CoR Kaffeeklatsch II Kapitel 6

"Klappentext"

Wenn Frauen planen...

 

 

CoR

 

Etwas demoralisiert stieg Juli die Treppe hoch zum Cafe, von dort weiter nach oben in die Wohnung darüber.

Schon vor der Tür hörte sie das laute Stimmengewirr der sechs Frauen, das allerdings schlagartig verstummte, als sie die Tür aufschob.

„Juliette!“ Maren war als erste bei ihr, „wie geht es dir?“

Sie versuchte, sich zu einem Lächeln zu zwingen. „Der Eine lebt noch.“

„Habt ihr was aus dem herausbekommen?“ Martina kam mit einem Glas Sekt in der Hand zu ihr. „Trink das erstmal.“

Überrascht nahm sie einen Schluck. „Wir haben den auf die Streckbank gelegt. Ismir und Roger wollen die restlichen offenen Fragen aus ihm herausholen. Ich … ich konnte nicht mehr.“

„Ach Kleine!“ Martina nahm sie in den Arm, „Schmerzen in der Hand oder ist’s die Psyche?“
“Letzteres. Dieser Kerl widert mich an.“ Sie nahm einen erneuten Schluck, „wie geht es euch hier? Was ist mit Regine?“

„Mit mir geht’s schon wieder,“ kam diese leicht  benommen dazu, „ich hab gehört, du hast einen von denen kaltgemacht?“

Juli nickte. „Der hatte das Pech, dass ich ihn voll erwischt hatte. Aber der andere,“ sie sah Martina an, „Ismir befürchtet, dass dieser ihn eventuell erkannt haben  könnte.“

„Also sollten wir den nicht mehr weiterreden lassen.“

Ganz sachlich hatte Martina die Situation analysiert. „Aber was machen wir mit den Leichen?“

„Das ist die Frage. Wir könnten beide verschwinden lassen, aber dann kommen morgen schon zwei andere. Die müssen zu Al Bensa zurück. Die sollen sehen, dass sie euch so nicht beikommen können.“

„Sag nicht ´euch`, sag ´uns`. Juli, du bist nun auch eine von uns, ob du’s willst oder nicht.“

Leicht irritiert blickte Juli zu Maren, die sie so selbstverständlich vereinnahmt hatte.

„Gut, dann wir. Aber wie erreichen wir, dass dieser Clan keine weiteren schickt?“

„Ganz simpel.“ In Martina arbeitete es schon wieder, „Wer hat diesen Verein beauftragt? Diese Amis. Was ist also am Naheliegendsten?“

„Wenn wir die Leichen zu denen bringen?“

„Damit erreichen wir gar nichts. Die würden darauf bestehen, dass Al Bensa den Job beendet. Wissen wir, wo diese Typen wohnen?“

„Die sind abgestiegen im ´Interhotel`. Sind ne Gruppe von 2 Personen plus zwei Bodyguards,“ wusste Juli zu berichten. Maren nickte.

„Maren, deine Pillen – hast du die hier griffbereit?“

„Woher weisst du von denen?“

„Du hattest die mir angeboten, falls es mir zuviel werden würde. Weißt du das nicht mehr?“

Alle Blicke richteten sich wieder auf Juliette. „Die sollten so wirken, dass man alles mit sich machen lassen kann. Quasi wie KO-Tropfen.“

Maren nickte nur. „Es gibt davon mehrere Dosierungen. Die einen lassen einem alles ganz leicht werden, andere  wirken … tiefgründiger.“

Juli nickte verstehend. „Wenn wir diese Männer damit so ruhig stellen, können wir die zusammen mit den beiden Leichen abliefern bei dem Clan, bräuchten die nicht auch noch umbringen.“

„Und wie bringen wir die dazu, dass sie das Zeug schlucken?“

„Indem wir denen 2-3 Nutten schicken als kleine Aufmerksamkeit ihrer Dienstleister, zusammen mit der Frau, die ihnen die ganzen Probleme verschafft hat. Und dann sehen wir mal, ob das ausreicht, dass sie ihre Vorsicht vergessen.“

