Spiel

 

Endlich war es soweit!

Sie erinnerte sich noch gut an eines der Gespräche, in dem er vorschlug, sich ein Zimmer über ein Wochenende zu mieten, das zum Spielen eingerichtet sei. Irgendwie war sie ja schon sehr aufgeregt, dass es dieses Wochenende stattfinden sollte. Die Vorbereitungen, wenn man sie denn so nennen kann, hatten beide schon längere Zeit im Voraus getroffen. Nach und nach wuchs die Sammlung an Spielzeugen an, die sich nun – fein säuberlich verpackt – in ihrem Rucksack befand und auf ihren Einsatz wartete. Aber würde sie das wirklich hinbekommen? Solche und ähnliche Fragen beherrschten seit seinem Vorschlag ihre Gedanken und ja, sie hatte Angst. Beide „Seiten“ stritten sich schon länger in ihr, in ihren Gedanken, Träumen – allein die Vorstellung, ihm weh zu tun, ließ einen Schauder über ihre Haut wandern. Zugegeben, auch dieser bestand aus zwei Seiten – die eine war eher aus Lust geboren, die andere aus Zweifel und etwas Furcht. Eines wusste sie – und das gab ihr die benötigte Sicherheit: er war immer da und ließ sie nicht allein. Sie durfte beide Seiten erleben und wusste doch, er stand neben ihr – bereit, sie zu halten – und doch wussten beide, es reicht allein ein Blick und seine Hand in ihrem Nacken, sie auf ihren eigentlichen Platz zurück zu führen. Der, den sie am liebsten innehatte.
 

Er bemerkte ihre Unsicherheit, die Aufregung, die ihr Herz immer wieder wie rasend schlagen ließ, griff ihre Hand und drückte sie  fest. Kurz genoss sie den Druck, spürte die Kraft, die dahinter steckte – dann erwiderte sie ihn und hielt sich bei und an ihm fest. Es dauert nicht lange, bis sie vor Ort waren, noch viel kürzer das Aussteigen und einchecken. Gespannt wie ein Flitzebogen folgte sie ihm, hörte wie durch Watte die Einführung und das „viel Spaß euch beiden“ entging ihr beinahe gänzlich, viel zu neu und überwältigend waren die Eindrücke. Gäbe sie jetzt ihrem vorherrschenden Gefühl nach, rollte sie sich in einer Ecke des großen Bettes zusammen, die Decke über den Kopf gezogen und frönte der Dunkelheit und Ruhe ihres Versteckes. Doch daraus wurde wohl nichts, zumindest dies spürte sie  sehr deutlich. Er nahm ihr den Rucksack ab und stellte ihn aufs Bett, danach gab es einen ersten Rundgang. Erst einmal alles ansehen. Wollte er ihr die Scheu nehmen, oder sie nur so lange „treten“, bis sie diesen Anflug von „ich will wegrennen“ überwunden hatte? Vielleicht eine Mischung aus beidem, was wusste sie schon…

Ja, ihre Neugierde überwog, aber erst, nachdem sie sich innerlich an seinem Blick festgeklammert habe. Woher diese wahnsinnige Unsicherheit kam, wusste sie nicht, aber vielleicht war es auch schlicht das Gefühl von „jetzt wird es wirklich ernst“. Bisher hatten sie ja nur sanft die Grenzen erkundet, wobei – was hieß schon „sie“? Irgendwie war sie ja eher allein der Part, der zögerlich testete, wie weit sie gehen kann und darf, egal wie oft er sagte, sie dürfe sich austoben und er sagte schon, wenn es zu viel würde. Sie gab sich einen Ruck, sah ihn mit einer Spur Scheu im Blick an und murmelte leise „Gut, ich bin bereit…“.

Es kribbelt überall – auf ihrer Haut richteten sich die Härchen zu einer nicht enden wollenden Gänsehaut auf, selbst die in ihrem Nacken fühlten sich an, als sei sie kürzlich zu einem Igel mutiert. Der Knoten in ihrem Bauch schien sich zu verselbstständigen und dann in einen aufgeregt umherflatternden Schmetterlingsschwarm zu verwandeln, als sie gemeinsam die Zimmer ansehen gingen. Das Badezimmer war zum niederknien schön, zumindest empfand sie es so. Hinter einer schlichten, hell lackierten Tür eröffnete sich ihr ein wahr gewordener Traum:

Es sah aus wie eine Grotte. Zwar nicht unter dem Meer, wobei sich direkt aus einem Disneyfilm eine Melodie in ihren Kopf schlich, die sie leise begann zu summen, während ihr Blick die Wände entlang wanderte. „Unter dem Meer… unter dem Meer..“, entschlüpfte es ihr leise, bevor sie erschrak und verstummte. Rot werdend sah sie kurz über ihre Schulter zu ihm, bevor sie sich wieder dem Interieur zuwandte. Es fiel ihr schwer, ihrer fast schon kindlichen Freude und dem Staunen Einhalt zu gebieten, während ihre Fingerspitzen die Wände entlang striffen.

