Eine ungewöhnliche Hochzeitsfeier 5/8

"Klappentext"

Eine fast romantische Liebesgeschichte für die, die beim Wort ‚goreanisch’ nicht zuerst an die Herkunfts- Bezeichnung eines ostasiatischen Staates in sächsischem Dialekt denken. Die Belastungen aus der persönlichen Geschichte der Protagonistin und eine heiterere Betrachtung der Schwierigkeiten, sich an Abmachungen zu halten und diese aus verschiedenen Blickwinkeln übereinstimmend zu verstehen.

 

 

   Der gemeinsame Abend, die gem  ein(sam)e Nacht

 

George Clooney ist es nicht, optisch hätte es mich durchaus besser treffen können, aber auch deutlich schlechter.

Gute 1,80 groß, recht kräftig, ein deutlich erkennbarer, aber nicht übermäßiger Bauch, das graue Haar rangelt noch mit dem Braun der hohen Stirn um die Vorherrschaft, vermutlich aber nur noch ein Rückzugsgefecht auf verlorenem Posten. Leidlich milde ist er mit seinen Gesichtszügen umgegangen, der Zahn der Zeit, dokumentiert aber trotzdem, dass er geschlechtsneutral ist.

Geschmackvolle Brille, 5 bis 8 Tage Bart, bordeauxrotes Hemd, oberster Knopf offen, Brusthaare, schwarze Jeans, saubere schöne schwarze Schuhe, angenehmer Geruch.

Alles in allem nicht gerade der Sirius, die Wega oder der Polarstern; betrachtete man aber die immer noch pöbelnde Menge, die jedes Anlegen eines Collars mit alkoholgeschwängertem lautem Siegesgegröle begleitete, obwohl doch nun gerade sie nichts gewonnen hatten, immerhin noch einer der kleineren Sterne aus einer der unbekannteren Galaxien.

Wenn ich von mir sage, dass ein Mann mit mir noch ein wenig angeben kann, wirklich verstecken musste man ihn Gott sei Dank auch nicht. Erfreulicherweise passten wir auch größenmäßig in etwa zusammen, denn auch wenn ich sehr hohe Absätze trug, war ich noch nicht des Rechtes beraubt, zu ihm aufzuschauen.

 

Sehr spätes Abendessen, sich ein wenig kennen lernen, Interessen kennen lernen, glücklicherweise mehr Gemeinsamkeiten, als ich erwarten konnte. Wie ich dann erfuhr, war das auch kein Zufall.

Unsere Freunde hatten sich die Mühe gemacht, für jede der Singledamen mit einem Rätsel, für dessen Lösung eine Ähnlichkeit der Vorlieben und der Betrachtungsweise der Welt hilfreich war, passende Partner im Netz zu suchen.

Neben den Single- Freunden, die in Frage kamen, erhielten diejenigen, die das Rätsel gelöst hatten, eine Einladung und die Bieterkarte.

Der widerliche Mob und die Auktionatoren waren aus einem ‚goreanischen’ Fanclub zu der Veranstaltung eingeladen, um der Szenerie die richtige Stimmung zu verleihen. Dazu waren sie nur allzu gern bereit und das hatten sie mehr als perfekt geschafft.

 

Mich an den Stahl um den Hals gewöhnen, das Gewicht, die Enge; das Collar war nichts für den Alltags Gebrauch.

Knapp vier cm hoch, ein paar Millimeter dick, vorne ein deutlicher Ring, Fragen über meine Stellung blieben nicht offen. Das Wissen um die Tatsache, dass es im Nacken vermietet war, machte mir die Versklavung umso bewusster.

Manchmal bedurfte es auch der Erinnerung durch das Gewicht oder das Gefühl am Hals, denn mein Herr behandelte mich im Gespräch durchaus respektvoll.

Eben wie eine wertvolle Neuanschaffung.

Eine Selbstverständlichkeit schien es für ihn zu sein, die umliegenden Tische nicht mit zu unterhalten, weder durch die Lautstärke der Konversation noch der Essgeräusche. Selbst in gebildeten Kreisen oft vergessen, zumindest dann, wenn weder Chef noch Auftraggeber anwesend sind.

Es hätte mich schlechter treffen können.

 

Die Situation gewann zunehmend Normalität. Nicht mehr in Unterwäsche exponiert stehend, sondern wieder im Abendkleid mit einem halbwegs ansehnlichen Herrn am Tisch sitzend.

