1. Lektion: Du musst sie zähmen (Ende)

"Klappentext"

"Wir haben nur Hase und Jäger gespielt..."

 

 

<---- zu Teil 3

 

Teil 4: Die Jagd

 

Devon

 

            „Obwohl eine Umarmung so eine wahnsinnig simple Geste ist, kann sie ein ausgeprägtes Gefühl von Stärke auf der einen und Unterlegenheit auf der anderen Seite vermitteln. In dieser Spielart geht es nicht nur darum, unsere Körper leidenschaftlich und unmittelbar einzusetzen, sondern es geht auch darum, unsere Körper überhaupt kontrollieren zu können – etwas was sehr wichtig ist, damit beide eine möglichst erfüllende Erfahrung haben.“

            Nur widerwillig hatte ich Sophie aus meinen Armen entlassen. Es hatte sich so gut angefühlt zu spüren wie sich ihre Muskeln anspannten, wie sie gegen meine Brust gekeucht und ihre Finger in meine Hüfte gekrallt hatte. Himmel ich wollte mehr von dieser Frau, ich wollte sie ganz spüren. Wenn bloß diese anderen Leute nicht wären, ich hätte ihr sofort die Kleider vom Leib gerissen.

            Sie hatte gestrahlt wie ein Kind an Weihnachten als sie begriffen hatte, was das hier für ein Ort war. Dieser bewundernde und dankbare Blick hatte sich genauso gut angefühlt wie wenn sie mir Beleidigungen an den Kopf warf, aber anders.

            „Vorhin habe ich bereits angedeutet, dass es hier in aller Regel nicht darum geht am Ende eines Kampfes einen Gewinner zu küren, sondern es geht darum den unterwürfigen Partner körperlich zu dominieren. Hebt mal bitte die Hand, wer ist bei euch jeweils der dominante Part?“, fragte Pete in die Runde.

            „Wage es nicht.“, brummte ich in Sophies Richtung und hob die Hand. Sie grinste zu mir hoch.

            „Würde mir im Traum nicht einfallen.“ Bei fast allen Paaren war es der Mann der die Hand hoch, nur bei dem Paar das links von uns stand war es die Frau, die die Hand hob.

            „Sehr gut. Liebe Männer und Petra, könnt ihr euch vorstellen, dass euer Partner auf euch sitzt und euch auf den Boden drückt und ihr trotzdem noch diejenigen mit der Macht in der Hand seid?“ Abwägend blickte ich die schöne Frau vor mir an. Sie war kein Strichmännchen, aber mit meiner Kraft konnte sie nicht mithalten. Was wirklich alles in ihr steckte, konnte ich beim besten Willen noch nicht abschätzen, doch ich freute mich darauf es herauszufinden.

            „Wäre es nicht besser, gar nicht erst zuzulassen, dass sie auf mir sitzt? Dann komme ich in das Dilemma gar nicht erst.“, wollte ein Mann wissen, der eher schmächtig war verglichen mit seiner Partnerin.

            „Wenn du möchtest, dass das Spiel eintönig und vorhersehbar abläuft wäre es das wohl, doch macht es nicht viel mehr Spaß ihr zumindest psychisch einen kleinen Moment der Oberhand zu gönnen, bevor du sie genüsslich von ihrem hohen Ross holst?“ Sylvia lächelte ihren Mann verliebt an und fügte hinzu: „Pete liebt es, wenn ich versuche ihn zu überwältigen und er zieht es immer sehr in die Länge, sich schwach zu geben, bevor er den Spieß umdreht. Doch ich kann euch versichern, dass es jedes Mal ein zusätzlicher Tropfen Öl für unser Feuer ist.“ Ich erwischte Sophie dabei, wie sie breit grinste.

            „Das würde dir gefallen du kleiner Teufelsbraten, hm?“ Weil sie gerade so schön konzentriert war, biss ich ihr spitz und fest in die Kante ihres Ohrs.

            „Ah!“ Sie zuckte zusammen und hielt sich das Ohr. „Bastard!“

            „Warum probieren wir es nicht alle mal aus?“, fragte Sylvia. „Pete, leg dich auf den Boden. Ihr anderen Männer bitte auch und Petra natürlich.“

            „Na los Tigerbaby, wird Zeit dass du gezähmt wirst“, kommentierte Sophie während ich mich auf den Boden sinken ließ. Tigerbaby!? Diese Frau…

            „Ich glaube du hast eben nicht richtig zugehört was den Ablauf angeht, Schätzchen.“ Sie verzog das Gesicht.

            „Nenn mich noch einmal Schätzchen und ich tätowiere dir nachts Gollums Gesicht auf die Eichel.“ Ich gluckste munter, man merkte, dass sie eine äußerst kreative Seele war.

            Als Pete am Boden lag, stellte Sylvia sich über ihren Mann, mit gespreizten Beinen auf Höhe seiner Hüfte. Sophie zögerte nicht eine Sekunde, es ihr nachzutun. Wie heiß diese Pose wohl erst wäre, wenn sie nackt wäre? Nur dieses überhebliche Grinsen, das würde ihr schon noch vergehen und das schöne war: ich wusste, dass sie sich darauf freute. Sie wollte von ihrem Thron gestürzt werden und den Gefallen würde ich ihr nur allzu gern tun.

            „Na los Ladies, nehmt Platz“, forderte Sylvia lachend. Ich ächzte, als Sophie sich betont kraftvoll auf meinen Bauch plumpsen ließ.

            „Macht es euch ruhig ein bisschen bequem und experimentiert mit dieser Position herum.“ Es gefiel mir, ihren Körper auf mir zu spüren. Sie beugte sich nach vorn und legte meine Handgelenke über meinem Kopf zusammen, stützte sich darauf ab und rutschte mit dem Becken ein Stück nach unten. Sie zog scharf die Luft ein als sie durch den Jeansstoff merkte wie hart ich war. Sie beugte sich nach unten, bis ihre Nase wenige Millimeter von meiner entfernt war. Ein Vorhang von Haaren schirmte uns von dem Rest der Welt ab.

            „Was ist los Großer, macht es dich etwa an unten zu liegen?“, neckte sie mich und fuhr mit ihrer Nase über meine Wange. Der Geruch ihres Shampoos stieg mir in die Nase und ich spürte ihren verführerischen Atem auf meiner Haut. Es kribbelte mir in den Fingerspitzen, ihren Körper zu erobern und auf gewisse Art und Weise war diese Selbstbeherrschung wie die Vorfreude auf etwas Süßes, auf das man schon den ganzen Tag einen Heißhunger verspürte.

            „Eher die Vorstellung was ich mit dir machen würde, wenn wir jetzt alleine wären“, raunte ich und sah in ihre dunklen Augen, die vor Spaß und Schalk funkelten.

            „Lass mich dir zeigen was ich mit dir machen würde, wenn wir jetzt allein wären.“ Ihre Stimme hatte diesen herrlich rauen Unterton angenommen, der mir das Blut sofort noch stärker in meinen ohnehin schon steifen Schaft pumpte. Und sie küsste mich. Es war wie eins dieser kitschigen Feuerwerke, von denen man immer in Büchern las. Überall auf und in meinem Körper begann es zu kribbeln als unsere Lippen aufeinandertrafen. Ihre Bewegungen waren sanft und geschmeidig und ihre Zunge tastete sich nur schüchtern über meine Unterlippe hinweg. Ich hieß sie einladend mit meiner eigenen Zunge willkommen, umspielte sie für eine Weile, bis wir beide Luft holen mussten.

            „Und jetzt will ich, dass ihr eurem Partner auf dem Boden ins Ohr flüstert, was du dir wünscht was er oder sie jetzt tun soll.“ Erstaunlicherweise zögerte Sophie diesmal. Stolz erkannte ich sofort, wo ihr Problem lag. Wir waren noch nicht an einem Punkt an dem sie sich komplett sicher gewesen wäre, dass ich nicht gegen sie arbeitete, weshalb sie sich schämte offen und direkt auszusprechen was sie in diesem Moment begehrte. Vermutlich wäre es mir ähnlich gegangen. Das war nicht der Zeitpunkt für einen provokanten Spruch, sondern dafür ihr zu helfen über ihren Schatten zu springen.

