Das Haus am See Teil 4

"Klappentext"

Der Winter ist vorbei, die Anlage wird für Frühjahr und Sommer fertig gemacht. Es kommt zu einem unerfreulichen Ereignis, Tim ist gezwungen eine sehr schwere Entscheidung zu treffen. Cindy beginnt ihr neues Leben als Leibeigene auf der Anlage.

 

Teil 4

 

Winterende

 

Es wurde allmählich wärmer. Die Nächte waren immer noch bitterkalt aber über den Tag blieben die Temperaturen deutlich über Null. Erste vorsichtige Anzeichen dafür, dass bald der Frühling kommt, erste Zeichen der Hoffnung auf Wärme. Die Anlage bereitete sich auf das Frühjahr vor. Es würde eine geschäftige Zeit werden. Tim hatte die nötigen Genehmigungen für die Baumaßnahmen bekommen, Firmen hatten Aufträge erhalten und er hatte mit Maja und Elke Pläne für die Arbeiten, die von Arbeitern und Leibeigenen ausgeführt werden sollten, angefertigt. Es konnte losgehen sobald das Wetter dies zuließ.

 

Als erstes sollten die Plätze, an denen die vier neuen Häuser entstehen sollten von Unrat und Buschwerk befreit werden. Dafür hatten sie Arbeitsgruppen vorgesehen, die aus je 6 Arbeitern und zwei Wachen bestanden. Für die Erweiterung von Simones Boutique waren 4 Arbeiter und vier Leibeigene vorgesehen, auch hier sollten zwei Wachen zugegen sein. Annes Erweiterungsbau würde von vier Arbeitern und 2 Leibeigenen vorbereitet werden. Alles war genau festgelegt. Arbeitsgruppen auf der Anlage nach dem Rechten sehen und nötige Reparaturen vornehmen. Vorrangig sollte der Zaun zur Landseite in Stand gesetzt werden. Hierfür waren vier Arbeiter vorgesehen, die von zwei Wachen begleitet werden sollten.

 

Die Flucht

 

Die Arbeiten am Zaun begannen kurz nachdem der Plan erstellt war. Elke wählte die Arbeiter aus, Maja bestimmte besonders zuverlässige Wachen. Es sollte jeweils vormittags und nachmittags für drei Stunden am Zaun gearbeitet werden. Eine Wache und zwei Arbeiter waren für die Außenseite vorgesehen, die beiden anderen Arbeiter und die zweite Wache für die Innenseite. Zusätzlich zur obligatorischen Winterkleidung bestehend aus Cape, Kleid und Unterkleid sowie Handschuhen und dicken Strümpfen ordnete Tim an das die Arbeiter 20 cm Fußketten mit einer Verbindungskette von einem Meter Länge tragen sollten. Für die Wachen gab er die Anordnung Elektroschocker mitzuführen hinaus.

 

Die Wachen begleiteten die Arbeiter nachmittags zum Zaun. Sie hatten Werkzeug dabei um, wenn nötig Zaunsegmente zu demontieren und generell die Schrauben nachzuziehen. Auch Buschscheren, Balkenmäher und Rostschutzspray waren zur Hand. Sie arbeiteten in einem Abschnitt, der weder von Eingang noch vom Gelände aus eingesehen werden konnte. Auf der Seite der Anlage behinderten die Dünen die Sicht, von der Straßenseite aus war hier ein kleines Wäldchen. Überdies wurde die Straße in diesem Teil kaum genutzt, sie führte nirgendwo hin. Als erstes mähte ein Arbeiter das Gras an der Außenseite nieder, dann lösten sie das Zaunsegment da es beschädigt war. Die beiden Arbeiter auf der Innenseite stellten das Segment zur Seite, dann begann auch hier das Mähen. Einer der Arbeiter winkte einer Wache zu und sagte: „Sie sollten sich das hier ansehen, der Pfahl ist völlig verrottet. Die Wache ging zu ihm. Als sie auf Armlänge neben ihm stand versetzte er ihr einen wuchtigen Schlag mit dem Schraubenschlüssel und entriss ihr den Elektroschocker. Ein starker Stromstoß ließ die Wache zusammensinken. Die zweite Wache reagierte etwas zu langsam. Als sie die Situation erfasste traf sie der geworfene Schraubenschlüssel an die Stirn, sie taumelte und wurde von den Arbeitern gepackt. Auch sie erlitt einen Stromschlag. Die vier Arbeiter durchsuchten die Wachen nach Schlüsseln, sie wurden nicht fündig.

 

In Ketten liefen die vier so schnell es möglich war auf das Wäldchen zu. Sie erreichten es und verschwanden darin. Es dauerte über zwei Stunden bis die Flucht bemerkt wurde. Zwei Leibeigene, die ihre freie Zeit nutzten, um gemeinsam spazieren zu gehen kamen an diesem entlegenen Teil der Anlage vorbei. Sie wollten zu den Dünen, sahen das Loch im Zaun und fanden die bewusstlosen Wachen. Unverzüglich informierten sie Maja.

Maja ordnete an das die Wachen zu Harald gebracht werden sollten. Danach seufzte sie und wählte Tims Nummer. Ihr war klar, dass er alles andere als erfreut sein würde. Nach dem dritten Klingeln hob er ab und sagte „Moin Marja, schön dass du anrufst. Was gibt’s?“ Marja nahm ihren Mut zusammen und sagte mit leiser Stimme: „Master Tim, wir haben ein Problem. Vier Arbeiter sind geflohen“. Tim sagte für einen Augenblick nichts. Dann fand er seine Fassung wieder und sagte nur: „Ich komme gleich rüber“. Barbara sah zu ihm und fragte ob etwas Schlimmes passiert sei. „Schalt mal dein System an. Ich will sofort wissen wo wer ist und vor allem ob wer fehlt.“ Barbara nickte, sie konnte ihm kurz darauf Auskunft geben. „Es sind vier Arbeiter nicht da, ich kann sie zumindest nicht lokalisieren“. Tim fluchte, dann meinte er „OK, komm am besten gleich mit. Nee, ich will das Maja, Elke und Harald hierherkommen. Sag denen Bescheid“. Barbara rief die drei an, Tim ging nach nebenan. Er fühlte, dass er einen Augenblick allein sein musste um sich wieder unter Kontrolle zu bekommen. Vor seinem inneren Auge mahlte er sich aus was diese vier Verbrecher tun, ihm wurde übel. Er zündete sich eine Zigarette an und rauchte.

 

Maja traf als erste ein, Elke kam zusammen mit Harald. Tim begrüßte die drei kurz, dann sagte er: „Die ganzen Förmlichkeiten können wir uns sparen. Anscheinend sind vier Verbrecher unterwegs. Wie das passieren konnte ist im Moment auch egal, da kümmern wir uns drum, wenn wir die wieder eingefangen haben. Also Vorschläge was wir machen wollen?“ Harald überlegte kurz, dann sagte er: „Kurz gesagt: die Wachen werden bald wieder fit sein, Simone kümmert sich um die. Ich schlage vor wir“, er zeigte auf Tim, „fahren los und suchen die. Maja bleibt hier. Barbara begleitet dich, vielleicht kannst du die Chips orten“. Tim überlegte einen Moment. Dann sagte er: „OK, guter Plan. Maja, du und Elke sorgt sofort dafür das alle in ihre Häuser gehen und da drinbleiben. Barbara, schwing dich ins Cape und nimm deinen Laptop mit. Harald, du fährst mit deinem Jeep die Landseite ab, ich schwing mich in den Jag. Wir halten über Handy Kontakt“. Er sah die Anwesenden an. „Noch Fragen oder sowas?“ Maja hob die Hand und sagte: „Keine Frage Master Tim, aber ich wollte sagen das mir das sehr leidtut.“ Tim winkte ab. „Für den Blah haben wir jetzt keine Zeit. Also los.“ Er sah das Maja den Tränen nah war, nachdem sie aufgestanden war nahm er sie kurz in den Arm. „Hey komm, sowas kann vorkommen und wir kriegen die. Bis wir wieder hier sind hast du mit Elke das Kommando.“ Maja nickte. Bevor sie das Haus verließen gab Tim Harald zwei Bündel Geldscheine. „Falls du Auslagen hast, ich hoffe ja das sie gar nicht bis zu den Orten kommen aber wenn doch kann das helfen“. Harald steckte das Geld ein. Wenige Minuten später fuhren die beiden Wagen durch das Tor. Harald bog links ab und begann die Straße nach Spuren abzusuchen. Er hielt an der offenen Stelle im Zaun, sah das sich die vier Richtung Wäldchen abgesetzt hatten. Allein in der späten Dämmerung in den Wald zu gehen erschien ihm nicht ratsam. Er beriet sich kurz mit Tim. Tim bat ihn das Wäldchen zu umkreisen. Er war auf dem Weg in den nächstliegenden Ort.

 

Die vier hatten sich in eine Senke gesetzt. „Wir brauchen normale Kleidung und wir müssen die Ketten loswerden“ sagte der der die Flucht ausgelöst hatte. Die anderen nickten. „Sobald es dunkel ist versuchen wir zum nächsten Ort zu kommen, dort werden wir hoffentlich alles finden.“ Einer sagte „so“, er zeigte auf die Kleidung, „haben wir keine Chance. Am Ort werden sie uns bestimmt suchen. Ich schlage vor wir versuchen eines der Bote zu nehmen und über die See abzuhauen“. Die anderen sahen ihn entsetzt an. „Dann müssen wir aber auf die Anlage zurück, da können wir uns ja gleich an der Wache melden“ sagte der neben ihm sitzende. „Nicht unbedingt, wir können später am Zaun entlang, dann am Strand und in den ersten Bootsschuppen. Ich weiß das da eines der Wachboote liegt.“ Sie sahen sich an. Im Schuppen würden sie auch Werkzeug finden, um die Ketten zu lösen, allerdings keine Zivilkleidung. Sie hörten Haralds Jeep und duckten sich instinktiv tiefer in die Senke. Der Wagen entfernte sich wieder, die Männer entspannten sich.

 

Barbara versuchte die vier mit ihrem Laptop zu erfassen. Sie bekam kein Signal von den Chips. Mehr zu sich selbst murmelte sie „das wäre mit den Halsbändern nicht passiert. Tim sagte nichts aber er dachte „und genau deshalb wird das auch nicht nochmal passieren. Die alten hatte da den besseren Einfall“. Er lenkte den Jaguar mit hohem Tempo in den Ort und hielt sich dann an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Vor dem kleinen Supermarkt hielt er an. „Ich bin gleich wieder da“, mit diesen Worten sprang er aus dem Wagen. Im Laden sah er sich kurz um, die wenigen Anwesenden erkannten ihn. Für sie war er der Chef dieser seltsamen Anlage, einer der Geld hatte. Sie kannten auch die Anlage zumindest vom Sehen, den meisten war sie suspekt, aber sie wussten auch das Tim der größte Steuerzahler am Ort war. Neugierig richteten sich die Augen auf ihn. Er grüßte knapp und sagte dann: „Wir haben ein kleines Problem. Vier unserer Mitarbeiter sind abgängig, ich fürchte sie werden sich in der Dunkelheit verirren. Wenn sie oder sonst jemand etwas weiß rufen sie bitte diese Nummer an.“ Er heftete seine Visitenkarte and die Pinnwand und schrieb ein paar Zeilen darunter. „Eine Belohnung gibt es auch, ich setzte 5.000 Euro aus.“ Das gleiche tat er in der Tankstelle und in der örtlichen Gaststätte. Dann meinte er: „So, nun wird es komplizierter. Da kommst du dann mit rein.“ Barbara fragte sich wo „da“ ist aber sie schwieg. Tim fuhr mit ihr in den nächsten Ort und hielt vor der Polizeistation.

 

„Sag mal, findest du die Idee wirklich gut?“ fragte Barbara. Tim schloss die Autotür und fragte „wieso nicht?“ zurück. Barbara hielt seinem Blick stand. Sie sagte ruhig „Naja, was willst du denen denn sagen? Hallo, wir haben da ein paar Kriminelle, davon sind jetzt vier unterwegs. Bei uns laufen die in Ketten und sind eigentlich eingesperrt.“ Sie machte eine Pause und fügte dann „Tim, ich fürchte damit reitest du dich selbst rein.“ Er nickte, Barbaras Bedenken waren nicht von der Hand zu weisen. „Sag mal, was haben die vier eigentlich auf dem Kerbholz?“ fragte er. Zwar interessierte es ihn in diesem Augenblick nicht so sehr, aber er brauchte einen Moment, um das für und wider abzuwägen. „Einer hat in einem Bordell Feuer gelegt, ein Autodieb in großem Stil, der dritte ein Betrüger und Nummer vier hat zwei Frauen vergewaltigt“. Tim seufzte als er die letzten Worte hörte „Ganz toll“. „Ich geh da jetzt rein und lass mir was einfallen, ok?“ Barbara wünschte ihm Glück. Tim betrat die Polizeiwache.

Das Glück schien ihm tatsächlich gewogen zu sein. Der Beamte, auf den er traf, war gelegentlich im Sommer und Herbst als Tagesgast auf der Anlage. Er erkannte Tim sofort und begrüßte ihn mit einem fröhlichen „Guten Tag Master Tim, was darf ich für sie tun?“ Tim überlegte einen Augenblick, dann erkannte auch er den Mann. „Gut, dass sie Dienst haben, das erspart mir haufenweise Erklärungen. Ich sag mal so: kann ich inoffiziell mit ihnen reden?“ Der Mann sah Tim skeptisch an. Tim ergänzte: „Keine Angst, ich will sie nicht in etwas kriminelles verstricken, ganz im Gegenteil. Aber die Sache ist kompliziert und da müsste ich etwas sehr weit ausholen.“ Der Beamte nickte und sagte er würde gleich auf eine Zigarette vor die Tür gehen. Tim ging wieder hinaus. Kurz danach kam der Mann zu ihm, er trug nun eine dicke Jacke über der Uniform. Tim bot ihm eine Zigarette an die er dankend nahm. Auch Tim zündete sich eine an. „Ich rauch heute wie ein Schlot“ begann er mit seiner Schilderung. Dann fasste er die Ereignisse kurz zusammen. Am Ende sagte er: „Ich möchte sie und ihre Kollegen bitten die Augen offen zu halten. Sie sollen die nicht festnehmen oder sowas, nur mir Bescheid sagen, wenn sie gesehen werden. Den Rest machen wir.“ Der Beamte dachte einen Moment nach. „Wir suchen vier Männer in orangen Capes und Ketten. Die werden zu finden sein. Aber, das sage ich ihnen ganz deutlich: Die Ketten können als Freiheitsberaubung gesehen werden, da kriegen sie Ärger. Außerdem wenn die vier etwas Illegales tun müssen wir sie festnehmen.“ Tim nickte, ihm war dies klar. Unauffällig hielt er ein Bündel Geldscheine in der Hand. Der Beamte nickte verstehend. Tim verabschiedete sich von ihm und gab ihm seine Karte.

 

„So, die suchen mit. Ich hoffe ja das wir sie vorher finden.“ Tim startete wieder den Wagen, er fuhr zurück zur Anlage. Maja erwartete ihn in ihrem Büro. Sie erhob sich und knickste tief vor ihm. Dann kniete sie sich wieder hin. Auch Barbara kniete sich auf ein Kissen. „Master Tim, alle Leibeigenen und Arbeiter sind eingeschlossen. Ich habe veranlasst das der Zaun geschlossen wurde, Elke und ich haben die Arbeiten überwacht.“ Tim dankte ihr, dann sagte er: „Maja, natürlich kann sowas passieren und ich will hier auch niemandem einen Vorwurf machen. Aber wir werden zusehen wie wir das in Zukunft verhindern können. Bis wir die vier wieder haben ist das aber egal. Sag mal, hast du eine Idee wo wir suchen sollten?“ Maja meinte „sie können theoretisch auf dem Wasser sein oder auch hier irgendwo in der Gegend. Platz ist hier ja genug. Jetzt wo es dunkel ist vielleicht auch im Ort. Ich weiß nicht, aber da könnte man ja mal nachsehen. Master Harald ist inzwischen auch zurück, er sagte mir die Wachen sind so weit ok und können morgen wieder ihren Dienst antreten.“ Tim freute sich darüber, dass die beiden Wachen keine bleibenden Schäden erlitten hatten. Er verabschiedete sich von Maja und ging mit Barbara hinaus.

