Annika - Tag 0

"Klappentext"

Eine junge Frau lässt sich darauf ein drei Tage in der Gewalt eines ihr fremden Mannes zu verbringen. Sie möchte sich auf diese Weise darüber klar werden, ob ihre Fantasien nur Fantasien sind oder ob Sie die Dinge, die Sie sich ausmalt, auch tatsächlich erleben möchte.

Meine Geschichte beginnt am Tag Null. Der Auftakt für drei absurde Tage, auf die ich mich niemals hätte einlassen dürfen. Aber auch für jene drei Tage, die mich später definieren würden, die aus mir den Menschen machten, der ich heute bin.

Etwa zwei Stunden hatte die Fahrt vom Flughafen gedauert, oder besser gesagt, es hatte sich wie zwei Stunden angefühlt. Wie viel Zeit wirklich vergangen war, wie weit wir gefahren waren, wo die Fahrt hingegangen war, das wusste ich nicht. Aus dem Kofferraum seines Autos hatte ich nicht nach außen sehen können und zusätzlich war da noch ein Sack auf meinem Kopf. In meiner unbequemen Position, mit hinter dem Rücken gefesselten Händen, hatte ich also genügend Zeit nochmals darüber zu reflektieren, was ich hier eigentlich tat. Ich hatte mich in die Hände eines mir völlig fremden Mannes begeben. Hatte einen Vertrag unterschrieben, durch den ich mich für drei Tage als seine Sklavin verkauft hatte. Ich war vollkommen verrückt gewesen.

Begonnen hatte das Ganze auf einer BDSM-Kontaktseite. Ich hatte jemand gesucht, der mir helfen würde meine Phantasien zu verstehen, sie vielleicht auch endlich auszuleben. Anfangs war ich dabei nicht sonderlich erfolgreich. Nichts sprach mich an, nichts kam dem nahe, was mir schon so lange durch den Kopf ging. Doch dann war da sein Profil.

„Sklavin für drei Tage gesucht! Möchtest du mir völlig ausgeliefert sein? Möchtest du von mir erniedrigt, gefoltert und gefickt werden? Bist du zwischen 20 und 30 Jahren alt? Dann melde dich mit einem Foto.“

Das hatte er geschrieben, kurz und ohne genauere Erläuterungen. Ich konnte nicht aufhören das Inserat anzusehen, starrte einige Minuten auf den Bildschirm und klickte dann auf „Kontakt aufnehmen“. Seine Antwort kam nach ein paar Stunden und enthielt nur wenige zusätzliche Information. Ich würde ihm gefallen, er würde mich für die drei Tage bezahlen und ich sollte mich mit ihm Treffen um einen Vertrag abzuschließen. Ich schloß beleidigt meinen Laptop, legte ihn weg, wollte das Ganze sofort vergessen. Es war eine dumme Idee gewesen. Seine Hure wollte ich nicht sein. Oder doch? Was gäbe es für eine perfektere Unterwerfung? Ich zierte mich ein paar Wochen lang, antwortete ihm nicht, dachte viel darüber nach und langsam erregte mich die Vorstellung immer mehr. Ich wollte genau das sein, seine Hure, seine Sklavin. Es würde ja nur drei Tage dauern. Das würde ich auf jeden Fall durchhalten und dann wüsste ich endlich, ob ich das wirklich wollte oder ob alles nur Hirngespinste waren. Ich antwortete.

Und dann saß ich ihm das erste Mal gegenüber, einem deutlich älteren aber durchaus attraktiven Mann und seinem Anwalt. Ja wirklich! Er war mit einem Anwalt gekommen. Ich versuchte mir den Vertrag genau durchzulesen, war aber viel zu nervös um wirklich zu erfassen was da stand. Ich verließ mich daher, naiv wie ich war, auf das was die beiden mir erzählten. Ich würde eine erhebliche Summe dafür bekommen drei Tage, nur drei Tage, bei ihm zu verbringen. Was mir widerfahren würde, das stand nicht im Vertrag und er wollte mir auch auf Nachfrage nichts verraten. Einzig, dass ich keine bleibenden Verletzungen davontragen würde, das versprach er mir und zeigte mir auch die entsprechende Stelle im Text. Ich sollte also einen Vertrag unterschreiben, in dem ich mich zu etwas verpflichtete, von dem ich keine Ahnung hatte was es eigentlich sein würde. „Keine bleibenden Verletzungen“ war also die einzige Information. Keine bleibenden? Andere schon? Ich starrte minutenlang auf das Papier und bekam kaum noch etwas von dem mit, was er mir sonst noch erzählte. Meine Vernunft sagte mir, dass ich mich darauf niemals einlassen dürfte, doch zwischen meinen Beinen spürte ich eine Vorfreude wie noch nie zuvor. „Kann ich früher gehen, wenn es mir nicht gefällt?“, fragte ich also und merkte an der Reaktion der Beiden, dass sie mir das wohl schon gesagt hatten. Jederzeit könnte ich das machen und ich würde dann für jede Minute die ich durchgehalten hatte eine Entschädigung bekommen. Weniger als den entsprechenden Teil der ganzen Summe, aber noch immer einen recht beachtlichen Betrag. Ich unterschrieb!