            „Komm schon Kleines, ich weiß zwar vermutlich schon was du sagen wirst, aber du musst auch lernen, dass es nicht schlimm ist, dem anderen zu sagen was man braucht und möchte.“ Sie seufzte.

            „Das ist mir nur peinlich…das laut auszusprechen.“

            „Und das versteh ich, aber es gehört dazu. Offene Kommunikation ist genauso wichtig wie jeder Blick und jeder versteckte Seitenhieb.“

            „Hast du jetzt auch noch Philosophie studiert, oder was?“ Sie rollte mit den Augen, lächelte aber.

            „Nein, aber den ein oder anderen Menschen habe ich durchaus schon studiert.“

            „Na schön.“ Sie bewegte ihre Lippen neben mein Ohr. Es kam nicht wirklich rund und elegant aus ihrem Mund, eher abgehackt und gestottert, aber es erregte mich trotzdem, weil ich wusste, dass sie es für mich tat und dass es sie Überwindung kostete.

            „Ich möchte…dass du mich an den, also an den Haaren packst, uns herumdrehst und mir dann die Luft abdrückst, während…na das reicht.“

            „Während was?“, hakte ich nach. Meine Stimme war ganz belegt vor Geilheit. Ich konnte die Hitze in ihren Wangen praktisch auf meiner eigenen Haut spüren.

            „Während du mir den Mund zuhältst.“

            „So ist es brav, das war doch gar nicht so schwer, oder? Und nur zu deiner Information, es hat mich wahnsinnig angemacht diese Worte aus deinem Mund zu hören.“ Als hätte er nur auf uns gewartet, sagte Pete, der immer noch auf dem Boden lag, in dem Moment: „Warum tun wir unseren Lieben nicht den Gefallen?“

            Mein Vorteil war, dass ich schneller begriff was er meinte als Sophie. Mühelos riss ich meine Handgelenke unter ihren kleinen Fingern hervor, krallte die rechte Hand in ihren Hinterkopf und zog so ihren Oberkörper nach hinten, während ich die linke Hand auf ihren Oberarm legte. Sie verlor das Gleichgewicht und mit einer fließenden Bewegung drehte ich den Spieß um. Nun war sie es, die unter mir auf dem Boden lag und keuchte als mein Gewicht ihr die Luft aus den Lungen presste. Bevor sie auch nur ein freches Wort rausbringen konnte, umschloss meine rechte Hand ihre Kehle – nicht zu fest, schließlich konnte ich ihren Körper noch nicht wirklich einschätzen, aber schon so, dass sie garantiert Atemprobleme kriegen würde. Ein erschrockenes Röcheln war zu hören, bevor ich ihr die Hand über die vollen Lippen legte. Ihr Gesicht sah erschreckend fragil aus unter meinen langen kräftigen Fingern. Probehalber versuchte sie sich aufzubäumen, doch gegen meine schiere Masse hatte sie nicht den Hauch einer Chance. Sie umklammerte das Handgelenk das vor ihrem Hals schwebte und versuchte gleichzeitig, mich an der Brust wegzudrücken. Keine Chance, baby.

            Ich merkte wie geil es sie machte. Ich merkte es daran, dass sie ihren Schoß gegen mich presste und zwar nicht um mich wegzuschieben. Dann war da noch dieser gierige lüsterne Ausdruck in ihren warmen Augen, der mir unter die Haut ging.

            Wir waren mit Abstand die ersten gewesen, doch nun hörte man überall um uns herum Ächzen und Körper, die auf den Fußboden trafen. Ich blickte mich um und sah, dass im Grunde alle das gleiche gemacht hatten. Nur Sylvia und Pete nicht, die beiden hatten sich in unsere Mitte gestellt.

            „Schaut bitte alle mal zu Devon und Sophie rüber“, sagte Sylvia und zeigte in unsere Richtung.

            „Was fällt euch auf, was hat er gemacht und keiner von euch?“ Es war Petra, die die Arme ihres Mannes mit den Knien auf den Boden gepinnt hielt, die antwortete: „Er drückt ihr die Luft ab.“ Sophies Augen waren panisch geweitet, die Tatsache, dass sie darunter litt von allen angeschaut zu werden während sie so hilflos dalag, ließ meinen Schwanz direkt noch weiter anschwellen. Ideen begannen sich in meinem Kopf breitzumachen, die Hexe mal so richtig vorzuführen. Schnell rief ich mich zurück in die Gegenwart, solche Pläne konnten warten.

            „Ganz genau. Devon, hat sie dir ins Ohr geflüstert, dass du das machen sollst?“ Ich nickte. Als ich die Hand von ihrem Mund nahm, zeigte Sophie sich ausnahmsweise mal kooperativ, indem sie beifügte: „Ja, habe ich.“

            „Gut. Denn auch wenn es hier ums kämpfen geht, ist es wichtig, dass ihr die Limits und Grenzen eures Partners kennt. Atemkontrolle ist ein gutes Beispiel dafür. Manche lieben es total, andere könnten es sich beim besten Willen nicht vorstellen oder haben sogar Angst davor. Für manche sind nur die Hände okay, wieder andere sind auch mit dem Gürtel einverstanden. Es ist sehr wichtig, dass ihr versteht was in dem euch ausgelieferten Partner vorgeht. Hier geht es nicht um Edgeplay ohne Safewort, euer Partner sollte niemals seinen Kopfraum verlassen müssen, indem er sich absolut sicher fühlt.“

            Wow, das war…einleuchtend. Pete stellte sich neben seine Frau und fügte hinzu: „Nehmt euch das zu Herzen, Leute. Wenn man die beiden beobachtet hat, hat man ihren Bewegungen und Interaktionen angesehen, dass sie sich schon wirklich lange kennen und einander blind vertrauen und das zu Recht. Für Paare, die gerade erst beginnen sich gegenseitig zu erkunden, empfehlen wir definitiv, erstmal vorsichtiger zu sein.“ Mein Blick traf auf Sophies und wir konnten nicht anders, als lauthals zu lachen. Ich nahm die Hand von ihrem Hals, damit sie mir nicht an ihrem eigenen Lachen erstickte.

            „Lasst uns gerne an dem Witz teilhaben“, forderte Pete, der zwar belustigt aber auch misstrauisch aussah. Vermutlich dachte der arme, wir machten uns über ihn lustig. Immer noch grinsend und mit zittriger Stimme erklärte ich: „Das hier ist so ziemlich unser erstes richtiges Date.“ Sohpie nickte bekräftigend und nun fingen auch alle anderen an zu lachen.

            „Nun in dem Fall habt ihr beide eine selten gute Dynamik. Es sollte definitiv nicht bei einem Date bleiben.“

 

 

Sophie

 

            Das war vermutlich das beste Wochenende meines Lebens. Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so viel gelernt hatte. Anfangs gingen Sylvia und Pete nach Übungen vor, die wir absolvieren mussten. Wir lernten verschiedene Überwältigungsstrategien, manche nur für die Männer geeignet, manche aber auch für die Frauen. Außerdem lernten wir, wie wir uns sicher Schmerzen zufügen konnten. Sie zeigten uns Stellen am Körper, die man Treten oder schlagen durfte, ohne dass es zu Schäden kommen konnte und Stellen wie den Solarplexus, die man auf jeden Fall vermeiden sollte. Später gingen wir dazu über, in verschiedenen Szenarien kurz zu kämpfen und die beiden Kursleiter beobachteten uns quasi stichprobenartig und machten Verbesserungsvorschläge oder wiesen uns auf Fehler hin. Es war absolut brillant!

