Alice (Teil 2)

"Klappentext"

Thomas steckt mitten im Studium, als er über einen guten Freunde die junge Alice kennenlernt, die seine Ansichten von Liebe, Sex und Vertrauen auf den Kopf stellt.

 

5 Monate später

 

   Das ungeduldige Klingeln des Weckers riss Thomas aus dem Schlaf. Noch während er versuchte sich aus der Decke zu befreien, die er in der Nacht wie einen engen Schlafsack um sich geschlungen hatte, hörte er aus der Küche das zischende Geräusch wenn etwas in heißes Öl gegeben wurde. Als der Geruch von Eiern durch die halb offene Tür drang, wendete er sich noch einmal zum Wecker.

   „So früh wach?“ Er hatte die Worte eher als Feststellung zu sich selbst geflüstert. Doch es verwunderte ihn wirklich, dass seine Freundin um diese Uhrzeit wach zu sein schien. Das konnte im Grunde genommen nur eines bedeuten. Stöhnend setzte er sich auf, rieb mit den Händen über sein Gesicht, kämmte sein Haar etwas zurück und stand schließlich auf, um zu ihr in die Küche zu gehen.

   Ein Lied summend, das ihr wohl aus der vergangenen Nacht im Kopf geblieben war, stand sie am Herd und bereitete das Frühstück für die beiden vor. Thomas würde in weniger als einer Stunde zu seiner Vorlesung losgehen müssen, während Alice sich sicher schlafen legen würde, ehe sie am Nachmittag im Einkaufszentrum zu ihrer Schicht in dem Modegeschäft antrat, in dem sie seit einiger Zeit arbeitete.

   Zunächst betrat er die Küche schweigend. Er inspizierte ihren Körper, der nur von einem seiner übergroßen, weißen Shirts bedeckt war und den Ansatz ihres zarten Hinterns versteckte. Doch das war nicht der Grund für sein Schweigen. Alice stand nicht früh auf. Alice kam früh nach Hause. Also suchte er nach etwas, das zeigte wo sie gewesen sein könnte. Dann sah er ihre Handgelenke, die noch immer von den festen Seilen leicht gerötet zu sein schienen, die jemand um sie gebunden hatte. Als er seine Hände auf ihre Schultern legt, um zärtlich ihren Nacken zu küssen, zuckte sie kurz erschrocken zusammen. Sie musste zu sehr in ihre Gedanken vertieft gewesen sein, um ihn kommen gehört zu haben.

   „Guten Morgen.“ Ihre Stimme klang erschöpft. Gleichzeitig erkannte man jedoch, dass sie sich freute ihn zu sehen. Sie stellte die Pfanne kurz auf eine der kalten Herdplatten, um sich zu ihm zu drehen und behutsam die Arme um seinen Nacken zu legen. Dann schenkte sie ihm ein liebevolles Lächeln, ehe sie sich auf die Zehenspitzen stellte, um ihm einen innigen Kuss zu stehlen. Obwohl er hatte fragen wollen wo sie in der letzten Nacht gewesen war, ließ Thomas sich zunächst von dem Kuss ablenken. Noch als er dabei war die Augen zu schließen, sah er die hauchdünnen Schnitte an ihren Oberarmen, die von den Ärmeln des Shirts offenbart wurden als sie langsam nach unten rutschten. Eilige löste er den Kuss und griff nach ihren Armen, um die Schnitte genauer zu inspizieren.

   „Markus? Wirklich?“ In seiner Stimme lag ein zorniger Vorwurf.

   Als würde es sich um etwas völlig alltägliches Handeln betrachtete Alice die Schnitte, um schließlich die Ärmel wieder über sie zu ziehen. „Ist harmlos. Wir haben doch drüber gesprochen.“, wehrte sie den Unterton in seiner Stimme ab und wendete sich wieder den Spiegeleiern zu.

