Eine ungewöhnliche Hochzeitsfeier 7/8

"Klappentext"

Ausgewiesene und eingefleischte Nichtromantiker mögen den Teil sieben einfach überspringen, der Text ist so geschrieben, dass ohne Verständnisverlust von Belang bei Teil acht weiter gelesen werden kann. Der ist dann eindeutig bibliotheksadäquater. Die Anderen seien gewarnt, der Schmalz könnte zeitweise aus dem Monitor triefen, die Tastatur sollte besser abgedeckt sein. ☺

 

Die Überraschung

 

Als ich wieder wach wurde, lag ich allein im Bett. Das erste Mal allein seit fast 24 Stunden war ich allein. Zeit, erneut einen Blick auf mich zu werfen.

Der erste Handgriff führte automatisch zum Hals. Mit der Gleichzeitigkeit von Enttäuschung und Freude konnte ich feststellen, dass die Kette wieder am Ring des Halseisens befestigt war. Meine Hände trugen nur die stählernen Gelenkmanschetten, ansonsten waren sie frei beweglich.

Ich war allein, aber nicht einsam. Die Zeichen meines Herrn waren Beleg für seine permanente Anwesenheit.

Ich war allein, aber in diesem Moment einfach nur glücklich. Die Insignien seiner Macht- und Besitzansprüche wogen schwer an meinem Körper, beflügelten aber meinen Geist.

 

Ich hatte den Mut gefunden, mich selbst zu sehen und mich selbst zu zeigen.

Einfach ein überwältigendes Gefühl.

 

Erst spät bemerkte ich den Zettel auf dem Kissen neben meinem Kopf.

‚Muss noch etwas erledigen. Du konntest noch ein wenig Schlaf gebrauchen. Mach dich noch ein wenig frisch, erwarte dich unten, und: keine Dummheiten, mea favea!’

Auch wenn ich gern noch eine Runde im Ozean geschwommen wäre, ich wollte mein Glücklichsein nicht durch Ungehorsam zertreten. Auch wenn mein Herr nichts davon erfahren hätte, mein Wissen hätte mein Bewusstsein verändert und mein Selbst verraten.

Er hatte recht gehabt, ich hatte noch ein wenig Schlaf gebrauchen können. Ausgeruht ging ich noch einmal unter die Dusche, ließ das Wasser über mich rinnen. Es fiel mir schwer, die Berührungen meiner schön glatt rasierten Möse auf eine Reinigung zu beschränken, nicht so lange dort zu verweilen, um meinen Vorsätzen untreu zu werden. Und das war schwer genug, denn die pendelnde Kette tat weiterhin unablässig ihr grausam erregendes Werk.

 

Schminken, anziehen, nach unten gehen. Ziemlich bald hinter dem Eingang traf ich auf Sigrid und Rainer. Ich fiel ihr förmlich um den Hals, küsste sie auf die Wange und hauchte ihr ein „Danke“ ins Ohr.

„Oh, wir waren uns sicher, dass ist dir gefallen wird. Aber wo wart ihr denn eben? Um 12.51 Uhr war doch Sommeranfang und wir haben uns alle auf der Terrasse getroffen, um ihn zu begrüßen und anzustoßen.“

Sommeranfang, 12.51 Uhr, als die Sonne hoch durch das Dachfenster schien.

„Dann habe ich den Sommer mit einem herrlichen Sprung in den Ozean begrüßt.“

Auch ein neuerlicher Kuss auf die Wange nahm ihr nicht den verständnislos fragenden Gesichtsausdruck.

„Wo finde ich meinen Herrn?“

„Wie schön pubertär verliebt das klingt, wenn du das so sagst“, zog sie mich auf und zwinkerte mir dabei zu, „ich habe deinen Besitzer eben noch auf der Terrasse gesehen, meine schöne Handelsware.“

 

Auf dem Weg nach draußen kam mir Kirsten entgegen. Noch bevor ich sie dankend umarmen konnte, sagte sie fast entschuldigend „Wir hatten sie gar nicht eingeladen.“

Diesmal war es an mir, den verständnislos fragenden Blick aufzusetzen, der sich jedoch zu einem Lächeln wandelte, als ich meinen Gebieter entdeckte. Er amüsierte sich offensichtlich köstlich, doch dann gefroren mir auch schon sämtliche Gesichtszüge, denn er unterhielt sich … mit Markus und Uschi.

„Komm, wir gehen da jetzt gemeinsam hin“, sagte Kirsten und winkte Sigrid und Rainer dazu. „Auch wenn wir früher gut befreundet waren, die können hier nicht einfach so aufkreuzen. Auch bei Freundschaften muss man sich manchmal entscheiden, ich bitte sie einfach, zu gehen.“

 

Mein Herr begrüßte mich betont freundlich und zuvorkommend. „Meine bildschöne Kostbarkeit brauche ich Ihnen ja nicht vorstellen, Sie kennen Vera ja schon länger“, sagte er zu den beiden, und zu mir: „Schön dass du dich gut erholt hast nach diesem wundervoll anstrengenden Tag, mea Vera“, und zog mich seitlich zu sich heran und legte seinen linken Arm um meine Schulter.