Weitere Normalität begründete die Tatsache, dass von jedem Paar ein Partner Metall um den Hals trug. Manchmal dezent und edel, manchmal ein sehr auffälliges hohes Haltungs- Collar, manchmal sehr stabil, Silber oder vergoldetes, Edelstahl und Eisen, alles war vertreten.

Meist waren es die Frauen, die als unfrei zu erkennen waren, aber auch einige Männer zeigten die Unterwerfung gegenüber ihrer Partnerin.

 

Zunehmende Normalität, zunehmend ein fast normaler Abend, wären dort nicht diese Kleinigkeiten gewesen.

Der erste Sekt, den ich bestellte, wurde von meinem Herrn mit den Worten: „Es ist schön, dass du deine Versklavung feiern willst“ kommentiert.

Die Bestellung des zweiten Glases initiierte die Frage: „Siehst du einen Grund dich zu betäuben? Nein? Dann gibt es auch keinen Grund mehr, Alkohol zu trinken.

Übermäßig solltest du eh nicht trinken, wer weiß, wie du die Flüssigkeit wieder los wirst.“

 

In derartigen fast beiläufigen Äußerungen zeigte sich die ganze Obszönität der Konstellation.

Ein mir unbekannter Mann hatte soeben einen guten Tausender dafür hingeblättert, dass ich ihm die nächsten 36 Stunden zu Diensten bin, mich seiner Willkür und Macht ausliefere.

Juristisch absolut sittenwidrig, moralisch ordinär und unanständig, aber emotional ein auf- und anregendes Erlebnis.

Dem Belieben eines Anderen ausgeliefert sein, seiner Herrschaft unterworfen, nicht zu wissen, welche Gegenleistungen er für sein Geld erwartet und auf welche Weise er sie einfordern würde, insgeheim ein erregender Traum.

Hoffentlich ohne Entwicklung zum Alptraum.

Sämtliche Neugierde ob der Absichten war schnell abgetan mit Bemerkungen wie: ‚Du wirst es schon überleben’ und ‚ich werde mich an Abmachungen halten’. Beides beruhigte mich ein wenig, hieß letzteres wohl, dass ich nicht vergewaltigt werde.

 

Das Gastgeberpaar ging zum Ende des Abends von Tisch zu Tisch, sich nach dem Wohlbefinden der Gäste zu erkundigen. Beim Ansatz zu antworten herrschte mein Besitzer mich an: „Habe ich dir gestattet zu reden?“

Stattdessen antwortete er, dass er mit seinem Erwerb zunächst sehr zufrieden sei, dass es dabei bliebe, dafür werde er schon Sorge tragen. Nicht reden dürfen, nicht wissen was mit mir passieren wird, herabgewürdigt zu einer Sache, es ist erniedrigend, entehrend und … erregend.

„Übrigens, halt dir diesen Mann warm, er hat für dich seinen möglichen Höchstbetrag bezahlt“, flüsterte mir Kirsten ins Ohr, „du warst fast die Teuerste, zum absoluten Maximum fehlten nur vier Euro. Und wir beide wissen ja von wem. Du warst wieder mal die, die sich nicht entscheiden konnte, aber Entscheidungen werden einer Sklavin ja glücklicherweise abgenommen.“

 

Fast die Teuerste, der aufkommende Stolz darüber verbesserte meine Befürchtung, wie es um die Rückansicht meines Kleides bestellt war, nicht wirklich.

„Na, kannst du denn gleich überhaupt aufstehen, oder muss ich dir mitten im Sommer einen Mantel bringen?“, fragte sie leise, als könne sie Gedanken lesen und brachte dadurch ihre Vermutung und meine Sorge zum Ausdruck,.

Aber Stolz war auch das Stichwort, wenn ich eine stolze Sklavin sein wollte, dann durfte ich nicht versuchen, den Stolz auf mein Sein zu verstecken.

Ich beschloss folglich, gleichgültig wie es aussah, den Raum aufrecht und ohne Versteckspiel zu verlassen.

 

„Tapfer, tapfer, mea favea, so gefällt mir meine Kleine“, lobte mich der Herr, für mich nicht eindeutig, ob er in erster Linie meinem Mut oder auch die Erkennbarkeit meiner Geilheit meinte. Freundlicherweise entschärfte mein neuer Besitzer den Abgang etwas, indem er hinter mir ging.

 

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Im Zimmer angekommen zog es mich, besser gesagt, drückte es mich sofort zur Toilette.