   Thomas trat unterdessen sichtbar genervt ein Stück zurück und verschränkte, Alice weiterhin mit einem strafenden Blick bedenkend, die Arme vor seiner Brust. „Und ich dachte du wolltest dich nicht mehr mit ihm treffen?“

   „Okay, wird das jetzt zum Problem? Ich bin nämlich müde und wollte dir nur ein nettes Frühstück machen und mich dann schlafen legen. Warum bist du so genervt?“ Offensichtlich erreichte auch Alice‘ Geduldsfaden diesmal schnell sein Ende. Wohl weil sie diese Diskussion schon ein halbes dutzend Mal geführt hatten.

   „Weil ich dich gebeten habe dich nicht mehr mit ihm zu treffen. Erinnerst du dich?“

   Alice schnaubte genervt, als er sie an ihre vorherigen Gespräche erinnerte. „Ich erinnere mich nicht, dem zugestimmt zu haben. Ist doch mein Körper. Du hast ein Recht auf deine Meinung und ich auf meine.“

   Thomas schloss für einen Moment die Augen, um sich zu sammeln. Ihre widerspenstige Art brachte ihn an manchen Tagen regelrecht zur Weißglut. Gleichzeitig kämpfte er mit sich, sie nicht mit dem Rücken auf den Esstisch zu werfen und ihr das Shirt vom Leib zu reißen nur um sie hart und unnachgiebig zu nehmen, bis sie mit verweintem Gesicht und lustvollen Schreien um seine Vergebung schrie. Die Tagträumerei ließ ihn durch ein kurzes Pulsieren in seiner Hose erschaudern. Seine Hände hatte er währenddessen zu Fäusten zusammengeballt.

   „Hattet ihr Sex?“ Etwas in seiner Stimme wirkte abwesend, als er ihr die Frage stellte.

   Obgleich er bemerkte, dass sie kurz innehielt, ehe sie die Eier von der Pfanne auf einen kleinen Teller rutschen ließ, hob sie lässig die Schultern. „Klar.“

   Obwohl Thomas und sie sich seit der Feier, auf der sie sich kennengelernt hatten, immer nähergekommen und schließlich ein Paar geworden waren, hatte sie nie aufgehört sich mit anderen Männern zu treffen. In seiner blinden Verliebtheit und dem Verlangen nach der neuen Welt, in die sie ihn eingeführt hatte, hatte er sich nie dagegen geäußert. Dennoch versetztes es ihm jedes Mal einen heftigen Stich in der Brust, wenn sie offen davon sprach oder auf seine Nachfragen hin zugab wieder mit anderen Männern geschlafen zu haben. Er spürte, dass es für sie wie eine Sucht war, auf die sie nicht verzichten konnte. Das Schlimmste war, dass er es ihr nicht einmal vorwerfen konnte. Er hatte ihr in fünf Monaten nicht ein einziges Mal gesagt wie sehr er es hasste einen anderen Mann an ihr zu riechen und zu wissen, dass jemand anders sie genommen und ihr Schmerzen zufügt hatte, die er allein ihr antun wollte. Markus verabscheute er von ihnen allen am meisten. Ein widerlicher Kerl, der keine Grenzen kannte: außer seine eigenen. Man hatte in der Szene schon alles Mögliche über ihn gehört. Positives, sowie Negatives. Doch das schreckte Alice nicht davon ab sich mit ihm zu treffen. Vielleicht liebte sie ja das Adrenalin, das durch ihren Körper rauschte, wenn sie sich mit jemandem traf, dessen Schritte sie nicht vorhersehen konnte. Thomas biss sich fest auf die Lippen, atmete tief durch und machte schließlich auf dem Absatz kehrt, um sich im Bad etwas frisch zu machen.

 

   Als er etwas später als sonst den Vorlesungssaal betrat und nach Joshua absuchte, entdeckte er ihn in einer der hinteren Reihen. Vielmehr war es jedoch Joshua der ihn sah und mit einem viel zu auffälligen Winken auf sich aufmerksam machte.