„Barbara, ich melde mich bei dir, wenn ich was Neues weiß. Wenn sich am Telefon was tut sagst du mir Bescheid. Ich werd nochmal mit Harald los. Bitte sag Sternchen und Sylvia Bescheid.“ Barbara knickste und wünschte ihm viel Erfolg. Sie ging zum Haus. Dort warteten Sternchen und Sylvia schon. Barbara sagte ihnen kurz was geschehen war, dann bat sie Sylvia etwas zu essen zu machen. „Ift Tim mit?“ fragte Sylvia. Barbara verneinte, sie sah das Sternchen sehr besorgt war. „Hey, Tim wird nicht verhungern und ich glaube er hat sowieso keinen großen Appetit im Moment. Bestimmt ist er bald wieder da“. Sylvia und Sternchen gingen in die Küche, Barbara nahm das Telefon an sich und ging ins Büro.

Die vier warteten im Schutz des Waldes bis spät in die Nacht. Ihnen war bitter kalt, sie hatten Hunger und Durst. Wäre nicht die Angst vor einer drakonischen Strafe gewesen hätten sie sich gestellt, wären in die Wärme und Zuflucht der Anlage zurückgekehrt. Sie sprachen nicht davon aber alle vier hegten diesen Gedanken. Stattdessen machten sie sich langsam und mit mühsamen Schritten auf. Vorsichtig gingen sie auf die spärlichen Lichter des Ortes zu. Die Häuser waren dunkel, wenige Laternen beleuchteten schwach die Straße. Sie kamen zu der Tankstelle. Das Schloss zur Werkstatt konnten sie nicht überwinden, sie schlugen ein Fenster ein. Mit Angst lauschten sie versteckt hinter einem Müllkübel, alles blieb ruhig. Diesen Müllkübel stellten sie nun unter das Fenster, über ihn kamen sie in die Werkstatt. Hier fanden sie eine Eisensäge und befreiten sich von den Ketten. Auch vier einfache Overalls lagen in der Umkleide, sie waren noch verpackt. Schnell zogen sie die Kleider aus und schlüpften in die Arbeitsanzüge. Es war ein ungewohntes Gefühl nach langer Zeit wieder Hosen zu tragen. Schuhe fanden sie nicht, sie behalten notgedrungen die Pumps an. Auch die Capes nahmen sie wieder an sich, sie schützten vor der Kälte. Der Autodieb suchte etwas Werkzeug zusammen, er fand alles, um Schlösser zu öffnen. Grinsend meinte er „Wir können ja nicht immer Scheiben einschlagen“. Sie verließen die Werkstatt durch die Tür und gingen weiter. Schnell entdeckten sie den Laden, hier öffnete der Dieb die hintere Tür. Es gab keine Alarmanlage, sie suchten eilig nach essbarem und wurden fündig. Auch fanden sie hier eine begrenzte Auswahl an Kleidung. Schuhe, Hemden und auch Parkas. Freudig nahmen sie was sie brauchten. Jetzt trugen sie nur noch die Ringe. Unter Jacken und Hosen fielen sie nicht weiter auf. Keiner von ihnen dachte an die Chips, es wäre auch zu gefährlich gewesen sie einfach zu entfernen.

Wie Gespenster schlichen sie durch die Nacht. Ein Hund bellte, sie verzogen sich eilig ins Gebüsch. An der Straße stand ein älterer BMW. Der Dieb konnte ihn öffnen und zum Laufen bringen. Sie stiegen eilig ein und fuhren in die Nacht. „Das hätten wir geschafft. Jetzt brauchen wir noch Geld und Papiere. Ohne Kohle keine Papiere.“ Alle stimmten den Worten des Betrügers zu. Sie beschlossen kurzerhand in ein lohnend aussehendes Objekt einzubrechen. Die Stadtgrenze war schnell erreicht, bald waren sie in der Mitte. Hier sahen sie einen Juwelier, allerdings war das Gebäude gut gesichert. Daneben war ein Gemischtwarenladen, er erschien das bessere Ziel zu sein. Wieder öffnete der Dieb die Tür. Sie erbeuteten nicht so viel wie sie erhofft hatten, aber es war ein Anfang. Namentlich zwei große Messer und eine Art Beil waren ihnen hochwillkommen. So ausstaffiert konnten sie ihre Raubserie fortsetzen.

In der Nähe des Bahnhofs sahen sie eine Spielhalle. Sie hatte noch geöffnet. Alle hatten denselben Gedanken. Bevor die Bedienung und die wenigen Spieler verstanden was geschah waren sie im Raum. Der Vergewaltiger riss die Aufsicht brutal zu Boden und hielt der Frau ein Messer an die Kehle. „Rück das Geld raus oder ich mach dich kalt“, er zischte diese Worte in ihr entsetzensstarres Gesicht. Sie wimmerte und deutete auf die Kasse. Schnell griff der Betrüger zu, dann nahmen er und seine Komplizen den Spielern Geld und Handys ab. Eilig trieben sie die Spieler und die Frau in einen Abstellraum, den sie von außen mit einem Schrank verbarrikadierten. „So jetzt weg“ rief der Dieb. Er trieb den BMW mit hoher Geschwindigkeit zum Stadtrand.

Tim und Harald fuhren ziellos umher. „Die können überall sein“ dachte Harald während er versuchte in der dunklen Nacht etwas zu entdecken. Auch Tim war sich nicht sicher ob ihre Suche Erfolg haben würde, aber er wollte nicht warten. Wieder zündete er sich eine Zigarette an, wie meist, wenn er allein im Wagen war kurbelte er das Fenster ein Stück herunter. Er hörte einen aufheulenden Motor. Dann sah er den Schemen eines unbeleuchteten Wagens mit hoher Geschwindigkeit über die Kreuzung fahren. Einem Instinkt folgend hängte er sich an die Limousine. Etwas in ihm sagte ihm, dass sie die Stecknadel im Heuhaufen gefunden hatten. Der Dieb sah im Rückspiegel die breiten Scheinwerfer des Jaguars. Er hörte den Motor und ihm war klar, dass Tim hinter ihm war. Er erhöhte das Tempo und erreichte das Limit dessen was der Wagen hergab. Auch der Jag stieß an seine Grenzen. Tim hatte Mühe ihn auf der Straße zu halten, aber er verkürzte den Abstand stetig. Sie waren nun am Ortsende, die Straße wurde breiter. „Harald, ich hab sie. Auf der Landstraße Richtung Westen.“ Tim rief die Worte während er mit beiden Händen das Lenkrad hielt in die Freisprechanlage. Haralds Antwort war kurz „Dann halt sie auf“. Bei sich dachte Tim „wie denn, der fährt wie der Teufel“. Er blieb am BMW dran, ließ sich in Kurven nicht abschütteln und gewann Meter um Meter auf den Graden. Gequält brüllte der Jaguar auf, aber er lief einwandfrei. Nun war Tim bis auf 10 Meter am BMW. Er konnte im Fernlicht sehen das zwei Leute hinten saßen. „Also vier gesamt, das sind die“, ein böses Grinsen des Jagdfiebers umspielte seine Lippen.

Die Stoßstangenhörner des Jaguars touchierten leicht das Heck des BMW. Die Limousine schleuderte leicht, der Fahrer konnte sie abfangen. Schweiß stand ihm auf der Stirn, er war seit Jahren nicht mehr gefahren. Ihm war klar, dass Tim eindeutig der versiertere Fahrer war, dass er gegen ihn keine Chance hatte. Mit dem Mut der Verzweiflung trat er das Gaspedal bis zum Boden durch. Er sah das Schild 70 und sah für einen Augenblick auf den Tacho. Sie fuhren fast 170. Als nächstes sah er einen Kreisverkehr in dessen Mitte ein künstlicher Hügel errichtet war. Der BMW raste grade in den Kreis, überquerte den Hügel und kam als Wrack auf der anderen Seite abseits der Straße zum Stehen. Tim zog die Handbremse des Jaguars. Er riss das Lenkrad herum. Das Manöver gelang, der Wagen rutschte vom Kreisel weg und konnte von ihm gebremst werden. Er fuhr langsam um den Kreisel. Abseits der Straße sah er die Heckleuchten des BMW. Im Aussteigen nahm Tim sein Handy und lief auf den BMW zu. Die vier Insassen waren verletzt aber nicht tot. Er rief Harald an „Komm schnell zum großen Kreisel, den mit dem Maulwurfshügel. Hier gibt’s Arbeit. Beeil dich bitte“. Harald war binnen 10 Minuten vor Ort, gemeinsam bargen sie die Verletzten und legten sie in den Jeep. „Was machen wir mit dem?“ Harald deutete auf den BMW. Tim sah ihn kurz an, dann sagte er: „Fahr schon vor, ich bin gleich da.“ Er durchsuchte den Wagen, fand Papiere und einige persönliche Gegenstände. All dies nahm er an sich. Im Handschuhfach lag der Fahrzeugschein. Tim legte alles in eine Tüte. Dann schrieb er eine kurze Notiz die mit den Worten „ich melde mich morgen bei ihnen. Wenn sie einer Regelung ohne Polizei zustimmen erhalten sie einen neuen Wagen. Mehr morgen, Gruß Tim Stern“ endete. Die Tüte warf er in den Briefkasten des Fahrzeughalters, dann fuhr er zur Anlage.

Glücklicherweise waren die vier nur leicht verletzt. Sie schilderten Harald wo sie gewesen waren und auch was geschehen war. Die Gurte und Airbags hatten sie vor schlimmerem bewahrt. Harald kam der Satz „mehr Glück als Verstand“ in den Sinn. Er versorgte die oberflächlichen Verletzungen und gab allen vieren ein starkes Beruhigungsmittel. Als er die letzte Spritze gesetzt hatte trat Tim ein.

„Was machen wir jetzt mit denen?“ fragte Harald. Tim überlegte kurz. „Wenn sie soweit ok sind ab in ihre Zellen und anketten. Morgen denk ich da in Ruhe drüber nach“. Er sah auf die Uhr und meinte dann „oder heute. Erstmal gehen wir schlafen, wenn die sicher sind“. Harald schlug vor sie in der Praxis zu lassen, Tim lehnte ab. Ihm war es zu unsicher, er wollte die vier unter strengem Einschluss halten. Harald und er luden die vier schlafenden in den Jeep und fuhren sie zur Unterkunft der Arbeiter. Die Wache am Eingang grüßte sie mit einem tiefen Knicks. Sie half den beiden die vier in ihre Betten zu legen. Dann holte sie schwere Ketten und schloss sie an Hand und Fußringen fest. Auch den Halsring verband sie fest mit dem Bett. „Wenn die vier wach sind sagt ihr mir sofort Bescheid. Ach ja: Losbinden ist nicht, am besten du steckst sie gleich in Windeln. Wenn sie Durst haben gebt ihnen Wasser.“ Die Wache knickste und bestätigte Tims Befehle. Er dankte und ging nach Hause. Auch Harald ging heim.

 

Schadensbegrenzung

 

Nach wenigen Stunden Schlaf klingelte Tims Wecker. Er duschte schnell und gab Sternchen einen Kuss. Sie war noch halb im Schlaf, gähnte und drehte sich wieder um. „Sub müsste man sein“ dachte Tim und lächelte. Liebevoll strich er Sternchen eine Strähne aus der Stirn, dann ging er hinaus. Sylvia und Barbara wachen schon wach. Er wünschte ihnen einen guten Morgen. Sie erwiderten den Gruß, Sylvia fragte ob er Frühstück möchte. „Nee, nur Kaffee. Den aber stark, sonst penn ich gleich wieder ein.“ Sylvia brachte ihm das gewünschte und servierte mit einem tiefen Knicks. Tim nahm sie kurz in den Arm und dankte ihr. Dann wandte er sich an Barbara. „Hör mal, zieh dir mal was Richtiges an. Ich nehm dich mit“. Barbara nickte und ging nach oben. Sylvia fragte neugierig: „Und ich? Alfo ich meine foll ich auch mit?“ Tim schüttelte den Kopf. „Nein, du bleibst mit Sternchen hier. Wir kommen auch bald wieder.“ Sylvia seufzte, offenbar wollte Tim ihr nicht mehr verraten. Barbara kam herein. Sie trug einen schwarzen Samtrock über einem weiten Petticoat, eine schlichte weiße Bluse und ein schwarzes Jackett. Dazu weiße Handschuhe und schlichte schwarze Pumps mit 10 cm Absatz. „Ist das ok so?“ fragte sie Tim. „Perfekt. Ich brauch dich zum Schreiben und vielleicht, um etwas zu beglaubigen. Habt ihr schon gefrühstückt?“ Barbara bejahte, sie hatte schon mit Sylvia Kakao getrunken und eine Kleinigkeit gegessen. „Na dann los. Wir müssen uns beeilen.“ Tim ging zur Tür, Barbara gab Sylvia einen Kuss und folgte ihm. Er half ihr im tiefen Sitz des Jaguars Platz zu nehmen, dann stieg auch er ein und sie fuhren los.

 

Es war noch nicht ganz hell, ein diffuses Dämmerlicht. Tim fuhr schnell, aber nicht zu schnell, sie kamen bald an der Tankstelle an. Hier hatte man den Einbruch natürlich schon bemerkt. Als er eintraf hörte er wie der Besitzer „da haben wir doch nur Laufereien von, die kriegen sie doch nicht“ sagte. Tim wünschte einen Guten Morgen, dann sagte er: „Stimmt, deshalb bin ich hier. Wie hoch ist der Schaden?“ Der Mann sah ihn an und fragte: „Warum wollen sie das wissen? Haben sie etwas mit der Sache zu tun?“ Die letzten Worte hatten einen drohenden Unterton. Tim lächelte ihn an. „Als erstmal, weil ich neugierig bin. Zweitens weil ich den Schaden bezahlen werde und drittens ist das doch egal. Entweder sie haben einen Rattensch****z von Lauferei und Ärger, ohne etwas zu kriegen oder sie sagen mir eine Summe.“ Der Mann überlegte einen Augenblick. Dann zählte er auf: „Die Scheibe, die Overalls, das Werkzeug. Also so alles in allem sag ich mal 1000 Euro.“ Tim war klar, dass die Summe bei weitem zu hoch war, aber er wollte nicht großartig handeln. „OK, da ist dann aber ein voller Tank für die Katze“, er deutete auf den Jaguar, „mit drin“. Der Mann nickte, Tim gab ihm das Geld. Nach dem Tanken fuhr er los. Barbara sah zu ihm und fragte: „Hast du überhaupt bezahlt?“ Tim lachte „YEPP, ein Tausender. Da kannst mal sehen wie teuer Sprit geworden ist“. Sie sah ihn verständnislos an. Tim erklärte sich nicht weiter, sie fuhren zum Laden. Zwei weibliche Angestellte und ein Mann im Anzug standen vor dem hinteren Eingang. „Komm am besten gleich mit, das wird wahrscheinlich etwas schwieriger“. Tim half Barbara aus dem Wagen, sie ordnete schnell ihre Röcke. Dann ging sie hinter ihm auf die Gruppe zu.

 

Der Mann erwiderte Tims Morgengruß, dann sagte er: „Wir haben noch geschlossen. Es ist heute Nacht eingebrochen worden.“ Tim nickte und meinte lakonisch: „Weiß ich schon, deshalb bin ich hier.“ Die drei sahen ihn erstaunt an. „Haben sie etwas damit zu tun?“ fragte der Mann. Tim wich der Frage aus und sagte nur: „Wieviel ist denn weggekommen, können sie das schon sagen?“ Eine der Angestellten ergriff das Wort, sie zählte auf was die vier mitgenommen hatten. Der Mann ergänzte „und durch den Einbruch ist ein Schaden von 400 Euro ungefähr entstanden. Tim nickte. Um Zeit zu gewinnen stellte er Barbara der Gruppe vor. Sie knickste und wünschte allen einen Guten Morgen. Die drei erwiderten den Gruß, die Frauen sahen die altmodische Kleidung interessiert an. Tim fragte den Mann ob er der Ladenbesitzer sei. Der Mann nickte. „Gut, dann mache ich ihnen folgenden Vorschlag: Sie rufen nicht die Polizei, ich bezahle den Schaden und lege noch was drauf. Wir waren bei so ungefähr 700 Euro. Mein Vorschlag: 1000 und die Sache ist vergessen. Wenn sie einverstanden sind in bar, wenn nicht bleiben sie wahrscheinlich auf dem Schaden sitzen“. Der Mann überlegte kurz, dann nickte er. Tim zählte ihm das Geld in die Hand. „So, dann noch einen schönen Tag“. Er führte Barbara zurück zum Wagen. Nachdem sie wieder im Fahrzeug waren sagte er: „So, jetzt wird’s schwer“. Er lenkte den Wagen auf die Spielhalle zu.

