Kalter Stein Teil 3

"Klappentext"

Dritter Teil der Geschichte um Anna und ihren Entführer und Herrn. Dieser Teil greift den inneren Kampf von Anna weiter auf, die sexuelle Ebene von BDSM wird daher erst im vierten Teil vertieft. Vielen Dank für das bisherige Feedback, gerne gehe ich darauf ein und lasse mir die Zeit, die Charaktere und die unterschiedlichen Ebenen der Geschichte nach und nach entstehen zu lassen.

Die Nacht war für sie kalt, unruhig und mit den gefesselten Armen vor ihrem Bauch nicht nur unbequem, sondern auch zunehmend schmerzhaft gewesen. Ihr Zeitgefühl war ihr zudem fast abhanden gekommen, seitdem er sie in seine Gewalt gebracht hatte. Gewalt?- ja, er hatte sie mit Gewalt und gegen ihren Willen entführt und war auch bei ihrer Begegnung hier in ihrem Verließ nicht zimperlich mit ihr umgegangen, sondern hatte sie seinen Unmut spüren lassen, wenn sie seinen Forderungen nicht nachkam. Als sie an das Geschehene zurück dachte und noch einmal vor ihrem geistigen Auge ablaufen ließ, machte sich in ihrem Unterleib erneut das leichte Ziehen und Pochen bemerkbar. Hätte sie nicht in völliger Dunkelheit auf der harten Steinliege gelegen, hätte ihr errötetes Gesicht sicherlich einen herrlichen Kontrast zu ihrer hellen Haut gebildet. Mit Nachdruck versuchte sie die Gedanken und Bilder vor ihrem inneren Auge beiseite zu schieben. Was machte er nur mit ihr? Er hielt sie gegen ihren Willen fest, hatte sie geohrfeigt, zu Fall gebracht, gefesselt und einfach in ihren intimsten Stellen ungefragt berührt, so als sei es das Normalste auf der Welt. Und als wäre das alles nicht genug gewesen, hatte er sich vor ihren Augen selbst befriedigt, bis er gekommen war. Nur um sein Sperma auf ihrem Körper zu spritzen, wo es noch immer klebte, spannte und sie wie markiert zurückließ. Sie seufzte, was sollte sie nur tun? Entkommen aus diesem kalten Verließ erschien ihr unmöglich, zudem war sie nackt und teilweise gefesselt, ihre Kleidung hatte er beim Gehen mitgenommen. Erneut durchlief ihren Körper ein Schauer und ihre Tränen suchten sich ihren Weg. Was hatte er gesagt? Er würde sie am nächsten Tag rasieren wollen, an ihrer Fotze, wie er ihre Vagina nannte. Sie hasste dieses Wort, es klangt so erniedrigend in ihren Ohren. Verzweifelt versuchte sie sich ab seine genauen Worte zu erinnern. Hatte er gesagt er wolle sie rasieren oder sie solle sich rasieren? Egal, so oder so wollte sie nicht, dass er ihr erneut so dicht kommen würde. Und dann hatte er noch etwas von einem Paddel gesagt und Schlägen, sie konnte sich keinen Reim darauf machen. Sie seufzte, ihre volle Blase riss sie aus ihren Gedanken. Nur langsam schaffte sie es mit ihren gefesselten Armen und den kalten, steifen Gliedern sich von ihrer Liege zu erheben. Da er das Licht ausgemacht hatte, musste sich sich vorsichtig voran tasten, wobei es wesentlich einfacher gewesen wäre, hätte sie sich mit den Armen und Händen ungehindert tastend durch den kleinen Raum bewegen können. Schließlich schaffte sie es das Klo zu erreichen und erleichterte sich. Wie demütigend, in Ermangelung von Toilettenpapier konnte sie sich nicht richtig säubern. Das Papier hätte ihr aber nichts genutzt, da ihre Hände kaum Bewegungsspielraum hatten. So musste sie sich damit begnügen, dass die letzten Topfen langsam an ihrem rechten Bein herab liefen. Als sie es endlich wieder auf die harte Steinliege geschafft hatte, fiel sie in erneut in einen unruhigen Dämmerschlaf.

