Neue Horizonte Teil 6 - Besuch im Schloss

"Klappentext"

Isabella besucht Kim und Georgia bei ihrer neuen Herrin

 

Isabella stieg aus dem Aufzug und ging ohne zu klopfen in das Büro. »Hallo Linda«, sagte sie und winkte knapp zu der Frau hinter dem Schreibtisch. Ohne auf zu sehen bearbeitete diese weiter mit verbissenem Gesicht ihre Tastatur. Sie deutete mit der Linken knapp auf die Tür hinter sich und nickte ohne auf zu sehen.
Isabella durchmaß das riesige Vorzimmer und ging auf die Tür schräg hinter Lindas großem Schreibtisch zu.

Dr. Emylia Maria Kroll
Geschäftsführerin

stand auf dem kleinen Schild neben der Tür. Isabella klopfte kurz und ging ohne eine Antwort ab zu warten in das ziemlich kleine Büro und schloss hinter sich die Tür. Ohne ein Wort zu sagen fläzte sie sich in den Sessel vor dem Schreibtisch, nahm sich einen Zigarillo aus der Schachtel, die dort lag und zündete sich diesen an. Sie beobachtete die Frau hinter dem Schreibtisch die ebenfalls auf der Tastatur die vor ihr stand wild herum tippte. Diese trug heute trug ein dunkelblaues T-Shirt mit der Aufschrift »proud member of the mile high club«.
Als von draußen ein lauter Jubelschrei zu hören war schob Emylia die Tastatur von sich weg »Hallo Isabella. Gut eingelebt?«
»Bis auf die kleine Panne mit dem Transporter, ja. Ich bin froh, daß wir endlich wieder in ordentlichen Betten schlafen können.«
»Das freut mich. Aber deshalb bist du sicher nicht hier.«
»Nein.« Isabella kam sofort auf den Punkt und legte ein Pad auf den Schreibtisch. Emylia nahm es auf und schaute sich die Akten die auf diesem zu sehen waren durch. »Ich habe ein ganz ganz mieses Gefühl bei den Beiden«, sagte Isabella und deutete auf das Pad.
»Das glaube ich dir. Aber was willst du machen?« Emylia tippte etwas auf dem Pad und an der Wand neben dem Schreibtisch erschienen die Schulakten von Georgia und Kim. Dazu noch ein gutes Dutzend andere Akten von Frauen die Isabella nicht kannte. »Es hat nie irgend welche Auffälligkeiten gegeben. Keine dieser Frauen hat sich irgendwo beschwert und die leben offenbar alle dort.« Sie tippte erneut auf dem Pad herum und eine weitere Akte erschien auf der Wand. »Valeria Baroness von Fähenberg«, sagte Emylia »Es gibt nichts aussagekräftiges über sie. ’91 als Serva in das Schloss gekommen und vor neun Jahren frei gelassen worden. Als die Baronin vor sechs Jahren gestorben ist hat sie das Anwesen als Treuhänderin verwaltet. Seit drei Jahren lebt sie offiziell nicht mal mehr auf dem Schloss sondern in einer Wohnung in Dresden. Sie taucht immer mal wieder auf Auktionen auf und kauft dort meistens zwei Serva. Das letzte mal waren es deine beiden Schülerinnen und vor einem Jahr zwei in Hamburg.«
»Sie lebt nicht auf dem Schloss? Aber wer hat dann das Sagen dort?« hakte Isabella nach.
»Das weiß ich nicht. Es gibt nur eine freie Frau dort.« Eine der Akten rückte in den Vordergrund »Merlina Hill, ehemalige Bankkauffrau aus London. Wegen Unterschlagung verurteilt und vor drei Jahren freigelassen. Sie lebt seit gut 15 Jahren auf dem Schloss. Das Einzige was ich sonst noch gefunden habe ist das hier.« Erneut tippte Emylia auf dem Pad herum. Die Akten verschwanden und einige Zeitungsberichte und Meldungen von diversen Nachrichtenagenturen erschienen auf der Wand.
»Ponyrennen und Dressurwettbewerbe?« Isabella schaute verwirrt über die Meldungen. »Die haben ein Gestüt?«
Emylia schaute verwundert zu Isabella und begann dann zu lachen. Als sie sich wieder gefasst hatte nahm sie sich selbst einen Zigarillo, steckte ihn an und tippte wieder auf das Pad. Nun erschienen verschiedene Bilder auf der Wand. Isabella klappte die Kinnlade herunter. Es waren allesamt Bilder von jungen Frauen die seltsame Anzüge mit Pferdemuster trugen und geschirrt waren wie Pferde, mitsamt Trense und Zügeln. Und es gab Bilder von Frauen die stolz irgend welche Pokale in die Luft hielten.
»Das ist doch pervers«, sagte Isabella.
Emylia schaute sie kopfschüttelnd an. »Blödsinn, da ist überhaupt nichts perverses dran. Das sind alles Agenturmeldungen die ganz offiziell in den Nachrichten kämen, wenn es mehr Leute interessieren würde. Das sind anerkannte Sportarten. Wir haben hier auch zwei Teams die bei sowas mit machen und auf den Wettbewerben gibt es sogar Kinderbespaßung und es gibt Sponsorenverträge, Werbekampagnen und von den beliebtesten Teams gibt es sogar sowas hier.« Auf der Wand erschienen Bilder von Plastikpuppen die eben so wie diese Frauen gekleidet waren.
»Ich fasse es nicht. Davon hab ich ja noch nie was gehört«, sagte Isabella staunend.
»Das liegt einfach daran das sowas kaum jemanden interessiert und es auch nur alle vier Jahre mal im Fernsehen gezeigt wird wenn die Weltmeisterschaften haben«, sagte Emylia lachend.
»Dann geht auf dem Schloss also alles mit rechten Dingen zu? Ist es das was du mir damit sagen willst?«
»Das weiß ich nicht. Diese Gerüchte die im Umlauf sind gibt es ja nun nicht erst seit gestern. Und mein Vater sagt immer das hinter einem Gerücht immer auch ein Funke Wahrheit steckt.« Emylia zog an ihrem Zigarillo und blies den Rauch in die Luft. »Wenn du willst dann schnappen wir uns einen Flieger und besuchen deine Schülerinnen mal.«
»Und du meinst, daß die uns so einfach alles zeigen was da so passiert? Die werden uns mit den Beiden sprechen lassen und das war’s auch schon, wenn sie uns nicht gleich wieder hochkant raus werfen.« Isabella drückte den Zigarillo wütend im Aschenbecher aus.
»Was willst du sonst machen? In einer Nacht- und Nebelaktion hin fahren, einbrechen und die Beiden da raus holen?«
Isabella sah auf »Ja, warum nicht?«
»Du bist doch verrückt. Im besten Fall ist sowas Einbruch und im schlimmsten kann sowas als Freiheitsberaubung ausgelegt werden«, sagte Emylia.
»Wenn ich recht habe werden die garantiert nicht die Polizei rufen. Und ich bin mir sicher, daß die irgend was zu verbergen haben. Sonst würden sie nicht so geheimnisvoll machen. Außerdem, du willst doch selber auch wissen was da läuft, das sehe ich dir doch an. Du kannst diese Baroness doch selber nicht leiden.«
»Das hat andere Gründe. Und wenn es da nichts gibt was einen solchen Aufstand rechtfertigen würde?« Emylia sah sie eindringlich an.
»Dann gebe ich ganz offiziell zu das ich mich geirrt habe und verliere nie wieder auch nur ein Wort darüber.«
»Also gut.« Emylia zuckte mit den Schultern. »Dann treffen wir uns um 16 Uhr bei mir. Zieh dir was unauffälliges an und ich sorge dafür das wir da hin kommen.«
»In Ordnung. Danke dir«, sagte Isabella. Sie stand auf und verließ das Büro.