„Ich erwarte dich in einer Minute wieder hier.“

Auch wenn ich etwas mehr Zeit gebraucht hatte, um alles zu tun, was notwendig war, die Zeit war dennoch zu kurz, um das zu tun, was ich so gerne getan hätte, wonach mein Körper langsam schrie.

 

„Jetzt zieh dich aus, mea favea“, war kurz und knapp das Kommando

Noch zögerte ich.

„Ich habe dir gesagt, dass ich mich an Abmachungen halten werde. Wiederholen will ich den Befehl aber bestimmt nicht noch einmal: Zieh dich aus!“

 

‚Was soll’s, das meiste hat er eh schon gesehen’, mit solchen Gedanken versuchte ich meine Erziehung zu überlisten, überspielte, welch große Lust es mir bereitete, den Anordnungen eines Fremden zu folgen.

Das Kleid glitt über die Hüften nach unten.

„Und ganz langsam in der Runde drehen.“

„Noch einmal, noch langsamer“

„Du siehst sehr gut aus, mea favea, du bist wirklich schön. Dann mal weiter.“

Mein Griff ging an die Strümpfe.

„Die kommen zum Schluss, mir gefallen deine schönen Beine so schon, optisch verlängert sind sie ein high light.“

 

Den BH fallen zu lassen, war schon schwerer.

Diesmal drehte nicht ich mich, sondern er ging langsam um mich herum, immer näherkommend.

„Stehen bleiben“, die Quittung auf die Versuche, mich mit zudrehen

Bei der dritten Runde blieb er hinter mir stehen, fasste leicht unter meine Brüste „du hast wundervolle Brüste“ sagte er leise von oben in mein Ohr, sie sanft auf seinen Händen wiegend, um weiter zu fragen: „Selbst ausgesucht, oder ein früherer Herr“, nur noch die rechte Brust leicht auf und ab schaukelnd.

„Das war ich selbst, mein Herr.“

„Sehr schön. Dir deiner Stellung selbst bewusst zu sein, erleichtert es, sie wirklich anzunehmen und zu leben“, sagte er im Gehen und setzte sich ein paar Meter vor mir in einen Sessel.

„Weiter jetzt“

 

Nun war es also soweit, der Slip musste weichen, er wich langsam, aber er wich.

Diesmal war es wieder ich, die sich drehen musste.

Zum einen konnte er auf seiner tieferen Position verbleiben, zum anderen öffnete sich so bei jedem auch noch so kleinen Schritt einen kleiner Blickwinkel.

„Wie schon gesagt, für mich war das nicht notwendig, ich kann mich an Abmachungen halten. Und mit Kirsten und Jürgen war abgemacht: Keinen Sex, es sei denn, du möchtest es ausdrücklich.“ Er fügte noch hinzu: „Dann kannst du mich ja einfach danach fragen. Apropos fragen, ich frage mich gerade, was dich kleines Luder mehr anmacht, also: hast du ihn zuhause gelassen oder hast du den Schlüssel dabei?“

„Ich habe ihn gar nicht, mein Herr.“

„Wie das?“

„Dann muss ich etwas weiter ausholen, mein Herr.“

„Bitte, ich höre zu“

Das Kind war im Brunnen, er hatte alle Ringe gesehen, um noch einen auf Mimose und Feigling zu machen, dafür war es einfach viel zu spät. Aber es ist trotzdem noch ungleich schwieriger, Dinge auszusprechen, auch wenn das Gegenüber schon alles entdeckt hatte und sich bei normaler Intelligenz und Fantasie den passenden Reim darauf machen konnte

 

„Ich war bereits einmal die Sklavin eines Mannes. Wir lebten seinerzeit in einer Wochenend- Beziehung, er wollte sichergehen, dass ich innerhalb der Woche nicht mit anderen Männern intim werden konnte.“

„An sich erstmal nachvollziehbar.“

„Wir ließen mir damals also in jede meiner beiden kleinen Schamlippen zwei Piercings einsetzen, die nur mit einem Spezial- Werkzeug wieder entfernt werden können. Ausschließlich mit dem gleichen Hilfsmittel kann auch der Edelstahlring, der waagerecht durch alle vier Piercing- Ringe geführt ist und jeden Zugang verweigert, geschlossen bzw. geöffnet werden.

