megara saß auf ihrem kolossalen Thron und war umgeben von Gold und Edelsteinen. Sie wartete, dass die Palastwache ihren Abas brachte.
Und da kam er auch schon: Er trug noch die Hölzer, die das Gemächt bis zu den Hinterseiten der Oberschenkel zwangen und eine Röhre für den Liebesstab. Auf allen Vieren kam Abas gekrabbelt. Er bellte wie ein Hund. In respektvollem Abstand setzte er sich vor seiner Herrin hin und hechelte mit seiner Zunge wie ein Kläffer.

Megara klingelte mit einem kleinen goldenen Glöckchen. Sofort kam die Majordoma herbei. „Sagt dem Schwarzmagier meinen Dank. Und gebt ihm seinen Lohn“, befahl die Tyrannin.
Die Majordoma verneigte sich tief und verließ die prunkvolle Halle.

Megara beobachtete Abas. Sie grinste zufrieden. „Weißt du, wer du bist?“
Abas sah sie aufmerksam an und winselte leise. Er konnte nicht mehr sprechen. Der Hexenbann beherrschte ihn vollkommen.
Die Soldaten zimmerten grob ein großes Floß zusammen. In letzter Minuten schoben sie mit vereinten Kräften das Wassergefährt in die Brandung, während hinter ihnen breite dampfende Lavaströme herankrochen und alles unter sich vernichteten.
Die Gardisten und Zivilisten bauten ein weiteres Floß. Und auch eine dritte „Rettungsinsel“ zogen die Gestrandeten ins Wasser.

Bald schon schwammen die Geretteten auf ihren drei Flößen im Ozean und schaukelten über die Wellen. „Ledas Paradies“ ähnelten in keiner Weise mehr der fruchtbaren grünen Insel, die sie kennen gelernt hatten. Der spuckende Berg hatte seine Glutströme in alle Richtungen über die Vegetation geschickt und nichts am Leben gelassen. Das Eiland war eine glühende tote Landmasse.

Trotzdem hatten Leda und ihre Berater die Hoffnung nicht aufgegeben. Sie mussten erneut den Westkontinent ansteuern. Eine andere Wahl hatten sie nicht. Wenn sie das Wasser rationierten und ein wenig Glück mit dem Wetter hatten, war das machbar.
„Was wohl aus den Meuterern geworden ist?“, fragte Hagbard, der als „Kapitän“ eines Floßes agierte.
Ein Gardist antwortete: „Sie sind wohl der unheimlichen Glut zum Opfer gefallen. Furchtbar!“

Auf der anderen Seite der Insel konnten sich die Meuterer in ein gebasteltes Floß retten. Allerdings fehlte ihnen Süßwasser. „Wir müssen um die Insel navigieren und hoffen, dass wir auf Leda treffen. Sonst werden wir unweigerlich verdursten!“, sagte Honos.
Seine Kameraden protestierten. Sich ergeben und in Keuschheitsgürtel stecken lassen? Niemals!
Aber wollten sie verdursten? Sie steckten in einem Dilemma.

Stadthalterin Fama ließ sich gerade von zwei Sklaven die Füße massieren und besprach sich währenddessen mit ihrer Adjutantin. „Wir werden mehr Sklaven für die Sauberkeit der Prachtalleen einsetzen. Dieser Staub! Er ruiniert die teuren Stiefel der Damen!
„Sehr wohl, Ehrwürdige Stadthalterin“, antwortete ihre Adjutantin und kritzelte mit ihrem Gänsekiel auf einem Pergament. „Ich sollte Euch noch an die Feierlichkeiten erinnern.“
Fama hob die Augenbrauen. „Ja! Richtig. Fast wäre es mir entfallen. Also: Wir benötigen zwei Dutzend Sklaven für den Circus. Gebt ihnen eine Grundausbildung mit der Waffe. Das reicht. Der Sieger soll die Freiheit erhalten. Das dürfte genug Motivation sein. Und besorgt mir unterhaltsame Gaukler, die ihr Handwerk verstehen. Es soll ein großer Spaß werden. Feuerschlucker, Jongleure, Artisten, Musikanten, ein buntes Treiben. Und ich will ein fulminantes Feuerwerk. Und ein Wagenrennen. Ja, mit Sklaven in den Riemen.“
Die Adjutantin schrieb eifrig mit. Ihre feuchte Zungenspitze wischte über ihre Lippen.