Small Talk Geplänkel, Kirstens Versuche, die beiden hinaus zu bitten, blieben im Versuchsstadium stecken. Mein Herr stand zu mir, eigentlich hätte ich mich sicher fühlen können, aber ich kannte Markus und Uschi. Ich wusste um das Damoklesschwert, das, wie schon so oft, über mir hing, und er auch schon so oft hatte fallen lassen.

 

„Na, warst du nicht richtig brav“, fragte mich Markus, als die Unterhaltung einmal etwas stockte und wollte an die Kette in meinem Dekolleté greifen.

„Finger weg, der Herr“, zischte mein Besitzer ihn an.

Auch wenn ich es einerseits toll fand, ihn weg zu beißen, ich kannte Markus nur zu gut.

„Sagen Sie mal, wie fühlt sich das eigentlich an, beim Ficken auf das Brandzeichen eines anderen zu sehen?“

Er hatte es wieder getan, das Schwert durchbohrte mich geradewegs von oben bis unten und ließ mich zur Salzsäule erstarren.

„Was meinen der Herr?“

„Oh, Sie haben es noch gar nicht gesehen? Dann zeige ich Ihnen mal, was ich meine. Uschi, zieh mal deinen Rock nach oben.“

Sie zog ihren Rock hoch, so dass der linke Oberschenkel zu sehen war. Zum Vorschein kam eine Tätowierung, größer und dennoch filigraner gestaltet als mein Branding, aber der gleiche altdeutsche Buchstabe. Wäre mir damals nach mehr Humor gewesen, ich hätte gesagt, auf ihren Stempeln ist ja auch einfach mehr Platz. In meinen Gedanken blätterte ich den Duden durch: ’M’ wie Mistkerl, Möchtegernmacho, Muttersöhnchen, Maulheld, Missgeschick, oder einfach nur treffend: Missgriff.

 

„Sieh nur, mea favea, ist es nicht eine wunderschöne Markierung?“

Kaltes, wütendes und trauriges Schweigen

„Nun sag schon, ist es nicht eine prachtvolle Kennzeichnung?“

Warum tat er mir das an, warum erniedrigte mein Herr mich so sehr?

„Ich höre, mea favea, es ist doch eine großartige Eigentumsmarke?“

Schon mit seiner Fragestellung gab er die Antwort vor, ließ mich nur noch leise und mürrisch mit einer Träne in den Augen zustimmen, bevor er mich noch länger öffentlich quälte.

 

Wieder mit der mir vertrauten Wärme in der Stimme: „Schön, dass dir das Symbol gefällt. Mir natürlich auch. Aber ich muss dir noch gestehen, wie genau es zu exakt eben diesem Schriftzeichen auf deinem Körper gekommen ist.

Als mich vor etlichen Jahren ein Bekannter, ein Tätowierer aus Bremen, nach einem schönen altdeutschen Buchstaben ’M’ fragte und er mir die Hintergründe seines Interesses erläuterte, machte mich allein die Vorstellung unheimlich geil.

Toppen konnte ich die anregende Phantasie nur noch, indem ich ihm statt eines ‚M’, nachdem er nun mal gefragt hatte, ein ’W’, genauer MEIN ’W’ von unseren großelterlichen Hof im Oldenburger Münsterland aufzeichnete. Die beiden Buchstaben sind sich auch in der altdeutschen Schrift einigermaßen ähnlich.“

Mein Herr holte sein Telefon aus der Tasche und öffnete ein Foto. Da stand es, auf einem alten Fachwerkbogen:

‚ …chke und Maria Theresa Wischke, geb. Thu… ’

Ich hatte mir die Narbe oft im Spiegel angesehen, es war danach wirklich ein ’W’, kein ’M’.

 

„Und deshalb“, jetzt wandte er sich wieder Markus zu „muss ich die Frage abgewandelt an Sie zurückgeben: Sagen Sie mal, wie fühlt sich das eigentlich an, beim Ficken auf das Zeichen eines Anderen zu sehen?“

„Sie haben WAS gemacht?“

„Dem Tätowierer anstelle des Buchstaben ’M’ ein altdeutsches ’W’ skizziert und zu Papier gebracht. Markus, ich kann Ihnen gar nicht beschreiben, wie unermesslich geil es mich oft gemacht hat, zu wissen, dass irgendwo eine Frau mit meinem Zeichen herumläuft.“

Er nahm meine rechte Hand, hob sie zu seinem Mund und gab meinen Fingern einen Kuss. „Dann auch noch eine so Schöne, mea favea. Als ich hörte, dass ich dich hier ersteigern kann, musste ich einfach kommen, auch wenn mein Budget so etwas nicht oft im Jahr zulässt.“

Wieder wandte er sich Markus zu: „Mein lieber Markus, Sie können sich gar nicht vorstellen, wie oft ich in einsamen Nächten an die Frau mit meinem Brandmal dachte, wenn Bayern München Hansa Rostock abfertigte, die Norddeutschen es aber immer geschafft haben, mit dem Ehrentreffer den Schlusspfiff einzuleiten.“

 

„Ziehen Sie sich warm an, dafür verklage ich Sie, dass Ihnen Hören und Sehen vergeht.“

„Markus, Sie? Haben Sie denn irgendeinen Schaden erlitten? Die einzige, die mich verklagen könnte, ist meine Vera hier, sonst niemand“, dabei zog er meine Schulter etwas näher zu sich heran.

