Hempfield Manor (33)

 

Teil 33
„Aber du weißt schon, dass wir nur für drei Tage und nicht für drei Wochen verreisen?“, neckte ich April, als sie mir einen gigantischen Wandschrank von Koffer überreichte. Ich wuchtete das Teil in den Kofferraum. „Was hast du da rein getan? Nur das Inventar unseres Zimmers oder auch die Möbel der Nachbarn?“, fragte ich erheitert. Als Antwort streckte sie mir nur die Zunge raus. Das konnte ich mir natürlich nicht bieten lassen! Ich zog sie zu mir hin und küsste sie leidenschaftlich. Dann raunte ich ihr ins Ohr, „Du weißt, dass ich dir so eine Unverschämtheit nicht gefallen lassen kann.“ „Dann wirst du mich bestrafen?“, fragte sie mich in einem Ton in dem sich eine kokette Neugier, eine scheue Ängstlichkeit und stille Vorfreude in reizender Form mischten. „Dafür werde ich dir den Hintern versohlen müssen.“, sagte ich mit gespieltem Ernst und gab ihr einen halbernst gemeinten Klaps auf ihren entzückenden Hintern, was sie mit einem spitzen Schrei quittierte. Ich prüfte den Kofferraum, um sicher zu gehen, dass mein neuer, kleiner Spezialkoffer mit meinen ‚besonderen’ Utensilien nicht zu sehen war. Das sollte schließlich eine Überraschung für sie werden. Ich schloss den Kofferraum und ging zur Fahrertür. „Wo bleibt bloß Margaret?“, fragte ich hörbar verärgert. Ich bereute schon jetzt meine Entscheidung, meine kleine Schwester mit nach Hempfield zu nehmen. Es wäre allerdings äußerst merkwürdig gewesen, wären wir getrennt angereist. Schließlich wohnten wir in gewisser Weise unter einem Dach. Außerdem hatte ich meiner Mutter das Versprechen gegeben ein wachsames Auge auf meine Schwester zu haben.

