BDSM - 2 Weihegeschenke

"Klappentext"

Teil 4 des Abenteuer der BDSM-Detektivinnen: Daniela ist spurlos verschwunden – aber dies wären nicht die BDSM-Detektivinnen, wenn sie nicht nach ihrer vermissten Freundin suchen würden. Doch haben Britta, Margarete und Shayennea eine Ahnung, mit welchen kriminellen Aktivitäten sie sich dieses Mal anlegen?

Nach dem Unterricht trafen sich die verbliebenen Detektivinnen der BDSM-Clique im Haus von Shayenneas Eltern. Hier waren die jungen Frauen ungestört, denn Shayenneas Eltern waren nur selten zu Hause. Ihr Vater war ein hoher Beamter beim Bundesgrenzschutz, die Mutter Soldatin bei der US-Army, die man im Rahmen einer internationalen Kooperation in einer deutschen Kaserne stationiert hatte. Manchmal fragte sich Britta, ob die Tochter so viele illegale Wege zur Datenbeschaffung kannte, um gegen die Eltern zu rebellieren. Falls ja, dann hatte sie sich aber deswegen noch nie erwischen lassen. Vom Aussehen her kam Shayennea auf jeden Fall nach beiden Teilen: Die kakaofarbene Haut und die sehr dichten, schwarzen Locken kamen von der Mutter, die europäischen Gesichtszüge von der väterlichen Linie. Am Internat war sie eine von drei Schülerinnen mit dunkler Haut und Britta wusste, dass sie es nicht immer leicht hatte. Umso wichtiger erschien es Britta da, dass Shayennea Detektivin der BDSM-Clique und letztere divers war.

Jetzt ging es aber darum, endlich eine Spur zu der vermissten Daniela zu finden. Es war fast eine Woche vergangen, seit diese nicht mehr im Internat aufgetaucht war. Natürlich waren Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet, doch schienen die Ermittlungen zu keinem Ziel zu führen – weder bei Daniela, noch bei Jane oder Pia, die ebenfalls dem Unterricht fernblieben. Bei den beiden letzteren war sich Britta aber nicht sicher, ob diese des Internats verwiesen worden waren und die „Ermittlung“ nur ein offizielles Statement vom Internat und den Eltern war, um die Drogenaktivitäten zu verbergen.

Letztendlich misstraute Britta den staatlichen Ermittlern. Deswegen hatte sie auch die letzte SMS ihrer Freundin verschwiegen und stattdessen Shayennea gebeten, diese Spur im digitalen Datenstrom zurück zu verfolgen. Hoffentlich mit Erfolg, wie sie jetzt dachte, als sie ihr Fahrrad vor dem Haus von Shayenneas Eltern abstellte und mit dem Fahrradschloss festkettete. Es war mittlerweile etwas kühler geworden, die Blätter von Bäumen entlang der Straße hatten einen herbstlichen Rotton angenommen. Britta trug ein langes Sommerkleid und dazu dazu eine Jacke, warme Strumpfhosen und Schuhen mit flachem Absatz.

Am Hauseingang wartete Shayennea auf sie.

„Gut, dass du endlich da bist.“

„Hast du etwas gefunden?“

„Komm mit.“

Britta folgte Shayennea in die Küche. Margarete saß an einem großen Tisch, neben sich einen aufgeklappten Laptop und zwei Dosen Bier. Shayennea wies auf einen freien Stuhl: „Setz dich doch.“

Noch immer sehr, sehr vorsichtig setzte sich Britta auf ihren gepeitschten Hintern.

„Willst du auch etwas trinken?“

„Ja, bitte.“

Bei näherem Hinsehen erkannte Britta, dass die BDSM-Clique heute alkoholfreies Bier trank. Das war okay, es war ja auch noch nicht Freitag.

„Also, was hast du?“, fragte sie, als alle am Tisch saßen.

Shayennea drehte den Laptop so, dass Britta den Bildschirm sehen konnten. Man sah eine Karte, ähnlich wie Google Maps, aber mit weniger Details und mehreren Kreisen, die sich an den Rändern überlagerten. Ein Kreis war rot markiert.

„Was ist das?“

Shayennea nippte an ihrem Bier, bevor sie sagte: „Es war gar nicht so einfach an die Daten zu kommen. Wenn meine Mutter davon erfährt, meldet sie mich zur Strafe beim Militär an.“ Sie lachte.

„Sind das die Funkzellen?“, fragte Margarete.

