Die Gilde der Mädchenhändler - Teil 12

 
Einer der Söldner begeht einen folgenschweren Fehler und die Zeit auf Korlos Hof ist abrupt zu Ende. Copyright (c) 2015 by Nosferatu


 
Korlos Töchter freuten sich sehr über unsere Rückkehr. Sie rannten herbei, setzten den Ochsen Kränze aus Wiesenblumen über die Hörner, welche sie offenbar während unserer Abwesenheit geflochten hatten, und wechselten mit mir und den Söldnern freche Blicke und kokette Gesten. Es dauerte einen Moment, bis sie realisierten, dass eine der Sklavinnen fehlte. Dann verstummten sie und blickten verlegen an uns vorbei. Alle, bis auf Kaloma, die mich ungeniert fragte: »Habt ihr einen guten Preis bekommen?«
»Kann nicht klagen«, antwortete ich. Trotz des Hochgefühls und des Weins, der noch in mir kreiste, konnte ich meine Gewissensbisse und das Bild von Erste doch nicht ganz verdrängen. Ich wusste, dass es das Schicksal einer Sklavin war, verkauft zu werden, und ich redete mir ein, dass Lucius ein guter Besitzer für sie sein würde. Doch dann wanderten meine Gedanken zu Lila, die ein Kind trug, dass sie bald entweder töten oder zur Muttersklavin machen würde. Im zweiten Fall würde Lucius sie mindestens behalten, bis sein Kind ihre Milch nicht mehr benötigte. Dann würde er wohl versuchen, sie noch einmal zu schwängern. Doch wie würde Meranda auf eine Sklavin reagieren, die ihrem Mann ein Kind, womöglich gar einen Sohn geschenkt hatte? Ich wusste es nicht. Wie ich überhaupt wenig über das Leben einer Sklavin wusste, die nicht mehr bei einem Händler abgerichtet wurde und auf ihren Verkauf wartete. Ich nahm mir vor, mit Karol später darüber zu sprechen.
Inzwischen waren wir beim Lager angekommen, und auch Tiara freute sich über den geglückten Verkauf. »Endlich steht diese Reise unter einem besseren Stern!«, rief sie erleichtert und warf Zweite einen säuerlichen Blick zu.

Der Nachmittag war dem Auffüllen unserer Vorräte und der Reinigung des Wagens gewidmet. Sie Söldner wurden ausgeschickt, um Kaninchen und Kängurus zu jagen, ich und die Frauen füllten die Wassertanks mit Wasser aus dem Fluss. Dies war mühevoller, als erwartet, weil der Herr uns nicht erlauben wollte, das Wasser einfach einzufüllen, sondern er bestand darauf, dass wir es zunächst durch ein Stück Stoff, in dem der meiste Sand und Schlamm hängen blieben, in unseren großen Kochkessel abfüllten, und dort zum Kochen brachten. Erst wenn das Wasser einige Minuten lang gekocht hatte, durften wir es in die Tanks umleeren und den Kessel erneut füllen. Das Hantieren mit dem kochenden Wasser machte alles schwieriger und langwieriger. Am Ende musste ich zu allem Überfluss auch den ganzen Käfigwagen mit kochendem Wasser und Schmierseife auswaschen.
So verging der Nachmittag wie im Flug. Die Bauerntöchter halfen uns, und mehr als einmal stieß ich bei einer hastigen Bewegung versehentlich mit Kaloma zusammen, die sich sehr dicht neben mir aufhielt und eigentlich eher keine große Hilfe war. Aber ich fühlte mich durch ihre Nähe trotzdem nicht gestört. Im Gegenteil: Manchmal ertappte ich mich bei der Frage, wie sie wohl unter ihren Wickeltüchern aussah. Und wie Brüste sich anfühlten. Ob die Schwärze ihrer Haut sich in ihrem Geschlecht fortsetzte. Doch ich hatte sehr wohl verstanden, dass der Bauer uns befohlen hatte, seine Töchter in Ruhe zu lassen, und dass Arok ihm versprochen hatte, dass wir uns daran hielten.
Pehli hielt sich sehr nahe an Kalimo. Sie wollte ihn sogar zur Jagd begleiten, aber Korlo, der ein scharfes Auge auf die ganze Szene hielt, rief sie zurück, und sie gesellte sich wieder zu Kaloma. Überhaupt schienen die beiden ältesten Töchter ein besonderes Verhältnis zueinander zu haben, und verhielten sich ihren drei Schwestern gegenüber eher reserviert. Ich wusste nicht, ob die beiden Älteren dieselbe Mutter hatten, und sich deswegen so nah standen, und ich wagte auch nicht, zu fragen.
Doch kaum war der Söldner mit seiner Beute, drei Kaninchen, einem Känguru und einem seltsamen Tier mit schupigger Haut zurück, gesellte Pehli sich wieder zu ihm und half ihm, die Beute auszuweiden und zum Räuchern aufzuhängen. Das seltsame Tier bezeichnete sie als ›Lizard‹ und raunte laut genug, dass ich es auch hören konnte, mit einem kecken Augenaufschlag, man erzähle sich, dass sein Fleisch Männer stärker und Frauen williger mache.