            Samstag beim Mittagessen stellte sich außerdem heraus, dass auch der Rest der Truppe super nett war und als erstmal das Eis gebrochen war, wurden wir mit Fragen bombardiert, wie man denn auf die zweifelhafte Idee kam, beim ersten richtigen Date auf einen RBP-Workshop zu fahren. Alle fanden unsere Geschichte äußerst unterhaltsam und gratulierten Devon zu seiner erfolgreichen Finte.

 

            Danach machte es noch viel mehr Spaß, weil wir uns auch untereinander anfeuerten und Späße machten. Samstagabend machte Pete auf der Terrasse ein Lagerfeuer und wir saßen bis weit nach Mitternacht dort, ließen uns das Gesicht wärmen und lauschten den Geschichten der anderen Paare. Es war ein wunderschönes Gefühl völlig erschöpft und zufrieden an Devons Brust gelehnt dazusitzen und nicht das Gefühl zu haben, irgendetwas vor der Welt verstecken oder verheimlichen zu müssen.

 

            Ich würde gern sagen, dass der Samstagabend in einer wilden Sexschlacht zwischen uns endete, aber das wäre komplett gelogen. Zum einen hatten die kleinen Zimmer nur Stockbetten, zum anderen waren wir so platt und ausgelaugt, dass wir es kaum aus unseren Kleidern schafften. Ich erinnerte mich am nächsten Morgen gar nicht mehr daran, dass meine Wange überhaupt das Kissen berührt hatte vor dem Einschlafen.

            Der Sonntag war auch nochmal toll und wir lernten fortgeschrittenere Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten, von denen Devon und ich zugegebenermaßen das meiste wohl wieder vergessen würden.

 

Und dann kam Sonntagabend…

 

            Sylvia und Pete hatten uns einen aufregenden Abschluss versprochen und als sie uns schließlich erklärten worum es ging, wurde mir heiß und kalt zugleich.

            „Vorweg möchte ich klarstellen“, sagte Sylvia laut „, dass keiner verpflichtet ist mitzumachen. Wem das Ganze zu gewagt ist, oder er einfach keine Lust darauf hat, der kann gerne hierbleiben und uns Gesellschaft leisten.“

            „Genau“, pflichtete Pete ihr bei. „Seht es als praktischen Abschlusstest, nur dass es kein Test ist. Wie euch sicher allen aufgefallen ist, befinden wir uns in einem Wald.“

            „Einem eingezäunten Wald“, fuhr seine Frau fort. „Wir werden zum Abschluss ein Szenario inszenieren, das zu den geheimen Fantasien vieler zählt. Stellt euch vor ihr werdet im Wald ausgesetzt, seid orientierungslos und habt Angst. Ihr wisst nicht in welche Richtung es geht, ihr wisst nur dass euch ein Verfolger auf der Spur ist…“ Sie machte eine Sprechpause um einen dramatischen Effekt zu erzeugen. Als mir klar wurde, was das für ein Spiel werden sollte, schlug mein Herz schneller. Ganz automatisch blickte ich in Devons Gesicht hoch und sah erfreut sein boshaftes Grinsen. Oh wir waren sowas von dabei!

            „Wenn ihr euch entschließt mitzumachen, werde ich euch die Augen verbinden und dann mit einem Pickup in den Wald hineinbringen, außer Sichtweite der Hütte. Wenn ihr einen Schuss hört, keine Angst mit einer Platzpatrone, nehmt ihr die Augenbinde ab und die Jagd beginnt. Uns ist egal, wer wen wie schnell findet, es gibt auch nichts zu gewinnen. Wir wollen euch nur ermöglichen, diese Erfahrung zu machen – in eurem eigenen Tempo und eurem eigenen Stil. Nur bitte seid wieder hier, bevor die Sonne untergegangen ist. Wenn das Auto weg ist, erklärt Sylvia den Jägern, wie man die Hütte von jedem Punkt aus im Wald wiederfindet.“

            Die Erklärungen dauerten noch eine ganze Zeit an, doch für uns stand schon lange fest, dass wir mitmachen würden. Erstaunlicherweise zögerten von den anderen Paaren recht viele und als die ersten erstmal gesagt hatten, dass sie lieber hierbleiben und weiter die Übungen machen wollten, taten es ihnen erstaunlich viele nach. Am Ende waren wir bloß vier Paare, die an der Jagd teilnehmen wollten, was Pete und Sylvia nicht weniger enthusiastisch stimmte, die beiden waren eine echte Energiebombe.

 

            Eine halbe Stunde später kletterte ich gemeinsam mit drei anderen Frauen auf die Ladefläche von Petes großem Truck. Eine der anderen Frauen, Amelie, war etwa im selben Alter wie ich, sodass wir uns direkt verschwesterten. Als Pete uns Augenbinden überzog, griffen wir uns kichernd an der Hand. Von irgendwo hörte ich ein dreckiges Lachen.

            „Devon, richtig? Ich würde sagen es sieht aus als müssten wir uns beeilen, dass die beiden sich nicht schon gegenseitig vernascht haben, bis wir da sind.“ Sofort spürte ich, wie ich knallrot wurde – was unter der Maske hoffentlich niemand sah. Die Tatsache, dass Amelie laut lachte und meine Finger fester drückte, beruhigte mich.

            „Seid ihr soweit? Ich werde ganz langsam fahren, wenn die Sonne sich nicht gerade jetzt entscheidet vom Himmel zu fallen, habt ihr nichts zu befürchten.“

            Das Geräusch des Motors und das Gefühl wie sich der Wagen langsam unter uns in Bewegung setzte, waren etwas unheimlich.

            „Ich bin so aufgeregt“, verkündete Amelie.

            „Ich auch“, flüsterte ich. Das war die nackte Wahrheit. Mein Adrenalinpegel stand schon eine Stunde fast auf Anschlag.

            „Ist das denn jetzt mehr wie ein Rollenspiel, oder…wie eine Übung?“ Ich war froh, dass ich nicht die einzige war die sich ein bisschen planlos fühlte.

            „Es ist was auch immer du willst was es ist, Schätzchen“, antwortete eine der anderen Frauen mit tiefer Stimme.

            „Okay, dann werde ich Thorsten den Job so schwer wie möglich machen.“ Ich lachte, die Frau gefiel mir.

            Die Fahrt schaukelte sehr und ich war froh, mit dem Rücken angelehnt zu sein, sonst wäre mir bestimmt schlecht geworden. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir zum stehen und das Motorengeräusch verstummte. Die Fahrertür öffnete sich und wurde wieder geschlossen. Das Klappern der Klappe vor der Ladefläche war zu hören.

            „So die Damen, bitte alle mal herkrabbeln, keine Angst ihr fallt nicht runter.“ Er lotste uns alle und half uns nacheinander blind sicher auf dem Waldboden anzukommen. Zum Glück war es Hochsommer und die Luft so warm, denn ich spürte wie schattig es unter dem Blätterdach sein würde. Wir wurden zu einem großen Baumstamm geführt, auf den wir uns unbeholfen setzten.

            „Ich werde jetzt fahren. Sobald ich an der Hütte angekommen bin und die Herren der Schöpfung verstanden haben was Sache ist, wird Sylvia den Schuss abgeben. Dann heißt es Augenbinde abnehmen und so viel Spaß haben wie ihr könnt. Hat noch jemand eine Frage?“ Als wir alle verneint hatten verabschiedete er sich noch einmal und fuhr davon.

            „Viel Spaß euch“, durchbrach die Frau die bisher noch nichts gesagt hatte die angespannte Stimmung.