 

Sie parkten direkt vor der Tür der noch geschlossenen Spielhalle. Tim stieg kurz aus und sah auf das Schild. In etwa einer halben Stunde sollte geöffnet werden. Neben der Spielhalle war eine Bäckerei die Kaffee zum Mitnehmen anbot. Tim kaufte für Barbara und sich einen Kaffee und zwei belegte Brötchen. Sie hatten die Brötchen grade verzehrt als die Tür geöffnet wurde. „Na das passt ja, dann mal rein mit uns.“ Sie gingen hinein.

Es war schummerig in Inneren, die Geräte fiepten und piepsten. Barbara dachte „wie in einer Grotte hier“. Sie hielt sich hinter Tim der auf den Tresen zuging. Die Frau dahinter sah kurz auf und sagte „Moment noch, bin gleich so weit“. Sie hatte eine angenehme Stimme. Tim erwiderte „wir sind nicht in Eile, lassen sie sich bitte Zeit“. Die Frau nickte und hantierte noch einen Augenblick mit diversen Gerätschaften. Dann wandte sie sich Tim zu: „Brauchen sie Spielgeld?“ Er lächelte und sagte: „Nein, ich spiele, wenn überhaupt dann nur Black Jack, Poker und Roulette. Ich bin aus einem anderen Grund hier. Sie sind gestern überfallen worden?“ Die Frau nickte. „Ja, ich habe es schon telefonisch der Polizei gemeldet. Die kommen nachher vorbei“. Dann sah sie Tim misstrauisch an. „Sie waren nicht dabei aber was haben sie mit der Sache zu tun?“ Tim sah ihr fest in die Augen und sagte ruhig: „Das ist nicht so wichtig. Ich möchte lediglich den Schaden wieder gut machen. Dafür habe ich Gründe. Sicher kann ich den Schreck, den sie erlitten haben, nicht ungeschehen machen, aber ich kann den finanziellen Schaden ersetzen und ich bin auch bereit eine Art Schmerzensgeld zu zahlen. Sowohl für sie als auch für die anderen.“ Die Frau erwiderte seinen festen Blick. „Warum wollen sie das tun, sie sehen nicht aus wie der Weihnachtsmann.“ Tim lachte, „naja, ich hätte mich schon rasieren sollen. Aber im Ernst: Die vier Idioten, die das verbockt haben sind sagen wir mal mit mir verbunden. Ich will das, dass alles ohne viel Tamtam erledigt wird. Sozusagen auf dem kurzen Dienstweg“. Die Frau nickte und überlegte einen Moment. Dann sagte sie: „Na gut, aber das wird nicht billig“. Nun war es an Tim zu nicken. Er fragte „wieviel?“ „Gestohlen wurden in etwa 600 Euro, dazu dann der Schreck und naja auch die anderen.“ Tim sah sie an und machte eine auffordernde Geste. Sie nahm allen Mut zusammen und sagte: „5000 und sie haben ihre Ruhe.“ Tim griff in die Innentasche seiner Jacke und legte ein Bündel 500 Euro Noten auf den Tisch. Die Frau sah ihn verblüfft an. „Vielleicht bin ich doch der Weihnachtsmann“ scherzte Tim. Sie nickte und nahm das Geld. „Mal im Ernst: woher weiß ich das die anderen nicht doch noch zur Polizei gehen und woher weiß ich das sie nicht doch Anzeige erstatten?“ Die Frau sah ihm in die Augen und sagte: „Erstens haben wir alle nur ungern mit der Polizei zu tun, zweitens gebe ich ihnen mein Wort.“ Tim akzeptierte dies. Dann sah er sich im Laden um. Die Frau bemerkte seinen Blick, dann sagte sie: „Hier müsste mal renoviert werden, aber mir fehlt das Geld. Es sind schlechte Zeiten und die Leute spielen weniger“. Tim bat sie mehr Licht einzuschalten. Sie war verblüfft folgte aber seiner Bitte. Nun sah er die abgetretenen Teppiche und die fleckigen Tapeten. Auch am Mobiliar war die Zeit nicht spurlos vorbei gegangen.

 

Tim überlegte kurz, dann hatte er eine Idee. „Oh sorry, das ist meine Sekretärin. Barbara, schalt mal deinen Laptop an und schreib“. Barbara knickste schweigend zu der Frau. Sie stellte das Gerät auf einen Hocker am Tresen und schaltete ihn ein.

 

„Zwischen Frau“, die Frau fragend an, sie nannte ihren Namen, „und Herrn Tim Stern wird folgendes vereinbart: Herr Stern verpflichtet sich nach Maßgabe der Notwendigkeit die Spielhalle Glückstreffer“, Adresse wie folgt, „zu renovieren. Weder durch die Renovierung noch durch die in dieser Zeit notwendige Schließung der Spielhalle werden Frau ….. Kosten entstehen. Die Renovierung wird unverzüglich, spätestens binnen zwei Wochen beginnen und schnellst möglichst beendet werden.

Frau … verpflichtet sich im Gegenzug über die Ereignisse des gestrigen Tages“, Barbara setzte das Datum in Klammern ein, „stillschweigen zu bewahren.“

 

Tim unterbrach sich und sah die Frau an. „Bis hierher ok?“ fragte er. Sie nickte und sagte dann „was ist mit dem Geld? Wollen sie das wieder?“ Tim schüttelte den Kopf. „Nee, das gehört ihnen und da will ich auch keine Quittung. Ganz andere Frage: Was halten sie von einer Teilhaberschaft? Wir teilen die Kosten und den Profit, sie kriegen ein Fixum von 1000 pro Monat sicher.“ Die Frau sah ihn erstaunt an. „Was soll ich dafür tun?“ Tim grinste. „Sie sehen die Kleidung meiner Sekretärin? Ich erwarte das sie sich wie eine Frau kleiden und nicht wie ein Kerl.“ Obwohl er es mit leichtem Ton sagte spürte sie das es ihm ernst war. Sie fragte: „Dann wären sie mein Chef?“ „Nein, sie können hier machen was sie wollen, aber ich komme immer mal vorbei. Klar, wenn es Probleme gibt können sie mich anrufen und ich schau das ich helfen kann. Aber bis auf die Kleidung werde ich mich hier nicht einmischen.“ Die Frau dachte an die unbezahlten Rechnungen. Sie willigte spontan ein. Barbara fasste auch diesen Teil der Vereinbarung schriftlich ab. Dann unterschrieb Tim auf dem Display, nach ihm die Frau. Barbara bezeugte die Unterschriften. „Das alles kriegen sie dann noch schriftlich. Ich melde mich in den nächsten ein oder zwei Tagen. Bitte geben sie Barbara noch ihre Konfektionsgröße“. Die Frau beantwortete Barbara noch ein paar Fragen, dann verabschiedeten sich die beiden. An der Tür drehte Tim sich um. „Noch was, ich bin nicht so fürchterlich gerne formell. Also ich heiße Tim, dass sie mit Vornamen Cindy heißen weiß ich ja schon. Komm, lass du sagen. Ist irgendwie einfacher“. Cindy lächelte und sagte dann: „Sehr gerne Tim.“ Er winkte und ging mit Barbara hinaus.

 

Draußen sagte Tim „Uff! Das ging besser als gedacht. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten ob wir uns wegen dem Wagen einigen können. Da hoffe ich das die bald anrufen.“ Barbara nickte. Sie fuhren zurück zur Anlage. Die Wache öffnete das Tor, es war gespenstisch leer auf der Anlage. Tim sah Barbara fragend an. „Du hast den Befehl, dass alle in den Häusern bleiben sollen nicht zurückgenommen. Außerdem ist immer noch der Zaun offen“ erinnerte Barbara ihn. „Stimmt, ich glaub ich werd alt. Macht aber nichts. Da habe ich schon eine Idee.“ Tim hielt vor dem Haus, sie gingen hinein. Sternchen und Sylvia begrüßten sie freudig. „Süße, machst du uns was zu essen?“ fragte Tim. Sylvia schlug Rührei auf Toastbrot und dazu etwas Salat vor. Alle waren einverstanden. Sie ging schnell in die Küche, kurz darauf deckte Sternchen den Tisch. Sylvia brachte das Rührei und die Toastscheiben herein, dann holte sie den Salat. Es schmeckte vorzüglich, alle aßen mit Appetit. Nach dem Essen rief Tim bei Maja an. Er bat sie mit den beiden Wachen die den Ausbruch ermöglicht hatten zu ihm zu kommen.

 

Es dauerte nicht lange bis die drei vor ihm im Büro auf den Kissen knieten. Tim sah die beiden Wachen lange an, dann sagte er sehr ruhig „dass ihr einen Riesenbock geschossen habt wisst ihr selber. Ich sehe auch das es euch leid tut aber so ganz ohne Strafe kommt ihr nicht davon. Ihr werdet jetzt als erstes den Zaun reparieren, Maja wird euch beaufsichtigen. Danach treffen wir uns alle im großen Raum im Verwaltungsgebäude. Maja, du sorgst dafür das alle Wachen anwesend sind.“ Maja und die beiden Wachen knicksten und gingen hinaus. Sie begannen sofort damit das Loch im Zaun zu schließen. Maja meldete Tim, dass der Zaun wieder komplett war, er erlaubte darauf hin das alle wieder aus den Häusern gehen durften. Dann ging er zum Verwaltungsgebäude. Er hielt eine lange Lederpeitsche fest in der Hand.

Die Wachen waren bereits im Raum versammelt. Tim begrüßte alle und bat dann die beiden vorzutreten. Sie stellten sich vor ihm auf und senkten den Blick. „So, dann hebt mal eure Röcke schön hoch. Ihr dürft schreien aber nicht weggehen. Also stehen bleiben sonst werde ich richtig wild.“ Die beiden nickten und seufzten. Sie hoben ihre Röcke, Tim schwang die Peitsche. Er gab jeder Wache 20 feste Schläge mit der Peitsche auf die Beine. Die Strümpfe hingen in Fetzen an den Beinen, an einigen Stellen waren offene Wunden. Die Wachen stöhnten und konnten sich kaum noch auf den Beinen halten. „Maja, du bringst die beiden jetzt nach unten. Ich will das sie im Eingang angekettet werden. Die Röcke bleiben oben, steck sie mit Nadeln fest oder wie auch immer.“ Dann wandte er sich an die beiden Wachen. „Ihr habt bewiesen, dass ihr als Wachen nicht zu gebrauchen seid. Ab morgen arbeitet ihr als Boten im Verwaltungsgebäude. Bis ich was anderes sage werdet ihr eure Röcke heben, wenn euch jemand begegnet und ihr werdet zu jeder vollen Stunde 10 Gertenhiebe bekommen. Dafür meldet ihr euch bei Maja. Verstanden?“ Die beiden nickten und murmelten leise „Ja Master Tim.“ Tim war zufrieden. Er folgte Maja und den beiden nach unten. Sie wurden zur Schau gestellt, vor ihnen war deutlich sichtbar eine Tafel auf der „wir haben vier Arbeiter flüchten lassen“ aufgestellt. „Maja, die Hiebe kriegen die beiden ab heute. Wenn ihr hier dicht macht bringst du sie in ihre Unterkünfte. Wenn sie etwas besorgen wollen begleitest du oder Elke sie. Kein Cape, die können gerne so rumlaufen.“ Maja bestätigte Tims Befehl, dann ging sie in ihr Büro.

Wieder zu Hause nahm Tim das Telefon und führte ein paar Gespräche. Dann setzte er sich an den PC und schrieb einen kurzen Text. Er veröffentlichte den Text auf einer Mailing Liste, die nur wenige Nutzer hatte. Er schrieb:

„Aufgrund eines Vorfalls, den ich hier nicht en Detail schildern möchte, gebe ich hiermit vier Arbeitssklaven ab. Sie sind kräftig, intelligent und bei bester Gesundheit. Es handelt sich bei ihnen um Straftäter, die hier einen Teil ihrer Strafe verbüßten. Gestern haben sie einen Fluchtversuch unternommen, sie wurden von mir wieder eingefangen. Sie sind Kettenhaltung gewöhnt, ebenso Dauerkeuschheit sowie das Tragen von Kleidern. Sie werden von mir mit vollständigem Equipment abgegeben. Einzelpreis 3000 Euro, als Paket 10.000 Euro. Kosten für den Transport trägt der Käufer. Tim Stern.“

Er schickte die Mail ab und murmelte „dann hoffen wir mal das die schnell weg sind“. Barbara sah zu ihm auf. Laut sagte er: „Alles ok, ich hab nur laut gedacht“. Kurz danach klingelte das Telefon. Tim nahm ab, es war die Wache. Sie sagte ihm, dass ein Polizeiwagen aufs Gelände fahren wollte. Tim bat den Mann die Beamten zum Haus zu begleiten. Er ging zur Tür und empfing die beiden Beamten dort. In ihrer Begleitung war ein Mann in Zivil der die Tüte die Tim in der Nacht deponiert hatte in der Hand hielt. Der Beamte fragte „sind sie Herr Tim Stern?“ Tim lächelte und bejahte. Er bat ihn und seine Kollegin sowie den Mann herein. „Darf ich ihnen etwas anbieten?“ fragte er. Sie lehnten zunächst ab, Tim hakte nach und sie erklärten sich mit einem Kaffee einverstanden. Gemeinsam gingen sie ins Büro, die Beamtin sah verwundert auf Barbara die kniend an ihrem PC arbeitete. Barbara stand auf, trat vor und knickste tief. „Barbara, bitte Sylvia und Sternchen das sie uns Kaffee und Kuchen bringen.“ Barbara knickste erneut und ging hinaus. Sie fand die beiden in der Wäschekammer. „Dann binde ich mir fnell eine hübfe Fürfe um“ schlug Sylvia vor. Barbara nickte und griff eine der gebügelten Rüschenschürzen vom Stapel. „Komm Süße, ich mach das eben. Dann ab mit euch in die Küche.“ Sie gab Sylvia einen Kuss und band ihre die Schürze um.