Er brauchte dafür noch nicht einmal eine großartige Überzeugungsarbeit leisten, mein Herr, ich empfand den Gedanken schon immer als sehr aufreizend, zu wissen, nur für einen, für meinen Herrn, verfügbar zu sein.“

 

„Wenn die Beziehung vorbei ist: Warum hat er noch diesen speziellen Schlüssel?“

„Den hat auch er nicht mehr.“

Das Eis war gebrochen, langsam wurde es ein wenig leichter, die Fragen zu beantworten. Die Überwindung, intimste Peinlichkeiten preiszugeben, sie wurde geringer. Vielleicht auch deutlich unterstützt durch die tiefe Sehnsucht, einfach jemandem von den großen eigenen Fehlern zu berichten. Und warum nicht einem Menschen, dem ich nichts Unbekanntes mehr schildern musste und den ich im Zweifel nie wiedersehen würde.

„Als Markus das Interesse an mir verlor, nahm er das kleine Gerät von seinem Schlüsselbund ab, reichte es mir und sagte, ich sei frei von ihm.“

„Das erklärt den Status quo erst recht nicht.“

„Den Schlüssel habe ich später an meine neuen Beziehungen weitergegeben, um jeweils nur für ihn zugänglich zu sein. Doch der letzte feine Herr hatte ganz andere Pläne, der Kerl wollte mich tatsächlich ausleihen und gab den Öffner zu meinem Körper einfach an einen seiner Freunde, ohne dabei überhaupt ansatzweise zu bemerken, dass er damit den Weg zu meinem Herzen für immer verschüttete.

Mir gegenüber drückte er aus, dass ich, wenn ich jemals wieder von vaginalem Sex nicht nur träumen wolle, eben zu diesem Freund gehen müsse, der würde mich dann schon aufschließen.

Ich weiß, Herr, dass eine gute Sklavin gegangen wäre, aber ich habe ihm gegenüber nie der Versklavung zugestimmt, nie den Vertrag unterschrieben“, entschuldigte ich mich fast, völlig verwundert über mich selbst, wie freimütig ich mittlerweile einem Fremden derartige Intimitäten enthüllte:

„Und weil ich nicht zu jenem Freund hin gegangen bin, ist Stefan von mir weg gegangen. Den Schlüssel hat er mir dann auch nicht zurückgeschickt, sondern nur die schroffe Mitteilung, ich wisse ja wo er sei. Mein kurzes ‚Leck mich’ hat er mit einem ebenso knappen ‚das ist dann auch das Einzige, was dir bleibt’ beantwortet.“ 

 

Grimmig blickend stand der Herr auf und kam langsam auf mich zu, führte seine rechte Hand zu meinem Kopf, drückte mir mit dem Zeigefinger unter meinem Kinn denselben leicht in den Nacken und erklärte: „Recht so gehandelt, mea favea, recht so. Wie lange warst du nicht mehr geöffnet?“

„Seit fast drei Jahren, mein Herr“

„Dann wird das ein hartes Stück Arbeit, den wieder auf zu bekommen. Ich glaube, ich bin auf der Suche nach außergewöhnlichen Schmuckstücken früher schon mal über diesen Hersteller gestolpert. Ich meine aber auch zu erinnern, dass diese Ringe mindestens alle paar Monate einmal geöffnet werden sollen, damit das Gewinde gangbar bleibt.“

 

Zu diesen Worten fuhr er mit der linken Hand an meine Möse, an der sich noch die feuchten Reste der letzten Welle der Erregung befanden, die sich an dem Abend mit Phasen der Anspannung und Peinlichkeit abwechselten. Dann führte er Mittel- und Zeigefinger einmal darüber und strich die Relikte meiner eigenen Geilheit in einer langsamen Bewegung von der Nase über die Lippen bis zum Kinn. „Was dort alles für Flüssigkeiten auf dieses arme kleine Gewinde einwirken, da wird jede gedankliche Sünde der letzten Jahre zur realen Herausforderung.“

Im Gehen Richtung Bad wies er auf meine unrasierte Scham: „Eines steht jetzt noch an, das Gestrüpp kommt weg.“

„Bitte, Herr, muss das wirklich sein?“

„Mea favea, eine gewisse Nachsicht bei Ungehorsamkeit habe ich nun gerade gezeigt, in dieser Situation aber ganz bestimmt nicht! Eine Sklavin hat die Behaarung zu haben, die der Herr wünscht!

Redeten wir bei zwei Tagen über die Kopfhaare, Verständnis für deinen Ungehorsam. Es ist aber nur dieser verwahrloste Urwald zwischen den Beinen. Und der kommt ab! Also, setz dich auf die Bettkante, nach hinten fallen lassen und Beine auseinander!“

„Herr, ich mö…“

„Still! Ich hole nur noch das Rasierzeug. Und wenn ich wieder da bin, liegst du genau so dort, sonst werd’ ich dir die Beine auseinander binden!“

 

‚Halb drückt er mich, halb sank ich hin’

Nicht, dass ich es nicht ästhetischer finde, rasiert zu sein.