„Und wie sieht es damit aus“, fragte Markus und zeigte auf den Oberschenkel von Uschi.

„Was habe ich denn damit zu tun? ICH habe Uschi nicht das ’W’ auf den Schenkel gemalt. Allenfalls könnte trotzdem allein SIE juristische Schritte versuchen, aber wenn man den Schriftsatz nicht wirklich ausgesprochen gut formuliert, liest sich das schnell wie: ’mein Dömchen ist ein Dummchen und des Lesens nicht mächtig’, und wir haben doch gestern alle gelernt, dass Gerichtsverhandlungen öffentlich sind.“

 

Ich muss die ganze Zeit wohl ungefähr so intelligent und schnell geguckt haben wie eine Kreuzung aus Auto und Schildkröte.

„Und jetzt entschuldigen Sie uns bitte. Ich möchte jetzt mit meiner Vera, der Frau, die mein Eigentumszeichen trägt, tanzen“, sagte mein Herr und zog mich nach drinnen auf die Tanzfläche. „Ganz schnell, was tanzt man zu diesem Lied? Du wirst feststellen, ich bin kein begnadeter Tänzer, es wird bloß niemals einen besseren Zeitpunkt geben, den Kerl blöd stehen zu lassen.“

Langsamer Walzer, dennoch zu schnell, die Fragen zu stellen, die meine Gedankenwelt wieder ins Gleichgewicht bringen konnten. Die Kette an meinem Halseisen strich zum Rhythmus des Tanzes über ein Brandmal, dessen Bedeutung ich nicht einmal mehr kannte.

 

‚The whispers in the morning of lovers sleeping tight’

Beim dritten Lied hatte der DJ oder einer meiner Freunde ein Einsehen mit dem Fragezeichen, welches in mein Gesicht gemeißelt war.

„Ist das wahr, mein Herr?“

„Mea favea Vera,

Vera- übersetzt: die Wahrheiten, es gibt doch immer mehrere Wahrheiten, die meisten sind allerdings gelogene Wahrheiten.

Wahr bist du und wahr bin ich.

Wahr ist, dass ich dich gestern ersteigert habe.

Wahr ist auch, dass das Zeichen über deiner Möse kein ‚M’, sondern ein ‚W’ ist.

Wahr ist, dass ich das daher weiß, weil es so auf dem Schmuckbalken des Hofes steht, auf dem mein Großvater noch geboren wurde. Meinen Großcousin habe ich heute um das Foto gebeten.

 

Wahr ist -vermutlich-, dass irgendjemand in Bremen irgendwann einmal einen Zettel auf dem Kopf gelesen hat.

Wahr ist -eventuell aber auch-, dass ein Werner oder Wolfgang oder ein Herr W - irgendwas aus Bremen sich beim Wichsen daran aufgeilt, dass er einer Frau seinen Anfangsbuchstaben hat einbrennen lassen.

Wahr ist, dass das hier und heute völlig belanglos ist.

Wahr ist eventuell aber auch, dass es doch einen Gott gibt, der es obendrein gut mit uns beiden meint, das wäre dann aber nicht ganz so belanglos“, scherzte er zwischendurch.

 

Dann fuhr er fort: „Wahr ist, dass es ein Geschenk ist, wenn sich eine Sklavin ein Siegel ihres Herrn einbrennen lässt, ein Geschenk aus Liebe.

Wahr ist, dass mann dieses Geschenk zu achten hat, auch wenn die Liebe gehen sollte.

Wahr ist, dass ein Mann, der diese Achtung nicht hinbekommt und seine Ex mit eben dem Siegel demütigt, selbst jede Demütigung verdient hat, die die Welt bereit hält.“

Er hob mein Kinn leicht an und schaute mir in die Augen: „Wahr bist du und wahr bin ich.

Wahr ist, dass ich dich gestern ersteigert habe. WIR sind wahr und wahrhaftig.

Und alles beginnt mit ’W’, wir, wahr, wahrhaftig, und nicht zuletzt mein Name, Wischke.“

 

'Cause I am your lady and you are my man

Whenever you reach for me, I'll do all that I can

We're heading for something

Somewhere I've never been, sometimes I am frightened

But I'm ready to learn 'bout the power of love

 

Nie zuvor ist mir der Text der Schlusspassage überhaupt aufgefallen, aber an dem Tag fühlte er sich so unglaublich richtig an.