- - -

Nach dem Mittagessen, Maja und Frida waren gerade dabei die Küche auf zu räumen kam Isabella herein. Sie war komplett schwarz gekleidet.
»Wo willst du denn hin Herrin?« fragte Maja erstaunt als sie ihren Aufzug sah.
»Ich will wissen was mit Kim und Georgia los ist. Ich hab ein ganz blödes Gefühl dabei, daß die Beiden bei dieser Baroness sind«, gab Isabella zurück.
»Kann ich mit Herrin?« fragte Frida.
»Nein. Du bleibst hier. Ich muss das alleine machen.« Sie nahm die Beiden in die Arme und gab beiden einen Kuss. Dann verließ sie ohne noch etwas zu sagen die Wohnung. Maja und Frida schauten ihr hinterher.
»Wenn sie da hin geht, dann sicher nicht alleine«, sagte Maja nachdem die Tür ins Schloss gefallen war »Ich wette, Emylia geht auch mit.«
Frida nickte nur und schaute sie besorgt an. »Und was sollen wir jetzt machen?«
»So wie sie aussieht wird das kein offizieller Besuch. Und soweit ich weiß war sie heute Vormittag bei Emylia«, sagte Maja. Sie ging ins Schlafzimmer und kramte in einem Schrank herum. Frida stand schüchtern in der Tür und beobachtete sie.
»Meine Güte Frida, steh nicht wie ein waidwundes Reh in der Tür. Komm endlich rein«, sagte Maja und holte eine längliche, flache Kiste aus dem Schrank.
»Aber ich kann doch nicht ..«, begann Frida und wurde von Maja unterbrochen.
»Natürlich kannst du. Meinst du denn ich weiß nicht, daß du schon seit Anfang der Woche jeden Abend da draußen stehst und dich fragst ob du rein kommen sollst oder nicht? Hier, leg das auf den Wohnzimmertisch«, sagte Maja und gab Frida die Schachtel. Sie kramte noch in einem anderen Schrank und holte einen kleinen Computer hervor. »Und sie weiß das auch. Wir haben schon eine Wette abgeschlossen wann du dich endlich traust.«
Frida starrte sie ungläubig an. »Aber ich… Ich meine Du und sie…«
Maja kam aus dem Zimmer heraus und strich ihr über die Haare. »Hältst du uns denn für blind?« fragte sie lachend. »Los, komm. Darüber reden wir ein anderes Mal«, sagte Maja als sie ins Wohnzimmer ging. Dort stellte sie den kleinen Computer auf den Couchtisch neben die andere Schachtel und klappte ihn auf.
»Was machst du da?« wollte Frida wissen.
»Ich handele mir den größten Ärger meines Lebens ein. Und entweder du bleibst hier und bekommst spätestens morgen genau so den Hintern voll wie ich oder du gehst in dein Zimmer und kannst ohne schlechtes Gewissen sagen du hast nicht gewusst was ich hier mache.«
Frida kniete sich demonstrativ neben Maja und schaute zu was sie tat. »Was ist denn da drinne?« fragte sie und deutete auf die Schachtel.
»Mach auf, dann weißt du es«, sagte Maja ohne auf zu sehen und begann auf dem Computer herum zu tippen. Frida öffnete den Deckel der Schachtel und sah zu ihrem großen Erstaunen eine aus braunem Leder geflochtene Peitsche.
»Die ist aus echtem Känguruleder. Soweit ich weiß ist die alles andere als harmlos«, erklärte Maja, wieder ohne auf zu sehen.
»Ich dachte, sie hätte nicht mal eine zu Hause? Was hast du damit denn vor?«
»Es ist auch nicht ihre sondern meine. Aber ich habe nichts damit vor. Wenn sie allerdings heraus bekommt, was ich hier mache, und das wird sie auf jeden Fall, dann wird die Peitsche sicher unser geringstes Problem sein. Also denke ich, es ist am Besten du gehst so lange in dein Zimmer«, sagte Maja. Als Frida keine Anstalten machte auf zu stehen tippte sie noch etwas auf dem Computer und auf dem Bildschirm des Computers erschienen die Schulakten von Kim und Georgia zusammen mit mehreren anderen Akten.
»Was hast du vor?« fragte Frida.
»Ich brauche nur eine Nummer fürs Comm. Und dann rufe ich da an. Wenn man die offiziellen Nummern anruft dann geht immer nur ein Auftragsdienst ran. Das weiß ich von der Herrin. Die hat das auch schon ein paar mal versucht.«
»Wie willst du das denn schaffen? Die Nummern wirst du doch bestimmt nicht in irgend welchen offiziellen Listen finden.«
»Natürlich nicht.« Maja warf Frida einen fragenden Blick zu »Weißt du eigentlich wo für ich dreißig Jahre bekommen habe?«
Frida schüttelte nur den Kopf.
Darauf hin tippte Maja etwas auf dem Computer ein und ihre eigene Akte erschien auf dem Bildschirm. Sie zeigte auf eine Zeile unter ihrem Bild. ’Datendiebstahl, Einbruch in gesicherte Datensysteme, Betrug mit gefälschten Daten. Handel mit Drogen, Drogenherstellung, Diebstahl.’ stand in dieser Zeile. »Ich war damals ziemlich gut und habe eine Menge Geld damit gemacht. Aber irgendwann bin ich unvorsichtig geworden und erwischt worden«, sagte sie.
Eine neue Akte erschien auf dem Bildschirm. Das Bild zeigte eine schlanke Frau Mitte dreißig mit schulterlangen, braunen Haaren und einem schmalen Gesicht. ’Merlina Fähenberg, geb. Hill’ stand unter dem Bild und darunter eine Commnummer. Maja schrieb diese ab und schaltete den Computer aus.
Beeindruckt schaute Frida sie an. In nicht einmal fünf Minuten hatte sie es geschafft heraus zu bekommen wer die Herrin von Kim und Georgia war und deren private Nummer gefunden.

In dem Moment als Maja auf ihr Comm tippen wollte piepste dieses. Sie tippte darauf und nahm das Gespräch an. »Hallo Miss Dana«, sagte sie und hielt das Comm ans Ohr.
»Ja, das hab ich mit bekommen«, »Nein, aber ich denke nicht, daß es sonderlich legal ist was die Beiden vor haben«, »Das habe ich schon. Ich denke nicht, das es nötig ist wenn noch jemand da mit drinne steckt. Ich bekomme sowieso schon genug Ärger dafür. Da müssen Sie nicht auch noch mit drinne stecken«, »Nein, das geht in Ordnung. Ich will nur nicht das sie Ärger mit der Polizei bekommen«, »Ja. Vielen Dank.«
Maja beendete das Gespräch. »Das war Dana, Emylias Frau. Sie macht sich auch Sorgen was die Beiden vor haben.

Dann nahm Maja ihr Comm und wählte die Nummer die sie heraus gesucht hatte.
»Guten Tag Miss, mein Name ist Maja, meine Herrin ist die Lehrerin ihrer beiden Serva, Kim und Georgia.«
Sie sprach eine Weile mit einer Frau am anderen Ende und beendete das Gespräch dann.
»Und was machen wir jetzt?« wollte Frida wissen.
»Ich bin für Tee«, sagte Maja, stand auf und ging in die Küche wo sie zwei Tassen Tee kochte. Nachdem sie Wasser aufgesetzt hatte ging sie zurück ins Wohnzimmer und brachte den Computer zurück ins Schlafzimmer. Nur die Schachtel mit der Peitsche ließ sie auf dem Wohnzimmertisch liegen. Dann ging sie wieder in die Küche und machte den Tee fertig. Frida kniete während dessen noch immer neben der Couch und schaute ihr zu. Dann kam Maja mit zwei Tassen Tee aus der Küche und stellte sie auf den Couchtisch.
»Da wir sowieso gerade nichts anderes machen können und die Herrin auch gerade nicht fragen können ob wir ausgehen dürfen, wie wäre es wenn wir beiden mal über dich reden?« sagte Maja und schaute sie aufmunternd an.
»Worüber sollen wir denn reden? Du weißt doch alles über mich.«
»Ach? Ich weiß zum Beispiel nicht, was du jeden Abend vor der Tür zum Schlafzimmer machst. Nein, halt, das weiß ich schon, aber mich würde interessieren warum du da stehst, hin und her läufst und immer wieder einen Rückzieher machst«, sagte Maja während sie ihren Tee um rührte.
»Woher weißt du das? Beobachtet ihr mich etwa?« fragte Frida erstaunt.
»Eigentlich nicht. Aber ich hab schon am Sonntag Abend den Schatten deiner Füße unter der Tür gesehen. Also hab ich die letzten Tage darauf geachtet. Ein Einbrecher kann es nicht gewesen sein denn dann hätte das Alarmsystem angeschlagen. Und wenn du nur aufs Klo gehen würdest, würdest du ganz sicher nicht jeden Abend eine Stunde oder länger vor der Tür stehen.«
Frida schaute sie überrascht an. Sie hätte nicht gedacht, daß man das so offensichtlich sehen würde. »Vielleicht habe ich ja auch nur gewartet bis ihr Beiden schlaft um mich heimlich aus der Wohnung zu schleichen und nach irgend welchen Firmengeheimnissen hier zu suchen die ich meinem Vater verraten kann«, sagte Frida.
Maja schaute sie an und begann dann zu lachen.
»Du brauchst mich nicht gleich aus zu lachen. Hätte ja immerhin sein können«, sagte Frida beleidigt.
»Entschuldige bitte. Aber das ist doch wohl wirklich an den Haaren herbei gezogen. Erstens wäre es schon der Gipfel der Blödheit sowas gleich in der ersten Woche hier zu machen, zweitens würde dann in den Protokollen ganz sicher stehen, daß du die Wohnung verlassen hättest, drittens wäre es sicher aufgefallen wenn jemand ohne passenden Ausweis in Bereiche kommt wo man sowas überhaupt finden könnte und viertens traut selbst Emylia dir sowas nicht zu«, erklärte Maja. »Also, warum bist du überhaupt hier?«
Frida sah sie kurz an und seufzte tief. »Als ich vor einem Jahr den Monat bei Euch war da habe ich mich das erste Mal irgendwo richtig wohl gefühlt.«
»Und das ist für dich Grund genug dich gleich für ganze fünf Jahre bei uns zu verpflichten? Wenn es nur das ist, wärest du ziemlich blöd«, gab Maja unverblümt zurück.
»Dann bin ich halt ziemlich blöd«, sagte Frida trotzig. »Ich weiß doch auch nicht, aber es fühlt sich einfach richtig an hier bei euch zu sein«, fügte sie leise hinzu.
»Hier, trink mal deinen Tee«, sagte Maja und gab ihr die Tasse. Frida nahm diese und trank einen Schluck. Maja lehnte sich an der Couch an und schaute sie eingehend an. »Du weißt nicht warum das so sein könnte?« fragte Maja und sah sie ernst an. Frida schüttelte darauf hin nur den Kopf und sah sie ein wenig hilflos an.
Maja schmunzelte und sagte »Na, du hast ja noch ein paar Jahre um das heraus zu finden. Aber ich hoffe ja, du brauchst nicht so lange.«
»Was ist denn?« Frida sah sie ein wenig beleidigt an. »Hab ich was lustiges gesagt oder warum lachst du?«
Nun brach es aus Maja heraus und sie lachte laut was ihr wieder einen beleidigten Blick einbrachte. Sie nahm Frida in den Arm und streichelte ihr die Wange »Irgend wie schon, ja«, sagte sie.

- - -

»Fertig?« fragte Emylia und sah Isabella an die auf dem Sitz des Copiloten saß. Diese nickte nur. »Na dann.« Emylia drückte den Schubhebel nach vorne und der Flieger beschleunigte. Die Startbahn vor ihnen wurde immer kürzer und kurz bevor sie deren Ende erreicht hatten zog Emylia am Steuerknüppel. Der kleine Frachtflieger hob recht schnell ab und gewann an Höhe. Isabella sah Emylia dabei zu wie sie mehrere Schalter betätigte und spürte daß das Fahrwerk einfuhr und die Abdeckungen verriegelt wurden.
»Seit wann kannst du eigentlich fliegen?« wollte sie wissen.
»Das ist doch nun wirklich kein großes Ding. Viel schlimmer als den Führerschein zu machen ist das auch nicht«, gab Emylia zurück. Auf einem großen Bildschirm in der Mittelkonsole erschien eine Landkarte und darauf eine geschwungene Linie. Sie drehte den Steuerknüppel ein wenig nach rechts und der Flieger folgte dieser Bewegung. »Sag mir jetzt bitte nicht, daß du Flugangst hast.«
»Nein, hab ich nicht. Aber ich frage mich gerade ob wir das Richtige machen.«
»Du wolltest unbedingt da hin und die Beiden raus holen. Also mach jetzt ja keinen Rückzieher«, sagte Emylia und beschleunigte den Flieger noch etwas.
»Nein nein. Aber vielleicht wäre es besser wenn du im Flieger wartest. Du musst da nicht mit rein gezogen werden.«
»Blödsinn. Ich will doch auch wissen, was da vor sich geht.«

Nachdem sie etwa eine halbe Stunde geflogen waren flog sie eine Wiese an und betätigte einen Hebel der die Triebwerke in eine senkrechte Position brachte. Dann hielt sie mitten in der Luft an und schwebte einen Augenblick lang in etwa 20 Metern über dieser während sie die Kameras einschaltete. Langsam ließ sie den Flieger auf die Wiese zu sinken und fuhr das Fahrwerk aus. Mit einem leichten Ruck setzten sie auf und sie schaltete sofort die Triebwerke aus.