   „Können wir Ihnen vielleicht bei der Platzsuche behilflich sein?“, sein Professor sah ihn sichtbar genervt von der unhöflichen Störung an. Er schüttelte eilig den Kopf, entschuldigte sich für seine Verspätung und ging die Treppen gefolgt von der bewusst peinlichen Stille nach oben, die sein Professor schuf, um auf sein Fehlverhalten aufmerksam zu machen.

   „Schön, dass Sie Ihren Platz gefunden haben, dann darf ich jetzt weitermachen, ja?“, zischte er noch einmal beleidigt, ehe er mit der Vorlesung fortfuhr und Thomas keines weiteren Blickes würdigte.

   „Alter, schöner Auftritt.“ Joshua grinste ihn frech an, während er parallel dazu versuchte die überladenen Folien abzuschreiben, die ihr Professor in Windeseile durcharbeitete.

   „Schöner Auftritt?“ Thomas gab seinem Freund einen spielerischen Schlag auf den Hinterkopf, ehe er seinen Block auf den Tisch legte, um ebenfalls mit dem Schreiben zu beginnen. „Wink halt nicht wie ein Vollidiot. Ich hätte mich auch woanders hinsetzen können.“

   „Da klingt ja jemand angefressen. Probleme im Paradies?“ Joshua grinste düster. Seitdem Alice sich permanent bei Thomas eingenistet hatte wartete er mehr als auffällig darauf, dass der Vulkan, der sie seiner Ansicht nach umgab, endlich ausbrach und die zwei Turteltäubchen ins Verderben stürzte.

   „Sie war die Nacht über bei Markus.“, zischte Thomas ohne von seinem Block hochzusehen während er schrieb.

   „Bei diesem Arschloch? Ich dachte, das war geklärt.“ Joshua schien ebenso angewidert von Markus zu sein wie Thomas es war.

   „Sie hat da so ihre eigenen Ansichten.“, fügte dieser hörbar frustriert hinzu.

   Plötzlich herrschte zwischen den beiden eine betroffene Stille. Joshua legte seinen Stift beiseite und sah Thomas forschend an, wohl um zu erahnen, was in ihm vor sich ging.

   „Es ekelt mich.“, gestand Thomas schließlich. Ohne darüber nachzudenken, dass er nur weiteres Aufsehen auf sich zog, schlug er seinen Block wieder zu, packte ihn zurück in die Tasche und stand auf, um den Vorlesungssaal, den er gerade erst unter dem strafenden Blick seines Professors zu spät betreten hatte, wieder zu verlassen. Joshua blieb zunächst entgeistert sitzen. Als er seine Fassung über Thomas Worte zurückgewonnen hatte, kramte er hektisch seine Materialien zusammen, klemmte sie sich unter den Arm und folgte seinem Freund wortlos aus dem Saal.

   Die Tür war gerade hinter ihnen zugefallen, als er es schaffte Thomas mit einer Hand auf dessen Schulter zum stehen zu bringen.

   „Was meinst du mit es ekelt dich?“ Seine Brauen waren eng zusammengeschoben. Obwohl er seinen Freund verstehen wollte, lag auch der Hauch eines Vorwurfs in seinen Augen. Etwas in ihm schien auch Alice verteidigen zu wollen. Immerhin waren die beiden schon lange miteinander befreundet. Länger als er und Thomas.

   „Es ekelt mich an zu wissen, dass sie ständig mit anderen Kerlen im Bett liegt. Und als wüsste Markus das, markiert er sie mit seinen verdammten Spielchen, so als würde er mir damit extra nochmal Salz in die Wunde streuen wollen. Heute stand ‚Cutting‘ auf dem Menü.“ Thomas’ Stimme bebte, als er die Worte aussprach, die ihm schon lange auf der Seele lagen. Er wollte Alice nicht teilen. Er wollte sie für sich haben. Als seine Freundin und seine Sub. Nicht als das polygame Mädchen, das sich zwar teils für ihn entschieden hatte, dem er jedoch nie ganz reichen würde.