Ich bin Vera. Ich war und bin eine Sklavin. Ich bin eine stolze Sklavin.

Ich war eine stolze und überaus verwirrte Sklavin.

Stolz und damals sehr verwirrt trage ich das Zeichen meines Herrn auf dem Hügel der Liebe.

 

Als wir von der Tanzfläche zurückkamen, war das Fragezeichen, welches sich in meinem Gesicht befand, zu Sigrid, Rainer und Kirsten gewandert.

Unter teilweise großem Gelächter schilderte ich ihnen, wie es -vermutlich- zu meinem Zeichen gekommen ist.

Selbst im Kreise dieser speziellen Gäste reagierten einige Zuhörer, die durch das Lachen angelockt wurden, irritiert und befremdlich auf das Wort ’Brandmal’, andere hingegen bewundernd.

Früher hätte ich immer versucht, meine Geschichte aus Scham zu verheimlichen. Doch ich wollte beginnen, auch mein Privatleben mit Stolz zu führen und führen zu lassen. Nicht mehr zu verstecken, was und wer ich bin, zumindest nicht in dem Rahmen der Menschen, die mir lieb und teuer sind und eine Affinität zu meiner Daseins- Einstellung haben.

Markus und Uschi waren wütend gegangen, als wir auf der Tanzfläche waren. Mein Herr hatte anscheinend recht gehabt, es gab kaum einen günstigeren Zeitpunkt, die beiden stehen zu lassen. Wie Schatten der Vergangenheit waren sie verschwunden, so wie Schatten eben verschwinden, wenn die Sonne von der anderen Seite scheint.

 

Abendessen, das erste Mal seit mehr als einem Tag fast so etwas wie Normalität in der Gefühlswelt. Kein emotionaler Ritt unterschiedlichster Gefühle mehr auf einer Rasierklinge, sondern Normalität. Wir saßen mit Freunden am Tisch und unterhielten uns. Mein Herr, dieser Mann, den ich vor einem Tag nicht einmal kannte, saß neben mir und es fühlte sich normal an. Selbstverständlich, gut und normal - aber nicht banal. Immerhin so selbstverständlich, gut und normal, dass ich mir in einem unbeobachteten Moment bei yankee.com schon mal die e-mail Adresse gesichert hatte.

Aber auf keinen Fall banal, dafür hatte ich schon allein viel zu viel Stahl und viel zu wenig Kleidung am Körper gehabt. Und dafür fühlte es sich einfach viel zu gut an, und viel zu selbstverständlich, insbesondere das Halseisen begann, an Normalität zu gewinnen. Ebenso das Pendeln der Kette über nackter Haut. Einfach wunderschön, einen solchen Freundeskreis zu haben, in dem so etwas gelebt werden kann.

 

Noch ein paar Verdauungsschritte auf den Burgmauern, die Strahlen der untergehenden Sonne in sich aufnehmen.

Einen Spaziergang kann frau mit den Hacken wahrlich nicht machen, um den ein oder anderen Luftzug in den Haaren, auf der Haut und unter dem Kleid zu genießen, war es oben hinter den Zinnen jedoch ideal.

Der Blick zum Himmel, er war frei, kein Faden mehr, an dem ein Schwert hätte hängen können, er wurde weggeweht wie Spinnenweben im Wind.

Teile meiner Gedankenwelt musste ich noch neu sortieren, aber in einem war ich mir sicher:

Das Damoklesschwert von Markus, das er schon öfter hatte fallen lassen, hinge nie wieder über mir! Allein das Wissen um diese Sicherheit war alles an dem Wochenende wert.

Frieden mit meiner Vergangenheit schließen, mit den Zeichen auf meinem Körper. Unbewusst ließ ich die Kette von meinem Hals über den Venushügel pendeln, fast, als ob sie mit jeder Bewegung darüber einen Teil der bisherigen Bedeutung wegwischte.

Ich stand oben auf der Burgmauer, mit dem Rücken an meinen Herrn gelehnt, und genoss lächelnd den Wind, einen herrlichen Segelwind.

 

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Langsam näherte sich der feierliche Teil des Wochenendes.

Auf dem Weg zum Saal machten wir noch kurz im Zimmer Station.

„Beneidest du Kirsten eigentlich gleich um ihren kleinen Schmerz und ihre schönen Symbole der Zugehörigkeit zu ihrem Herrn?“

Darauf konnte ich nur aus tiefstem Herzen mit „Ja“ antworten.

„Schön. Dann solltest du ihr gegenüber auch ein wenig weibliche Solidarität aufbringen. Auf den Rand des Bettes stellen, Beine auseinander, und das Kleid anheben.“

Ich tat, wie mir geheißen, mein Herr öffnete eine kleine Schachtel auf dem Tisch, sofort fiel mein neugieriger Blick dorthin: Scheiße, Krokodilklemmen, mehr als ein Dutzend davon. Er entnahm dem Schächtelchen eine und beugte sich zu meinen Genitalien. NEIN! Auf keinen Fall an die Klitoris, das würde ich niemals aushalten, so lange erst recht nicht, schrie ich still in mich hinein und überlegte noch, ob ich aus dem tonlosen Schrei eine lautstarke Entrüstung und ein Verbot machen sollte.