Zwei Wochen später war ich also in ein Flugzeug gestiegen. Dass das Ganze weit entfernt von meinem Zuhause stattfinden würde, das hatte ich natürlich erst nach der Unterschrift mitbekommen. Ich wurde von ihm am Flughafen abgeholt, stieg in sein Auto, durfte mich anfangs noch neben ihn setzen, war noch nicht in meine neue Rolle gezwungen. Die Fahrt verlief gespenstisch ruhig, nur ein einziges Mal hat er zu mir gesprochen, als er mir befahl in den Kofferraum umzusteigen, mir Handschellen anlegte und den Sack über den Kopf zog. Ich selbst war anfangs viel zu nervös gewesen um auch nur irgendetwas zu sagen. Später, mit dem kratzigen Sack am Kopf, war es mir nicht mehr möglich zu sprechen, mein Mund war mit Klebeband verschlossen.

Dann waren wir endlich da. Er öffnete den Kofferraum. Plötzlich war die Nervosität, die mich die ganze Fahrt begleitet hatte, schlagartig verschwunden. Es war schon später Abend und das einzige Geräusch das mich empfing, war das Zirpen von Zikaden. Ohne etwas zu sehen, spürte ich, dass wir an einem entspannten Ort waren und ich fühlte auch, dass wir nicht alleine waren. Ich glaubte sogar, noch bevor der Kofferraum geöffnet worden war, eine Frau flüstern gehört zu haben. Sicher war ich mir aber nicht. Heute weiß ich natürlich, dass Tamara da war und mich dabei beobachtete, wie ich aus dem Auto kletterte und wie mein Meister mir die Schlinge des Fangstocks um den Hals legte. Ich kann meine Gefühle in diesem Augenblick bis heute nicht richtig beschreiben. Ich stand barfuß da, meine Schuhe musste ich schon beim Umsteigen in den Kofferraum ausziehen, konnte nichts sehen, war noch immer gefesselt und die Schlinge  lag eng an meinem Hals. Eigentlich hätte ich Angst haben sollen, vielleicht sogar Panik, doch ich war seltsam ruhig, fühlte mich eigentümlich wohl. Ich war ja genau dort, wo ich in meinen Phantasien immer hin wollte, in der Gewalt eines Mannes, ihm völlig ausgeliefert.

Ich hatte auch kaum Zeit, mir darüber klar zu werden, was ich fühlte. Ich spürte bald, wie er mich mit der Stange zu schieben begann, musste mich konzentrieren, nicht zu stolpern. Nach einigen Schritten wurde der Boden anders und die Zikaden leiser. Er hatte mich in ein Haus geführt und sagte kurz darauf „Halt“. Er öffnete eine Tür vor mir und warnte mich, dass jetzt Stufen kommen würden. Dass diese nach unten gingen überraschte mich trotzdem und ich stieg ins Leere. Ich erschrak schrecklich, als ich nach vorne kippte. Konnte mich nicht mit den, noch immer gefesselten, Armen abfangen. Es war wie wenn die Zeit stehen bleiben würde. Sollte es schon enden bevor es überhaupt begonnen hatte? Würde ich mir das Genick brechen bei einem Sturz über eine simple Treppe? Doch dann spürte ich, wie sich die Schlinge um meinen Hals festzog, wie er mich damit auffing und einen kurzen Moment später an den Schultern packte, meinen Hals wieder freigab. Für einen Moment war die Panik da, die zuvor gefehlt hatte. Ein Sturz in die Tiefe, eine Schlinge um den Hals, war es das was ich mir wünschte? Doch auch dieser Gedanke hatte keine Zeit sich zu entfalten. Er begann mich Sekunden später mit deutlichem Druck zu schieben und ich schaffte es ohne weiteren Zwischenfall bis in den Keller hinab zu steigen.