 

Sie setzten sich in eine Sitzgruppe im Wohnzimmer. Barbara sah kurz fragend zu Tim, er nickte und sagte dann laut: „Ich hoffe sie haben nichts dagegen das meine Sekretärin anwesend ist?“ Niemand sprach dagegen. Sylvia kam kurz darauf herein. Sie servierte perfekt und ging nachdem sie geknickst hatte wieder hinaus. Der Beamte lobte den Kuchen, er war von Sylvia selbst gebacken worden. Tim versprach ihr das Lob auszurichten. Dann wurde der Mann ernst. „Herr Stern, sie ahnen wahrscheinlich schon warum wir hier sind.“ Tim erwiderte: „Ich nehm mal an wegen der Tüte, besser gesagt wegen dem Unfall.“ Der Beamte nickte, dann sagte er: „Können sie uns erklären wie es zu dem Unfall kam und ob sie daran beteiligt waren?“ Tim überlegte kurz. Dann entschloss er sich nur einen Teil der Wahrheit preis zu geben. „Ich kam nach dem Unfall dort vorbei. Der Wagen war leer aber die Papiere waren da. Die habe ich an mich genommen.“ Nun ergriff die Beamtin das Wort. „Sie schreiben hier sinngemäß, dass sie den Wagen bezahlen wollen, warum?“ „Naja, ich bin nicht völlig arm und ich ging davon aus das der Wagen gestohlen war. Das war ja deutlich zu sehen“. Er richtete sich nun direkt an den Mann und sagte lächelnd „oder knacken sie aus Jux ihr eigenes Auto? Außerdem hätten sie dann bestimmt nicht die Polizei benachrichtigt.“ Der Mann stimmte ihm zu. Tim sah die beiden Beamten an und sagte: „Ich red mich jetzt vielleicht fürchterlich in die Nesseln aber mal angenommen ich komme für den ganzen Schaden auf, wie würden sie dann weiter verfahren?“ Die beiden sahen sich an, dann sagte der Beamte: „Wir würden nichts weiter unternehmen. Allerdings bräuchten wir das schriftlich von ihnen. Dass sie den Wagen nicht gefahren sind glaube ich ihnen auch so. Sie fahren doch den Jaguar, der draußen steht und sie“, er nickte Barbara zu, „den Rolls, oder?“ Beide bejahten. Tim bat sie noch weiter vom Kuchen zu nehmen. Zu Barbara sagte er: „Komm schreib mal was. Ich übernehme alle Kosten, schreib da auch rein das ich nicht den Wagen gefahren habe.“ Barbara stand auf, knickste und bat an ihren Arbeitsplatz gehen zu dürfen. Tim nickte, sie ging ins Büro. Die junge Beamtin sah Barbara nach. „Sie wundern sich?“ fragte Tim mit sanfter Stimme. Die Beamtin wurde rot und sagte „entschuldigen sie aber die Frau, die den Kuchen brachte und auch ihre Sekretärin sind so altmodisch angezogen und benehmen sich auch so. Wie früher bei den Feudalherren.“ Tim grinste, „gar nicht so falsch, sie sind Domestiken“. Die Beamtin sah ihn ungläubig an. „Wenn sie es nicht glauben dann fragen sie Barbara, gerne auch unter vier Augen. Wir haben keine Geheimnisse“, Tim dachte bei sich „bis auf vier Vollidioten die ein paar Häuser weiter liegen“. Barbara kam mit dem fertigen Schriftstück herein. Tim las es durch und unterzeichnete es. Ein Exemplar gab er den Beamten, eines dem Besitzer des BMW und eines behielt er. „Barbara wird sie nun hinausbegleiten. Bitte kommen sie vorbei, wenn sie möchten, sie sind jederzeit willkommen“. Mit diesen Worten verabschiedete er sich von den dreien. Barbara ging zur Tür, knickste und öffnete sie. Sie hatte dies bei Tims Eltern so oft getan, es war ihr in Fleisch und Blut übergegangen. Der Mann und der Beamte gingen zum Wagen, die Beamtin sagte: „ich komme gleich.“ Als die beiden Männer außer Hörweite waren sagte sie: „Laufen sie immer so rum, ich mein so altmodisch?“ Schnell fügte sie „ich hoffe das ist nicht zu neugierig“ hinzu. Barbara antwortete: „Nicht immer aber oft. Es ist Teil meines Lebens. Ich gehöre Master Tim und bin gerne und freiwillig hier“. Die Beamtin sah sie erstaunt an. „Sie gehören ihm? Wie darf ich das verstehen?“ „So wie ich es gesagt habe, er ist mein Herr und ich bin seine Dienerin. Er bestimmt was ich tun soll, wie ich gekleidet sein soll und alles“. Barbara sprach ruhig und klar, die Beamtin sah sie groß an. „Machen sie das freiwillig mit?“ „Ja, es ist das Beste was mir je passiert ist. Ich habe hier einen guten Ort zum Leben, die Liebe meines Lebens“, sie fügte ein das sie Sylvia meinte „und alles was ich brauche. Weder will ich es anders haben noch kann ich es mir anders vorstellen“. Dann hob sie leicht ihren Rock und sagte: „Diese Ketten sind für mich die Freiheit“. Die Beamtin schüttelte ungläubig den Kopf. Sie wünschte Barbara einen guten Tag und ging eilig zum Auto. Ihrem Kollegen flüsterte sie „bloß weg, ich glaube die sind alle gaga hier“ zu. Er zuckte die Schultern und startete den Motor.

 

Tim ging zu der Arbeiterunterkunft, um nach den vier Gefangenen zu sehen. Durch Zufall begegnete er den zwei Wachen auf dem Weg. Sie knicksten vorschriftsmäßig vor ihm, dann hoben sie mit hochrotem Kopf ihre Röcke. Er nickte ihnen zu und ging weiter. An der Umzäunung blieb er stehen und drückte auf den Klingelknopf. Eine Wache meldete sich. Tim sagte „ich bins“, sie ließ ihn herein. Die Wache knickste und führte ihn zu der Zelle in der die vier wie angeordnet angekettet auf ihren Pritschen lagen. Tim sah das sie dick gewindelt waren. Einer hob den Kopf und sagte „Master Tim, es tut uns leid. Bitte verzeihen sie uns, wir werden nie wieder versuchen abzuhauen“. Tim sah ihn und die anderen kalt an. Dann sagte er lakonisch „ihr wolltet weg, geht in Ordnung“. Er verließ die Zelle wieder und befahl der Wache die vier unter keinen Umständen loszuketten. Sie bestätigte den Befehl und begleitete ihn zur Tür. Dort knickste sie erneut. Tim wünschte ihr einen schönen Abend und ging hinaus. Er ging nicht direkt nach Hause, sondern zum menschenleeren Strand. Hier stand er für einige Minuten, rauchte und sah auf die See. Das Rauschen der leichten Brandung entspannte ihn, er merkte wie er innerlich ruhiger wurde. Bald ging er langsam zum Haus.

 

Kurz nachdem Tim das Haus verlassen hatte sagte Sylvia zu Sternchen und Barbara: „Fagt mal, wollen wir Tim waf fönef machen, wenn er wieder hier ift?“ Barbara fragte ob sie etwas Bestimmtes vorschlagen wollte. „Ja. Alfo vielleicht daf ich für unf alle Fteaks mache, mit Pommef und Falad und für Tim Bier kaltstelle. Aber auch daf wir unf fnell hübf anfiehen. Vielleicht so alf Haremffrauen, fo mit Fleier und Ketten und fo.“ Barbara lächelte, dann nahm sie Sylvia in den Arm. „Du, das klingt toll. Also ab in die Küche mit dir, mach schnell alles fertig. Dann ziehen wir uns schnell um. Sternchen, was sagst du dazu?“ Sternchen sah die beiden skeptisch an. „Naja, ich glaube ich bleibe lieber nackt, aber ihr könnt euch ja gerne so zurecht machen.“ Barbara lachte und meinte dann: „Ist auch ok, dann bist du eine nackte Haremsdame.“ Sylvia huschte in die Küche und bereitete alles vor, Sternchen half ihr dabei. Während dessen ging Barbara nach oben. Sie legte für Sylvia und sich weiße Abayas heraus die an Saum, Ärmeln und Kragen mit silbernen Ornamenten abgesetzt waren. Nach kurzen suchen fand sie zwei große weiße Tücher, die ebenfalls mit Gold besetzt waren und zwei halbdurchsichtig große weiße auf denen kleine goldene Sterne saßen. Sylvia kam ins Zimmer. Barbara war grade dabei ein paar dünne Goldketten bereit zu legen. Sie zog Sylvia und sich schnell aus. Als erstes gab sie Sylvia offene hochhackige silberfarbene Pantoffeln, dann half sie Sylvia in ihre Abaya und band ihr das weiße Tuch so das nur noch das Gesicht frei blieb. Auch ihre Haare verschwanden unter dem Tuch, das sie dann um den Hals legte und sorgsam verknotete. Sie nahm nun die durchsichtigen Tücher und legte sie über die weißen. Die Tücher fielen bis knapp zur Taille. „Hände nach vorne Süße“ kommandierte Barbara in sanftem Ton. Sylvia streckte die Hände vor, Barbara schloss eine dünne Silberkette dazwischen. Sie legte auch sich diese Kette an. Dann verband sie mit einer 1 Meter langen Kette ihre Fußkette mit Sylvias und legte eine ebenfalls einen Meter lange dünne Silberkette an die Halsringe. Auch die Handketten wurden mit einer Verbindungskette versehen. „So, dann wollen wir mal vorsichtig runter gehen.“ Sylvia nickte, Stufe für Stufe gingen die beiden langsam die Treppe hinunter. Sie warteten mit Sternchen auf Tim.

 

Tim öffnete die Haustür, er wunderte sich das keine der Frauen auf ihn zukam. Dann ging er ins Wohnzimmer und blieb verblüfft stehen. Vor ihm knieten zwei verschleierte und in Ketten gelegte Frauen, vor seinem Lieblingsplatz lag Sternchen. Er brauchte einen Moment, um zu begreifen das die beiden vor im Sylvia und Barbara waren. Sie richteten sich auf, Barbara sagte mit sanfter Stimme: „Salam Mafter.“ Tim lächelte, auch er grüßte mit Salam. Nun sprach auch Sylvia. „Bitte fetfen fie fich Master, möchten fie ein Bier?“ Tim ließ sich in den Sessel fallen und bejahte. Ein Bier wäre gerne das richtige meinte er. Er sah den beiden nach wie sie nebeneinander so schnell wie möglich in die Küche gingen. Sie kamen mit zwei Tabletts wieder. Auf einem stand ein Bier, auf dem anderen ein Glas. Barbara öffnete das Bier, Sylvia schenkte ein. Dann knieten sie vor ihm und reichten es ihm. Er prostete ihnen zu und genoss das kühle Getränk. Sylvia fragte: „Dürfen wir etwaf fu effen bringen? Wir haben Fteak und Pommef und Falad.“ Tim war begeistert, er hatte einen Bärenhunger. Schnell bereitete Sylvia die Steaks und die Pommes zu, gemeinsam mit Barbara deckte sie vor Tim. „Wollt ihr nichts?“ fragte er. „Master, wir essen nach ihnen, wenn sie erlauben“ sagte Barbara. Tim verstand, sie wollten dies Spiel möglichst perfekt gestalten. „Ja das ist gut. Dann könnt ihr nachher in der Küche essen.“ Sie servierten, Tim langte kräftig zu. Als er satt war schickte er Sylvia und Barbara hinaus damit sie etwas essen konnten. Er fütterte Sternchen mit dem Rest seines Mahls. Schnell stillten die beiden ihren Hunger, als sie wieder herein kamen sahen sie wie Tim die liegende Sternchen streichelte. „Macht es euch gemütlich aber die Schleier bleiben wo sie sind, verstanden?“ Sie verneigten sich stumm und legten sich auf eine Decke.

 

Sternchen sah Tim bittend an. Er ließ sich zu ihr herabgleiten und küsste sie. Auch Sylvia und Barbara begannen miteinander zärtlich zu spielen. Sie streichelten sich soweit dies die Ketten erlaubten und legten ihre Gesichter dicht aneinander. Sylvia fühlte Barbaras Hände an ihren Brüsten, auch sie streichelte nun Barbaras Brüste. „Kannft du die Tücher wegnehmen?“ fragte Sylvia. Barbara flüsterte „du wolltest doch verschleiert sein Süße.“ Sylvia seufzte leise. Sie spürte Barbaras Atem durch den Stoff, spürte die Wärme ihrer Haut und doch blieb ihnen der Kuss verwehrt. Barbara schob ihre Hände unter Sylvias Schleier und streichelte sie im Gesicht. Sylvia küsste die behandschuhte Hand und knabberte an den Fingern. Barbara reizte sie weiter mit dem Fingerspiel, ließ die zarte Spitze über Sylvias Lippen gleiten. Sie drückte ihr Bein zwischen Sylvias Beine und bewegte es langsam im Gleichklang mit den Fingern. Sylvia schwang mit, atmete im Takt und wiegte sich. Sie spürte den Druck auf ihren Brüsten, spürte das Barbaras Arme sie pressten. Es gab ihr Halt und die Gewissheit gehalten zu werden. Sie gab sich hin, floss im auf und ab der sanften Liebkosung und des Reibens an ihrem Unterleib. Trotz des Einschlusses war sie erregt, wahre Lust entsteht aus allen Sinnen. Sie keuchte, wurde lauter und rief ihre Liebe und Leidenschaft in den Raum. Barbara ließ den Rausch langsam ausklingen, ließ sie wieder erdhaft werden. Sie sah zu Tim und Sternchen, sah dass sie weit weg und entrückt waren. So leise wie es die Ketten erlaubte führte sie Sylvia hinaus. Sie duschten nachdem Barbara sie ausgekleidet und von den Ketten befreit hatte. Dann legten sie sich ins Bett. Barbara nahm Sylvia liebevoll und fest in dem Arm. Dann löste sie den Griff und streichelte Sylvia. Sie wurde sofort wieder erregt, Barbara kannte jede Faser ihres Körpers genau. Mit sanftem Druck führte sie Sylvias Kopf zwischen ihre Schenkel. Sylvia verstand, sie gab Barbara was diese begehrte. Gab es gerne und mit Liebe. Barbara flog nun, während Sylvias Zunge ihr den Weg ins Paradies zeigte breitete sie die Schwingen aus und flog. Raum, Zeit und Leben blieben hinter ihr, für sie war nur noch Sylvia, die Liebe und die Lust vorhanden. Stöhnend und in Wollust hielt sie Sylvias Kopf, stammelte etwas das nicht zu verstehen war und doch von Sylvia so klar verstanden wurde. Barbara ermattete, sie ließ Sylvias Kopf los. Langsam glitt Sylvias Zunge an ihr empor, langsam kehrten Zeit und Raum zurück. Sie wünschten sich eine Gute Nacht, Sylvia wandte sich noch zu ihren Eltern. Barbara ließ die letzten Beben der Lust in ihr abklingen, dann überkam sie eine wohlige Müdigkeit. Sie küsste Sylvia auf die Stirn und schlief bald ein.

Cindy - die Ausbrecher

 

Wie versprochen rief Tim Cindy an und vereinbarte mit ihr einen Besichtigungstermin, um abzuklären wie aufwändig die Renovierung der Spielhalle sein würde. Er nahm dazu den Maler und den Maurer mit. Cindy war zu Anfang etwas verwundert als sie die Männer in Cape und Ketten sah. Die Verwunderung gab sich, sie merkte schnell dass beide ihr Handwerk verstanden und vor allem das es für Tim und die beiden völlig normal war das sie so gekleidet sind. Tim erklärte ihr nur „Die laufen beide freiwillig so rum, sie sind Leibeigene. Das gehört bei uns auf der Anlage zum Alltag“. Cindy hatte schon von der Anlage gehört, sie war aber selbst noch nie dort gewesen. Es gab Gerüchte und sie scheute sich davor diesem Hort der Perversen zu nahe zu kommen. Nun da sie Tim kennen lernte konnte sie zumindest sagen, dass er gewiss kein Monster ist. Er war nett und zuverlässig, zwei Eigenschaften die Cindy sehr an Menschen schätzte. Die beiden Leibeigenen sahen sich in der Spielhalle um, sie lösten an ein paar Stellen vorsichtig die Tapete und die Fußleisten. Nach gründlicher Besichtigung kamen sie zu Tim und Cindy. Die Männer knicksten, dann sagte der Maurer: „Master Tim, hier ist überall Schwamm im Gebäude. Wir können da drüber tapezieren, aber das lohnt eigentlich nicht“. Tim pfiff durch die Zähne, dann fragte er: „Vorschläge?“ Der Maler meinte lakonisch: „Umkippen und neu bauen wäre am besten“. Tim lachte, dann sah er Cindys entsetztes Gesicht. Er wurde ernst und überlegte kurz.

 

„Sag mal, wie sehr hängst du an der Spielhalle und an deiner Wohnung?“ fragte er. Cindy sah erstaunt zu ihm auf. „Ich leb davon und irgendwo muss ich ja wohl wohnen, oder?“ Tim stimmte dem letzteren zu, dann meinte er: „Kannst du dir vorstellen so etwas wie das hier“, er zeigte in den Raum, „bei uns aufzuziehen. Mit weniger Daddelkästen, mehr Spielgeräten und alles bisschen nobler und heller.“ Cindy meinte, dass sie sich das durchaus vorstellen könnte, dann druckste sie herum. Tim legte ihr eine Hand auf den Oberschenkel, ermunternd bat er sie: „Na komm, sag was du denkst“. Cindy nahm allen Mut zusammen. Sie wollte Tim nicht verärgern. „Das gibt so ein paar Sachen. Also ich meine willst du mich dann auch so“, sie zeigte auf die beiden Männer, „rumlaufen lassen?“ Tim lächelte, ruhig sagte er: „Nein, nur wenn du das irgendwann selber willst. Wir sind nicht die bösen Supersados oder sowas. Wir sind eigentlich meistens ganz normale Leute. Eigentlich wäre alles genauso wie hier. Du ziehst dich nett an, Wohnung wird gestellt und du kannst da frei schalten und walten. In Wohnung und auch in der Spielhalle, versprochen.“ Cindy bat sich Bedenkzeit aus, Tim gab ihr 2 Tage Zeit. Spontan sagte er: „Vorschlag: Du machst einen Nachmittag hier zu, Barbara oder ich holen dich ab. Dann zeig ich dir unsere Anlage und du kannst da auch gerne mit allen reden. OK, sagen wir mal fast allen. Vielleicht macht dir das die Entscheidung leichter.“ Grinsend fügte er hinzu: „Dann kannst auch gleich deine neuen Klamotten anziehen.“ Cindy lachte, sie willigte ein. Tim verabschiedete sich, die beiden Männer knicksten vor Cindy und folgten ihm zum Auto.