Da hatte er auch schon meine Klitorisvorhaut zwischen den Fingern und zwirbelte ein wenig daran herum. Er richtete sich wieder auf, sah zu mir nach oben und fragte diabolisch lächelnd, während er den Druck auf meine zarte Haut zwischen seinen Fingern ganz langsam, aber stetig steigerte: „Möchtest du mir etwa was sagen?“

Ein kurzes Abwägen. „Nein, mein Herr“, hörte ich dann meine eigene Stimme und unterdrückte damit den lauten Schrei ’Ja, ich will deutlich Nein sagen!’, den ich aus lauter Angst, er könne sich dann noch Schlimmeres ausdenken, verschluckte.

 

Angst, … war es wirklich Angst? Angst wovor, und vor allem: warum? Wir gingen gleich in den Kreis MEINER Freunde, real konnte mir also gar nichts passieren, jedenfalls nicht lange. Aber es war etwas mit mir geschehen, ich hatte etwas in mir wieder zugelassen und mich damit verändert.

Ich hatte das, was gestern als Spiel begann, zwischenzeitlich emotional als Tatsache adaptiert, hatte mich diesem Realitätsgeflecht ergeben, war eingetaucht in diese Gegebenheiten. Der Stahl um den Hals, die daran pendelnde Kette, die Wahl der Lokalität für die Feier, eine alte Burg mit allen baulichen Gemeinheiten früherer Zeiten, die jeder Fantasie freien Lauf ließen, alles war dabei mehr als förderlich.

Mein Schicksal als Sklavin hatte ich mit einer gewissen Art Wonne und Vergnügen angenommen und akzeptiert, gestand meinem Herrn wie selbstverständlich das Recht zu, mir, seinem vermeintlichen ’Eigentum’, Schmerzen zu bereiten. Darin spiegelte sich wohl eine tiefe Sehnsucht nach dieser Art Wirklichkeit, und deshalb war ich mehr als erleichtert über meine Antwort: ’Nein, mein Herr’. Damit hatte ich mich zwar seiner Willkür ausgeliefert, hatte ihn aber auch nicht provoziert und seine Gnade nicht unmöglich gemacht.

 

„Das ist schön für dich, ich hatte schon gedacht, du wolltest dir mehr antun als nötig“, sagte der Herr, beugte sich wieder vor und begann, kräftig an dem kleinen Häutchen zu ziehen. Er öffnete die Klemme, löste den Griff an meiner Vorhaut, fasste an eine meiner großen Schamlippen, spannte diese ein wenig und ließ die Klemme zuschnappen.

Die übergroße Erleichterung überwog jenen im Vergleich zu meinen Befürchtungen lächerlichen Schmerz bei weitem. Und es waren noch nicht einmal die richtig Bissigen. Nachfolgend setzte er noch drei weitere Klemmen an, im Endeffekt also zwei auf jeder Seite im vorderen Bereich der Schamlippen. Zunächst waren sie auch gar nicht schmerzhaft, es war mir nur klar: die würden ihre mörderische Wirkung mit der Zeit schon entfalten. Und Zeit, die würden sie vermutlich ausreichend bekommen … 

Erneut nahm er eine Klemme aus der Schachtel, legte nochmals meine empfindlichste Stelle frei und fragte teuflisch: „Wolltest du nicht noch etwas sagen?“

„Danke, mein Herr“, schoss es nur so aus mir heraus.

„Das wollte ich auch wohl meinen“, zu den Worten entließ er meine kleine Haut aus seinen Fingern und legte die Klemme zurück in die Schachtel. „Dann komm wieder runter von der Kante, wir müssen langsam zu den Anderen.“

 

Mit Schrecken wurde mir bewusst, ich hatte mich gerade ernsthaft bei einem Mann dafür bedankt, dass er mir Schmerzen zufügte. Dabei hasse ich Schmerzen. Gut, sie gehören zum Leben dazu, sind manchmal einfach unausweichlich und trotzdem will ich sie nicht. Und dennoch fühlte sogar tief aus meinem Inneren eine große Erleichterung darüber, dass sie nicht noch heftiger waren, und hatte mich dafür bedankt.

Einfach pervers, sagt man im Volksmund wohl dazu.

 

 

Die Verleihung der Schmuckstücke

 

 „Meine lieben Herrinnen und Herren, teure und gehorsame Sklavinnen und Sklaven“, begann Jürgen seine Rede, „wir haben euch hierher eingeladen, damit ihr dem letzten Akt der Hingabe und Unterwerfung von Kirsten beiwohnen könnt.

Den staatlichen Teil unsere Verbindung feiern wir in einigen Wochen, die meisten von euch werden ja auch dann anwesend sein.