Es ist auch das deutlich schönere Körpergefühl, kahl, jeder Windzug unter dem Rock, jede Berührung auf der empfindlichen Haut, alles viel intensiver.

Doch wie würde er reagieren?

Nutzte ich die unschöne Wolle immerhin als Versteck der Narben.

‚Es sind nur anderthalb Tage, die Haare wachsen schnell wieder nach, den Kerl sehe ich auch nicht unbedingt wieder’ tröstete ich mich auf dem Weg zur Bettkante, hintenüber fallen lassen, die Füße auf die Kante, auseinanderstellen, offen wie ein Buch lag ich dort.

Dass mein Körper ein kleiner Verräter war und es ihm sowieso viel zu leicht machte, ihm mit jeder kleinen fädrigen Perle dokumentierte, dass sein neuer Besitz sich schon lange nicht mehr im Besitz der eigenen Körperhoheit befand, er hatte es eh längst wahrgenommen.

„Du hast dich deiner Pflichten besonnen, das freut mich.“

Ohne ein weiteres Wort, als sei es die größte Selbstverständlichkeit der Welt, eine unbekannte Frau zu rasieren, begann er sofort damit, meine Scham und die angrenzenden Gebiete mit Pinsel und Schaum zu bearbeiten.

 

Der Umgang mit dem Rasierer ließ keinen Zweifel daran, der Mann rasiert eine Frau besser als sich selbst. Ein sanftes Ziehen an den Schamlippen hier, ein spannen dort, jede Bewegung machte klar, geschnitten würde ich nicht. Ich konnte nicht mit den Händen tasten, ob meine Schamlippen wirklich so geschwollen waren, wie es sich anfühlte und ihm folglich fast das peinliche Bild einer aufgequollenen Pflaume boten, die sich wie in der Auslage des Supermarktes gut gewässert und prall zum Kauf und zum folgenden genüsslichen Verzehr präsentierte.

Da er nichts dazu sagte und auch kein einziges Wort zu meinen Narben, vergaß ich beides manchmal selbst und konnte die Prozedur sogar genießen.

 

Die Haare waren ab, dennoch nahm er noch einmal den Pinsel, schäumte alles noch einmal ein, um ‚letzte Reste zu beseitigen’, sagte er. Den kreisenden Pinsel auf empfindlicher Haut, einfach himmlisch höllisch, selbst der scharfe Rasierer kann zu einen erotischen Instrument werden, ich glühte förmlich.

„So, das war der erste Akt. Einmal umdrehen, Oberkörper aufs Bett. Knie auf den Boden!“

„Das meinen Sie jetzt aber nicht ernst!“

„Und ob ich das ernst meine. Also, wird bald!“

Ich zögerte und bewegte mich ni… doch, denn er hatte mein rechtes Knie gefasst und mich daran mit einem Schwung gedreht, das Rutschen von der Bettkante geschah dabei automatisch.

„Wir haben nicht ewig Zeit, mea favea“, zog meine Arschbacken auseinander und trennte jedes Haar vom angestammten Platz.

Ein fremder Mann, mit einem Rasierer an meinem Anus, peinlich, schmutzig, schamlos- ja, ja, ja, das alles, anstoßerregend- ja, das auch, erregend? Auch das.

 

„Fertig, du kannst dich wieder umdrehen.“

„Und wer war das?“, fragte er, auf die Erhöhung über der Scham weisend. Da war sie nun, diese Frage, meine Narben konnten ja auch nicht unkommentiert bleiben, ein wenig irritierte mich indes die Frage nach dem ‚wer’.

„Das war auch Marcus, mein Herr“, antwortete ich „Er wollte damals ein ewiges Zeichen unserer ewigen Zusammengehörigkeit.

So hat er mir dieses ’M’ in die Haut brennen lassen. Dafür brauchte er eine wesentlich größere Überredungskunst als bei den Ringen, aber ich war jung, dumm und blind vor Liebe.

Gott sei dank habe ich mich wenigstens durchgesetzt, ein ästhetischeres ’M’ der altdeutschen Schrift zu nehmen, das nicht jeder sofort als Buchstaben erkennt.