   Joshua seufzte schwer, als er über Thomas Worte nachdachte. „Alter, du kennst sie jetzt aber auch schon eine Weile. Alice ist eben Alice.“

   „Ich weiß.“ Er seufzte als er sich auf eine der freien Bänke im scheinbar endlosen Flur setzte, der die Vorlesungssäle miteinander verband. „Ich bin auch nicht wütend auf sie. Ich wünschte nur, dass ich früher gemerkt hätte wie sehr es mich stört.“ Seine Tasche setzte er behutsam auf dem Boden ab, ehe er den Kopf sinken ließ und die Augen schloss, um nachzudenken. Er spürte wie Joshua sich neben ihm auf die Bank fallen ließ und mit dem Rücken an dem kühlen Gemäuer abstützte.

   „Und was willst du jetzt machen?“, fragt er zaghaft, ahnend, was die Antwort auf seine Frage war.

   „Ich kann das nicht mehr.“ Thomas schaute wieder auf und suchte den Blick seines besten Freundes, der in den vergangenen Monaten wie ein Mentor für ihn gewesen war. Nicht einfach ein Freund, dem er alles anvertraute, sondern ein Freund, der ihn so gut durchschaut hatte, dass er von seiner dominanten und sadistischen Ader wusste, ehe Thomas selbst sich darüber im Klaren gewesen war. „Ich will mit ihr zusammen sein, aber ich glaube nicht, dass sie das wirklich will. Sie will keine Beziehung. Sie will jemanden zu dem sie kommen kann, den es aber nicht stört, dass sie auch andere will. Und ich kann das einfach nicht mehr.“, erklärte er weiter.

   „Du kannst sie nicht bitten jemand anderes zu sein.“ Joshuas Einwand klang ernst.

   Thomas schüttelte den Kopf. „Will ich auch gar nicht.“ Seine Lippen umspielte ein betroffenes Lächeln. „Aber ich kann auch nicht weiter morgens allein aufwachen und wissen, dass meine Freundin mit irgendwem anders gefickt hat, weil ich ihr nie reichen werde.“ Er wendete den Blick langsam zu seinem Sitznachbarn. Ihre Blicke trafen sich und Joshua legte ihm behutsam eine Hand auf die Schulter. „Wenn du das so empfindest, solltest du es ihr sagen.“ Dann erhob er sich, griff nach seiner Tasche und ging ein paar Schritte in Richtung des Treppenhauses. „Kommst du?“

   Thomas blieb einen Moment still und dachte darüber nach, ob er für den nächsten Schritt bereit war. Er hatte noch nie so viel für jemanden empfunden, wie für Alice. Dessen war er sich sicher. Aber es war als würden genau diese Gefühle seinen Schmerz nur um ein Unendliches vervielfachen.

 

   Alice und Thomas saßen einander schweigend gegenüber, als sie am Abend gemeinsam in der Küche aßen. Sie nippte gedankenversunken an ihrem Glas Rotwein, während er abwesend in seinem Essen herumstocherte und nach den richtigen Worten suchte, um ihre Unterhaltung zu beginnen. Dabei wusste er, dass es keinen guten Beginn für diese Art Unterhaltung geben konnte. Sie tat immer weh und endete oft im Chaos. Die nachdenklichen Blicke der beiden trafen aufeinander und er dachte darüber nach wie süß sie aussah, wenn sie seine Sachen trug, was zu Hause oftmals der Fall war. Auch jetzt hatte sie einen seiner für sie viel zu großen, dunkelblauen Pullover angezogen, dessen Ärmel selbst hochgekrempelt noch über ihre Handgelenke rutschten. Ihre sanften Locken umspielten wie immer schmeichelnd ihr Gesicht. Schließlich seufzte er. Es nützte nichts. Er hatte lange genug darüber nachgedacht. Er hatte lange genug gelitten.

   Gerade hatte er den Mut gefasst zu sprechen, als sie ihr Glas laut auf dem Tisch abstellte und ihm fest in die Augen sah.