Die vier Ausbrecher werden weggebracht

Die beiden Männer stiegen an der Unterkunft der Leibeigenen aus, Tim fuhr weiter zum Haus. Er parkte den Rolls auf seinem Platz und ging hinein. Barbara begrüßte ihn in der Halle, sie sagte ihm, dass es erste Reaktionen wegen der vier Arbeiter gab. Tim dankte ihr und bat sie ihm einen Kaffee zu holen. Er setzte sich an den Schreibtisch und startete den Rechner. Schnell las er die Antworten durch, eine fand er sehr interessant. Er las sie nochmals genau durch:

 

„Guten Tag Tim, wir hoffen das sie sich mittlerweile gut auf der Anlage und auch in der Nachfolge ihrer Eltern eingelebt haben. Es ist ja bereits einige Zeit vergangen, vielleicht erinnern sie sich noch an uns. Wir hatten die Ehre zu den Freunden ihrer Eltern zu zählen und auch sie haben wir als angenehmen Menschen in Erinnerung. Unser Name sagt ihnen vermutlich nicht sehr viel, als kleine Gedächtnisstütze sei gesagt, dass sie bei unserer letzten Zusammenkunft unseren Wagen ausgiebig bestaunten. Ein Mercedes Flügeltürer, gewiss erinnern sie sich noch an ihn. Wir bedauern es nach wie vor sehr das wir ihren Eltern nicht die letzte Ehre erweisen konnten, wir waren gesundheitlich angeschlagen.

 

Nun zu ihrer Annonce. Wir würden die vier sehr gerne übernehmen, der Preis erscheint uns angemessen. Erlauben sie bitte eine Rückfrage: Verfügen die vier über Grundkenntnisse in der Landwirtschaft? Wir bewirtschaften ein Gut unweit von ihnen, kräftige Hände sind hier immer von Nöten. Selbstverständlich verfügen wir über angemessene Unterkünfte und auch die sonst nötige Ausstattung.

 

Mit den besten Wünschen für sie

Freiherr von Rautenberg und Gemahlin“

 

Tim grinste über den förmlichen Titel und auch die sehr formelle Ausdrucksweise. Er murmelte „Freiherr und Gemahlin“. Barbara stellte den Kaffee auf seinen Schreibtisch und fragte neugierig „wer ist frei“. Lachend sagte Tim „du jedenfalls nicht“. Dann stand er auf und bat sie Platz zu nehmen. Er diktierte ihr:

 

„Guten Tag Herr von Rautenberg,

 

danke für ihre mail. Ja ich erinnere mich noch sehr gut an sie und auch an ihren Wagen. Es freut mich das sie Interesse an den vieren zeigen, ich möchte die Sache so schnell wie möglich zum Abschluss bringen. Kenntnisse in der Landwirtschaft haben sie meines Wissens nach nicht, aber sie sind kräftig, gesund und lernfähig. Wenn es ihnen recht ist können sie die vier gerne hier in Augenschein nehmen oder ich führe sie ihnen auf ihrem Gut vor.

 

Herzliche Grüße

Tim.“

 

Barbara schickte die Mail ab, sie erhielten binnen weniger Minuten eine Antwort. Herr von Rautenberg bedankte sich für die schnelle Reaktion und nahm Tims Angebot die vier zum Gut zu bringen an. Er schlug vor dies schnell zu organisieren und fügte seine Telefonnummer der mail an. Tim griff zum Telefon, nach dem zweiten Klingeln wurde abgehoben. „Von Rautenberg, guten Tag.“ Als Tim die Stimme hörte sah er den Mann wieder vor sich. Eine stattliche Erscheinung mit gepflegtem Bart und sehr aufrechter Haltung. „Guten Tag, hier ist Tim. Herr von Rautenberg, ich wollte die Details wegen der vier Arbeiter mit ihnen abklären.“ Herr von Rautenberg fragte Tim wann er die vier bringen könnte. Spontan sagte Tim: „Gerne heute, je eher je besser.“ Am anderen Ende der Leitung entstand eine kurze Pause. Herr von Rautenberg willigte ein. Er nannte Tim die genaue Adresse und verabschiedete sich. Tim sah auf dem Routenplaner, dass sie ungefähr zwei Stunden fahren würden.

 

Als erstes rief er Elke an und bat sie sich mit ihm in einer Viertelstunde vor der Unterkunft der Arbeiter einzufinden. Sie war zufällig dort und erwartete ich am Eingang. „Barbara, du legst bitte reichlich decken in den Fußraum vom Rolls, dann zieh dich hübsch an.“ Sie sah ihn ratlos an. „Vornehmer Chauffeusenlook, du weißt schon. Ich will da beim Freiherr Eindruck machen“. Barbara nickte, sie rief Sylvia. Gemeinsam legten sie Decken in den Wagen, dann gingen sie nach oben. Barbara zog ihren Rock und ihre Bluse aus, dann öffnete sie ihr Korsett. Sie nahm ein weißes Unterbrustkorsett aus dem Schrank und einen weiten Taftpetticoat. Sylvia schnürte sie und half ihr den Petticoat anzuziehen. „Nimm mal die Bluse da und den Rock bitte“, Barbara zeigte auf eine schlichte weiße Bluse und einen schwarzen Samtrock. Sie zog beides an. Danach griff sie zu einem schwarzen Jackett. Nach kurzem suchen in der Schmuckschatulle fand sie eine silberne Brosche in deren Mitte zwei kunstvoll eingefasste Perlen saßen und den dazu passenden Ring. Sie zog weiße Handschuhe über und steckte den Ring auf. Sylvia heftete ihr die Brosche ans Revers. Versonnen sah Barbara in den Spiegel, dann zog sie die Handschuhe und das Jackett wieder aus. Sie steckte sich die Haare auf und nahm die zu Ring und Brosche passenden Ohrhänger aus der Schatulle. Sylvia brachte ihr schlichte schwarze Pumps und kniete vor ihr. Sie zog Barbara die Schuhe an und aus. Plötzlich nahm sie Barbaras Hand und küsste sie. „Du, if bin fo froh daf ich bei dir fein darf!“ sagte sie leise. Barbara beugte die Knie und küsste Sylvia. „Süße, du bist das Beste in meinem Leben, ich liebe dich mehr als alles auf der Welt“. Sylvia erwiderte den Kuss. Sie standen beide auf, Barbara betrachtete sich erneut im Spiegel nachdem sie Jackett und Handschuhe wieder angezogen hatte. Sylvia stand neben ihr. „Weift du noch alf du damalf fu meiner Wohnung warft, ich mein um mich fu holen?“ Barbara nickte. „Du, ich hatte richtig wirklich bifchen Angft vor dir, weil du fo ftreng auffahft und fo vornehm. Fo wie jetft.“ Barbara nahm sie in den Arm. „Aber jetzt hast du keine Angst, oder?“ Sylvia schüttelte den Kopf. „Nein, fetzt habe ich dich, da hab ich vor nichtf Angft.“ Sie gingen gemeinsam hinunter und warteten auf Tim.

 

Die vier lagen reglos auf ihren Pritschen. Durch das lange pausenlose Liegen waren ihre Gelenke steif und schmerzten. Tim betrat die Zelle, er sagte ohne Umschweife: „Ihr werdet jetzt losgekettet. Ihr geht schweigend in den Waschraum, reinigt euch und werdet dann wieder hierhergeführt. Wer redet oder zu türmen versucht wird ausgepeitscht. Kapiert?“ Alle vier nickten. Elke löste die Ketten, stöhnend versuchten die Männer aufzustehen. Es gelang ihnen nach einigen Minuten, sie gingen steif und langsam zum Waschraum. Vor und hinter ihnen gingen zwei Wachen die Order hatten von der Peitsche Gebrauch zu machen. Während die Männer ausgiebig duschten packten Tim und Elke ihre Habseligkeiten in zwei Kartons. Nur Kleider, Schuhe, Ketten, Capes und Lederhauben legten sie auf die Pritschen. Die vier wurden wieder hereingeführt. Einer von ihnen sah Tim an.

 

Tim hielt dem Blick schweigend stand. Wortlos deutete er auf die Sachen, die Männer zogen sich an. Sie wussten nicht was die Zukunft bringen würde, aber ihnen war klar dass es für sie keine rosige Zukunft geben würde. Bevor sie die Capes überzogen legte Tim ihnen die Hauben an. Ihre Köpfe waren nun von gepolstertem Leder umschlossen. Sie konnten nichts sehen und nur wenig hören. Ihre Hände wurden auf dem Rücken zusammengeschlossen, Elke legte ihnen eine 10 cm Kette an die Fußringe. Dann zog sie den vieren die Capes über. Tim bat Elke die vier vor die Unterkunft zu bringen.

 

Barbara erwartete ihn im Büro. Als er eintrat erhob sie sich und knickste. „Na, bin ich vornehm genug?“ fragte sie ihn. Tim lächelte, „ja genau so habe ich mir das vorgestellt. So, nun zur Fahrt: Erstens die Scheibe bleibt oben, egal was. Zweitens wir halten nicht an. Sag mal ist genug Sprit im Tank?“ Barbara bejahte, sie konnten den Hinweg ohne Tankstopp fahren. „Hast du die Route im Navi?“ Auch dies bejahte Barbara. Tim nickte zufrieden. Er nahm Barbara kurz in den Arm. Sie sah ihm tief in die Augen und sagte: „Tim, ich merke das dir das an die Nieren geht.“ Sie umarmte ihn auch und drückte ihn kurz an sich. „Wird schon, ich bin heilfroh, wenn das durch ist“ Tim presste die Worte zwischen den Lippen hervor. Dann sagte er mit fester Stimme „so, nun genug mit Gefühlsduselei. Fahr den Schlitten vor die Arbeiterunterkunft und ab geht’s.“ Sie knickste. Die beiden verabschiedeten sich von Sternchen und Sylvia, dann lenkte Barbara den Rolls vor die Unterkunft. Tim ging das kurze Stück zu Fuß. Er öffnete die Fondtür. Als erstes stieg Elke ein und setzte sich auf die Rückbank. Zwei Wachen führten nun die vier einzeln zum Wagen und ließen sie auf dem Boden knien. Tim stieg als letztes ein. Elke und er schnallten sich an, Barbara ließ den Motor an und fuhr langsam zum Tor. Die Torwachen knicksten und öffneten die Durchfahrt.

 

Vom Navi geleitet fuhr Barbara über einsame Landstraßen. Sie hörte leise Musik, sah sich die immer einsamer werdende Gegend an. „Das ist ja schon fast in Polen“ dachte sie bei sich. Auch Elke und Tim sahen hinaus, schwiegen und hielten ein wachsames Auge auf die vier Männer vor ihnen. Die vier knieten reglos vor ihnen, sie gaben keinen Laut von sich. Tim blieb während der Fahrt angespannt, er wollte dies Kapitel beenden. „Je eher ich die los bin desto besser“ kam ihm in den Sinn. Er sah auf die Uhr, sie waren eine Stunde unterwegs. Also war die halbe Strecke geschafft. Der Rolls glitt dahin, Barbara fuhr gewohnt souverän.

 

Die Straße wurde schlechter, einzelne harte Stöße ließen den schweren Wagen wanken. Barbara drosselte das Tempo. Das Navi sagte ihr sie solle abbiegen, sie tat es. Eine baumbestandene Allee führte geradeaus. Sie fuhren durch einen Baumkorridor, der von Feldern umrahmt war, weite Felder, die zum Horizont reichten. Auf einer kleinen Anhöhe konnte sie einen kurzen Blick auf eine Ansammlung von Gebäuden erhaschen, es schien ihr Fahrtziel zu sein. Sie tippte auf eine Taste, es wurde eine Reststrecke von 4 Kilometern angezeigt. Nach wenigen Minuten ertönte die Ansage „sie haben ihr Ziel erreicht“. Barbara murmelte leise „ist auch gut so“, dann bog sie durch ein weit offenes schmiedeeisernes Tor auf einen großen Innenhof ein. Sie hielt vor dem großen Gebäude, das eine Seite des Hofes nahezu einnahm. Tim hatte ihr befohlen im Auto zu bleiben, sie hielt sich daran.

 

Die Trennscheibe fuhr herunter. „Ok, wir sind da. Barbara steig bitte aus und avisiere uns“. Barbara nickte und verließ den Wagen. Sie ging die Stufen zum Haus hinauf. Die Tür öffnete sich, vor ihr stand ein stattlicher älterer Herr, der sie sehr an Tims Vater erinnerte. Sie knickste tief und blieb in Demutshaltung vor ihm.

 

 

„Du darfst dich erheben“ sagte der Mann mit freundlicher fester Stimme. Barbara stand auf und sagte „Master Tim ist eingetroffen Herr“. Der Mann nickte, er ging auf den Rolls zu. Tim stieg aus dem Wagen aus, die beiden begrüßten sich mit Handschlag. Tim schlug vor die vier gleich aus dem Wagen zu nehmen. Herr von Rautenberg stimmte ihm zu. Dann sagte er: „Wenn sie wollen zeige ich ihnen und den Sklaven gleich etwas von unserem Gut“. Tim dankte und nahm das Angebot gerne an. Er öffnete die Wagentür, Elke trieb die vier aus dem Fahrzeug. Als alle auf dem Hof knieten sagte Tim „Verzeihung, ich bin wohl sehr unhöflich. Dies ist Barbara und dies Elke.“ Elke knickste tief ebenso wie Barbara es bereits getan hatte. Tim fuhr fort „dass das die vier sind brauch ich ja wohl nicht zu erwähnen. Die Sachen sind im Kofferraum.“ Herr von Rautenberg rief einen Mann herbei der einen schlichten blauen Overall trug. „Das hier ist Artur, mein Aufseher.“ Artur nickte Tim und den beiden Frauen zu. „Artur, bring bitte die Kutsche.“ Zu Tim sagte er: „Darf ich sie bitten die Masken und die Umhänge zu entfernen? Auch wäre es gut, wenn zumindest die Füße frei sind.“ Tim nickte, er löste die Fesselungen und schlug die Kapuzen der Capes zurück. Dann nahm er die Masken ab. Die vier blinzelten in die Sonne. Herr von Rautenberg würdigte sie keines Blicks. Ohne die Stimme zu erheben sagte er beiläufig: „Ihr bleibt auf den Knien bis ich etwas anderes befehle. Ihr werdet gleich etwas eingekleidet.“ Artur kam mit einer kleinen zweisitzigen Kutsche. Tim sah verwundert auf das Gefährt, es waren keine Pferde vorgespannt.

 

„Artur, du kannst anspannen“ befahl Herr von Rautenberg. Ohne viel Federlesen setzte Artur den vier Männern Kopfgeschirre auf, ein Steg aus Hartgummi hielt den Mund offen und wurde mit Riemen gesichert. Danach legte er allen vieren Brustgeschirre an. Breite gepolsterte Riemen liefen über Kreuz an der Vorder- und Rückseite. Artur hielt eine Reitpeitsche in der Hand, die er nun auf den ersten in der Reihe richtete. Er zeigte mit der Peitsche unmissverständlich zur Kutsche. Der Mann stand auf und nahm seinen Platz einen. Seine Hände wurden an einer Querstange vor ihm festgekettet, an die Rückseite des Brustgeschirrs legte Artur eine kurze Kette. Auch die drei anderen wurden so als Kutschpferde eingespannt. Als letztes legte Artur dünne Lederleinen an die Seiten der Kopfgeschirre. „Es ist angespannt Herr“ sagte er. Danach drehte er sich um und ging wieder in die Stallungen. Barbara sah Tim verstohlen an, sie sah, dass auch er mehr als verblüfft war.

„Während ich ihnen unser Anwesen zeige wird sich Martha um ihre Dienerinnen kümmern. Bitte schicken sie die beiden ins Haus, ich bin sicher Martha erwartet sie hinter der Tür.“ Tim sah ihn fragend an. „Martha ist unsere Hausdienerin. Seine sie unbesorgt, es wird den beiden an nichts fehlen.“ Tim nickte und meinte dann: „Na denn bis nachher ihr beiden“. Elke und Barbara knicksten, sie gingen die Treppe hinauf und durch die Tür.