„Du willst also, dass ich mich quasi als Pfand ausliefern lasse?“ Maren sah sprachlos zu Martina. „die bringen mich doch gleich um!“

„Nicht wenn wir sie anrufen und ihnen den Erfolg der Mission verkünden. Du und Roger werdet denen gefesselt, aber lebend vorgesetzt und dann müssen wir eben schnell sein….“

„Und wo soll das vor sich gehen?“

„Hier natürlich.“ Juli mischte sich ein, „Ismir könnte einen der Killer spielen, ich und Bea als die beiden Nutten agieren und du Martina, zusammen mit Barbara seid  die Bardamen, die als Serviceschlampen unten wieder arbeiten. Euch kennen die Amis nicht, zumindest nicht als mit Dazugehörige. Und denen dann die präparierten Getränke unterjubeln sollte doch ne Kleinigkeit sein, oder?“

 

Erst waren alle still, mussten erst diesen Vorschlag verarbeiten, dann lachte Barbara auf. „Welch ein Wandlung. Gestern wurde ich noch als Sklavin verkauft und jetzt bin ich schon aufgestiegen zur Bardame und konspirativen Giftmischerin.“ Sie sah zu Johanna. „Lässt du mich?“

„Du bist zwar verrückt,“ kicherte diese nun ebenfalls, „du weißt schon: wenn das publik wird, sind wir aber dann alle mit dran.“

„Wie du eben so schön gesagt hast: WIR. Zeigen wir Frauen, was wir den Kerlen voraus haben!“

 

Der Plan

 

„Was habt ihr Frauen uns voraus?“ Roger war mit Ismir dazu gekommen, umarmte als erstes Maren, die auf ihn zugestürmt war. „Was habt ihr hier unter euch ausgeklüngelt?“

„Wir haben einen Plan entwickelt, besser Juli und Martina.“

„Und was sieht euer Plan vor?“ Roger hatte sich von Maren gelöst und hatte Regine in den Arm genommen, die immer noch etwas angeschlagen auf der Coach hockte.

Martina löste sich nun ebenfalls von Ismir, der sie gleichfalls an sich gezogen hatte.

„Wir locken die  Auftraggeber dieser Aktion hierher.“

„Und wie wollt ihr da anstellen?“

„Indem wir die anrufen und denen dich und Maren übergeben werden.“
Roger war fassungslos. „Was habt ihr vor?“

„Reg dich ab“ Maren versuchte ihn zu beruhigen, „einer der Killer wird die anrufen und denen klarmachen, dass sie uns hier abholen können. Was die dann mit uns anstellen sollen, überlassen sie dem Amis.“

„Und wo soll das stattfinden?“

„Wo wohl? Unten im Keller natürlich. Wir richten die Bar wieder her, sorgen für ne lauschige Atmosphäre, besetzen wieder die Bar, besorgen denen 2-3 Nutten…“

„Wo willst du die herbekommen?“

„Schau dich doch um! Wir haben doch genügend zur Auswahl: Bea, Juli, Martina, Jenn, für die Bar Barbara und dazu einen glaubwürdigen Entführer: Ismir.“

„Moment!“ Jetzt mischte der sich auch ein, „werde ich denn gar nicht gefragt?“

„Muss man dich erst fragen? Stell dir vor – während wir auf die warten, darfst du mich hier am Tresen flachlagen..“

Martina versuchte ihm den Plan schmackhafter zu machen, „du musst nur vorher als einer der Killer bei denen anrufen und die erfolgreiche Ausführung melden. Und wenn  einer das glaubwürdig kann, dann du, oder?“

„Und du glaubst, die gehen drauf ein?“

„Mir ist das so lieber als wenn wir deren Hotel stürmen und die dort kaltmachen. Hier haben wir immerhin Heimvorteil.“

„Aber das sind 2 Typen von der Mafia sowie mindestens 1 Leibwächter.“

„2,“ stellte Juli fest, „na und? Wir haben die Waffen von den beiden Killern sowie auch gleichzeitig eine autoritäre Puffmutter, die für den Service verantwortlich sein wird..“

Nun wurde alle, auch die Frauen hellhörig. „Wir soll das sein?“

„Ach Leute!“ Juli wirkte enttäuscht, „wir haben zwei Politikerinnen hier unter uns, die zumindest viel Reden können, auch wenn sie etwas nicht so richtig verstehen.“

Johanna begriff zuerst, dass auch sie mit eingespannt werden sollte.