Emylia löste ihre Gurte und stieg aus dem Pilotensitz. Isabella folgte ihr in den kleinen Frachtraum. Dort holte Emylia zwei bunte Wetterjacken und gab eine davon Isabella während sie die andere selbst an zog.
»Willst du das wir auffallen wie bunte Gänse?«
»Es ist noch hell draußen Isa. Und wenn wir so rum laufen« sie deutete auf Isabella »dann fällt das noch mehr auf.« Nachdem Isabella endlich die Jacke übergezogen hatte gab sie ihr noch einen schweren Rucksack.
»Was ist da denn drinne?« wollte Isabella wissen.
»Da ist hoffentlich alles drinne was wir brauchen werden.« Sie öffnete ihren Rucksack und holte mehrere Handschellen heraus.
»Ernsthaft?« fragte Isabella und sah sie zweifelnd an »Plüschhandschellen? In Pink?«
»Entschuldige bitte aber andere hab ich auf die Schnelle nicht bekommen. Wir stellen nun mal Sexspielzeug her und keine Ausrüstung für militärische Sonderkommandos«, gab Emylia zurück. Sie holte aus den Seitentaschen des Rucksacks mehrere Rollen Klebeband heraus. »Das ist Bondagetape. Das eignet sich prima zum fesseln. Es klebt nur an sich selber, aber das ziemlich fest und zuverlässig.« Dann holte sie mehrere Bündel schwarzes Seil heraus. »Seelenloses Baumwollseil. Keine Angst, frisch gewaschen.«
»Gewaschen?«
»Natürlich, das ist aus Danas und meinem privaten Vorrat. Damit hab ich vorgestern...«
»Danke, ich will es gar nicht genauer wissen«, unterbrach Isabella sie entnervt.
Emylia zuckte mit den Schultern und holte zwei Tuben aus dem Rucksack hervor.
»Und was ist das? Plastiksprengstoff aus der Tube?«
»Blödsinn.« Sie öffnete eine der Tuben und drückte sich etwas davon in den Mund. »Das ist Huhn mit Currysauce.« Sie verschloss die Tube wieder und legte alles zurück in den Rucksack. Aus der zweiten Seitentasche holte sie ein kleines Gerät, etwas größer als einen Kugelschreiber. Isabella nahm ihr das Teil ab und wollte auf den seitlich angebrachten Knopf drücken. Sofort nahm Emylia ihr das Gerät wieder ab »Finger weg. Das ist ein Laserschneider. Wenn du nicht gerade ein Loch in das Flugzeug brennen willst, solltest du ihn besser nicht hier drinne einschalten. Außerdem hält die Energiezelle gerade mal drei Minuten. Und wer weiß ob wir ihn brauchen werden.

Nachdem alles wieder verpackt war setzte sie ihren Rucksack auf und hieß Isabella es ihr gleich zu tun. Dann holte sie aus einem Staufach ein Pad heraus und schaltete es ein. Auf dem Pad war eine Karte zu sehen auf der ein Pfeil ihren Standort markierte. Mit einem Druck auf einen Knopf öffnete Emylia die Tür zum Frachtraum und stieg aus dem Flieger. Isabella folgte ihr und die Tür schloss sich wieder. Die Beiden gingen geradewegs durch den Wald auf das Schloss zu. Dabei kreuzten sie mehrere Wege und kamen nach etwa 200 Metern an einem Weinberg heraus. Sie gingen diesen einige Meter entlang und bogen dann auf einen anderen Weg ab der direkt in Richtung Schloss führte. Kurz vor dem Schloss machte der Weg eine Biegung und führte auf ein Tor in dem Zaun zu der das Gelände mit dem Schloss umgab.
»Ich frage mich ja, wieso jemand so einen massiven Zaun braucht, wenn er nichts zu verbergen hat«, sagte Isabella und deutete auf das Tor.
»Da muss ich dir vollkommen Recht geben Isa. Am Besten ich lasse den Zaun um Horizons gleich Montag abreißen, damit jeder rein kann wenn er will«, meinte Emylia.
»So war das nun auch nicht gemeint.« Isabella verzog den Mund zu einem Schmollen und folgte Emylia einige Meter den Weg zurück bis seitlich eine schmale Treppe hinunter auf einen Parkplatz führte. Auf diesem standen einige Leute herum und schienen auf etwas zu warten. Emylia ging zu der Gruppe und fragte einen Mann der etwas abseits stand »Entschuldigen Sie bitte, aber sind wir hier richtig für die Führung?«
»Ja, sind sie. Der Fremdenführer wird gleich hier sein«, erwiderte der Mann.
Emylia bedankte sich höflich, winkte Isabella zu sich und stellte sich zu der Gruppe.
Es dauerte noch ein paar Minuten bis ein Mann zu der Gruppe kam und alle herzlich im Namen der Baroness von Fähenberg begrüßte. Er stellte sich als Justus Hardt vor und war der Fremdenführer. Nach der Begrüßung begann er sofort damit die Gruppe mit Informationen über das Gebäude neben dem sie standen zu versorgen. Nachdem er einiges über die alte Kellerei erzählt hatte bat er die Gruppe, ihm zu folgen und ging die selbe Treppe hinauf die Isabella und Emylia eben herunter gekommen waren. Er führte sie den Weinberg hinauf und bog dann nach links ab zu einem kleinen, achteckigen Gebäude. Er nannte es das Bellevue und erzählte etwas über dieses Gebäudes das früher eine Kapelle gewesen war. »Der Brunnen, den Sie von hier aus sehen können stellt den Gott Bacchus dar, den römischen Gott des Weines und des Rausches«, erklärte er und deutete auf eine kleine Wasserfläche vor dem Gebäude. Dann erzählte er über das Schloss welches man von hier aus gut sehen konnte. Er erzählte über einige architektonische Besonderheiten und wollte dann weiter gehen.
»Entschuldigen Sie, aber kann man das Schloss denn auch besichtigen?« fragte eine Frau. Isabella schaute zu dieser Frau und hatte das Gefühl, sie bereits irgendwo einmal gesehen zu haben.
»Nein meine Dame, das geht leider nicht. Da das Schloss bewohnt ist, ist das nicht möglich«, antwortete Herr Hardt. »Die Baroness möchte es lieber vermeiden, das jeden Tag einige Dutzend Leute durch ihr Wohnzimmer laufen.
»Na, ich kann mir gut vorstellen daß die das nicht will. Man munkelt ja so einiges über die Baroness«, sagte die Frau. Sie schien auf Konfrontation aus zu sein und schaute Herrn Hardt herausfordernd an.
Dieser blieb jedoch ruhig und erklärte »Ich kann mir denken, was Sie meinen, aber das sind alles nur leere Gerüchte. Wenn ich Sie nun bitten dürfte, mir weiter zu folgen«, sagte er und ging den Weg ein Stück zurück.
Doch die Frau ließ sich nicht so einfach abwimmeln und sagte »Sie wissen doch, an jedem Gerücht ist immer auch etwas Wahrheit.«
»Und Sie wissen, daß die Menschen gerne Sachen erfinden wenn sie Geheimnisse wittern«, sagte Herr Hardt ruhig.
»Ich bin mir ziemlich sicher, daß balde an die Öffentlichkeit kommt, was hier gespielt wird. Und das dürfte ganz sicher für die eine oder andere Überraschung sorgen«, sagte die Frau.
Herr Hardt ging nicht weiter auf die Frau ein und führte die Gruppe nun durch die Weinberge hinauf zu einem anderen, kleinen Gebäude das laut seinen Aussagen früher eine Unterkunft für Erntehelfer gewesen war. Doch nun erfolgte die Lese der Trauben mit Hilfe von Maschinen die die Trauben zur Kellerei brachten und so wurden nun viel weniger Erntehelfer benötigt die zum größten Teil aus den umliegenden Gemeinden kamen.
Die Frau, sie war in etwa in Emylias und Isabellas Alter und trug auffallend viel und dickes Makeup, versuchte immer wieder das Gespräch auf die Gerüchte zu bringen die über das Schloss im Umlauf waren doch Herr Hardt ging nicht darauf ein. So war die Führung bis sie bei der neuen Kellerei endete auch für Isabella und Emylia recht interessant. Doch außer, daß die Frau die Gerüchte über das Schloss wiederholt hatte die sie bereits kannten, erfuhren die Beiden nichts was für sie von Nutzen gewesen wäre.

Emylia nahm Isabella nach der Führung bei Seite nachdem die dem Führer, wie auch einige der anderen Mitglieder der Gruppe ein gutes Trinkgeld gegeben und sich bei ihm bedankt hatte.
»Und was machen wir jetzt?« fragte Isabella.
»Wir gehen was essen.« Emylia deutete auf den Eingang zum Restaurant und ging voraus.
Sie betraten das Restaurant und ließen sich einen Tisch am Fenster geben von dem aus man das Schloss sehen konnte.
»Wie kannst du jetzt ans Essen denken?« fragte Isabella und schaute Emylia verwundert an.
»Ganz einfach«, sagte Emylia während sie auf die Bedienung warteten »Ich habe Hunger. Und du solltest vielleicht auch etwas essen.«
»Meinetwegen«, sagte Isabella und verzog das Gesicht.
Emylia hatte bereits eine Karte in der Hand und schaute sich diese eingehend an. Als die Bedienung endlich kam bestellte sie ohne Isabella zu fragen eine große Winzerplatte und eine Flasche Traubensaft.
Isabella wollte protestieren aber dazu war es bereits zu spät, denn die Bedienung war bereits gegangen. Sie schaute aus dem Fenster und betrachtete das Schloss. »Isabella, was ist denn, wenn wir falsch liegen?«
»Dann werde ich mich ganz offiziell bei der Baroness entschuldigen. Aber erst will ich es mit eigenen Augen sehen.«
»Du lässt nicht locker, wie?«
»Nein, was das angeht ganz sicher nicht.«
»Was hast du eigentlich gegen die Baroness? Ich meine, abgesehen von den Gerüchten gibt es doch nun wirklich nichts, was sie sich hat zu Schulden kommen lassen.«
Emylia, die ebenfalls zum Schloss herüber gesehen hatte drehte sich kurz um und sagte »Das ist eine Sache zwischen ihr und mir. Da werde ich dich ganz sicher nicht mit rein ziehen Isabella. Aber ich habe meine Gründe.«

Isabella zuckte mit den Schultern und schaute wieder zum Schloss. Nach einer Weile brachte die Bedienung zuerst eine Flasche mit rotem Traubensaft und zwei Gläser, schenkte beiden einen Schluck ein und brachte dann das Essen.