   „Ich bin keine Schlampe.“, erklärte sie. In ihrer Stimme lag jedoch kein Zorn, sondern eher Schmerz. Als hätte sie geahnt, dass er eine ernste Unterhaltung beginnen wollte, hatte sie den Anstoß gegeben.

   Thomas schüttelte abwehrend den Kopf. „Das denke ich auch nicht von dir.“

   „Aber?“, in ihrem Blick lag pure Ratlosigkeit. Genau in diesem Moment wurde Thomas bewusst, dass Joshua sich in die Sache eingemischt haben musste.

   „Alice ich kann das nicht mehr.“, gab er geschlagen zu und senkte seinen Blick. „Ich liebe dich, aber ich kann nicht mehr aufwachen und wissen, dass du bei jemand anderem warst. Ich will nicht diese Art Beziehung mit dir führen.“

   „Du hast noch nie gesagt, dass du mich liebst.“, stellte sie mit verblüffter Stimme fest, während ihre zarte Hand das Weinglas ein Stückchen fester zu umschlingen schien.

   „Tue ich aber.“, bestätigte er, woraufhin sich zwischen den beiden eine seltsame Stille breit machte.

   „Ich kann damit aufhören.“ Ihre unerwarteten Worte warfen Thomas völlig aus dem Konzept. Er brauchte einen Moment um sich wieder zu fangen, ehe er den Kopf schüttelte und sie wieder ansah.

   „Nein, Alice. Ich will nicht, dass du vorgibst jemand anderes zu sein. Wenn es das ist was du brauchst, dann ist das okay. Du musst dich nicht dafür schämen, dass du bist wie du bist oder dich verändern, um jemandem zu…“

   „Ich will aber mit dir zusammen sein!“, unterbrach sie ihn ungeduldig, während sie von ihrem Stuhl aufsprang und mit den Händen auf den Tisch schlug. In ihren Augen hatten sich Tränen gesammelt, von denen eine ihren Weg auf ihre Wange fand und mit einem kurzen Funkeln daran herabrollte. „Ich will nicht, dass du mich verlässt.“, fügte sie mit leidendem Flüstern hinzu. Mit zaghaften Schritten umkreiste sie schließlich den Tisch und kam vor ihm zum Stehen. In der Hoffnung darin eine Antwort zu finden, suchte sie seinen Blick und als sie bemerkte, dass er ihr auszuweichen schien, ging sie vorsichtig vor ihm auf die Knie. Mit ihren Händen griff sie nach seiner rechten Hand, zog sie zu sich und hauchte einen Kuss darauf, ehe sie sie an ihre Wange schmiegte. „Ich will wirklich mit dir zusammen sein. Nur mit dir.“, versprach sie ein weiteres Mal.

   Thomas, der bisher nur auf seinen Teller gestarrt und Alice‘ Blick vermieden hatte, zögerte einen Moment lang, als sie neben ihm auf die Knie ging und seine Hand an ihre Wange legte. Schließlich jedoch wendete er seinen Kopf mit einer bedachten Geste zu ihr. Ihre Augen waren geschlossen, ihre Lippen fest aneinandergepresst und ihre kleinen Hände schlangen sich um seine Hand, hielten sie fest, als ginge es um Leben und Tod. Bedeutete er ihr wirklich so viel? Bisher hatte er immer gedacht, dass es seine Gefühle waren, die diese Beziehung zusammenhielten. Er hatte geglaubt, dass er sie liebte, während sie lediglich seine Gesellschaft genoss. Doch der Ausdruck in ihrem Gesicht sprach eine andere Sprache. Endlich wendete er sich ihr zu, blieb jedoch weiter auf dem Stuhl sitzen. Den Oberkörper ein Stück weit nach vorn gebeugt, lehnte er sich neben ihr Gesicht, so dass sein Atem über ihre linke Wange bis zu ihrem Ohr strich. Einige Sekunden lang verharrten die beiden schweigend in dieser Position. Thomas schluckte schwer, während er über seine nachfolgenden Worte nachdachte.