„Echter Stein – wie lang haben wohl die Planung und Umsetzung gedauert, diesen Raum so zu gestalten?“ fragte sie leise, ohne dabei jemand bestimmten zu meinen.  Die riesige Wanne, in die sie fast hineinfiel, war im Boden eingelassen, rundherum an den Wänden bezauberten Lampen aus Salzstein mit ihrem warmen Schein. Schon beinahe andächtig wanderte sie weiter, streifte die Lampen ebenfalls mit den Fingern – „Solche habe ich mir schon immer gewünscht! Oh bitte, darf ich bitte hier bleiben? Aus diesem Badezimmer will ich nie wieder raus!“ Den Blick weiter wandern lassend erblickte sie eine Dusche – wobei dieses Prachtstück diese schlichte Bezeichnung wohl nicht verdiente. In die Wände eingelassen blinkten spiegelnd polierte Düsen, die den dort Stehenden von allen Seiten mit ihren Wasserstrahlen bearbeiten würden, von der Decke herab hing eine wirklich monströs große Brause. „So etwas habe ich mal im Internet gesehen“, schoss es ihr durch den Kopf und ehe sie noch weiter darüber nachachte, verschob sie einen der Regler. Quietschend drängte sie sich an die Wand, aus dem Quietschen wurde ein glückliches Kichern, welches gar nicht mehr aufhören wollte, als es, Regentropfen gleich, von der Decke in warmem Nass herab rieselte. Eine Regendusche, groß genug für 2, wie sie nach Abstellen des Wassers feststellte, als sie sich genauer umsah. „Natürlich – wie dumm von mir, schließlich befinden wir uns ja an einem Ort, der für Paare gemacht wurde“. Innerlich fasste sie mit der Hand an ihre Stirn – wieder einmal hatten die überbordenden Gefühle das normale Denken weitestgehend lahmgelegt, oder besser gesagt, in den Hintergrund gedrängt.

Als sie seine Stimme hörte, leise und doch bestimmt, drehte sie sich um und wurde hochrot vor Verlegenheit. Wieder einmal hatte sie sich ablenken lassen und war geradezu versunken, ohne jedwedes Zeitgefühl. Warum auch immer, machte sie der Blick in seine Augen noch eine Spur verlegener. Funkelte da ein Hauch von Belustigung, oder war es  nur Freude, was sie dort sah? Schnell kam sie zu ihm, während er sich halb zur Seite drehte, damit sie an ihm vorbei konnte. Kurz berührte ihre Hand die seine, streichelten ihre Fingerspitzen sanft seinen Handrücken, während sie an ihm vorbei ging. Einen Schritt hinter dem Durchgang blieb sie kurz stehen, wandte den Kopf leicht zu ihm und lächelte. „Den nächsten Raum überlasse ich dir. Beinahe platze ich zwar vor Neugierde, aber..“.  Ihr Magen flatterte und zog sich zusammen, zumindest fühlte es sich so an, als er sie schmunzelnd ansah und an ihr vorbei zum nächsten Zimmer schritt. 

Er öffnete die Tür und nach einem Blick hinein wurde ihr ganz anders. „Um Gottes Willen, da will ich nicht rein! Das sieht ja aus, wie bei meinem Gynäkologen!“ murmelte sie erschrocken - nur mit Mühe schaffte sie es noch, den Impuls zu unterdrücken, nicht die Hände vor die Augen zu nehmen. Er wandte seinen Kopf und sah sie mit einem Schmunzeln im Mundwinkel an, während sie weiter vor sich hin blubberte „Ja ich weiß ja, dass es für alles, aber auch wirklich alles an Geschmäckern irgendetwas gibt, aber danke, das möchte ich wirklich nicht. Dieser Stuhl ist schrecklich, unbequem und vor allem anderen diese exponierte Haltung, die man da einnehmen muss … ich weiß ja nicht, ob ein Mann sowas verstehen und nachvollziehen kann, aber weder ist das schön, noch erregend oder sonst irgendetwas. Zumindest nicht für mich. Bitte, könntest du die Tür schließen und wir gehen weiter?!“ Warum nur sah er sie so aufmerksam an? Stand ihr das  Unbehagen so deutlich ins Gesicht geschrieben? Sei´s drum – sie fühlte sich mehr als nur dies, ihr war elend zumute. Allein der Gedanke, sie müsste da drauf liegen und er – Nein! Schon dieser Ansatz von Gedanke ließ sie schaudern. Ihr rollten sich sprichwörtlich fast die Zehennägel auf und es war ihr vollkommen gleich, ob es nun nach schierer Flucht aussah, als sie sich schnellstmöglich abwandte und den Raum verließ. Dabei versuchte sie, die Bilder aus ihrem Kopf zu verdrängen. Alles weiß in weiß – diese Möbel, wenn sie überhaupt diese Bezeichnung verdienten.

