Piercing und andere Körpermodifikationen

Eine ungewöhnliche Hochzeitsfeier 6/8

Als ich wach wurde, war der Herr bereits im Bad. Ich wurde wach wie zuvor schon so oft in der Nacht, ausgeschlafen und erholt war zweifelsfrei nicht die richtige Beschreibung. Immer noch lag ich dort, die Hände auf Kopfhöhe an die Stirnseite des Bettes gekettet.

Blase und Darm begannen zu drücken, auch das Eisen um den Hals schien strammer geworden, hoffentlich entließ mich mein Eigentümer bald aus meinem Bettgefängnis, damit auch ich das Bad aufsuchen konnte.
Doch es dauerte noch eine Weile, bis er das Bad verließ, kleidete sich auch zunächst vollständig an, bevor er die Kette von Bettgestell los schloss. Die Handfesseln verblieben um die Handgelenke, nur deren Verbindung zur dann frei pendelnden Kette löste er.
„Du kannst dir im Bad und beim Duschen Zeit lassen, Kirsten und Jürgen haben einen Brunch bestellt, open end, da sie ja nicht wissen konnten, wie anstrengend die Nacht für manche werden würde.“
Ich freute mich schon sehnsüchtig auf diesen privaten Ort, an dem ich allen körperlichen Bedürfnissen Erleichterung verschaffen konnte. Allerdings schon der Weg dorthin gestaltete sich erregender als normal, jede Bewegung, der kleinste Schritt, alles versetzte die Kette in Schwingungen, die über meinem frisch rasierten und empfindlichen Venushügel auspendelten.
Bevor ich mich auf die Toilette setzte, ein kurzer Blick in die Dusche: Ja, wie ich in diesen alten Gemäuer gehofft hatte, eine Dusche mit losen Brauseschlauch und manuell einstellbaren Wasserstrahl am Duschkopf. Und ich konnte mir Zeit lassen, das würde ein herrliches ’Dusch’ Erlebnis.

Eine ungewöhnliche Hochzeitsfeier 5/8

Der gemeinsame Abend, die gem ein(sam)e Nacht
George Clooney ist es nicht, optisch hätte es mich durchaus besser treffen können, aber auch deutlich schlechter.
Gute 1,80 groß, recht kräftig, ein deutlich erkennbarer, aber nicht übermäßiger Bauch, das graue Haar rangelt noch mit dem Braun der hohen Stirn um die Vorherrschaft, vermutlich aber nur noch ein Rückzugsgefecht auf verlorenem Posten. Leidlich milde ist er mit seinen Gesichtszügen umgegangen, der Zahn der Zeit, dokumentiert aber trotzdem, dass er geschlechtsneutral ist.
Sehr spätes Abendessen, sich ein wenig kennen lernen, Interessen kennen lernen, glücklicherweise mehr Gemeinsamkeiten, als ich erwarten konnte. Wie ich dann erfuhr, war das auch kein Zufall.
Unsere Freunde hatten sich die Mühe gemacht, für jede der Singledamen mit einem Rätsel, für dessen Lösung eine Ähnlichkeit der Vorlieben und der Betrachtungsweise der Welt hilfreich war, passende Partner im Netz zu suchen.
Neben den Single- Freunden, die in Frage kamen, erhielten diejenigen, die das Rätsel gelöst hatten, eine Einladung und die Bieterkarte.
Der widerliche Mob und die Auktionatoren waren aus einem ‚goreanischen’ Fanclub zu der Veranstaltung eingeladen, um der Szenerie die richtige Stimmung zu verleihen. Dazu waren sie nur allzu gern bereit und das hatten sie mehr als perfekt geschafft.
Mich an den Stahl um den Hals gewöhnen, das Gewicht, die Enge; das Collar war nichts für den Alltags Gebrauch.
Knapp vier cm hoch, ein paar Millimeter dick, vorne ein deutlicher Ring, Fragen über meine Stellung blieben nicht offen. Das Wissen um die Tatsache, dass es im Nacken vermietet war, machte mir die Versklavung umso bewusster.

Hingabe und Demut II Teil 4 "Der nächste Arzttermin"

 

Am Morgen stehe ich früh auf, um mich zu waschen und zu pflegen. Zuerst mache ich aber meinen Rechner an. Sofort sehe ich eine Mail von ihm. Ich öffne sie und lese:

„Liebste Anne,

welch‘ wunderbare Überraschung erwartete mich da heute früh auf dem Rechner. Ein wunderbares Video von Andrea. Ich kann dir gar nicht sagen, wie stolz ich auf Dich bin, dass Du Dir dieses zusätzliche Piercing auf Deine eigene Initiative hin hast machen lassen. Ich hoffe, dass alle Schmuckstücke jetzt gut heilen, damit wir sie in Zukunft auch richtig benutzen können!

Eine ungewöhnliche Hochzeitsfeier 4/8

„So, dann wollen wir mal hören, was uns die Sklavinnen sagen wollen. Die grauen Aufkleber bitte, grau wie die Mülleimer, wir wissen doch, Sklavinnen haben nichts zu sagen, das gehört auf den Müll“, verkündete er leicht lachend, wissend, welch tosenden Beifall er damit dem Mob entlockte.
„Wenn ihr schon nichts zu sagen habt, dann soll es doch wenigstens schön klingen“. Mit diesen Worten befreiten sie uns von den Gags. „Entspannt und lockert euch ein bisschen.“
Fast merkwürdig, dass nirgends eine laute Wut über die lange Knebelung zu vernehmen war, sondern den Verursachern des Schmerzes eher eine leise Dankbarkeit über das Ende der Maulsperre begegnete.
Also, gleich ein Lebensmotto. Lange genug hatte ich Zeit gehabt, zu überlegen, welches Motto zu mir und auch zu einem Herrn passte, den ich mir wünschte. Ich entschied mich für einen lateinischen Spruch, um wenigstens die größten Vollpfosten von mir fernzuhalten.
Nicht, dass man unbedingt Latein können muss, um kein Pfosten zu sein. Ich selbst kann es auch nicht, aber die, denen man ihre Schuhe zeigen muss, wenn sie sie zuschnüren wollen, haben in der Regel keine lateinische Grundbildung.

Eine ungewöhnliche Hochzeitsfeier 3/8

Ekelhaft und abstoßend.
Aber Ekel und Lust scheinen im Körper unterschiedliche spezifische Gewichte zu haben, ihre Wege trennten sich, den unterschiedlichen Tränen des jeweiligen Ziels freien Lauf zu lassend.
Und alle sahen es.

Erlösung, endlich, die Stufen hoch und weg von den widerlichen Leuten.
Die Erleichterung wurde noch größer, als wir hinter eine über 2m hohe Bretterwand geführt wurden. Abstand, noch nicht einmal mehr zu sehen, herrlich, … und bemerkenswert, über welch kleine Dinge man sich schon freuen kann.
„Meine Damen und Herren mit Bieterkarte, treten sie jetzt nach vorne, damit sie auch alle vernünftig sehen können. Einen groben Überblick über die heutige Ware haben Sie sich schon machen können. Sie werden jetzt nach und nach alles aus dem Nähe betrachten können, worauf es wirklich ankommt“, begann etwas weniger grobschlächtig der kleinere der beiden seine Rede.