„Ich soll also die Verhandlung führen. Hmm,“ sie sah schmunzelnd zu ihrer Frau, „dass du mir dann aber keine Schande machst, wenn du hinter der Bar stehst. Und du Juliette, danke für das Vertrauen, welches du Politikern entgegen bringst.“

„Gerne doch..“ lächelte diese, dann wandte sie sich wieder an Maren. „Was wir noch brauchen sind deine bewusstseinserweiternden Hilfsmittel…“

Diese schnaubte etwas verächtlich. „Welch eine schöne Bezeichnung für dieses Dreckzeug. Gut, ich hab da Tropfen. Geschmack- und farblos, wirken augenblicklich und lassen auch in kleinen Mengen jeden nach 1-2 Minuten willenlos, aber weiter bei Bewusstsein bleiben.“

„Dein Chemiker muss ein Ass gewesen sein..“

Maren nickte. „Er hat nur den Fehler gemacht, selber das Zeug zu intensiv an sich testen wollen.“

„Lebt der eigentlich noch?“

„Ich hab ihn untergebracht in eine guten Pflegeheim.“

„So schlimm?“

„Phasenweise ja. Aber er hat dort trotzdem weiterhin ein eigenes Labor und arbeitet in seinen klaren Zeiten auf Projektbasis für einen Pharmaziemulti.“

„Mädels! Schweift nicht von unserem Problem ab!“ Roger wurde ärgerlich, „Izmir, kannst du die anrufen? Etwas Englisch solltest du ja auch können, das mit einem starken Dialekt dürfte die Herren überzeugen. Worauf es ankommt, hat uns der liebe Ahmet ja noch mitteilen können. Soll ich noch einige Leute vom Sicherheitsdienst dazu holen?“

Maren winkte ab. „Lass uns beim ursprünglichen Plan bleiben. Johanna, kannst du denen das bisherige Überleben von Roger und mir so verkaufen, dass wie beide für die Rückumwandlung des Verkaufs am Leben sein müssen? Kannst ja anbieten, dass du einen Notar an der Hand hast. Soll ja alles plausibel wirken, oder?

Roger, hast du eigentlich eine Telefonnummer aus dem Arsch rausholen können?“
“Sicher doch. Sogar mehrere. Die der Amis als auch die vom Kopf von Al Bensa. Aber bei denen kann Ismir nicht anrufen – die sind alle miteinander verwandt, da würde er auffallen. Das müssten die Amis selber machen. Also Ismir – viel Erfolg. Und ihr könnt schon mal anfangen, die Bar wieder aufzumachen und euch entsprechend herzurichten.“

Er nickte zu Ismir, der seufzend das Handy von Ahmed in die Hand nahm und auf eine der gespeicherten Nummern drückte…

 

 

Vorbereitungen

 

Die anderen zogen sich zurück in das Schlafzimmer der Wohnung, in  der Roger für Maren einen geräumigen, begehbaren Kleiderschrank eingerichtet hatte.

Nicht nur Regine war begeistert, speziell als ihnen die Hausherrin ihren Fundus an Party- und Unterwäsche vorstellte. Trotzdem war allen die Anspannung anzumerken, die ihnen bevorstand.

Johanna, Jenn und Martina nahmen Maren beiseite.

„Wir müssen noch einen Blick auf die alten Verkaufsunterlagen werfen. Nicht dass wir etwas übersehen. Zudem – wie kam es eigentlich damals zu diesem Arrangement?“

Maren schluckte nervös.