Unten angekommen öffnete er eine weitere Tür, führte mich in einen leicht feucht-muffig riechenden Raum, nahm mir die Fangstange ab und den Sack vom Kopf. Ich brauchte ein bisschen um mich an das plötzliche Licht zu gewöhnen und zu erkennen, dass ich mich in einem abgewohnten Badezimmer befand. Mein Blick fiel sofort auf die Toilette und im selben Moment wurde mir erst bewußt, dass ich diese bereits dringend brauchte. Meine Empfindungen waren widersprüchlich. Es fühlte sich noch immer alles richtig und gut an, trotz des Zwischenfalls auf der Stiege, obwohl ich gefesselt in einem Keller stand. Doch gleichzeitig war ich aufgeregt und entrückt, hatte sogar ein so dringendes Körperbedürfnis nicht bemerkt. Ich stürzte zur Toilette, schaffte es mein Höschen mit gefesselten Händen abzustreifen und erleichterte mich, während mein Meister sich lächelnd vor mir auf den Boden setzte. Er wartete bis ich fertig war und begann dann endlich zu sprechen.

„Willkommen Annika.“

Annika? Wer war Annika? Ich wollte ihn ausbessern und meinen Namen sagen, stellte jedoch recht schnell fest, dass mein Mund noch immer zugeklebt war.

„Du kannst dich zwar sicher noch an den Vertrag erinnern, trotzdem aber nochmals die Regeln. Erstens, du gehorchst mir. Immer! Egal was ich von dir verlange, du machst es. Zweitens, dein vorheriges Leben hat hier keine Bedeutung, du bist Annika. Dein alter Name, und alles was damit zu tun hat, existiert nicht solange du hier bei mir bist. Drittens, du sprichst nur wenn ich dich etwas frage oder dir ausdrücklich erlaube zu sprechen. Hast du das verstanden?“

Er lächelte erneut, ein wenig zynisch, trotzdem freundlich, während ich nochmals versuchte zu sprechen, aber nur einen seltsamen Laut erzeugte. Ich spürte wie ich rot im Gesicht wurde, es war mir peinlich wieder nicht an den Knebel gedacht zu haben, und nickte um seine Frage zu bejahen.

„Und Viertens, du hältst dich sauber. Ich mag es nicht, wenn meine Sklavinnen nach Schweiß oder von der Möse riechen. Und achte darauf, dass du immer überall gut rasiert bist. Ich will kein Härchen an dir sehen, außer natürlich auf deinem hübschen Kopf.“

Während er das sagte nahm er die Fangstange und hob damit meinen Rock an.

„So, Annika, soll deine Möse auf keinen Fall aussehen. Wollen wir das ändern?“

Ich hatte mich jetzt schon so weit an den Knebel gewöhnt, dass ich nicht nochmals versuchte zu sprechen und nickte langsam.

Ich stand auf, ging zu dem kleinen Wachbecken in der Ecke des Badezimmers und kam mir richtig dumm vor, als ich bemerkte, dass es schwierig werden würde, meine Möse mit hinter dem Rücken gefesselten Händen zu rasieren. Ich blickte zu meinem Meister, der mit stoischer Miene auf mich zukam, mich fest am Arm packte, umdrehte und die Handschellen öffnete. In fünf Minuten sollte ich fertig sein, befahl er mir und verschwand in den Hauptraum des Kellers.

Ich nahm den Rasierer und betrachtete meine Schambehaarung, auf die ich immer irgendwie stolz gewesen war. Ich wollte immer individuell sein, wollte mich von der Masse abheben, brachte meine Härchen zwar in eine hübsche Form, jetzt sollte aber alles weg. Sollte ich den Befehl verweigern? Gleich seinen ersten Befehl? Was würde dann geschehen? Würde er mich dafür bestrafen? Obwohl ich noch nie in meinem Leben eine solche Bestrafung erfahren hatte, ließ mich dieser Gedanke leicht feucht werden. Oder wäre er nur verärgert und würde mir genau das vorenthalten, was ich mir so sehnlich wünschte, was mir mein bisheriger Freund nie gegeben hatte. Gefesselt, geschlagen und brutal gefickt zu werden.