Es schmälert zumindest ein bisschen den Status als abgelegtes Vieh. Denn ziemlich bald nach dem ewigen Zeichen war die ewige Liebe nämlich beendet.“

„Ein sehr schönes Zeichen, mea favea, wo habt ihr das machen lassen?“ fragte er in einem undurchsichtigen Ton und sah mich dabei zwar wohlwollend, aber für mich ebenso rätselhaft an.

„Wir sind damals nach Bremen gefahren, es wäre mir zu peinlich gewesen, hätte einer meiner Freunde etwas davon mitbekommen.“

Er gab mir einen sanften Kuss auf meinen Venushügel, wohl wissend, was sein unrasiertes Gesicht auf meiner empfindlichen frisch rasierten Haut anrichtet. „Ich hoffe für dich, dass du es eines Tages als Teil von dir, deiner Geschichte und deinem Leben annehmen kannst. Ich kann das jetzt schon.“

 

„Aber, stört euch denn nicht das Zeichen eines anderen Mannes?“

„Ach Gott, wer in meinem Alter noch eine Jungfrau ohne Vorgeschichte sucht, wird entweder sehr schnell ob ihrer Langeweile enttäuscht sein, oder bekommt Ärger mit der Staatsanwaltschaft. Musst du noch einmal auf die Toilette? Dann beeil dich, 30 Sekunden sollten reichen, und lass die Tür offen!“

Alles in meinem Unterleib schrie, schrie nach Berührung, nach Erlösung, 30 Sekunden aber reichten nie. Also Hoffnung auf später.

 

Mein Herr ging ins Bad, ich legte mich ins Bett. Endlich, endlich allein. Er schien ein reinlicher Mensch zu sein, der für das Wort Hygiene kein Fremdwörterlexikon benötigte, ein paar Minuten würde er schon brauchen.

Das Erlebte des ganzen Abends, verborgene Fantasien sind zu realen Erinnerungen geworden, mein ganzer Unterleib brannte wie die Sonne.

 

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Versklavt! Als Sklavin weithin erkennbar für alle und deutlich spürbar für mich durch den glänzenden Edelstahl um den Hals. Eng, ohne die Luft abzuschnüren, schwer, ohne die Wirbelsäule zu brechen, vernietet im Nacken und für mich ohne Hilfe unzerstörbar.

Dagegen wirkt ein permanentes Zeichen über der Scham, welches sich in einer wuchernden Behaarung verstecken läst, fast schon wie ein biederer Kindergeburtstag.

Verkauft! Versteigert an einen Fremden zu dessen Vergnügen und seinem Willen unterworfen! Ein weitaus intensiveres und nachdrücklicheres Erleben der Versklavung als die Unterzeichnung eines Vertrages aus Liebe zum Freund.

 

Die Wirkmächtigkeit all dieser Eindrücke war um ein vielfaches größer als jede Phantasie.

Mit der linken Hand begann ich, abwechselnd ein wenig mit meinem Brust- Piercing zu spielen oder die Unnachgiebigkeit des Halseisens zu empfinden, die rechte Hand hatte schon längst den Weg zum Zentrum der Lust gefunden, ein Anfeuchten der Finger an der Zunge, wie an manch anderen Tagen, war lächerlich überflüssig.

Sehr schnell war es auch soweit, der Strudel der Leidenschaften schickte schon binnen kurzem seine Boten, das Auf und Ab der Gezeiten wechselte mehr und mehr zu einem steten Auf. Der Ozean der Lüste würde mich gleich aufnehmen, seine Wellen würden mich durch schütteln, und alles wies darauf hin, dass seine Wallungen diesmal besonders schön sein würden, würden mich erfassen, erschüttern und wiegen und als kleines Häufchen Elend wieder ausspucken. Herrlich! Nur noch wenige Augenblicke …

 

„Mea favea“, rief der Herr zu einem Zeitpunkt, wie ein Zeitpunkt ungünstiger nicht hätte sein können, im Türrahmen des Bades stehend, „wenn du deinen Platz im Leben gesucht und gefunden hast, dann komm her und füll ihn auch aus.“

Hoffend, er möge nicht schon länger in der Tür gestanden haben, ging ich zum Bad.

„Es ist dir gestattet, mir die Füße zu waschen.“

Nicht, dass es mich grundsätzlich abschreckte, meinem Herrn die Füße zu waschen, zumindest dann nicht, wenn er die Bestimmungen der Genfer Konvention über chemische Waffen beachtete, aber mit glühender Möse war es eine Qual.

’Er’ schien das offensichtlich mehr zu genießen, nicht nur am zufriedenen Gesichtsausdruck ‚offensichtlich’.