Aber hier und heute findet der emotional wichtigere Teil statt, den wir im Kreise der Menschen begehen wollen, die uns lieb und teuer sind und die unsere Lebensart verstehen und teilen. Und wir wissen doch, nichts im Leben ist so wertvoll wie eine aufrichtige Liebe und eine gute handvoll echter und ehrlicher Freundschaften. Hier und heute ist beides vereint, danke euch allen.

Jetzt wird Kirsten, meine wahrhaftige Liebe, zunächst ein, genauer gesagt ein zweiteiliges Piercing an ihrer Klitorisvorhaut erhalten, für meine wunderschöne Prinzessin ein ebenso schönes Prinzessin Diana Piercing.

Die beiden sollen so gestochen werden, dass sie Kirsten schön leicht erregen. Laura, die Piercerin, behauptet, sie weiß, wovon sie spricht.“

Mit den Worten zeigte er auf die Frau, die neben ihm stand. Eine zierliche, junge und hübsche Frau, deren Gesicht vermuten ließ, dass sie jedes erdenkliche Piercing aus eigener Anschauung kannte. Auch wenn ich sehr auf Piercings stehe, aber das war selbst mir deutlich zu viel.

 

Die beiden gingen zu einem Vorhang in der Ecke des Raumes hinter ihnen und zogen ihn zur Seite. Zum Vorschein kam die rückseitige Ansicht einer Frau, die auf einer Art gynäkologischem Stuhl saß, am Haarschopf war zu vermuten, dass es sich um Kirsten handelte.

„Liebe Gäste, insbesondere liebe Herren, verzeiht mir, aber ich werde euch nicht den ungehinderten Blick auf alle Intimitäten meiner Königin und Sklavin gewähren. Ihr müsst mit dem Anblick Vorlieb nehmen, in dem das Wesentliche mehr als deutlich und intensiver zu sehen ist.“

In dem Moment schaltete Jürgen einen Monitor an, der eines groß zeigte: Kirstens Gesicht.

Laura war inzwischen auf die andere Seite gegangen, zu Kirstens Heiligtümern, bereitete sich dort vor. Latexhandschuhe, desinfizieren, Betäubungssalbe auftragen, sterile Nadeln und Materialien griffbereit legen, eben alles, was dazugehört, aber nur die tiefe Emotionalität eines solchen Augenblicks stört.

 

Jürgen setzte sich so neben sie, dass er uns zugewandt war, aber das war nur ein Nebeneffekt. In Wirklichkeit hatte er sich Kirsten zugewandt, nahm ihre Hand und sah sie an, und zwar nur sie.

Die weitere Moderation übernahm Sigrid: „Wir sind glücklich darüber, so gute Freunde zu sein, dass wir die beiden in diesem innigen Augenblick begleiten dürfen, wollen sie aber nicht stören. Und an dieser Stelle wiederum behaupte ich, dass ich weiß, wovon ich spreche.“ Bei den Worten fasste sie an ihr Collar und blickte zu Rainer.

„Wie Jürgen schon gesagt hat, wird Kirsten heute zweimal noch ein wenig verschönert werden. Den Anfang machen nun zwei kleine stählerne Freunde, die sie an ihrer sensibelsten Stelle ständig daran erinnern werden, Jürgen jederzeit glänzend zu empfangen.“

 

Fast, als sei es eine Trauungszeremonie, stellte Sigrid eine Frage an Kirsten, im Tonfall ein heiteres Gemenge aus ernsthafter Frage und überspitzter Ironie:

„Willst du, liebe Kirsten, für deinen Herrn und Meister Jürgen zur Verfügung stehen, ihm jederzeit zur Verfügung stehen, und das für ihn sichtbar und für dich spürbar dokumentieren?

„Wie bisher auch schon will ich das, nur es soll für ihn offensichtlicher und für mich fühlbarer sein“, antwortete sie, ebenfalls mit einem nicht zu überhörenden ironischem Unterton.

Daraufhin begann Laura zu hantieren, wir konnten mehr ahnen als wirklich sehen. Bald schien es so, als hatte sie gerade ihre Zange ausgerichtet.

Kirstens Blick zu Jürgen drückte eine Art freudige Erwartung aus, dann plötzlich spannten sich ihre Gesichtszüge, es war passiert, die erste Nadel war gestochen. Jürgen drückte ihre Hand, in beider Augen hatte sich ein deutlich erkennbarer feuchter Film gebildet.

 

Auch in meine Augen trat ein wenig Wasser, solidarisches Wasser der Rührung. Mein eigener Schmerz war noch erträglich, noch waren es reine solidarische Freudentränen mit Kirsten.

Wir hatten schon viele innige und emotionale Tage mit ihnen verbracht, Geburtstage, Jahrestage, Beförderungen, Trauerfeiern für die Eltern, aber keiner dieser Tage reichte in Bezug auf die Intensität und Leidenschaft an diesen Tag heran.