„Roger und ich hatten hoch gepokert. Ich war ja damals schon etwas länger bei dem Laden beschäftigt und..“

„Schon seit über 4 Jahren,“ Juli war dazu gekommen, „zumindest wenn man von den Anmeldungen zur Sozialversicherung ausgeht.“

„Woher weißt du denn das?“ Maren fuhr gehetzt auf.

„Recherche. Wenn ich auf irgendetwas stoße, was nicht zusammenpasst,  dann werde ich gründlich. Und da hab ich eben auch etwas mehr bei dir geforscht.“

„Und was hast du herausgefunden?“

„Soll ich das hier so offen erzählen oder wollen wir nicht lieber…?“

Juli merkte, dass ihr Recherchewissen wohl niemandem bekannt war.

 

Hilflos sah Maren auf, dann setzte sie sich auf ihr Bett, sah zu ihren Freundinnen hoch. „Wegen Roger und mir ist das heute alles so aus dem Ruder gelaufen. Eigentlich läuft dieser Ärger mit den Amis schon seit nem ½  Jahr. Die haben da erst gemerkt, was für eine Goldgrube sie aufgegeben haben und was, gerade bei dem ganzen Anlagevermögen, noch alles als Potenzial vorhanden ist.“

Martina legte ihr ihre Hand auf die Schulter. „Maren, du überrascht mich immer mehr,“ küsste  ihr auf die Schulter, „du hast uns nun alle ins Boot geholt. Komm, streit das nicht ab, du hattest dabei auch einen Hintergedanken. Wir sind dir gefolgt, wohlgemerkt: WIR. Du hast uns zu CoR gemacht. Aber dann wollen wir auch die ganze Wahrheit wissen, auch oder gerade, weil jetzt Roger nicht dabei ist. Und nun rede endlich mal Klartext, bitte.“

 

Geständnis

 

Hilflos sackte Maren leicht in sich zusammen, dann fing sie mit gesenkten Kopf zu erzählen.

 

„Ich hatte mir und auch euch lange etwas vorgemacht. Meine Ehe ist schon vor über 4 Jahren  geschieden worden. So wie bei Regine, auch quasi über Nacht. Mein Rainer, dieser Arsch, hatte mich gegen eine Jüngere ausgetauscht, hat mich einfach rausgeworfen. Damals war ich noch sehr unselbständig. Ich stand praktisch von heute auf morgen ohne Geld da. Hab versucht, nen Job zu finden, aber ich fand nichts. Gewohnt hab ich damals bei ner alten Tante von mir in der Stadt. Etwas Geld hatte ich ja noch – Rainer hatte vergessen, mir die Scheckkarte abzunehmen. Nur, als ich wider mal zum Tanken fuhr, ging dann diese-Karte nicht mehr und,“ verlegen schaute sie hoch, „der Typ an der Kasse  hatte mir angeboten, nen Kumpel anzurufen, der die 30 €uro übernehmen würde. Der war ja auch ganz nett, hat mich mit zu sich genommen. Und dann war er angeblich auch irgendwann blank und hat mich überredet, mit nem Bekannten zu schlafen. So kam ich zu meiner ersten Nummer. Und weil’s so gut lief, stellte er mich auf den Autostrich.“ Etwas verlegen sah sie hoch. „Ich war so naiv damals. Dieser Typ hat mich gleich voll vereinnahmt und ich war so blöd, mich vereinnahmen zu lassen. Sechs Wochen stand ich für den an der Straße.