Endlich war alles erledigt. Wir hatten mehr als genug Fleisch, und so schenkte Arok einige der Kaninchen dem Bauern, der sich sehr darüber freute und uns dafür etwas Wolle von seinen Schafen überließ. Wir alle wurden zunehmend vom Reisefieber gepackt. Die unerhörten Dinge, die wir über den Reichtum und die Lebensweise des Küstenvolks gehört hatten, ließen unsere Fantasie wilde Kapriolen schlagen. An Schlaf war nicht zu denken, und so ergab es sich fast von selbst, dass aus unserem Abendessen ums hoch lodernde Feuer bald wieder ein Fest mit Musik und Tanz wurde. Der Lizard schmeckte nicht schlecht, aber ob er mich wirklich spitzer machte, als ich ohnehin schon war, hätte ich nicht sagen können. Korlo spendierte seine letzten Flaschen Bier, wie er betonte, und Arok revanchierte sich, indem er Zweite befahl, den Abend bei ihm zu verbringen, und ihm jeden, oder doch zumindest fast jeden Wunsch von den Augen und den Lippen abzulesen. Der so Bedachte war sehr viel weniger schüchtern als am Vorabend und griff bei der Sklavin nach Herzenslust zu. Bald war sie ihres Kleidchens verlustig gegangen und kicherte, stöhnte und kreischte abwechselnd, während der Bauer ihren Körper gründlich untersuchte. Natürlich konnte er bald nicht mehr an sich halten und schob den Kopf des Mädchens dahin, wo es ihn am meisten drückte. Ich saß mit Karol schräg gegenüber auf der anderen Seite des Feuers und beobachtete die beiden belustigt. Zweite wirkte überhaupt nicht mehr so, als handle sie unter Zwang, sondern als bereite es ihr wirklich Freude.
»Macht es ihr wirklich Spaß, ihn zu lutschen?«, fragte ich Karol.
»Ich weiß es nicht, Herr, »aber es sieht ganz so aus, nicht wahr? Und darauf kommt es ja an.«
»Worauf?«
»Dass der Herr nicht merkt, ob die Sklavin ihn verwöhnt, weil sie muss, oder ob sie es tut, weil sie will.«
»Kann man das denn so gut spielen, dass der Mann keinen Unterschied merkt?«
Sie kicherte leise und legte mir die Hand auf den Oberschenkel: »Männer merken vor allem das, was sie merken wollen, Herr.«
Ich fühlte ihre Hand, die sich leicht bewegte, sehr genau und konzentrierte mich darauf, ob sie der Stelle näherkam, die ich immer öfter als mein Zentrum begriff. Sie kam aber nicht näher, sondern bremste ihre Bewegungen immer kurz davor. Stattdessen lehnte sie ihren Kopf an meine Schulter und ich umfasste sie, um sie an mich zu drücken.
»Was denkst du über mich, Karol?«, fragte ich schließlich.
»Das sollte man eine Sklavin nicht fragen, Herr. Wenn es eine gute Sklavin ist, wird sie genau das sagen, was ihr Herr hören will. Wenn sie keine gute Sklavin ist, wird sie das sagen, von dem sie glaubt, dass ihr Herr es hören will, weil sie keinen Ärger will.«
»Das heißt, du bist nie ehrlich zu mir?«, fragte ich etwas enttäuscht und zwang sie mit einem Zug an ihrem Haar, mir ins Gesicht zu schauen.
»Das habe ich nicht gesagt, Herr«, schnurrte sie, »ich habe nur gesagt, dass Sie es nicht merken würden, ob ich aufrichtig bin, oder nicht. Wäre es anderes, wäre ich keine gute Sklavin.«
»Du bist aber eine gute Sklavin.«
»Ich tue mein Bestes, es zu sein, Herr.«
Dieses Thema ging mir näher, als ich erwartet hätte. Ich wechselte das Thema daher ein Stück weit: »Also Zweite tut so, als liebe sie Korlo. Oder als begehre sie ihn zumindest.«
»Oder sie begehrt ihn wirklich. Sie ist eine erwachsene Frau. Sie empfindet Lust, wenn sie sexuell benutzt wird. Zumindest, wenn sie sich darauf einlässt, Lust zu empfinden.«
»Dann begehrt sie nicht ihn, sondern seinen Körper.«
»Und er begehrt nicht sie, sondern ihren Körper. Also stimmt es ja überein«
»Was meinst du damit, ›wenn sie sich darauf einlässt, Lust zu empfinden‹?«
»Wenn er ihr zuwider ist, wenn sie sich vor seinen Berührungen ekelt, wenn sie ihr Schicksal verflucht, ihm ausgeliefert zu sein, dann wird sie keine Lust empfinden, sondern Ekel. Ekel vor sich selbst und vor ihm, vor uns, vor dieser ganzen Welt.«
»Und du, du hast dich darauf eingelassen, meine Berührungen als Lust zu empfinden?«, fragte ich provokativ und legte meine Hand an ihre Brust.«
»Ja, Herr, und es fällt mir nicht schwer«, schmunzelte sie, reckte sich zu mir und küsste mich sanft. Und ganz kurz berührte Ihre Hand auch etwas anderes, als allein meinen Oberschenkel. Ich glaubte nicht, dass es Zufall war.
»Und Gefühle?«, fragte ich trotzig, »hast du nie Gefühle?«
»Sie meinen Liebe, Hass und solche Dinge?«
»Ja, natürlich.«
»Sicher hatte ich die. Doch kann man jemanden lieben, der einen jederzeit verkaufen kann? Kann man jemanden hassen, der doch nichts anderes tut, als sich gemäß den Regeln seiner Erziehung zu verhalten? Eine Sklavin ist nicht zum Lieben oder Hassen da.«
»Und wie kann man Liebe finden?«
»Indem man eine Frau findet, die freiwillig bleibt, und nicht, weil man sie gekauft hat.«
Karol war die ganze Zeit ruhig geblieben, schmiegte sich weiter an mich, ließ ihre Hand weiter an meinem Oberschenkel auf und ab wandern, von der Außenseite zur Innenseite, von der Mitte bis nach oben, aber nicht ganz so weit, wie ich insgeheim hoffte. Natürlich hätte ich ihr jederzeit befehlen können, mich zu wichsen oder zu lutschen, und sie hätte es zweifellos getan, aber die Illusion, dass sie das, was sie da tat, aus freien Stücken tat, weil sie es wollte, und nicht weil sie eben eine gute Sklavin war, diese Illusion machte ihre leichten Berührungen in gewisser Weiser wertvoller, als hätte ich meinen Schwanz noch so tief in ihre Kehle gestopft. Doch nach all dem, was sie mir eben erklärt hatte, wusste ich natürlich auch nicht mehr, ob diese Berührungen Ausdruck ihrer Zuneigung oder Resultat ihrer perfekten Ausbildung waren. Eine seltsame Mischung aus Wut, Enttäuschung und Zärtlichkeit durchströmte mich.
Ich küsste Karol, packte dann ihren Schopf und dirigierte sie quer über meine Oberschenkel. Zuerst trafen meine Hände das Kleid über ihrem Po, doch bald schob ich es nach oben und bearbeitete die nackte Haut ihres runden Hinterteils. Dass die Anderen auf uns aufmerksam wurden und uns feixend zusahen, machte mir nichts aus. Auch Korlo beobachtete mich amüsiert, während Zweite ihn hingebungsvoll lutschte. Karol wand sich und begann, unter meinen Schlägen heftiger zu stöhnen und unterdrückt aufzuschreien. Als ich genug hatte, drückte ich sie auf alle viere und nahm sie von hinten. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass Korlo abspritzte und Zweite zur Seite schob. Er schien sich suchend umzublicken, doch bald war ich selbst in meinen eigenen Stoßbewegungen so weit gefangen, dass ich nicht mehr viel um mich herum wahrnahm.