»Schön. Und jetzt?« fragte Isabella nach dem sie gegessen hatten.
»Du, das ganze war deine Idee. Was hattest du denn vor? Wolltest du wie ein Sonderkommando einbrechen und die beiden entführen oder lieber mit einem Panzer vor der Tür stehen und sie dir übergeben lassen? Wenn du die Baroness zur Rede stellen willst, ich hab leider keine Waffen dabei und einen Panzer müsste ich erst besorgen. Das dauert aber mindestens eine Woche.«
»Red doch keinen Blödsinn, ich will nur endlich wissen, was hier wirklich vor sich geht«, sagte Isabella. »Ja, vielleicht war es wirklich eine sehr dumme Idee hier her zu kommen. Vielleicht habe ich wirklich überhaupt keine Ahnung was ich machen wollte wenn ich erst mal hier bin. Aber irgend was geht hier vor, da bin ich mir sicher. Und irgend was muss ich doch tun. Ich habe die beiden immerhin zwei Jahre lang unterrichtet und ob du es mir glaubst oder nicht, ich mache mir Gedanken um meine Schülerinnen. Und zwar um alle.«
»Also ich bin mir auf jeden Fall gerade sehr sicher, daß du als Schulleiterin deine Arbeit gut machen wirst. Aber du kannst nicht alle zu dir nehmen so wie Frida. Aber wenn es dich beruhigt und bevor du wegen ihr auch noch ein ungutes Gefühl bekommst, diese kleine, Larissa heißt sie glaube ich, ist auf Horizons. Da brauchst du keine Geheimaktion draus zu machen wenn du wissen willst, wie es ihr geht. Bei ihr reicht es, einfach ein Haus weiter zu gehen und zu klingeln.«
»Was?« rief Isabella aus. »Woher weißt du das denn?«
»Na was denkst du denn? Erstens bin ich die Chefin auf Horizons und weiß über Alle die dort wohnen Bescheid oder kann mir zumindest wenn es nötig ist die Akten ansehen und zweitens« sie machte eine kurze Pause »habe ich mit Johanna, ihrer Herrin, gestern erst gesprochen. Sie ist in unserer Entwicklungsabteilung. Wir treffen uns sonntags immer zum Karten spielen. Wenn du willst, dann kommst du übermorgen vorbei und kannst mit ihr reden.«
»Oh toll«, rief Isabella aus »Wieso weißt du mehr über meine Schülerinnen als ich selbst?«
»Ganz einfach. Ich bin öfter mal bei Miss Wilhelmina. Und wir sprechen nicht nur über unser Projekt oder über das meines Bruders sondern auch mal über ganz belanglose Dinge. Außerdem, warum sollte eine Lehrerin so viel über den Verbleib ihrer Schülerinnen wissen? Die Meisten wissen, daß sie sowieso nichts machen können und fragen deshalb gar nicht erst. Und die Einzige, die sich so für ihre Schülerinnen einsetzt sitzt irgendwann in einem Restaurant und weiß nicht, was sie machen soll.«
»Ja, toll, werf mir das doch noch vor«, gab Isabella beleidigt zurück. Dann sah sie Emylia an und fragte »Was denn für ein Projekt eigentlich?«
»Als ob das im Moment so wichtig ist. Das erkläre ich dir, wenn wir wieder zu Hause sind bei einem Glas Wein. Jetzt lass uns da rein gehen. Ich hab keine Lust hier zu warten bis es dunkel wird.«

»Rein gehen?« fragte Isabella ungläubig als sie vor einem schmiedeeisernen Tor standen und Emylia auf den Klingelknopf gedrückt hatte »Einfach so klingeln? Was Besseres fällt dir nicht ein?«
Emylia wollte gerade etwas antworten als eine Stimme aus dem Lautsprecher der Sprechanlage ertönte »Ja bitte?«
»Hier sind Isabella Becker und Emylia Kroll. Wir würden gerne mit der Baroness sprechen«, sagte sie statt dessen.
»Einen Moment bitte«, ertönte die Stimme nach einer kurzen Pause.
»Ich finde, das klingt nach einer guten Idee. Scheint doch zu klappen.« Emylia deutete auf die Tür des Schlosses, die gerade geöffnet wurde. Jemand kam heraus und auf sie zu.

»Bitte kommen Sie mit, wir haben Sie bereits erwartet«, sagte die Serva, eine recht kleine Frau mit rotbraunen, schulterlangen Haaren, die ihnen das Tor geöffnet hatte. Sie ging voraus zum Schloss und deutete ihnen ein zu treten. Als sie nach den Beiden die große Eingangshalle betrat in der zu beiden Seiten eine geschwungene Freitreppe nach oben führte, schloss sie die Tür hinter sich und ging dann zu einem, großen Portrait vor dem sie knickste. Dann erst führte sie sie weiter durch einen Raum zwischen dessen Fenstern sich mehrere leere Nischen befanden in einen kleinen aber schönen Wintergarten in dem an einem kleinen Tisch zwei barocke Sofas standen.
»Bitte, nehmen Sie doch Platz, die Freifrau wird in wenigen Minuten bei Ihnen sein. Wenn Sie etwas trinken möchten?« fragte sie.
»Danke, im Moment nicht«, sagte Emylia die sich neben Isabella auf eines der Sofas gesetzt hatte. Darauf hin knickste die Frau und ließ sie alleine.
Die Beiden schauten sich um und betrachteten die Pflanzen die auf erhöhten Beeten rund um die Sitzgarnitur wuchsen. Alle waren sehr gepflegt und selbst der Kies welcher den Boden bedeckte war säuberlich zu Streifen gerecht worden die in einem leichten Schwung um die Pflanzen herum führten.
»Moment mal, wieso haben die uns denn erwartet?« fragte Isabella Emylia. Diese zuckte nur mit den Schultern.

»Ihre Frau war so freundlich Sie anzukündigen, Frau Becker. Offenbar hatte sie Angst, daß Sie Beide etwas unüberlegtes anstellen würden und hat mich angerufen.«
Isabella drehte sich zur Tür und sah eine Frau in einer prächtig verzierten Tunika mit doppelter Knopfreihe die gerade auf sie zu kam.
Sie und Emylia standen auf und wurden von der Frau statt mit einem Knicks mit einem Handschlag begrüßt. Es war die selbe Serva die Isabella bereits auf der Auktion aufgefallen war. Sie lächelte sie aus grauen Augen freundlich an. »Guten Tag Frau Kroll, Frau Becker, mein Name ist Merle. Bitte nehmen Sie doch Platz. Der Tee wird gleich hier sein.«
Emylia und Isabella setzten sich wieder und die Serva nahm ihnen gegenüber Platz.
»Hätte ich mir ja denken können das die alte Schachtel ihr Schoßhündchen wieder vor schickt«, murmelte Emylia und fing sich dafür einen schmerzhaften Tritt auf die Zehenspitzen von Isabella ein.
Doch die Frau hatte das gehört. »Ich denke, da Sie hier zu Gast sind sind ihre Beleidigungen unangebracht, Frau Kroll«, sagte sie und blickte Emylia streng an.
»Ich entschuldige mich für Emylia«, sagte Isabella. »Aber in einem muss ich ihr recht geben, ich würde ebenfalls gerne mit der Baroness sprechen.«
»Ich denke, Sie Frau Becker wollen vielmehr mit ihren Schülerinnen sprechen. Dazu werden Sie gleich Gelegenheit haben. Doch zuerst würde ich vorschlagen trinken wir einen Tee.«
In diesem Moment klopfte es und die Tür wurde geöffnet. Zwei Serva kamen herein. Es waren Kim und Georgia wie Isabella sofort sah. Georgia hielt ein Tablett auf dem eine Teekanne und Tassen standen. Die beiden kamen an den Tisch und knicksten. Schweigend aber lächelnd schenkte Kim Tee in eine Tasse, ging um den Tisch und stellte diese vor Isabella ab. Die nächste Tasse stellte sie vor Emylia ab und die letzte vor Merle. Dann stellte sie ein Kännchen mit Milch, eine Schale mit Zitronenscheiben und eine Schale mit Kandis auf den Tisch. Zuletzt stellte sie noch das Tablett mit der Kanne und einer Schale Kekse auf den Tisch. Isabella beobachtete sie dabei eingehend und stellte fest, daß beide ihre Aufgabe sehr gewissenhaft und vorbildlich schweigend verrichteten. Dennoch konnte sie deutlich erkennen daß beide sich sehr anstrengen mussten, sich ein Grinsen zu verkneifen.
»Danke ihr Beiden«, sagte Merle. »Wartet bitte draußen.« Darauf hin knicksten die Beiden erneut und gingen wieder hinaus.
Sie wandte sich an Isabella »Ich muss sagen, die Beiden sind wirklich ausgezeichnet ausgebildet, trotz ihrer, wie ich gehört habe, recht unkonventionellen Art.«
»Danke«, sagte Isabella knapp. Am liebsten wäre sie sofort aufgestanden und den beiden nach gegangen.
»Bitte sehr«, sagte Merle. Sie nahm ihre Tasse und gab einen Schluck Milch hinein. »Ein typisch englischer Tee wie man ihn nur in London bekommt. Der Laden der ihn verkauft war früher königlicher Hoflieferant.«
Während Emylia ihren Tee ebenfalls mit Milch trank, nahm Isabella einen Löffel weißen Kandis und etwas Zitrone, was ihr einen amüsierten Blick von Merle einbrachte.