Aber dann kam Roger ins Spiel. Er kannte mich ja schon länger von unserem Kaffeeklatsch bei ihm im Cafe. Er hat gemerkt, dass ich in der Luft hing, hat mich erstmal von diesem Zuhälter weggeholt und mir ein Zimmer hier oben besorgt und auch den Job verschafft in dieser Filmklitsche.“

„Hast du damals auch schon mit ihm geschlafen?“

„Sicher. Roger war gut darin. Er wusste was er wollte und wie er mich zu dem machen konnte, wie er eine Frau haben wollte.“

„Also hat er dich da schon zu seiner dev gemacht?“

„Hat er. Mir gefiel diese Konstellation. Erst hab ich alles gemacht für ih, praktisch ne 24/7 Beziehung. Aber dann hat er mich motiviert, auch wieder selber zu denken. Durch ihn wurde ich zu dieser dynamische Person, die ich schon während der Schulzeit war.“

„Und trotzdem bliebst du seine dev?“

„Sicher. Er zwang mich immer wieder, Verantwortung zu übernehmen, auch selber zu planen. auch, wie ich eigenes Geld verdienen sollte.“

„Hast du?“

 „Sicher.  Das Ficken hatte ja inzwischen mehr als ausgiebig kennen gelernt. Hab dort auch mit ihm drehen müssen.“

„Müssen?“

Verlegen schaute Maren zu Jenn hoch. „Dort auf dem Set war er nur professionell. Ist schon was anderes. Hinterher, ja da hat er mich so richtig eingeführt. Ich wurde zu seiner ´Privatsau`. Lächelnd schaute sie hoch.

„Dabei lernte ich ihn noch näher kennen, hab gesehen, dass er eigentlich selber auch keine richtigen Ziel hatte und hab da schon angefangen, ihn etwas anzuleiten.“

„Du als seine dev?“

„Warum nicht? Ich hab diesen Kerl zu lieben gelernt und ich glaube, er mich auch. Damals haben wir uns deswegen diese Tattoos stechen lassen.“

Martina, Jenn und Regine sahen sich an und seufzten alle drei gemeinsam auf…

Ich hatte da auch schon begonnen, diesen Leitenden der Amis, diesen McIron, zu bearbeiten.“

„Mit ihrer Möse kann frau viel erreichen, oder?“ Jenn konnte diese flapsige Bemerkung nicht zurückhalten.

„Stimmt Jenn!“ bekam sie als Antwort, „ich durfte dann sogar auch schon die ersten eigenen Scripte schreiben und Roger wurde sein Stellvertreter. Eigentlich war er ganz in Ordnung…“

„Nur eigentlich?“

„Er musste seinen Chefs Profite vorweisen, hatte aber eigentlich überhaupt keine Ahnung oder Ideen, wie und womit. Und da hab ich ihm durch Roger vorgeschlagen lassen, wie er  für seine Organisation Geld waschen kann.

Seine ganzen Filme brachten doch kaum noch was ein, seit das Video- und DVD-Geschäft durchs offene Internet  zusammengebrochen war. Dann wollte er solche Snuff- und Dolcettfilme drehen. Lief zwar auch anfangs gut an, allerdings hatte er immer Ärger und Probleme damit, die Leichen verschwinden zu lassen. Durch Roger hatte ich ihn davon abgebracht.

Immerhin hatten wir so Beweismittel gegen ihn gesammelt – im Fundament des Anbaus stecken alleine drei Frauen. Und Roger hatte sich inzwischen aktiver um die Akquise von neuen Objekten gekümmert. Das er gut mit Frauen kann, habt ihr wohl alle schon erfahren….“

„Warst du denn nie eifersüchtig?“

„Was hätte es mir gebracht? Ich hatte ja auch meine Freiheiten, zumal er sich auf und mit mir austoben konnte. Uns hat’s damals einfach nur Spaß gemacht, wenn er mit mir in die Clubs ging oder auf Parkplätze fuhr.“

Selbstbewusst sah sie in die Runde: „Ich war damals seine Ficksau, seine Truie und – ich habs genossen. Er brauchte es nur sagen und ich..“

„Werde zur gehorsam hechelnden Hündin..“ warf schmunzelnd Martina ein.

Giftig schaute Maren sie an. „Nutz das nie wieder aus. Es reicht schon, das Roger mich immer noch wie einen Köter durch diesen Pawlowschen Reflex koordinieren kann.