Bis ein lauter Schrei erschallte, der alle aufschreckte. Es war Korlo. Und bald folgten seinem Gebrüll Klatschgeräusche und weibliches Kreischen, sowie beschwichtigende Laute einer männlichen Stimme. Ich hielt inne, löste mich von Karol und stand auf, um nachzusehen. Korlo zerrte wütend Pehli an den Haaren in den Feuerschein und traktierte sie mit Schlägen und Tritten. Sie war nackt. Hinterher kam, verdattert und kleinlaut, Kalimo, die Hose tief auf den Hüften, der Schwanz halb steif hervorstehend und feucht glänzend. Im selben Aufzug trat auch ich in den Feuerschein. Arok erhob sich und versuchte, zu beschwichtigen, doch Korlo brüllte ihn außer sich vor Wut an: »So vergeltet ihr meine Gastfreundschaft? Deine Männer vergehen sich an meinen Töchtern! Verschwindet von hier! Macht, dass ihr wegkommt.«
Es war sinnlos, jetzt mit ihm zu sprechen. Das konnte jeder erkennen. Verlegen packte ich mein Glied ein, während Korlo mit Pehli wütend ins Haus lief. Arok wandte sich Kalimo zu, der ebenfalls dabei war, seine Kleidung wieder in Ordnung zu bringen. Dann wandte er seinen Blick zu Pitar und deutete auf Kalimo. Der Söldneroffizier nickte. Einer seiner Männer hatte den Kontrakt verletzt. Die Stimmung war jetzt nicht mehr ausgelassen. Alle standen betreten da und schwiegen. Die anderen Töchter des Bauern folgten mit hängenden Köpfen ins Haus. Nur Kaloma blickte mit einem sehnsüchtigen Blick zurück.
»Packt zusammen, wir brechen auf!«, rief Arok.
»Es ist dunkel, Herr«, wandte ich ein.«
»Der Mond scheint hell genug, und wir werden nicht weit gehen. Aber wir dürfen hier nicht bleiben.«
Ich sperrte Zweite, die von ihrer Benutzung noch stank, in den Wagen und half, die Ochsen anzuspannen. Dann zogen wir schweigend von Korlos Hof. Aus dem Haus hörten wir noch immer klatschende Geräusche und laute Schreie. Wir kamen nicht schnell voran. Zwei der Söldner mussten vorausgehen, um den Boden auf Unebenheiten zu prüfen, über die die Ochsen stolpern könnten, oder in denen ein Wagenrad hängen bleiben könnte. Niemand sprach ein Wort, aber Aroks düstere Wut hing wie eine Wolke über uns. Es war klar, dass die Sache noch nicht ausgestanden war.
Ich weiß nicht, wie viele Stunden wir schweigend dahinzogen, es muss lange nach Mitternacht gewesen sein, als der Meister endlich Halt befahl. Der Mond war untergegangen, und man sah einfach zu wenig, um weiter zu ziehen. Wir schlugen nur ein einfaches Lager auf, trampelten einmal im Kreis, um allfällige Schlangen und anderes Getier zu vertreiben und breiteten dann unsere Decken aus. Pitar befahl Kalimo zu sich, band ihm die Hände zusammen und fesselte ihn so an den Wagen, dass er stehen bleiben musste.
»Schlaft jetzt!«, befahl Arok. Doch natürlich war an Schlaf nicht zu denken. Es war totenstill im Lager, außer dem gelegentlichen Scharren und Grunzen der Ochsen hörte man absolut nichts. Irgendwann muss ich doch eingeschlafen sein, denn ich erwachte davon, dass Arok uns zusammenrief. Das Morgengrauen war eben angebrochen, die Sonne aber noch hinter dem Horizont verborgen. Wir befanden uns auf dem Weg, der nach Nordwesten in Richtung Derbie führen würde. Der Fluss war noch linker Hand, doch wir würden ihn demnächst queren müssen. Pitar war dabei, Kalimo nackt an den Strafbalken aufzuhängen, als wäre der Kämpfer eine gewöhnliche Sklavin. Er zog ihn so hoch, dass nur noch seine Zehen den Boden berührten. Dann trat er vor ihn und fragte: »Was hast du getan, Kalimo?«
»Ich habe den Befehl missachtet, die Töchter des Bauern in Ruhe zu lassen, Herr.«
»Was steht auf Befehlsverweigerung?«
»Der Tod, Herr.«
Kalimo, der Kämpfer, der uns so oft mit seinen Späßen aufgemuntert hatte, wich dem düsteren Blick seines Vorgesetzten nicht aus. Dieser wandte sich an Arok und fragte: »Herr, Sie sind unser Auftraggeber. Bestehen Sie auf der Vollstreckung der Todesstrafe?«
»Nein, ich brauche vier Kämpfer und nicht drei«, knurrte dieser, »ich will nur sicher sein, dass meine Anordnungen in Zukunft befolgt werden. Ich kann keine Männer brauchen, die beim Anblick einer Frau die Kontrolle über sich verlieren. Ich bin Mädchenhändler!«
Pitar baute sich vor Kalimo auf und sagte: »Du bist ein guter Mann, Kalimo. Du kannst eine weitere Chance bekommen. Ich verurteile dich zu dreißig Peitschenhieben. Nimmst du diese Strafe an und schwörst du, deinen Dienst zukünftig wieder getreulich zu erfüllen?«
»Ja, Herr. Ich schwöre es«, antwortete der nackte Söldner mit etwas gepresster Stimme. Er wirkte halb erleichtert und halb besorgt.
Pitar ließ sich von Tiara die Ochsenpeitsche geben und begann mit der Bestrafung. Dass er sich keineswegs zurückhielt, konnte man sehr gut an den tiefen Wunden erkennen, die die Peitsche auf Kalimos Rücken und Brust hinterließ. Doch außer dem Klatschen hörte man keinen Laut. Der Söldner hielt die Zähne zusammengepresst und die Augen geschlossen. Seine Kameraden hatten ihre Blicke gesenkt und standen bewegungslos im Halbkreis. Zweite sah dem Schauspiel mit schreckgeweiteten Augen und vor den Mund gepressten Händen zu. Tiara sah den Delinquenten ebenso gleichmütig an, wie Arok. Karol hielt meine Hand und drückte bei jedem Schlag zu. Ich selber konnte meine Blicke nicht abwenden. Ich sah übergenau, wie das Leder der Peitsche sich in die Haut fraß und dort eine kleine Blutfontäne auslöste, die die Spur des Hiebs nachzeichnete und verbreiterte.
So waren wir alle auf die Bestrafung konzentriert, dass wir zuerst nicht auf die »Halt, Halt!« Rufe reagierten, die eine Stimme von weit her rief. Als ich sie realisierte und mich umdrehte, sah ich Pehli, die herbeirannte. Auch sie sah misshandelt aus. Ihr Gesicht war verquollen und rote und blaue Flecke übersäten ihren Leib. Ganz außer Atem kam sie bei uns an und blieb erst stehen, als Arok sie mit einer herrischen Geste dazu aufforderte. Dann vervollständigte Pitar seine Strafe und ließ Kalimo frei. Endlich wandte sich Arok dem keuchenden Mädchen zu, während Tiara die Wunden des Söldners salbte.
»Es war meine Schuld, Herr«, schluchzte Pehli, »ich habe ihn verführt.«
»Das ändert nichts an seiner Verfehlung«, brummte Arok, musterte sie aber anerkennend, »außerdem hast du deine Strafe ebenfalls bekommen, wie es aussieht. Weiß dein Vater, dass du uns gefolgt bist?«
»Nein, Herr. Und er braucht es auch nicht zu wissen. Ich werde nicht mehr zu ihm zurückkehren. Bitte, kaufen Sie mich.«
»Wie bitte?«
»Ich will Ihre Sklavin sein, Herr.«
»Du weißt nicht, was du redest, Mädchen«, sagte Arok mit seiner weichen Stimme, »es ist nicht schön, eine Sklavin zu sein.«
»Alles ist besser, als das, was ich jetzt habe«, beharrte die Frau und schob trotzig ihre geschwollene, aufgeplatzte Unterlippe vor.