»Wissen Sie, diese ganzen Gerüchte gehen mir einfach nur auf die Nerven«, sagte Merle und stellte ihre Tasse auf den Tisch zurück. »Aber ich habe mich mittlerweile damit abgefunden daß man sie nicht so einfach aus der Welt schaffen kann. Ich habe den Beiden gesagt, sie sollen ihnen wenn Sie möchten, jedes Zimmer und jeden Raum im Schloss zeigen. Ich hoffe, daß zumindest Sie Frau Becker dann überzeugt sind, daß hier wirklich niemand im Blut von Jungfrauen badet oder es sogar trinkt.«
»An sowas habe ich eigentlich auch nie gedacht«, sagte Isabella »Aber ich glaube, in den meisten Gerüchten steckt auch immer ein Funke Wahrheit. Und wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich bei den Beiden ein recht ungutes Gefühl als ihre Herrin sie gekauft hat.«
»Und aufgrund eines Gefühls sind Sie hier her gekommen?« fragte Merle.
»Ja, ich gebe zu, daß das so ist.«
»Nun ihre Sorge um ihre Schülerinnen ehrt Sie. Aber ich kann ihnen versichern, daß ihnen hier garantiert weniger schlimme Dinge widerfahren als wenn sie zu anderen Herrschaften gekommen wären. Wobei, schlimme Dinge, das ist natürlich alles relativ, aber das werden Sie nachher sicher selbst sehen«, sagte Merle.
Darauf hin sah Isabella sie fragend an. Bevor sie allerdings etwas sagen konnte warf Emylia, die der Unterhaltung zwischen den Beiden bisher schweigend zugehört hatte ein »Also ich würde auf jeden Fall gerne mit ihrer Herrin sprechen.«
Merle sah sie eingehend an und warf einen kurzen Blick zu Isabella. »Das wird nicht möglich sein. Die Freifrau ist vor sechs Jahren gestorben. Seit dem« sie nahm ihr Halsband ab und legte es demonstrativ auf den Tisch »bin ich hier die Herrin.« Emylia und Isabella warfen ihr einen erstaunten Blick zu. »Die Freifrau hat mich per Testament adoptiert und vor drei Jahren frei gelassen. Seit dem bin ich Eigentümerin dieses Anwesens und trage den Titel Freifrau«, erklärte Merle.
»Und was bitte ist mit der Baroness?« fragte Emylia.
»Die Baroness ist eine gute Freundin und war lange Zeit meine Treuhänderin. Sie Frau Kroll wissen ja, wie das heutzutage mit Adelstiteln funktioniert. Die Baroness bekam von der Freifrau den Titel verliehen um den Stand zu wahren. Seit ich meine Zeit als Serva abgeleistet habe und das Anwesen selbst führe wohnt sie nur noch gelegentlich hier. Sie begleitet mich zu offiziellen Anlässen und unterstützt mich immer noch bei verschiedenen Angelegenheiten.«
»Ich verstehe«, sagte Emylia und nickte, Isabella hingegen sah sie fragend an.

»Wenn Sie möchten Frau Becker, dann können Sie mit ihren Schülerinnen sprechen. Die Beiden zeigen Ihnen das Schloss und das Anwesen wenn sie möchten«, sagte Merle, oder die Freifrau nach dem sie den Tee getrunken hatten. »Wir beide« sie deutete zu Emylia »haben vermutlich einige Differenzen zu klären. Das hat meiner Meinung nach schon viel zu lange auf sich warten lassen.«
Isabella fühlte sich gerade als wäre sie hinauskomplimentiert worden. Sie stand auf und verließ den Wintergarten. In dem Raum da davor traf sie auf Kim und Georgia. Die Beiden knieten nebeneinander auf dem Teppich und sprangen auf als sie den Raum betrat. Die Beiden knicksten und begrüßten sie mit einem »Guten Tag Miss Isabella.« Jetzt versteckten sie ihre Freude, sie wieder zu sehen, nicht mehr. Sie kamen grinsend auf sie zu und umarmten sie. Besser gesagt, Georgia umarmte sie, während Kim sich kurz bei ihr an lehnte, sie hatte beide Hände mit einer kurzen Kette auf dem Rücken gefesselt.

»Ihr braucht vor mir aber nicht mehr zu knicksen«, sagte Isabella nach dem sie die Beiden ebenfalls begrüßt hatte.
»Des gehört sich aber doch so. Des haben Sie uns doch so beigebracht«, sagte Kim darauf hin. »Aber was machen Sie denn eigentlich hier?«
»Ja, das stimmt wohl. Ich wollte mal nach sehen, wie es euch Beiden hier so geht«, antwortete Isabella und schaute die Beiden an.
»Uns geht es prima. Es ist toll hier«, sagte Georgia. »Sind sie extra deswegen hier her gekommen?«
»Ja, bin ich. Aber wenn es euch hier so gut geht, wieso trägst du dann diese Handfesseln?« fragte sie Kim
»Naja,« Kim errötete »weil, des fühlt sich gut an und weil Georgia des gern hat wenn ich die trage. Und außerdem« nun grinste sie verlegen »des sind doch die von Ihnen.«
»Euch gefällt das?« fragte Miss Isabella ein wenig erstaunt. Darauf hin nickten die Beiden. Isabella sah die sie an und musste lachen »Dann fehlt ja nur noch die Leine«, sagte sie.
Georgia sah sie an und zog die Stirn in Falten. Dann grinste sie breit und schaute zu Kim die erneut rot wurde. »Merle hat gesagt, wir sollen Ihnen alles hier zeigen wenn Sie möchten«, sagte sie.
»Sehr gerne«, erwiderte Miss Isabella.

Während Sie ihr das Speisezimmer und die Küche zeigten, erklärten ihr Kim und Georgia einige der Regeln und Gepflogenheiten auf dem Schloss die Isabella zwar überwiegend recht seltsam fand aber nicht so schlimm wie sie sich das vorgestellt hatte. In der Küche hingen mehrere Ketten von der Decke herab an deren Enden sich kleine Vorhängeschlösser befanden. Georgia nahm eine der Ketten und zeigte ihr das diese nach gaben wenn man daran zog und bis auf dem Boden in der hintersten Ecke reichten damit man sich an ihnen nicht verletzen konnte wenn man hin fallen sollte. Dann führte sie sie zwei Etagen nach oben wo die Beiden ihr ihr Zimmer zeigten.
»Das Bad teilen wir uns mit Eva und Alessia«, erklärte Kim. Georgia klopfte an die zweite Tür im Badezimmer und öffnete diese als von drinnen ein »Herein«, erklang. An einem großen Schreibtisch saß nackt eine ziemlich schlanke Frau mit rotbraunen Haaren.
»Des is Eva«, sagte Kim. »Eva, des is Miss Isabella, unsere Lehrerin.«
Die Frau drehte sich auf ihrem Stuhl um so weit sie konnte, ihr Halsband war mit einer Kette am Tisch angebunden. Nun bemerkte Isabella das sie einen BH aus glänzendem Stahl trug und etwas das aussah wie eine Unterhose aber ebenfalls aus glänzendem Stahl bestand. Erstaunt starrte Isabella auf diese seltsame Wäsche.
»Entschuldigung das ich nicht auf stehe Miss. Aber wie Sie sehen bin ich etwas kurz angebunden«, sagte sie und lachte über ihren eigenen Witz.
»Aber warum?« wollte Isabella wissen.
»Damit ich mich besser auf meine Arbeit konzentrieren kann. Wenn ich dauernd aufstehe, werde ich nie damit fertig. Außerdem ist es hier üblich daß man angekettet ist wenn man nicht gerade irgend etwas erledigen muss wo das hinderlich wäre«, sagte die Frau.
»Ich verstehe«, sagte Isabella die langsam eine leise Ahnung davon bekam wie es hier lief. »Und das da?« fragte sie und deutete auf die seltsame eiserne Bekleidung.
»Das hat Alessia mir angelegt weil ich am Montag einen kleinen Fehler gemacht habe«, sagte sie. Georgia lachte darauf hin leise. »Ich bin ja gerade richtig froh, daß ich das alles noch nicht habe. Aber lustig war es trotzdem.«
Kim warf ihr darauf hin einen leicht verärgerten Blick zu. Doch Eva grinste ebenfalls und sagte »Ja, sei froh. Aber das kommt noch.«
Darauf hin ließen sie Eva wieder alleine und gingen den Flur entlang bis zu einer Tür an dessen Ende. Hinter der Tür führte eine Treppe nach oben auf einen riesigen Dachboden. Da es hier außer einigen Kisten und anderen Dingen die nicht so oft benötigt wurden nichts zu sehen gab gingen sie wieder nach unten und Georgia und Kim zeigten ihr das große Wohnzimmer. Hier war offenbar genug Platz für Alle, es gab mehrere Sofas, einen großen Fernseher und am Fenster stand eine Staffelei auf der ein mit einem weißen Tuch zu gedecktes Bild stand. Dieses Wohnzimmer sah, wie auch die Zimmer der Frauen, sehr gemütlich aus und erweckte nicht den Eindruck als würde hier jemand sonderlich gequält werden.