            „Euch auch, danke. Lasst uns die Mistkerle ins schwitzen bringen.“

            „Oh ja.“ Danach herrschte wieder Stille, jede von uns hing ihren eigenen Gedanken nach. Mein Gehirn hatte schon auf Strategiemodus gewechselt. Ich dachte an Devon und überlegte, wie er wohl vorgehen würde. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass es ein Nachteil war, dass wir uns erst so kurze Zeit kannten. Ich vermutete, dass er eher ein stiller Jäger war, sich also schnellstmöglich von den anderen trennen würde. Das bedeutete, er würde sich links oder rechts halten. Da ich nicht wusste wo die Hütte lag, half mir das allerdings nicht wirklich weiter. Ich erinnerte mich, dass wir von Norden mit dem Auto gekommen waren und der Wald ging von der Straße aus hinter der Hütte weiter, also beschloss ich erstmal direkt nach Süden zu laufen.

Peng!

Ich zuckte zusammen und spürte, wie auch Amelie sich verkrampfte. Fast panisch rissen wir uns zeitgleich die Augenmasken vom Kopf. Die beiden anderen Frauen sprinteten sofort in unterschiedliche Richtungen los, während wir noch planlos dastanden.

            Ich drehte mich in die Richtung aus der ich meinte, dass der Schuss gekommen war, doch das Dickicht war so dicht und die Hütte soweit weg, dass man nichts erkennen konnte. Ich spähte an den Himmel, wo die Sonne ihren Höhepunkt bereits überschritten hatte, aber ich konnte mir zumindest ungefähr vorstellen wo Süden sein musste – warum war ich bloß nie bei den Pfadfindern gewesen?

            „Nach Süden“, sagte ich zu Amelie und sie nickte, dankbar dass ich einen Plan hatte. Irgendwie schienen wir die stille Übereinkunft getroffen zu haben, dass wir vorerst zusammenbleiben würden. Im Laufschritt setzten wir uns in Bewegung, doch wir merkten schnell, dass es einfach nur unheimlich war durch einen spärlich beleuchteten Wald zu stolpern, wenn man keine Ahnung hatte von welcher Seite sich die Bedrohung nähern könnte.

            „Vielleicht sollten wir uns verstecken?“, schlug Amelie vor und da mir selbst ganz flau im Magen war, stimmte ich zu. Es dauerte eine ganze Weile, doch schließlich fanden wir eine tiefe Kuhle mit Sträuchern an der Böschung. Wie die Soldaten im Schützengraben legten wir uns auf dem Bauch in den Dreck. Kurz schoss mir in den Kopf, dass ich meine Waschmaschine ziemlich würde anfeuern müssen um die Sportsachen wieder sauber zu kriegen, doch der Gedanke verflüchtigte sich schnell.

            Gespannt starrten wir in Richtung Norden und wagten dabei kaum zu atmen, um die Stille nicht zu durchbrechen.

            Ziemlich weit entfernt zu unserer Rechten ertönte ein Schrei und wir erschraken uns so sehr, dass wir beinahe mitgeschrien hätten.

            „Das war Lydia“, hauchte Amelie neben mir. Ich nickte und musste sie beim Wort nehmen, schließlich hatte ich mir die Namen der anderen beiden nicht merken können.

            Was mit Lydia passierte war mir relativ egal, aber das bedeutete, dass die anderen auch nicht weit sein konnten.

            Ich spürte einen spitzen Ellenbogen an meinem Arm und sah in die Richtung, in die Amelie deutete. Tatsächlich, direkt vor uns bewegte sich etwas. Er war noch zu weit weg, sodass ich nicht erkennen konnte ob es Devon oder einer der anderen war.

            „Sollen wir weiterlaufen?“, hauchte ich so leise, dass es kaum zu hören war. Sie schüttelte zaghaft den Kopf.

            „Nein, dann sieht er uns wahrscheinlich eher als wenn wir einfach liegenbleiben.“ Vermutlich hatte sie Recht, aber es war so wahnsinnig nervenaufreibend, hier zu liegen und zuschauen zu müssen wie sich der Unbekannte immer näher heranwagte.

            Als er näherkam, erkannte ich, dass es nicht Devon, sondern Thorsten war. Amelie versteifte sich noch weiter neben mir.  Leider änderte er nicht seinen Kurs, sondern er hielt immer weiter auf uns zu, doch wir lagen so direkt in seinem Blickfeld, dass wir nicht aus dem Graben fliehen konnten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er das optimale Versteck sehen und nachschauen würde. Mittlerweile wagte ich es nicht mehr, zu sprechen. Also tippte ich meine neugewonnene Freundin an und deutete links den Graben hinunter. Sie verstand.

            So leise wie möglich begann sie, vorwärts zu robben. Wir wollten absolut keine Geräusche machen, weshalb wir nur langsam vorankamen, ich war dicht hinter ihr. Meine blanken Handgelenke und Knöchel kratzten immer wieder über spitze Steine und Äste, doch das spürte ich kaum.

            „Hab ich dich!“ Mein Kopf wirbelte herum und ich sah, wie der blonde Thorsten weiter hinten an der Böschung stand und den Graben mit seinen Augen absuchte. Amelie kreischte laut, sprang auf und kletterte so schnell es ging auf der anderen Seite die Böschung hoch. Obwohl Thorsten ja nicht hinter mir her war, fiel mir nichts Besseres ein als es ihr gleich zu tun.

            „Danke fürs schreien, jetzt weiß jeder, dass wir hier sind!“, rief ich Amelie zu, während wir die Beine in die Hand nahmen und lossprinteten. Ich traute mich nicht noch einmal mich umzudrehen, denn mein Gehör verriet mir, dass ihr Verfolger dicht hinter uns war.

„‘tschu – l – di – ge“, keuchte sie abgehackt, während sie begann Haken zu schlagen.

„Halb so wild!“, rief ich noch, da war es passiert. Sie hatte sich in einem Strauch verfangen, taumelte und stürzte. Oh Mist! Ich blieb stehen und wollte zurücklaufen um ihr zu helfen, doch es war zu spät, Thorsten war schneller. Die hübsche Frau wusste anscheinend nicht ob sie schreien oder lachen sollte als er sich auf ihren Rücken setzte und tat einfach beides.

Eigentlich ging es mich ab hier ja nichts mehr an, das war deren Spiel und ich spielte darin keine Rolle, doch irgendwie gelang es meinem Gehirn nicht schnell genug, meine Instinkte zu unterdrücken.

Thorsten, der offensichtlich auch davon ausging, dass ich weiterlaufen würde, hatte mir quasi den Rücken zugekehrt und konzentrierte sich ganz darauf, die zappelnde Amelie unter Kontrolle zu bringen. Zwei große Sätze reichten aus und ich war bei ihm. Das Überraschungsmoment nutzend, schlang ich den Arm um seinen Hals und riss ihn nach hinten, sodass er von Amelies Po auf den Boden plumpste – dabei achtete ich darauf, nicht an seinem Hals zu reißen, sondern seinem Oberkörper, so wie Sylvia es uns gezeigt hatte. Vermutlich war seine Überraschung der einzige Grund, warum uns die Flucht gelang.

Während er noch wie vor den Kopf geschlagen dasaß, wand sich Amelie flink wie ein Wiesel von ihm weg und kam auf ihre Füße.

„Laaauuf!“, schrie sie, doch das musste sie mir nicht zweimal sagen. Ich verabscheute Laufsport wie die Pest, doch so machte es Spaß. Nicht länger darauf bedacht leise zu sein, kicherten und lachten wir, während wir durch das Unterholz wetzten.

            Zumindest lachte ich solange, bis auf einmal eine große Gestalt hinter einem dicken Baumstamm hervortrat. Ich konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und knallte gegen Devons muskulöse Brust, entging jedoch seinem Griff indem ich mich rechtzeitig duckte, doch das Momentum des Sprints war gebrochen. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Thorsten Amelie abräumte, doch dafür hatte ich nun keinen Kopf mehr.

„Na Hübsches, so außer Atem?“, grinste Devon und versuchte wieder mich zu greifen, doch ich wich ihm wieder aus.