„Moment“, sagte Fama und runzelte die Stirn. „Was ist da draußen denn für ein Krach?“
Sie stand von ihrem Sessel auf und schritt zum Fenster, öffnete die Butzenscheiben und beugte sich über den Rand des massiven Mauerwerks.
Im Garten des Regierungspalastes kreischten und lachten helle Stimmen. Fama wandte sich um und zeigte auf eine Wächterin, die still neben der Tür stand. „Sorgt für Ruhe da unten!“
Die Uniformierte verbeugte sich und salutierte zackig. Dann eilte sie hinaus.

Einige Minuten später kehrte Ruhe ein. Fama konnte sich wieder auf die Feierlichkeiten konzentrieren und fügte der Liste des Spektakels noch eine öffentliche Auspeitschung sowie Sklavenmarkierungen und eine Verlosung von Leibeigenen hinzu.
Als die Wächterin zurückkam, fragte Fama: „Und? Was war da los?“
Die Uniformierte berichtete. „Einige Hoffräuleins haben sich mit einem Sklaven unterhalten. Sie… haben ihn nackt an eine Mauer gebunden und mit allerlei Zeug beworfen. Dreck und faule Früchte und…“
Fama unterbrach: „So genau wollte ich es gar nicht wissen.“

Vor dem Raum war ein Gezeter zu hören. „Was ist jetzt schon wieder los?“, rief Fama verstimmt.
Eine Dame, die ihr langes Haar kunstvoll, zu einem Turm hochgebunden hatte, erschien und entschuldigte sich vielmals für die Störung, aber es ginge um Aurora und Vesta, die Töchter der Stadthalterin.
Fama ahnte, dass ihre Früchtchen wieder etwas angestellt hatten. Die Gouvernante war außer sich, als sie von dem Streich der Edelfräuleins berichtete. Aurora und Vesta hatten darum gewettet, wer zuerst einen Haselnussstock übe dem Hintern eines Sklaven zerbrechen könne. Ihr Versuchskaninchen hatten sie geknebelt, damit die Schreie nicht aus dem Raum dringen sollten, doch die Gouvernante war zufällig hereingekommen.
Sofort hatte sie diese Spielerei unterbunden und harte Konsequenzen angedroht.

Fama seufzte. „Mit so etwas kann ich mich nun wirklich nicht aufhalten! Ich muss eine Stadt und den gesamten Osten von Megaria regieren. Regelt das selbst. Und seit nicht zu zimperlich!“
Die Gouvernante machte einen höflichen Knicks und zog sich zurück.
Sie wusste schon ganz genau, wie sie den beiden jungen Damen Manieren beibringen würde…

Sie befahl Vesta und Aurora in das Strafzimmer. Die beiden jungen Damen mussten sich in ihren prachtvollen Kleidern setzen und einer Strafpredigt der Gouvernante zuhören.
Dann brachten zwei Palastwachen die beiden Prügelsklaven der Fräuleins herein und banden sie fest. „Das soll euch eine Lehre sein!“, sagte die Erzieherin mit erhobenem Zeigefinger, die die beiden Damen auch in Benimmregeln, Lesen und Schreiben, Mathematik und Geografie unterrichtete.
Aber heute sollten die zwei Gören erleben, was ihre Prügelsklaven wegen ihres Fehlverhaltens erleiden mussten!