 

Herr von Rautenberg nahm auf dem Kutschbock Platz, Tim setzte sich neben ihn. Routiniert griff Herr von Rautenberg die Zügel, er rief laut „los“. Die Männer zogen an. Es ging zunächst langsam, als die Kutsche in Fahrt kam wurde es leichter. Die vier hatten keine große Mühe das Gefährt zu bewegen, erst als es leicht bergan ging mussten sie sich anstrengen. Sie wurden langsamer, Herr von Rautenberg ließ die Peitsche knallen. Erschrocken zogen die Männer mit mehr Einsatz. „Das werden die noch lernen“ sagte er mehr zu sich als zu Tim. Direkt an Tim gewandt zeigte er auf die Felder. „Hier sehen sie mein Land, wir bearbeiten es selbst. Gleich kommen wir zu meinem ganzen Stolz“. Tim sah mäßig interessiert auf die Äcker, Landwirtschaft war nichts was ihn interessierte. Sie überquerten einen kleinen Hügel, vor ihnen lag eine große Weide auf der prächtige Pferde standen. „Alles meine Zucht, sind sie nicht herrlich?“ Herr von Rautenbergs Stimme klang stolz und auch unerwartet sanft. Laut sagte er „Steht!“ Die Männer blieben stehen, er zog einen Bremshebel fest. „Kommen sie Tim, ich will ihnen die Tiere aus der Nähe zeigen“. Tim folgte lustlos, die Pferde unter der Haube des Jaguars interessierten ihn mehr als die Tiere. Er war zu höflich dies zu sagen aber bei sich dachte er „wozu Pferde, du hast doch jetzt prima Zugsklaven“. Er sah wie Herr von Rautenberg die Pferde anlockte und ging näher heran. Sie blieben einen Augenblick bei den Pferden, dann stiegen sie wieder auf. „Nun kommen wir zu etwas das auch die da“, Herr von Rautenberg deutete auf die vier Männer, „interessieren dürfte“.

 

Sie hielten vor einer weiten unbeackerten Fläche. Auf ihr sah man einen Traktor und in Abständen gehend eine Reihe von Menschen. „Hier werden mit der Hand Samen eingelegt. Was sie von hier nicht sehen können ist das die Arbeiter in Ketten gelegt sind. Links und rechts der Reihe gehen Aufseher“. Er wandte sich an die vier Männer. „Seht ruhig hin, morgen geht ihr mit in der Reihe“. Sie drehten um und fuhren zum Haus zurück.

 

Nachdem Elke und Barbara in die Halle gegangen waren begrüßte sie eine ältere Frau in einem altmodischen Dienstmädchenkleid. Es erinnerte Barbara an ihre Kleidung im Haus von Tims Eltern. Die Frau hieß sie willkommen und sagte: „Ich bin Martha, kommt bitte herein. Die gnädige Frau ist im Salon, sie befahl mir euch zu ihr zu bringen“. Sie ging voraus, die beiden folgten ihr. Martha öffnete eine Tür und trat zur Seite. Elke und Barbara gingen hinein. Sie blieben an der Tür stehen und knicksten tief. Auf dem Sofa saß eine gut gekleidete Frau, die ihnen freundlich zunickte. „Kommt näher, bitte entschuldigt, dass ich sitzen bleibe. Setzt euch zu mir, Martha hat Tee und Gebäck für uns.“ Elke und Barbara dankten ihr und setzen sich auf zwei Stühle. Martha brachte Tee, Gebäck und Geschirr. Sie hatte auch für sich eine Tasse parat. Frau von Rautenberg lächelte sie an. „Ohne Martha wäre ich wirklich verloren, sie ist der gute Geist im Haus“. Martha murmelte etwas das wie „ach nein, ich bin bestimmt kein so toller Geist“ klang. „Bevor ihr euch wundert: Ich habe MS und kann nicht mehr gehen. Martha ist für mich bei weitem mehr als nur eine Dienerin, sie ist meine Freundin und oft auch mein Trost“. Elke und Barbara hörten schweigend zu. Frau von Rautenberg plauderte leichthin, sie war eine gute Gesellschafterin.

 

Nachdem sie wieder auf dem Hof waren spannte Artur die Männer aus. „Bring sie in den Stall und sag Martha, dass sie ein paar alte Kleider für sie heraussuchen soll“, befahl Herr von Rautenberg. Er fragte Tim ob er die Unterkunft der Männer sehen will. Tim bejahte. Sie gingen hinter der Gruppe in einen Stall. Dort gab es Käfige verschiedener Größe. Vor einem der Käfige blieb Artur stehen. Er legte den Männern Fußketten an und kettete die Hände auf den Rücken. Sie knieten vor einem Gitter. „Ich nehme euch jetzt die Geschirre ab. Ein Mucks oder Widerstand und ihr könnt hungrig schlafen, verstanden?“ Sie nickten alle vier. Schnell entfernte Artur die Geschirre, dann trieb er die Männer in den Käfig. „Ihr bekommt nachher zu essen und zu trinken, dann werdet ihr auch geduscht. Bis dahin seid ruhig und friedlich.“ Herr von Rautenberg zeigte auf einen langen Stahltrog. „Dort kommt das Essen hinein und hier“, er wies auf eine Tränke, „gibt es dann Wasser. Die anderen Sklaven sind auch hier untergebracht. Nachts werden die Tore verriegelt. Wie sie sehen, hier kommt keiner raus“. Bei sich dachte Tim „sagst du so“. Er nickte schweigend.

 

Die beiden Männer gingen zum Haus. Im Büro erledigten sie die Formalitäten. Tim nahm das vereinbarte Geld an sich und steckte es ein. Herr von Rautenberg hatte eine großzügige Summe für den Transport dazu gegeben, Tim dankte ihm dafür. Sie redeten noch ein paar Minuten miteinander, dann wollte Tim aufbrechen. Er verabschiedete sich von den Eheleuten und von Martha, Elke und Barbara folgten ihm zum Auto. „Elke, macht es dir etwas aus hinten alleine zu sitzen?“ fragte Tim. Er fügte „du darfst dir gerne Musik hören, wir lassen die Scheibe oben“. Elke knickste und nahm im Fond Platz, Barbara zeigte ihr wie sie die Musikanlage bedienen musste. Tim nahm hinter dem Lenkrad Platz, Barbara saß auf dem Beifahrersitz. Er fuhr in Gedanken versunken vom Hof und Richtung zu Hause. Nach einer Weile legte Barbara ihm die linke Hand leicht auf den Oberschenkel und sagte: „Sag mal, mit dir ist doch was, oder?“ Tim nickte „Du kennst mich verdammt gut. Ja, da ist was.“ Er machte eine Pause und fuhr dann fort. „Ich habe Juana von solchen Leuten weggekauft und nun werf ich denen die vier zum Fraß vor. Jetzt komm mir nicht mit die haben selber Schuld, ich weiß das. Aber ein mieses Gefühl habe ich.“ Barbara ließ ihre Hand auf seinem Bein liegen, nach reiflicher Überlegung sagte sie: „Tim, du bist ein guter Herr und du sorgst bestens für uns alle. Die vier wollten das nicht mehr, sie haben doch wirklich das alles so heraufbeschworen. Es ist sicher leichter gesagt als getan aber vergiss sie und mach dir keinen Kopf mehr. Deine Mutter hat mir mal gesagt das wir vorwärts leben und nicht rückwärts. Da ist wohl was dran.“ Tim legte nun seine Hand auf die ihre. Er drückte sie fest. Eine Geste die mehr als tausend Worte sagte.

 

Sie erreichten die Anlage ohne Probleme, Tim hatte unterwegs den Rolls wieder vollgetankt. Elke verabschiedete sich, Barbara und Tim gingen ins Haus. Sylvia und Sternchen begrüßten die beiden mit einer langen Umarmung. Tim lächelte, es war gut wieder zu Hause zu sein.

 

 

Cindy besucht die Anlage

 

 

Wie vereinbart rief Tim Cindy an. Sie verabredeten sich für den nächsten Tag, Tim sagte ihr, dass er sie um 2 abholen würde. Nachdem er aufgelegt hatte rief er Sylvia zu sich. „Süße, morgen haben wir Besuch. Kannst du uns einen leckeren Kuchen backen und auch was tolles zum Abendessen zaubern?“ Sylvia überlegte kurz. Dann sagte sie: „Vielleicht einen Fokokuchen und kleine Fruchttortelettef, Abendeffen dann klare Fuppe mit Eierftich, danach fo gemifte Fleifplatte mit Gemüfe und Falfkartoffeln. Alf Nachtif Eif oder lieber waf anderef?“ Tim strahlte sie an. „Du, das klingt alles perfekt. Du verwöhnst uns. Wir haben einen Gast, die Cindy von der Spielhalle. Ich will ihr zeigen das wir hier keine Menschenfresser sind.“ Sylvia lachte und meinte: „Beftimmt ift fie auch lieber Kuchen alf Menschen“. Tim lachte nun auch, es freute ihn immer wieder wie fröhlich Sylvia war.

 

 

Es war ein sonniger Tag, Tim öffnete das Verdeck des Jaguars. Wie bei den meisten älteren Fahrzeugen war dies mit einem gewissen Aufwand verbunden. Während er, nachdem die Sicherungsarretierungen gelöst waren das Verdeck mit Schwung nach hinten klappte dachte er „so ein Motorverdeck hätte was“. So blieb ihm nichts anderes übrig als mit Kraft und Geschick das Gestänge zu bedienen, kurz die Lage des gefalteten Verdecks zu kontrollieren und mühsam eine Persenning aufzuknöpfen. Nun stand die Katze offen da, sie wirkte noch gestreckter und eleganter. Tim stieg ein und startete den Motor. Wie immer ließ er den 12 Zylindern einen Augenblick Zeit, um zu erwachen. Langsam trat er die Kupplung und ließ sie behutsam kommen. Auf Samtpfoten schlich der Jaguar zum Tor. Auf der Straße wurde der Motor schnell warm. Tim sah kurz auf die Instrumente, es war alles in Ordnung. Für die Fahrt wählte er die Stones, ließ den Jag zum Beat der Rockmusik über die Straße tanzen. Mick Jagger klagte wie so oft, dass er keine Befriedigung erlangen konnte, Tim grinste wie immer, wenn er den Song hörte. „Satisfaction“, die Hymne einer Generation, die nicht wusste, wohin sie wollte aber mit aller Kraft diesem Ziel zustrebte. Auch dieser Aphorismus seines Vaters fiel ihm wie immer ein, es war wohl gar nicht so falsch. Er genoss die laute Musik, den Fahrtwind und die Sonne. Fast bedauerte er, dass es nicht weiter zu Cindy war. Den letzten Kilometer ließ er die Katze rollen, ließ sie sich entspannen. Er fand einen Parkplatz direkt vor der Tür, überlegte ob er das Verdeck schließen sollte und entschied sich dagegen.

Cindy erwartete ihn bereits. Sie begrüßte ihn mit Handschlag, dann sagte sie ihm das sie sehr neugierig auf die Anlage sei. „Naja, so doll ist das nun auch alles wieder nicht, aber ich hoffe dir gefällt sie. Natürlich auch die Kleider die wir für dich ausgesucht haben.“ Cindy sah ihn an, dann meinte sie „Klar, darauf bin ich auch neugierig.“ Sie hatte einen Ordner mit Papieren bereit gelegt den sie Tim gab. „Du, hier steht so ziemlich alles drin wegen der Wohnung und so. Barbara sagte mir ich soll den mitbringen“. Tim nickte, das hätte er ums Haar vergessen. Gut das Barbara in solchen Sachen viel gewissenhafter war als er. Galant öffnete er Cindy die Tür, sie stieg ein und bewunderte den Wagen. „Tolles Auto, der war bestimmt teuer, oder?“ Tim nickte und meinte dann: „Wenn es dir zu kalt ist mach ich das Dach zu.“ Er fuhr langsam zurück, Cindy genoss die Fahrt. Sie erreichten die Anlage.

Nachdem sie das Tor passiert hatten sah Cindy sich neugierig um. Tim lächelte über ihre Neugierde, sicherlich hatte sie etwas bei weitem Spektakuläreres erwartet. Sie sah eine Ansammlung von Häusern, Wege dazwischen und Menschen, die darauf gingen. Natürlich sah sie auch die altmodische Kleidung der Menschen aber falls sie auf Marterpfähle und Käfige gehofft hatte trog ihre Hoffnung. „Na siehst du, eigentlich alles ganz normal, oder?“ fragte Tim während er langsam zum Haus fuhr. Cindy nickte, ja es sah aus wie ein kleines Dorf. Sie waren am Ziel, Tim half Cindy aus dem tiefen Sitz. „Komm, ich bin sicher der Buschfunk hat uns schon angemeldet“ sagte Tim. Kaum waren sie an der Tür öffnete Sternchen ihnen. Sie knickste vor Cindy und umarmte Tim. „Darf ich vorstellen: Sternchen, meine Frau und das beste was mir im Leben passiert ist. Das ist Sylvia und Barbara kennst du ja schon. Sylvia hat uns Kuchen gebacken und wir würden uns freuen, wenn du zum Abendessen bleibst.“ Sylvia trat vor und knickste ebenfalls vor Cindy. „Herflich willkommen, fie mögen doch Fokokuchen, oder?“ fragte sie. Cindy lächelte und bejahte. Sie gab auch Sternchen und Barbara die Hand.

Tim überlegte einen Moment, dann schlug er vor das Barbara Cindy zu Simone begleiten sollte, in der Zeit konnten Sternchen und Sylvia den Kaffeetisch decken. Cindy fragte wer Simone sei. „Unsere Modequeen, in ihrem Laden sind deine Sachen. Genauer gesagt ich habe sie gebeten etwas heraus zu suchen“ antwortete Tim. Cindy willigte ein, auch Barbara war einverstanden. Sie verabschiedeten sich, Barbara zog sich ein Cape über und sie gingen hinaus. Cindy fragte „tragt ihr hier alle sowas?“ Barbara erwiderte „fast alle“. Dann fügte sie hinzu: „Das ist gar nicht so unbequem wie es aussieht und ist doch chic, oder?“ Cindy sagte nichts aber im Stillen gab sie zu das Barbara sehr hübsch aussah. „Ach noch was. Krieg bitte keinen Schreck, Simone liebt Knebel und wird wahrscheinlich geknebelt sein.“ Barbara sah Cindy von der Seite an. Cindy fragte: „Wie kann sie denn dann mit anderen reden?“ „Du, die quasselt wie ein Wasserfall, wirst schon sehen.“ Barbara lachte als sie dies sagte. Ihnen kamen zwei Leibeigene entgegen, beide knicksten vor den Frauen. „Soll ich das dann auch so machen?“ fragte Cindy. „Nö, du bist ja eine Freie, da kannst du einfach Hallo sagen oder so. Knicksen müssen nur Leibeigene.“ Während sie dies sagte winkte Barbara den beiden zu. „Das ist hier ganz einfach. Es gibt Freie, Leibeigene und Arbeiter.“ Nach einer kurzen Pause fügte sie „ok, und so ein paar Ausnahmen, aber die sind eigentlich egal“ hinzu.

Sie erreichten Simones Boutique und gingen hinein. Simone begrüßte die beiden mit einem tiefen Knicks, dann umarmte sie Barbara und schüttelte Cindy die Hand. Dazu gab sie ein Schnurren von sich. „Sag mal Simone, hast du schon ein paar hübsche Sachen herausgesucht?“ fragte Barbara. Simone nickte mit leuchtenden Augen. Sie tippte etwas in ihren Laptop und zeigte es den beiden. „Ja habe ich, ganz tolle Sachen und ich hoffe sie passen.“ Sie zeigte mit einer einladenden Geste in den hinteren Teil des Ladens. Die Tür zum Laden schloss sie ab und hängte ein Schild in die Tür „Geschlossen“. Simone ging voraus, Cindy und Barbara folgten ihr.