 

Langsam gingen wir zu Bett, mein Besitzer und seine neue Sklavin, beide nackt. Ein überaus merkwürdiges Gefühl, dass sich ein fremder Mann nackt an mich schmiegt. Es kostete mich ein wenig Überwindung, nicht laut zu protestieren. Er legte sich aber ohne jeden erkennbaren Anflug von Zweifeln in Löffelchenstellung hinter mich und spielte beinahe beiläufig, trotzdem völlig selbstverständlich, ein wenig mit den Brüsten seines Kaufes.

Sein Schwanz ließ die Vermutung zu, dass es auch ihn Überwindung kostete; Überwindung, nicht über mich herzufallen.

Während der fast ein bisschen zu höflich geratenen Konversation hörte ich seine Stimme direkt hinter meinem Ohr, seinen Atem in meinem Nacken, wie er sich mit der stehenden kühlen Luft um das stählerne Zeichen meiner Sklaverei verwirbelte.

Aber die Stimme, die Stimme hat schon was, dazu das zweifelbefreite Spiel mit meinen Brüsten.

Bei meiner unbefriedigten Geilheit war das alles einfach nur quälend. Wäre es mein Partner gewesen, ich hätte geschrien: ‚Sei endlich still und fick mir einfach nur den Verstand weg!’

Wäre ich nicht verschlossen gewesen, die Sympathie zu diesem Mann reichte zum Ruf: ‚Seien Sie endlich still, nehmen Sie ein Gummi und ficken Sie mich einfach nur! Sie haben mich schließlich gekauft, ich bin doch Ihr Besitz! Nutzen Sie das gefälligst aus und vögeln mich endlich!’

So schrie ich leise in mich hinein: ‚Sei endlich still und dreh dich einfach nur um!’

 

Irgendwann wurde mein lautloser Schrei erhört, er gab mir, direkt neben dem stählernen, unbarmherzigen Collar einen sanften Kuss in den Nacken, sagte kurz „schlaf gut, mea favea“ und drehte sich endlich um.

So schliefen wir langsam ein. Besser gesagt: ER schlief glücklicherweise ein.

Ich wartete ab, bis ich mir dessen wirklich gewiss war, denn in mir loderte immer noch das Feuer der Erregung.

 

Endlich, ich konnte die absolute Stille aufgeben, noch einmal anfangen.

Nochmals den Weg zum Strand gehen, sich am immer lauter werdenden Tosen berauschen, ein herrliches Hochwasser donnerte an das Ufer, seine Gischt traf zunächst nur Teile von mir, mit jedem weiteren Schritt immer mehr meinen ganzen Körper. Bald hatte ich den Ozean wieder ganz erreicht, nur noch diese zwei kleinen Schritte, oder besser gesagt: diese paar kleinen Handbewegungen, und die Brandung würde sich meiner unaufhaltsam annehmen. Augenblicklich würden die Schaumkronen der dicken Brecher über mir zusammenbrechen, mich in die Strömung reißen und aufs Meer ziehen, mich in den Wirbeln der Tiefe einen großen kleinen Tot sterben lassen, um mich dann von sanften Wogen wieder sicher zu tragen. Ein kleinster Schritt nur no ….

 

Schon wieder! Wieder direkt vor der Erlösung kam mir dieses Arschloch dazwischen und wälzte sich umher.

Erneut abwarten bis ich wieder sicher war, dass er Morpheus huldigte, warten, warten und weiter warten. Irgendwann war es dann auch soweit, ich war überzeugt, er schlief.

 

Noch einmal zur Küste gehen, aber mit jedem Mal schien das Meer noch schöner zu werden. Ich konnte den Strand überfliegen, landete direkt auf einer ankernden Yacht im Meer. Schritt für Schritt erklomm ich den Weg zum Gipfel der Leidenschaft, stieg bildlich Sprosse um Sprosse die Wanten empor, bis ich die Krone des Mastes und der Lust erreicht hatte.

Bald konnte ich dann von der Mastspitze in die herrlichen Fluten springen, sah die Wellen kommen, sah sie mich schon aufnehmen und mitreißen, meinen ganzen Körper durch und durch schleudern, sie würden mich gleich in andere Sphären katapultieren durch die Frage:

„War nicht vereinbart, keinen Sex? Also auch nicht mit dir selbst! Und wieso hältst du dich nicht daran? Ist meine Sklavin etwa so schlecht erzogen und beansprucht Sonderrechte für sich? Anscheinend brauchst du noch etwas moralische und erzieherische Unterstützung.“

 

Die ’moralische Unterstützung’ sah folgendermaßen aus: mein Herr schäkelte eine Kette am vorderen Ring des Halseisens ein, bei der auf Brusthöhe an ein paar Gliedern zwei stählerne Handfesseln angebracht waren, die er um meine Handgelenke einrasten ließ. In der Unbequemlichkeit der Einschränkung so bequem und tragbar, dass kein Zweifel daran bestand: die blieben die restliche Nacht.