Sie ließ es sich nicht nehmen, selbst die Rute zu schwingen und den beiden Sklaven gehörig einzuheizen.
Doch als sie sich nach zahlreichen Hieben umdrehte, sah sie statt Entsetzen in den Gesichtern der Fräuleins eher Erheiterung und sogar Genuss.
Empört warf sie die Rute fort und schimpfte: „Ihr bleibt noch eine Stunde in diesem Raum und seht euch an, was ihr angerichtet habt!“
Damit schritt sie zügig aus dem Strafzimmer und ließ die Prügelsklaven mit Vesta und Aurora allein.

Die geknebelten Leibeigenen brummten und grunzten in ihre Knebel, und sie blickten der Gouvernante angstvoll und panisch hinterher. Die Dame, die ihnen bereits den Rücken zugekehrt hatte, bemerkte davon nichts. Die Tür schloss sich und ein Riegel wurde knarrend vorgelegt.
Die zwei Ladys sprangen auf und kicherten. Vesta nahm die Rute und streichelte dem einen Prügelsklaven den lädierten Hintern. Aurora griff nach dem Schlaginstrument und zerrte daran. „Gib her!“ Aber Vesta wollte sie nicht hergeben.
Die beiden zankten lautstark um die Rute und drehten sich im Kreis. Die Sklaven zerrten und rissen an ihren Fesseln, aber der Strafbock, über den sie gespannt waren, hatte kein Erbarmen.

Bereits nach zwei Stunden auf See konnte Ledas kleine Flotte mit dem improvisierten Segel Kurs nach Westen nehmen. Eine Gardistin meldete bald darauf: „Floß in Sicht! Auf Nordost!“
Leda starrte auf den Horizont und konnte ein kleines Gefährt erkennen.
„Die Meuterer“, entfuhr es ihr grimmig.
Zum Glück hatte sie Waffen an Bord. Außerdem würden die Handvoll Verräter keine Chance gegen etwa die zehnfache Menge an Gegnern haben.

Doch das feindliche Floß kam näher und näher. Die Meuterer winkten mit den Armen und hatten so eine Art „Weiße Fahne“ gehisst.
Leda traute ihn keinen Deut über den Weg. Als sie nur auf Rufweite entfernt waren, rief ein Gardist in Ledas Auftrag hinüber: „Kommt nicht näher! Was wollt ihr?“
Honos rief laut: „Wir wollen uns ergeben. Wir stellen keine Ansprüche.“
Leda war misstrauisch. Schade, dass sie die Keuschheitsgürtel auf der Insel gelassen hatte.
Nur der Stallknecht trug sein Exemplar noch.

Leda ließ einige Personen auf jedem Floß bewaffnen. Die Meuterer mussten auf ihrem Floß bleiben und einen neuen Schwur auf Leda abgeben. Als Gegenleistung erhielten sie rationierte Portionen Wasser und Nahrung. Als kleine Buße bekamen sie nur dreiviertel der normalen Menge.
Zusätzlich brachte der Zimmermann mit drei Soldaten bei den Meuterern ein Segel an. So konnten die vier Flöße weiter gen Westen treiben.
Der Wind war sehr günstig.

Tage waren vergangen. Die Nahrung war aufgebraucht. Das Wasser wurde knapp. Doch ein Knecht und ein Gardist entpuppten sich als geschickte Fischer mit dem Speer und versorgten alle Flöße mit Fisch.
„Land in Sicht!“, rief ein Soldat. Alle tummelten sich auf der entsprechenden Seite der Flöße, so dass sie fast kenterten.
Leda hoffte, dass dieses Mal weder Drachentiere noch feindlich gesinnte Völker angriffen.

Und sie hatten Glück: Der Landstrich war weit und breit verlassen. Allerdings konnten die Flöße an den felsigen Riffen nicht anlanden, so dass die letzten hundert Meter schwimmend überbrückt werden mussten.
„Jetzt gibt es definitiv kein Zurück“, stellte Leda fest.