Na ja, und dann stieg er nach einem Jahr selber tiefer mit ein in die Geschäftsführung dieses Ladens und..“

„Was war er denn vorher dort?“

Maren sah zu Martina hoch. „Er war einer der Darsteller, hat sich auch gekümmert um das Casting, hat Drehbücher und Scripts geschrieben und die festen Mitarbeiter hier angeleitet. Allerdings, das alles neben seinem Cafe. Das brauchte er einfach als Ausgleich.“

„Und was dann hat der Geschäftsführer der Amis gemacht?“

Abfällig winkte Maren ab. „Der hat doch dafür immer schon seine Leute gehabt. Als Rogers Vorgänger Skrupel bekommen hatte, hat er den abserviert, wollte, dass Roger im selben Stil weitermachen sollte. Erst wollte der das ja auch, allerdings schob er dann mich vor. Hatte mich dem McIron verkauft als willfähriges Dummchen,“ sie lächelte zu Martina hoch, „war ich damals ja zeitweise noch. Hab da auch schon angefangen, neben der Dreherei und auch mal Scripts schreiben. Und ließ mich nebenbei in die Buchhaltung einweisen.  Und dabei hab ich gemerkt, was für Potenzial so ein Laden mir Kapital im Rücken hat. Okay, abgesehen von diesen Filmsparte, die zwar lukrativ, aber auch gefährlich war.

Ich hab dann angefangen, nebenbei eine schwarze Kasse zu führen. Offiziell hab ich zusammen mit Roger Geld anlegen sollen und dafür nebenbei für die Firma andere Firmen, Grundstücke und Häuser gekauft.“

„So kam dieser Laden also zu den Flächen am alten Kanal.“ Diesmal war Jenn diejenige, die nachfragte. „Hat denn niemand nachgefasst, warum gerade diese Flächen so günstig zu haben waren?“

Maren zuckte mit der Schulter. „Roger kam damit an. Er kannte eine aus dem Katasteramt, die ihn gesteckt hat, dass unser allseits geschätzter Bürgermeister diese heißen Grundstücke billig loswerden wollte. Also sind wir, also die Amis, mit eingestiegen in seinen neugeplanten Industriepark und haben nebenbei diese Flächen mit übernommen.“

„Und später, als diese Investitionen sich gut verkaufen ließen, habt ihr diese mit gutem Gewinn wieder verkauft, das Geld war gewaschen und die Firma behielt dieses andere Gebiet im Anlagevermögen.“ Barbara kombinierte messerscharf.

 

„Stimmt. Und dann hab ich dem McIron gesteckt, was er da für eine Zeitbombe im Portefeuille hat. Natürlich bekam er da kalte Füße. Zudem ich diese Drogenküche, die er selber hier unter dem Cafe, im Spielzimmer eingerichtet hatte..“

„Das Spielzimmer war eine Drogenküche?“

Maren nickte. „Die Räumlichkeiten gehen nach hinten noch weiter. Das Spielzimmer ist nur ein kleiner Teil davon.“

„Aber davon ist nichts mehr vorhanden?“ Johanna war nun doch etwas pikiert.

„Ich, besser Roger, hat alles ausräumen und eine Trennwand einziehen lassen.

Der Chemiker, übrigens ein genialer Kopf, hat nun ein eigenes Labor bekommen für legale Forschungen für einen Pharmakonzern, wenn er denn mal wieder klar im Kopf ist….“

„Sag nicht, diese Firma Interpharm gehört nun auch zu dir oder euch?“ Überrascht  unterbrach Juliette sie.

„Der Parmakonzern ist sehr zufrieden mit dem, was man für sie etwickelt.

Jedenfalls, ich hab den Mafiosis vorgerechnet, was auf sie und seinen Geldgebern alles zukommen könnte, auch gerade bei den Filmprojekten, die er nebenbei produzieren ließ, dass er aussteigen wollte.“

„Im Hinblick auf die strafrechtlichen Konsequenzen sollten die nicht allzu viel gefordert haben, oder?“ Jenn hatte schon ein breites Lächeln im Gesicht.