»Du hättest als Sklavin nicht mehr die Freiheit, wegzugehen, die du jetzt ja hast.«
»Um was zu tun? Ich kann nur entweder verhungern oder zurückkehren zu meinem Vater. Oder ich kann mit Ihnen gehen.«
»Als Sklavin hast du keine Freiheiten mehr. Ich werde dich als Sklavin auch nicht mehr gleich behandeln, wie jetzt«, warnte Arok noch einmal. Mir war nicht entgangen, dass er nicht mehr den Konjunktiv verwendete, als er fortfuhr: »Als Sklavin bist du mein Eigentum, und ich kann mit dir alles machen, was ich will. Absolut alles. Ich kann dich verkaufen oder ich kann dir bei lebendigem Leib die Haut abziehen. Niemand kann mich daran hindern.«
»Ich will es trotzdem. Wie viel bin ich wert?«
»Du könntest schwanger sein, und du bist zerschlagen. Vielleicht bleiben Narben zurück. Zieh dich aus, damit ich es genauer sehen kann.«
Mit nur geringem Zögern, offensichtlich hatte sie mit dieser Anweisung gerechnet, legte sie die beiden Tücher ab, die sie um Brüste und Hüften geschlungen hatte. Man konnte jetzt erkennen, dass Korlo wohl wirklich keinen einzigen Fleck ihres Körpers bei seiner Züchtigung ausgelassen hatte. Sie war über und über mit Blutergüssen bedeckt, die man trotz ihrer dunklen Haut deutlich erkennen konnte.
Arok ließ sie um ihre Achse drehen und brummte schließlich: »Ich würde 150 Raki für das Recht bezahlen, dich zu brennen und anschließend in Besitz zu nehmen.«
»Einverstanden«, sagte das Mädchen sofort.
»An wen soll das Geld gehen?«
»An meinen Vater.«
»Wie du willst«. Arok zuckte die Schultern und befahl dann den Söldnern, ein großes Feuer zu machen. Es gab hier viel getrocknetes Schwemmholz, sodass es nicht lange dauerte, das Feuer zu entfachen. Zu mir raunte der Meister: »Sie will es unbedingt, und ich kann es auch ein Stück weit verstehen. Aber ich nehme an, Korlo wird bald merken, dass sie abgehauen ist, und ihr folgen. Bevor er hier ist, muss sie gebrannt sein. Also wir lassen alles Andere und brennen nur. Enthaaren und stempeln können wir später.«
Es war ein eigenartiges Gefühl, das nackte Mädchen am Kreuz festzuschnallen.Ich kannte sie schließlich. Ich wusste ihren Namen und kannte auch ihre Familie. Ich hatte mit ihr gesprochen, gelacht und getanzt. Ich wusste nicht, ob ich es über mich bringen würde, sie zu brennen.
Glücklicherweise nahm Arok mir die Entscheidung ab, indem er selbst das glühende Eisen aus dem Feuer nahm und dem Mädchen ohne viel Federlesens auf den Oberschenkel drückte. Als ihr Schrei verklungen war, sagte er: »Wir nennen dich ›Dritte‹, verstanden?«
Pehli blickte ihn nur aus tränenverschleierten Augen an und schluchzte: »Wie?«
»Ich habe dir gesagt, dass wir dich ›Dritte‹ nennen. Deinen bisherigen Namen kannst du vergessen. Hast du das verstanden?«
»Ja, murmelte sie.«
Arok ergriff ihren Schopf, zog ihren Kopf hoch und versetzte ihr eine Ohrfeige. »Du hast mich mit ›Herr‹ anzureden. Verstanden?«
»Ja … Herr«, schluchzte sie.
»Brav«, murmelte er, streichelte ihr über die Wangen, kniff ihr in die Brust und fasste ihr zwischen die Beine dann bedeutete er mir, sie loszubinden und im Wagen so festzuzurren, dass sie nicht an der Wunde manipulieren konnte.
Noch bevor ich damit fertig war, hörten wir erneut Rufe. Es war Kaloma, die ihrer Schwester gefolgt war. »Verdammt«, knurrte Arok und trat ihr entgegen.
»Wo ist Pehli?«, fragte sie außer Atem.
»Es gibt keine Pehli mehr. Sie hat sich als Sklavin verkauft«, antwortete Arok ruhig und streckte ihr ein paar Münzen entgegen, »hier ist das Geld. Bring es eurem Vater,«
Kaloma blickte am Alten vorbei und sah ihre Schwester im Käfig. Mit einem Schrei rannte sie hin und versuchte sie durch die Gitter hindurch zu umarmen und zu streicheln. Arok ließ sie eine Weile gewähren, dann trat er zu ihr und zog sie sanft weg. »Es war ihr eigener Wunsch. Sie wollte nicht mehr nach Hause zurück. Am besten, ihr vergesst sie jetzt.«
Kaloma schwieg einen Moment, dann straffte sie ihre Schultern und schrie: »Ich will auch nicht mehr nach Hause zurück. Und ich will nicht ohne Pehli leben. Ich will auch deine Sklavin sein.«
»Rede keinen Unsinn, Kind«, rief Arok ungehalten, »du weißt ja nicht, was du sagst.«
»Doch. Wir haben uns letzte Nacht lange darüber unterhalten. Ich habe Pehli losgemacht, damit sie zu euch konnte. Aber dann stellte ich mir vor, wie es sein würde ohne sie. Und dann lief ich ihr nach.«
»Wenn du auch eine Sklavin wärst, würdest du wahrscheinlich nicht mit ihr zusammenbleiben. Fast niemand kauft mehr als eine Sklavin auf einmal. Ihr würdet also sehr bald auf jeden Fall getrennt.«
Sie schwieg betroffen, bis Arok nachhakte: »Geh jetzt nach Hause und bring eurem Vater das Geld. Dann könnt ihr wenigstens frisches Saatgut oder Tiere kaufen. Dann hat deine Schwester sich nicht umsonst geopfert.«
»Ich will nicht zurück«, begehrte sie daraufhin auf und stampfte mit dem Fuß, »niemals. Wenn Sie mich nicht kaufen, werde ich in diese Richtuing gehen, bis der heiße Tod oder der Durst mich tötet« damit wies sie ungefähr in südliche Richtung und presste die Lippen zusammen, die Fäuste in die Hüften gestemmt.
»Ihr seid alle beide verrückt«, rief Arok, »aber ich bin ein Mädchenhändler, und ein Mädchenhändler schlägt ein gutes Angebot nicht aus. Ich will dich nackt sehen.«
Ohne Widerspruch und ohne Zögern entkleidete sich auch Kaloma. Sie hatte eine vollere Figur, als ihre Schwester. Zwischen ihren Beinen wucherte ein wilder Busch, der tiefere Einblicke verhinderte. Ihr Becken war relativ breit ihre Taille schlank. Ihre Brüste hatten die Straffheit der Jugend und waren groß genug, um die Hände auch eines kräftigen Mannes wie Arok mehr als füllen zu können, was er sogleich ausprobierte. Sie zuckte nicht zurück, sondern schien sich ihm sogar ein wenig entgegenzudrücken.
»245 Raki«, sagte Arok schließlich und blickte sie abwartend an.
»Einverstanden, Herr.«
»Wer soll das Geld bekommen?«
»Mein Vater, Herr.«
»Gut. Wir nennen dich hier ›Vierte‹. Vergiss deinen früheren Namen.«
Auch Vierte, die sich bisher gut gehalten hatte, schien von diesem Befehl überrascht, denn sie sagte nichts. Und gleich wie bei ihrer Schwester packte Arok sie am Schopf, ohrfeigte sie und fragte sie, ob sie verstanden habe, was er gesagt hatte.
»Ja, Herr«, stammelte sie. Auch bei ihr waren die Augen jetzt ein wenig feucht geworden.