Am wichtigsten war nun, eine Süßwasserquelle zu finden. Dafür schickte Leda einen kleinen Trupp Freiwilliger los ins Landesinnere.
Nach nur wenigen Stunden kamen sie mit froher Botschaft zurück: Ein kleiner Bach floss in der Nähe und mündete offenbar weiter nördlich ins Meer.

Immer darauf bedacht, die Meuterer im Auge zu behalten, hatten die Gardistinnen die Waffen stets in der Hand.
Leda befahl, ein vorläufiges Lager am Strand aufzubauen.
Sie selbst zog sich mit Gladius im Wald zurück. Als sie fröhlich zurückkam, wurde sie von einigen ihrer Untertanen kritisch beäugt.

In der Nacht erwachte sie plötzlich von einem abgebrochenen Schrei. Sie stürzte aus ihrem Unterschlupf und wurde sofort von einem Knüppel niedergeschlagen.

Als sie erneut erwachte, schmerzte ihr Kopf höllisch. Sie hielt sich mit einer Hand die Stelle, auf der eine Beule gewachsen war, und stand auf. Sie sah sich im Lager um: Das Feuer war gelöscht, einige der aufgebauten Zelte waren zerstört.
Sie sah sich weiter um und bemerkte, dass mehrere Personen am Boden lagen. Der Medikus kam aus dem Wald gewankt und hielt sich die Seite. „Majestät! Die Meuterer haben die bewaffneten Wachen überfallen und sind geflüchtet. Ich fürchte, es sind noch mehr als bisher.“
Leda war fassungslos. Eine Gardistin kam zu ihr. Sie taumelte. „Jemand hat mir einen Knüppel auf den Kopf gehauen.“

Als Leda alle loyalen Personen um sich versammelt hatte, waren ihr nur die Berater Thrym und Hagbard, der Medikus, zwei Gardistinnen und Gladius geblieben. Dann sah sie auch den Stallknecht.
Leda schüttelte den Kopf, als wolle sie es nicht glauben. „Alle Soldaten sind desertiert? Und auch der Zimmermann? Und auch beide Knechte und beide Diener? Das ist ja…“
Sie sah sich weiter um: „Wo sind die Mägde?“
Eine der Gardistinnen sagte: „Auch mit unter den Verrätern. Vielleicht unter Zwang, aber ich glaube, dass es die Liebchen von drei Soldaten waren.“
„Und meine beiden Zofen?“, fragte Leda mit großen Augen.
Die Gardistin lächelte humorlos. Für die galt das gleiche.

Aber am schlimmsten traf Leda, dass auch alle acht Gardisten und eine Gardistin übergelaufen waren.
Eine der beiden loyalen Gardistinnen druckste herum und meinte schließlich: „Unsere Kameradin hatte sich in einen Gardisten verliebt. Daher ist sie mitgegangen. Es tut mir aufrichtig leid, Majestät.“
Leda sank zusammen. Ihr wurde schwindelig. Mit ihr waren sie acht Personen.
Hatten sie eine Überlebenschance auf diesem Westkontinent? Jetzt hatten sie nicht nur dieses angriffslustige Volk und irgendwelche Monstertiere gegen sich; auch die Meutererrotte schwirrte in der Umgebung herum.

„Wir müssen sofort hier weg“, beschloss Leda, die gegen eine Ohnmacht ankämpfte.
Und so war der kleine Trupp bald unterwegs.
Sie wanderten am Strand entlang nach Süden.
Sie hatten kein Ziel, sie wussten nicht, wo das Schicksal sie hinführte.

Leda und Thrym übernahmen die vorderste Front. Ihnen folgten die anderen in loser Reihenfolge. Ganz am Schluss trottete der Stallknecht hinterher und murmelte: „Alle sind frei – nur ich trage einen Keuschheitsgürtel. Ob Leda den Schlüssel überhaupt mitgenommen hat?“
Er hatte ihr versprochen, Buße zu tun, und das würde er auch halten. Aber die Frage, ob der Schlüssel auf der Insel verblieben war, brannte ihn ihm wie Feuer.