„Ja. Und zwar die von der betreffenden Nacht. Der rot markierte ist der, aus dem dir Daniela die SMS geschickt hat.“

„Also war sie wirklich auf dem Parkplatz“, sagte Britta, die jetzt doch mehrere Details auf der Karte erkannte.

„Ja. So wie sie es dir geschrieben hat.“

Kurz schwiegen die Detektivinnen. Britta ahnte, dass Shayennea auf etwas Bestimmtes hinauswollte – aber sie kannte ihre Freundin gut genug um zu wissen, dass diese erst gefragt werden wollte, bevor sie Details herausrückte. Sie dachte nach und versuchte selbst darauf zu kommen. Dabei fiel ihr auf, wie warm es in der Küche war. Das Haus musste gut geheizt werden. Shayennea trug nur einen Sportanzug, aber einen für Frauen, mit Hosen kaum länger als Hotpants und einem engen, bauchnabelfreien Oberteil, unter dem man den Sport-Bh sah. Sie war barfuß.

Dann fiel ihr ein, wie lächerlich und unpassend diese Gedanken waren. Britta zog sich die Jacke aus und hängte sie über die Stuhllehne.

Schließlich brach Margarete das Schweigen. „Gut. Aber was nützt uns das. Hast du die aktuellen Daten von Danielas Telefon? Weil – jetzt wissen wir nur, wo sie vor sechs Tagen war.“

„Nein, leider nicht. Das Mobiltelefon hat die Polizei zertrümmert im Kofferraum von einem gestohlenen Pkw gefunden.“ Shayenneas nackte Schultern hoben sich zu einem Seufzer – bevor sie doch lächelte: „Aber vielleicht brauchen wir die auch nicht.“

„Was meinst du damit?“

„Wir reden hier von einem Teil der Stadt, der so spät abends weitestgehend verlassen war. Es war zwar Freitag, aber dort gibt es keine Wohnungen und die Nachtclubs sind einige Kilometer weit entfernt. Das sieht man auch daran, dass zu dem Zeitpunkt keine der umliegenden Funkzelle Daten übertragen hat. Nur diese. Als ich mir weitere Daten über den Betreiber beschafft habe“, Shayennea ließ die Fingerknöchel knacken, „sah ich aber, dass nur eine Minute nach Danielas SMS die gleiche Funkzelle wieder Daten übertragen hat. Von einem anderen Handy oder Computer.“

„Seltsamer Zufall, oder?“

„Sieh dir diese Funkzellen an“, Shayenneas Finger wies auf die Bildschirmkarte. „Funkzellen sind in der Stadt kleiner und präziser. Diese hier deckt nur den Parkplatz und das Einkaufsgebäude ab. Danach ließ aber der Datenstrom nicht nach, sondern wechselte die Funkzellen. Sehr schnell. Das heißt, jemand ist Auto gefahren und hatte das Handy oder den Laptop an. Und auch wenn wir nicht wissen, wo genau dies in der Funkzelle stattfand, müsste das Auto entweder von dem Parkplatz oder dem Gebäude losgefahren sein – und was ist wohl wahrscheinlicher?“

„Das heißt Daniela war mit jemandem gleichzeitig auf dem Parkplatz?“

„Anzunehmen – und dieser Jemand ist bis hier hingefahren.“ Das Computerbild wechselte, zeigte aber wieder eine Karte und Funkzellen. „In dieser Zelle stoppte die Übertragung – aber erst nach längerer Zeit. Ich nehme an, dass unbekannte Auto wurde hier geparkt.“ Shayenneas Finger glitten über das Touchpad des Laptops, vergrößerten und dann erkannte Britta wo sich die Funkzelle befand: „Das ist im Waldviertel“, rief sie.

„Ja.“ Shayennea nickte.

„Nicht schlecht. Dass das die Polizei nicht rausgefunden hat …“

„Die wissen ja nicht von deiner SMS.“

„Stimmt.“

Margarete mischte sich wieder in das Gespräch ein: „Da draußen gibt es kaum Gebäude.“

„In der Funkzelle sogar nur drei“, wusste Shayennea.