Die Beiden führten sie eine Etage tiefer und zeigten ihr die Gästezimmer und das Zimmer in welchem die Baroness schlief wenn sie im Schloss war. In allen Zimmern waren die Möbel mit Tüchern abgedeckt und alles sah unbewohnt und etwas trist aus. Die ziemlich großen Gästesuiten hatten eine eigene kleine Terrasse und über dem Haupteingang gab es noch einen großen Balkon. Nun ging es wieder ins Erdgeschoss. Den Speisesaal, die Küche und den den Festsaal kannte Isabella bereits. Ebenso wie den kleinen Saal an den der Wintergarten grenzte. Emylia und Merle waren offenbar gegangen. Statt dessen kniete eine Frau in einem der Beete und harkte den Boden um die Bäume herum.
»Das ist Antonia«, stellte Georgia Isabella die Frau vor die lediglich eine Gärtnerschürze und leichte Handschuhe trug. Sie stand auf und knickste vor Isabella. »Das ist Miss Isabella, unsere Lehrerin«, stellte Georgia Isabella vor.
»Hallo«, sagte Isabella und winkte. Die Frau erwiderte freundlich den Gruß und kniete sich dann wieder in das Beet und harkte weiter den Boden und zupfte hier und dort etwas Unkraut aus dem Boden welches sie in einen kleinen Eimer legte.
Zuletzt zeigten Kim und Georgia Isabella noch den roten Salon in dem viele Gemälde an den Wänden hingen. Hier saßen Emylia und die Freifrau in einer Sitzecke und unterhielten sich lachend. Offenbar hatten die Beiden es geschafft ihre Differenzen zu überwinden.
»Miss Isabella«, sagte die Freifrau freundlich. »Haben Sie alles gesehen was sie sehen wollten?«
»Die Beiden haben mir jetzt wirklich das ganzen Schloss gezeigt. Aber eine Folterkammer habe ich noch nicht gesehen«, scherzte Isabella.
»Die ist im Keller. Wenn Sie möchten können Sie sich den auch an sehen. Da gibt es sicher die eine oder andere Überraschung zu sehen«, sagte die Freifrau und lachte freundlich.
»Es gibt hier tatsächlich eine Folterkammer?« fragte Isabella erstaunt.
»Allerdings gibt es die. Aber am Besten zeigen sie ihnen die Beiden selbst, damit Sie sich einen Eindruck verschaffen können.«
Erstaunt nickte Isabella und Kim und Georgia führten sie zurück in die Eingangshalle. Dort gab es unter einer der großen Treppen eine schmale Tür hinter der eine weitere Treppe nach unten führte.
Die Beiden zeigten ihr zuerst die großen Vorratsräume. »Scheint so als ob ihr hier ziemlich viel Kartoffeln zu Essen bekommt«, meinte Isabella als sie mehrere große Holzbehälter sah die randvoll mit Kartoffeln gefüllt waren.
»Eigentlich glaub ich des die eher als Strafe da sind«, sagte Kim worauf hin Isabella sie fragend an sah.
»Merle hat ihr Montag angedroht das es die ganze Woche Kartoffeln zu essen geben würde wenn sie sich nicht benimmt und daß sie die dann schälen muss«, erklärte Georgia worauf hin Isabella lachte. »Vielleicht sollte ich sowas an der Schule auch als Strafe einführen«, meinte sie.
»Wie ist es eigentlich an der neuen Schule?« wollte Georgia wissen während sie ihr die anderen Vorratsräume zeigte.
»Ich hab bisher noch nicht all zu viel gesehen. Das wird erst nächste Woche passieren«, sagte Isabella »Im Moment hab ich ja noch Urlaub, sonst hätte ich es nicht geschafft her zu kommen.«
»Wie geht’s Frida und Maja denn?« fragte Georgia.
»Denen geht es gut«, sagte Isabella. »Noch jedenfalls«, fügte sie leise hinzu.
»Des freut mich. Bestellen Sie ihnen bitte schöne Grüße«, sagte Kim.
»Das mach ich gerne«, sagte Isabella. »Aber wo ist denn nun die Folterkammer?«
Kim und Georgia warfen sich einen kurzen Blick zu und nickten. Dann gingen sie weiter und zeigten ihr noch das Schwimmbad, eine kleine Werkstatt und die Waschküche. »Ich glaub, des hier soll die Folterkammer sein. Wäsche waschen is eine ganz fiese Aufgabe. Aber ich glaub sie wollen lieber die da sehen«, sagte Kim und ging einen kurzen Gang neben der Treppe entlang. Georgia öffnete eine Tür an dessen Ende. Die Drei traten in den abgedunkelten Raum und Georgia schaltete das Licht ein. Isabella sah sich schweigend in dem Raum um. Sie fuhr mit den Händen über die Streckbank und betrachtete die gesamte Einrichtung. Alles war sauber und aufgeräumt. »Das sieht eher nach einem Spielzimmer aus«, sagte sie grinsend. Sie ging zu einem Schrank mit mehreren kleineren Türen an denen kleine Schilder klebten. »Darf ich?« fragte sie. Als Georgia nickte öffnete sie eine der Türen und schaute hinein. »Da ist ja gar nichts drinne«, sagte sie.
Georgia trat zu ihr und schaute selbst in den leeren Schrank. Sie schloss die Tür und schaute auf das Schild. Es war ihr eigener Name der dort stand. Dann öffnete sie die Tür daneben auf der Kims Name stand, auch dieses Fach war leer. Nun öffnete sie eine weitere Tür. »Merle« stand auf dem Schild. Dieses Fach war voll mit jeder Menge Sexspielzeug, darunter einige Dinge von denen Georgia nicht einmal gedacht hätte das sie so etwas je zu Gesicht bekäme. »Meine Fresse ist das Teil riesig«, sagte sie staunend.
Isabella warf einen kurzen Blick in den Schrank und schloss dann die Tür wieder. »Sei froh, das du nicht mehr meine Schülerin bist. Für so eine Indiskretion dürftest du ein paar Tage Mauerblümchen spielen«, sagte sie lachend.
Kim schaute zu den Beiden »Ich glaube hier läufst du dafür eher ein paar Wochen so rum wie Eva«, sagte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu Georgia.
»Wenn ich so rum laufen darf, dann darfst du das auch«, warf Georgia ebenfalls grinsend ein.
Kim warf ihr einen kurzen Blick zu »Entschuldige bitte, ich werd es ihr sicher nich sagen.«
Georgia ließ die Schultern hängen »Nein, das werd ich wohl selbst machen.«

Die Drei verließen das Spielzimmer wie Isabella es genannt hatte wieder und wollten wieder nach oben gehen. »Was ist da denn drinne?« fragte sie und deutete auf zwei Türen in denen sie noch nicht gewesen waren.
»Da ist glaube ich die Heizung oder so drinne«, sagte Georgia und öffnete die erste Tür. Tatsächlich befanden sich in diesem Raum mehrere große, graue Schränke mit blinkenden Lichtern an den Türen und es gab eine Unmenge Rohre und Blechrinnen mit Kabeln unter der Decke die in alle Richtungen durch die Wände und die Decke verschwanden. Hinter der nächsten Tür befand sich ein großer, grauer Blechschrank mit einer verglasten Tür in dem sich einige dutzend bunte, dünne Kabel befanden. Auch von diesem Schrank aus verschwanden jede Menge Kabel in der Decke und den angrenzenden Räumen. Außerdem befanden sich hinter einer Glaswand mehrere ähnliche Schränke in denen einige Lichter blinkten. Sie verließen den Raum wieder und gingen zurück nach oben wo sie auf Emylia und die Freifrau trafen.
»Wie gefällt ihnen unsere Folterkammer denn?« fragte diese.
»Ich hätte es mir tatsächlich schlimmer vorgestellt. Ich glaube, ich muss mich bei Ihnen offiziell entschuldigen«, sagte Isabella.
»Angenommen«, sagte die Freifrau. »Ich gebe ja zu, das die Gerüchte sicher einiges dazu beigetragen haben und ich nichts unternommen habe sie richtig zu stellen, aber das ist nun mal sehr schwer so etwas aus der Welt zu schaffen.«
»Warum zeigen Sie nicht allen wie es hier wirklich zu geht?« fragte Isabella.
»Das hieße, das hier jeden Tag hunderte Menschen durch laufen würden bis endlich alle überzeugt sind, daß es hier nicht schlimmes zu sehen gibt. Und darauf haben wir alle ehrlich gesagt keine große Lust.«
»Das kann ich verstehen. Aber irgend wie sollten Sie schon mal versuchen, daß richtig zu stellen«, meinte Isabella.
»Das wäre sicher das Beste. Vielleicht fällt mir ja auch noch ein, wie wir das schaffen sollen. Aber jetzt würde ich Sie gerne erst mal zum Essen einladen.« Die Freifrau deutete auf eine Tür und folgte Isabella und Emylia durch diese in den Speisesaal. Kim und Georgia folgten ihnen und sie stellten sich hinter zwei freie Stühle. Isabella und Emylia taten es ihnen gleich. Die Freifrau ging zu dem Stuhl am Kopfende und wartete bis eine der Frauen ihr den Stuhl hielt. Die Beiden Frauen neben ihnen hielten auch Isabella und Emylia die Stühle.

Die Freifrau eröffnete die Tafel und sie begannen zu essen. Während sie aßen sagte sie zu Isabella »Ich weiß, daß ihre Frau sicher nicht ganz richtig gehandelt hat, aber Sie sollten es ihr nicht all zu übel nehmen. Sie hat es gut gemeint.«
»Ich habe absolut keinen Grund, mich zu beschweren«, sagte Emylia lachend während Isabella darauf hin ein wenig verärgert drein sah.
»Was ist denn Miss Isabella?« fragte die Freifrau.
»Ich muss gestehen daß es tatsächlich schlimmeres gibt als ein angekratztes Ego und im Grunde genommen haben Sie vollkommen recht. Aber wie würden Sie mit einer ihrer Serva verfahren, die so etwas tun würde?« fragte Isabella. Sie wusste, daß sie Maja auf jeden Fall bestrafen müsste, auch wenn es ihr schwer fallen würde.
»Wenn man es ganz genau nimmt ist so etwas, auch wenn es gut gemeint war, ein ziemlich schwerer Vertrauensbruch. Da würde sogar mir nichts anderes einfallen als der Rohrstock oder die Peitsche«, meinte die Freifrau.

»Wenn Sie beide möchten, können sie gerne die Nacht hier verbringen«, sagte die Freifrau nach dem Essen. »Sie Frau Becker können sich gerne mit den Anderen unterhalten. Wir Beide« sie deutete zu Emylia »haben ja noch etwas zu besprechen.«
Isabella warf einen kurzen Blick zu Emylia die knapp nickte. »Gerne«, sagte sie. »Aber ich habe leider keine Sachen zum Wechseln dabei.«
»Das macht nichts. Ich denke, ein Nachthemd und eine Tunika finden sich für Sie Beide schon«, sagte die Freifrau und hob die Tafel auf. Alle standen auf und verließen das Speisezimmer. Isabella folgte Kim und Georgia in ihr Zimmer wo sie von Georgia eine Tunika bekam welche sie sich im Badezimmer an zog. Kim nahm ihre Sachen und verließ damit das Zimmer.
»Die bekommen Sie morgen früh gewaschen wieder«, erklärte Georgia.
»Du, das ist aber wirklich nicht nötig.«
»Das macht uns nichts aus. Ich finde es toll, daß sie extra wegen uns hier her gekommen sind Miss«, sagte Georgia ernst. »Wir können ins Wohnzimmer zu den anderen gehen, bis es Zeit ist, ins Bett zu gehen«, schlug sie vor.
»Gerne«, sagte Isabella und folgte Georgia in das Wohnzimmer welches sie vorhin schon gesehen hatte. Dort saßen bereits einige der Frauen auf Sofas oder knieten davor. Eine der Frauen stand vor der Staffelei und malte. Doch was Isabella etwas überraschte war, daß die meisten der Anwesenden nackt waren. Doch sie meinte nur »Deshalb ist es überall so warm hier.«
»Nehmen Sie doch Platz«, sagte eine der Frauen freundlich und deutete auf eine frei Couch. Sie setzte sich und Georgia nahm neben ihr Platz. Schweigend beobachtete sie die Frauen. Sie hatte den Eindruck, daß sich alle hier ziemlich wohl fühlten. Einige saßen eng aneinander gelehnt zusammen, während zwei von ihnen ganz unverblümt und ohne Scham nebeneinander lagen, sich küssten und streichelten. Isabella versuchte nicht hin zu sehen doch ihr Blick schweifte immer wieder zu den Beiden.
»Lassen Sie sich von den Beiden nicht stören«, sagte eine der Frauen, sie stellte sich als Olivia vor. »Sowas ist hier normal. Wir sind hier ziemlich offen, was das angeht.«
»Ich verstehe«, sagte Isabella und warf Georgia einen fragenden Blick zu. Diese zuckte mit den Schultern und grinste verlegen.
Als nach einer Weile Kim herein kam, stellte sie sich vor Georgia und gab ihr die Handfesseln, welche ihr diese anlegte, dann setzte sie sich neben sie, lehnte sich bei ihr an und schloss die Augen.
Kurz darauf kam eine andere Frau herein, sie hatte Isabella und Emylia vorhin am Tor empfangen, und stellte sich breitbeinig vor ein Regal in dem jede Menge Gesellschaftsspiele standen und fragte »Wer spielt denn mit?« Sie zog eines der Spiele aus dem Regal und hielt es hoch. Im Nu saßen einige der Frauen um einen Tisch herum und bauten das Spiel auf. »Möchten Sie mit spielen Miss?« fragte die Frau.
Isabella kannte das Spiel und stimmte zu. Sie setzte sich auf den letzten noch verbleibenden Platz zwischen zwei der Frauen. Sie begannen zu spielen und sich zu unterhalten. Isabella war erstaunt darüber wie selbstverständlich sie in die Unterhaltung mit einbezogen wurde. Später kamen auch Emylia und die Freifrau herein und setzten sich zu ihnen. Emylia und die Freifrau waren anscheinend zum Du übergegangen und sie bot auch Isabella das Du an.