Alles war schon vorbereitet, dieser Sadist hatte mich in eine Falle laufen lassen und ich war reingetapst. Erst in dem Moment verstand ich wirklich, welche Bosheit sich hinter dem Satz: ‚Keinen Sex, es sei denn, du möchtest es ausdrücklich. Dann kannst du mich ja einfach danach fragen’ verbarg.     „Und jetzt schlaf gut.“

 

‚Schlaf gut’ war leicht gesagt, ich lag hier, innerlich glühend und völlig frustriert, versuchte zu schlafen; einen unbekannten Sadisten um meinen eigenen Sex zu bitten war keine Option.

Aber jede Bewegung, jedes leise Klirren der Kette, jeder erfolglose Versuch die Arme zu bewegen, alles zerstörte die Schlafbemühungen und versetzte mich direkt auf die Klippen der Küste mit dem sehnsüchtigen Blick auf die ankernde Yacht.

 

Wie dieses Schiff in der Strömung an der Ankerkette zieht, zog ich an meiner Kette und erreichte mit den Fingerspitzen gerade mal eben den Beginn des Venushügels.

Frust. Totaler Frust. Er schlief, ich lag enttäuscht und unbefriedigt wach, zerrend an der Kette, wie die Yacht an der langen Ankerkette zerrt.

Die Kette?

Die Kette!

Diese schöne lange Kette war die Lösung zur Erlösung.

Eine wunderschöne Kette, eine herrliche Kette, die herrlichste Kette der Welt überhaupt. Edelstahl, vor allem aber herrlich lang genug und erlösend schwer genug, Newton würde endlich mal auf meiner Seite sein. Ich hockte mich hin, diese makellosen runden Kettenglieder erreichten den Ort, dem meine Finger versagt blieben.

 

Oh, diese Dummdoms, die die Fantasie einer Frau völlig unterschätzen.

Mit meinem Armen konnte ich die Kette heben und senken, diese wunderschönen, beinahe wie kleine Kugeln aussehenden, gegeneinander versetzten Kettenglieder versetzten mich wieder in die Lage, den Mast zu erklimmen.

Es dauerte zwar etwas länger, aber ist nicht auf einem Segelschiff auch der Weg das Ziel?

Mehr und mehr begann ich, die langsam aufkommende und immer stärker werdende Dünung zu genießen, der Wellengang versetzte die imaginäre Yacht in ein sanftes Rollen, ich selbst war schon rollig genug. Das wiederkehrenden Heben und Senken der Kette über meine breit geöffnete Möse mit meiner Lustperle als zentrales Ziel, wie die Yacht von den Wellenbergen gehoben wird, um in die Wellentäler zu sinken und sich dabei trotzdem fortbewegt, bei diesem steten Auf und Ab kam auch ich langsam aber unbeirrt meinem befreienden Ziel näher.

Gleich, gleich würde es endlich soweit sein, nochmals setzte ich zum Sprung von der Mastspitze in die brodelnde See an, das Eintau ….

„Du kleines, geiles, ungezogenes Aas! Eine moralische Unterstützung reicht bei dir scheinbar nicht.“ Er schlief nicht, sondern schaute mich zufrieden mit großen Augen an, nahm das Ende der Kette aus meinem Schoß und schloss sie an das Kopfende des Bettes.

„Ich bin doch kein Unmensch, ich habe dir doch gestattet, mich um die Erlaubnis nach Sex zu fragen, aber keiner Sklavin steht es zu, sich ohne Einverständnis einen Orgasmus zu verschaffen.“

Das aufgewühlte Meer und mein aufgewühltes Inneres würden in der Nacht nicht mehr zusammenfinden. Mir blieb nichts, als mich meiner Müdigkeit hinzugeben.

 

„Kein Sex heißt: keinen Sex, mea favea. Und jetzt schlaf gut“, und gab mir wie zum Hohn erneut einen Kuss in den Nacken, legte seinen Arm über meinen Brustkorb und streichelte noch ein wenig quälend das, was er dort vorfand.