Das Feuer brannte noch, und das Brenneisen wurde wieder aufgeheizt, während ich Vierte festschnallte. Diesmal sollte ich den Brand ausführen. Ich versuchte auszublenden, dass sie früher ein Mädchen war, das ich ein wenig gekannt hatte. Sie war jetzt nur noch Sklavenfleisch. Ja, das war die Einstellung, die ich erreichen musste. Ich biss die Zähne zusammen und drückte das glühende Eisen auf ihre weiche Haut. Jetzt war sie eine Sklavin. Jetzt durfte, was das imperiale Gesetz betraf, jeder mit ihr machen, was ihm beliebte. Ihr einziger Schutz war jetzt noch ihr Besitzer Arok. Ein zweifelhafter Schutz, der nur so lange halten würde, wie ihm niemand einen anständigen Preis für sie böte.
Als ich sie zum Wagen trug, legte sie ihren Kopf an meine Schulter und schluchzte leise. Während ich sie festzurrte, hörte ich wütende Stimmen. Korlo war inzwischen eingetroffen und wollte seine Töchter zurück. Die drei unverletzten Söldner bauten sich schützend vor Arok auf, während der nur mit einer Hose bekleidete Kalimo mit seinen blutigen Striemen am Leib ein Stück zurück stand, aber ebenfalls die Hand drohend am Schwertgriff hatte. Als Korlo ihn erblickte, verstummte er. Arok erklärte:
»Er hat für seine Tat bezahlt. Damit ist er wieder in allen Ehren einer meiner Männer.«
Korlo nickte nur, konnte seine Augen aber noch lange nicht vom blutigen Oberkörper des Söldners losreißen, bevor er fragte: »Wo sind meine Töchter?«
»Diese zwei sind nicht mehr deine Töchter. Da beide erwachsen sind, durften sie über sich verfügen. Sie haben mir das Recht verkauft, sie zu brennen, und sie wurden meine Sklavinnen. Nimm das Geld, das ich für sie bezahle, und sorge damit gut für deine verbleibenden Töchter, das rate ich dir.«
»Ich glaube das nicht.«
»Du darfst sie fragen.«
Der Mann wankte zum Wagen, in dem Zweite saß und seine Töchter an den Wänden festgezurrt lagen, und fragte mit brüchiger Stimme: »Habt ihr euch wirklich freiwillig brennen lassen?«
»Ja«, antworteten beide mit schmerzverzerrten Stimmen.
»Trink«, bot Arok ihm einen Becher seines Schnapses an, und Korlo griff wie in Trance zu und stürzte das Gebräu hinunter. Arok zählte 395 Raki ab und hielt sie dem Bauern hin, der wohl noch nie so viel Geld auf einen Haufen gesehen hatte. Dennoch zögerte er. Er leckte sich die Lippen, blickte zu seinen Töchtern im Käfig, streckte die Hand aus und zog sie wieder zurück.
»Nimm endlich, Vater«, rief Dritte, »wir wollen weg hier.«
Korlo schüttelte den Kopf und griff nach dem Geld. Als er es genommen hatte, hielt Arok ihn zurück: »Ich mache dir ein Angebot. Wenn du möchtest, kannst du Zweite für 200 Raki kaufen, Dann hättest du wieder eine richtige Frau, die nicht deine Tochter ist, und du würdest trotzdem noch 95 Raki haben, um Saatgut oder so zu kaufen. Ach was, ich runde auf auf hundert Raki, Also, du nimmst entweder diese 395 Raki hier, oder Zweite und 100 Raki.«
Zweite machte große Augen und wich an die rückwärtige Käfigwand zurück, sagte aber nichts. Korlos Blicke gingen zwischen der Hand voll Geld und der Frau hin und her. Schließlich traf er seine Wahl: »Ich nehme die Sklavin und 100 Raki.«
So wechselte auch Zweite im Ödland den Besitzer und blieb so ganz in der Nähe ihrer Leidensgenossin Erste, würde sie aber wohl dennoch niemals wieder sehen. Dennoch konnte ich nicht sagen, welche der beiden das schwerere Los getroffen hatte, Zweite würde die umsorgte einzige Sklavin und Frau des Bauern sein. Er würde sie sicher häufig ficken, was ihr manchmal gefallen würde, und manchmal wohl nicht, aber er würde sie auch so gut behandeln, wie es ihm möglich war, denn er würde sie nicht verlieren wollen. Erste dagegen lebte zwar auf den ersten Blick in mehr Bequemlichkeit, war aber den Launen des Statthalters und dessen eifersüchtiger Frau ebenso ausgesetzt, wie der Rivalität ihrer Mitsklavinnen.
Arok riet dem Bauern, die Sklavin vor allem in der ersten Zeit immer gut festzubinden und sich vor ihren Zähnen in acht zu nehmen. Außerdem empfahl er, ihre weiße Haut vor direkter Sonnenstrahlung schützen. Zumindest, solange sie noch nicht gebräunt war. Dann schlang er dem Mädchen einen Hanfstrick um den Hals, band ihre Hände auf dem Rücken zusammen, gab ihr einen letzten Klaps auf den Hintern und übergab das Ende des Stricks ihrem neuen Besitzer. Dieser steckte das Geld ein und ging langsam davon. Nach etwa zwanzig Schritten drehte er sich um, schien etwas sagen zu wollen, ging dann aber weiter.
»Sie haben ihm Zweite unter Wert überlassen«, stellte ich fest.
»Ja, weit unter Wert«, gab er zu, und blickte dem schäbig gekleideten Mann mit der nackten Frau an der Leine nachdenklich hinterher, »er hat mir auf einmal leidgetan. Die ältesten Töchter an einen Mädchenhändler verloren, und immer noch kein Gefäß für seine Lust. Ich hoffe nur, sie holt sich auf dem Weg zum Haus keinen Sonnenbrand.«
»Er hat erstaunlich schnell aufgegeben.«
»Hätte er gegen meine Söldner antreten sollen? Außerdem hätte es ja nichts genützt: Seine Töchter sind gebrannt. Sie sind und bleiben Sklavinnen, egal was er tut.«
Dann ging er zum Wagen und schob Dritte grob einen Knebel in den Mund. »Eine Sklavin spricht nur, wenn sie gefragt wird«, erläuterte er, und kniff ihr zusätzlich so kräftig in die Brust, dass sie einen kleinen Spritzer Urin nicht mehr halten konnte. Dann schwang er sich auf den Kutschbock und trieb die Ochsen an, während wir noch das Feuer löschten und das Brandeisen zum Abkühlen hochhielten, bevor wir es verstauen konnten.
Unser Weg führte uns jetzt nicht mehr durchs Dorf des Statthalters, sondern durch eine Furt über den Fluss, um weiter in Richtung Westen ziehen zu können. Zunächst musste einer der Söldner voran, um die Tiefe der Furt zu messen. Das nur träge strömende Wasser reichte ihm an der tiefsten Stelle knapp bis zu den Hüften, und Arok entschied, dass dies nicht zu tief für die Ochsen und den Wagen wäre. Um dem Wagen mehr Gewicht zu geben, mussten wir alle aufsteigen und uns an den Gitterstäben festhalten. Kaloma, nein Vierte, lächelte mir tapfer zu, als ich sie anblickte. Etwa in der Mitte des Flusses verloren die Räder den Halt und der Käfig schwamm auf und begann sofort flussabwärts zu treiben, sodass das ganze Gespann sich drehte und die Ochsen nun in Richtung flussaufwärts zogen. Glücklicherweise war die tiefe Stelle nicht sehr breit. Arok ließ die Peitsche knallen, die Ochsen strengten sich mächtig an und bekamen wieder Grund unter alle Hufen, um den Wagen weiterzuziehen. Endlich hatten wir den Fluss überquert und dann waren wir auf der Straße nach Derbi. Einer Straße, die eigentlich nur ein etwas weniger unebener, etwas weniger bewachsener Streifen in der Steppe war.
Doch wir waren auf dem Weg zum sagenumwobenen Küstenland. Gegen Mittag erlaubte mir Arok, Dritte den Knebel wieder zu entfernen, und beiden neuen Mädchen die Brandwunden zu salben. Am Abend würden wir ihre Versklavung mit dem Stempel und der Enthaarung fertigstellen, versprach der Meister.