Er folgte ihr, schloss die Tür leise hinter sich und grinste. Sie verhielt sich wie ein verschreckter Hase im Angesicht einer Schlange, dabei war das doch gar nichts Schlimmes gewesen, befand er. Was war an exponierter Haltung denn auszusetzen?

 

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Inhalt/Idee

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Erotik/BDSM

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Rechtschreibung/Form

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Kommentar(e)

...bin schon auf die Fortsetzung gespannt. ;-)

Und solche Bilder finde ich immer ganz besonders schön.

Der Knoten in ihrem Bauch schien sich zu verselbstständigen und dann in einen aufgeregt umherflatternden Schmetterlingsschwarm zu verwandeln

Antwort auf von Berlin_Lex

für deinen Kommentar, Berlin_Lex. Ich freue mich, das du schon gespannt bist :-)
So viel kann ich sagen: die Fortsetzung wird noch etwas dauern, aber sie erscheint definitiv.

LG Kya

Dann schauen wir doch einmal, wohin die Reise uns führen wird. Bin neugierig, ob die lange Pause, veränderte Ausgangsbedingungen und das Leben an sich, eine spannende Geschichte ans Tageslicht befördern werden. Ein Anfang ist jedenfalls gemacht.

Einfühlsam geschrieben mit unübersehbarem Fokus auf die Gefühlswelt. Ich mag die Perspektive, bei der man sich vor allem im Kopf der/des Protagonisten/in aufhält und von Zeit zu Zeit aus ihren Augen, wie durch Scheinwerfer, in die Welt schaut, die sie umgibt.

Was mir an diesem (vermutlich ersten) Teil fehlt, ist der Haken, mit dem mich die Geschichte ködern will. Ein Paar besucht eine Fetischsuite und sie schwankt zwischen Neugier und Unsicherheit. Wie gesagt, schön geschrieben, aber nach neuerdings 7000 Geschichten fehlt mir ein Element, dass mir verspricht, hier irgendetwas geboten zu bekommen, was ich vorher noch nicht gelesen habe. Ob dieses Element in der Handlung oder der Betrachtungsweise läge, wäre mir egal, aber nur "da waren wir und ich fühlte mich hin und hergerissen", lässt meine Neugier noch nicht völlig entbrennen.

LG

Flo

Antwort auf von FlorianAnders

Flo :-)
Ich verstehe dich, also dass dir der Haken fehlt - aber vielleicht ist diese Geschichte ja bewusst so geschrieben, das es keinen gibt? ;-)
Nein mal ganz im Ernst: ich schreibe so gut wie nie mit Köderhaken... entweder eine Geschichte gefällt, oder sie tut es nicht. Ich hoffe, du findest im zweiten Teil, was du im ersten suchtest :-)

LG Kya

mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Und da die Erotik sich ja im Kopf abspielt, finde ich diese Geschichte erotischer als viele andere. Ich freue mich jedenfalls auf eine Fortsetzung. Auch wenn das dauern sollte, ich weiß selbst wie schwer es ist eine Fortsetzung zu schreiben. Manchmal kommt da eben der Alltag dazwischen.

LG Ornella

Antwort auf von O_devot

.. es freut mich wirklich sehr, dass ich dein "Kopfkino" anregen konnte - und hoffe natürlich, das ich es im nächsten Kapitel weiterhin so halten kann :)
Leider stimmt es, was man über Fortsetzungen sagt - besonders, wenn der Alltag immer wieder dazwischen grätscht -.-"

LG Kya

 

Anpfiff oder Abpfiff?