Ich stand da, blickte auf den Rasierer in meiner Hand und erinnerte mich an die Beziehung, die er vor wenigen Monaten beendet hatte. Ich hatte ihn wirklich gemocht. Wir hatten viel Spaß zusammen. Er fand es super, dass ich mich nicht dem Modediktat unterwarf und meine Möse nicht rasierte, dafür aber meine Kopfhaare bunt färbte. Doch er war nicht bereit gewesen mich zu fesseln. Er versuchte mir immer einzureden, dass dieser Wunsch ja gar nicht zu mir passte, dass ich diese Vorstellungen nur hatte, weil wir gemeinsam diesen Fifty-Shades-Film gesehen hatten. Doch damit hatte das nichts zu tun. Ich hatte diese Phantasien schon lange bevor ich überhaupt wusste, dass es diesen Film gab, den ich einfach nur öde fand. Am Ende trennte er sich sogar von mir, weil ich nicht aufhörte ihn mit meinen Wünsche zu bearbeiten. Ich war darüber eigentlich mehr überrascht als traurig und meldete mich ein paar Wochen darauf bei der Kontaktseite an. Nicht ahnend, dass ich bald im Keller eines doppelt so alten Mannes landen würde.

„Noch nicht fertig?“, hörte ich meinen Meister plötzlich von hinten sagen, zuckte zusammen und begann sofort mich zu rasieren. Ich war seine Sklavin und ich würde ihm gehorchen. Das wurde mir in diesem Moment schlagartig klar. Ich würde keine Befehle verweigern. Ich würde alles so machen wir er wollte. Es stand mir nicht zu als Sklavin einen eigenen Willen zu haben, auch wenn ich nur Sklavin für ein paar Tage sein würde.

Noch während ich mich rasierte, begann er mir ein Lederband am Hals anzulegen. Ich unterbrach kurz meine Aufgabe und konzentrierte mich darauf zu fühlen, wie er es genau an meinen Hals anpasste und verschloß.

„Zu eng?“

Ich schüttelte langsam dem Kopf. Das Band war zwar eng, fühlte sich aber gut an.

„In Ordnung, hätte dir aber auch nichts genutzt. Ich entscheide wie eng es sein muss. Mach weiter, die fünf Minuten sind schon vorbei, dazu lass ich mir morgen etwas einfallen.“

Ich schmunzelte als er das sagte und machte weiter, bis kein einziges Härchen mehr zu spüren war.

„Du freust dich? Wir werden morgen sehen, ob das auch so bleibt. Wir werden sehen.“

Das Lächeln verschwand aus meinem Gesicht. Ich hatte ja noch gar keine Ahnung was auf mich zukommen würde und ob ich auch wirklich mögen würde, was er mit mir anzustellen vor hatte. Die Vorfreude auf den nächsten Tag, die Freude über das was gerade vor sich ging, die vermischte sich plötzlich wieder mit einer diffusen Angst. Einer Furcht, dass meine Phantasien und die Realität einer Sklavin doch weit voneinander entfernt liegen könnten.

„Noch etwas wichtiges“, sagte er, während er mir nun auch noch an den Hand- und Fußgelenken ähnliche Bänder anlegte.

„Ich sage dir das nur dieses eine Mal und du musst es dir gut einprägen. Wenn du möchtest, dass ich aufhöre, sag einfach Stopp. Du kannst das zu jedem beliebigen Zeitpunkt machen und ich werde sofort aufhören, was auch immer ich dir gerade antue. Wenn du geknebelt bist, was eigentlich meist so sein wird, dann versuche auch Stopp zu sagen und klopfe irgendwo mit Händen oder Füßen. Ich werde auch dann sofort aufhören. Wenn du Stopp sagst, dann werde ich dir eine kurze Pause gönnen und dich dann fragen, ob du bleiben möchtest oder lieber gehen. Ich werde deinen Wunsch akzeptieren.“

Völlig unerwartet riss er mir den Knebel mit einem Ruck vom Mund.

„Hast du verstanden?“

Mein Gesicht brannte vom Klebstoff und ich brauchte einige Sekunden um zu verstehen, dass ich jetzt wieder sprechen konnte und durfte.

„Hast du verstanden?“

„Ja“, erwiderte ich zaghaft auf die beim zweiten Mal mit Nachdruck gestellte Frage.

„Also gut! Überlege aber gut, bevor du Stopp sagst, denn du darfst das nur zweimal machen. Beim dritten Mal gibt es keine Nachdenkpause, dann fliegst du raus, ist das auch klar?“

Diesmal nickte ich nur, obwohl ich nicht mehr geknebelt war.