   „Alice, du kannst mir mehr weh tun, als ich dir.“, flüsterte er mit kratziger Stimme. „Ich will mit dir zusammen sein, aber ich will nicht, dass du dich mit Anderen triffst. Nicht für Sex und nicht mehr zum Spielen. Nicht, wenn ich nicht dabei bin. Hast du das verstanden?“ Sein Unterton war einer seltsamen Härte gewichen, in der eine Mischung aus Schmerz und Strenge zu liegen schien. Alice‘ Herz schlug unruhig bei seiner Anweisung. Nervös biss sie sich, die Augen weiterhin geschlossen haltend, auf die Lippen, neigte jedoch ihren Kopf ein Stück weit zur Seite, so dass ihre Stirn, auf seine Wange traf. Der Ansatz seines Bartes rieb an ihrer Haut, während sein Atem ihre Nase kitzelte. Dann nickte sie.

   „Ich verspreche es dir.“, wisperte sie ergeben.

   „Und ich will nicht, dass du Markus wiedersiehst.“, fügte er strenger als zuvor hinzu, so als wolle er seinen scheinbar größten Rivalen als besonderes Tabu deutlicher hervorheben.

   Wieder nickte sie.

   Thomas legte den Zeigefinger seiner rechten Hand, die er mittlerweile aus dem festen Griff ihrer Hände gelöst hatte, unter ihr Kinn, um es ein Stück weit anzuheben und sie so zu zwingen ihm in die Augen zu sehen.

   „Zeig mir, wie sehr du mich willst.“, befahl er ihr mit herrischer, jedoch noch immer leiser Stimme. Der Blick in seinen Augen war nun etwas Anderem gewichen. Wenn die beiden spielten war es, als wäre er wie ausgewechselt. Er wurde von dem zärtlichen, ruhigen, liebevollen Menschen zu jemandem, der eine völlig andere Seite an sich auszuleben schien. Und auch wenn er selbst noch immer dabei war diese Seite zu erkunden wusste er, dass er ohne sie nicht mehr leben konnte.

   Ohne zu zögern öffnete Alice Knopf und Reißverschluss seiner Hose und ruckelte ein wenige daran, um sich mehr Spielraum zu geben. Sie zog den Bund seiner Boxer nach unten und betrachtete sein Glied, das ihr bereits mit einem Anschwung von Vorfreude entgegensprang, bereit von ihr genommen zu werden, so wie er es verlangt hatte. Sie bewegte ihren Schoß unruhig hin und her, in der Hoffnung später ebenfalls zum Zuge zu kommen. Doch jetzt war er dran. Thomas lehnte sich zurück und schloss die Augen, als er spürte wie ihre Zunge über die Länge der Unterseite seines Schaftes leckte und ihre Hand ihn fest umschloss. Das Blut in seinem Schwanz pulsierte, ließ ihn wachsen und praller werden. Als ihre Lippen sich um ihn schlossen und sie mit ihnen und ihrer Hand langsam daran auf und ab fuhr, während ihre Zunge geschickte Linien daran entlang zeichnete, stöhnte er mit einem tiefen Brummen. Sie bemerkte zunächst nicht, wie die Fingerspitzen seiner Hände vorsichtig den Ansatz ihrer Haare umschlossen, ehe er ihr ohne weitere Vorwarnung sein hartes Glied tief in den Hals stieß und kurze Zeit so verharrte. Er sah auf sie herab, um die Reaktion in ihrem Gesicht zu beobachten. Alice hatte sich bemüht ihre Augen offen zu halten und atmete ruhig durch ihre Nase um den Würgereiz zu unterdrücken, der langsam in ihr aufstieg. Gleichzeitig vergaß sie nicht ihre Zunge weiter zu nutzen, um ihn zu verwöhnen. Sie wollte ihn um jeden Preis zum Kommen bringen. Sie wollte seinen heißen Samen in ihrem Mund schmecken und ihm zeigen, dass er alles war, was sie brauchte. Er riss ihren Kopf ein Stück zurück. Nun hielt nur noch seine linke Hand grob ihr Haar fest, während seine rechte Hand sich leicht um ihren Hals schloss ohne dabei zu fest zuzudrücken. Sie suchte seinen Blick und sobald sie ihn endlich gefunden hatte, schaffte sie es geradeso ihre Augen zu schließen, als er ihr ins Gesicht spuckte.