Am nächsten Morgen (war es überhaupt morgens?) fühlte sie sich wie gerädert. Die Dunkelheit um sie herum machte sie zusehends nervös und ihr Zeitgefühl war mittlerweile nicht mehr greifbar für sie. Viel schlimmer war jedoch, dass ihr Magen lautstark knurrte. Wann hatte sie überhaupt das letzte Mal gegessen? Als hätte er ihr Magenknurren gehört, hörte sie plötzlich Geräusche von der Tür, langsam und quietschend öffnete sie sich, gleichzeitig flackerte eine Lampe an der Decke  von ihrem Verließ auf. Auch wenn das Licht nicht wirklich hell war, musste sie doch blinzeln. Erst als sich ihre Augen etwas an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnt hatten, erblickte sie ihn in der Tür stehend. „Na, hast Du gut geschlafen Anna?“, fragte er sie und sah sie aus seinen braunen Augen an. Sie musste sich erst räuspern, bevor sie ihm antworten konnte: „Bitte, ähm, mir ist kalt und ich habe Hunger, lassen Sie mich einfach gehen. Wirklich, ich verrate auch nichts, aber ich möchte das hier nicht.“ „Hast Du denn gestern gar nichts gelernt Anna?“, war seine prompte Reaktion. Ruhig und und bestimmt sprach er weiter: „Es geht nicht danach, was Du möchtest, außer ich bin der Meinung, dass Du Dir eine Belohnung verdienst hast. Ansonsten wirst Du zukünftig tun, was ich Dir sage und wenn ich mich an gestern erinnere, hatte ich den Eindruck, dass Du nicht vollkommen abgeneigt warst. Dein Körper hat Dich verraten Anna.....“ 

Er beobachtete ihre Reaktion genau, sie schlug die Augen nieder und errötete leicht. Ihr Schamgefühl schien wieder die Überhand zu gewinnen. Ihm war bewusst, dass sie an sie zu diesem Zeitpunkt sich und vor allem ihm gegenüber nicht eingestehen würde, was ihr Körper ihm gestern ansatzweise verraten hatte. Genau das war aber die Herausforderung, die er gesucht hatte. Und er hatte Zeit, viel Zeit...

Musste er ihr die Szenen vom Vortag (war es überhaupt Tag gewesen?) wieder in Erinnerung rufen? Sie konnte ihm in diesen Augenblick einfach nicht direkt ansehen und richtete den Blick lieber auf einen imaginären Punkt auf dem grauen Stein. Sollte sie ihm widersprechen? Fast unmerklich entwich ihren Lippen ein leichtes seufzen, sie kämpfte mit sich. Im nächsten Moment  nahm ihr knurrender Magen ihr die Entscheidung ab und lenkte seine Aufmerksamkeit erneut vollkommen auf sie. „Du scheinst wirklich Hunger zu haben Anna“, kommentierte er prompt die Geräusche ihres Magens. „Komm her“, fügte er hinzu. Sie zögerte, was wollte er? Ihr erster Impuls sagte ihr, dass sie in der Distanz zu ihm bleiben sollte, doch ihr Verstand schaltete sich ein, dass sie noch immer mit den Handschellen gefesselt und mit knurrendem Magen in seiner Gewalt und daher irgendwie abhängig von ihm war. „Anna, ich warte....wenn Du Dich nicht sofort fügst, dann werde ich die Tür von außen wieder verriegeln und Du kannst einen weiteren Tag darüber nachdenken, ob Deine Abwehr das Wert war. Deine Entscheidung.“ Anna fühlte sich in diesem Moment, als hätte er ihr erneut das Tuch auf Mund und Nase gepresst, ihre Muskeln wollten ihr nicht wirklich gehorchen. Dennoch war ihr schlagartig klar, dass er das Gesagte ohne Zögern in die Tat umsetzen würde. Daher siegte ihr Überlebensinstinkt und sie setze sich mühsam auf, nur langsam gelang es ihr, die zittrigen Füße auf den kalten Steinboden zu bringen und dann aufzustehen. Das war schon einmal geschafft, unsicher, aber sie stand. Ein auffordernder, unzufriedener Blick seinerseits gab ihr aber sofort zu verstehen, dass er sich nicht damit zufrieden geben würde, dass sie aufgestanden war. Vorsichtig tastete sie mit ihren Zehen und Füßen vorwärts und schob sich, gegen ihren eigentlichen Impuls arbeitend, Zentimeter um Zentimeter in seine Richtung. Dabei hatte sie das Gefühl, mit jedem Zentimeter tiefer in ihren ganz persönlichen Albtraum einzutauchen. 