Kommentar(e)

Irgendwie warst du diesmal am Anfang weniger Aufmerksam als sonst was Tippfehler angeht Nosferatu.
Das war natürlich nicht in Ordnung von Kalimo das er sich hat verführen lassen von der Tochter des Bauern. Die Strafe war angemessen wenn man bedenkt das er normal die Todesstrafe bekommen hätte. So hat Arok 2 Neue Sklavinnen, allerdings 2. unter Wert verkauft.
Karols erklärungen waren auch Interessant. Wie sich wohl 3. und 4. Verkaufen lassen?

Es ist schade, aber du gehst jedem Konflikt gezielt aus dem Weg und schaffst damit eine Wohlfühlgesellschaft für Männer. Jeder wird versorgt, sogar das arme Bäuerlein. Nur ab diesem Punkt wird die Geschichte unglaubwürdig. Verkauf einer Ware unter Einkaufspreis, das macht keiner freiwillig. Zumal die Verkaufte mit ihrer hellen Haut das Ausstellungststück schlechthin auf dem Markt gewesen wäre.
Auch das Potential der einzig unzufriedenen Figur wird verschenkt, da sie durch den Verkauf der Geschichte entzogen wird.
Dass sich die Bauerntochter selbst verkauft ist zwar erklärlich. Der Geschichte hätte der Verkauf durch den Vater aber mehr Schwung gegeben. So sind mir schon wieder alle viel zufrieden mit sich und der Welt.  Die so interessante Gesellschaft versickert in Belanglosigkeit. Schade um die wunderbaren Ansätze, die so billig verschenkt wurden.
Vielleicht solltetst du mal über die Mitarbeit einer zweiten Person nachdenken. Es ist so schade, weil mir die Geschichte, der Ansatz so ausnehmend gut gefällt und sich von dem was hier sonst zu lesen ist wohltuend abhebt.
Trotz dieser Kritik werde ich deine Geschichte sicher mit Vergnügen weiter lesen ;-)