Daher nutzte er eine kleine Rast, um Leda danach zu fragen.
Die Königin griff in das Wams und holte einen Schlüssel hervor, den sie an einem Lederbändchen um den Hals trug.
Der Stallknecht atmete tief durch. Ihm fiel ein riesiger Stein vom Herzen.
Während er frohen Mutes hinter den anderen herlief, grübelte Leda vor sich hin. War es überhaupt der Schlüssel vom Stallknecht, den sie sich in der Eile um den Hals gebunden hatte? Ach, egal. Sie beschäftigten andere Dinge:
Sie würde ihre Heimat niemals wieder sehen…
Derweil entwickelte sich Megaria bis in den letzten Winkel zu einer reinen Frauengesellschaft. Megara ließ sich als einzige Göttin verehren und lockerte mit der Zeit ein wenig die Steuerlast der Damen, um ihnen eine luxuriöseres Leben zu ermöglichen. Die Sklaven mussten in den meisten Fällen gleich hart weiterschuften.

Vor ihrem prunkvollen Palast waren bis zu 100 Sklaven aufgereiht, um mit einer Fackel auf ihrem Kopfgestell die Nacht sowie die edlen Mauern der Göttin zu erhellen.
Auf diese Idee hatte Senatorin Kerbera sie gebracht. Die Leibeigenen mussten von Sonnenuntergang bis –aufgang dort verharren.
Während der Nachtstunden kontrollierten einige Soldatinnen die Mauern. Stand ein Sklave nicht still oder stramm genug, so wurde er gepeitscht und musste am nächsten Tag von früh bis spät Steine schleppen und in der Folgenacht erneut seine Fackel tragen.
Versagte er wieder, brachten ihn die Soldatinnen in den göttlichen Befragungsraum im Kerker der Festung. Ungehorsam galt als Gotteslästerung. Und auf die stand eine ganze Liste von Strafen…

Den Strafkatalog hatten die Senatorinnen Kerbera und Alekto gemeinsam mit Megara ausgearbeitet – bei einer gemütlichen Tasse Tee.
Als die Regentin eine Korbflasche mit Likör orderte und den Tee damit vermischte, wurden die Strafen der drei Damen mehr und mehr ausgefallen.
Am nächsten Tag hatten sie sich köstlich über ihre schriftliche Errungenschaft amüsiert, den Inhalt aber nicht mehr ändern lassen.

Einige Soldatinnen verkürzten ihre langweilige Wache damit, einen Fackelsklaven aus dem Stillstand zu bringen, indem sie ihn zum Beispiel mit kleinen Dornen bewarfen. Die Konsequenzen für den Leibeigenen waren ihnen egal. Mitleid für einen Sklaven? Wer eine Ameise zertrat, der hatte ja auch kein schlechtes Gewissen…

Die Tyrannin hatte zunächst die Pläne für eine Nachfolgerin zu den Akten gelegt. Sie war eine Göttin! Und eine Göttin ist unsterblich! Sie herrscht ewiglich!
Zufrieden nippte sie an ihrem Kelch. Oder? Sollte sie… Ihr kam eine Idee.

Die Sklavenbesitzerin Ceres hatte eine neue Aufgabe gefunden: Sie handelte in großem Rahmen mit Leibeigenen aus dem Ostkontinent. Sie verkaufte sowohl erzogene Sklaven in gesamt Megaria, als auch „Rohmaterial“ an Sklavenhändlerinnen und Erzieherinnen wie Flagella.
In kurzer Zeit hatte sie ihr Vermögen verzehnfacht und lebte glücklich und zufrieden und prasste mit ihrem Reichtum.

Für ihren alten Liebessklaven Aphron hatte sie kaum noch Zeit. Außerdem liebte Ceres die Abwechslung und vergnügte sich ständig mit anderen Männern.
Der ausgebildete Liebesdiener fristete derweil sein Dasein in einem Keuschheitsgürtel und konnte froh sein, wenn Ceres ihm einen kurzen Aufschluss pro Jahreszeit gönnte.