„Deswegen hab ich dich doch damals mit dazu gezogen in die Verkaufsaufstellung, , als die den Schwanz eingezogen hatten.“

„Damals wusste ich aber noch nichts über die Art und die Lage dieser Grundstücke und was es sich mit dem Pharmalabor auf sich hatte.“

„Ja und deswegen hatte Roger die Idee, euch mit einzubeziehen.“

„Aber…“ Martina war vom Bett hoch gekommen, „deswegen also das ganze Theater von Unterwerfung und sich Unterordnen und..“

Maren sah ihr in de Augen. „Haben wir dich gezwungen? Bedauerst du es? Roger und ich, wir wollten Personen um uns haben, die denselben Background haben, die wir kennen und denen wir vertrauen können. Quasi CoR. Und es hat auch geklappt.

Du Jenn, hast uns Johanna und Barbara näher gebracht, dich Juli, hab ich requiriert, du Martina brachtest uns den Professor und den Steingräber und nun auch deinen Izmir.

Wir haben alle eine gemeinsame Idee. Vielleicht ist das eine verrückte Idee, aber wenn wir nun heute die Amis abschieben können, dürften wir alle sehr erfolgreich werden.“

„Und wo bleibe ich dabei ab?“ Etwas eingeschüchtert meldete sich Beate.

„Ach Bea …“ Maren zog sie an ihre breite Brust, „du bist Rogers Ziehkind und ich verspreche dir, dass er aus dir nicht nur seine perfekte Sklavin, sondern auch eine selbstbewusste Geschäftsfrau machen wird. Sieh mich an!“

 

 

„Was soll sie an dir sehen?“ Roger war mit Ismir zu dem Damen ins Schlafzimmer gekommen.“

Schuldbewusst blickte Maren zu ihm rüber. „Ich habe Klarschiff gemacht.“

Martina trat zu ihr. „Maren hat uns aufgeklärt, was alles bei euch gelaufen ist.

Und sie hatte Recht, uns aufzuklären. Wir  sind da in eine Sache gerutscht, die uns alle unser Leben hätte kosten können und immer noch kann.

Jetzt wissen wir wenigstens, warum und ich denke, jede von uns weiß nun, worauf sie sich einlässt.

Ich jedenfalls bleibe dabei. Vielleicht geht’s in die Hose, gut. Aber dann habe ich erstmals seit 20 Jahren mal wieder dieses Kribbeln in mir gespürt, das ich nun auch nicht mehr missen möchte.

Und du Jenn. Ich denke WIR,“ sie lächelte verschmitzt Maren an, „können weiterhin auf dich zählen. Geb zu, es kribbelt doch auch in dir. Wann hast du zum letzten Mal so über dich bestimmen lassen?“

„Noch nie,“ gab diese zu, „und was dabei das Verrückte ist – es gefällt mir. Meine sonst so steife Parteikollegin hat sich als meine Mutter entpuppt, ihre Frau tickt genauso verrückt wie ich und ich will außerdem meinen Bruder kennenlernen.“

„Wir auch!“ Barbara legte ihren Arm um Johanna, „außerdem will ich dann aber auch CoR als Mandanten bekommen.“

„Wirklich?“ Maren kniete vor den beiden auf dem Fußboden. „Du hast Feuer gefangen und du auch, Johanna? Auch als Teil von CoR?“

„Solange ich für meinen Teil nicht mit Roger schlafen muss,“ sie sah ihre Frau an, „was du daraus machst, musst du selber entscheiden..“

Alle begannen zu lachen, nur Barbara schaute schmunzelnd zu Roger hoch, „Wenn er es noch bringt? Bisschen Bi schadet doch nie, oder? Allerdings, das mit der Dominanz behalte ich mir doch vor. Da reicht mir meine Johanna.“
“Und was ist mit dir, Juliette? Es heisst zwar ´Mitgefangen ist Mitgehangen`, aber es soll deine eigene Entscheidung sein.“

„Ich hab eigentlich nur etwas Kellnern wollen und vorher nebenbei etwas dazu recherchiert und nun steh ich hier und soll mich gleich ganz vereinnahmen lassen?“ Juliette blickte ratlos zu Maren.