„Komm mit.“

Ich folgte ihn in den Hauptraum des Kellers, wo er auf ein Kleid deutete, das an einem Metallgitter hing.

„Zieh es an.“

Ich war sofort in das blaue Kleid im Stil der 50er-Jahre verliebt, schlüpfte in den Petticoat und streifte es dann über. Es passte wie angegossen. Höschen gab es keines und es war mir auch klar, dass ich keines tragen sollte. Ich konnte nicht widerstehen, drehte mich in dem kleinen Kellerraum ein paar mal um meine eigene Achse und genoß es das Kleid um mich herumwirbeln zu lassen. Als ich aufhören musste, mir wurde langsam schwindlig, bemerkte ich, dass mein Meister gerade dabei war eine Kette an einer am Fußboden befestigten Stahlöse anzubringen.

Er deutete auf das schmutzig aussehende Bett und ich torkelte, benommen von den Drehungen, darauf zu und setzte mich nieder. Er kniete sich vor mich, packte mich sanft an der Hüfte und begann das andere Ende der Kette an meinem Halsband festzumachen. Als er damit fertig war prüfte er nochmals den Sitz des Bandes, schob einen Finger unter das Leder, und ich spürte wie es dadurch stärker gegen meinen Hals drückte, mir das Atmen schwerer machte.

„Ein bisschen enger würde noch gehen, meinst du nicht?“

War diese Frage an mich gerichtet oder nur rhetorisch? Enger? Bisher hatte ich den Druck des Halsbandes zwar gespürt, es hatte aber nichts mit mir gemacht. Jetzt war das anders, der zusätzliche Finger veränderte das. Ich bekam ein bisschen weniger Luft, war noch etwas mehr unter seiner Kontrolle und spürte wieder ein Kitzeln zwischen meinen Beinen. Ja, wahrscheinlich würde ich es noch enger haben wollen, würde es mögen, dass er meine Atmung kontrolliert während er in mich eindrang. Oder auch nicht. Meine Möse sagte ja, mein Kopf nein.

„Vielleicht später. Bist du hungrig?“

Es war schon eine Weile her, dass ich etwas gegessen hatte, aber von einem Hungergefühl war keine Rede.

„Ich bring dir eine Kleinigkeit“, sagte er ohne eine Antwort abzuwarten, stand auf und verließ den Raum.

Ich schaute ihm hinterher, beobachtete ihn dabei die Stiegen nach oben zu gehen. Die Tür zum Keller ließ er hinter sich offen. Würde ich jemals sehen, was sich am oberen Ende der Treppe befand? Ich überlegte aufzustehen und zumindest einen Blick nach oben zu werfen, blieb aber sitzen, die Länge der Kette hätte es mir nicht erlaubt weit genug zur Tür zu kommen. Die Kette, die mich zwang in der Nähe des Bettes zu bleiben. Die Kette, die an meinem Halsband befestigt war, wie bei einem Hund. Ich war wirklich verrückt geworden. Was machte ich bloß hier? Warum war ich nicht zu Hause und sah mir einen Film an? Warum saß ich hier? „Weil es genau das ist was du möchtest“, sagte ich halb laut zu mir selber, als er wieder zurückkam und wortlos einen Papierteller mit einer Pizzaschnitt neben mir auf den Boden stellte.

„Wasser gibt es in der Flasche da drüben. Du solltest das essen, kann ein bisschen dauern, bis es wieder etwas gibt. Wünsche dir eine gute Nacht. Träum was schönes Annika, morgen geht es los.“

Und dann war er weg, verschloß diesmal die schwere Stahltüre hinter sich und dimmte von außen das Licht. Es wurde dunkler, aber nicht ganz finster. Er würde mich wohl über eine der Kameras, die es in jeder Ecke gab, im Auge behalten. Was würde er dabei machen? Ich malte mir aus, wie er oben saß, sich einen runterholte und dabei an das dachte, was er mir die nächsten drei Tage antun würde. Einer hungrigen Annika, die ihre Chance etwas zu essen am Vorabend ihrer Folter vergeben hatte.

Ich hob die Pizzaschnitte auf, nahm einen Bissen davon. Sie schmeckte recht gut, war aber kalt und nicht mehr wirklich frisch. Was erwartete ich mir eigentlich? ich war eine Sklavin und nicht auf Urlaub!