@Latexmike: Das mit den Fehlern tut mir leid, ich habe nicht bewusst weniger sorgfältig gearbeitet, aber offensichtlich ist mir die Endkorrektur nicht geglückt. Ich hoffe, es wird wieder besser. Ich finde es ziemlich wichtig, den Leser nicht mit allzuvielen Fehlern zu nerven. (Über den Inhalt darf er/sie sich hingegen schon ärgern ;))
@Raale: Ich fürchte, ich muss noch schwer an meinem Stil arbeiten. Eigentlich soll die Botschaft überhaupt nicht "Wohlfühlgesellschaft" sein. So wie diese Welt in meinem Kopf aussieht, ist das Leben auch für die Männer hart, unangenehm und meistens kurz. Das Privilieg der "Frauenbenutzung" ist nur ein schaler Ersatz für all die Annehmlichkeiten, die für unsereinen selbstverständlich sind. Und noch dazu hat ja nur ein Bruchteil der Männer überhaupt dieses Privileg. Aber offensichtlich geht dieses düstere Bild verloren, wenn ich versuche, meine Vorstellungen auszuformulieren. *Grübel*.
Schnell gelöste Konflikte: Ich glaube, das ist nicht so unwahrscheinlich in einer derartigen Gesellschaft. ich glaube, dass auch archaische Gemeinschaften nie "klingonisch" werden, also jeden Konflikt bis aufs Blut ausreizen. Im Allgemeinen wird man schnell versuchen, einen Kompromiss zu finden, wenn man aufeinander angewiesen ist. Abwer auch hier: Die unguten Gefühle, die sich mit der Zeit aufstauen, müsste man wohl etwas besser darstellen. Arok hat Zweite übrigens ja durchaus mit Gewinn verkauft, Nur halt mit weniger Gewinn, als er unter Idealbedingungen hätte erzielen können. Bloss: Weiss er, ob er in näherer Zukunft Idealbedingungen antrifft? Was er bisher von diesem unbekannten Land gesehen hat, muss ihn daran zweifeln lassen. Und vielleicht hatte er noch andere Gründe, die wir später sehen werden :)
Danke für Eure Inputs!