„Das macht die Suche einfach.“

Leider nicht für Britta: „Ich kann heute und morgen nicht. Meine Eltern haben erfahren, dass ich nachsitzen musste. Sie waren ziemlich wütend und deswegen muss ich dieses Wochenende nach Starnberg fahren und gut auf sie einreden. Sorry – ich weiß, es ist ernst. Aber wenn mich meine Eltern aus dem Internat abmelden, dann …“

Shayennea nickte. „Verstehen wir doch. Marga und ich, wir nehmen mein Auto und suchen die Gegend ab. Alles ganz unauffällig.“

Margarete sah nicht so aus, als verstände sie es. Vielleicht weil sie sich lieber mehr Unterstützung gewünscht hätte? Oder hatte sie den Eindruck, Britta kümmere sich zu wenig um Danielas Verschwinden? Falls ja, dann würde Britta sie daran erinnern, wer hier wen gerettet hatte!

Aber Margarete schwieg und wickelte sich nur in die Decke, die sie trug. Vermutlich war es keine Decke, sondern einer der Kimonos, die sie manchmal trug, vor allem, wenn sie die Nächte bei Shayennea verbrachte. Britta fand dies albern, verbiss sich aber immer die Kommentare. Das hier war die BDSM-Detektivinnenclique. Ihnen ging es um Gerechtigkeit und darum, dass Verbrechen zu bekämpfen und nicht so etwas Überflüssiges wie Kleidung.

 

Staatsanwältin Dr. jur. Heske Römer saß in einem Raum im oberen Stockwerk des Tempels. In einen Stuhl zurückgelehnt und die Beine vor sich auf den Schreibtisch hochgelegt blickte sie durch den Raum. Das geziemte sich vielleicht nicht für eine Frau mit ihrem Rang, aber wer sollte es ihr verbieten? Auf jeden Fall entlastete es ihre Füße für ein paar Minuten.

An der Türe neben ihr klopfte es. Heske reagierte nicht, sondern wartete. Eine der jungen Tempelnovizinnen betrat den Raum. Hallende Schritte auf dem Stein, dazu das Knarzen von Latex. Sie stellte vor Heske eine Tasse ab, wartete ein paar Sekunden auf Anweisungen, doch als Heske sie nicht einmal ansah, drehte sie auch dem Absatz um und verließ den Raum wieder.

In dem Raum war es dunkel. Durch das Fenster drang nur wenig Licht herein. Der Himmel war seit Tagen mit Wolken verhangen, aber dazu kamen noch Bäume, die draußen hochwuchsen und weiteres Licht wegnahmen. Der ganze Tempel war von Bäumen umgeben. Nicht etwa um ihn zu tarnen. Von außen unterschied sich der Tempel von keinem der anderen Häuser in der Umgebung. Lediglich die Weihe machte ihn zum Tempel. Aber durch die Bäume wirkte das Gelände verlassen, wie Heske fand. Sie brauchten hier keinen ungewünschten Besuch von den Nachbarn oder aufdringlichen Religionsgemeinschaften wie den ZJ.

Das wenige Licht kam vor allem von den Bildschirmen, die eine Seite der Raumwand fast vollständig einnahmen. Röhrenbildschirme, die zum Teil mit dumpf-grünem Farbton. Über die Tastatur neben Heskes Füßen konnte man auf den Bildschirmen die Bilder der einzelnen Überwachungskameras durchklicken, die überall im Tempel verteilt waren. Tatsächlich gelang es Heske nach ein paar Versuchen mit dem spitzen Absatz die passende Taste zu treffen und sich den richtigen Raum anzeigen zu lassen.

Die letzten Tage war viel passiert und sie standen dem Ziel jetzt näher als geplant. Vielleicht konnten sie doch noch zum Äquinoktium dem Gott seine neue Gespielin darbieten. Die Zeit war zwar knapp und noch fehlten zwei Weihegeschenke, dennoch war Heske angenehm überrascht, wie schnell sich alles entwickelt hatte. Sie wollte den Ritus so schnell wie möglich durchführen, bevor sich der Gott von ihr und diesem Tempel abwandte.

Heskes Fuß suchte weiter auf der Tastatur und fand die Zoomfunktion. Die Frau wollte auf dem Bildschirm Details sehen. Was sie sah, erfreute sie: Die beiden Drogendealerinnen, die ausgewählt waren den Ritus als Weihegeschenk zu unterstützen, wurden auf ihre Aufgabe vorbereitet. Da jedes Weihegeschenk im Ritus eine andere Facette erfüllte, waren diese Vorbereitungen individuell. Gemeinsam hatten sie nur Fesselungstechniken und Demütigungen.