War es Einbildung, oder war sein Gemächt seit dieser Zeit gewachsen? Vielleicht geschwollen? Ceres kicherte bei dem Gedanken. Doch im nächsten Moment erblickte sie einen knackigen jungen Leibeigenen aus einer Gruppe, die sie heute erworben hatte, und Aphron war vergessen.
Der Jüngling wäre was für heute Nacht…
Sie leckte sich begehrend über die Lippen.

Ihre Freundin Phoibe war ebenfalls groß im Sklavengeschäft eingestiegen. Sie leitete eine kleine Flotte von vier Galeeren, mit denen sie an der Küste des Ostkontinents auf Fang ging. Sie konnte sich nichts
Schöneres vorstellen: die frische Seeluft, die vielen knackigen nackten Kreaturen, die noch so wunderbar naiv und unerzogen waren…

Manchmal ließ sie es sich nicht nehmen, ein besonders gut bestücktes Exemplar selbst zu erziehen. Dann war sie für zwei Tage in ihrer Kapitänskajüte verschwunden.
Schon mehrfach hatten ihre Offizierinnen gestaunt, mit welch widerspenstigem Burschen sie sich zurückgezogen hatte, und mit was für einem gehorsamen Sklaven sie wieder an Deck aufgetaucht war.
„Es ist einfacher, als Sie denken, einen Sklaven zu brechen. Man muss nur die richtigen Stellen finden“, flüsterte sie ihrer Ersten Offizierin eines Tages zwinkernd zu. „Vielleicht zeigte ich es Ihnen mal.“

Stolz betrat sie das oberste Ruderdeck und beobachtete, wie zwei Frauen mit ihren langen Lederpeitschen die Sklaven antrieben. Den Takt gab ein Sklave vor, der auf eine große Trommel einschlug. Eine weitere Frau kontrollierte die Geschwindigkeit.
Phoibe bemerkte belustigt, dass einige der Männer durch ihre Anwesenheit stark erregt wurden. Die nackten Ruderer hatten keine Möglichkeit ihr Verlangen zu verstecken.
Sie spielte die Schockierte und forderte von einer der Frauen: „Seht Euch dieses Schwein an! Peitscht ihm seinen Stab wieder klein, damit er Manieren lernt!“
Sofort prügelten beide Frauen auf die armen betroffenen Galeerenhäftlinge ein.

Phoibe wippte zufrieden auf ihren Fußballen. Das Leben als Kapitänin ist fast so schön wie als Megara. Auf ihren Schiffen war sie wie eine Göttin!
Vielleicht sollte sie sich den Kerl mit dem Monstrum zwischen seinen Schenkeln in ihre Kabine holen. Sie wollte den Muskelberg weinen sehen…

Sie biss in einen roten Apfel und spuckte das Stück dekadent wieder aus. Es landete zwischen den Sklaven auf dem Mittelgang. Einiger der Männer schauten verstohlen zu dem saftigen Obst. Sie hatten auf der langen Reise nur den verhassten Haferschleim bekommen.
Den Sklaven lief das Wasser im Mund zusammen, aber niemand würde es wagen, seine Hand vom Ruder zu nehmen und sich nach der köstlichen Leckerei zu strecken. Im nächsten Moment trat eine der Antreiberinnen achtlos darauf und zerquetschte es unter ihrem Stiefel.
Phoibe war wieder an Deck gegangen, um sich ein wenig unter einem Sonnensegel im Schatten dem Nichtstun zu widmen und das schöne Wetter zu genießen. Im Hintergrund hörte sie das Klatschen der Peitschen. Sie griff nach einem Becher mit kühlem Wein. Dann rief sie nach einer Offizierin: „Bringt mir ein paar Sklaven hoch. Sie sollen für mich tanzen.“
Die Uniformierte nickte und salutierte. Spöttisch murmelte sie: „Das ständige Sitzen ist für die Ruderer ja auch langweilig…“

Die reiche Kaufmannsfrau Dione und ihre Tochter Venus standen mit dem Verlobten der jungen Dame vor der Tür ihres Hauses.
Der Verlobte bettelte auf Knien: „Bitte Herrin! Verkauft mich nicht! Ich werde eine Schmiedin finden, die meinen Keuschheitsgürtel öffnen kann.“
Aber die beiden Frauen hatten beschlossen, dass Bran aus dem Haus musste.