Kaum war sie im Radius der Reichweite seiner Arme, reagierte er blitzartig, fasst wie eine Schlange. Seine Hände griffen grob nach ihren Händen, die noch immer mit den Handschellen vor ihrem Bauch gefesselt waren und zog sie mit Nachdruck schneller an sich heran, bis sie weniger als eine halbe Armlänge vor ihm stand. Seine Hände lösten sich von ihren Handgelenken und legten sich auf ihre Schultern. Zwar war sein Griff nicht wirklich fest, aber ihr war bewusst, dass er dies sofort ändern würde, wenn sie auch nur versuchen würde, nur wenige Zentimeter aus ihrer jetzigen Position zurück zu weichen. Auch wenn sie aus der Situation körperlich nicht entkommen konnte, so zeigte sie ihren stummen Protest dadurch, dass sie ihn absichtlich nicht uns Gesicht sah und die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen presste. 

In ihrem Gesicht zeigten Mimik und Gestik ihm deutlich, wie sehr sie seine Nähe ablehnte und am liebsten sofort aus der Situation entfliehen würde. Dennoch schien er ihr gegenüber seine Position bereits soweit verdeutlicht zu haben, dass sie nicht traute, in die aktive Abwehr zu gehen. Hätte sie ihn angesehen, wäre ihr sicherlich aufgefallen, dass ein Lächeln seine Lippen umspielte und seine braunen Augen funkelten. Ein Anfang war gemacht und die Zeit würde für ihn arbeiten. Seine Augen glitten noch einmal über ihren Körper, über ihre vollen Titten, die durch die Fesselung ihrer Arme und Hände vor dem Bauch leicht zusammengedrückt und herrlich präsentiert wurden. Wenn sie wüsste, was für einen geilen Anblick sie ihm lieferte. Wie gerne würde er sie direkt hier und jetzt auf die Knie zwingen, seinen mittlerweile wieder steif gewordenden Schwanz tief in ihrem Mund versenken und sein Sperma tief in ihren Rachen spritzen. Während er sich diesen geilen Gedanken gestattete, ging sein Blick erneut auf Wanderschaft und entdeckte die noch immer verdächtig glänzenden Flecken auf ihrer Haut, die er ihr bereits am Vortag „geschenkt“ hatte. Dann lenkte er seine Gedanken wieder ins hier und jetzt, er würde es langsam angehen lassen. Das Spiel mit ihrer Abwehr, ihrer Scham und den gegenläufigen Signalen ihres Körpers faszinierte ihn, reizte seine dunkle, dominante Seite und genau dieses Spiel wollte er in allen Facetten genießen und sie über ihre Grenzen hinweg führen. „Du widersetzt Dich mir schon wieder Anna“, sagte er daher in einem ruhigen Tonfall, der jedoch von einem geübten Ohr als lauernde Warnung Verstanden worden wäre. Sie reagierte indem sie den Blick hob und ihm direkt in die Augen sah. „Ich sehe, Du hörst mit zu. Das ist schon einmal ein guter Anfang Anna, aber ich wiederhole mich nicht gerne. Du solltest Dir das nächste mal also gut überlegen, ob Du in den passiven Protest mir gegenüber treten möchtest. Bedenke das zukünftig.“ Und fügte dann etwas süffisant hinzu: „Du kannst mich jederzeit auch gerne direkt darum bitten, Dich zu bestrafen.“ 

„Was? Ich....warum sollte ich das tun?“, reagierte sie und fügte dann durch zusammengepresste Lippen hinzu: „Darauf können Sie lange warten. Nie werde ich um Bestrafung  bitten, das ist doch krank.“ Fast erwartete sie wieder eine direkte Reaktion seinerseits und versuchte unweigerlich zurück zu weichen. Doch nichts geschah. Das irritierte sie. Daher suchte sie mit ihren Augen erneut seinen Blick. Seine braunen Augen schienen sie zu fixieren, sie zu durchbohren, als wollte er ihr Innerstes erforschen. „Ich werde Dich zu gegebener Zeit daran erinnern Anna“, war jedoch die ruhige Reaktion seinerseits. Der Tonfall und Nachdruck seiner Stimme jagte ihr einen kalten Schauer über ihren Körper. Nie, niemals würde sie sich so erniedrigen, um eine Bestrafung zu bitten. Sie war eine selbstbestimmte Frau, die es gewohnt war, für sich zu sorgen und die emanzipiert war. Und also solche würde er lange warten können, dass sie ihn um eine Bestrafung, womöglich noch um Schläge bitten würde. Da würde er lange warten können, meldete sich innerlich ihr Kampfgeist zurück. Und doch stand sie hier nackt und mit gefesselten Armen mehr oder weniger vollkommen hilflos vor ihm. Ihre Handgelenke schmerzten durch das unnachgiebige Metall der Handschellen, die mittlerweile rote Spuren durch die Reibung auf ihrer Haut hinterlassen hatten. Und als hätte sich ihr Körper gegen sie verschworen, meldete sich erneut lautstark ihr knurrender Magen zu Wort.