Zweifellos eine tragfähige Idee. Wenn da nur nicht … genau, dieses verdammte Corona einen Strich durch die Rechnung machen würde. Was also tun? Sich einfach heimlich treffen? Und wenn ja, sind die Risiken nicht zu groß? Auch ihn „quälten“ im Vorfeld sicherlich schon genügend Gedanken an das bevorstehende Treffen. Inklusive der wohl unabdingbaren Träume. Erwartbare Schmerzen waren dabei womöglich zweitrangig. Denn sie gehören zwangsläufig dazu. Eine Hand im Nacken ist ein simples und profanes Mittel, Willen durchzusetzen bzw. zu brechen. Und was Blicke bewirken können, ist nahezu sprichwörtlich. Sie vermögen im Volksmund sogar zu töten. Darum geht es hier aber nicht. Einzig Macht ist das Thema, nicht einmal Gewalt. Wenn überhaupt, dann eher sanfte.

Er bemerkte nicht nur die Unsicherheit oder Aufregung, welche ihr Herz zum Schlagen brachte. Zu beobachten war ihm viel wichtiger. Hinzusehen. Nüchtern und sachlich, kühl und rational. Emotionen? Fehlanzeige! Nicht bei ihm, ihre standen im Vordergrund. Ausschließlich ihre. Irgendwie musste es ihm gelungen sein, die Corona bedingten Einschränkungen zu umgehen. Wie sonst war es zu erklären, dass sie sich jetzt in dieser Situation befand? Dieses Gefühl, der Wunsch, sich zusammengerollt gänzlich unter die Decke des in ihren Augen wohl riesigen Bettes zu verkriechen, ist nicht nur spürbar. Es ist so offensichtlich, dass ihr kalter Schweiß nicht nur aus ihren Poren rann, sondern ohne jegliche Duftnote trotz allem zu riechen war. Beruhigend und beinahe liebevoll sanft nahm er die Rolle des Gentleman ein und ihr den Rucksack ab. Diese eigenartige Mischung von gespanntem Unbekannten und nicht erwarteter Sicherheit ließ sie untätig erstarren. Das kann man nicht wirklich beschreiben. Und doch ist es da, steht im Raum.

Neugierde, Blick und Unsicherheit … logische Konsequenz. Es bedarf eigentlich keiner weiteren Beschreibung als dieser Schlagworte. Jedes erläuternde Adjektiv ist ein Wort zuviel und nimmt den Dingen die Aussage. Grenzen? Was sind Grenzen? Gibt es überhaupt welche? Alle und alles, was der Mensch in dieser Hinsicht setzt und je errichtete, ist und war willkürlich. Die Realität hat keine Grenzen von Natur aus. Sie sind immer von Menschen künstlich gesetzt. Insofern ist jeder Bewohner dieses Planeten allein … weil er es so will, vielleicht empfindet. Und wiederum das genaue Gegenteil davon, ohne es wahr haben zu wollen. Bereit sind wir nie, denn wir vergessen. Wir sind geboren dafür, weil wir es mit der Fähigkeit zum Denken als einziges Lebewesen dieses Planeten in der Hand haben.

Und trotz alledem handeln wir selten rational, fast ausschließlich emotional. Frag mich nicht, wie ich es handhabe! Mein Kopf ist nicht von Bedeutung. Allein deiner ist Basis dieser Geschichte. Du befindest dich auf dem Weg, kein anderer! Vielleicht fühlst du dich unsichtbar auf einen auserwählten Pfad geschoben. Keine Ahnung. Es zählt doch nur, dass du ihn gehen möchtest, deine innere Bereitschaft.

Kribbelnde Haut … ein schönes Gefühl, aufgerichtete Härchen … logische Konsequenz. Igel? Nun ja, vielleicht. Wer weiß schon, wie weich die so wehrhaften Stacheln in Wirklichkeit sind. Geknotete Bäuche mag ich nicht. Es weckt schlechte Erinnerungen. Wenn dein Lieblingstier mit verdrehtem Magen viel zu früh verendet, würdest du womöglich auch anders darüber denken. Das mit den Flatterwesen ist schon eher plausibel und annehmbar. Ja, ein schönes und einladendes Bad kann die Augen zum Leuchten bringen. Nicht nur deine. Und in der vorgefundenen Ausstattung erst recht. Lagunenartig wie vor dem Eingang einer mystischen Welt des Berginneren. „Unter dem Meer …“, ich schmunzle für dich unsichtbar und versteckt hinter meiner Fassade.