„Für dich reicht es gerade noch“, versprach ich ihm und weil ich nicht die Sorte Frau war, die lange darauf wartete auszuteilen, täuschte ich einen seitlichen Tritt an. Devon reagierte wie erhofft und drehte sich weg, sodass er mit der linken Seite zu mir stand. Das verschaffte mir einen winzigen Zeitvorteil, den ich nutzte um einen Satz hinter ihn zu machen und ihn diesmal wirklich etwas unterhalb der Kniekehle zu treten. Er ächzte überrascht und ging in die Knie. Ich nutzte seine nach vorne gerichteter Bewegung und trat ihn zwischen die Schulterblätter, sodass sein Oberkörper noch weiter nach vorne kippte. Bevor er sich umdrehen konnte, umschlang ich ihn und verpasste ihm einen derartigen Ruck, dass er zur Seite kippte. Der Bewegung folgend, rollte er sich auf den Rücken und ich war blitzschnell auf ihm.

Mit dem Hintern setzte ich mich auf seinen Bauch und presste ihm mein rechtes Knie gegen die Kehle, damit er den Oberkörper nicht mehr aufrichten konnte. Leider hatte ich nicht bedacht, wie ungesichert ich nach hinten war in dieser Position und als er meine Haare zufassen bekam, reichte ein gut platzierter Zug und ich fiel rückwärts von ihm herunter. Lauthals fluchte ich, als er meine Oberschenkel unter sich zusammenschob und sich daraufsetzte. Okay, ich hatte keine Chance mehr ihn von mir herunter zu bekommen, wenn ich meine Beine nicht bewegen konnte, dafür war er einfach zu schwer. Also musste ich mir etwas einfallen lassen, um ihn dazu zu zwingen diese Position aufzugeben.

„Na Schlampe, immer noch so vorlaut?“

„Immer!“ Als Antwort vergrub er seine großen Hände in meinen Schultern und presste sie in den Boden. Ich stöhnte vor Schmerz. Sein gezielter Griff sorgte außerdem dafür, dass ich meine Arme nicht mehr heben konnte, weil es höllisch wehtat, wenn ich es versuchte.

„Oh, tut das etwa weh? Entschuldige bitte“, höhnte er und griff noch fester zu. Ich hatte keine Ahnung wie viele Doms, und solche die es gern gewesen wären, mir bereits Schmerzen zugefügt hatten. Mit Rohrstöcken, Nippelklemmen, Reizstrom und selbst mit Brennnesseln – nichts davon hatte mich gereizt, doch dieser Schmerz…dieser Schmerz, der direkt von Devons Körper und seiner Kraft kam, der war köstlich und ich genoss jede Sekunde davon.

Ich reckte den Hals so gut es ging und spuckte ihm ins Gesicht. Irgendwo hinter mir hörte ich Amelie kreischen. Devons Miene veränderte sich und die Heiterkeit wurde von Wut verdrängt.

„Das wirst du bereuen du kleine Fotze.“ Patsch! Ohne Vorwarnung hatte er ausgeholt und mir eine harte – und völlig ernst gemeinte – Ohrfeige verpasst. Autsch. Das brannte höllisch und ich konnte nicht verhindern, dass mir Wasser in die Augen schoss, weil meine Wange glühte. Viel schlimmer als der Schmerz war die plötzliche Angst, zu weit gegangen zu sein. Ich erinnerte mich an das was Sylvia über Grenzen gesagt hatte. Das galt ja nicht nur für die Doms, sondern genauso für mich! Was wenn ich damit zu weit gegangen war?

Ich spürte seine Lippen auf meinen, nicht hart und grob, sondern sanft und zärtlich. An meinen Lippen flüsterte er: „Was denn, gibst du schon auf, Kätzchen?“ Und ich begriff, dass die Ohrfeige komplett Teil des Spiels gewesen war, was alles veränderte.

„Im Leben nicht“, zischte ich und nutzte die Tatsache, dass er sich weit vorgebeugt hatte um mich zu befreien. Ich bündelte alles an Kraft was ich aufbringen konnte und stemmte die Hacken in den Waldboden, um die Hüfte vom Boden zu kriegen.

„Ggrrrrrr.“ Es kostete mich alles an Anstrengung, doch dadurch dass seine Hände noch immer auf mir lagen und nicht etwa im Gleichgewicht auf dem Boden, gelang es mir tatsächlich, ihn runterzuwerfen.   

Ich drehte mich auf den Bauch um auf die Knie zu kommen, doch er machte mir einen Strich durch die Rechnung und fing sich schneller, als ich geplant hatte. Blitzschnell saß er auf meinem Rücken und drückte mein Gesicht in die Erde.

„Uh!“ Ich ächzte und stützte meine Hände neben meinem Gesicht auf. Ein Knie bohrte er mir schmerzhaft zwischen die Schulterblätter, das andere schob er von oben zwischen meine Oberschenkel, sodass ich die Beine zwangsläufig spreizen musste. Meine Gegenwehr machte es für ihn zu einer ziemlich wackligen Angelegenheit, doch er schaffte es, mir die Trainingshose samt Unterwäsche über die Hüfte zu ziehen. Ich kreischte.

„He, was machst du?! Au!“ Er hatte mir schonungslos fest auf den Hintern geschlagen. Meine Haut war nicht aufgewärmt und mein Kopf nicht darauf eingestellt, sodass es kein erotischer Schlag war, sondern er einfach nur wehtat – ganz genauso wie er es beabsichtigt hatte.

„Das will ich schon das ganze Wochenende machen. Wir haben noch eine Rechnung offen, schon vergessen?“

„Was für eine…au!...Rechnung?“

„Du.hast.mich.in.den.Schwanz.gebissen.“ Nach jedem Wort schlug er mich. Ich jaulte und wand mich unter ihm auf dem Waldboden. Ich hörte eine Männerstimme lachen. Thorsten rief Devon zu: „Nimm sie ruhig hart ran Kumpel, wegen ihr wäre mir vorhin fast meine Beute entwischt.“

Ich spürte Devons kräftige Hand in meinem Haar und dieses köstliche Kribbeln auf der Kopfhaut, dass ein mindestens genauso starkes Kribbeln zwischen meinen Beinen auslöste, ließ mich unterdrückt stöhnen.

„Was war das denn? Gefällt dir das etwa?“ Oh man, seine Stimme war so verdammt sexy. Er drehte meinen Kopf und drückte mich wieder seitlich nach unten, sodass ich ihn nun zumindest in meinem Blickfeld hatte.

„Träum weiter du Perversling!“, fluchte ich. Ich hielt inne und atmete zittrig ein, als ich plötzlich spürte wie seine Finger sanfter über meinen glühenden Hintern fuhren. Tiefer, tiefer und…ich hätte auf der Stelle explodieren können, als ich seinen Finger an meiner Schamlippe spürte. Es war nur eine federleichte Berührung, doch ich hatte sie mir so lang herbeigesehnt, dass ich Sternchen sah. Er fackelte nicht lang, sondern schob seinen Finger zwischen meine Spalte. Die völlig überwältigenden Empfindungen nahmen mir für den Moment die Fähigkeit zur Gegenwehr.

Er atmete scharf ein, als er spürte wie feucht ich war.

„Himmel Sophie, du läufst ja aus.“ Alles in mir stand in Flammen, mein Bauch, meine Klit, meine Fotze, mein Kopf, einfach alles stand so unter Strom, dass jede Berührung meinen Horizont ein Stück zu verschieben schien.

„Bild dir bloß nichts darauf ein“, schaffte ich trotzdem hervorzubringen. Die Wahrheit war, dass ich noch nie in meinem Leben so verdammt nass gewesen war. Und wir wussten es beide. Benommen merkte ich, wie er sich leicht erhob und mich auf den Rücken drehte, bevor er sich auf meine Brust setzte – ohne sein ganzes Gewicht auf mir abzulegen.

Er hatte schon seinen Reißverschluss geöffnet, als ich begann ihn wegzuschieben. Flink packte er meine Handgelenke und drückte sie neben meinem Kopf nieder. Seine stolze Latte stand vor seinem Bauch ab. Er war steinhart, das sah ich. Entschlossen presste ich die Lippen zusammen und drehte das Gesicht weg.