Auf einem Garderobenständer hingen mehrere Kleider, Röcke und Blusen. Cindy sah die Sachen an, befühlte den Stoff und stellte sich vor wie sie darin aussehen würde. Sie nahm ein Kleid, hielt es gegen ihren Körper und sah in den Spiegel. Simone schnaubte in ihren Knebel und zeigte auf den Tisch. Cindy hing das Kleid schnell an seinen Platz zurück. „Bitte entschuldige“ sagte sie verlegen. Simone strich ihr sanft über den Arm und nahm dann etwas vom Tisch. Es waren Strümpfe, dazu hielt sie ein Unterkleid aus Seide hoch und zeigte auf die anderen Sachen. Barbara meinte „Du, die Kleider sehen tatsächlich besser aus, wenn du die richtige Unterwäsche anhast. Zieh dich doch mal aus“. Cindy wurde rot und fragte wo die Umkleide sei. Simone gluckste und begann sich auszuziehen. Barbara lachte und meinte „wir schauen dir schon nichts weg und wir sind doch unter uns. Simone, lass den Quatsch und helf Cindy lieber beim anziehen“. Ein leichtes knurren kam aus Simones geknebeltem Mund, sie rollte theatralisch mit den Augen. Dann knickste sie und begann Cindy zu entkleiden. „Simönchen, ausziehen nicht heiß machen!“ neckte Barbara Simone, die vor Cindy kniete und ihr langsam die Hose auszog. Simone seufzte, bald stand Cindy nackt im Raum.

„So, jetzt die Strümpfe und Strumpfhalter“, Barbara nahm ein Paar zarte Strümpfe in schwarz mit dezentem Muster aus einer Packung. Sie reichte die Strümpfe der knienden Simone, sanft glitt das zarte Gewebe Cindys Bein hinauf. Der Strumpfhalter wurde ihr umgelegt und die Strümpfe fest gemacht. Cindy zog Simone nun Bloomers aus weißer Seide an, danach Pumps mit 10 cm Absatz. Cindy sah Barbara zweifelnd an „da kann ich aber nicht gut drauf laufen“. Simone lachte, sie erhob sich, zeigte auf ihre Highheels und machte ein paar schnelle Schritte. Dann winkte sie Cindy zu. Unsicher stand Cindy auf und ging gestützt von Barbara im Raum auf und ab. Simone klatschte begeistert, auch Barbara meinte „das geht doch schon ganz gut. So, nun weiter.“ Sie nahm ein seidenes Unterkleid und zog es Cindy über, das Unterkleid ging bis zu den Fußgelenken. Barbara zögerte einen Augenblick, dann sagte sie zu Simone: „Sag mal, hast du eigentlich noch diese Trainingskorsetts?“ Simone nickte und verschwand zwischen den Regalen. Sie kam mit einem Karton zurück, in dem mehrere Unterbrustkorsetts lagen. Barbara schnürte Cindy leicht ein. „Na, wie fühlt sich das an.“ „Eng“ sagte Cindy und seufzte. Nun war es an Barbara zu lachen. Sie öffnete ihre Bluse und sagte: „das ist eng“. Cindy war beeindruckt. Simone nahm ein Maßband und legte es um Barbaras Taille, dann um ihre eigene. Beide waren sehr schmal. Sie nahm nun bei Cindy maß und zeigte ihr den Unterschied. „Naja, wir sind aber auch schon lange geschnürt. Du, daran kann man sich gut gewöhnen“, Barbaras aufmunternder Ton war nicht zu überhören. „So, nun kommt es. Erstmal ein schöner weiter Petticoat, dann das Kleid“. Über Cindy senkten sich Lagen von Tüll, Barbara rückte den Petti grade. Dann zeigte sie auf den Garderobenständer. Cindy griff nun zu einer weißen Bluse mit Rüschenbesatz und kleinen eingestickten Blumen, dazu ein lindgrüner Rock mit einem Schößchen. Mit Simones Hilfe zog sie beides an und sah dann in den Spiegel. Sie sah aus wie eine elegante Dame aus vergangener Zeit, versonnen betrachtete sie ihr Bild. Simone trat an sie heran, kniete neben ihr und streifte ihr weiße Spitzenhandschuhe über. Dann küsste sie Cindys rechte Hand. Barbara fragte: „Na, wie gefällst du dir?“ Cindy suchte nach den richtigen Worten. „Sehr gut aber irgendwie fremd. So als sei ich nicht ich, sondern aus einer anderen Zeit“. Barbara nickte, „du, das gibt sich schnell. Aber du siehst wirklich wunderschön aus. Stimmts Simone?“ Simone nickte eifrig und klatschte. Sie machte ein Zeichen, das die beiden einen Moment warten sollen, verschwand und kam mit einer Halsbrosche und einer Goldkette wieder. Sie legte Cindy den Schmuck an. Es war die perfekte Abrundung. „Dann noch ein Cape und du hast erstmal alles. Sie nahmen für Cindy ein helles Cape mit Kunstpelz am Saum und an der Kapuze. Bevor sie gingen wollte Barbara bezahlen. Simone wehrte ab und schrieb. „Master Tim hat schon alles erledigt.“ Sie bedankten sich bei ihr und gingen zum Haus. Barbara stützte Cindy, mit jedem Schritt gewöhnte Cindy sich mehr an die hohen Absätze.

Als sie das Haus betraten konnten sie den frisch gebackenen Kuchen riechen. Cindy lief das Wasser im Mund zusammen. Sie fühlte sich an ihre Kindheit erinnert, ihre Mutter buk sonntags immer frischen Kuchen. Tim kam aus dem Büro, er blieb stehen und sah Cindy lange an. Dann sagte er: „Cindy, du bist wunderschön.“ Sie knickste ungeschickt und bedankte sich bei ihm. „Kommt, wir können gleich Kaffee trinken. Sternchen hat schon den Tisch gedeckt“. Sie gingen ins Wohnzimmer, der Tisch am Fenster war mit viel Liebe gedeckt worden. Sternchen erhob sich von einer Decke, auf der sie lag, sie begrüßte Cindy mit einem tiefen Knicks. Sylvia kam herein, sie sagte: „Ihr kommt genau richtig, der Kaffee ift fertig und den Kuchen muf ich nur noch fneiden.“ Eilig ging sie wieder in die Küche. Tim bat alle Platz zu nehmen, Sylvia brachte Kaffee und Kuchen auf einem Servierwagen. Als alles auf dem Tisch war setzte sie sich ebenfalls. Tim eröffnete die Tafel mit einem munteren: „Na dann haut mal rein“. Sie aßen den Kuchen mit großem Appetit, er schmeckte ebenso lecker wie die Torteletts. Cindy verlor rasch ihre Befangenheit und plauderte munter mit. Sie vergaß sogar ihre ungewohnte Kleidung, gelegentlich zwickte sie das Korsett und die Lagen von Tüll bauschten sich ungewohnt um sie aber es war ein Gefühl das ihr schön und fremd zugleich war. Sie bestaunte Sylvias Schürze und die Stickereien darauf. Sylvia sagte ihr, dass sie die Schürze selbst genäht hatte. Cindy war beeindruckt, sie konnte nicht nähen und gab zu das sogar ein Knopf, der ab war für sie eine Katastrophe war. Sylvia sah sie an und sagte einfach: „Du, bitte den kannst du doch mir bringen, ich mach den gerne wieder dran“. Dann wurde sie rot und sagte: „Alfo ich meine, wenn ich darf und bitte nicht böfe fein weil ich du gefagt habe.“ Cindy lächelte, „nein ich bin nicht böse und bitte sag weiter du. Das mit dem sie ist mir irgendwie zu förmlich“. Barbara nickte. „Naja, draußen wird man dich mit sie anreden denn du bist eine Freie, aber hier drinnen können wir uns duzen. Wir sind irgendwie wie eine Familie.“ Tim frotzelte „Yepp, ich bin der Papi von dem Laden hier“. Sternchen verschluckte sich fast an ihrem Kaffee, dann prustete sie „Papa Schlumpf“ heraus. Alle lachten schallend, Tim fing sich als erster und begann das Lied er Schlümpfe zu singen. Sternchen fiel ein, auch Sylvia sang so gut es ging mit. Cindy dachte „die sind wirklich nett und lustig hier, ich weiß gar nicht was die Leute so haben.“

Nach dem Kaffee fragte Tim ob er Cindy die Anlage zeigen dürfte. Sie willigte begeistert ein. Galant half Tim ihr das Cape anzuziehen und hielt ihr die Tür auf. Sie gingen langsam über den Weg, Tim hielt leicht Cindys Arm. Sie fühlte sich sicher und beschützt. Er war anders als die Männer, die in die Spielhalle kamen, er hatte Manieren und ein festes Wesen. Sie räusperte sich und sagte: „Darf ich etwas fragen?“ Tim bejahte, „klar, frag ruhig. Soweit ich kann gebe ich dir gerne Auskunft.“ „Tim, sei bitte nicht sauer, aber es gibt Gerüchte hier über die Anlage. Man sagt hier wird geprügelt und auch das ihr hier alle pervers seid.“ Tim überlegte einen Moment, beinahe hätte er lapidar „stimmt alles“ geantwortet. Nach einigen Metern sagte er „Die Leute haben ein Stück weit Recht. Hier gibt es Regeln und Strafen. Aber alle sind damit einverstanden und ich bemühe mich auch hier nicht den Despoten zu mimen. Sie mal dort rüber.“ Er zeigte auf zwei Leibeigene, die etwas abseits vom Weg standen und sich küssten. Cindy sah zu dem Pärchen. „Machen die einen gequälten Eindruck?“ Sie schüttelte den Kopf. „Aber sie sind in Ketten gelegt und sie wissen das sie bestraft werden, wenn sie etwas falsch machen.“ Cindy nickte, aus dieser Sicht hatte sie es noch nicht gesehen. Bisher machte hier niemand einen unglücklichen Eindruck. Sie kamen an das Verwaltungsgebäude. Tim ging daran vorbei, er führte Cindy weiter auf dem Weg. Sie sah Haralds Praxis, den Laden und danach den Salon. „Einen Haarschnitt hätte ich auch mal nötig“ meinte sie lachend. „Du, dann bleib doch einfach hier und morgen lasst ihr euch alle verschönern.“ Tim sah sie aufmunternd an. „Ja, warum eigentlich nicht. Nur, ehrlich gesagt, ich habe im Moment nicht das Geld für sowas. Da bleibt es bei einem einfachen Schneiden und gut ist.“ Cindys Stimme war das Bedauern deutlich anzuhören. Tim stellte sich vor sie und sah ihr fest in die Augen. „Hör mal, daran soll es nicht scheitern. Komm, wir gehen rein und ich mach das klar für euch.“ Sie betraten den Salon.

Die Leiterin begrüßte die beiden mit einem tiefen Knicks. Tim dankte ihr und sagte: „Ich brauch für morgen einen Termin für vier Frauen. Das volle Programm.“ Die Frau nickte und sah in ihrem Kalender nach. Sie war ebenso wie die beiden anderen geknebelt. Sie schrieb „Master Tim, wäre Ihnen 10 Uhr recht?“ Tim bestätigte den Termin und wünschte ihr einen schönen Tag. Sie knickste und ging wieder an ihre Arbeit. „Sind die immer geknebelt?“ fragte Cindy als sie wieder draußen waren. „Ja sind sie, aber keine Angst das gilt nicht für Kunden“ antwortete Tim. Er ging mit Cindy zum menschenleeren Strand. Sie setzten sich auf eine Bank und genossen den Blick über die See. Cindy fragte noch einiges über die Anlage. Dann sagte sie: „Du bist also hier der große Chef?“ Tim lächelte „Naja, groß ist relativ. Aber JA ich bin hier der Chef. Wobei ich das eher so sehe das ich mich um alle kümmere, mehr so wie früher bei den Römern der Herr im Haus. Ich lauf hier nicht den ganzen Tag rum und mime den Superdom, das ist mir zu blöd. Aber wenn es sein muss werd ich dommig, da kannst du sicher sein.“ Cindy lächelte, sie mochte Tim immer mehr, seine offene Art und auch seine Flapsigkeit. Ihr wurde kalt, sie gingen zurück.

 

Als sie wieder im Haus waren bat Barbara Tim ins Büro zu kommen. Er entschuldigte sich bei Cindy und ließ sie und Sternchen im Wohnzimmer allein. Barbara ging voraus ins Büro. Sie nahm den Aktenordner den Cindy Tim gegeben hatte und sagte: „Tim, ich hab das mal durchgerechnet. Cindy ist pleite und macht jeden Monat miese.“ Tim nickte, er hatte sich so etwas schon gedacht. „OK, danke für die Info. Dann wollen wir mal mit ihr reden, hast du schon ein Konzept wie sie das in den Griff kriegen kann?“ „Nicht so lange sie so weiter macht. Klar gesagt, sanieren kann sie sich im Prinzip nur hier.“ Tim stand auf und bat Cindy herein. Sie setzte sich auf einen Stuhl, Tim kam ohne Umschweife auf den Punkt. „Cindy, Barbara hat mal deine Bücher durchgesehen. Du bist pleite und das weißt du selber.“ Sie sah zu Boden und nickte. Tim legte ihr eine Hand auf die Schulter und sagte. „Hey, kein Grund zur Panik. Ich schlage dir einen Deal vor: Ich übernehme deine Schulden, du machst wie schon besprochen hier die Daddelhalle. Statt Partnerschaft werde ich dein Chef. Allerdings würde sich da ein Kleinigkeit für dich ändern. Du wärst nicht mehr frei.“ Cindy schluckte. Sie sah ihn verdutzt an. „Willst du mich versklaven?“ Tim lachte „Nee, wir sind hier nicht in Onkel Toms Hütte. Aber du wärst eine meiner Leibeigenen. Ich sorge für dich und halte dir den Ärger vom Leib, dafür machst du was ich sage. Denk drüber nach, bis morgen hast du Zeit.“ Cindy nickte. Tim bat Sylvia ein Gästezimmer für Cindy fertig zu machen und ihr auch Nachtwäsche und alles sonst Nötige bereit zu richten. Sylvia verschwand eilig, sie suchte ein schönes Zimmer aus und bezog das Bett. Dann sah sie kurz durch das Bad und legte für Cindy ein Nachthemd parat.

Cindy dachte über Tims Angebot nach. Ihre Schulden los zu werden klang über aus verlockend aber dafür ihre Freiheit aufgeben erschien ihr ein sehr hoher Preis. Andererseits war ihr klar, dass sie auch jetzt nicht frei war, das Zwänge ihr Leben bestimmten. Sie sah auf Barbara die auf einem Kissen kniete. Weder sie noch Sylvia oder Sternchen machten einen unglücklichen Eindruck, alle schienen froh und fröhlich zu sein. „Tim, darf ich mit Barbara allein reden?“ fragte sie schüchtern. Tim stand auf, er willigte gerne ein und bot den beiden an ihnen einen Kaffee oder etwas anderes zu bringen. „Ein Saft wär Klasse“ sagte Barbara, Cindy stimmte zu. Tim ging hinaus und kam kurz danach mit einer Karaffe Orangensaft und zwei Gläsern wieder. „Na denn mal Prost die Damen“, mit diesen Worten stellte er das Tablett auf den flachen Tisch und ging hinaus.

„Sag mal, wie ist das so als Leibeigene, ich meine musst du bei allem um Erlaubnis fragen?“ Cindy fragte kaum das sie und Barbara sich auf die Kissen gekniet hatten. „Nö, die Regel kenne wir ja und das meiste ist dann eh klar.“ Cindy sah fragend auf. „Naja, was wir anziehen sollen, dass wir nicht einfach irgendwo hingehen und klar auch das wir gehorchen sollen. Aber das ist ja nicht so das Tim ständig hinter uns her ist oder sowas“. „Ihr müsst also hierbleiben, so im Haus und so?“ Barbara nickte. „Außer wir haben was draußen zu erledigen. Dann sagen wir Bescheid und gehen. Das ist aber doch normal, wenn man zusammenlebt. Tim sagt ja auch wenn er weggeht.“ „Und ihr tragt immer Ketten?“ „Ja die Fußkette und wir sind beringt an Hals, Armen und Fußgelenken. Sieh mal her.“ Barbara zeigte ihren rechten Armring. Die Restaurantleute sind auch mit einem Keuschheitsgürtel, aber Sternchen und ich nicht. Meine Süße schon, da habe ich den Schlüssel, Tim auch.“ Die letzten Worte sagte Barbara mit einem sanften Ton. „Sylvia gehört dir?“ fragte Cindy. „Ja, sie ist meine und wir gehören beide Tim“. „Tim kümmert sich wirklich um alles, oder wie?“ Barbara lachte „um mehr als alles, glaub mir!“ „Du, sag mal wie ist das so mit Kette, ich mein das ist doch total unbequem, oder?“ „Nö, man gewöhnt sich dran und mit den hohen Schuhen kann man ja sowieso kaum große Schritte machen. Probier es doch mal aus.“ Cindy war hin und her gerissen. Einerseits war sie neugierig aber wie ein wildes Tier in Ketten gelegt zu werden machte ihr Angst. Barbara stand auf und griff ihre Hand. „Komm mal mit, ich hab oben was Hübsches für dich. Sie gingen Hand in Hand die Treppe hoch, Barbara kramte im Schrank. Sie fand eine 50 cm Kette und eine 30 cm Kette, die mit Perlen durchsetzt war. Dazu vier kleine Schlösser die sie gelegentlich für Sylvias Leine benutzte. Schnell kniete sie vor Cindy und legte ihr die lange Kette um die Fußgelenke. Dann kettete sie ihr die Hände fest. „Sieh mal in den Spiegel, ist doch hübsch, oder?“ Cindy ging auf den Spiegel zu. Nun begleitete auch bei ihr das Klicken einer Kette jeden Schritt. Die Handkette sah wie ein Schmuckstück aus. Sie passte zu ihrer Kleidung, Cindy sah sich versonnen das Bild im Spiegel an. „Ist eigentlich gar nicht so schlimm“ sagte sie nach einer Weile. „Nur etwas machen kann ich damit ja nicht.“ „Och, essen geht und mehr brauchst du heute bestimmt nicht zu machen. Sylvia hat bestimmt schon bald das Essen fertig.“ Barbara nahm Cindys Arm und führte sie langsam die Treppe hinunter.