Dein Bild erinnert mich unwillkürlich und zwangsläufig an … ach, lassen wir das besser. Lächelnd versinke ich kurz in Gedanken. Deine Frage ist nicht so wichtig. Gut Ding will Weile haben. Sprichwörter haben ihre Berechtigung. Du nimmst alles wahr, jedes Detail, alle Nuancen. Du siehst nicht nur mit den Augen, sondern mit jeder einzelnen Faser. Die Verlockung ist eine Versuchung. Wer würde da widerstehen? Warmer Regen, richtig. Fast wie in meiner zweiten Heimat … Brasilien. Diese Dusche ein Miniatursüdamerika. Selbst ich vergesse für einen Moment die Realität und bin auf Reisen zu Mangroven, Lianen und tropischem Duft. Normales Denken? Was ist schon normal? Vielleicht können das die Kommentatoren beantworten. Das alles ist viel schöner als bei mir selbst, wo die Risse sich in der kalkweißen Wand zunehmend Bahn brechen. Manchmal frage ich mich, wer brüchiger ist. Das Haus oder ich.

Dann hörst du Stimmen … stopp, nur eine Stimme. Über die Augen geht viel. Sie sprechen und erzählen viel mehr, als die meisten von uns Menschen je reden. Nur selten ist es ihnen bewusst. Und auch nicht vielen, eher wenigen, sehr wenigen. Es bedarf keiner Berührungen, werden die Augen aktiv benutzt. Blicke berühren nicht nur, sie dringen tief in einen ein, abgrundtief. Oft durchbohren sie uns sogar, entfachen unsichtbare Strudel, die in Tiefen vordringen, die sonst keiner jemals erreicht. Warum wohl überlässt er dir den folgenden Raum? Mag er keine Entscheidungen treffen? Oder fällt er sie gerade dadurch, dass er ihnen ausweicht? Gibt es einen unsichtbaren Plan? Lächeln … nicht nur im Gesicht des Protagonisten.

Spannung pur, bevor sich die Tür öffnet. Es ist deine Entscheidung, nicht seine! Es bedarf im Grunde keiner Worte. Warum schließt du die Tür nicht selbst, sondern forderst dazu auf? Du hast doch offensichtlich freie Hand und freie Wahl. Du überlässt ihm Klinke und Tür. Nicht nur diese, sondern viel mehr. Du begibst dich damit endgültig in seine Gewalt. Ein so nebensächlicher Moment wird zum Knackpunkt für alles, was folgt. Oder irre ich mich an dieser Stelle? Kann ich mir nicht vorstellen. Andere hätten es nicht bemerkt, ich aber bin auf jedes Detail versessen. Eine Art Verliebtheit, zu welcher ich sonst kaum Bezug habe und selten in der Lage bin. Na gut, lassen wir die Tür also verschlossen. Diese jedenfalls.

Stimmt – verschlossen.

Nicht nur die Tür. Ahnungen sind etwas für Hellseher und Astrologen. Nichts für mich. Blauer Dunst… Gedankennebel? Völlig normal. Schließlich leben wir heutzutage auf Datenautobahnen und Überholspuren. Niemand muss etwas über die anderen Verkehrsteilnehmer wissen. Lediglich stets mit allem rechnen. Wer von uns beiden lächelt jetzt tiefgründiger und versteckter? Kennen? Wissen? Gefühle? Leben? Tod? Klar, es ist der linke Daumen! Welcher sonst? Die halbe Welt ist Linkshänder. Geborene Mörder? Schulterzucken? Habe noch nie davon gehört, dass man Messer und Pistolen in die Wiege gelegt bekommt. Und wenn doch, müsste man auch noch lernen damit umzugehen. Die Meisten landen mit dem Messer am Kochherd in der Küche, nicht auf Schafott oder elektrischem Stuhl. Und noch seltener an deinem Hals. Soll ich an dieser Stelle weitermachen?

„Das Messer liegt zwischen deinen Busen. Kühler Stahl auf glühender Haut mit eiskaltem Schweiß. Angst? Du hast Angst. Trotz allem Vertrauen in mich. Vielleicht auch mehr Hoffnung als das. Dein Blick starr, die Pupillen geweitet.“

Schöne Aussichten

 

für den umfangreichen Input ;)
Ich gestehe, dein "Nachtrag" hatte und hat es wirklich in sich. Viel Stoff für Gedanken, neue Bilder..

Von Herzen also vielen Dank!

LG Kya

Liebe Kya, 

Ich freue mich das du deine Gefühle so wieder gibst. 

Ich weiß ja selbst wie verwirrt man sein kann. Ich freue mich auf die nächsten Räume. 

L. G. 

Ancilla. 

 

Süße! Das ist echt lieb von dir .. da werd ich glatt rot *verstecks*

Ich werde mich bemühen, weiterhin so detailliert zu schreiben, das die Räume weiterhin so plastisch werden :)

LG Kya