Was sollte Venus auch mit einem Mann, dessen Männlichkeit verschlossen war! Lykos hatte den Schlüssel bei seiner Flucht gestohlen. Damit war Bran wertlos geworden – zumindest für Venus, die einen Bettgefährten haben wollte.
Ein paar Münzen zahlte die Interessierte, die im Auftrag von Puffmutter Hydra gekommen war. Bran bettelte und zeterte, aber erbarmungslos zog die Käuferin ihren Neuerwerb an einer Kette auf die Straße und band ihn hinter ihre Kutsche fest. Bald trabten die Pferde an, und Bran stolperte hinterher.
Venus und Dione winkten ihm zum Abschied, dann gingen sie ins Haus, um die Münzen in ihre Schatulle zu legen. Morgen wollten sie nach einem neuen Sklaven auf dem Markt Ausschau halten.

In einigen Tagen würde Brans letzte Reise zu ende sein. Er war für Hydra auch mit einem verschlossenen Keuschheitsgürtel zu gebrauchen. Einige ihrer Kundinnen liebten Sklaven in eisernen Hosen und ließen sich lieber durch eine flinke Zunge verwöhnen. Oder banden sich einen Liebesstab aus Holz um die Hüften…
Hydra hatte eine große Auswahl in ihrem gastlichen Hause - für jeden Geschmack das richtige Utensil.
Doch in der ersten Nacht würde Hydra persönlich testen, wozu Bran am besten zu gebrauchen war. Und wenn er nicht schnell genug ihre Investitionskosten wieder hereinholte, dann würde sie ihm schon Feuer unter seinem Hintern machen. Da wäre er nicht der Erste.

Sie wusste nicht, dass ihre Angestellte bereits auf der Rückreise ausgiebig Gebrauch von Bran machte. Bran lernte schnell die Kutsche von innen kennen. Dort erlebte er, was es hieß, ein Liebessklave zu sein.
Im Haus von Dione und Venus war er gut behandelt worden. Jetzt war er nur noch ein Leibeigener. Er schwor furchtbare Rache, sollte er noch jemals Lykos oder Dione oder Venus begegnen. Doch die Wahrscheinlichkeit war eher gering bis nicht vorhanden. Also stapfte er weiter hinter der Kutsche an seiner Kette her und schluckte Staub. Er ahnte nicht einmal, welche Erniedrigungen er in Hydras Heim erleben würde…

Seit heute Morgen stolperte er splitternackt hinter dem Gefährt her, denn die Frau hatte seine Kleider in die Kutsche geworfen, „damit du dich beim nächsten Mal ein wenig mehr anstrengst, mir zu gefallen.“
Hin und wieder ließ sie die Pferde in einen leichten Trab fallen, und sah dann schadenfroh über ihre Schulter, um Bran keuchend und nassgeschwitzt laufen zu sehen.
Wie lustig sein Gemächt unter der eisernen Hose hin- und herbaumelte! Vielleicht sollte sie ein Glöckchen daran festbinden…

Megara stiefelte kapriziös in ihrem gigantischen Palast umher. Sie hatte es geschafft! Sie war die Göttin von Megaria!
Aber dann fiel ihr Leda ein, die vor ihr geflüchtet war.
„Was würde ich darum geben, dich in meinem Kerker zu haben!“ Aber dieser Wunsch würde wohl nie in Erfüllung gehen. Vermutlich war sie auf dem Westozean abgesoffen wie ein junges Kätzchen im Weiher…
Sie klatschte mit den Händen. Sofort kam Abas herbeigehüpft und kläffte.
„Ruhe!“ befahl Megara und knallte ihm ihre Gerte über die Brust. Dann kraulte sie ihm den Haarschopf.
Abas ließ es sich freudig gefallen und drehte sein Haupt mal in diese, mal in jene Richtung und schien die Streicheleinheit zu genießen.