Dann wurde es Zeit, schlafen zu gehen. Merle brachte die Beiden selbst in das Gästezimmer in dem bereits ein großes Bett fertig bezogen war. Dort lagen sogar Nachthemden und Handtücher für sie bereit.

Während Emylia sich ungeniert im Schlafzimmer um zog, ging Isabella ins Bad um sich um zu ziehen. Die Beiden legten sich ins Bett und deckten sich zu.
»Fast wie damals in der Schule«, meinte Emylia und lachte leise.
»Erinnere mich nicht da dran. Und vor Allem, erzähl das ja niemandem«, sagte Isabella. »Außerdem war das Bett wesentlich schmaler.« Sie drehte sich mit dem Rücken zu Emylia und schloss die Augen.

»Lass deine Griffel da weg«, sagte Isabella nach einer ganzen Weile. »Ich bin verheiratet. Und du auch.«
»Wir könnten zusammen ziehen wir vier, dann wird es wirklich wie damals in der Schule.«
»Jaja, dann fehlen nur noch Rebecca und Sarah. Vergiss es und halt deine Finger bei dir«, murmelte Isabella die einfach nur schlafen wollte.
»Wir könnten Rebecca ja fragen, sie ist seit dieser Woche auch auf Horizons.«
»Sie ist was?« Isabella setzte sich gerade hin und sah Emylia an »Warum hast du davon denn nichts gesagt?«
»Weil ich es selbst erst gestern erfahren hab. Dann würde nur noch Sarah fehlen«, sagte Emylia. Ihre Stimme wurde leise und klang etwas wehmütig.
»Danke. Jetzt kann ich nicht mehr schlafen.«
»Ich auch nicht.«
»Na du musstest ja von Sarah anfangen«, sagte Isabella.
Die Beiden unterhielten sich noch eine Weile über ihre Schulzeit und schliefen irgendwann ein.

- - -

Am anderen Morgen wurden die Beiden von einer der Frauen geweckt. »Wenn Sie mit laufen möchten, gebe ich ihnen Sportsachen«, sagte die Frau. Isabella nickte nur stumm und ließ sich die Sachen geben während Emylia es vor zog in der Zeit ein Bad zu nehmen. Mit leichten Kopfschmerzen folgte Isabella der Serva, sie hatte sich ihr als Alessia vorgestellt, nach unten wo bereits mehrere der Frauen in der Halle warteten. Als endlich alle anwesend waren liefen sie los.

Die frische Luft tat Isabella gut und als sie nach einer halben Stunde wieder im Schloss an kamen waren die Kopfschmerzen so gut wie fort. Als sie das Schloss betraten sah sie die Frauen vor einem Gemälde, einem Portrait einer älteren Frau knicksen bevor sie nach oben gingen.
»Das brauchen Sie nicht tun«, erklärte Merle die ihren fragenden Blick bemerkt hatte »Das ist meine Vorgängerin, die letzte Freifrau von Fähenberg.«
Isabella schaute den Frauen zu, bei dieser Geste kam ihr Sarah wieder in den Sinn. Sie ging, nachdem die anderen bereits auf dem Weg nach oben waren zu dem Portrait und knickste, dann ging sie selbst nach oben wo sie sich duschte und an zog. Emylia war anscheinend bereits nach unten gegangen. Also beeilte sie sich und ging als sie fertig war ebenfalls nach unten wo Emylia tatsächlich bereits im Speisesaal stand und sich mit einer Frau unterhielt. Sie sah genauer hin und erkannte die Baroness die heute statt dem barocken Kleid welches sie sonst an hatte einen schlichten Hosenanzug trug.
»Es freut mich, daß wir es endlich geschafft haben unsere Differenzen nieder zu legen Frau Kroll«, sagte die Baroness gerade als Isabella zu den Beiden ging.
»Guten Morgen Miss Isabella«, begrüßte die Baroness sie mit einem Handschlag.
»Guten Morgen Frau Baroness«, sagte Isabella. »Ich muss mich wohl ebenfalls bei Ihnen entschuldigen. Ich habe mich davon überzeugen können das die Gerüchte die ich gehört habe nicht der Wahrheit entsprechen. Es tut mir leid, daß ich sie und die Anderen hier deswegen alle vorverurteilt habe.«
»Dann bin ich ja zufrieden«, sagte die Baroness. »Also Schwamm drüber.«
Isabella nickte lediglich und beobachtete die Frauen die nackt herein kamen und sich hinter die Stühle am Tisch stellten. Drei der Plätze neben dem Kopfende blieben jedoch frei. Hinter einen der Stühle stellte sich Merle und die Baroness ging zu dem Stuhl am Kopfende. Sie selbst und Emylia stellten sich hinter die beiden freien Stühle und setzten sich als zwei der Frauen ihnen die Stühle hielten. Auch die Baroness, der Merle den Stuhl zurecht rückte setzte sich nun und eröffnete die Tafel.

Nachdem alle gegessen hatten nickte die Baroness und mehrere der Frauen, unter ihnen auch Merle rutschten unter den Tisch. Einen Augenblick später tauchte allerdings Georgia wieder auf und setzte sich wieder. Sie sah etwas verlegen zu Isabella und zuckte mit den Schultern.
»Was passiert denn jetzt?« fragte Isabella und schaute zur Baroness.
»Warten Sie ab«, sagte diese mit einem Grinsen im Gesicht.
Isabella schaute sich erwartungsvoll um und sah dann was gerade passierte. Die Frauen die noch saßen hatten die Augen geschlossen und einige pressten die Lippen zusammen. Isabella schaute zu Georgia die die Hände zu Fäusten geballt, still auf ihrem Platz saß. Es dauerte einen Moment bis Isabella begriff, was sie hier ab spielte. Fasziniert beobachtete sie das Schauspiel und sah, daß die Baroness ebenfalls zu den Frauen blickte. Emylia hingegen trank ihren Kaffee und bemühte sich aus dem Fenster zu sehen. Es dauerte nicht lange da begann eine der Frauen leise zu stöhnen. Die anderen fielen nach und nach mit ein und als nach einigen Minuten die erste zitternd und zuckend am Tisch saß dauerte es nicht lange bis dieses Schauspiel auch wieder vorüber war und die anderen Frauen wieder unter dem Tisch hervor kamen. Sie bemerkte, das Merle Georgia an sah, ihr zu zwinkerte und sich die Lippen leckte. Diese senkte darauf hin den Blick und schaute etwas verschämt auf ihren Teller. Isabella und Emylia blieben noch bis zum Kaffee und bekamen noch den Garten, den Gewölbekeller und die Kellerei gezeigt.

- - -

Ein paar Stunden später saß Isabella nachdenklich neben Emylia im Cockpit und beobachtete sie wie sie das Flugzeug startklar machte. Georgia, Merle und Paula, deren Frau, standen auf der Wiese und winkten als der Flieger ab hob. Lediglich Kim stand still neben Georgia und rührte sich kaum, sie trug wieder die Handfesseln und konnte so natürlich nicht winken.

»Was denkst du?« fragte Isabella nachdenklich als sie in Richtung Westen flogen und die Sonne hinter dem Horizont verschwand und feuerrot leuchtende Wolken zurück ließ.
»Also ich fand es nicht mal so schlecht, wenn alles gut geht, komme ich mit Merle ins Geschäft, sie kommt in ein paar Tagen mal vorbei um sich ein paar Sachen an zu sehen«, sagte Emylia.
»Du bist eine Krämerseele«, erwiderte Isabella. »Ich meine wegen dem Schloss und den Gerüchten. Außerdem habe ich gerade keine Ahnung was ich mit Maja machen soll.«
»Also,« sagte Emylia und holte tief Luft »Ich denke im Schloss geht wirklich alles mit rechten Dingen zu, gequält wird da ganz bestimmt niemand, jedenfalls nicht gegen ihren Willen. Und deine Sorge um deine Schülerinnen war vollkommen unbegründet. Was du mit Maja anstellen sollst, kann ich dir allerdings auch nicht sagen.«
Isabella schaute Emylia eine Weile an und meinte dann »Du bist furchtbar, sowie du ein Geschäft machen kannst vergisst du alles Andere.«
»Blödsinn. Das hat damit mal überhaupt nichts zu tun. Sie hat es gut gemeint und wollte nicht, daß du Probleme bekommst. Wie wäre es, wenn du einfach mal mit ihr redest? Und wenn du sie unbedingt bestrafen willst, dann lass dir was einfallen. Miss Wilhelmina hat gesagt du würdest dir lieber irgend welche kreativen Bestrafungen einfallen lassen als eine Schülerin zu schlagen. Mir persönlich gefällt das wesentlich besser, was mit ein Grund war, daß du die Stelle bekommen hast.«