Bei den Gedanken und Betrachtungen der Gesichter ging völlig unter, dass Laura sich weiter an Kirstens Genitalien betätigte, denn plötzlich verzerrte sich ihr Gesichtsausdruck erneut schmerzhaft. Ihr schossen wiederum Tränen in die Augen, wässrige Zeichen des Schmerzes und der Freude.

Mir kamen auch wieder Tränen, und zwar noch die der Freude und des Neides. Ich beneidete sie um die Freude an der Schwelle der Ewigkeit, Neid auf diesen süßen Schmerz beim Überschreiten eben jener Grenze. Auf diesen herrlichen Schmerz, der von den Endorphinen der Freude soweit zerstört wird, dass für diesen Moment das reine Glück als Empfindung verbleibt.

 

Fast als ob mein Herr meine Gedanken hat lesen können, kam sein Kopf von hinten an mich heran, näherte sich meinem Hals.

Noch bevor er etwas sagte, erlaubte ich meinen Gedanken eine weite Reise. Ich träumte, er möge mit der animalischen Urgewalt eines Vampirs mein Halseisen zerreißen, mir seine Zähne in meinen Hals bohren und mich jeglicher Wahl berauben, die Schwelle der Ewigkeit zu überschreiten oder nicht.

Mich ohne jeden Zweifel und unter völliger Missachtung eines jeden vorgetragenen Widerstands als sein Wesen in eine andere Welt entrücken, in der die irdischen Naturgesetze zu Staub zerfallen und die Gesetze der Juristen reinste Makulatur sind.

 

„Wahr bist du, und wahr bin ich; wahr ist, dass ich dich bis morgen ersteigert habe“, sagte er leise von hinten in mein Ohr. „Wahr ist auch, dass ich will, dass du mir für länger gehörst.“

Enttäuschend! Nun wahrlich nicht gerade das, wovon ich gerade geträumt hatte. Aber immerhin ein kleiner Schritt in der träumenden Richtung. Und zieht man mit in Betracht, dass zwischen einem derartigen Traum und der Realität naturgemäß eine ’geringfügige’ Diskrepanz existieren muss, war es vielleicht das Mögliche.

„Mea favea, dein Name Vera bedeutet nicht nur Wahrheiten, sondern auch Frühlinge, und wir können aus diesem Sommer einen schönen Frühling machen. Morgen Mittag werde ich dir das Halseisen abnehmen, aber ich will, dass du mein Eigentum mitnimmst und es als mein Eigentum bei dir zuhause trägst!“

 

Da war sie jetzt, die Frage nach dem ’Weiter’. Nicht, dass ich mich das noch nicht gefragt hatte, aber wirklich so einfach?

Eine Sklavin für zwei Tage bezahlen und dann für länger bekommen?

So billig wollte ich nun auch nicht sein.

Außerdem begann das zunehmende Ziehen zwischen meinen Beinen mich mehr und mehr daran zu erinnern, dass das Dasein als Sklavin nicht nur Sonnenseiten hat.

„Mein Herr, ihr habt mich für zwei Tage gekauft und bezahlt, ich werde meine Pflichten euch gegenüber gewissenhaft erfüllen. Ihr könnt jedoch nicht erwarten, dass ich euch darüber hinaus einfach so kostenlos zur Verfügung stehe. Da werdet ihr euch schon etwas mehr einfallen lassen müssen als eine bequeme und simple Frage“, antwortete ich provozierend frech, vielleicht etwas zu frech.

 

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„Verehrte Gäste, lasst uns nun zum zweiten feierlichen Teil übergehen, der Teil, den ehrenvoll zu begehen, sich jeweils einer von euch besonders glänzend herausgeputzt hat. Kirsten wird gleich einen schönen silbernen Sklavenschmuck um den Hals gelegt bekommen, den ich mit einer kleinen Schraube verschließen werde.

Die Schraube hat nur eine winzige verhexte Besonderheit: eine Sollbruchstelle unterhalb des Schraubenkopfes. Sie kann angezogen werden, aber es wird der Punkt kommen, an dem die Schraube tief im Collar sitzt, es fest verschlossen hält. Das wird der Moment sein, an dem der Schraubenkopf abbricht.

Damit kann der schöne Halsreif nie mehr geöffnet werden, er kann dann nur noch durch seine Zerstörung wieder entfernt werden. Und das, das wäre, wenn keine medizinischen Gründe vorliegen, wohl nur bei der dokumentarischen Zerstörung unserer Liebe denkbar“, sagte Jürgen zu allen, sah und lächelte dabei aber zu Kirsten.

 

Kirsten stand jetzt fast in der Mitte des Raumes, ein Mikrofon neben sich, Jürgen legte ihr den Reif an den Hals, klappte den hinteren Bügel um ihren Nacken, schloss es dadurch und setzte die zierliche Schraube an ihren Platz. Ein zartes und graziles Schmuckstück, Silber mit mattierter Oberfläche, so dezent und alltagstauglich, wie es der Zweck eben noch zuließ, edel, stilvoll; einfach nur wirklich schön.