Die Brünette mit den dicken Titten, von denen Heske mittlerweile wusste, dass sie Petra Timea hieß, aber offenbar auch „Jane“ genannt wurde, kniete auf dem Boden. Vor ihr ragte ein Holzpfeiler aus dem Boden, der auf Höhe ihres Gesichtes endete. Dass Jane immer kniete lang an den Beinfesseln: Ober- und Unterschenkel von jedem Bein wurden durch Seile zusammengebunden, so dass das Weihegeschenk mit den Knien, den Füßen und Teilen der Schienenbeine auf dem Boden aufsaß. Die Füße steckte in blauen und sehr ungezogenen High Heels und waren mit einem Kabelbinder an dem jeweiligen Fuß fixiert. Seit Jane hier erwacht war, trug sie immer diese Schuhe. Ebenso waren ihr immer die Arme auf den Rücken gefesselt, aktuell an den Ellbogen und Handgelenken. Auf dem Bildschirm sah man wieder einmal, wie die Gefangene die Muskeln anspannte und versuchte sich zu befreien. Heske schmunzelte bei dem Anblick. Die Fesseln waren fest und wurden täglich, wenn Jane betäubt war, erneuert. Um das Wundscheuern der Haut zu mildern, waren Arme und Beine in jeder von Janes Wachphasen unterschiedlich gefesselt – aber gefesselt und auf den Knien war Jane immer. Im Vergleich zu den ersten Tagen hatte Janes Kampf gegen die Seile nachgelassen, aber manchmal versuchte sie es doch noch. Heske nahm sich vor, sie später dafür zu bestrafen.

Sie nippte an dem Tee, der bitter schmeckte.

Falls Jane gerade trank, konnte man dieses Detail nicht auf dem Röhrenbildschirm erkennen, aber Heske meinte einen Speichelfaden zu erkennen, der von Janes Unterlippe auf ihren Busen tropfte.

Um den Hals trug Jane ein Band aus Leder, dass in ihrem Nacken durch ein Vorhängeschloss gesichert wurde. Der Ringknebel in ihrem Mund wurde ebenfalls durch ein solches Schloss festgehalten. Von dem Halsband ging eine kurze Kette aus, die in dem Holzpfeiler endete und Janes Kopf nahe am Holz hielt. An dieser Stelle, dicht vor ihrem Gesicht, ragte ein großer Silikondildo mit Metallspitze aus dem Pfeiler und zielte praktisch permanent auf Janes Gesicht. In der knienden Haltung gab es für sie zwei Optionen: Die Kette straff halten, sich anstrengen und dafür keinen Dildo im Mund haben, oder ihn durch den Ringknebel reinlassen, den Kopf an das Holz lehnen und ein bisschen entspannen.

Natürlich ließ sich über eine Elektronik die Kette verkürzen und so der Dildo dauerhaft in Janes Mund einführen. Die Spitze aus Metall besaß in der Mitte eine Öffnung durch die dem Weihegeschenk nach Wahl Wasser oder Nahrung in den Mund gespritzt werden konnte. Die Programmierung der Pumpe sah dabei kurze, kräftige Strahlenschübe vor, wobei es ein Programm gab, bei dem die Metallspitze des Dildos Wärme an der Oberfläche erfasste – die Pumpe spritzte dann erst ab, wenn der Dildo lange genug von zum Beispiel einer Zunge abgeleckt worden war.

Es hatte Jane merklich Überwindung gekostet, sich diesem Arrangement zu unterwerfen, aber angesichts der Fesselung und der Tatsache, dass ihr niemand außer dem Tempelpersonal helfen konnte, war ihr nichts Anderes übriggeblieben. Außerdem gab es eine Strafe bei Ungehorsam:  Man tauschte die kurze Kette durch eine ähnlich kurze Metallstange aus, mit der Janes Gesicht vor dem Dildo positioniert war. Dann wurde die Pumpe aktiviert und spritzte immer wieder eine klebrige Mischung aus Wasser und Protein auf das Weihegeschenk. Mit ihren auf den Rücken gefesselten Armen konnte sich Jane die Flüssigkeit nicht abwischen, die nach und nach das gesamte Gesicht bedeckte, ihr die Augen verklebte, in ihren Mund floss und dann weiter heruntertropfte, erst auf den Busen und dann zwischen die Schenkel. Der der zweiten Bestrafung war Jane gehorsamer geworden und nachher würde sie ein drittes Mal vollgespritzt werden. Anschließend konnte sich die Novizinnen hoffentlich der Vorbereitung der Weihegeschenke voll widmen. Es gab noch viel zu lernen in der kurzen Zeit, wie Heske aus eigener Erfahrung wusste.