„Also Anna, ich habe Dich so verstanden, dass Du nicht noch einen weiteren Tag und eine weitere Nacht mit den Handschellen gefesselt hier verbringen möchtest. Immerhin bist Du meiner Aufforderung nachgekommen, zu mir zu kommen. Ich werde Dir jetzt die Handschellen abnehmen und wenn Du mich darum bittest, dann nehme ich Dich mit und Du darfst etwas essen und trinken. Aber im Anschluss werden wir dann dafür sorgen, dass Deine Fotze meinen Ansprüchen gerecht und ordentlich rasiert wird. Hinterher werde ich dann entscheiden, wie viele Schläge mit dem Paddel für Deinen bisherigen Ungehorsam mir gegenüber angemessen sind. Und glaub mir, Du wirst jeden einzelnen genießen und mitzählen dürfen.“ Erwartungsvoll sah er sie an. Sie hingegen schaute ihn aus großen Grünen Augen an, sie hatte sich verhört oder?! Essen, sie rasieren, sie schlagen? Am liebsten hätte sie ihm entgegen gebrüllt, was für ein krankes Arschloch er doch sei und wo er sich sein Essen und Trinken hin stecken könne. Doch eine weitere Nacht in der Fesselung ohne Essen und ausreichend Trinken würde sie auch nicht mehr schaffen. Sie rang mit sich. Schließlich flüsterte sie fast nicht hörbar: „Okay, ich möchte etwas Essen.“ „Du hast mir nicht richtig zugehört Anna, ich sagte, Du sollst mich bitten. Also?“, reagierte er barsch. Das war nicht sein Ernst, hätte er ihre Aussage nicht einfach akzeptieren können? In ihr sträubte sich alles und es dauerte gefühlt eine Ewigkeit, bis ihr die geforderten Worte über die Lippen kamen: „Ich möchte bitte gerne etwas essen und trinken.“ „Schon besser Anna“, lobte er sie, „wenn Du jetzt noch ein Herr hinzufügst, dann sollte mich das überzeugen.“ „Bitte, ich kann das nicht“, presste sie daraufhin verzweifelt hervor und eine einzelne Träne sammelte sich in ihrem Augenwinkel und rann dann ihre Wange herab. Mit einer Hand griff er an ihr Kinn, mit Nachdruck, so dass sie ihn erneut ansehen musste. „Anna, Du kannst das. Ich weiß es, Du musst nur Deinen Stolz und Deine Scham überwinden. Ich bin ab jetzt Dein Herr, daher solltest Du mich auch so nennen. Das hat etwas mit Respekt und Gehorsam zu tun. Kommst Du dem nach, werde ich Dir die Handschellen abnehmen und Du kannst etwas essen und trinken. Deine Entscheidung Anna.“ Sie hasste sich dafür, aber ihr Überlebenswille, ihr Bedürfnis nach Essen und Trinken gewann die Oberhand und sie formulierte: „Ich möchte bitte etwas Essen und Trinken, mein Herr.“ Sein Griff an ihrem Kinn lockerte sich augenblicklich und mit einer fast sanften Geste wischte er ihr die die einzelne Träne von ihrer Wange. Dann holte er die Schlüssel für die Handschellen aus seiner Hosentasche und schloss diese auf. Während in seinem Blick Triumph und Stolz erkennbar waren, immerhin hatte sie ihn das erste Mal Herr genannt und war damit über eine Grenze hinweg gegangen, schämte sie sich. Sie hatte das Gefühl, einen weiteren Schritt in die Richtung gegangen zu sein, die sie ablehnte. Sie war so nicht und doch hatte sie seine sanfte Berührung genossen, als er ihr die Träne weg gewischt hatte. Fast so, als sei er Stolz auf sie. Sie verwirrte sein Verhalten, wie konnte er einerseits so unnachgiebig und hart sein, um im nächsten Augenblick aber fast zärtlich und tröstend zu agieren? Diese Ambivalenz irritierte sie und berührte doch etwas in ihrem Inneren, was sie sich selbst jedoch noch nicht wirklich eingestehen konnte.

 

Bewertung Gesamteindruck

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Inhalt/Idee

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Schreibstil

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Rechtschreibung/Form

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BDSM/Erotik

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