Ich verschlang das Stück Pizza, eigentlich war ich sogar sehr hungrig gewesen, das musste ich mir nach den ersten Bissen eingestehen, begann dann ein bisschen den Keller zu inspizieren. Zuerst war meine Aufmerksamkeit von den Dingen gefesselt, die im Raum standen. Gegenstände deren Funktion ich mir zwar ungefähr denken konnte, bei denen jedoch meine Vorstellung endete, wenn ich daran dachte, sie im Einsatz zu spüren. Wenn die Peitsche meine Haut treffen würde. Wenn ich in dem kleinen Käfig stecken würde oder auf diesem hölzernen Ding sitzen. Heute weiß ich, dass man es spanischen Esel nennt. „Aber ich kann immer noch Stopp sagen“, flüstere ich. Es gab einen Ausweg. Ich würde ihn nicht nutzen. Ich würde die drei Tage durchstehen, ohne ein einziges mal Stopp zu sagen, aber wenn es mir nicht gefallen würde, dann könnte ich es jederzeit beenden. Würde es mir gefallen? Ich hatte keine Ahnung. Drei Tage würde ich hier unten verbringen, würde er all diese Sachen an mir verwenden? Würde ich an das Gitter gefesselt werden, an dem zuvor mein Kleid gehangen hatte, an die Stange die neben dem Bett stand, an all die Ösen, die am Boden und den Wänden befestigt waren, und an diese seltsame Stahlwippe? Ich wünschte es mir und ich fürchtete mich davor. Ich wiederhole mich, aber anders kann ich nicht beschreiben, was in mir vorging, was mich bewegte in meinem Keller.

Neben dem Bett fand ich dann noch ein paar Bücher, die Geschichte der O, Marquis de Sade und einen Shibari-Bildband. Was denn sonst? Klischeehafter ging es wohl nicht mehr. Ich blätterte ein bisschen durch den Bildband, sehr gelungene Fotos, und fragte mich, was ich mit den andern beiden Büchern anfangen sollte. Drei Tage waren wohl etwas wenig um sie zu lesen, vor allem würde ich doch mit anderem beschäftigt sein.

Dann gab es da noch einen Streifen mit der Pille, tatsächlich meine Marke, er hatte mich zuvor danach gefragt, wollte sicher stellen, dass es keine ungeplanten Nebenwirkungen geben würde, eine Flasche Wasser, aus der ich einen langen Schluck nahm, und einen Blechkübel, dessen Bedeutung mir recht schnell klar wurde, als ich an die Länge meiner Kette und die Entfernung zum Badezimmer dachte. Hoffentlich würde ich darauf verzichten können ihn auch zu benützen.

All zu lange verbrachte ich aber nicht damit mich mit meiner Umgebung vertraut zu machen. Langsam begann mich die Erschöpfung der Anreise und der ersten Eindrücke zu überwältigen. Nachdem ich die Matratze genauer untersucht hatte, sie war zwar fleckig, roch aber nach Waschmittel, legte ich mich nieder, schloß die Augen und fiel nach wenigen Minuten in einen tiefen Schlaf, dem letzten bevor mein neues Leben beginnen sollte.

 

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Inhalt/Idee

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Erotik/BDSM

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Rechtschreibung/Form

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Kommentar(e)

Dummheiten sind dazu da um gemacht zu werden. Und eigentlich ist das ja eine Riesendummheit was sie da macht, aber gerade deshalb umso interessanter. Ich bin mal gespannt ab wann sie ihre Entscheidung bereut.

LG Ornella 

Ja das stimmt! Dummheiten sind dazu da, damit sie gemacht werden! Wäre sonst doch langweilig! Die Geschichte ist jedenfalls kurzweilig und gut erzählt! Da kann man jetzt nur warten, ob und wie es weitergehen wird!

Bisher nicht schlecht geschrieben, aber auch nur das Übliche.

Was total unrealistisch ist, ist der Vertrag. Der ist auch mit Anwalt ungültig.

Trotzdem bn ich gespannt, was noch kommt

Antwort auf von r.desade

Realistisch ist wohl recht wenig an meiner Geschichte :-)

Und ja, ist sicher nichts ganz Neues die ganze Sache, hoffe es gefällt trotzdem weiter. 

Natürlich ist es nur "das Übliche" . Das kann man aber unter jede Geschichte hier schreiben. Es geht eben in jeder Geschichte um das Eine. Von daher finde ich den Kommentar nicht ganz gerechtfertigt. Aber ich fände es schlimm wenn wir hier dieses übliche nicht lesen könnten.

Deshalb von mir aus gern weiter so, ich freue mich auf weitere Fortsetzungen.

LG Ornella