Megara stand von ihrem pompösen Thron auf und schubste Abas weg, der leise aufjaulte, als der Ruck an seinen Klöten zerrte.
Die Herrscherin ging in einen Salon, der ganz in Blutrot gehalten war und verlangte nach dem Schwarzmagier.
Der kleine Mann erschien und verbeugte sich vor der Göttin.
Megara sagte: „Mich langweilt Euer Hund! Mach mir einen Wurm!“
Der Magier verneigte sich erneut und hauchte: „Sehr wohl, einzigartige Göttin Megara.“

Als Megara eine Stunde später, in ein neues kostbares Gewand gekleidet, in ihren Thronsaal zurückkehrte, lag Abas vor dem Thron wegen seines Gemächtholzes zusammengekrümmt auf der Seite und versuchte sich vergeblich von der Stelle zu bewegen. Er schien Arme und Beine nur unkontrolliert benutzen zu können.
Megara klatschte in die Hände, aber Abas reagierte nicht. Kein Ton kam über seine Lippen.

Die Tyrannin wollte es genau wissen. Sie gab den Keuschheitsschlüssel einer Wächterin und befahl: „Erregt den Wurm! Beeilt Euch!“
Die uniformierte Frau fand den Befehl zwar außergewöhnlich, gehorchte aber sofort und strich immer wieder über Abas Männlichkeit.
Doch Abas reagierte kaum. Er starrte auf den Boden, als sei er blind geworden.

Schließlich entlud sich sein Samen auf dem königlichen Marmorboden.
Abas zeigte weiterhin keine Reaktion. Er zuckte nur und drehte sich orientierungslos im Kreis.
Megara erhob sich.
„Nun benötigte ich dich Wurm nicht mehr“, lachte sie und rief nach zwei Wächterinnen, die ihn in das tiefste und finsterste Kerkerloch werfen sollten. „Und bringt dem Magier seinen Lohn!“

Die Frauen wollten ihn nicht tragen, und daher schleiften sie seinen Körper hinaus. Megara rief lachend hinterher: „Ein Wurm lebt doch unter der Erde…?“

Der Schwarzmagier hielt seine krallenartigen Finger hin, als eine Wächterin ihm einen Beutel mit Goldmünzen übergab. Heiser kichernd nahm er seinen Lohn entgegen und schlurfte den langen Gang entlang.

Als Megara alleine war, ging sie neben Abas Hinterlassenschaft in die Knie und tauchte zwei Finger hinein.
Mit der anderen Hand hob sie ihre Stoffe zur Seite. Dann verschwanden die benetzten Finger unter ihren Spitzenröcken.
Sie stöhnte wild auf, als sei sie gerade auf dem Gipfel der Lust.

Als ihre Verzückung abschwoll, stand sie auf und verließ den Thronsaal ihres Imperiums, um sich ihren göttlichen Aufgaben zu widmen.
Sie hatte ihre Nachfolge gefunden.

Leda wachte mitten in der Nacht auf. Ihre Brust war nass geschwitzt. Sie konnte sich nicht mehr genau daran erinnern, was sie geträumt hatte. Aber Abas kam darin vor. In seiner Umgebung war es stockdunkel. Und er konnte sich nicht richtig bewegen. Die Königin hatte seine Angst gespürt.
„Abas lebt!“, flüsterte Leda.
Sie schwor sich, einen Weg zurück in Megaras Reich zu finden.
Irgendwie. Irgendwann.