 

Als sie ins Wohnzimmer kamen sah Tim auf. Er lächelte und meinte dann „das ist aber ein bisschen unfair, wenn dann tragt ihr alle Handketten“. Er nahm Ketten aus dem Schrank und legte sie Sylvia, Sternchen und Barbara an. Sternchen deckte den flachen Tisch. Sylvia servierte das Essen, danach kniete sie sich ebenso wie die anderen auf ein Kissen. Barbara half Cindy dabei, dann zeigte sie ihr wie sie ohne fremde Hilfe die Röcke arrangieren konnte. Tim setzte sich mit zu den Frauen, sie aßen mit Appetit und plauderten dabei. Es war wie immer sehr lecker.

Nachdem Sylvia und Sternchen abgeräumt hatten sagte Tim „ihr geht dann morgen alle zum Frisör. Vor allem unser Bobtail hat es bitter nötig.“ Er deutete lachend auf Sylvia die kaum noch unter ihrem Pony hervorsehen konnte. „Felber Bobtail, du muft auch mal zum Haar fneiden“ erwiderte sie. Tim nickte „guter Plan, die können mich gleich mit drannehmen. Ich seh wirklich schon aus wie ein Penner“. Sternchen küsste ihn und meinte „ich mag deinen Seeräuber-Look“. „Dann sollte ich mir eine Augenklappe besorgen, oder ein Holzbein“ lachte Tim. Die anderen fielen in sein Gelächter ein. Tim wurde ernst, er sah Cindy fest an. „Sag mal, willst du es mal für ein paar Tage probieren wie es sich hier lebt?“ Sie dachte einen Moment nach, dann sagte sie: „Ja, aber ich muss doch die Spielhalle aufmachen“. „Nö, da hängen wir nen Zettel ran „wegen Urlaub geschlossen“ und gut ist. Ich fahr morgen rum und mach das“ erwiderte Tim. „Wenn du das wirklich ausprobieren willst gleich ein paar Regeln. Die erste: Du gehst nur aus dem Haus, wenn dich wer begleitet. Zweite: Du trägst was ich dir sage. Was den Rest anbelangt mach es einfach wie die anderen, das ist das einfachste.“ Cindy nickte. Sie gingen bald danach nach oben. Barbara kettete Cindy im Bett fest. „Da gewöhnst du dich schnell dran, ich lass die Ketten lang. Gute Nacht und schlaf gut“. Sie gab Cindy einen Gute Nacht Kuss auf die Stirn und ging hinaus. Cindy schlief bald ein, sie hatte gute Träume. Auch Barbara und Sylvia schliefen gut und fest.

Nachdem sie Sylvia angezogen hatte weckte Barbara Cindy. Zu dritt gingen sie hinunter. Sternchen hatte bereits den Frühstückstisch gedeckt, Tim stand am Fenster und rauchte. „Guten Morgen Ladies“ begrüßte er die drei Frauen. Sie wünschten auch ihm einen guten Morgen. Dann frühstückten sie gemeinsam. Nachdem der Tisch abgeräumt war sagte Tim: „Die Spangen braucht ihr nicht, ich werde euch knebeln. Also raus mit den Dingern und dann bringe ich euch rüber zum Frisör.“ Cindy fragte: „Welche Spangen?“ Barbara nahm ihre heraus und zeigte sie ihr. „Diese hier, wegen denen lächeln wir und sprechen auch ein bisschen undeutlich.“ „Bifchen ift gut“ maulte Sylvia. Barbara lachte „ja Süße, deine Spange ist ja auch was Besonderes. Du bist nunmal unsere Prinzessin.“ Sie küsste Sylvia und nahm auch ihre Spange heraus. Dann ging sie nach oben und kam mit Knebeln zurück. Sie legte erst Sylvia und dann sich den Knebel an. Tim knebelte Sternchen und Cindy, dann zogen sie die Capes an und gingen hinaus.

Sie waren die einzigen Kunden. Die Friseurin begrüßte sie mit einem tiefen Knicks, dann zeigte sie auf die vier und auf einen Zettel mit Angeboten. Tim sagte: „Für alle vier das ganze Programm, bei ihr“, er deutete auf Cindy, „will ich denselben Haarschnitt wie den der drei hier haben. Für unsere Süße einmal grade schneiden und vor allem den Pony kürzen.“ Er fügte noch: „und bei mir einmal drüber und gut ist“ hinzu. Die Friseurin nickte, dann knickste sie und zeigte auf einen Stuhl. Tim nahm Platz, die vier Frauen wurden von zwei Leibeigenen in den hinteren Teil des Raumes geführt. Dort zogen sie die Capes aus und wurden in Stühle gesetzt, die mit Rollen versehen waren. Gurte hielten sie in den Stühlen fest, sie wurden zu den jeweiligen Arbeitsplätzen geschoben. Als erstes gab eine der Leibeigenen ihnen einen Zettel. Sie lasen „Wir nehmen dir jetzt den Knebel ab, bitte sprich nicht!“ Sie nickten alle vier, die Knebel wurden entfernt. Mit einer speziellen Creme wurden ihre Zähne gebleicht. Während die Creme wirkte korrigierten die beiden Leibeigenen kleine Hautunreinheiten und gaben den Frauen eine Maniküre. Nachdem die Creme getrocknet war wurde sie abgerieben, die Reste spülten die vier aus. Ihnen wurden nun die Haare gewaschen und geschnitten. Es dauerte einige Zeit bis sie fertig waren, Tim holte sie ab. Er war sehr zufrieden, Cindy hatte nun tief dunkelrotes Haar und denselben Schnitt wie Barbara und Sternchen. Er bezahlte, die Frauen zogen die Capes über und knicksten.

 

Als sie am Laden vorbei gingen zeigte Sylvia auf den Eingang. „Gute Idee, dann kann Cindy gleich sehen wie es mit dem bezahlen funktioniert. Sternchen und ich gehen vor, ihr drei kommt dann nach“, Tim führte Sternchen nach Hause nachdem er dies gesagt hatte. Die drei Frauen betraten den Laden. Sylvia nahm einen Einkaufswagen und ging durch die Regale. Barbara und Cindy folgten ihr. Sie brauchten nicht viel, es dauerte nicht lange bis sie zur Frischtheke kamen. Sylvia nahm einen Zettel und schrieb ihre Bestellung darauf. Sie reichte den Zettel an die Bedienung. Geschickt schnitt die Leibeigene hinter dem Tresen Fleisch zu, dann nahm sie einige Stücken Käse. Sie packte alles in eine Tüte und gab Sylvia die Lebensmittel. An der Kasse legte Sylvia alle Artikel auf ein Laufband, sie wurden von der dort knienden Frau gescannt. Als letztes führte sie den Scanner über Sylvias Chip. Die Summe und die Artikel erschienen auf dem Monitor, Sylvia nickte und bezahlte mit einem zweiten Scan. Cindy sah interessiert dabei zu. Barbara nahm die Tüte, sie gingen zum Haus.

 

Als sie die Knebel abgenommen hatten sagte Barbara: „Du hast ja eben gesehen, dass wir alle gechipt sind. Mit dem Chip kannst du bezahlen, dich ausweisen und es sind auch sonst alle Daten drauf. Die Wachen und die Freien können die Daten lesen. Ist wirklich bequem und einfach.“ Cindy nahm diese Erklärung so hin, gechipt erinnerte sie an Hunde, aber sie verdrängte den Gedanken schnell.

Tim war im Büro, er sah sich einige Unterlagen an. „Gut, dass ihr schon wieder da seid. Barbara, rechne das hier mal nach. Irgendwie haut das nicht hin.“ Tim zeigte auf einen Kostenvoranschlag für den Bau. Barbara rief den Kostenvoranschlag auf ihrem Monitor auf, dann begann sie zu rechnen. „Stimmt, da ist ein Fehler drin. Genau hier“, sie zeigte auf eine Position. „Wenn das korrigiert ist ergibt sich diese Summe.“ Sie rechnete schnell und fragte dann: „Soll ich denen das schicken?“ Tim nickte und sagte: „Du, schick dann gleich an alle die am Bau beteiligt sind eine Einladung. Ich will die alle morgen um 3 nachmittags hier haben. Wer nicht kommt kann den Auftrag vergessen.“ Barbara nickte, sie beschloss allerdings den letzten Satz etwas diplomatischer zu formulieren. „Dich brauche ich als Sekretärin, Süße du backst und leckeren Kuchen und ihr beide“, Tim nickte Sternchen und Cindy zu, „helft Sylvia beim Servieren.“ Die Frauen nickten. „Follen wir dann fo mit Fürfe und lang angefogen fein?“ fragte Sylvia. „Gute Idee. Knebel wären auch nett. Ich will ja noch zu Wort kommen“, Tim grinste breit bei den letzten Worten. „Da hast du doch sonst auch keine Probleme mit“, Sternchen grinste zurück. Tim stand auf und hob ihren Rock. Er gab ihr einen festen Klaps auf den Po. „Werd mal nicht zu frech, sonst nehm ich die Peitsche“. Sternchen seufzte und rieb sich über ihre Kehrseite. Sie küssten sich, dann sagte Tim: „OK, dann kümmert ihr euch ums Haus, Barbara und ich machen hier noch weiter.“ Er sah Cindy fragend an. „Sag mal, du siehst aus als ob du was sagen willst. Komm, hab keine Angst. Ich beiße nicht, wenn überhaupt dann haue ich.“ Sie lächelte und sagte: „Darf ich dich mal allein sprechen Tim?“ Tim nickte „klar, komm wir gehen mal nach nebenan. Apropos: wenn wir nicht allein sind heißt das Master Tim, ok?“ Cindy nickte und folgte ihm ins Wohnzimmer.

 

„Wo drückt denn der Schuh?“ fragte Tim. „Naja, ich bin ja wirklich pleite und ich kann dir das Geld für den Friseur und so nicht wiedergeben“, Cindy sah beschämt zu Boden. Tim nahm sie in den Arm, dann sagte er: „Pass mal auf, wenn ich will das du zum Friseur gehst dann bezahle ich das, kapiert. Genauso wie Klamotten, Essen, Krankenversicherung und den ganzen anderen Bla. Da mach dir mal keinen Kopf drum.“ Sie sah ihn an und seufzte erleichtert. „Kannst du dir das auch wirklich alles leisten, ich mein das ist doch grottenteuer, so die Anlage hier und die Leute und alles“. Ihre Stimme klang skeptisch. „Ja kann ich. Erstens habe ich ganz nett geerbt und zweitens haben wir ja auch Einnahmen. OK, wir werden Einnahmen haben ist wohl richtiger. Sieh das mal so: Ich erfülle mir hier meinen Traum und auch den Traum anderer. Das kostet Geld, aber das kann auch Geld bringen. Für Finanzen habe ich Barbara, da brauch ich mir keinen Kopf drum machen.“ Tim machte eine Pause. „Wo wir grade so alleine sind. Wie siehst denn aus, gefällt es dir bis jetzt bei uns?“ Cindy nickte „ja es gefällt mir. Da ist etwas das mir allerdings etwas Angst macht. Ich mein so als Leibeigene bin ich dann ja voll in deiner Hand.“ Tim hielt ihr einen Finger auf die Lippen. „Du hast Angst, dass ich leer drehe und zum Monster mutiere?“ fragte er. Sie nickte. „Die Gefahr besteht, aber ich hoffe, dass das nie passiert. Wenn doch wird Sternchen mich bestimmt auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Außerdem bin ich glaube ich ziemlich selbstkritisch. Aber du hast Recht, Macht kann einen Menschen verändern. Da sind schon ganz andere durchgedreht.“ Sie war mit der Antwort zufrieden, Tim war gewiss kein Despot.

In den nächsten Stunden putzte Cindy mit Sternchen, Sylvia widmete sich der Wäsche. Gegen Abend begann Sylvia das Essen zu bereiten. Sie hörte das Tim Cindy rief, kümmerte sich aber nicht weiter darum. Tim ersetzte die Kette an Cindys Fußgelenken durch eine Fußfessel die wie Handschellen aussah. Er legte ihr auch ein Lederhalsband um und sicherte es mit einem kleinen Schloss. Als Sylvia den Tisch deckte sah sie das Halsband, es war schwarz und mit kleinen Steinen besetzt. Cindy half ihr das Essen herein zu bringen, sie aßen zu fünft. Sylvia hatte für alle selbstgemachten Kartoffelsalat, dazu Schollenfilet und einen frischen Salat gemacht. Als Nachtisch gab es rote Grütze, auch die war selbst gemacht. Alle lobten das gute Essen, Sylvia freute sich sehr darüber. Sie und Barbara gingen kurz danach nach oben.

Wie immer duschten sie gemeinsam, dann führte Barbara Sylvia zum Bett. Sylvias Hände wurden auf dem Rücken fest gekettet, Barbara legte ihr eine kurze Leine an ihr Halsband. Sie zog Sylvia mit der Leine zu sich und küsste sie. Leise Musik erklang aus den verdeckten Lautsprechern, Barbaras Hände begannen über Sylvias Körper zu gleiten. Sylvia lag nun auf dem Rücken, genoss wohlig die sanften Berührungen und die Liebe. Sie hielt ihren Mund leicht geöffnet, zum Kuss bereit. Barbara erfüllte ihr Sehnen, küsste sie und fuhr fort ihr Lust zu bereiten. Die Hände griffen fester zu, es erklang der Bolero. Sylvia wiegte sich im getragenen Takt der Musik, wurde eins mit der Fülle der Instrumente, wurde selber ein Instrument auf dem Barbara virtuos spielte. Als das Orchester vollzählig erklang stimmte Sylvia mit ein, sie sang die Ouvertüre der Lust, laut und innig. Das älteste Lied der Welt das vom größten aller Schöpfer geschrieben wurde. Es erklang in jenem Zimmer und in zahllosen anderen auf der Welt. Melodie des Lebens und der Lust. Als der letzte Ton verklungen war schlief Sylvia ein, glücklich und glückselig. Barbara deckte sie zu, sah die letzten Schauer der Wollust über Sylvia ziehen. Sie gab ihrer Liebe einen sanften Kuss. Bald darauf schlief auch sie, befriedigt durch Geben und von Glück erfüllt.

 

Kommentar(e)

Liebe Janette Ro

Endlich, endlich war er da! Der nächste Teil. Mit Freude fing ich an zu lesen. Irgendwie kam mir alles so bekannt vor.Das hatten wir doch schon!

Das Haus am See 4 haben Sie schon veröffentlicht.

Gespeichert von Janet Ro am 11. Juni 2019 - 5:32

Irgendwie muss sich ein Fehler eingeschlichen haben. Mit Spannung warte ich auf die nächsten Teile. Vielen Dank.

Lieber Gruss

LeivisGhost

Entschuldigung, das tut mir wirklich sehr leid.

Danke für den Hinweis, ich werde dann so schnell wie möglich Teil 5 posten.

liebe Grüße von Janet.