Antwort auf von Nosferatu

nimm mein Gemecker bitte nicht zu ernst. Dass die beschriebene Gesellschaft für die Meisten kein Zuckerschlecken ist, wurde anfangs schon deutlich.
Mich stört eher der "Billig" Verkauf von Zweite, da ich sie wegen ihrer Hautfarbe die Attraktion für die Geschäfte des Sklavenhändlers wäre.
Um mich aber mal in die Diskussion um die Sklaverei im allgemeinen einzumischen. Genau wie du, bin ich der Meinung, dass in derart armseligen Gesellschaften Menschen einfach froh sind versorgt zu sein. Gerade wenn die Alternative zwar Freiheit aber auch hungern bedeutet. Die meisten Menschen gehören wohl eher zu den Pragmatikern als zu den Heroen. Insofern ist auch der Selbstverkauf der Mändchen verständlich, zumal sie sich Veränderung erhoffen ;-)

Ich muss mal eines hier loswerden. Wir alle jammern hier auf ziemlich hohem Niveau, lieber Nosferatu, denn du hast einen bombastischen Anfang mit deiner Monumental-Erzählung hier hingelegt und dementsprechend sind die Erwartungen jetzt sehr hoch.
Auch dieser Teil ist wieder sehr schlüssig und gut in Ochsenkarren-Tempo erzählt. Aber es läuft alles ein klein wenig zu glatt, die Spannung dümpelt auf Reiseberichtsniveau so vor sich hin. Ich weiß ja dass es eine Scharping-Geschichte ist, und sich alles sehr 'Langsaaam' entwickelt, doch muss ich gestehen, dass ich mich nicht wie sonst auf deine Geschichte gestürzt habe, sondern sie erst heute gelesen habe. Dabei gab es gerade in diesem Teil so viele Möglichkeiten um Spannung und Nervenkitzel zu erzeugen, diedu leider ungenutzt gelassen hast.
Und ich befürchte, es wird die nächsten Teile auch eher Reisebericht sein, denn im Moment sind sie wieder im menschenleeren Raum und das Ziel der wohlhabenden Küstenregion verheißt nicht viel Reibungspotenzial. Auch die Abrichtung der neuen Sklavinnen wird sehr unproblematisch, denn die beiden erhoffen sich von ihrem Verkauf das Land zu sehen. Sie waren bereit, dafür alles aufzugeben, von daher werden sie wohl gut mitarbeiten, um sich die Reise so angenehm wie möglich zu halten. Aber wir werden sehen, vielleicht überraschst du uns ja...

Trotzdem ist deine Geschichte wirklich sehr gut geschrieben, und auch ich werde sie weiter verfolgen und ungefragt meinen Senf dazu geben.

LG, nachthimmel

Nein, du kannst deinen Senf gar nicht ungefragt dazu geben, weil er sehr gefragt ist, @Nachthimmel. Auch wenn ich natürlich gemerkt habe, dass du mit deiner Äusserung, wie die Geschichte deiner Befürchtung nach weitergehen wird, allein den Zweck verfolgst, meinen Ochsenkarren in eine andere Richtung zu lenken, womöglich in ein krokodilverseuchtes Flussbett mit Killermoskitos und menschenfressenden Eingeborenen. Aber nein, derartiges topping from the reader funktioniert bei mir natürlich nicht. Ich mache mir höchstens naja, hm, gewisse Gedanken.
Aber @Raale, ich bin doch gar kein Vampir. Ich habe diesen Namen nur gewählt, weil ich auch so schöne Augenringe habe, wenn ich mal wieder eine Nacht mit Schreiben um die Ohren gehauen habe.

... in dieser Form finde ich einigen anderen Geschichten deutlich vorzuziehen. Dass ein erfahrener Mädchenhändler mal ein Schnäppchenangebot macht, nachdem er einem alleinerziehenden Farmer zwei Töchter abgekauft hat, macht ihn für mich nur menschlicher und realitätsnäher. Und Zweite ist zwar durchgepeitscht und gedrillt, aber wer weiß, was sie bei Langeweile ohne Arok mit einem betöchterten Vater in einem unbewachten Moment mit ihren Zähnen anstellen wird, nachdem die Brut mal wieder gezickt, gejammert und gegickelt hat, ohne dass der "Herr" da irgendwie eingreifen konnte und ihr ursprünglicher Freiheitsdrang ohne professionelle Zügelung durchbricht. Die Reise geht nun mit Dritte und Vierte weiter, womit zwei völlig neue Charaktere auf genauere Darstellung warten. Und ich warte mit sechs Seufzern auf das nächste Kapitel.

Ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung. Ist denn vor Weihnachten mit einem neuen Teil zu rechnen?
Es ist übrigens das beste was ich hier je gelesen habe, nicht einfach eine Geschichte, sondern ein Roman!

Antwort auf von Mike1229

Mike hat völlig recht. Es wird Zeit, dass du weiter schreibst. Auch wenn die letzten Kommentare vielleicht ein wenig harsch waren, ich weiss aus eigener Erfahrung, wie das runter zieht und lustlos werden lässt, so würde ich trotzdem gerne weiter lesen. Deine Geschichte macht mich einfach neugierig. Ähm ... da ist doch die Zeit zwischen den Feiertagen ... jede Menge Freizeit ... ;-)

Für mich ist dies eine der besten Geschichten hier. Es wäre sehr schade, wenn die Geschichte, wie einige andere hier im forum, so unvollendet bleiben würde.
Bitte unbedingt weiter schreiben. Hoffentlich noch viele Folgen.

Ich schließe mich da auch diversen Vorpostern an, ich werde mich sehr über eine Fortsetzung freuen und hoffe wir müssen nicht mehr zu lange warten... ;)

Auch, wenn die schon einmal vorhandenen Teile 13 bis 16 im Forum verschwunden sind, wäre es doch klasse, wenn diese wundervolle Geschichte fortgesetzt würde.
Aber leider besteht dazu kaum noch Hoffnung auf neue Teile und auch diese Geschichte wird als unvollendetes Werk hier rumstehen. Leider ...

ich glaube, ich habe die Teile 13-16. Jedoch habe ich alles als Roman abgespeichert, so daß ich die ursprüngliche Abtrennung der Teile nicht mehr nachvollziehen kann

 

Antwort auf von treue_tomate

Dann stell doch ab Teil 12 alles auf einmal ein!

Oder du verschickst es als e-mail oder pn