„Jeeeeiihhh“, quiekte ich als er seine Fingernägel in meine zarten Handgelenke bohrte.

„Sei kein verdammtes Prinzesschen und nimm ihn in den Mund.“ Er drückte noch fester zu und ich wimmerte. „Ich schwöre dir, wenn du auf die Idee kommen solltest mich zu beißen, schiebe ich ihn dir bis zum Anschlag in den Hals, immer und immer wieder bis du brichst, verstanden!?“ Ängstlich nickte ich. Es gab keinen Weg, wie ich seinen Schwanz in dem erregten Zustand bis zum Anschlag in den Hals bekommen sollte. Da wollte ich mir lieber Mühe geben, damit es für ihn auch nicht so tief gut war.

Mich misstrauisch beobachtend, ließ er eine Hand los und bog sein erregtes Glied nach unten, damit ich mit den Lippen an die Spitze kam. Sofort umschloss ich ihn mit den Lippen und begann mich zu bewegen. Es waren nur kurze ruckartige Bewegungen, da ich meinen Hals unglaublich strecken musste, doch seinem Keuchen nach zu urteilen musste es ihm gefallen. Nach einer Weile packte er meinen Haarschopf oberhalb der Stirn und zog mich zurück.

„Nein das hatten wir schon, jetzt will ich etwas anderes.“ Er erhob sich und machte sich daran, mir die Hose auszuziehen. Ich wehrte mich, trat nach ihm und versuchte wegzukommen. Er bekam einiges an Kratzern ab und wenn ich Glück hatte sogar ein paar blaue Flecken, aber letztendlich schaffte er es, den Stoff über die Schuhe zu zerren und sich zwischen meine Beine zu knien. Oh ja, ich wollte ihn so dringend in mir spüren! Doch je mehr ich mich körperlich dagegen sträubte, desto größer wurde die Vorfreude innerlich.

Erst als ich seine Eichel an meinem Eingang spürte, wurde ich still.

„Kondom?“, hauchte ich. Er lachte.

„Ja du undankbares Miststück, während du dich aufgeführt hast wie eine Furie, habe ich mich um das Kondom gekümmert.“ Ich strahlte ihn an. Was für ein Traummann! Langsam schob er sich in mich, während er die ganze Zeit Blickkontakt mit mir hielt. Ich ertrank in den Gewässern seiner blauen Augen, während ich das herrliche Gefühl genoss, wie meine Fotze nach so langer Zeit wieder richtig ausgefüllt wurde.

„Du bist eng, sehr eng sogar. Das ist geil“, flüsterte er und küsste mich, liebevoll. Das war nicht der Moment, sich zu wehren. Das war der Moment, in dem ich Devon genoss, gänzlich und uneingeschränkt. Die ersten Stöße waren langsam, fast vorsichtig und er presste sich auch nicht bis zum Anschlag in mich, sondern erkundete mich erstmal, stellte sicher, dass ich keine Schmerzen hatte. Erst als ich ihm ein aufforderndes Lächeln schenkte, erhöhte er sein Tempo etwas und ging auch tiefer.

Die letzten zwei Tage mit Devon hatten jedes meiner Nervenenden so empfindlich gereizt, dass jedes Gefühl im Moment war wie das reinste Feuerwerk.

„Wenn du kleiner Spinner nicht aufpasst, verliebe ich mich noch in dich.“, murmelte er. Ich schluckte. Bei jedem anderen Mann, der mir nach so einer kurzen Zeit irgendwas auch nur entfernt verwandtes von „Liebe“ ins Gesicht schleuderte, wäre ich aufgesprungen und Fähnchen schwenkend davongelaufen. Ich suchte innerlich nach dem altbekannten Unglauben, Schock und dem sich abgestoßen Fühlen, doch da war nichts. Stattdessen spürte ich eine unglaubliche Wärme in meinem Bauch, die tatsächlich nichts mit seinem prächtigen Schwanz zu tun hatte. Mit Devon war es richtig. Also gab ich ihm kurzerhand eine Ohrfeige – ich knallte ihm nicht eine, so wie er mir vorhin, aber es reichte um ihn zu überraschen. Ich grinste.

„Du solltest mir gar keine andere Wahl lassen als mich in dich zu verlieben, du Bastard.“ Er grinste schelmisch.

„Gut, dann wäre das ja beschlossene Sache.“ Und er begann mich zu ficken. Ich biss mir auf die Unterlippe um nicht laut zu schreien, verdrehte die Augen und drückte den Oberkörper durch. Ich hatte schon ganz vergessen, wie sich das anfühlte. Oder vielleicht hatte es sich einfach noch nie so herrlich angefühlt.

„Ihr habt doch wohl nichts dagegen, wenn wir euch Gesellschaft leisten, oder?“, ertönte auf einmal Thorstens Stimme zu meiner Linken. Ich blickte auf, doch Devon verlangsamte seinen Rhythmus nicht, sodass ich kaum deuten konnte was sich vor mir abspielte. Er musste Amelie an den Haaren zu uns rüber geschleift haben und zwang sie nun, neben mir auf die Knie zu sinken. Sie war nackt und auf ihren kleinen Brüsten klebte Erde.

„Sieh dir das gut an, Schatz. Sieh genau zu wie gut Devon es deiner neuen Freundin besorgt, guck dir an was du verpasst.“

„Bitte, bitte.“ Ihr Bitten ergab erst einen Sinn für mich, als Thorsten weitersprach: „Warum sollte ich dich Dreckstück ficken, hm? Du hast mich gebissen und mich mit Füßen getreten, du hast es gar nicht verdient, dass jemand so gut zu dir ist.“ Ich konnte noch denken, dass das ganz schön gemein war, doch dann lehnte Devon sich weiter zurück, sodass sein Schwanz stärker über meinen G-Punkt fuhr.

„Aaargh.“ Ich biss mir auf die Hand, sonst hätte ich geschrien. Die beiden Männer wechselten ein paar Worte und lachten, doch meine Ohren fühlten sich ans als würde ein Wattepad in ihnen stecken. Plötzlich spürte ich Lippen auf meinen, aber es waren definitiv nicht Devons. Es waren kleinere, weichere Lippen, die sich schüchtern und etwas unbeholfen auf meine legten. Ein rosiger Duft, gemischt mit dem Geruch nach Äpfeln stieg mir in die Nase. Amelie. Es kostete mich alles an Selbstbeherrschung, das Stöhnen einigermaßen zu unterdrücken und sie zurück zu küssen. Ich hatte keine Ahnung mehr, wo mir der Kopf stand. Devon, der mein Shirt hochgezogen hatte und nun meine Nippel zwirbelte, während er mich immer noch gnadenlos fickte, die süße Amelie, die meinen Mund so erotisch für sich eroberte, Himmel!

Plötzlich keuchte Amelie heftig in meinen Mund. Ich schaute auf und erkannte, dass Thorsten sich nun doch hinter sie gekniet hatte und in sie eingedrungen war.

Ab da war alles vorbei. Wir hielten uns aneinander fest und stöhnten unsere Lust gemeinsam in den Wald hinaus.

Die beiden Männer kamen fast gleichzeitig zum Ende. Devon sackte nach vorn und stützte sich schwer keuchend neben meinem Kopf ab. Unsere beiden Körper waren von einer Schweißschicht bedeckt. Ich war nicht gekommen, aber ich fühlte mich so befriedigt wie noch nie zuvor.

Wir gönnten uns einige Minuten Verschnaufpause, in denen Devon mir liebevoll durchs Haar strich, bevor Amelie heiser anmerkte: „Es wird bald dunkel sein, wir sollten sehen, dass wir zurückkommen.“

 

Jeder schlüpfte in die ihm gehörenden Kleidungsstücke und zu viert machten wir uns auf den Rückweg zur Hütte. Devon und ich liefen Hand in Hand, die gewöhnliche Berührung als ein Nachhall der letzten Stunde.