- - -

»Sind in etwa 20 Minuten zurück. Ich soll dir ausrichten, du sollst dich schon mal auf was gefasst machen«, las Maja auf ihrem Comm. Die Nachricht war von Emylia.
Maja schluckte und zeigte Frida die Nachricht. Während sie aus dem Fenster schaute und darauf wartete, daß Isabella zurück kam trat sie nervös von einem Bein aufs andere. Frida kniete mit geschlossenen Augen mitten im Wohnzimmer und machte Atemübungen um sich zu beruhigen. ’Wie ironisch daß ausgerechnet Herrin Isabella mir diese Technik beigebracht hat’ dachte sie.
»Sie kommt«, sagte Maja leise. Sie zog ihre Tunika aus, nahm die Bullenpeitsche aus dem Karton und kniete sich neben Frida. Die Peitsche nahm sie in beide Hände und hielt sie vor sich, bereit diese Isabella zu geben wenn sie herein kam. Frida öffnete die Augen und sah zu Maja. Sie zog ebenfalls ihre Tunika aus und kniete sich wieder neben sie.
»Hör mal, du musst das nicht machen. Es reicht wenn ich den Rücken voll kriege. Du hast ja außer zu sehen nichts getan«, sagte Maja.
»Ich war dabei und ich hab dich nicht daran gehindert. Das reicht doch schon«, gab Frida zurück.
Noch ehe Maja etwas erwidern konnte öffnete sich die Tür zum Flur und Isabella kam herein.
Sie schloss die Tür hinter sich und sah das im Wohnzimmer Licht brannte. Als sie herein kam sah sie die Beiden nebeneinander mit den Gesicht zur Tür vor dem Couchtisch knien.
»Auch du Frida?« fragte sie.
»Ja Herrin ich..«, sagte Frida. Doch Isabella unterbrach sie mit einem »Pssst.«
»Es ist allein meine...«, fing nun Maja an doch auch sie wurde mit einem »Pssst«, von Isabella unterbrochen. Diese ging in die Küche und kam mit einer Flasche Bier zurück. Sie ging an den Beiden vorbei ohne ein Wort zu sagen. Sie hörten wie sie sich auf die Couch fläzte und offenbar die Füße mit samt Schuhen auf den Tisch legte, was Maja mit einem Stirnrunzeln kommentierte wie Frida aus den Augenwinkeln mit bekam. Dann schaltete sie den Fernseher ein und begann sich eine Science-fiction-Serie an zu sehen die mindestens 400 Jahre alt war. Maja hasste solche Serien. Sie fragte sich wie solche alten Kamellen es überhaupt geschafft hatten den Krieg zu überdauern. Obwohl ihr langsam die Arme schwer wurden blieb sie bewegungslos knien und hielt die Peitsche in Brusthöhe mit ausgestreckten Armen weiterhin vor sich. Frida hatte es da weitaus besser, da sie ihre Hände auf die Beine gelegt hatte doch auch sie wagte es nicht, sich zu bewegen und so schliefen ihr langsam die Beine ein.

Als der Abspann der ersten Folge lief stöhnte Maja leise auf und ihre Arme sanken langsam nach unten. Sie hob die Arme wieder an und wartete weiter. Isabella stand auf, ging in die Küche und kam mit einer neuen Flasche zurück. Als sie an den Beiden vorbei ging nahm sie Maja die Peitsche aus den Händen und fläzte sich wieder auf das Sofa. Endlich konnte Maja ihre Hände auf die Beine legen. Ein leises Klicken erklang und kurz darauf zog der Geruch von Tabakrauch mit einer starken Vanillenote durch den Raum. Als die zweite Folge der Serie zu Ende war hörten Maja und Frida das Geräusch der Bierflasche die auf den Tisch gestellt wurde.
»Die Menschen glauben gerne das, was sie wollen«, zitierte Isabella unvermittelt Cäsar. Als die Beiden die Köpfe zu ihr drehten zuckten sie heftig zusammen als über ihnen die Peitsche knallte und etwas Putz von der Decke fiel. Sofort nahmen sie die Köpfe wieder nach vorne und rührten sich nicht mehr. »Zu eurer Beruhigung, Kim und Georgia geht es gut und ich soll euch Beiden schöne Grüße ausrichten. Es passiert auch nichts schreckliches in dem Schloss«, sagte Isabella und schaltete den Fernseher aus. »Aber was hier noch passiert, das werde ich mir gründlich überlegen müssen. Und dein kleines Spielzeug im Kleiderschrank werde ich wohl weg schließen müssen bevor du noch mehr Unsinn damit anstellst. Du weißt genau daß du sowas nicht mehr machen darfst.«
»Ich habe doch aufgep...« Bevor Maja den Satz beenden konnte brachte ein erneuter Peitschenknall sie zum Schweigen und kleine Putzbrocken fielen auf ihre Haare.
Einige Minuten lang herrschte Schweigen. Dann hörten die Beiden direkt hinter sich Isabellas Stimme. »Ihr Beiden werdet morgen Früh alleine laufen. Ich werde lieber ausschlafen. Wenn ihr dann das Frühstück fertig habt, könnt ihr mich wecken. Ich wünsche euch Beiden ein angenehme Nacht. Schlaft gut.« Sie ging zu den Beiden, beugte sich vor und gab beiden einen Kuss auf die Wange.

Erst als sie hörten wie die Schlafzimmertür geschlossen wurde schauten sie sich an. »Ich glaube, da haben wir noch mal Glück gehabt«, sagte Frida leise.
»Von wegen, da kommt noch was«, meinte Maja und stand auf. Sie stöhnte leise weil ihr eben so wie Frida die Beine eingeschlafen waren. Nachdem sie ihre Beine wieder bewegen konnten begannen sie auf zu räumen. Sie brachten die leeren Flaschen und den Aschenbecher in die Küche und Frida wischte den Couchtisch während Maja mit einer Bürste die Putzbrocken vom Teppich fegte.
»Gute Nacht Maja«, sagte Frida und ging zu ihrem Zimmer. Maja erwiderte den Gruß und ging zum Schlafzimmer.
Nur einige Augenblicke später trafen sich die Beiden wieder im Wohnzimmer und setzten sich auf die Couch. »Dein Zimmer hat sie also auch abgeschlossen?« fragte Maja.
Frida nickte und zog sich die einzige Wolldecke über die Schultern. Maja wollte ihre Tunika an ziehen doch diese hatte Isabella, genau wie Fridas, anscheinend mit genommen. Frida schaute kurz zu ihr, nahm die Decke von den Schultern und wollte sie Maja geben.
»Lass gut sein. Nimm du die Decke, ich sehe zu das ich es mir irgend wie anders bequem mache«, sagte Maja doch Frida schüttelte energisch den Kopf und legte sich dann hin, zog die Beine an und schlang die Arme um diese.
»Kommt gar nicht in Frage« sagte Maja. Sie legte sich zu Frida und deckte sich und sie zu.
»Das ist mir ganz schön peinlich«, sagte Frida leise.
Darauf hin rutsche Maja noch etwas näher zu ihr so das sie direkt hinter ihr lag und legte die Arme um sie. »Wie peinlich wird dir das denn, wenn du dich doch mal traust, ins Schlafzimmer zu kommen?« fragte Maja kichernd.
»Sie hätte uns wenigstens die Tuniken da lassen können, dann hätten wir was zum Anziehen«, brummelte Frida.
So lagen sie eine Weile wach bis Frida endlich die Augen schloss. Sie spürte die Wärme von Majas Haut auf ihrem Rücken und genoss ihre Nähe. So würde sie am liebsten jeden Abend einschlafen dachte sie. Doch dann riss Maja sie aus ihren Gedanken und rief laut »Verdammter Mist, das hätte ich ihr nicht zugetraut.«
»Was ist denn?« wollte Frida wissen.
»Wo sind deine Sportsachen denn?« fragte Maja.
»Na in meinem Schrank, wo denn sonst?« gab Frida zurück. Es dauerte einige Sekunden bis sie die Erkenntnis traf wie ein Schlag. »Mist«, sagte sie leise als sie sich ausmalte wie sie morgen Früh nackt joggen gehen würden.
Sie umfasste Majas Arme die vor ihrem Bauch lagen und sie hielten und rutschte ein Stück näher zu ihr. Es dauerte eine ganze Weile bis die Beiden eingeschlafen waren.

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Inhalt/Idee

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Erotik/BDSM

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Rechtschreibung/Form

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Kommentar(e)

jetzt ist schon der 1. Juno und der neue Teil ist noch immer nicht draußen ... Hema, mach doch bitte mal ein wenig schneller, du weißt genau, wie schnell ich jeden neuen Teil verschlinge *schnieft und ein Tränchen verdrückt, dann aus großen Augen flehend anschaut* BITTEEEEE!

LG Kya

Antwort auf von Kya

wer wird denn hier ungeduldig werden? 

Dieser Teil ist doch schon drei Tage früher als üblich erschienen.

Aber keine Sorge, ich bin bereits dabei, den nächsten Teil fertig zu machen. Spätestens morgen werde ich ihn einstellen. Wann er allerdings freigeschaltet wird, liegt nicht in meinen Händen.

du weißt SEHR genau, wie ungeduldig ich bin ... also frag nicht so *rumgrummelt, natürlich leise...*

Danke, das sind doch Dinge, die ich hören wollte :D und dann machst du dich direkt an den nächsten.. und den nächsten... XD

Ungeduldige, aber ganz liebe Grüße
Kya

Ich kann mich Kyas Ungeduld nur anschließen und freue mich auch immer auf den nächsten Teil. Mittlerweile habe ich es auch aufgegeben mir mit dem Lesen Zeit lassen zu wollen. *lacht* Das erinnert mich immer etwas an diese mehrteiligen Geschichten in Wochenzeitschriften. Da musste man auch zwangsläufig warten. Das entschleunigt das Leben zwar etwas, förder gleichermaßen jedoch nicht meine Geduld. :P 

Ich danke für jede neue Geschichte. Ich liebe diese sehr. Sie sind in sich aufbauend, schön geschrieben, wunderbar zu lesen und ich bin gespannt auf die nächste Fortsetzung. 

Danke! 

„Leider“ lesen sich die Geschichten schneller als sie sich schreiben lassen, aber ich muss gestehen, mit jeder Folge entfalten sich die Geschichten mehr und die rundum sympathischen Charaktere zu begleiten ist eine Wonne. Ganz zu schweigen, dass sich die Geschichten aufgrund des Schreibstils und der sehr seltenen Namenverwechselungen und Rechtschreibfehler sehr gut lesen lassen.

Vielen Dank, das Du uns teilhaben lässt.