Und in gewisser Weise hatte ich mein Versprechen auch eingehalten. Ich hatte ein wachsames Auge auf meine Schwester geworfen… zu einer oder zwei Gelegenheiten während des Semesters. Während des großen Rests der Zeit waren wir uns nach alter Gewohnheit tunlichst aus dem Weg gegangen. Und so lange ich sie nirgendwo auslösen musste und sie ihre Miete bezahlte, konnte es mich wirklich nicht scheren, wo sie sich herumtrieb. Was mich betraf, war sie eine erwachsene, finanziell abgesicherte, unabhängige Frau. Es war April die mir von Zeit zu Zeit berichtete, was ‚Maggie’, wie sie meine kleine Schwester nannte, so tat. Scheinbar hatte sie sich zum großen Verdruss meiner Mutter in den Kopf gesetzt Schauspielerin zu werden. Sie nahm in ziemlich inkonsequenter Weise Schauspielunterricht bei wechselnden Privatdozenten, hing tagelang mit anderen „Schauspielern“ in Cafés herum, wenn sie nicht gerade für kleine Rollen auf noch kleineren Bühnen sinnlose Textpartien einübte. Das klang in Aprils Beschreibungen natürlich weit positiver, denn sie hatte einen Narren an ihrer jungen Schwägerin gefressen.
Ungeduldig sah ich auf die Uhr. Wenn sie mich nicht gerade warten ließ, gönnte ich meiner Schwester ihr Bohèmeleben. Denn so lange sie nichts Vernünftiges lernte, stellte sie für mich und meine Pläne keinerlei Gefahr dar. Meine Mutter konnte zwar hoffen, dass ich meinen ‚guten Einfluss’ auf ‚Maggie’ ausübte, sodass sie die Haushaltsschule besuchte, sodass sie eine gute Partie hätte machen können, aber da meine Schwester sich gar noch hätte einfallen lassen können sich einen Mann mit Verstand zu angeln, der eine Gefahr für bedeutet hätte, sah ich keinerlei Veranlassung im Sinne meiner Mutter einzugreifen. Nein! Mir kam ihr sorgloses Bohèmeleben gerade recht!
Ich sah abermals auf meine Uhr. Margaret hatte bereits eine geschlagene halbe Stunde Verspätung und ich sandte meiner Verlobten einen finsteren Blick. Sie hob begütigend die Arme. „Maggie kommt schon noch…“, versuchte sie mich zu besänftigen. Wie immer versuchte sie ihre Schwägerin in Schutz zu nehmen. Ich hob zweifelnd meine Augenbraue. „Na gut! Ich werde nach dem rechten sehen.“, sagte sie wenig erfreut über meine Unnachgiebigkeit. Wütend sah ich ihr nach.
Ich bewunderte abermals Aprils prallen Hintern, der sich verlockend unter dem guten Schnitt ihres dunkelgrünen, knielangen Rocks abzeichnete. Und ob ich ihr den Hintern versohlen würde! Und sie würde es lieben. Als ich aus diesen Tagträumen erwachte, war sie schon um die nächste Ecke verschwunden. Fluchend blieb ich zurück. Unwillkürlich drehten sich meine Gedanken um meinen kleinen Spezialkoffer. Megs hatte ihn mir geschenkt. Wer sonst? Das Köfferchen war ziemlich flach und enthielt genug Meter glattes, ziemlich weiches Seil, um einen Dreimaster zu bestücken. Ich selbst hatte zwar eine Schwäche für Leder, Megs hatte aber seine Hoffnung mich zum ‚Seilknoter’ zu bekehren noch nicht ganz aufgegeben. „Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul“, dachte ich mir achselzuckend. An der anderen Seite des Koffers befand sich ein ganzes Assortiment von Klammern. Unwillkürlich, rieb ich über meine Brustwarzen. Ich erinnerte mich nur allzu gut an die letzten Tage, an denen ich jede einzelne von ihnen ausprobieren musste. Stundenlang hatte mich Megs dann unter Rückgriff auf die Dienste seiner Lieblingssklavin Suzie darin unterwiesen, wie ich diese sicher und variantenreich einsetzen konnte. Zum Schluss hatte Megs noch angemahnt diese keinesfalls an Aprils Schamlippen anzusetzen, denn weder April noch ich waren schon so weit. Ich hatte es ihm natürlich versprochen. April würde diese kleinen, schmerzenden Dinger an diesem Wochenende schon intensiv genug kennen lernen – dafür würde ich schon sorgen.  Außerdem hatte das Köfferchen noch Platz für ein Paar Schlaginstrumente. Allerdings war deren Platz noch leer. Wenn ich daran dachte, dass mir das zweifelhafte Vergnügen diese Instrumente kennen zu lernen erst noch bevorstand, wurde es mir ein wenig mulmig zu Mute.
Ich sah auf die Uhr. Ja Mein Gott! Wo blieben die beiden denn? Ich hatte wahrlich Besseres zu tun als in dieser Kälte herum zu stehen und zu warten. Eine unbequeme innere Stimme meldete sich. „Hast du das wirklich?“, fragte sie mich ganz impertinent. Meine Bilanzen waren fertig und eingeschickt, Megs Buchhalter hatten wirklich Wunder vollbracht, meine Geschäfte ruhten wegen der winterlichen Feiertage, mein Arbeitgeber hatte mir gerne zwei Wochen Sonderurlaub gewährt, schließlich musste ich mich nicht um Geschäftsabschlüsse bemühen, denn diese kamen beinahe allabendlich zu mir. In der Rechtsabteilung würde ich erst in Wochen wieder erwartet, der Lehrbetrieb ruhte. Kurz: Im Grunde hatte ich nichts Besseres zu tun als zu warten. Mit der einen Ausnahme endlich losfahren zu können natürlich!
Ich hatte mich bereits entschlossen, selbst nach dem Rechten zu sehen, als endlich zwei mir bekannte Silhouetten um die Hausecke bogen. Es schien mir so als ob die eine sich schwer auf die andere stützte. Außerdem machte ich in diesem Geknäuel Mensch eine lederne Reisetasche aus. Als sie dichter herangekommen waren, hatte ich Gewissheit. Meine Schwester sah fürchterlich übernächtigt aus. Außerdem zitterte sie am ganzen Körper und ihr Haar war noch feucht. „Entschuldige… ich musste sie erst noch unter eine kalte Dusche stellen.“, sagte April. Erst jetzt bemerkte ich die feuchten Stellen auf Aprils Kleidung. Ich riss meiner Schwester die schwere Reisetasche aus der Hand und schmiss sie auf die Rückbank des Autos. April bugsierte Maggie vorsichtig neben ihre Tasche und schmiss die Tür hinter ihr ins Schloss. Augenblicklich sackte sie in sich zusammen, sodass ihr Kopf auf der Tasche zu liegen kam. April zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Immerhin riecht sie jetzt nicht mehr so streng.“ Das war natürlich nur ein schwacher Trost, denn wenn meine Mutter Margaret so zu Gesicht bekäme, würde es höllischen Ärger geben. Bei diesem Gedanken wurde ich so richtig böse. „Sei nicht so streng mit ihr, sie ist noch so jung!“, meinte April. Ich hätte ihr beinahe den Mund verboten.
Kommentarlos stieg ich in meinen Wagen und sah April besorgt an. Sie verstand sofort. „Wir werden uns etwas einfallen lassen!“, meinte sie aufmunternd. Ich ließ den Wagen an. „Meinst du wir können Maggie ungesehen in ihr Zimmer schaffen?“, frage April mich. Knurrend bejahte ich die Frage. Das würden wir schon schaffen!
Als wir schon auf der Landstraße in Richtung Hempfield Manor brausten, sah ich mir im Rückspiegel kurz die reglose Gestalt meiner Schwester an. Wenn jemand der Hintern versohlt gehörte, dann meiner Schwester. Zu gerne hätte ich dem Gör eine Lektion erteilt.
 
Die 11. Woche von Hempfield Manor ist ziemlich ruhig ausgeklungen. So ruhig wird es in der nächsten Woche sicher nicht bleiben! Bleibt dran!
Hempfield Manor ist eine Fortsetzungsgeschichte in Form von Kurzepisoden (600-1000 Wörter) die drei Mal wöchentlich am Montag, Mittwoch und Freitag exklusiv auf www.bdsm-geschichten.net erscheint.
Die nächste Kurzepisode erscheint am Montag, den 8. September - ich übernehme keine Gewähr bezüglich des  Zeitpunktes ihrer Freigabe.

No votes yet

Inhalt/Idee

No votes yet

Erotik/BDSM

No votes yet

Rechtschreibung/Form

No votes yet

Kommentar(e)

Tut er es, oder tut er es nicht?
Da wird der Leser aber mal wieder ganz schön seiner Phantasie überlassen. Und das auch noch schon am Donnerstag ;-)
Danke.