Amelie und ich tauschten E-Mail-Adressen aus und versprachen uns, uns zu schreiben und uns alle vier bei Gelegenheit mal wiederzutreffen, doch im Moment waren wir alle noch zu beseelt und beflügelt, um großartige Pläne zu schmieden. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass ich eine weitere tolle Freundin gewonnen hatte und wir gemeinsam noch viele Abenteuer erleben würden.

Es dauerte lange bis der Parkplatz in Sicht kam, doch die Stille die zwischen uns herrschte rundete das ganze Erlebnis perfekt ab. Jeder sann seinen eigenen Gedanken nach. Nach wie vor Hand in Hand, traten Devon und ich aus der Baumreihe auf den Parkplatz, als ich eine aufgebrachte Stimme hörte.

„Wir wollen sofort wissen wo Sophie ist! Wo hat dieser Kranke sie hingebracht!?“ Ich blieb abrupt stehen. Was zum…!?

„Mädels jetzt hört mal, das hier –“ „Sie sollen uns keine weiteren Lügenmärchen auftischen! Wir verlangen sofort zu wissen wo unsere Freundin ist, sonst rufen wir auf der Stelle die Polizei“, rief eine weitere, mir wohl bekannte Stimme.

Hastig zog ich Devon hinter mir her, während ich hinter der Autoreihe hervortrat.

„Sophie!“, schrie Rebecca, die mich als erste entdeckte. Dort standen doch tatsächlich Rebecca und Lizzy, beide mit Handtaschen bewaffnet und fest entschlossen, mich aus den Fängen eines gemeinen Massenmörders herauszuholen. Ich hatte ganz vergessen, mich bei ihnen zu melden! Shit! Ich hatte mein Handy nicht mal angerührt seit Samstag früh. Als sie mich sahen, fiel den beiden alles aus dem Gesicht.

„Was zum Henker ist passiert, wie siehst du aus!?“ Da erst wurde mir bewusst, was für einen Anblick wir abgeben mussten. Völlig zerzaust, die Haare ein einziges Krähennest, das Makeup verschmiert, zerrissene Kleider und überall Erde, Laub und Gestrüpp.

Ich konnte nicht anders als schuldbewusst zu grinsen. Ich hatte das beste Wochenende meines Lebens gehabt, während die beiden krank vor Sorge waren.

„Nichts, wir haben bloß Hase und Jäger gespielt.“ Beiden Frauen klappte der Mund auf. Devon nutzte den Moment, um mir ins Ohr zu flüstern: „Ich gehe unsere Sachen packen, bis gleich.“ Mir entging nicht, wie Rebecca ihm fasziniert hinterher starrte, als er zur Hütte lief.

„Sophie, wir haben uns Sorgen gemacht! Du hast nichts mehr von dir hören lassen, auf keine Nachricht und auf keinen Anruf reagiert. Was sollten wir denn denken, wenn du mit einem völlig fremden, der sein Geld damit verdient, dass er sich überlegt wie man schöne Frauen töten kann, spurlos im Wald verschwindest?“

Sylvia begann lauthals zu lachen.

„Du hast wirklich tolle Freundinnen.“ Ich stimmte in das Lachen ein, ging auf die beiden zu und zog sie wortlos in meine Arme. Nach ein paar Sekunden korrigierte ich:

 

„Nein, nicht toll. Die besten!“

 

Ende

 

 

 

 

 

Kommentar(e)

Es ist immer wieder faszinierend in deine Geschichten einzutauchen. Deine Art und Weise Geschichten zu erzählen ist einmalig. 

Vielen lieben Dank dafür. 

Ich freue mich neues von Dir zu lesen. 

Antwort auf von Angelarella

für das liebe Kompliment! Ich freue mich, dass meine Geschichten dich so begeistern können.

LG

Füchschen

Ich bedanke mich für den Einblick in einen Aspekt von BDSM der mir bislang fremd war.

Diese Geschichte war nicht zu kurz und nicht zu lang. Nicht zu hart und nicht zu weich. Nicht zu einfach und nicht zu langatmig. Sie war wunderbar auf den Punkt.

Das Einzige was ich dir als konstruktive Kritik mitgeben will: Da ist Raum für Verbesserung bei den Dialogen. Wir Juristen haben die Neigung Schreibsprache in unsere Dialoge einfließen zu lassen. Bei dir war das z.B. einmal "befremdlich".

"befremdlich" ist ein wunderbares, beschreibendes Wort. Aber ich habe es in 34 Lebensjahren noch nie in einem gesprochenen Dialog gehört. Gesprochen würde ein Mensch vermutlich "komisch" sagen.
Vielleicht würde es helfen, wenn du deine Dialoge laut vorliest. Wenn es befremdlich klingt, dass du "befremdlich" sagst, müsste es vermutlich "komisch" heißen. ;)

Mit sehr lieben Grüßen,

Tom

Antwort auf von mmmgeschichten

Du glaubst nicht, wie oft ich das im Alltag höre! :D Dabei rede ich nach meinem Verständnis natürlich völlig normal. Du magst lachen, aber ich habe mich an einigen Stellen in der Geschichte tatsächlich schon nachträglich verbessert, weil ich mir beim durchlesen dachte "nah, das klingt zu gesetzlich". Anscheinend kann ich aber nicht immer aus meiner Haut. Vielen Dank für die konstruktive Kritik.

Und natürlich auch ein herzliches Dankeschön für das ganze Lob, mit dem du mich geradezu überhäuft hast. Dankeeeeee!

LG

Füchschen

Schade, ist diese Lektion schon vorbei. Das Ende war heiss und dank der plötzlich auftauchenden Freundinnen genauso humorvoll. Einfach nur toll! Ich freu mich schon auf die 2. Lektion. :)

Der letzte Teil hat mich genau so begeistert wie die ersten drei Teile. Deine Figuren sind einfach nur herrlich normal und sympathisch. Vielen Dank fürs Lesen dürfen.

LG Annalene

Du bist und bleibst einfach eine der besten Autorinnen hier auf der Seite, mit jeder weiteren Geschichte von dir unterstreichst du immer wieder das erstklassige Niveau, auf welchem du schreibst. Tolle und sympathische Charaktere, eine unterhaltsame Schreibweise, interessante Handlungen...die Liste könnte ich so noch zwei Tage lang weiterführen. Jede deiner Geschichten zaubern mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen und schaffen es zeitgleich dennoch, dass sich in meinem Bauch die Schmetterlinge tummeln. 

Egal wie man es dreht und wendet, du bist eine klasse Autorin, die aber sowas von mal auf die Verlagswelt losgelassen werden sollte, so ein Talent wie du es hast sollte definitiv mal an einem Buch arbeiten. In aller Ehrfurcht verbeuge ich mich vor dir und deiner Schreibkunst und freue mich schon sehnsüchtig darauf, deine nächste Geschichte lesen zu dürfen. 

Liebe Grüße, 

Jana

 

Also fehlerfrei schreiben und ein paar nette Formulierungen finden, ist ja das eine (und wir sehen hier oft genug, dass nicht einmal das beherrscht wird), aber am Ende ist das nur die Oberfläche des Geschichtenschreibens. Eine gute Geschichte erwächst aus dem Unterbau: gut angelegte Charaktere, sauber gearbeiteter Plot. Wenn das dann mit spritzigen Dialogen garniert wird, kommt so etwas wie diese Geschichte dabei heraus.