   „Was haben wir gesagt?“, zischte er mit herausfordernder Stimme.

   „Ich sehe dir nicht in die Augen, bis du es mir nicht erlaubst.“, erwiderte sie wie ein Mantra, ehe seine Hand um ihren Hals wieder locker wurde, um anschließend vorsichtig über ihre Wange zu streicheln.

   „Gutes Mädchen.“, brummte er zufrieden und das Lob ließ eine sanfte Gänsehaut auf ihrem Körper erscheinen, die sie wohlig erschaudern ließ.

   „Weitermachen.“, befahl er.

   Das Pulsieren zwischen ihren Beinen wurde stärker und sie spürte, wie ihre Spalte feuchter und gieriger wurde. Sie wollte ihn! Und wie sie wollte. Doch das würde er nicht zulassen. Nicht ehe er mit ihr zufrieden war. Also umschloss sie erneut seinen mächtigen Schwanz mit ihrer linken Hand und ihren Lippen, während ihre rechte Hand begann zärtlich seine Hoden zu massieren. Ihr Mund wanderte tiefer an seiner Länge hinab bis ihre Lippen den Ansatz seines Schaftes streichelten. Sie schloss die Augen und erinnerte sich daran ruhig zu atmen. Das Pochen seines Gemächts in ihrem Mund verriet ihr, dass sie ihre Sache gut machte und entlockte ihr ein selbstzufriedenes, unbewusstes Lächeln.

   „Bleib so und zieh deine Hose runter. Ich will deinen nackten Arsch sehen.“, bestimmte er mit heiserer Stimme, die verriet wie sehr er die Situation nun zu genießen schien. Thomas war in seinem Element. Sie gehörte ihm und das sollte sie verstehen. Alice tat wie er ihr befohlen hatte, entließ ihn dabei jedoch für einen Moment ungewollt ein Stück weit aus ihrem Mund, um die Hose besser herabziehen zu können. Thomas nutzte die Situation mit einem bösen, schelmischen Grinsen aus. An ihrem Arm riss er sie nach oben und zog das über die halb ausgezogenen Hosenbeine stolpernde Mädchen zur gegenüberliegenden Wand und stieß sie hart dagegen. Seine linke Hand hielt ihren Nacken fest, so dass sie sich nicht bewegen konnte. Seine rechte Hand schob sich zwischen ihre Beine, um zu prüfen, wie es ihr in der Zwischenzeit ergangen war.

   „Du kleines Luder.“, stellte er zischend fest. „Du läufst ja regelrecht aus.“ Mit den Zähnen biss er vorsichtig in ihr Schulterblatt, was ihm ein leises Stöhnen ihrerseits erntete und ohne zu Zögern holte er mit der Hand aus, um ihr einen festen Schlag auf den Hintern zu geben. Sie zog scharf die Luft ein, als der unerwartete Hieb ihre nackte Haut traf, konnte jedoch das Lächeln nicht unterdrücken, das ihre Lippen umspielte.

   „Danke, Thomas.“, flüsterte sie ergeben.

   Er beugte sich schmunzelnd neben ihr Ohr. Mittlerweile ging sein Atem heiß und schwer. Er konnte es selbst kaum erwarten, aber er wollte es ihr nicht so einfach machen. „Zähl für mich.“, ordnete er an, kurz bevor der nächste Schlag sie traf. Er wechselte ab auf welcher Seite ihres Hinterns seine Hand sie traf bis ihre Stimme schließlich zittrig die letzte Zahl aussprach und zwei Tränen einen schmalen Pfad auf ihren Wangen hinterlassen hatten. Ihr Backen hatten sich in einem kräftigen Rot gefärbt und auch seine Handfläche brannte von den Schlägen. Er genoss den Schmerz, den sie beide teilten.