„Warum zögerst du? Du hast dich doch insgehem schon entschieden. Zum einen, weil du bereitwillig auch weiterhin mit dem Herrmanich ins Bett steigen willst, zum anderen, weil du bereits den einen der Gangster erlegt hast und bei dem anderen auch keine Skrupel gehabt hättest…“

„Stimmt zwar, aber..“ sie sah zu Roger hoch, „willst du das auch?“

„Wenn Maren das sagt, werde ich da kaum dagegen angehen, aber du bist keine Frau, die sich dominieren lässt. Dafür bist du nicht gepolt. Aber das du zu uns passen würdest, das habe ich auch erkannt. Und wenn du ein Teil von uns bist, wirst du uns nicht mehr in die Pfanne hauen können, oder? Ich würde dich jedenfalls gerne bei CoR dabei haben.“

Er drehte sich um zu Ismir. „Du hast dich ebenfalls als unverzichtbar gezeigt. So einen Mann wie dich brauchen wir genauso. Und dein Schaden wird’s auch kaum sein.“

Dieser dämpfte etwas die aufkommende Euphorie. „Wir stehen hier kurz vor einer Konfrontation mit einem mächtigen Gegner. Lieber solltet ihr euch Gedanken machen, mit welchen Argumenten wir diese Mafiosi besänftigen können. Bei denen wird’s doch auch sein wie bei dem Clan: Wenn sie scheitern oder ebenfalls verschwinden, kommen andere nach.“

Martina ging auf Ismir zu und umarmte ihn. „Du hast Recht. Die sollen selber die Kanaken zurückpfeifen. Wenn wir auf deren Forderungen eingehen…“

„Spinnst du?“ Maren war empört, „erst wollen die uns alle umbringen und dann willst du denen noch etwas anbieten?“, doch Martina lächelte nur und griff nach Ismirs Hand und legte diese auf ihre Brust.

 „Geben wir denen doch einen vermeintlichen saftigen Knochen: einen zentralen Teil des Geländes. Quasi das Filetstück, den Teil, auf dem der Müllberg liegt als sichere Geldanlage. Jenn muss eben nur bei der Überschreibung eine Option einbauen, dass sie keine Veränderungen oder Bauten darauf vornehmen dürfen und zusätzlich ein Vorkaufsrecht an CoR  einräumen. Dann geht der geplante Absicherungsbereich mit dem Golfplatz vor dem Gifthügel an die Amis. Die dürften dann erstmal besänftigt sein, zumal wir denen weiterhin anbieten könnten, ihre Geldwäscheaktivitäten fortzuführen. Und dazu bräuchten sie auch in Zukunft Roger und Maren. Wir melken die also weiter.“

Sie sah Maren an. „Ist das nicht hinnehmbar? Und das besiegeln wir gleich schriftlich. Jenn sollte in ihrer unnachahmlichen Art sehr schnell zusammen mit Barbara und Johanna dies in ihren Laptop hämmern. Und danach wird dieser Abschluss gefeiert.“

Sie sah zu Ismir hoch, „Ich jedenfalls habe Lust darauf, jetzt ´meinen` Retter in mir zu spüren.“

Dieser lächelte zustimmend. „Die wollen um 1:00 Uhr, also in einer Stunde, hier antanzen. Lass uns also das Spielzimmer und den einen Barbereich etwas vorbereiten.“

„Ist da nicht noch dieser zweite Killer?“

Ismir zuckte verächtlich mit der Schulter. „Roger und ich haben die Beiden in deren Geländewagen gepackt.“

Auf die Frage „Sind beide tot?“ bekam Martina nur ein vielsagendes Lächeln.

 

Es wäre schön, wenn mal wieder ein Kommentar oder eine Benotung zu diesem ´Erguss` kommen würde

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Kommentar(e)

mir gefällt die Story bis jetzt sehr gut, vor allem die Thriller Elemente sorgen für reichlich Spannung. bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht und kann die Fortsetzung kaum erwarten.

Liebe Grüße Estartu