Von der Grundidee ist es eigentlich auch nicht mehr als: >unzufriedene Sub findet ihren Traumdom.< doch im Gegensatz zu so vielen anderen Geschichten hier, wird nicht eine kurze Einleitung geschrieben, in der die Problematik mal schnell zusammengefasst wird, um dann den Traumdom herbei zu zaubern, und schon geht das fröhliche Fesseln, Foltern und Ficken los. Nein, hier wird der innere Konflikt der Protagonistin in einem Dialog mit ihrem besten Freund eröffnet, der sich dann in einem äußeren mit Devon manifestiert. Und das mündet in den wunderbaren Plotpoint 1: Devon schießt nach Sophies missratenem Date im Café sauber durch ihren Panzer. Das ist der Point of No return. Von da an sind ihre Schicksale untrennbar mit einander verbunden. Jetzt muss jeder der beiden herausfinden, was es mit dem anderen auf sich hat. Wenn jemand wissen möchte, wie man einen ersten Akt gestaltet, nehme sich diesen hier zum Vorbild.

Und achtet mal darauf, wie schnell ein Bild von Sophie und Devon im eigenen Kopf entsteht und es entsteht nicht, weil sie mit Größe und Gewicht angegeben werden, sondern weil sie sprechen und agieren. (Das mal an alle »Ich heiße..., bin ... Jahre alt, wiege ... kg , bin ... cm groß usw«-Schreiberinnen und Schreiber.)

Und fallen die beiden Charaktere nach dem ersten Akt gleich übereinander her? Nein. Wir haben im ersten Akt nur präsentiert bekommen, worum es im Weiteren gehen wird und so dürfen die beiden im zweiten um ihre sexuelle Erfüllung kämpfen. Der finale Sexakt gewinnt seine Stärke nicht einfach aus ein paar gut gewählten Worten. Er wirkt deshalb so nachhaltig, weil die beiden ihn sich wirklich hart erkämpfen und verdienen mussten.

Hervorragend.

Mein persönliches Highlight der Geschichte: »Selbst die einigermaßen normalen Gespräche waren zäh und anstrengend. Er erzählte von der Arbeit, ich erzählte von der Arbeit. Wir tranken Kaffee. Nächstes Thema. Kaffee. Politik. Kaffee. Wirtschaft. Kaffee. Katzen. Es war öde.« Normalerweise (wie schon erwähnt) ist es natürlich besser, die Charaktere in einem richtigen Dialog zu Wort kommen zu lassen. Trotzdem gelingt es mit diesen wenigen Worten, kurz und präzise die Stimmung des langweiligen Mittelteils des Gesprächs zwischen den beiden zusammen zu fassen. Super!!

Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht auch etwas zu meckern fände. – Hoffe aber es wird deutlich, auf welch hohem Niveau hier gemeckert wird. (Um die inzwischen verblassten Sterne noch einmal aufleuchten zu lassen: Hier erkläre ich dann, warum jemand nur 7 statt 8 von 6 möglichen Sternen erhält.)

Zum einen – und das ist natürlich eine Geschmackssache – aber ich finde die weibliche Figur und Sichtweise ist dir besser gelungen, redfoxy. Für mich würde die Geschichte, glaube ich, noch mehr gewinnen, wenn sie ausschließlich aus Sophies Sicht geschildert würde. Sie hat den wirklichen inneren Konflikt. Sie ist die Figur, die die Geschichte zum Leben erweckt. Devons Teile bringen nicht wirklich neue Aspekte ein.

Ein Grund dafür, das Devon schlechter wegkommt, könnte aber auch mein zweiter Kritikpunkt sein: Er ist ein erfolgreicher Schriftsteller, der schon mehrere Bestseller geschrieben hat. Was bringt dieser Aspekt der Geschichte? Eigentlich nichts, denn er wird in der zweiten Hälfte der Geschichte vollkommen unter den Tisch gekehrt. Ich frage mich nämlich, ob ein erfolgreicher und damit ja bekannter Schriftsteller so einfach an einem Sex-Seminar wie diesem teilnehmen könnte, ohne Angst haben zu müssen, dass am nächsten Tag die Boulevardpresse ausposaunt, was für perverse Gelüste dieser Mann des öffentlichen Interesse denn hat. Das Veranstalterpärchen mag ja diskret sein, aber bei sechs weiteren Paaren (12 Personen) kann sich eine berühmte Persönlichkeit nicht sicher sein, dass das niemand ausplaudert. Hier tritt eine Unschärfe in Devons Charakter ein, die nicht sein müsste. Entweder hätte er einfach einen anderen Beruf haben können und damit ein Nobody sein, den keiner kennt, oder er muss eben zeigen, wie er mit seiner Bekanntheit umgeht. Meldet er sich bei dem Seminar unter falschen Namen an (wenn er schon nicht unter Pseudonym schreibt). Wie reagiert er, wenn er doch erkannt wird. (»Sind sie nicht dieser berühmte Schriftsteller?« »Nein, aber das höre ich ständig. Ich muss ihm wirklich sehr ähnlich sehen.)  – Na zumindest kannst du es nicht völlig unbeachtet lassen, dass ein VIP sich unter das gewöhnliche Volk mischt und dabei eine sehr intime Seite von sich preisgibt.

LG
Flo

 

Antwort auf von FlorianAnders

wow, da melde ich mich gerade hier an um ein paar Worte mit der lieben Jana zu wechseln und dann stolpere ich über Dein Kommentar - oder sollte ich sagen, Rezension? Wow, da bin ich echt sprachlos! Allein schon die Tatsache, dass Du Dir die Zeit genommen und die Mühe gemacht hast, mir eine derart ausführliche Rückmeldung zu geben, ist für mich als kleiner Schreiberling sehr bewegend.

Natürlich danke ich ganz ganz herlich für das zahlreiche Lob mit dem Du mich überschüttet hast. ^.^ Das flutscht locker flockig die Kehle runter. ;) Genauso aufrichtig danke ich Dir für die Kritik, die Du geübt hast. Sieh das Nachfolgende bitte nicht als Rechtfertigung, denn die fertige Geschichte ist wie sie ist und Du hast mit all deinen Punkten absolut Recht, aber vielleicht als Erklärung, um den Ursprung der Unstimmigkeiten nachzuvollziehen:

Devon war ursprünglich als wesentlich tiefergehender Charakter von mir geplant. Seine ganze Schreibblockade und wie Sophie ihm hilft diese aufzulösen sollte ein extra Thema werden, unter anderem um zu verdeutlichen wie sehr sich sexuelle Frustration auch auf denn Alltag und das Berufsleben auswirken kann. Allerdings habe ich mich dann doch entschieden, das alles wegzulassen, weil die Geschichte vor allem als Herausforderung für mich gedacht war, ENDLICH mal etwas zu Ende zu bringen und ich hatte Angst, dass ich mal wieder kein Ende finden würde, wenn ich mich zu sehr in seine Figur hineinsteigern würde.

Wie gesagt, so wie es am Ende geworden ist, hast du absolut Recht - verglichen mit Sophie ist er wenig dimensional geraten. Vielen Dank, ich werde das für die nächsten beiden Teile auf jeden Fall berücksichtigen und ggf nur aus Sicht der weiblichen Protagonistinnen schreiben.

Noch einmal vielen vielen vielen vielen Dank für diese Rezension!

 

Liebe Grüße

Dein Füchschen

Antwort auf von RedFoxi

"Seine ganze Schreibblockade und wie Sophie ihm hilft diese aufzulösen sollte ein extra Thema werden" - Also diese Story würde ich je gerne lesen.

LG

Flo

 

Ich habe alle Folgen der Geschichte in einem Rutsch gelesen. Super, wie Du die Figuren und ihre Gefühle schilderst! So lebendig, humorvoll und liebenswert. Ich hoffe, bald weitere Geschichten von Dir hier zu lesen. Du hast eine wunderbare Art zu schreiben, mach weiter!

vielen Dank für diese schöne Geschichte.

Black Cat

Antwort auf von Black cat

für den lieben Kommentar. ^.^ Es freut mich, dass dir die Geschichte gefallen hat und bedanke mich recht herzlich für das ganze Lob.

LG

Füchschen

Das es eine Fortsetzung gibt, so kannst du es nicht enden lassen, es wäre schade.

LG