Der Tee zeigte langsam Wirkung.

Heske war jetzt mit dem Schuhabsatz nicht mehr so zielsicher, also beugte sie sich vor und zoomte mit der Kamera manuell von Jane weg und auf das zweite Weihegeschenk. Bei Pias Anblick fiel Heske ein, dass sie die Computersteuerung auf Akustikbefehl schalten konnte. Wieder in den Stuhl zurückgelehnt sagte sie „Vergrößern. Vergrößern. Vergrößern …“

Die Kamera reagierte jedes Mal viel zu wenig.

„Vergrößern … Vergrößern …“

Man sah jetzt Pia auf dem Bild. Mit ihr war Heske nicht so zufrieden, auch wenn sie sich viel schneller in ihre neue Rolle gefügt hatte. Aktuell musste sie schwitzen. Sie lief auf einem Laufband, die Fußgelenke durch lose Fesseln so fixiert, dass keiner der Füße neben dem Band aufgesetzt werden konnte. Gleichzeitig durfte die Frau nicht zu weit nach hinten fallen, denn ihre beiden Brustwarzen waren Nippelklemmen und kurze Ketten mit dem vorderen Ende des Laufbandes verbunden. Wenn Pia zu weit zurückfiel gab es zwar eine Spannfeder, die verhinderte, dass die Klemme wirklich von der Brustwarze abriss -  schließlich waren das hier im Tempel keine Sadistinnen - aber der Schmerz war für Pia jedes Mal unerträglich geworden und hatte sie schneller laufen lassen. Mit auf dem Rücken gefesselten Armen gab es für sie keine Möglichkeit zu befreien, weder von den engen, zerschlissenen Hotpants, noch den zu engen Schuhe aus Canvas, in denen ihre Füße steckten. Das ständige Laufen hatte einige Stellen an den Schenkeln und Füßen wund gescheuert, aber dies war für Heske kein Grund Gnade zu zeigen. In Pias Mund steckte ein kleiner Ball, aber wenn sie schnell ging und das vordere Ende des Laufbandes erreichte, hing dort ein Eimer mit Wasser, groß genug für ihren Kopf. Am Knebel vorbei konnte sie dann Wasser einsaugen. Als wisse Pia, dass ihre Beobachterin gerade daran dachte, tauchte sie das Gesicht in den Eimer und trank. Als sie anschließend schwer hechelnd weiterrannte, troff ihr das Wasser aus den verfilzten Haaren und vermischte sich mit dem Schweiß, der jede Stelle ihres nackten Körpers bedeckt.

Heske hatte genug. Sie stand auf und wandte den Bildschirmen ihren Rücken zu. Lief ein paar Schritte. Noch ging es, auch in High Heels. Sie trug wie immer im Tempel (außer bei den Riten, die keine Kleidung erforderten) hohe Schuhe, schwarze Nylons, einen knielangen Rock, oben eine Bluse und ein Jackett, alles in Anthrazit, alles ein Businesskostüm. Ihre blonden Haare waren zu einer Steckfrisur geformt.

Sie lief an das Fenster und blickte aus dem Tempel. An den Bäumen vorbei. An der Straße parkte ein Auto, dass ihr noch nie vorher aufgefallen war.

„Mmmh …“

In dem Tee befand sich Skopolamin. Das brachte Heskes Gedanken auf Touren. Wieder auf dem Sessel vor der Überwachungsanlage ließ ihren Gedanken freien Lauf. Alles sah gut aus, aber es gab eben noch zu lösende Hindernisse.

„Gespielin.“

Der Computer reagierte auf den Akustikbefehl und wechselte zu der entsprechenden Kamera. Man sah auf eine nackte Frau und zwischen ihre weit gespreizten Beine. Die unscharfe Bildqualität ließ trotzdem den Schlitz erahnen.

Heske wechselte manuell auf eine andere Kamera innerhalb des Raumes und schaute auf die steinerne Statue.

Sie wollte wieder aufstehen, aber dieses Mal ging es mit den Schuhen nicht mehr. Es dauerte eine Weile, bis sie die Bänder an den Knöcheln geöffnet hatte und nur in Nylons weiterlaufen konnte. Die Novizinnen durften sie so nicht sehen.

Wieder am Fenster starrte Heske nach unten. Sie hatte mehr eine Ahnung als eine Idee. Vielleicht würde sich das Problem von alleine lösen. Und dann …

„Äquinoktium.“

Der Akustikbefehl reagierte nicht.

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