 

Sigrid fuhr von neuem fort und begann auch wieder, Kirsten mit der theatralischen Mischung aus Ernsthaftigkeit und unterhaltendem Witz die nächste Frage zu stellen: „Kirsten, du sagtest einmal ’Das Collar ist das Symbol der Freiheit, die Entscheidung, welches Leben ich führen will, gehabt und in Liebe abgegeben zu haben’. Willst du also, liebe Kirsten, ab heute der ganzen Öffentlich schmuckvoll kundtun, dass du nicht mehr die Herrin deines Lebens bist? Willst allen zeigen, dass du die Freiheit gehabt hast, deine Freiheit an Jürgen abzugeben?“

„Stolz werde ich sein Zeichen der ganzen Welt zeigen und mich ihr als sein Eigentum präsentieren.“

Diesmal fragte sie auch Jürgen, hatte aber zeitweise selbst Mühe, dabei nicht in Gelächter auszubrechen: „Und willst du, Jürgen, Kirsten als deine Sklavin annehmen?

Wirst du weiterhin die schwere Bürde ihrer Erziehung auf dich nehmen und sie schützen, und das nicht nur, um ihren Wert zu erhalten?“

„Auch ich werde der Welt stolz meine Prinzessin zeigen.“

 

Damit begann er, die kleine Schraube, die ein großes Zeichen der Zugehörigkeit fixieren sollte, anzuziehen. Als ob es überhaupt noch irgendeines öffentlichen Zeichens bedurft hatte. Jeder, der sie kannte und kein emotionaler Analphabet war, konnte ihre Zusammengehörigkeit ohnehin sehen

Dann plötzlich war es soweit, deutlich hörten wir das leise Knacken der Sollbruchstelle über die Lautsprecheranlage, eine öffentliche, eine offensichtliche Grenze war überschritten.

Sonst war nichts zu hören, alle waren in irgendeiner Art ergriffen und still. Ein völliger Kontrast zu dem lärmenden Suffgegröle im großen Burgsaal am Vorabend.

Nichts würde für Kirsten noch so sein wie zuvor, sie war von nun an für jeden sichtbar als Sklavin erkennbar, auch wenn das Collar selbst recht stilvoll und zurückhaltend ist. Auch wenn der Ring, der an dem Tag den Halsreif zierte, in der ’normalen’ Gesellschaft durch verschiedene Schmucksteine oder Kettchenanhänger ausgetauscht werden kann, viele werden die Bedeutung sofort verstehen.

Die Wissenden werden meist schweigen und lächeln, die Unwissenden werden nur ein Schmuckstück sehen. Die mit dem Halbwissen sind wie immer das Problem, sie werden dumme Bemerkungen machen, Fragen der Unwissenden provozieren und diese dann mit fundierter Unkenntnis beantworten.

Meine ganze Bewunderung für Kirstens Mut. Ich war mir ziemlich sicher, den brächte ich nicht auf. Mit ein wenig Neid flackerte kurz der Traum wieder auf, es flöge einmal eine große Fledermaus auf mich zu und durch mein Leben, die mir die Entscheidung, einen derartigen Mut aufzubringen einfach abnähme und mich zu meiner Entschlossenheit zwänge.

 

Auch wenn ich bis jetzt immer abgelenkt war, so langsam aber sicher war es unmöglich geworden, die stetig und mit fortschreitender Zeit immer schneller wachsenden Schmerzen an meinen Schamlippen zu ignorieren. Die Zeremonie war vorüber, ich konnte die Hoffnung zulassen, dass der Herr mich von den Klemmen befreite. Auch wenn der Moment der Erlösung sich nicht gerade nach Linderung, sondern als Verschärfung anfühlen würde.

„Mein Herr, …“   „Du hast ja recht“ unterbrach er mich, „wir sollten den beiden unbedingt noch kurz zu ihrem Schritt gratulieren.“

Gratulieren, schön und gut, stimmt. Aber wir standen fast am Ende der Schlange derer, die die beiden beglückwünschen wollten. Und meine Schmerzen steigerten sich gefühlt in jeder zusätzlichen Sekunde mehr als in der ersten Stunde.

Endlich, wir konnten Kirsten und Jürgen unsere Glückwünsche ausrichten, aber ich war nicht wirklich mit dem Herzen dabei. Kirstens daraufhin fragenden Blick beantwortete mein Herr mit: „Ich habe den Eindruck, meine Sklavin wünscht dringend die Toilette aufsuchen zu dürfen.“

Ich schaute ihn inständig flehend an. „Ja, du darfst, aber sauber bleiben.“

Zur Toilette, dringend.

Sich selbst das antun zu dürfen, eine wirklich mehr als zweifelhafte Ehre. Aber jeder weitere Augenblick vergrößert das Problem, also: feuchte Augen zu und durch.

 

 

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Kommentar(e)

Sehr  toll geschrieben  !!