   „Zwanzig.“

   „Gutes Mädchen.“ Sein Lob ließ sie erneut am ganzen Körper erschaudern und sie war stolz auf sich. Stolz auf das, was sie für ihn tat und stolz darauf, dass er für sie so hart wurde und sie für ihn da sein konnte. Sie dachte daran wie es sich anfühlen würde ihn endlich in sich zu spüren. Ohne jede Vorwarnung drang er mit einem erfüllenden, ersten, harten Stoß in sie ein. Ihr Saft benetzte seinen kräftigen Schwanz, der sich mit festen, qualvoll langsamen Stößen immer wieder in sie bohrte und ihr ein flehendes Wimmern entlockte. Thomas schaffte es, darum bemüht weder langsamer noch schneller zu werden, sein eigenes Hemd sowie ihren Pullover auszuziehen, den sie von ihm stibitzt hatte. Seine Finger kratzten über ihren Rücken und als sie erneut stöhnte, traf ein weiterer kräftiger Schlag ihren Hintern, der sie laut jaulen ließ.

   „Danke.“, stöhnte sie, während sie gleichzeitig nach mehr lechzte und ihm ihren Hintern weiter entgegenstreckte, die Hüfte in seinem Takt mitbewegte und versuchte ihn dazu zu bewegen schneller zu werden. Schließlich gab er ihrem stummen Wunsch nach. Seine Hüfte drängte sich ihr immer schneller entgegen. Er spürte wie er seinem Höhepunkt näherkam und auch Alice spürte, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis er sich in ihr entlud. Doch das reichte ihr nicht. Sie wollte ihn schmecken. Sie versuchte sich von ihm loszumachen, aber seine Hand blieb fest in ihrem Haar vergraben und presste sie stärker der Wand entgegen.

   „Ich will dich schmecken.“, bettelte sie.

   Seine Lippen umspielte ein düsteres Grinsen, das selbst seine Augen erreichte, in denen ein dunkles Funkeln aufblitzte.

   „Keine Angst. Du wirst gleich Gelegenheit haben mich sauber zu lecken.“, zischte er und gab ihr einen weiteren Schlag. „Sei nicht so gierig.“ Seine Zähne bissen in ihren Nacken und mit einem schmerzhaften Schrei ihrerseits, entleerte er sich in ihr. Sein Schwanz zuckte, während die Bewegungen seiner Hüfte allmählich nachließen und er sich leicht an ihr rieb, um noch für einen Moment die Wärme ihrer Haut zu genießen. Sein Atem ging ebenso schnell wie der ihre. Als er still wurde, leckte sich Alice über die Lippen, während sie sich von ihm löste, um vor ihm auf die Knie zu gehen. Ihr Mund schloss sich um sein Gemächt und begann die Mischung aus ihrem Saft und seinem Samen von ihm lecken. Ihre Fingerspitzen kratzten zärtlich über seinen muskulösen Oberkörper, was ihm ein weiteres, erfülltes Stöhnen entlockte, dem man seine Zufriedenheit entnehmen konnte. Als er sie fertig glaubte, beugte er sich zu ihr herunter. Diesmal wartete er offensichtlich darauf, dass sie den Blick anhob, was er ihr mit dem Finger unter ihrem Kinn zu verstehen gab.

   Die beiden sahen sich in die Augen und lächelten. Thomas beugte sich wieder vor.

   „Geh ins Schlafzimmer. Ich will dich schreien hören.“ Mit diesen Worten leckte er über ihr zartes Ohrläppchen und sie wusste, dass sie in dieser Nacht nicht viel schlafen würde.

 

(Pssst... bevor es weitergeht. Ich habe hier zum ersten Mal eine erotische Szene geschrieben und bin für jeden Tipp und jedes konstruktive Feedback dankbar! Und viel Spaß beim Weiterlesen☺)